{"id":22527,"date":"2026-05-06T22:25:05","date_gmt":"2026-05-06T20:25:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=22527"},"modified":"2026-05-06T22:25:05","modified_gmt":"2026-05-06T20:25:05","slug":"fuer-den-glauben-kaempfen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=22527","title":{"rendered":"F\u00fcr den Glauben k\u00e4mpfen!"},"content":{"rendered":"<p><strong>F\u00fcr den Glauben k\u00e4mpfen! Das bringt doch nichts!?<\/strong><\/p>\n<ol>\n<li><strong> Einstieg: John Lennox k\u00e4mpft f\u00fcr den Glauben<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\">John Lennox, Mathematikprofessor, wies in einem Interview Idea-Spektrum (25. Febr 2015) auf das Vorbild Daniels hin, der mitten in einer heidnischen Kultur an seinem Glauben festgehalten und sich nicht auf die babylonische G\u00f6tterverehrung eingelassen hat. Das findet Lennox deshalb so relevant f\u00fcr heute, weil in Westeuropa das Glaubensthema immer mehr aus der \u00d6ffentlichkeit verdr\u00e4ngt wird, zumindest so weit es das Christentum betrifft. In Europa sei es nicht mehr politisch korrekt, in einer \u00f6ffentl Rede Gott zu erw\u00e4hnen, sagt er. Lennox sieht sich in der Spur Daniels, wenn er erkl\u00e4rt, dass er f\u00fcr den Glauben k\u00e4mpft. An der Universit\u00e4t Oxford bezog er Stellung gegen den sog. Neuen Atheismus in \u00f6ffentlichen Disputationen. In der englischen Tradition werden bei kontroversen Themen Pro und Kontra klar benannt, die Zuh\u00f6rer k\u00f6nnen mitdiskutieren. Warum gibt es das bei uns nicht, auch nicht in der Kirche? Interessant war mir die Mitteilung von John Lennox, dass bei den Disputationen einzelne Zuh\u00f6rer zum Glauben kamen. Man kann den Glauben nicht argumentativ herbeif\u00fchren. Offensichtlich gibt es aber mit guten Argumenten wichtige Glaubenshilfen f\u00fcr Kopfmenschen. John Lennox k\u00e4mpfte auf seine Weise f\u00fcr den Glauben.<!--more--><\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\" start=\"2\">\n<li><strong> Einw\u00e4nde<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8211; \u201eF\u00fcr den Glauben k\u00e4mpfen\u201c h\u00f6rt sich eher unmodern, unpopul\u00e4r an. Einer sagt vielleicht: Das klingt schon so anstrengend! Glaube soll mir Ruhe, Entspannung, Geborgenheit bringen. Das Gegenteil vom Alltagskampf.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8211; \u201eK\u00e4mpfen\u201c h\u00e4lt jemend vielleicht f\u00fcr unchristlich. Christen sollen doch Frieden stiften. Auseinandersetzung, das ist doch Unfrieden. Also: Wir sorgen f\u00fcr Friede, Harmonie, Toleranz nach allen Seiten, das gef\u00e4llt Gott. Hier muss man sich an Jesu Wort in Lk 12,51 erinnern: &#8222;Meint ihr, dass ich gekommen bin, Frieden zu bringen auf Erden? Ich sage: Nein, sondern Zwietracht\/ Entzweiung.&#8220; Warum das? Weil das Ringen um die Wahrheit sogar Familien spalten kann. Sicher, Christen sollen Friedensstifter sein, aber auch Wahrheitszeugen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8211; Das setzt doch voraus, dass man f\u00fcr seine Wahrheit eintritt, der andere f\u00fcr seine: Haben nicht alle gleich recht? Die Postmoderne behauptet: es gibt immer viele Wahrheiten nebeneinander, alle sind gleich g\u00fcltig, du kannst keine absolut setzen. Wenn das stimmt, ist jedes Ringen um Wahrheit sinnlos. Der Denkfehler ist aber folgender: die Grundthese von den vielen Wahrheiten ist eine reine Behauptung, die sich absolut setzt. Sie ist selbst nicht pluralistisch und tolerant. Und sie steht in Konkurrenz zu dem Satz Jesu &#8222;Ich bin der Weg, die Wahrheit, das Leben. &#8222;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;F\u00fcr den Glauben k\u00e4mpfen\u201c: das klingt nach fanatischem Islam. Hat nicht der islamische Extremismus jeden Glaubenskampf unglaubw\u00fcrdig gemacht? Das kann man sagen. Aber der islamische Glaubenskampf macht um so deutlicher, wie Jesus f\u00fcr den Glauben k\u00e4mpft: ohne Gewalt, nur mit dem Wort, mit viel Liebe und Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Menschen. \u00dcberzeugungsarbeit ist eben keine Unterwerfung, wie sie der Dschihad fordert.<\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\" start=\"3\">\n<li><strong> Der Apostel ruft zum Kampf f\u00fcr den Glauben auf (Phil 1,27-30)<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\">27\u00a0Wandelt nur w\u00fcrdig des Evangeliums Christi, damit ich \u2013 ob ich komme und euch sehe oder abwesend bin \u2013 von euch erfahre, dass ihr in einem Geist steht und einm\u00fctig mit uns k\u00e4mpft f\u00fcr den Glauben des Evangeliums\u200228\u00a0und euch in keinem St\u00fcck erschrecken lasst von den Widersachern, was ihnen ein Anzeichen der Verdammnis ist, euch aber der Seligkeit, und das von Gott.\u200229\u00a0Denn euch ist es gegeben um Christi willen, nicht allein an ihn zu glauben, sondern auch um seinetwillen zu leiden,\u200230\u00a0habt ihr doch denselben Kampf, den ihr an mir gesehen habt und nun von mir h\u00f6rt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">27 Pauslus schreibt aus der Gefangenschaft in Rom an die Gemeinde in Philippi. Er ermahnt die junge Gemeinde, dass ihre Lebensgestaltung der Guten Nachricht Ehre macht. Wenn man dieser Gruppe von Christen keine Ver\u00e4nderung ansehen kann, nichts Positives, was durch den Glauben ins Leben kommt, sind sie keine guten Werbetr\u00e4ger f\u00fcr die Gute Nachricht. Jeder Beobachter w\u00fcrde sagen: Na, diese Sektierer haben auch nichts Neues, Interessantes zu bringen. Die lebensver\u00e4ndernde Botschaft w\u00e4re auch gar nicht bei ihnen angekommen. Da muss etwas sichtbar werden im Christenleben, das auf Christus hinweist: Friede in der Ehe, Interesse der Eltern f\u00fcr ihre Kinder, Ehrlichkeit im Beruf, mehr Freundlichkeit im Umgang mit den Hausangstellten, Gaben f\u00fcr die armen Mitchristen, Sorge um den kranken Nachbarn. Das ist auch passiert, sonst h\u00e4tte sich das Christentum nicht so rasant ausgebreitet! Wo ist bei uns die Ver\u00e4nderung sichtbar, die durch Jesus ins Leben kommt? Wo k\u00f6nnen die andern ablesen, was bei uns anders ist?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Damit die Gemeinde Ausstrahlung bekommt, ist auch die Einheit wichtig. Zu-sammenstehen, mahnt Paulus, nicht auseinanderlaufen, weil jeder sein eigenes Ding macht, weil Gemeinschaft schwierig ist, weil man sich \u00fcber die Gute Nachricht nicht einig ist. Die Aufl\u00f6sungserscheinungen schw\u00e4chen das heutige Gemeindeleben. Statt dem Zusammenstehen praktiziert man lieber das Auseinanderlaufen. Wie \u00fcberwinden wir das Einzelg\u00e4ngertum? Was tragen wir dazu bei, damit unsere Gemeinde Streit \u00fcberwindet und mehr Einheit lebt?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Aspekte geh\u00f6ren zu der Aufforderung dazu: K\u00e4mpft f\u00fcr den Glauben und f\u00fcr die gute Nachricht! Weil die christliche Gemeinde einer heidnischen Kultur gegen\u00fcbersteht, ist das Pflegen und Ausbreiten des Glaubens auf jeden Fall ein Kampf. Die andern Religionen leisten Widerstand, die Beh\u00f6rden schikanieren eine Gruppe, die ihnen nicht geheuer ist, die skeptischen Philosophen k\u00f6nnen mit einer Botschaft von einem Gekreuzigten nichts anfangen. Wenn Paulus zum Kampf auffordert, bedeutet das: die Kraft f\u00fcr die Behauptung des Christentums ist nicht unbedingt vorhanden. Die Gemeinde f\u00fchlt sich fast erdr\u00fcckt. Es liegt nahe, sich zur\u00fcckzuziehen, den Glauben zur Privatsache zuhause zu machen. Der Apostel muss die k\u00e4mpferische Haltung wecken. Das hat nichts mit Fanatismus und Intoleranz zu tun. Es geht um ein selbstbewusstes Christentum, das etwas wagt f\u00fcr seinen Herrn, das auf die Menschen zugeht, die noch nicht gerettet sind. Es geht um eine Offensive f\u00fcr das Evangelium in der Spur von Jesus, der mit der Reich-Gottes-Predigt diese Offensive begonnen hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">28 Paulus spricht die Gegner an, die die Christen beeindrucken k\u00f6nnten. Lasst euch nicht einsch\u00fcchtern! Von den Priestern der r\u00f6mischen G\u00f6tter, Rabbis, Philosophen, Beamten, Anh\u00e4ngern des Okkultismus. Christus ist diesen menschlichen Autorit\u00e4ten unendlich \u00fcberlegen. Sie spotten \u00fcber den Glauben, sie halten die Anh\u00e4nger des Gekreuzigten f\u00fcr dumm, abergl\u00e4ubisch, uneinsichtig, verstockt. Wer standhaft bleibt, zeigt ihnen, dass sie auf der falschen Spur sind, die in die Verlorenheit f\u00fchrt, in die H\u00f6lle. Wer standhaft bleibt, erweist sich als ein in Christus verwurzelter Christ, der dem Himmel entgegenlebt. Heute sind es andere Sp\u00f6tter, neue Atheisten, kirchenfeindliche Politiker, die uns genau so wenig einsch\u00fcchtern d\u00fcrfen. Bitte kein so sch\u00fcchternes, passives Christentum, das bei jedem Windhauch erschreckt. Christus macht uns sturmfest im scharfen Gegenwind der Zeit. Lasst euch nicht einsch\u00fcchtern!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">29 Es ist eine Gnade, f\u00fcr Christus etwas tun zu d\u00fcrfen: das Zeugnis weitersagen, Gemeindeaufbau betreiben, die Kinder christlich erziehen. Diese Arbeit f\u00fcrs Reich Gottes f\u00fchrt ins Leiden. Paulus erf\u00e4hrt es ja eben am eigenen Leibe. F\u00fcr seinen Glauben liegt er in Ketten. Paulus h\u00e4lt es f\u00fcr eine Gnade, f\u00fcr Christus nicht nur zu arbeiten, sondern auch zu leiden. Der Gedanke kommt uns seltsam und abschreckend vor. Doch eben das Leiden zeigt, dass wir an der richtigen Offensive des Glaubens beteiligt sind. Offensive l\u00f6st immer Gegendruck aus. Die Kreuzesbotschaft ruft immer Widerstand hervor. An dem Widerstand k\u00f6nnen wir ablesen: ja, da kommt etwas an bei unsern Zeitgenossen. Sie f\u00fchlen sich in Frage gestellt. Sie sp\u00fcren, dass ihnen etwas fehlt. Das kann zu heftigen Reaktionen f\u00fchren, die uns wehtun. Aber dieses Dienst-Leiden geh\u00f6rt dazu. Jesus hat es genauso abbekommen, die Pharis\u00e4er hielten ihn f\u00fcr ein Gro\u00dfmaul und Verf\u00fchrer. Also: bitte nicht so wehleidig, wenn Journalisten, Lehrer, neue Atheisten das Christentum bek\u00e4mpfen. Das Leiden f\u00fcr Christus ist eine Ehre, ein Zeichen daf\u00fcr, dass wir uns richtig engagieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">30 Es ist derselbe Kampf, sagt Pauslus, den ich an meinem Ort auch k\u00e4mpfe. Paulus hat eine Anklage am Hals und muss die Unfreiheit ertragen. Die Philipper genie\u00dfen Freiheit, aber auch sie k\u00e4mpfen mit Anschuldigungen, Schikanen, Spott. Diesen Kampf kennt ihr doch, erinnert Paulus, als ich bei euch war, wurde ich doch mit Silas geschlagen und ins Gef\u00e4ngnis gesteckt. Paulus ist Vorbild als K\u00e4mpfer und Leidensmann f\u00fcr den Glauben, gewaltlos, friedlich, ohne Beleidigungen, ohne Rachegedanken. Ein Trost: So wie Gott das Gef\u00e4ngnis in Philippi durch das Erdbeben aufgesprengt hat, so kann Gott seine Leute immer wieder wunderbar befreien, auch rehabilitieren, sogar Frucht im Leiden schenken \u2013 der Gef\u00e4ngnisdirektor bekehrt sich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Fazit:<\/strong> a) Es gibt eigentlich keine Wahl, ob man k\u00e4mpfen will oder nicht. Die Teilhaber an der Offensive des Reiches Gottes sind immer in den Kampf gestellt. b) Trotzdem muss sich die Gemeinde an die Aufgabe erinnern lassen, den Kampf anzunehmen, d.h. das Evangelium in Wort und Tat auszubreiten. Sie muss ihre Tr\u00e4gheit \u00fcberwinden, ihre Angst vor der \u00d6ffentlichkeit, ihr Vorurteil, das w\u00fcrde alles nichts bringen. c) Der gute, friedliche Kampf f\u00fcr die Rettung der Menschen und die Wahrheit f\u00fchrt ins Leiden. Das Leiden soll uns best\u00e4tigen und ermutigen, weil wir dann wirklich mit Jesus auf dem Weg sind. d) Gott steht denen, die f\u00fcr ihn etwas wagen, in Treue bei. Er kann aus Leiden retten. Er kann durch scheinbare Niederlagen den Glauben weiter ausbreiten.<\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\" start=\"4\">\n<li><strong> Sinn und Effekt des Glaubenskampfes<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>4.1 Glaubensfestigung. <\/strong>\u201eK\u00e4mpft mit uns f\u00fcr den Glauben des Evangeliums.&#8220; (Phil 1,27) Wenn ein Einzelner diese Aufforderung des Apostels h\u00f6rt, geht es zun\u00e4chst um die Frage, ob er das als Auftrag und Gebot seines Herrn annimmt. Ein\u00fcbung von Gehorsam gegen\u00fcber den Befehlen des Herrn ist ein wesentlicher Teil des Christenlebens. So wird unser Glaube gepr\u00fcft und gefestigt. So gewinnt der neue Mensch Raum in uns. Auch deswegen, weil wir uns intensiv mit Glaubensaussagen befassen m\u00fcssen, um sie \u00fcberzeugt vertreten zu k\u00f6nnen. Was bringt\u2019s? Ein St\u00fcck Heiligung, mein Leben wird in Gottes Sinne neugepr\u00e4gt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>4.2. Glaubensausbreitung.<\/strong> \u201eLasst euch von euren Gegnern in keiner Weise einsch\u00fcchtern!\u201c (Phil 1,28) Eine Gemeinde, die sich nicht sch\u00fcchtern und versch\u00e4mt zur\u00fcckzieht, f\u00e4llt in der \u00d6ffentlichkeit auf. Ihre Haltung wird bekannt, ihr Glaube kommt ins Gespr\u00e4ch. Auch bei denen, die das Christentum ablehnen. Es besteht die Chance, dass der eine oder andere f\u00fcr Christus gewonnen wird durch das mutige Zeugnis, siehe Lennox!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>4.3 Glaubensschutz. <\/strong>Neben dem missionarischen Effekt gibt es auch einen gesellschaftspolitischen: auch die s\u00e4kulare Gesellschaft muss wahrnehmen und ernst nehmen, dass die christliche Position in ihr ernsthaft vertreten und hochgehalten wird. Das kann dazu f\u00fchren, dass man in Lehrpl\u00e4nen, in der Wissenschaft, in der Politik R\u00fccksicht nimmt auf christliche Interessen, nicht alles im Sinne des Atheismus oder einer andern Religion gestaltet, also z.B. den Kommunismus oder die Scharia einf\u00fchrt. Das klare Bek der Christen wahrt den Freiraum f\u00fcr den Glauben: Meinungs- und Religionsfreiheit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>4.4 Glaubensorientierung. <\/strong>Auseinandersetzung um den Glauben kann im Innenraum von Gemeinde und Kirche zu viel \u00c4rger und Streit f\u00fchren, das ist wahr. Aber auch den positiven Effekt muss man sehen: Christen fangen neu an, die Bibel zu lesen, nach dem Katechismus, nach den Bekenntnisschriften, der guten Lehre der Reformation zu fragen. Wenn es einem Christen, vielleicht in f\u00fchrender Stellung, gelingt, den Glauben \u00fcberzeugend zu verteidigen, kann er Vorbild und Leuchtturm sein f\u00fcr viele andere Christen, die das Problem vielleicht noch gar nicht gesehen haben. Das war zu Zeiten der Bekennenden Kirche so; das ist heute so, wenn Dr. Gerhard Maier und viele andere seit Jahrzehnten darauf hinweisen, dass die kritische Bibelauslegung eine unfaire Auslegung voller Vorurteile ist, und dass sie keineswegs vern\u00fcnftig und wissenschaftlich ist. Das hat eine ganze Generation von jungen Theologen gepr\u00e4gt, die die biblische Theologie neu ausgebreitet haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>4.5 Ehrung Gottes.<\/strong> Jedes mutige Eintreten f\u00fcr Gottes Wahrheit ist ein Schlag gegen das Reich des Teufels. Das Reich Gottes wird ein St\u00fcck weit ausgebreitet auf Kosten der Teufelsherrschaft. Gottes Name, Gottes Wort, Gottes Wahrheit wird geehrt. Es geschieht das, worum wir im Vaterunser beten: \u201eGeheiligt werde dein Name, dein Reich komme, dein Wille geschehe.\u201c Es wird viel zu wenig beachtet, dass es beim Glaubenskampf nicht einfach um sichtbare Erfolge oder Misserfolge geht, sondern um die Ehre Gottes. Man denke an die 21 koptischen Christen, die im Februar 2015 in Libyen von der IS vor laufender Kamera geschlachtet wurden. Wenn sie sich zum Islam bekehrt h\u00e4tten, h\u00e4tten sie ihr Leben gerettet. So aber wurde Gott geehrt mit einem teuren, blutigen Bekenntnis. Das war Martyrium, Bekenntnis im urspr\u00fcnglichen Sinne.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>4.6 Glaubensbew\u00e4hrung. <\/strong>Mit dem Bekenntnis zu Jesus Christus wird f\u00fcr alle Welt deutlich, dass dieser Mensch ein treuer Nachfolger von Jesus ist. Auf diese Treue legt Jesus allergr\u00f6\u00dften Wert. Ein Christ, der sich vom Glauben wieder abwendet, verliert den Jesus-Segen. Ein Christ, der festbleibt, gewinnt die Ewigkeit. Das stellt Jesus mit seinem ber\u00fchmten Bekenntnis-Wort fest in Mt 10,32f: \u201eWer nun mich bekennt vor den Menschen, zu dem will ich mich auch bekennen vor meinem Vater im Himmel.\u2002Wer mich aber verleugnet vor den Menschen, den will ich auch verleugnen vor meinem Vater im Himmel.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was bringt der Glaubenskampf? Letztlich den Gewinn des ewigen Lebens.<\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\" start=\"5\">\n<li><strong> Beispiele f\u00fcr den Glaubenskampf<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>5.1 Antichristliche Stimmung. <\/strong>Der Jugendkreis unserer Kirchengemeinde ver\u00f6ffentlichte ein kurzes Musikvideo auf Instagram. Die jungen Leute verwendeten eine beliebte Rapmusik und versahen sie mit einem christlichen Text. &#8222;Ich wei\u00df nicht, wie es weitergeht. Antwort: Mach dir keine Sorgen, Mt 6. Ich bin nicht gut genug. Antwort: Du bist wertvoll, Jes 43. Ich bin crazy gestresst. Antwort: Du kannst alles durch Jesus, der mich stark macht, Phil 4,13.&#8220; Das Video wurde 200.000 Mal angeklickt. Es bekam 7000 Likes, also Zustimmung, vermutlich von Christen. Aber das Video erntete viele Negativreaktionen, einen sog. shitstorm, 800 Kommentare. Die Reaktionen waren beleidigend und z.T. radikal antichristlich, z.B.: &#8222;Lieber in der H\u00f6lle herrschen als im Himmel dienen.&#8220; Nichts davon wurde wegen Hass und \u00fcbler Nachrede gel\u00f6scht, wie es oft geschieht. Im Internet \u00e4u\u00dfert man sich ohne H\u00f6flichkeit und Hemmung. Es kommt eine antichristliche Stimmung zum Vorschein. Wir m\u00fcssen bei der Gemeindearbeit damit rechnen, dass Leute von dieser Stimmung beeinflusst sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>5.2 Agende f\u00fcr Segnungsgottesdienste.<\/strong> In die w\u00fcrttembergischen Synode wurde letztes Jahr eingebracht, dass die Segnungsgottesdienste f\u00fcr Gleichgeschlechtliche jetzt doch auch in W\u00fcrttemberg als &#8222;Trauung&#8220; bezeichnet werden sollten, weil sie doch der \u00fcblichen Trauung so \u00e4hnlich seien. Mit dem Versprechen, dass dieser Titel niemals verwendet werden soll und dass die Segnungsgottesdienste doch etwas ganz Eigenst\u00e4ndiges seien, wurden sie 2019 eingebracht und durchgesetzt. Der Antrag brach das damalige Versprechen. Auch die Bedingung, dass neu verhandelt wird, wenn 25 Prozent der Gemeinden die Segnung einf\u00fchren, war nicht erf\u00fcllt. Kirchengemeinderat J\u00f6rg Schietinger wandte sich mit einem \u00f6ffentlichen Brief gegen diese Gesetzesinitiative, viele R\u00e4te im Land unterschrieben. Die LG-Fraktion verhinderte zum Gl\u00fcck die \u00c4nderung. Das ist ein Beispiel daf\u00fcr, wie in der Kirche versucht wird, sie dem Zeitgeist anzupassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>5.3 Gender-Schreibung.<\/strong> In den letzten Jahren taucht in dienstlichen Mails in der Kirche immer mehr Gender-Schreibung auf: Sternchen oder Doppelpunkte, die darauf hinweisen sollen, dass M\u00e4nner, Frauen und andere, diverse Geschlechter angesprochen sind. Ich habe beim zust\u00e4ndigen Oberkirchenrat Einspruch erhoben. Es gibt keine Diskussion und keine Vereinbarung in der Kirche zu dem Thema. Der Oberkirchenrat verwies auf Empfehlungen der EKD, die sich die Kirchenleitung in einem internen Papier angeeignet habe. Deshalb sei das rechtm\u00e4\u00dfig. Einerseits stellt sich die Kirche als demokratisch dar, andererseits l\u00e4sst sie eine offene Diskussion \u00fcber bestimmte Themen gar nicht erst zu. Ich hoffe, dass noch viele andere kirchliche Mitarbeiter Einspruch erheben und wir am Ende nicht zur Gender-Schreibung verpflichtet werden. Wir haben es zu tun mit einer Zivilreligion, dem Wokismus oder Genderismus, der von oben nach unten durchgesetzt wird. Das neue Menschenbild ist mit unserm Glauben nicht vereinbar.<\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\" start=\"6\">\n<li><strong> Unsere Beteiligung am Glaubenskampf<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie k\u00f6nnen wir uns beteiligen am guten Kampf des Glaubens, der der Gemeinde aufgetragen ist? Oder wie werden wir in ihn hineinverwickelt ohne unser Zutun?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8211; Durch das Trainieren des eigenen Glaubens beim Bibellesen und der Besch\u00e4ftigung mit aktuellen Themen, die biblische Lehre betreffen (Artikel, B\u00fccher, Videos, offen.bar).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8211; Durch das F\u00f6rdern und Mithelfen bei Veranstaltungen, die Menschen Orientierung geben, z.B. evangelistische Abende, Glaubenskurse, J\u00fcngerschaftskurse.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8211; \u00a0Dadurch, dass wir das Gespr\u00e4ch suchen in Familie, Gemeinde und unserem Umfeld mit Christen und Nichtchristen: Was besch\u00e4ftigt sie? Was glauben sie? Wo finden Gespr\u00e4che statt, die sich nicht nur um den VFB und Trump drehen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8211; \u00a0Durch Wortmeldungen, wo der Glaube oder Gottes Gebote verdr\u00e4ngt, entstellt oder angegriffen werden: Feedback an Pfarrer, Leserbrief an Zeitung, Schreiben an Politiker und Kirchenleiter, Beitr\u00e4ge zu Diskussionsforen im Internet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8211; Durch die Mitarbeit in Vereinen und Arbeitskreisen, die sich f\u00fcr die Verbreitung des Glaubens und die Bewahrung des Bekenntnisses einsetzen, z.B. im NBB.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8211; \u00a0Durch das geduldige Ertragen von unfairen, emotionalen Reaktionen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8211; \u00a0Durch das Gebet f\u00fcr die Bewahrung des Evangeliums und Gottes Schutz f\u00fcr seine Leute.<\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\" start=\"7\">\n<li><strong> Aufmunterung f\u00fcr kampfesm\u00fcde Christen<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hebr 12,1 \u201eDarum auch wir: Weil wir eine solche Wolke von Zeugen um uns haben, lasst uns ablegen alles, was uns beschwert, und die S\u00fcnde, die uns umstrickt. Lasst uns laufen mit Geduld in dem Kampf, der uns bestimmt ist,\u20022\u00a0und aufsehen zu Jesus, dem Anf\u00e4nger und Vollender des Glaubens, der, obwohl er h\u00e4tte Freude haben k\u00f6nnen, das Kreuz erduldete und die Schande gering achtete und sich gesetzt hat zur Rechten des Thrones Gottes.\u20023\u00a0Gedenkt an den, der so viel Widerspruch gegen sich von den S\u00fcndern erduldet hat, dass ihr nicht matt werdet und den Mut nicht sinken lasst.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>7.3.2026<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr den Glauben k\u00e4mpfen! Das bringt doch nichts!? Einstieg: John Lennox k\u00e4mpft f\u00fcr den Glauben John Lennox, Mathematikprofessor, wies in einem Interview Idea-Spektrum (25. Febr 2015) auf das Vorbild Daniels hin, der mitten in einer heidnischen Kultur an seinem Glauben festgehalten und sich nicht auf die babylonische G\u00f6tterverehrung eingelassen hat. 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