{"id":22388,"date":"2026-02-20T17:55:03","date_gmt":"2026-02-20T16:55:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=22388"},"modified":"2026-02-21T10:53:16","modified_gmt":"2026-02-21T09:53:16","slug":"die-erschaffung-der-frau","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=22388","title":{"rendered":"Die Erschaffung der Frau"},"content":{"rendered":"<p><strong>Bibelarbeit zu 1. Mose 2,15\u201325\u00a0<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">15\u00a0<em>Und Gott der Herr nahm den Menschen [hebr.: Adam] und setzte ihn in den Garten Eden, da\u00df er ihn bebaute und bewahrte. <sup>16\u00a0<\/sup>Und Gott der Herr gebot dem Menschen und sprach: Du darfst essen von allen B\u00e4umen im Garten, <sup>17\u00a0<\/sup>aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und B\u00f6sen sollst du nicht essen; denn an dem Tage, da du von ihm i\u00dft, mu\u00dft du des Todes sterben.\u00a0<sup>18\u00a0<\/sup>Und Gott der Herr sprach: Es ist nicht gut, da\u00df der Mensch allein sei; ich will ihm eine Hilfe [oder: eine Gehilfin] machen, die ihm entspricht.\u00a0<sup>19\u00a0<\/sup>Gott der Herr hatte aus Erde alle Tiere auf dem Felde und alle V\u00f6gel unter dem Himmel gemacht. Die brachte er zu dem Menschen, da\u00df er s\u00e4he, wie er [n\u00e4mlich Adam] sie nennte; denn wie der Mensch jedes Tier nennen w\u00fcrde, so sollte es hei\u00dfen. <sup>20\u00a0<\/sup>Und der Mensch gab einem jeden Vieh und Vogel unter dem Himmel und Tier auf dem Felde seinen Namen; aber f\u00fcr den Menschen wurde keine Hilfe [oder: Gehilfin] gefunden, die ihm entsprach.\u00a0<sup>21\u00a0<\/sup>Da lie\u00df Gott der Herr einen tiefen Schlaf fallen auf den Menschen, und er schlief ein. Und er [Gott] nahm ein St\u00fcck von seiner Seite und schlo\u00df die Stelle mit Fleisch. <sup>22\u00a0<\/sup>Und Gott der Herr baute eine Frau [hebr. ischah] aus dem Seitenst\u00fcck, das er von dem Menschen genommen hatte, und brachte sie zu ihm. <sup>23\u00a0<\/sup>Da sprach der Mensch: Die ist nun Bein von meinem Bein und Fleisch von meinem Fleisch; man wird sie M\u00e4nnin [ischah] nennen, weil sie vom Manne genommen ist. <sup>24\u00a0<\/sup>Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau [ischah] anhangen, und sie werden sein ein Fleisch. <sup>25\u00a0<\/sup>Und sie waren beide nackt, der Mensch und seine Frau, und sch\u00e4mten sich nicht. (1. Mose 2,15\u201325) (Luther 2017 mit Modifikationen SF)<\/em><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im <a href=\"https:\/\/www.gemeindehilfsbund.de\/fileadmin\/Aufbruch\/aufbruch_1_2025.pdf\">Aufbruch 1\/2025<\/a> haben wir \u00fcber die Erschaffung des Mannes aus Erde plus g\u00f6ttlichem Atem nachgedacht. Wir haben gesehen, da\u00df dabei kein Zufall regiert, sondern die weise Absicht Gottes. Mann und Frau sind je auf die ganz bestimmte Weise erschaffen, die nun ihr Wesen ausmacht:<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>Der Mann ist von der Erde genommen und wird in den Garten gesetzt, ihn zu bebauen und zu bewahren (V. 15).<br \/>\nDas Wesen des Mannes ist daher schwerpunktm\u00e4\u00dfig welt- bzw. sachbezogen.<\/li>\n<li>Die Frau ist vom Mann genommen und wird ihm zugef\u00fchrt (V. 22).<br \/>\nDas Wesen der Frau ist daher schwerpunktm\u00e4\u00dfig personbezogen.<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hat man das verstanden, so sortiert sich die allt\u00e4gliche wie die wissenschaftliche Erfahrung mit unseren Eigent\u00fcmlichkeiten wie von selbst.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> Schon S\u00e4uglinge reagieren auf Gesichter und Gegenst\u00e4nde in geschlechtsspezifischer Weise. Doch bleiben wir erst einmal genauer beim Text!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Verse 15\u201317: Der zweifache Auftrag an den Mann<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Mann soll den Garten bebauen und bewahren (V.\u00a015f.) und sich selbst bewahren, indem er sich von allen B\u00e4umen au\u00dfer einem bestimmten Baum ern\u00e4hrt (V.\u00a017). Nachdem dieser Auftrag ergangen ist, lesen wir jedoch nichts davon, da\u00df Adam mit der Gartenarbeit begonnen h\u00e4tte. Vielmehr offenbart Gott sofort dessen Hilfsbed\u00fcrftigkeit: \u201eEs ist nicht gut, da\u00df Adam allein sei \u2026\u201c (<strong>V.\u00a018<\/strong>).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eNicht gut\u201c klingt wie ein Gegensatz zum \u201esehr gut\u201c von 1,31. Dieses geh\u00f6rt aber ans Ende des Sch\u00f6pfungsprozesses. Erst mu\u00df noch der Zustand durchlaufen werden, der noch \u201enicht gut\u201c ist. Auf diesem also liegt der Fokus unseres Abschnittes: Adam braucht Hilfe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wozu soll die Hilfe dienen? <\/strong>Nach dem Kontext braucht er sie, um seine Auftr\u00e4ge zu erf\u00fcllen. Tragischerweise verleiten ihn Schlange und Frau sp\u00e4ter dazu, gerade den Auftrag, sich selbst zu bewahren (nicht von der bestimmten Frucht zu essen), nicht zu erf\u00fcllen. Die Frau gibt ihm von der verbotenen Frucht zu essen (3,6).<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bleiben wir aber bei Kap. 2, also noch vor dem Fall: <strong>Worin<\/strong> <strong>soll die Hilfe bestehen?<\/strong> V. 18 l\u00e4\u00dft dies noch offen, weshalb die \u00dcbersetzungen und Revisionen zwischen \u201eGehilfin\u201c, also einer Person (Luther 1984), und \u201eHilfe\u201c (Luther 2017) wechseln. Adam sollte jedenfalls noch erkennen, da\u00df alle anderen Gesch\u00f6pfe nicht geeignet sein w\u00fcrden, ihm die Erg\u00e4nzung und Hilfe zu geben, die er wirklich braucht. Vergessen wir nicht, da\u00df es ein hohes Amt ist, das der Frau gegeben ist, Hilfe des Mannes zu sein, auch wenn Feminismus und Genderismus daf\u00fcr blind machen. Die hohe W\u00fcrde, Helfer zu sein, gilt in erster Linie f\u00fcr die eheliche Beziehung, in anderer Weise aber auch f\u00fcr das Verh\u00e4ltnis der Geschlechter insgesamt (Joachim Cochlovius hat in seinen Eheseminaren darauf hingewiesen). Denn Hilfe oder Gehilfe zu sein kann an vielen Stellen der Bibel das bezeichnen, was <em>Gott<\/em> als Helfer und Retter uns ist bzw. tut.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Beispiele:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\">2. Mose 18,4: \u201eDer Gott meines Vaters ist meine <strong>Hilfe<\/strong> gewesen und hat mich errettet vor dem Schwert Pharaos.\u201c<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\">5. Mose 33,29: \u201eWohl dir, Israel! Wer ist dir gleich? Du Volk, das sein Heil empf\u00e4ngt durch den Herrn, der deiner <strong>Hilfe<\/strong> Schild und das Schwert deines Sieges ist! Deine Feinde werden dir huldigen und du wirst auf ihren H\u00f6hen einherschreiten\u201c (vgl. Ps 27,9; 46,2; 70,6).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eHilfe\u201c steckt sogar im Namen des Erl\u00f6sers JESUS: der Helfer, der Retter von den S\u00fcnden (Mt 1,21; Apg 4,12). Wie Jesus gekommen ist, um den Menschen zu helfen, so wurde die Frau geschaffen, um dem Mann zu helfen. \u201eDer Mann ist nicht geschaffen um der Frau willen, sondern die Frau um des Mannes willen\u201c (1.\u00a0Kor 11,9).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vers 18 unterstreicht somit 1. die Ehre, die der helfenden Person zukommt, 2.\u00a0die Notwendigkeit der Hilfe, 3. die Angewiesenheit des Mannes auf die Frau, und nicht zuletzt 4. die Hinordnung, Zielbestimmung der Frau auf den Mann. Frauen sp\u00fcren besser, was ihre M\u00e4nner brauchen, und wenn sie unverheiratet sind, was eine Gruppe oder Gemeinschaft gerade braucht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jedes Geschlecht hat einen Mangel (\u201enicht gut\u201c), das nur vom anderen Geschlecht ausgef\u00fcllt werden kann. In der Erg\u00e4nzungsbed\u00fcrftigkeit des Mannes liegt, da\u00df auch die Frau einen Mangel versp\u00fcrt, wenn sie nicht eingebettet ist in eine Struktur, wo sie erg\u00e4nzen darf (sei es in der Ehe, sei es in Gemeinde oder Gesellschaft). Es ist eine Leere, die nur im Dienen ausgef\u00fcllt werden kann. Die vielen Nachfolge- und Hingabe-Worte um des Reiches Gottes willen sind ein Echo davon. Wer sich selbst sucht, erstickt an sich; wer sich gibt, gewinnt (vgl. Ps 37,4.25; Mt 6,33).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u201e\u2026 ich will ihm <\/strong>eine Hilfe (oder: eine Gehilfin)<strong> machen\u201c:<\/strong> Die g\u00f6ttliche Selbstberatung und -aufforderung findet sich nur bei den Erz\u00e4hlungen zur Erschaffung der Menschen in 1,26 und 5,1f. sowie hier zur Erschaffung der Frau. Nochmals: Welche Ehre! In Kap. 1 war es die gemeinsame \u00c4hnlichkeit der Geschlechter zu Gott. Sie findet ihre Entsprechung in Kap. 2 durch die \u00c4hnlichkeit der Frau zum Mann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em><br \/>\n<strong>Gleichw\u00fcrdig, nicht gleichartig<\/strong><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Je mehr man in den Text von 1.\u00a0Mose 1 bis 2 eindringt, desto mehr zeigt sich, wie sehr Mann und Frau <em>gleichw\u00fcrdig<\/em> und zur komplement\u00e4ren Einheit bestimmt sind: Beide sind nach dem Ebenbild Gottes geschaffen und damit gleichwertig. Aber das heute so hochgehaltene \u201egleichartig\u201c ist nicht das, was die Schrift uns predigt! Schon das \u201eer schuf sie (Plural!) m\u00e4nnlich und weiblich\u201c (1,27 und 5,2) in Verbindung mit dem Mehrungssegen (1,28 und 5,3ff.) zeigte die Verschiedenheit von Zeugendem und Empfangenden. Denn die Begriffe \u201em\u00e4nnlich\u201c und \u201eweiblich\u201c deuten auf die \u00e4u\u00dferliche, biologische Verschiedenheit der jeweiligen Geschlechtsorgane.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch Kap. 2 enth\u00fcllt, da\u00df die Gleichwertigkeit eine Andersartigkeit nicht aus-, sondern einschlie\u00dft. Sie liegt in der Art der Erschaffung begr\u00fcndet (siehe das oben zum st\u00e4rkeren Sachweltbezug des Mannes und zum st\u00e4rkeren Personweltbezug der Frau Gesagte): Der Mann ist nach dem Ebenbild Gottes geschaffen, die Frau nach dem Ebenbild des Mannes: \u201eEr ist Gottes Bild und Abglanz, die Frau aber ist des Mannes Abglanz\u201c (1.\u00a0Kor 11,7).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Unterschiede sind augenf\u00e4llig und sollten nicht mit dem raschen Hinweis auf die gemeinsam getragene Ebenbildlichkeit weggewischt werden:<\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\">\n<li><em>Physische Herkunft:<br \/>\n<\/em>Die Frau ist vom Mann genommen, und zwar innerhalb des Gartens.<\/li>\n<li><em>Zielbestimmung:<br \/>\n<\/em>Die Frau ist Hilfe f\u00fcr den Mann, insofern \u201eist der Mann nicht um der Frau willen erschaffen, sondern die Frau um des Mannes willen\u201c (1.\u00a0Kor 11,9). Darum wird sie dem Mann zugef\u00fchrt. Man darf das nicht umdrehen und sagen, in gleicher Weise w\u00e4re der Mann als Hilfe der Frau erschaffen. Claus Westermann: \u201eEs k\u00f6nnte in 2,18 eben nicht gesagt werden, da\u00df der Mann zur Hilfe f\u00fcr die Frau geschaffen ist.\u201c<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a><\/li>\n<li><em>Wonach die Frau ihren Namen erh\u00e4lt:<br \/>\n<\/em>Die Frau wird nach dem Mann benannt (2,23 <em>ischah<\/em>, Luther: <em>\u201eM\u00e4nnin\u201c<\/em>).<\/li>\n<li><em>Subjekt des Benennens:<br \/>\n<\/em>Sie wird vom Mann benannt (2,23; dann nochmals in 3,20: \u201eEva\u201c).<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a><\/li>\n<li><em>Was der Frau eigent\u00fcmlich ist:<br \/>\n<\/em>Nicht nur Gehilfin des Mannes im pers\u00f6nlichen Gegen\u00fcber zu sein, sondern auch ihre Mutterschaft erscheint als eine wesentliche Aufgabe von ihr, wie sich einerseits aus dem Vermehrungsauftrag vor dem Fall sowie nach dem Fall aus 3,16 im Unterschied zu 3,17\u201319 zeigt: Die Strafworte nach dem Fall treffen beide nicht in irgendwelchen, f\u00fcr sie peripheren, sondern in ihren zentralen Bez\u00fcgen.<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der letzte Punkt zeigt: Die Abh\u00e4ngigkeit ist gegenseitig. <em>\u201eWie die Frau von dem Mann, so kommt auch der Mann durch die Frau; aber alles von Gott\u201c<\/em> (1.\u00a0Kor 11,12). Die Punkte 1 bis 4 zeigen: Seine Lebensbestimmung soll ihr Leben bestimmen. Ich spreche ausdr\u00fccklich von seiner Lebens<em>bestimmung<\/em>, also von dem, was Gott dem Mann auftr\u00e4gt, und nicht, was der Mann sich Tag f\u00fcr Tag ausdenkt und ggfs. mit einer Frau (oder gar mit mehreren) sein Leben bequem machen m\u00f6chte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Vers 19: \u201eGott der Herr hatte aus Erde alle Tiere auf dem Felde und alle V\u00f6gel unter dem Himmel gemacht.\u201c<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dem aufmerksamen Leser f\u00e4llt das Plusquamperfekt auf: Die bereits vorher geschaffenen Tiere werden nun zum Menschen gebracht. Der Mensch \u201ebenamt\u201c die Tiere: Er spricht die Gedanken aus, die durch den Anblick der Tiere bei ihm ausgel\u00f6st werden, vom Sehen zum Verstehen zum Sagen! Sprachf\u00e4higkeit ist vorausgesetzt, ebenso wie schon 1,28\u201330 und 2,16f. das sprachliche Verstehenk\u00f6nnen vorausgesetzt ist. Adam \u00fcbt den Herrschaftsauftrag zun\u00e4chst sprachlich aus. Die Namengebung ist mehr als eine blo\u00dfe Benennung! Einen Namen geben erm\u00f6glicht Ordnen, Aneignen, Lenken. Der Mensch kann die Kreaturen nun geistig erfassen. Erst so kann er seine Herrschaft aus\u00fcben und die Welt in Besitz nehmen.<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a> Nach antiker Vorstellung dr\u00fcckt ein Name das Wesen eines Dinges aus (\u201enomen est omen\u201c), nach moderner Auffassung sind Namen nur \u201eSchall und Rauch\u201c (Goethes Faust). Adams Benennen sollte also der geistigen Erfassung der jeweiligen Eigenart dienen. So vollzieht es sich an seiner Wortpr\u00e4gung \u201eM\u00e4nnin, vom Manne\u201c, <em>ischah<\/em> vom <em>isch<\/em> (V. 23): Er ist ihre Herkunft, er bestimmt ihr Leben (mit). Auch gem\u00e4\u00df Luthers Auslegung wird hier nicht nur das geistige Erfassen der Tiere durch Adam ausgesagt, sondern auch das Regieren der Tiere: Mit <em>einem <\/em>Wort hat er die wilden Tiere regieren und bezwingen k\u00f6nnen, das ihrer Natur Gem\u00e4\u00dfe zu tun \u2013 so wie wir einem zahmen Hund befehlen. Doch die S\u00fcnde hat diese urspr\u00fcngliche Sprachkraft zerst\u00f6rt! Auf unser blo\u00dfes Reden reagieren die meisten Tiere mit Flucht oder Gleichg\u00fcltigkeit \u2026<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Vers 20: \u201eUnd der Mensch gab einem jeden \u2026 seinen Namen. Aber \u2026 keine Gehilfin \u2026\u201c<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das erste Sprechen des Menschen \u2013 f\u00fcr das der Erz\u00e4hler aber kein Beispiel gibt \u2013 bleibt ohne Erwiderung. Kein Tier zeigt sich imstande, auf den Anruf des Menschen zu antworten, geschweige denn, ihm bei seiner Aufgabe, die gesch\u00f6pfliche Welt zu bedienen und zu bewahren, behilflich zu sein. Nat\u00fcrlich wu\u00dfte Gott von vornherein, da\u00df die Tiere nicht das Gegen\u00fcber zum Mann bilden k\u00f6nnen, das allein die Frau sein kann. Darum ist Umberto Cassuto Recht zu geben, der auslegt, es werde auf diese Weise die Sehnsucht des Mannes nach der Frau noch gesteigert. Die \u00fcberaus erfreute Reaktion des Mannes auf das Erscheinen der Frau, der sogenannte Br\u00e4utigamsjubel (V. 23), gibt Cassutos Auslegung Recht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Verse 21\u201322:<strong> Die Erschaffung Evas<\/strong><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Warum wird Adam in einen <strong>Tiefschlaf<\/strong> versetzt? Der Verweis darauf, da\u00df f\u00fcr die folgende Operation eine An\u00e4sthe\u00adtisierung n\u00f6tig sei, gen\u00fcgt nicht. Gott h\u00e4tte es ja auch schmerzlos und im Bewu\u00dftsein Adams tun k\u00f6nnen. Der Schlaf steht vielmehr daf\u00fcr, da\u00df Adam passiv an sich geschehen l\u00e4\u00dft, was Gott ihm vorbereitet. Ansonsten w\u00fcrde man spekulieren, welchen Anteil Adam an der Entstehung der Frau hat! Was w\u00e4re da wohl herausgekommen!?! Nicht der Mann schafft die Frau, nicht der Mann holt sich eine Frau heran \u2013 sonst k\u00f6nnte er sie am Ende auch wieder verwerfen \u2013, sondern der Sch\u00f6pfergott tut beides selbst! \u201eWas Gott zusammengef\u00fcgt hat, soll der Mensch nicht scheiden\u201c (Mt 19,6).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Viele \u00dcbersetzungen der Verse 21 und 22 enthalten das Wort <strong>\u201eRippe\u201c<\/strong> des Mannes (sogar noch in Luther 2017). Die Ausleger sind uneins, ob man nicht allgemeiner mit \u201eSeite\u201c wiedergeben sollte. Meine vorangestellte \u00dcbersetzung ist so ein Versuch, um das Mi\u00dfverst\u00e4ndnis zu vermeiden, Gott habe nur einen Knochen herausgel\u00f6st und daraus die Frau gebaut. An allen anderen Vorkommen des hebr\u00e4ischen Wortes geht es allgemeiner um eine <strong>\u201eSeite\u201c<\/strong>.<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a> Nur hier wird es oft mit \u201eRippe\u201c wiedergegeben! \u2013 Sicherlich war auch eine Rippe dabei, denn Adam sagt dann V. 23 \u201eBein von meinem Bein\u201c (also Knochen), zugleich aber \u201eFleisch von meinem Fleisch\u201c. Daher pa\u00dft m.E. der allgemeinere Begriff \u201eSeite\u201c besser.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jedenfalls ist sie von ihm genommen; nochmals: genommen von einer Person, nicht von der Erde. Er geh\u00f6rt zu ihr, weil sie zu ihm geh\u00f6rt (mit Bonhoeffer). Zu Recht ist die Auslegung beliebt, da\u00df sie nicht von seinem Kopf genommen ist, um nicht sein Haupt zu sein, auch nicht von seinen F\u00fc\u00dfen, um ihm nicht zu F\u00fc\u00dfen zu sein. Vielmehr entstammt sie seiner Seite, um an seiner Seite, an seinem Herzen zu stehen und geliebt zu sein, und unter seinem Arm, um gesch\u00fctzt zu sein (Matthew Henry).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Fraglich hingegen ist die Auslegung, Adam habe durch die Herausl\u00f6sung eines St\u00fcckes seines Leibes auch ein St\u00fcck seines Wesens verloren, das er dann in der Frau wiederfinde. W\u00e4re dem so, dann h\u00e4tte er vorher etwas gehabt, was ihm nachher erst durch die Frau wieder zuteil wird. Nach dem Text war er aber der Frau von Anfang an bed\u00fcrftig. Mit der Frau wird ihm geschenkt, was er vorher eben nicht hatte. \u201eUnd Gott der Herr brachte sie zu ihm.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u201eUnd Gott der Herr baute eine Frau\u201c:<\/strong> Wo Gott Subjekt des Bauens ist, geht es immer um Gro\u00dfes. Amos 9,6: \u201eer ist es, der seinen Saal in den Himmel baut\u201c; Jer 18,6: \u201eein Volk und K\u00f6nigreich\u201c; Ps 102,17 und 147,2: Zion bzw. Jerusalem.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>V. 23 \u201eDa sprach der Mensch: Das ist doch \u2026 M\u00e4nnin vom Manne \u2026\u201c <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em><br \/>\n<strong>Das Geschehen<\/strong><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gott stellt die Frau nicht dem Manne vor. Gott gibt weder ihm noch der Frau eine Erkl\u00e4rung, was es nun mit der neuen Gestalt auf sich hat. Auch die Frau selbst stellt sich nicht dem Mann vor. Der Mann soll die neue Lage selbst erfassen. Das tut er auch, und zwar sofort als Liebender. Jede Silbe spr\u00fcht vor Freude! Die beiden S\u00e4tze sind im Hebr\u00e4ischen voller Rhythmus und Klang-Resonanzen. \u201eDie Poesie der Liebe ist hier im ersten Entstehen; sie gibt den Worten des Menschen dichterischen Schritt und Schwung\u201c (Franz Delitzsch). Adam k\u00fcndet von der \u201eErf\u00fcllung l\u00e4ngst ersehnten Gl\u00fcckes\u201c (Hans Walter Wolff). So wird die Frau willkommen gehei\u00dfen, und im Wort Adams erkennt auch sie selbst ihre Herkunft und Eigenart. Doch noch spricht Adam kein \u201eDu\u201c, sondern er spricht \u00fcber sie in der dritten Person \u201esie\u201c. Auf diese Weise ist sein Willkommensjubel zugleich ein Lobpreis des Sch\u00f6pfers, dem Sinne nach etwa so: \u201eWunderbar hast du sie mir gemacht!\u201c (vgl. Ps 139,14\u201316).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch wie kommt Adam darauf? Ist es nicht ein Egoismus, sich nur (?) darum zu freuen, weil jemand zu mir pa\u00dft (vgl. \u201ewer seine Frau liebt, der liebt sich selbst\u201c, Eph 5,28)?!? Nein! Adam erkennt, da\u00df er mit der passenden Erg\u00e4nzung an seiner Seite den Auftrag des Sch\u00f6pfers erf\u00fcllen k\u00f6nnen wird. Zudem werden mit der Erschaffung der <em>Frau<\/em> die Sch\u00f6pfungswerke abgeschlossen \u2013 H\u00f6he- und Schlu\u00dfpunkt! Und deswegen erfolgt genau hier die erste Rede eines Menschen in der Weltgeschichte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em><br \/>\nDie Benennung: Name und Wesen<\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Namen verkn\u00fcpft Adam die weibliche Eigenart mit ihrer Herkunft. Bis Vers 22 spricht der hebr\u00e4ische Text von 1.\u00a0Mose 2 vom Menschen immer mit dem Begriff \u201eAdam\u201c. Die geschlechtliche Unterschiedenheit, die f\u00fcr Erz\u00e4hler und Leser schon seit 1,27 (\u201em\u00e4nnlich und weiblich\u201c) pr\u00e4sent ist, tritt erst mit dem Auftreten der Frau ins Bewu\u00dftsein: <em>ischah<\/em> vom <em>isch<\/em>. Adam spricht zuerst <em>ischah <\/em>aus, dann <em>isch<\/em>.<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a> Der erste Mensch erkennt: Ich bin nicht die ganze Menschheit, sondern nur \u2013 Mann. Und wie er sich freut!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Vers 24: Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen \u2026<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Vers ist als Rede Adams und als Rede des Erz\u00e4hlers denkbar. Das \u201eDarum\u201c spricht f\u00fcr letzteres (Georg Fischer), die verwendeten Zeiten f\u00fcr ersteres. Ein Sachunterschied besteht nicht, da der Erz\u00e4hler sich sicher nicht von Adam distanzieren wollte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Pl\u00f6tzlich tauchen Eltern auf, die noch gar nicht existieren. Aber es ist die Konsequenz aus der Erkenntnis von V. 23: Wie die Frau zum Mann gebracht wurde, so wird der Mann geheimnisvoll hingezogen zu ihr und anhangen an ihr. Die neue Bindung wird \u00fcber allen anderen Bindungen stehen; \u201eanhangen\u201c ist hebr\u00e4isch \u201ekleben\u201c und ist so intensiv gedacht, da\u00df es nur in der lebenslangen Einehe ganzheitlich verwirklicht werden kann \u2013 genau das war f\u00fcr Jesus die Norm, an der das Verh\u00e4ltnis der Geschlechter f\u00fcr alle Zeiten zu messen ist (Mt 19,1\u20139). In der patriarchalischen Zeit des Erz\u00e4hlers, in der Mehrehe, Familie und Clan die wichtigsten Sozialformen darstellten, war das ein gro\u00dfer Schritt, ja es steht quer zur eigenen Kultur! Denn im Alten Testament tritt in der Regel die Frau in den Verband des Mannes ein statt umgekehrt, man denke nur an Jakob und Rebekka. Unserer Formulierung kommt ausgerechnet die Moabiterin Ruth am n\u00e4chsten. Boas lobt sie:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Man hat mir alles angesagt, was du getan hast an deiner Schwiegermutter nach deines Mannes Tod; da\u00df du verlassen hast deinen Vater und deine Mutter und dein Vaterland und zu einem Volk gezogen bist, das du vorher nicht kanntest. <\/em>\u00a0(Ruth 2,11)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1. Mose 2,24 nennt interessanterweise nur den Mann als Subjekt des Verlassens. Bei ihm liegt offenbar die gr\u00f6\u00dfere Verantwortung f\u00fcr die Priorit\u00e4t der Ehebeziehung gegen\u00fcber allen anderen Beziehungen. Darum gilt auch nur ihm \u2013 nun nach dem Fall \u2013 die Mahnung des Paulus, seine Frau zu lieben wie sich selbst (Eph 5,25.28); ihr gilt die Mahnung, sich seiner Bestimmung einzuf\u00fcgen \u201ewie dem Herrn\u201c (V. 22).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u201eUnd sie werden sein ein Fleisch\u201c<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eEin\u201c: Es ist eine zusammengesetzte Einheit, wie zwei Legosteine ein neues Ganzes bilden. Auch die Einheit Gottes in 5.\u00a0Mose 6,4 wird mit diesem Zahlwort bezeichnet (<em>\u00e4chad<\/em>). Das Alte Testament ist so von vornherein offen daf\u00fcr, da\u00df in dem einen Gott mehrere Personen leben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eEin Fleisch\u201c: Die innige k\u00f6rperliche Vereinigung <em>folgt<\/em> dem Verlassen der Eltern, sprich der Eheschlie\u00dfung. Der Trauakt in Eden wurde in V. 22 von Gott selbst als Brautf\u00fchrer vollzogen: \u201eund brachte sie zu ihm\u201c. Alte Abbildungen wie von Hieronymus Bosch zeigen, wie Gott (gemalt als Christus), zwischen den beiden steht und sie zusammenf\u00fchrt. Jede Trauung ist idealerweise eine Erinnerung an Eden \u2013 und eine Vorwegnahme der Trauung Christi mit seiner Braut, der Gemeinde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Vers 25 \u201eUnd sie waren beide nackt, Adam und seine Frau, und sch\u00e4mten sich nicht.\u201c<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Verse 24 und 25 zeigen wunderbar, da\u00df und wie der Mann im s\u00fcndlosen Urzustand die Frau bedingungslos bejahte \u2013 und nat\u00fcrlich soll dies normativ sein f\u00fcr die Ehen aller Zeiten! Dem Mann soll die eigene Frau mehr gelten als die eigenen Eltern. Die Liebe der Eheleute ist leiblich und geistig vorbehaltlos und ohne jede negative Beimischung. Vergleicht man den Bericht mit den Mythen von der Menschensch\u00f6pfung im Vorderen Orient, ist die Hochsch\u00e4tzung gerade der Frau einzigartig (Claus Westermann).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn nach dem S\u00fcndenfall Nacktheit vorkommt, hat es dagegen immer etwas mit Erniedrigung, Scham und Schuld zu tun: Der neue Blick auf die Geschlechtsregion entsteht nach dem Fall (3,7); Noah und Saul verlieren die Selbstkontrolle (9,21f.; 1.\u00a0Sam 19,24); Gefangene werden blo\u00df-gestellt (Jes 20,2\u20134). Nichts davon hier: Sie sch\u00e4mten sich nicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was f\u00fcr eine Seligkeit war das! Und was f\u00fcr eine Seligkeit wird es sein, einst mit erneuerten Leibern und geheiligten Augen miteinander den Sch\u00f6pfer und Erl\u00f6ser sehen und preisen zu d\u00fcrfen!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em><br \/>\nPastor Dr. Stefan Felber, <a href=\"https:\/\/www.gemeindehilfsbund.de\/fileadmin\/Aufbruch\/aufbruch_2_2025.pdf\">Aufbruch 2\/2025 (November)<\/a><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.gemeindehilfsbund.de\/fileadmin\/Aufbruch\/aufbruch_2_2025.pdf\"><em>In der Druckausgabe des Aufbruch finden Sie zus\u00e4tzlich eine Tabelle, welche die Mittelstellung des sog. Prot- oder Erstevangelium in 3,15 zeigt.\u00a0<\/em><\/a><\/p>\n<p><strong><em>Sie m\u00f6chten den Aufbruch kostenlos abonnieren (erscheint 2 x im Jahr)? Dann schreiben Sie bitte an <\/em><a href=\"mailto:info@gemeindehilfsbund.de\"><em>info@gemeindehilfsbund.de<\/em><\/a><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">__________________________<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Vgl. Prof. Manfred Spreng: Adam und Eva \u2013 Die un\u00fcberbr\u00fcckbaren neurophysiologischen Unterschiede, in: Andreas Sp\u00e4th (Hg.): Vergewaltigung der menschlichen Identit\u00e4t. \u00dcber die Irrt\u00fcmer der Gender-Ideologie, Ansbach: Logos Editions 2011, S. 35\u201374 (\u00fcber dieses Buch siehe die Besprechung von R. A. Thieke, in:\u00a0Diakrisis 33, 1\/2012, S. 39\u201341).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Dadurch wird zugleich der Auftrag zu bebauen nicht mehr erf\u00fcllbar, weil die Erde ihren Ertrag nur noch durch schwei\u00dftreibende Arbeit geben wird und die beiden aus Eden vertrieben werden (3,17f.22\u201324). Dem Vermehrungsauftrag stehen die Schmerzen der Frau im Weg (3,16); dem Herrschafts- und Ern\u00e4hrungsauftrag steht der Widerstand der Erde entgegen (\u201eDornen und Disteln\u201c, 3,18).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Claus Westermann, Genesis, 1974, S. 357. Zu 2,18: Ein Unterordnungsverh\u00e4ltnis ist nicht ausgeschlossen (ebd.).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> W. Zimmerli, Die Weisung des Alten Testaments zum Gesch\u00e4ft der Sprache, 1958: Die Namengebung hat in 1.\u00a0Mose 1 etwas vom Gewicht der Vollendung des Sch\u00f6pfungsvorgangs: erst durch seine Be-Rufung erh\u00e4lt ein Ding seine volle Existenz. In Gen 2 wird der Mensch an diesem Recht des Be-Rufens beteiligt (S. 279). Er \u00fcbt dabei ein St\u00fcck verliehener Herrschaft aus, was auch f\u00fcr die Tatsache gilt, da\u00df der Mann die Frau be-ruft. Im Namen der Frau ergreift der Mann die Wahrheit der Frau und beugt sich ihr \u2013 wie denn zuvor schon Jahwe selber sich der Wahrheit gebeugt hatte, die der Mensch in den Namen der Tiere aussprach (1.\u00a0Mose 2,19; S. 280).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Vgl. 1.\u00a0Mose 32,29; 2.\u00a0K\u00f6n 23,34; 24,17; 2.\u00a0Chron 36,4; Dan 1,7 und bes. das \u201eRufen\u201c Gottes bei der Sch\u00f6pfung: 1.\u00a0Mose 1,5.8.10.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> Beispiele: Seite eines Berges (2.\u00a0Sam 16,13); Seite der Lade (2.\u00a0Mose 25,12. 14; 37,3.5); Seite der Stiftsh\u00fctte (2.\u00a0Mose 26,20ff.); ein T\u00fcrfl\u00fcgel (1.\u00a0K\u00f6n 6,34) usw. Die Septuaginta (die vorchristliche griechische \u00dcbersetzung des Alten Testaments) liest <em>pleura<\/em> (medizinisch: Pleuraspalt), hat also ebenfalls \u201eSeite\u201c verstanden. Die lateinische Vulgata hat <em>costis<\/em> (Plural von <em>costa<\/em>), was etwa f\u00fcr die Seitenw\u00e4nde des Trojanischen Pferdes oder den Bauch eines Kessels verwendet wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> <em>isch<\/em>: 2184 x, <em>ischah<\/em> 846 x im Alten Testament.\u2013 Die genaue Herleitung der W\u00f6rter ist ungekl\u00e4rt (Georg Fischer).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bibelarbeit zu 1. Mose 2,15\u201325\u00a0 15\u00a0Und Gott der Herr nahm den Menschen [hebr.: Adam] und setzte ihn in den Garten Eden, da\u00df er ihn bebaute und bewahrte. 16\u00a0Und Gott der Herr gebot dem Menschen und sprach: Du darfst essen von allen B\u00e4umen im Garten, 17\u00a0aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und B\u00f6sen sollst [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":207,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[14,63,12,25,17,4],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/22388"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/207"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=22388"}],"version-history":[{"count":11,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/22388\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":22399,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/22388\/revisions\/22399"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=22388"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=22388"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=22388"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}