{"id":22376,"date":"2026-02-10T17:19:00","date_gmt":"2026-02-10T16:19:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=22376"},"modified":"2026-02-10T17:19:13","modified_gmt":"2026-02-10T16:19:13","slug":"wer-zu-jesus-gehoert-kann-nicht-von-jesus-schweigen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=22376","title":{"rendered":"Wer zu Jesus geh\u00f6rt, kann nicht von Jesus schweigen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Liebe Schwestern und Br\u00fcder, unsere Kirche braucht Erneuerung. Ein Vorbild daf\u00fcr ist die Reformation Martin Luthers: Luthers Wiederentdeckung des Fundamentes auf dem Gott Seine Kirche baut, und Luthers unerschrockenes Eintreten f\u00fcr die erkannte Wahrheit.\u00a0 Luthers Einsicht und Luthers Einsatz sind uns Vorbild. Aber beides hatte Luther nicht aus sich: Die Einsicht und den Mut zum Einsatz \u2013 beides fand Luther im Wort der Heiligen Schrift. Ich m\u00f6chte heute mit Euch den Bericht vom ersten Bekenntniskampf in der Kirchengeschichte lesen. Es ist der Kampf der Apostel f\u00fcr das, was auch das Kernanliegen von Luthers Kampf mit der Amtskirche seiner Zeit war . Der Kampf und das Fundament der Kirche und die Quelle des Heils \u2013 der Kampf um das \u201esolus christus\u201c \u2013 Christus allein! Christus allein rechtfertigt. Christus allein rettet. Christus allein offenbart den einen Gott, der die Welt erschaffen hat und sie vollenden wird.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Auseinandersetzung begann mit einer Heilung; durch den Namen Jesu haben die Apostel einen gel\u00e4hmten Mann auf die F\u00fc\u00dfe gestellt und nicht nur zum Gehen, sondern zum Laufen und Springen gebracht. Dann erkl\u00e4rten sie die Heilung durch die Macht des Auferstandenen Christus. Das \u00e4rgerte die Kirchenleitung die von dem Auferstehungsglauben wenig hielt. So stellten sie die Apostel zur Rede. H\u00f6rt, was Lukas in Apostelgeschichte vier davon berichtet:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u201cPetrus aber und Johannes antworteten und sprachen zu ihnen: Urteilt selbst, ob es vor Gott recht ist, dass wir euch mehr gehorchen als Gott. Wir k\u00f6nnen\u2019s ja nicht lassen, von dem zu reden, was wir gesehen und geh\u00f6rt haben. \u201c (<\/em>Apostelgeschichte 4,19-20)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Durch den Namen Jesu ist ein Wunder geschehen.\u00a0 Ein unheilbar Kranker ist gesund geworden. Das erweist Jesus \u2013 den Gekreuzigten \u2013 als Heiland. Und es erweist Jesus \u2013 den Gekreuzigten \u2013 als Lebendigen. Denn ein Toter kann niemanden heilen. Der gekreuzigte ist auferstanden! Und als Auferstandener ist er der Retter vom Tode! Das war die Botschaft der Reformation: Jesus allein! Das war die Botschaft der Bekenntnisbewegung bei dem reformatorischen Aufbruch vor sechzig Jahren: Jesus \u2013 der Gekreuzigte \u2013 lebt! Und weil er lebt, nur weil er lebt, kann er uns retten. Nur er kann uns retten. Diese Botschaft f\u00fchrte die Apostel in den Konflikt mit ihrer Kirchenleitung in Jerusalem \u2013 genau wie Martin Luther tausendf\u00fcnfhundert Jahre sp\u00e4ter die Botschaft: \u201eJesus allein rettet\u201c in den Konflikt mit seiner Kirchenleitung in Rom gef\u00fchrt hat. Aber warum nur? Was haben die Bisch\u00f6fe und Oberkirchenr\u00e4te von Jerusalem im Jahr 33 \u00fcber Rom 1520 bis Wittenberg 2025 dagegen, da\u00df Jesus lebt! Was haben sie dagegen, da\u00df der Gekreuzigte uns rettet?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist der gleiche Grund, der auch in unseren Gemeinden vor allem religi\u00f6se und fromme und sittlich anspruchsvolle Menschen gegen diese Botschaft aufbringt. Die Botschaft von der Rettung durch den Gekreuzigten, den f\u00fcr die Schuld aller Menschen, aber eben auch f\u00fcr ihre Schuld Gekreuzigten, spricht sie schuldig. Das Kreuz spricht alle Menschen schuldig : Das ist das Gesetz! Das Kreuz spricht alle schuldig, indem es die Schuld f\u00fcr alle bezahlt: das ist das Evangelium! Darum st\u00f6\u00dft das Evangelium auf Ablehnung. Das ist das g\u00f6ttliche Paradoxon: Die gute Botschaft impliziert eine schlechte Botschaft. Und wer die gute Botschaft f\u00fcr sich annimmt, erkennt damit die schlechte \u00fcber sich an. So stellt das Evangelium stellt den H\u00f6rer in die Entscheidung: Entweder Gott recht geben \u2013 und begnadigt werden \u2013 oder sich selber recht geben \u2013 und gerichtet werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Darum erweist sich die Wahrheit des Evangeliums nicht im Erfolg bei den Massen, nicht in der Zustimmung der Mehrheit. Weil das Evangelium die H\u00f6rer in diese Entscheidung stellt, bewirkt es immer Zustimmung und Ablehnung, Glaube und Unglaube, Dankbarkeit und Feindschaft, Die Feindschaft gilt nicht dem Glauben. Die Feindschaft gilt dem Bekenntnis. Christen k\u00f6nnen sogar im Iran ziemlich unbehelligt leben \u2013 wenn sie ihren Glauben f\u00fcr sich behalten. So auch hier: den Autorit\u00e4ten ist es egal, was die Apostel glauben \u2013 nur da\u00df sie davon reden, mu\u00df unterbunden werden.\u00a0 Denn das Bekenntnis stellt die Machtfrage: wer ist der Herr? Gott oder der Mensch? Wer hat das letzte Wort? Gott oder der Mensch? Wer ist am meisten zu f\u00fcrchten \u2013 Gott oder der Mensch? Um nichts anderes ging es schon im Paradies. Adam und Eva haben diese Frage im Sinne der Schlange beantwortet. Die Folgen sind bekannt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Apostel haben die Machtfrage anders beantwortet: <em>\u201cUrteilt selbst, ob es vor Gott recht ist, dass wir euch mehr gehorchen als Gott.\u201d <\/em>H\u00e4tten die Apostel den Mund gehalten, h\u00e4tten sie mit ihrem Glauben in Ruhe leben und in Frieden eines nat\u00fcrlichen Todes sterben k\u00f6nnen. Wenn sie geschwiegen h\u00e4tten. Aber das geht nicht!: <em>\u201cWir k\u00f6nnen\u2019s ja nicht lassen, von dem zu reden, was wir gesehen und geh\u00f6rt haben\u201d.<\/em> <strong>Wer zu Jesus geh\u00f6rt, kann nicht von Jesus schweigen. Denn von Jesus schweigen hei\u00dft: sich von Jesus scheiden! <\/strong>Ohne Bekenntnis zu Jesus, kein Zugang zu Gott, kein Zutritt zum Himmel, keine Vergebung der S\u00fcnden, keine Rettung aus dem Gericht, kein ewiges Leben. Wenn die Apostel von Jesus geschwiegen h\u00e4tten, h\u00e4tten sie ihre eigene Erl\u00f6sung gecancelt. Wenn die Apostel von Jesus geschwiegen h\u00e4tten, h\u00e4tten sie die Menschen um ihre Erl\u00f6sung betrogen. Wenn die Apostel geschwiegen h\u00e4tten, h\u00e4tten sie Jesus um die Frucht seines Leidens und Sterbens betrogen. Und w\u00fcrden wir von Jesus schweigen, dann w\u00fcrden wir die Menschen um denn Sinn ihres Leben betr\u00fcgen. Wir w\u00fcrden sie S\u00fcnde, Tod und Teufel und der ewigen Verdammnis \u00fcberlassen. Wenn wir von Jesus nur das verschweigen w\u00fcrden, was Ansto\u00df erregt, dann w\u00fcrden wir damit alles verschweigen, was zur Errettung n\u00f6tig ist. Dann w\u00fcrden wir der Kirche das Fundament entziehen. Dann w\u00fcrden wir der ewigen Hoffnung den Grund entziehen. Wir w\u00fcrden Christus verleugnen und den Himmel wieder verschlie\u00dfen, den er auf Golgatha aufgeschlossen hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der gekreuzigte Christus ist allen Menschen von Natur aus zuwider. Den Juden ist er \u2013 wie allen \u201eguten\u201c Menschen \u2013 ein \u00c4rgernis und den Griechen ist er \u2013 wie allen \u201eaufgekl\u00e4rten\u201c Menschen \u2013 eine Torheit. Das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verloren werden; uns aber, die wir gerettet werden, ist\u00b4s eine Gotteskraft! Darum sind wir hier. Wir sind nicht hierher gekommen, um uns an der Gemeinschaft Gleichgesinnter zu erbauen. Wir sind nicht hierher gekommen, um einander darin zu best\u00e4tigen, da\u00df wir besser sind als die anderen \u2013 die Gesetzlichen und die Liberalen und die Modernisten und Synkretisten \u2026 Wir sind auch nicht hierher gekommen, um uns im Glanz der Heldentaten unseres gro\u00dfen Reformators zu sonnen. Wir sind hierher gekommen, um uns einzureihen in die Schlachtreihe der K\u00e4mpfer Jesu Christi! Wir sind hierher gekommen, um uns auf&#8217;s Neue dem anzugeloben, der den Sieg f\u00fcr uns errungen hat. Wir sind hierher gekommen, um uns auf&#8217;s Neue dem hinzugeben, der sich f\u00fcr uns gegeben hat. Wir sind hierher gekommen, um uns auf\u00b4s Neue senden zu lassen in die gottvergessene Welt und eine christusvergessene Kirche. Wir wollen uns senden lassen mit dem Wort vom Kreuz, das uns, der Welt und der Kirche das Leben gibt. Denn in keinem Anderen ist die Rettung und kein anderer Name unter dem Himmel ist den Menschen gegeben, durch den wir gerettet werden sollen! Dieser Name sei gelobt in Ewigkeit!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Amen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Pfarrer Johannes Frey<\/em><\/p>\n<p><em>Diese Andacht wurde gehalten auf der<strong>\u00a0\u2018Echoing Wittenberg 2025\u2019 &#8211; Konferenz<\/strong> am 1. November 2025 im Katharinensaal der Stadtkirche Wittenberg.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/youtu.be\/iNEUfrHsIgs\">Den Beitrag hier auf Youtube ansehen.\u00a0<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe Schwestern und Br\u00fcder, unsere Kirche braucht Erneuerung. Ein Vorbild daf\u00fcr ist die Reformation Martin Luthers: Luthers Wiederentdeckung des Fundamentes auf dem Gott Seine Kirche baut, und Luthers unerschrockenes Eintreten f\u00fcr die erkannte Wahrheit.\u00a0 Luthers Einsicht und Luthers Einsatz sind uns Vorbild. 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