{"id":22274,"date":"2025-12-21T06:32:00","date_gmt":"2025-12-21T05:32:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=22274"},"modified":"2025-12-19T15:32:15","modified_gmt":"2025-12-19T14:32:15","slug":"neuigkeiten-vom-adventsesel-lukas-1928-38","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=22274","title":{"rendered":"Neuigkeiten vom Adventsesel (Lukas 19,28-38)"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Wo steigen denn eigentlich die Gro\u00dfkopfigen ab? Jeder wei\u00df, was ein Gro\u00dfkopfiger ist. Das ist nicht unbedingt ein Kahlk\u00f6pfiger, auch nicht irgendein Dickk\u00f6pfiger oder ein Schmalk\u00f6pfiger, sondern ein Gro\u00dfkopfiger ist einer, der einen gro\u00dfen Namen hat. Der ber\u00fchmt ist in dieser Welt, ein gekr\u00f6ntes Haupt. Und diese V.I.P. So hei\u00dfen sie, diese very important persons, diese sehr wichtigen Personen. Die treten immer im ganzen Pulk von Bodyguards, von Leibw\u00e4chtern, von Adjutanten und von Fotografen auf. Wo sie hinkommen, ist immer ein gro\u00dfer Bahnhof. Da wird ein roter Teppich ausgerollt, und da ist ein mordsm\u00e4\u00dfiges Dschingdarassabum.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich denke noch zur\u00fcck, als die Queen von England nach Stuttgart kam. Da waren wir schon mit unserer Mutter Stunden, bevor sie kommen sollte, zur Heilbronner Stra\u00dfe gegangen, um die zu sehen. Dann, nach ca. 1-2 Stunden des Wartens, kamen blaulichtfunkende Polizeimotorr\u00e4der, ein furchtbar langer Konvoi, dann kam die K\u00f6nigin in einem Pullmann-Daimler, und winkte so im Vorbeifahren allen zu. Das war ein Erlebnis, das wei\u00df ich heute noch ganz genau. Die ist dann in einem Nobelhotel in Stuttgart ausgestiegen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Oder ich denke an den Empfang der Werdermannschaft, als sie 2003\/2004 das Double gewonnen hatten. Da war in Bremen gro\u00dfer Bahnhof. Die sind in einem Konvoi durch die ganze Stadt und dann ins Rathaus. So sehen Sieger aus, das war ein Empfang, unbeschreiblich. Ich glaube, die sind dann zur gro\u00dfen Feier im Parkhotel abgestiegen. So werden die Gro\u00dfkopfigen dieser Welt empfangen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber heute kommt nicht nur ein Kanzler, oder gar ein Pr\u00e4sident, nicht nur die Nr. 2 in der Weltrangliste, sondern heute kommt Nr. 1. Der Kanzler aller Kanzler, der Pr\u00e4sident aller Pr\u00e4sidenten, der K\u00f6nig aller K\u00f6nige. Ihm kann keiner das Wasser reichen. Er ist einfach die Spitze aller, n\u00e4mlich Jesus Christus. Er ist der Allergr\u00f6\u00dfte. Wie wird der denn empfangen? Wo wird der denn absteigen? Wo wird er denn Quartier nehmen? Wird er im Parkhotel oder im Atlantis-Hotel einkehren? Nun, er sucht eine andere Adresse. Er mag nicht diesen super Komfort, diesen englischen Stil und diese Gala-Diners. Er mag Privatquartier, unser Gott mag Privatquartier. Er kommt zu dir.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Heute ist ja der 3. Advent, da feiern wir ja die Ankunft Jesu und wollen ihm ein wenig \u00fcber die Schulter schauen, wie er in Jerusalem angekommen ist.\u00a0Ich kann mir das Ankommen Jesu in Jerusalem so richtig lebendig vor Augen malen: Ich sehe im Geist die jubelnden Menschenscharen. Ich sehe, wie Palmen und Kleider auf den Weg ausgebreitet werden. Und mitten im Gew\u00fchl: Jesus auf dem Esel.\u00a0Mich hat der Esel in der ganzen Geschichte besch\u00e4ftigt. An ihm geht mir wieder einmal auf, wie hintergr\u00fcndig so vieles im Evangelium ist. Es wird nicht viel von ihm gesagt, aber was gesagt wird, ist f\u00fcr uns hochinteressant, und wenn wir die Worte so h\u00f6ren, dann bist du und ich der Advents-Esel, den Jesus meint.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>28 Und als er das gesagt hatte, ging er voran und zog hinauf nach Jerusalem.\u200229 Und es begab sich, als er nahe von Betfage und Betanien an den Berg kam, der \u00d6lberg hei\u00dft, da sandte er zwei J\u00fcnger\u200230 und sprach: Geht hin in das Dorf, das gegen\u00fcberliegt. Und wenn ihr hineinkommt, werdet ihr ein F\u00fcllen angebunden finden, auf dem noch nie ein Mensch gesessen hat; bindet es los und bringt\u2019s her!\u200231 Und wenn euch jemand fragt: Warum bindet ihr es los?, dann sagt so: Der Herr bedarf seiner.\u200232 Und die er gesandt hatte, gingen hin und fanden\u2019s, wie er ihnen gesagt hatte.\u200233 Als sie aber das F\u00fcllen losbanden, sprachen seine Herren zu ihnen: Warum bindet ihr das F\u00fcllen los?\u200234 Sie aber sprachen: Der Herr bedarf seiner.\u200235 Und sie brachten\u2019s zu Jesus und warfen ihre Kleider auf das F\u00fcllen und setzten Jesus darauf.\u200236 Als er nun hinzog, breiteten sie ihre Kleider auf den Weg.\u200237 Und als er schon nahe am Abhang des \u00d6lbergs war, fing die ganze Menge der J\u00fcnger an, mit Freuden Gott zu loben mit lauter Stimme \u00fcber alle Taten, die sie gesehen hatten,\u200238 und sprachen: Gelobt sei, der da kommt, der K\u00f6nig, in dem Namen des Herrn! Friede sei im Himmel und Ehre in der H\u00f6he!\u2002<\/em>(Lukas 19,28-38)<\/p>\n<p><strong><br \/>\n1. Adventsbindungen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da sagt der Herr Jesus zu den J\u00fcngern: \u201eGeht in das Dorf dort! Ihr werdet eine Eselin finden. Angebunden. Bindet sie los.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das W\u00f6rtlein \u201eangebunden\u201c hat mich getroffen. Es zeigt uns schnell unsere Lage. Sind wir nicht auch angebunden?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da sind zun\u00e4chst oft ganz massive S\u00fcnden. Wie f\u00fcrchterlich kann man angebunden sein an Alkohol, an L\u00fcge, an Unreinigkeit, an Selbstsucht. Der Esel hielt sein \u201eAngebunden-Sein\u201c sicher f\u00fcr eine ganz normale Sache. Genauso h\u00e4lt der nat\u00fcrliche Mensch seine tr\u00fcben Bindungen f\u00fcr ganz in Ordnung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie die J\u00fcnger zu dem Esel kamen und sagten: \u201eSo! Jetzt f\u00e4ngt etwas ganz Neues an!\u201c Genau so kommt das Evangelium zu uns.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es verk\u00fcndigt uns die Losl\u00f6sung, die Erl\u00f6sung. Aber ich denke noch an andere Bindungen. Ich will nur ein paar nennen: Da ist ein Mann, der ein Gesch\u00e4ft hat. Er bildet sich ein, er sei dort der Herr. In Wirklichkeit ist das Gesch\u00e4ft l\u00e4ngst zum Eisenring, an den er gebunden ist, geworden. Er wird daran in der Gesch\u00e4fts-Arena herumgef\u00fchrt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich denke an Leute, die sich irgendwelchen Menschen verschrieben haben. Es gibt eine furchtbare H\u00f6rigkeit unter Menschen. Eine schreckliche Bindung! Denkt nur daran, wie M\u00e4nner Ehre und Gewissen verkauft haben, weil sie politischen F\u00fchrern h\u00f6rig waren oder sind. Es gibt junge M\u00e4nner, die um eines M\u00e4dchens willen zu angebundenen Eseln geworden sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich denke an die Gadarener in Lk. 8,37. Da kommt Jesus in diese Gegend, heilt den Besessenen von den D\u00e4monen, sodass sie in die S\u00e4ue fahren m\u00fcssen und untergehen. Und da kommen die Gadarener und haben Angst! Durch das Ertrinken der Schweine ist ihr irdischer Vorteil dahin, und sie bitten Jesus: \u201eGeh weg von hier!\u201c Welche eine t\u00f6richte Furcht! Sie haben die Ankunft Jesu um des Besitzes willen vers\u00e4umt. Welchen Segen haben sie verpasst, weil sie angebunden waren an das Geld und den Besitz?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vielleicht sagst Du, \u201eNein, da bin ich nicht angebunden!\u201c Aber dann geht es dir vielleicht wie Marta und Maria (Lk. 10,40). Es hei\u00dft da: \u201eMarta aber machte sich viel zu schaffen, ihm zu dienen!\u201c Eigentlich etwas Ehrenwertes, f\u00fcr Jesus etwas zu tun! Diese Adventsbindung hei\u00dft \u201eVielgesch\u00e4ftigkeit!\u201c Sie tut so viel f\u00fcr Jesus, dass sie gar nicht mehr still werden kann, um auf sein Wort zu h\u00f6ren, und vers\u00e4umt somit den Adventssegen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vor allem: Wie sind wir gebunden an den Tod. Unl\u00f6sbar!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eL\u00f6st sie auf\u201c, sagte der Herr Jesus im Blick auf den Esel. Aber zugleich ist das Sein Programm im Blick auf uns. Jesus ist der gro\u00dfe Losl\u00f6ser. Die Bibel sagt: \u201eIhr seid zur Freiheit berufen.\u201c Daf\u00fcr ist der Sohn Gottes am Kreuz gestorben. Als Er, der Herr der Herrlichkeit, am Kreuz angebunden war \u2013 sogar mehr: angenagelt war, da hat Er alle unsere Bindungen in Seinen Tod hineingenommen. Eine gr\u00fcndliche Bekehrung zu diesem Heiland f\u00fchrt uns in eine Welt der Freiheit. Da lebt man anders, da f\u00fchlt man anders, da denkt man anders, da atmet man anders als die \u00fcbrige Welt, die sich in ihrer Torheit einbildet, ihre Bindungen seien etwas Wundervolles. \u201eIhr aber seid zur Freiheit berufen!\u201c<\/p>\n<p><strong><br \/>\n2. Adventsf\u00fchrungen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">O seltsam hintergr\u00fcndiges Bibelwort! Da steht der Herr, zeigt Seinen J\u00fcngern das Dorf, erkl\u00e4rt ihnen, dass sie dort eine Eselin finden werden, und gibt den einfachen Befehl: \u201eF\u00fchrt sie zu mir!\u201c Von der Eselin spricht Er. Aber auch dieses Wort will gewiss uns treffen. Es geht Ihm immer um Menschen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eines Tages wanderte Jesus \u00fcber eine Stra\u00dfe bei Jericho. Da sa\u00df ein blinder Bettler am Weg und jammerte. Als Jesus das h\u00f6rt, sagt er: \u201eF\u00fchrt ihn zu mir!\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach Seiner Auferstehung stand Er mit Seinen J\u00fcngern auf dem \u00d6lberg. Als Er Seine Hand ausstreckte, \u00f6ffnete sich vor den J\u00fcngern ein weiter Blick. Sie sahen die Reiche der Welt. Sie sahen blutige Schlachtfelder, streitende Familien, prassende Reiche und seufzende Arme. Sie sahen die innere Unruhe junger Menschen und steinerne Herzen. Sie sahen: Welt ohne Gott. Und dann befahl Jesus: \u201eGeht hin in alle Welt und f\u00fchrt sie zu mir!\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eF\u00fchrt sie zu mir!\u201c Das ist sein Befehl an uns und an seine ganze Kirche. Wehe einer Kirche, die nur nach Macht sucht und in \u00f6dem Leerlauf zum Selbstzweck wird! \u201eF\u00fchrt sie zu mir,\u201c sagt der Herr. Das ist ihre Aufgabe. Es sollte eine heilige Unruhe unter uns sein, wenn wir an die vielen denken, die noch nicht bei Jesus sind. Aber \u2013 sind wir schon zu Ihm gef\u00fchrt??<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist ja ein majest\u00e4tisches Wort, das Jesus sagt im Blick auf alle Menschen: \u201eF\u00fchrt sie zu mir!\u201c Denn das bedeutet doch: Nur ich allein kann Heil geben. Petrus hat ihn ganz richtig verstanden, als er vor dem Hohen Rat sagte: \u201eEs ist in keinem anderen Heil.\u201c Es st\u00fcnde besser um die Welt, wenn nicht die Politiker, die Gewerkschaften und Arbeitgeber, die Gro\u00dfen und Kleinen, so trostlos handelten, als sei Jesus nicht der Herr der Welt. Und die Welt erlebt auf diese Weise immer neue babylonische Verwirrung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber ich will lieber pers\u00f6nlich mit dir reden. Jesus sagt majest\u00e4tisch: \u201eF\u00fchrt sie zu mir!\u201c Denn Er allein kann uns das geben, was wir vor allem anderen n\u00f6tig haben: Vergebung der S\u00fcnden, weil wir nur in ihm Frieden mit Gott finden k\u00f6nnen. Seht, unser Leben ist Qu\u00e4lerei ohne Vergebung der S\u00fcnden. Leben wir mit Gott, so ist das auch dann Qu\u00e4lerei, wenn wir vielleicht dauernd in Angst sind, ob wir Ihm wohlgefallen. Aber nun sagt Jesus: \u201eF\u00fchrt sie zu mir! Denn ich schenke Vergebung der S\u00fcnden.\u201c Wo man Vergebung hat, da hat man Frieden mit Gott \u2013 und alle Qu\u00e4lerei ist zu Ende.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bist Du schon bei Jesus? So wie die J\u00fcnger die Eselin zu Jesus gef\u00fchrt haben?<\/p>\n<p><strong><br \/>\n3. Adventsgewissheit<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eSie fanden es, wie Er ihnen gesagt hatte.\u201c Dreimal begegnen wir im Evangelium nach Lukas diesem Satz. Bei der Geburt des Heilandes war alles, was die Hirten in Bethlehem fanden, so, wie es ihnen gesagt worden war.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als Jesus Seine J\u00fcnger sandte, das Passah zu bereiten, fanden sie es, wie Er gesagt hatte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In unserem Text hatten die J\u00fcnger den Auftrag ausgef\u00fchrt, der ihnen gegeben worden war, und fanden deshalb das F\u00fcllen, das der Herr brauchte, um in Jerusalem einzuziehen. Menschen und Umst\u00e4nde waren Seinem Willen von vornherein untertan.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Herr beruft uns, er sagt uns aber nicht, auf welchem Wege es gehen wird. Er erwartet, dass wir Ihm gehorchen und vertrauen. Wir wissen, dass wir Schwierigkeiten und Hindernissen verschiedener Art begegnen werden, damit unser Glaube gest\u00e4rkt wird und Seine Treue sich erweisen kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein Glaube, der nicht auf die Probe gestellt wird, wurzelt nicht tief. Glaubensproben sind das Geheimnis der Glaubenskraft und der Glaubenssiege. Der wahre Glaube kommt nicht aus uns, sondern aus Gottes Wort.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn Er uns einen Dienst anvertraut, sind wir nicht auf unsere eigenen, beschr\u00e4nkten Hilfsquellen angewiesen, sondern verlassen uns einzig und allein auf das, was Er in Seinem Wort gesagt hat. Wenn wir dem gehorchen, \u201ewerden wir es so finden, wie Er uns gesagt hat\u201c, und in die Werke eingef\u00fchrt werden, die Er zuvor bereitet hat, dass wir in ihnen wandeln sollten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als ich die Pr\u00e4dikantenausbildung vor einigen Jahren gemacht habe, da bin ich in der ersten Pr\u00fcfung durchgefallen. Das war wohl doch ein wenig zu scharf und deutlich, was ich zu Eph. 6,1.2 gesagt habe. Da war f\u00fcr mich die Frage: \u201eHerr soll ich aufh\u00f6ren oder nochmals eine Pr\u00fcfung machen?\u201c Als wir dann einige Tage sp\u00e4ter abends eine Andacht gemacht haben, nahm ich Krummachers Manna zur Hand und als ich den Text f\u00fcr den Tag aufschlug, traf mich fast der Schlag. Dort stand Mk. 5,36 \u201eF\u00fcrchte dich nicht, glaube nur!\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich habe mich dann nochmals f\u00fcr 1 Jahr aufgemacht und \u201ees alles so gefunden, wie er es gesagt hatte.\u201c<\/p>\n<p><strong><br \/>\n4. Adventsfrage<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da waren also einfache Bauersleute. In Bethphage (Haus der kleinen unreifen Feigen), diesem armen kleinen Flecken im j\u00fcdischen Bergland, wohnten bestimmt keine Gro\u00dfgrundbesitzer. Sie besa\u00dfen einen pr\u00e4chtigen jungen Esel. Dieses Tier stellte f\u00fcr die armen Leute ein beachtliches Wertobjekt dar. Eines Tages kamen zwei fremde M\u00e4nner daher und fingen an, das Tier am Hoftor loszubinden. Eilig rannten die Bauersleute hinzu und fragten emp\u00f6rt und erstaunt: \u201eWarum l\u00f6st ihr das F\u00fcllen ab?\u201c Da bekamen sie zur Antwort: \u201eDer Herr Jesus braucht es.\u201c (Lk. 19,29f.)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ihr d\u00fcrft nicht denken, dass die Bauersleute daraufhin mit strahlenden Augen erkl\u00e4rt h\u00e4tten: \u201eDann ist&#8217;s in Ordnung! F\u00fcr Jesus tun wir alles!\u201c O nein! Davon steht hier nichts. Diese einfachen Leute waren sehr n\u00fcchtern. Und es wird ihnen einfach wehe getan haben, das Eselein herzugeben. Aber der Herr wollte es!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Seht, das Erstaunliche ist, dass hier im Text gar nichts weiter dasteht. Es tritt gewisserma\u00dfen nur eine gro\u00dfe Stille ein. Und in dieser Stille f\u00fchren die J\u00fcnger den Esel fort. Ich denke mir: In dieser Stille wurde in den Herzen der Bauersleute der Kampf ausgek\u00e4mpft, dass man fr\u00f6hlich einverstanden ist mit den Wegen des himmlischen Herrn, auch wenn er wehtut und wegnimmt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir wollen nochmals zu den Bauersleuten nach Bethphage gehen und uns neben sie auf die Bank setzen, die vor dem Bauernhaus steht. Da haben wir dann auf den eisernen Ring geschaut, an dem der Esel angebunden gewesen war. Der Ring war nun leer, und wir haben zusammen auf den leeren Ring gesehen. Schlie\u00dflich habe ich gefragt: \u201eHat&#8217;s wehgetan?\u201c Leise hat die B\u00e4uerin genickt. \u201eSehr.\u201c Und da habe ich gesagt: \u201eMir hat Er noch viel mehr weggenommen, es h\u00e4tte ein s\u00fc\u00dfes kleines M\u00e4dchen werden sollen, aber bevor es die Welt erblickte, hat er es genommen.\u201c Und auf einmal ist mir&#8217;s gewesen, als seien viele Leute um uns her versammelt. Die ganze Stra\u00dfe stand voll. Und alle hatten Tr\u00e4nen in den Augen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eMir hat er die Mutter weggenommen\u201c, sagte ein junger Bursche. \u201eUnd mir den Liebsten\u201c, weinte ein junges M\u00e4dchen. \u201eUnd mir den Mann\u201c, klagte eine Frau.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da war mir, als sagte der Bauer ganz leise: \u201eWenn der Herr fordert und wegnimmt \u2013 sollten wir dann nicht einverstanden sein und gern hergeben?&#8220; In der Bibel aber steht: \u201eDer DU die Menschen l\u00e4ssest sterben.\u201c Der Herr tut es. Er allein. Er nimmt. Und Er fordert! Wir haben es immer nur mit Jesus zu tun, vergessen wir das nie!!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eWarum . . . ?\u201c Sie bekamen keine rechte Antwort. Es wurde ihnen nicht gesagt, was Jesus vorhatte. Dies \u201eWarum?\u201c klingt uns in den Ohren. So haben nicht nur jene Bauersleute gefragt. So hat auch mein eigenes Herz gefragt. Und dies \u201eWarum\u201c h\u00f6re ich nun auf allen Gassen. Es t\u00f6nt durch die Jahrhunderte. Ein gro\u00dfes Schreien dringt zum Throne Gottes: \u201eWarum?\u201c &#8211; \u201eWarum nahmst du mir meinen Sohn?\u201c &#8211; \u201eWarum meine Mutter ?&#8220; &#8211; \u201eWarum raubtest du mir meinen Mann?\u201c \u2013 \u201eWarum? Warum ? . : .!\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir bekommen jetzt keine Antwort. Der Herr hat einmal gesagt: \u201eWas ich tue, das wei\u00dft du jetzt nicht. Du wirst es aber hernach erfahren.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie gut aber sind J\u00fcnger Jesu dran! \u201eDu wirst es hernach erfahren!\u201c Ich freue mich auf den Himmel, wenn alle dunklen Fragen ganz hell gel\u00f6st sein werden. \u201eAn dem Tage werdet ihr mich nichts mehr fragen\u201c, sagt Jesus. Da werden wir alles verstehen und ohne Not einverstanden sein mit Ihm.<\/p>\n<p><strong><br \/>\n5. Adventsbedarf<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die J\u00fcnger bekamen den Auftrag, die Eselin zu holen. Und wenn jemand sie hindern wollte, sollten sie sagen: \u201eDer Herr bedarf ihrer.\u201c Und genau das sagt er nun heute Morgen auch zu uns: \u201eIch bedarf deiner! Ich brauche dich! Ich kann nicht ruhig werden, ehe du mir nicht mithilfst, dass ich in die Tore der Welt einziehe.\u201c (Lk. 19,29ff)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ist das nun nicht eine ungeheuerliche Verdrehung aller Dinge! Wir bed\u00fcrfen des Heilandes. Ohne Ihn sind wir ganz arme Leute. Und nun erkl\u00e4rt Er: \u201eIch bedarf deiner.\u201c Denn was Er hier von einem Esel sagte, gilt auch f\u00fcr uns. Wie tief l\u00e4sst Er sich hier herab, dass Er unseres Dienstes bedarf!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und da stehen wir vor der Frage, ob wir uns Ihm f\u00fcr Seinen Siegeszug zur Verf\u00fcgung stellen wollen. Der Esel trug Jesus nach Jerusalem. Wollen wir Ihn nicht hineintragen in die H\u00e4user, in die Familien, in unsere Stadt und in die Welt? Der Herr bedarf deiner!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich h\u00f6rte k\u00fcrzlich eine nette Geschichte von einem alten Lehrer. Der hatte mit den Kindern die Grammatik besprochen. Und dann erkl\u00e4rte er: \u201eEs gibt aber eine g\u00f6ttliche Grammatik, die ist anders. In unserer ist die erste Person &#8218;Ich&#8216;. Die zweite &#8218;Du&#8216;, die dritte &#8218;Er&#8216;. In der g\u00f6ttlichen Grammatik ist es umgekehrt: Da kommt zuerst Er, der Herr Jesus, dann das &#8218;Du&#8216;, der N\u00e4chste. Und zuletzt kommt das &#8218;Ich&#8216;.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Lasst uns doch diese 5 Neuigkeiten vom Adventsesel mit in die Woche nehmen, damit wir recht auf sein Ankommen vorbereitet sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Amen.<\/p>\n<p><em>Pr\u00e4dikant Thomas Karker, Wilhadi Gemeinde Bremen, 14.12.2025<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wo steigen denn eigentlich die Gro\u00dfkopfigen ab? Jeder wei\u00df, was ein Gro\u00dfkopfiger ist. Das ist nicht unbedingt ein Kahlk\u00f6pfiger, auch nicht irgendein Dickk\u00f6pfiger oder ein Schmalk\u00f6pfiger, sondern ein Gro\u00dfkopfiger ist einer, der einen gro\u00dfen Namen hat. Der ber\u00fchmt ist in dieser Welt, ein gekr\u00f6ntes Haupt. Und diese V.I.P. 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