{"id":22176,"date":"2025-11-16T06:59:02","date_gmt":"2025-11-16T05:59:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=22176"},"modified":"2025-11-16T07:00:12","modified_gmt":"2025-11-16T06:00:12","slug":"andacht-ueber-hebraeerbrief-927-es-ist-dem-menschen-bestimmt-einmal-zu-sterben-danach-aber-das-gericht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=22176","title":{"rendered":"Andacht \u00fcber Hebr\u00e4erbrief 9,27 &#8222;Es ist dem Menschen bestimmt, einmal zu sterben, danach aber das Gericht.&#8220;"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Alle Religionen, und vor allem die alten Kulturen wussten davon, dass mit dem Tod nicht &#8222;alles aus&#8220; ist. Und alle Religionen wissen auch, dass wir \u00fcber unser Leben Rechenschaft geben bzw. die Folgen eines verfehlten Lebens tragen m\u00fcssen. Es handelt sich hier vermutlich um ein allen Menschen gemeinsames Urwissen. Dass es bei uns viele gibt, die meinen, dass mit dem Tod &#8222;alles aus&#8220; ist, ist die Folge einer materialistischen Grundeinstellung, die nur das gelten l\u00e4sst, was unmittelbar sicht-, mess- und beweisbar ist, wonach dann das ganze Leben ausgerichtet wird.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das bedeutet aber Zielverfehlung des gesamten Lebens. Die Bibel bezeichnet das als geistliche Blindheit und als Leben in der Finsternis, wovon der Mensch befreit werden soll. Wer hier weiter sieht und vielleicht in Grenzsituationen kommt, f\u00fcr den wird deutlich sp\u00fcrbar, dass das Unsichtbare das Sichtbare bei weitem \u00fcbersteigt. Was sichtbar ist, ist zeitlich; was aber unsichtbar ist, das ist ewig, schreibt der Apostel Paulus (2. Korinther 4, 18). Unsere Zeit krankt daran, dass man nicht mehr mit dem Unsichtbaren rechnet. Das Unsichtbare l\u00e4sst sich nicht beweisen, sondern nur mittelbar erfahren. Vordergr\u00fcndig haben wir Menschen durch unsere Geistest\u00e4tigkeit Teil an einer unsichtbaren Welt. Ideen, Gedanken und Vorstellungen bleiben unsichtbar, haben aber trotzdem Wirkungen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der Tierforschung hat man herausgefunden, dass der Hund zu Hause genau sp\u00fcrt, wenn das Herrchen in der Stadt den Entschluss fasst, nach Hause zu kommen. Tiere wissen im Voraus, wann ein vom Tier gern gesehener Besuch kommt und zwar auch aus welcher Richtung, was Tierhalter \u00fcberrascht, die gewohnt sind, dass ein bestimmter Besuch immer nur von da oder dort kommt. Wenn unser Dackel die Hausschuhe unseres Sohnes an die Haust\u00fcre trug, wussten wir, dass der Sohn noch heute kommen wird. Es gibt also &#8222;Informationswege&#8220;, die \u00fcber das Raum-Zeitliche hinausweisen. Nur wer &#8222;transzendent&#8220; \u00fcber das Sichtbare hinausgehend denkt, kann glauben. Deshalb wird auch eine &#8222;immanente&#8220; (innerweltliche) Verk\u00fcndigung beklagt, die nicht mehr mit dem Unsichtbaren und \u00dcbernat\u00fcrlichen rechnet. Die immanente Predigt wird mehr in Richtung &#8222;Sozialpredigt&#8220; gehen, w\u00e4hrend die transzendente Predigt auf das Unsichtbare und damit auf Gott als die ewige Kraftquelle weist, von der uns alles zuflie\u00dft und mit der wir verbunden bleiben m\u00fcssen. Das sind dann die Dinge, die erbauen, st\u00e4rken und weiterf\u00fchren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zur unsichtbaren Wirklichkeit geh\u00f6rt auch, dass niemand vor Gott fl\u00fcchten kann. Auch nicht in den Tod. Wo wir auch hinkommen, Gott ist schon da. Niemand entkommt dem Gericht Gottes. Wer in dieser Welt, trotz \u00fcbler Taten, ungeschoren davongekommen ist, wird sich sp\u00e4testens im Gericht vor Gott verantworten m\u00fcssen. Hinsichtlich unges\u00fchnter Verbrechen k\u00f6nnen wir deshalb &#8222;ganz beruhigt&#8220; sein. Die Angst vor dem Sterben ist letztlich Angst vor dem Gericht Gottes, und es gibt schauerliche Geschichten vom Sterben ausgemachter Gottesleugner, die pl\u00f6tzlich genau wussten, wohin die Reise geht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das alles muss immer wieder gesagt werden. Ebenso, dass wir Gottes Gericht nicht f\u00fcrchten m\u00fcssen, wenn wir uns hier auf Erden haben durchrichten und zurechtbringen lassen, das hei\u00dft, dass wir von falschen Wegen umgekehrt sind und Gott geglaubt haben. Dazu geh\u00f6rt, dass wir das Erl\u00f6sungswerk Jesu Christi als f\u00fcr uns geschehen angenommen und f\u00fcrderhin aus der Vergebung gelebt haben. Das sind ganz reale Dinge, die nichts mit Drohbotschaft, Angstmache zum Gewinnen von Gl\u00e4ubigen oder &#8222;Opium f\u00fcrs Volk&#8220; zu tun haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Mein sch\u00f6nste Zier und Kleinod bist<\/em><br \/>\n<em>auf Erden du, Herr Jesu Christ;<\/em><br \/>\n<em>dich will ich lassen walten<\/em><br \/>\n<em>und allezeit in Lieb und Leid<\/em><br \/>\n<em>in meinem Herzen halten.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Dein Lieb und Treu vor allem geht,<\/em><br \/>\n<em>kein Ding auf Erd so fest besteht;<\/em><br \/>\n<em>solchs muss man frei bekennen.<\/em><br \/>\n<em>Drum soll nicht Tod, nicht Angst, nicht Not<\/em><br \/>\n<em>von deiner Lieb mich trennen.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Dein Wort ist wahr und tr\u00fcget nicht<\/em><br \/>\n<em>und h\u00e4lt gewiss, was es verspricht,<\/em><br \/>\n<em>im Tod und auch im Leben. \u00a0<\/em><br \/>\n<em>Du bist nun mein und ich bin dein,<\/em><br \/>\n<em>dir hab ich mich ergeben.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u00a0Johannes Eccard (1553-1611)<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Alle Religionen, und vor allem die alten Kulturen wussten davon, dass mit dem Tod nicht &#8222;alles aus&#8220; ist. 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