{"id":22172,"date":"2025-11-12T15:55:03","date_gmt":"2025-11-12T14:55:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=22172"},"modified":"2025-11-12T15:52:57","modified_gmt":"2025-11-12T14:52:57","slug":"gott-wollte-dass-wir-es-schriftlich-haben-2-tim-314-17","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=22172","title":{"rendered":"Gott wollte, dass wir es schriftlich haben. (2. Tim 3,14-17)"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Worte haben wir, immer mehr, eine ganze Flut von Worten. Der Sch\u00f6pfer hat uns einen Mund und eine Stimme gegeben. Wir m\u00fcssen nicht br\u00fcllen wie ein L\u00f6we oder bellen wie ein Hund oder zwitschern wie ein Vogel, sondern k\u00f6nnen reden wie ein Mensch. Seit Adam haben wir das gesprochene Wort.\u00a0Dann entwickelten findige \u00c4gypter heilige Bildzeichen. Mit Griffel und Mei\u00dfel gruben sie Hieroglyphen in Platten und Steine ein. Andere V\u00f6lker ahmten die Schriftsysteme nach. Seit Pharao haben wir das geschriebene Wort.\u00a0Dann arbeitete der Mainzer Johannes Gutenberg an der Verwirklichung seiner Idee. Das Problem des Buchdrucks besch\u00e4ftigte ihn Tag und Nacht. Im Jahre 1455 konnte er seine erste lateinische Bibel vorlegen, ein pr\u00e4chtiges Meisterst\u00fcck. Seit Gutenberg haben wir das gedruckte Wort.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dann gelang es, menschliche Sprache elektrisch zu \u00fcbertragen. Die Fernsprechtechnik setzte mit gro\u00dfem Aufschwung ein. Telefonleitungen wurden gezogen, Telefonger\u00e4te wurden installiert. Seit Edison haben wir das \u00fcbermittelte Wort.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dann wurde die drahtlose Telegrafie eingef\u00fchrt. Elektromagnetische Schwingungen trugen das Wort von Antenne zu Antenne. \u00dcber Detektorempf\u00e4nger, dann Volksempf\u00e4nger, dann UKW-Empf\u00e4nger, dann Stereo-Empf\u00e4nger h\u00f6rte man die neuesten Nachrichten vom fernsten Kontinent. Seit Marconi haben wir das drahtlose Wort.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dann brach der Siegeszug der neuen Medien \u00fcber uns herein. Audio und Video sind \u201ein\u201c und werden morgen noch \u201einner\u201c sein. Die Entwicklung geht hier ja rasend schnell, gestern noch 56-kB Modem, heute Breitbandkabel, G5 und Glasfaser mit 500 MB, wir werden nur so \u00fcbersch\u00fcttet. Heute haben wir das flimmernde Wort.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wirklich eine ganze Flut von Worten, die uns ins Haus schwemmt. Aber sind wir damit auch reicher, begl\u00fcckter, zufriedener geworden? Haben wir damit auch Freude und Kraft und Zuversicht gewonnen? Glauben wir, damit die Zukunft zu meistern? Wir leiden doch an den gemeinen und verlogenen Worten, die uns vermehrt zu Ohren kommen. Wir leiden doch an den schrecklichen und aufregenden Worten, die uns laufend unter die Augen kommen. Wir leiden doch an den leeren und sinnlosen Worten, die uns massenweise frei Haus geliefert werden. Die Inflation der W\u00f6rter macht uns doch Not.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weil dem so ist, deshalb horchen wir auf, wenn einer nicht vom \u00fcbermittelnden, drahtlosen, flimmernden Wort schw\u00e4rmt, sondern auf das biblische Wort schw\u00f6rt. Auf Mose, Josua, Jesaja, Jeremia, Matth\u00e4us, Markus, Lukas. Wir haben Gottes Wort. Hier hat einer seine Hand nicht am Telefon. Hier hat einer seine Ohren nicht unterm Kopfh\u00f6rer. Hier hat einer seine Augen nicht auf dem Bildschirm. Hier hat einer seine Hand, sein Ohr, sein Auge und sein Herz bei Gottes Wort.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dann ist eigenartig, wie seit Jahrtausenden gegen Gottes Wort gek\u00e4mpft wird. Man wollte Irrt\u00fcmer in der Heiligen Schrift aufdecken. Man wollte sie als Menschenwort erweisen. Der Philosoph und Sp\u00f6tter auf die Bibel, Voltaire, sagte um 1750: \u201eIn hundert Jahren wird es keine Bibel mehr geben. Die letzte Ausgabe wird dann in irgendeinem Tr\u00f6dlerladen herumliegen.\u201c Doch er hat sich geirrt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber die Bibel muss ein besonderes Geheimnis haben. Trotz aller Ver\u00e4nderungen in der Welt lesen heute noch Tausende von jungen und alten Menschen Tag um Tag in der Bibel und h\u00f6ren in ihr die Stimme ihres Herrn, des guten Hirten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ja, Gott schreibt an uns. Er selbst. Nicht irgendein untergeordneter f\u00fcnfter oder sechster Engel sagt da etwas. Der allm\u00e4chtige, lebendige Gott selbst redet uns als seine Menschen an. J.A.Bengel sagte dazu: \u201eDie Bibel ist ein Brief Gottes, geschrieben an uns\u201c.<\/p>\n<p><em>14 Du aber bleibe bei dem, was du gelernt hast und was dir anvertraut ist; du wei\u00dft ja, von wem du gelernt hast\u200215 und dass du von Kind auf die heiligen Schriften kennst, die dich unterweisen k\u00f6nnen zur Seligkeit durch den Glauben an Christus Jesus.\u200216 Denn alle Schrift, von Gott eingegeben, ist n\u00fctze zur Lehre, zur Zurechtweisung, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit,\u200217 dass der Mensch Gottes vollkommen sei, zu allem guten Werk geschickt.\u2002(2. <\/em>Tim. 3,14 &#8211; 17)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Wort \u201en\u00fctzlich\u201c kommt uns hier vielleicht ein bisschen seltsam vor. Es h\u00f6rt sich so materialistisch und egoistisch an, so gesch\u00e4ftlich; das klingt nach Soll und Haben, nach Prozenten und Dividenden. Ist die Bibel n\u00fctzlich?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Wort \u201en\u00fctzlich\u201c steht tats\u00e4chlich im griechischen Grundtext. In der englischen Bibel hei\u00dft es an dieser Stelle \u201epro\ufb01table\u201c, also etwas, das Profit bringt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">N\u00fctzen tut immer das, was mich tats\u00e4chlich zu einem Ziel weiterbringt. Zum Beispiel, wenn die Hausfrauen Essen machen, vergessen sie das Salz nicht. Das n\u00fctzt. Salz n\u00fctzt; es macht das Essen geschmackvoll. Wenn Sie in 3 Stunden nach Mallorca fliegen wollen, nehmen Sie kein Fahrrad, das n\u00fctzt nicht. Nehmen Sie ein Flugzeug, das n\u00fctzt! Das Wort \u201en\u00fctzen\u201c meint: da kommt man tats\u00e4chlich weiter. Nutzlos hei\u00dft, man kommt nicht weiter. Und Paulus sagt dem Timotheus: Alle Schrift von Gott eingegeben bringt weiter, n\u00fctzt! 4 n\u00fctzliche Punkte sind uns im Text gegeben:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>1. N\u00fctzlich zur Lehre: Wir werden informiert!<\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei dem Wort Information d\u00fcrfen wir nicht an den N\u00fcrnberger Trichter denken, diesem Lernverfahren, von 1647, bei dem dem Sch\u00fcler mit einem Trichter der Lernstoff eingef\u00fcllt wird, ohne dass er sich dazu anstrengen m\u00fcsse. Informieren meint etwas anderes. Wir sagen von einem Sportler: In dieser Saison war er nicht \u201ein Form\u201c. Wenn die Bibel uns informiert, dann m\u00f6chte sie uns \u201ein Form\u201c bringen, so dass wir leben k\u00f6nnen, leben mit Gott.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gott hat mich geschaffen. Dieser Satz hat eine kritische Kehrseite: Wenn ich ganz und gar aus Gottes H\u00e4nden komme \u2013 wohin gerate ich, wenn ich mich aus diesen H\u00e4nden herausbegebe? Zu jedem Lebewesen geh\u00f6rt das spezifische Lebenselement. Ein Fisch ist nur frei und lebendig im Wasser. Wenn man ihn aufs Trockene wirft, mag er zwar sehr vital herumzappeln, aber das ist Todeskampf. Mensch, du bist in diesem Todeskampf durch den S\u00fcndenfall. Dadurch bist du f\u00fcr Gott nicht \u201ein Form.\u201c Mensch, du kommst nur \u201ein Form\u201c, wenn du eine Beziehung zu Gott hast und durch Jesus Christus ganz nah bei Gott bist. Das gilt es pers\u00f6nlich im Glauben zu erfassen, und es gilt f\u00fcr die ganze Welt. Ohne dieses Nach-Hause-kommen gehen wir ewig verloren. Welt, du hast deinen Ursprung nicht in Urknall und Zufall, nicht in Mutation und Selektion. Nein, hinter der ganzen Welt steht der Sch\u00f6pfergott dieser Welt, Jesus Christus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr mich wird das immer mehr zu einem wichtigen und tr\u00f6stlichen Gedanke: Die Welt hat ihr Ende, ihr Ziel in Gott. Wenn ich Zeitung lese oder die Tagesschau sehe, frage ich mich: Wo soll das alles hinaus in dieser unregierbar gewordenen Welt?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und dann entdecke ich: Mensch, das ist doch f\u00fcr Christen nichts Neues. Es steht schon im Danielbuch, es steht schon bei Jesaja, dass Gott diese Welt einmal abr\u00e4umt. Aber nicht in den Papierkorb. Er macht alles neu. Jesus ist nicht der Kaputtmacher, sagte Blumhardt, sondern der Neumacher.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Deshalb ist die Nachricht vom Weltende eine gute Nachricht. Was kommt? Wir alle wissen es nicht. Aber wer kommt, das d\u00fcrfen wir wissen: der, der alles neu macht. Der Altbundespr\u00e4sident Heinemann sagte einmal: Die Herren dieser Welt gehen, unser Herr kommt! Mensch, auf den musst du schauen. Nicht den Kopf h\u00e4ngen lassen, sondern: Kopf hoch, es wird Advent! Der Herr ist unterwegs. Weil uns die Schrift dieses verk\u00fcndet, ist sie n\u00fctzlich zur Lehre.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>2. N\u00fctzlich zur Aufdeckung der Schuld: Wir werden korrigiert.<\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das ist das Geheimnis und die Kraft der Bibel, dass sie von Gott eingegeben ist. Hinter der Bibel steht als letzte Autorit\u00e4t Gott selbst und sein Heiliger Geist. Darum hat sie bis jetzt allen St\u00fcrmen getrotzt und wird alle St\u00fcrme \u00fcberstehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Worte der Schrift sind nicht im Denken von Menschen entstanden, obwohl sie durch die Gedanken, durch den Mund und durch die H\u00e4nde von Menschen hindurchgegangen sind. Die Schrift ist von Gott eingegeben, in ihrer Gesamtheit und in den einzelnen S\u00e4tzen. Das meint der Apostel Paulus, wenn er sagt: \u201eAlle Schrift ist von Gott eingegeben.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von Gott eingegeben hei\u00dft in der griechischen Sprache an dieser Stelle: \u201eVon Gott durchhaucht, von Gott und seinem Geist durchweht.\u201c In der Heiligen Schrift begegnet uns das Wehen des Heiligen Geistes. In der Schrift begegnet uns immer neu Gott selbst. Johann Albrecht Bengel schreibt: \u201eVon Gott eingegeben, nicht nur, sofern sie durch die Verfasser verm\u00f6ge g\u00f6ttlichen Eingebens geschrieben ist, sondern auch, sofern man sie liest, indem Gott durch die Schrift und die Schrift Ihn selbst gleichsam atmet.\u201c Die Schrift atmet Gott. Die Schrift atmet den Geist Gottes. Der Geist Gottes und die Heilige Schrift sind immer beieinander. Martin Luther hat gesagt: \u201eDie Heilige Schrift ist das Gef\u00e4hrt des Heiligen Geistes.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und jetzt kommt dieser Heilige Geist und entt\u00e4uscht uns! \u201eEnt-T\u00e4uschung\u201c ist manchmal etwas herrlich Positives, indem endlich unsere T\u00e4uschungen, unsere dummen Illusionen zerst\u00f6rt werden. Endlich wird uns der Star gestochen. Endlich sehen wir wirklich. Auch das ist solch ein Grundsatz der Bibel: Das Dichten und Trachten, das Planen und \u00dcberlegen des menschlichen Herzens ist wurzelhaft b\u00f6se. Der Heidelberger Katechismus sagt dazu: Mensch, du bist geneigt, Gott und den N\u00e4chsten zu hassen. Davon m\u00fcssen wir realistisch ausgehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Pfarrer Wilhelm Busch, war der \u00dcberzeugung, dass man schon den Kindern die Geschichten des Alten Testamentes erz\u00e4hlen m\u00fcsse. Warum? Damit die jungen Menschen ein richtiges Gottesbild und ein richtiges Menschenbild bekommen. Das schafft Antik\u00f6rper gegen alle Ideologien. Mensch, du bist verloren, du brauchst einen Retter. Welt, du bist verloren, du brauchst den, der dich neu macht. Die Bibel sagt uns deutlich: Wir sind keine Philanthropen, sondern Misanthropen. Da werden wir gr\u00fcndlich korrigiert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>3. N\u00fctzlich zur Besserung: Wir werden renoviert.<\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich m\u00f6chte nicht sagen: repariert, so wie ein Oldtimer, der noch einmal durch den T\u00dcV soll. Sondern wir werden renoviert, neu gemacht. \u201eSchaffe in mir, Gott, einen neuen, best\u00e4ndigen Geist.\u201c \u201eIch will euch ein neues Herz geben,&#8230;\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir werden regeneriert. Das hei\u00dft: neu geboren. Wir bekommen einen neuen Anfang, werden durch Jesus Gottes Kinder. &#8211; Wir werden reanimiert. Das ist ein Wort, das die Mediziner heute gebrauchen, wenn jemand etwa nach einem Unfall als klinisch Toter ins Leben zur\u00fcckgeholt wird. Das g\u00f6ttliche Wort wirkt noch mehr, es schafft Auferweckung. Jedes mal, wenn einer zum Glauben kommt, ist ein kleines Osterwunder geschehen. Er ist reanimiert, ins ewige Leben geholt worden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und schlie\u00dflich? Wir werden rehabilitiert. Wir umgekippten und ausgeflippten Leute bekommen wieder einen neuen Stand. So wie der verlorene Sohn Schuhe an die F\u00fc\u00dfe bekam zum Zeichen, dass er nicht mehr Sklave, sondern Grundeigent\u00fcmer war.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Neu werden wir, renoviert, regeneriert, reanimiert, rehabilitiert \u2013 liebes Herz, was begehrst du noch mehr?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Bibel ist, n\u00fctze zur Besserung, zur Wiederherstellung, zur Zurechtbringung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie man bei einer Modelleisenbahn umgefallene Lokomotiven und Wagen wieder aufs Geleise stellt, damit sie wieder weiterfahren k\u00f6nnen, so will uns Gott durch sein Wort wieder aufs Geleise stellen, damit wir wieder weitermachen k\u00f6nnen, auch in unsrem Dienst. Gottes Wort will unser Leben in die rechte Ordnung bringen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Erziehungsziel Gottes mit seinem Wort ist, dass wir Menschen Gottes werden, die Gott recht sind, die ihre S\u00fcnden vor ihm eingestehen, die sich ihm aber auch im Gehorsam zur Verf\u00fcgung stellen. Der Mensch Gottes ist der Mensch, dessen Leben Gott gestalten kann. Der Mensch Gottes ist der Mensch, den Gott zu guten Werken in dieser Welt und Menschheit ben\u00fctzen kann.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>4. N\u00fctzlich zur Erziehung: Wir werden mobilisiert.<\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir werden informiert, korrigiert, renoviert und nun auch mobilisiert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das lateinische Wort \u201eeducare\u201c hei\u00dft, jemand herausf\u00fchren, herausbringen. Ja, man m\u00fcsste sagen, herausziehen aus dem Dreck, in dem wir stecken, wo der Karren festgefahren ist. Jesus zieht uns in das neue Leben, so wie man kraftlose, m\u00fcde, kranke Leute vorw\u00e4rtszieht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In einem Gemeinschaftslied hei\u00dft es: \u201eDu musst ziehen, mein Bem\u00fchen ist zu mangelhaft. Wo ihr&#8217;s fehle, f\u00fchlt die Seele, aber du hast Kraft.\u201c Gott m\u00f6chte uns hineinziehen in ein neues Leben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da habe ich ein ernstes Gespr\u00e4ch zu f\u00fchren und bitte: \u201eHerr, gib mir Weisheit dazu, zieh mich.\u201c Ich habe eine m\u00fchevolle Arbeit zu tun: \u201eGib mir Freude daran, zieh mich.\u201c Ich habe mit einem schwierigen Zeitgenossen umzugehen: \u201eGib mir Liebe zu ihm, zieh mich.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir werden informiert, korrigiert, renoviert, mobilisiert \u2013 und jetzt steht hier ein Doppelpunkt. Ja, was soll da eigentlich noch kommen, kann man denn noch mehr sagen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Schluss unseres Textes hei\u00dft es, dass alles zu dem einen Zweck geschieht, damit \u201eder Gottesmensch voll ausgebildet, rund und ganz sei, instandgesetzt zu jedem guten Werk\u201c. Gottesmensch, das ist ein Wort, das uns alle hereinholen m\u00f6chte. Gottesmenschen sind Leute, bei denen jede Zelle, jeder Blutstropfen, jeder Atemzug dem Herrn unseres Lebens geh\u00f6ren. Menschen f\u00fcr Jesus. Tersteegen dichtete: \u201eIn Wort und Werk und allem Wesen sei Jesus und sonst nichts zu lesen.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Paulus will mit diesem Worte leben, und sein Sch\u00fcler Timotheus soll dies auch. Wir haben Gottes Wort, mit dem wir leben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Paulus will mit dem Wort sterben, und sein Sch\u00fcler Timotheus soll das auch, so wie es Martin Luther auf dem Sterbebett geschrieben hat: \u201eDu, lege nicht Hand an diese g\u00f6ttliche \u00c4neis, sondern verehre gebeugt ihre Fu\u00dfstapfen. Wir sind Bettler, das ist wahr.\u201c Wir haben Gottes Wort, mit dem wir sterben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Paulus will mit diesem Wort auferstehen, und sein Freund Timotheus soll das auch, so wie es ein Physiker unsrer Tage formuliert hat: \u201eWir existieren nur in der Hoffnung, dass dies nicht alles ins Nichts hineinf\u00fchrt, sondern einem neuen Morgen entgegen.\u201c Wir haben Gottes Wort, mit dem wir auferstehen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hast du auch dieses Wort Gottes?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Amen<\/p>\n<p><em>Pr\u00e4dikant Thomas Karker, Predigt am Reformationstag 2023<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Worte haben wir, immer mehr, eine ganze Flut von Worten. Der Sch\u00f6pfer hat uns einen Mund und eine Stimme gegeben. Wir m\u00fcssen nicht br\u00fcllen wie ein L\u00f6we oder bellen wie ein Hund oder zwitschern wie ein Vogel, sondern k\u00f6nnen reden wie ein Mensch. 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