{"id":21980,"date":"2025-08-18T10:32:36","date_gmt":"2025-08-18T08:32:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=21980"},"modified":"2025-08-18T10:33:18","modified_gmt":"2025-08-18T08:33:18","slug":"im-gespraech-dr-boris-schmidtgall","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=21980","title":{"rendered":"Im Gespr\u00e4ch: Dr. Boris Schmidtgall"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><em>Der Chemiker Dr. Boris Schmidtgall (geb. 1983) ist seit 2018 vollzeitlicher Mitarbeiter bei der Studiengemeinschaft Wort und Wissen ist. Im Jahr 2010 schloss er sein Chemiestudium an der Universit\u00e4t G\u00f6ttingen mit einem Diplom ab. 2014 promovierte er an der gleichen Universit\u00e4t \u00fcber modifizierte DNA-Molek\u00fcle und setzte seine Laufbahn anschlie\u00dfend mit einem Forschungsaufenthalt an der Universit\u00e4t Stra\u00dfburg in Frankreich fort, wo er sich mit flexiblen Proteinen befasste. Schwerpunkte seiner Arbeit sind die Lebensursprungsforschung und Molekularbiologie, wobei die zentrale Frage nach der Information in der Biologie eine wesentliche Rolle spielt. Neben seinem Vortragsdienst ist er verantwortlich f\u00fcr die Organisation der Tagung f\u00fcr Kultur und Geschichte.<\/em><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"color: #008000;\">Sie haben an den Universit\u00e4ten Hamburg und G\u00f6ttingen Chemie studiert. In Ihrer Diplomarbeit (2010) befassten Sie sich mit der Konstruktion strukturell ver\u00e4nderter Nukleins\u00e4uren (DNA). Fasziniert von der Sch\u00f6nheit und Komplexit\u00e4t chemischer Vorg\u00e4nge, fingen Sie an, kritische Fragen an die Evolutionstheorie und grundlegende Fragen an das Leben zu stellen. Bitte nehmen Sie uns etwas in diese existentielle Auseinandersetzung hinein.<\/span> <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bereits im Grundstudium, also lange vor der Diplomarbeit, brachten mich einige Beobachtungen dazu, die Evolutionslehre zu hinterfragen. Zun\u00e4chst lernte ich die organische Chemie kennen. Alle molekularen Bausteine von Lebewesen sind komplexe organische Molek\u00fcle. Ich stellte hin und wieder komplexe organische Molek\u00fcle her und lernte ihre Eigenschaften kennen. Tendenziell sind gr\u00f6\u00dfere und komplexere organische Molek\u00fcle labiler als kleine. Dies bedeutet, dass sie \u00fcber lange Zeit eher zerfallen, als zu entstehen oder gar zunehmend komplexer zu werden. Diese Erfahrung lie\u00df mich daran zweifeln, dass molekulare Bausteine am Anfang, d. h. vor dem Vorhandensein erster Organismen, von selbst entstanden sein k\u00f6nnten, wie im Rahmen der Evolutionslehre behauptet wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sp\u00e4ter fing ich mit meiner Diplomarbeit an. Ich arbeitete an chemisch abgewandelten DNA-Molek\u00fclen. Ich stellte fest, dass es noch viel mehr Tatsachen\/Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten gibt, die der Evolutionslehre widersprechen. Die Erbgutmolek\u00fcle DNA\/RNA weisen eine Reihe an chemischen Bindungen auf, die labil sind. Selbst Wassermolek\u00fcle, die in der Natur \u00fcberall vorkommen, spalten einige Bindungen in Erbgutmolek\u00fclen. Au\u00dferdem werden diese Molek\u00fcle auch durch Sauerstoff und UV-Licht besch\u00e4digt oder zerst\u00f6rt. Um Erbgutmolek\u00fcle im Labor herzustellen, muss man die Kunst der organischen Synthese gr\u00fcndlich beherrschen und sehr sorgf\u00e4ltig arbeiten. In Organismen werden solche Molek\u00fcle durch hochkomplexe molekulare Maschinen hergestellt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So wurde mir klar, dass die Bausteine des Lebens nicht das Ergebnis zuf\u00e4lliger chemischer Reaktionen sein k\u00f6nnen. Es leuchtete mir ein, dass diese Molek\u00fcle zu Beginn durch einen intelligenten Sch\u00f6pfer entworfen und hergestellt worden sind. Das stimmte viel besser mit meinen Erfahrungen als Synthesechemiker \u00fcberein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sp\u00e4ter befasste ich mich auch mit der Synthese von Proteinen und meine fr\u00fcheren Erfahrungen wurden weiter gest\u00fctzt. Ich stellte meinen Kollegen und Professoren Fragen, hielt Vortr\u00e4ge zu solchen Fragen und meine Auffassung, dass Leben geschaffen ist, weil man das schon an den molekularen Bausteinen der Organismen sieht, wurde immer weiter best\u00e4tigt. Bis heute habe ich viele \u00fcberzeugende Argumente daf\u00fcr gefunden, dass Leben geschaffen ist, aber kein einziges \u00fcberzeugendes geh\u00f6rt, dass es durch zuf\u00e4llige Naturprozesse entstanden sein soll.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #008000;\"><strong>\u201eAm Anfang schuf Gott Himmel und Erde\u201c (1. Mose 1,1). Der Sch\u00f6pfungsbericht veranschlagt sechs Tage f\u00fcr die Erschaffung der Welt. K\u00f6nnen Sie als Naturwissenschaftler ein solches Kurzzeitszenario guten Gewissens vertreten? Wenn ja, mit welchen Argumenten?<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In erster Linie bin ich ein Nachfolger Jesu Christi und vertraue den Inhalten der Heiligen Schrift. Daher gehe ich guten Gewissens davon aus, dass die Welt so geschaffen worden ist, wie es im Sch\u00f6pfungsbericht steht \u2013 das gilt auch f\u00fcr den darin genannten zeitlichen Rahmen von sechs Tagen. Zudem habe ich im Zuge meiner Besch\u00e4ftigung mit Naturwissenschaft die Erfahrung gemacht, dass auch Wissenschaftler sich gewaltig irren k\u00f6nnen. Unsere Erkenntnisse sind vorl\u00e4ufig und im Verlauf der Wissenschaftsgeschichte ist schon vieles revidiert worden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch wenn gegenw\u00e4rtig mit gro\u00dfer Sicherheit behauptet wird, dass es seit ca. 4 Milliarden Jahren Leben auf unserem Planeten geben soll, bin ich damit nicht einverstanden. Diese hohen Altersangaben beruhen im Wesentlichen auf Datierungen mithilfe der radiometrischen Methode, die aber nicht durch andere Messmethoden auf Korrektheit \u00fcberpr\u00fcft werden kann. Heutzutage vertrauen Wissenschaftler darauf, dass die Altersbestimmungen mithilfe der radiometrischen Methode \u00a0stimmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es gibt aber Befunde, die mit den Ergebnissen der radiometrischen Datierung im Konflikt stehen. In den letzten zwei Jahrzehnten sind wiederholt noch erhaltene Gewebereste in versteinerten Dinosaurierknochen gefunden worden \u2013 sogar rote Blutk\u00f6rperchen sind nachgewiesen worden. Nach 60 Millionen Jahren (seit dem angenommenen Zeitpunkt des Aussterbens der Dinosaurier) d\u00fcrfte das nicht m\u00f6glich sein \u2013 bei allem, was wir \u00fcber die Eigenschaften von organischem Material wissen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Beobachtungen geologischer Vorg\u00e4nge wie Erdbeben, Abtragung (Erosion) oder Bildung von Gesteinsschichten legen nahe, dass Landschaften bei Naturkatastrophen sehr schnell ver\u00e4ndert werden k\u00f6nnen. Auch daf\u00fcr braucht es keine Millionen von Jahren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weitere Hinweise darauf, dass eine Verk\u00fcrzung des angenommenen Zeithorizonts in der Vergangenheit angebracht ist, stammen aus der Erforschung der Menschheitsgeschichte. Landl\u00e4ufig wird angenommen, dass die ersten \u201eechten Menschen\u201c vor ca. 2 Millionen Jahren entstanden sein sollen. Allerdings gibt es viel zu wenig Funde von Siedlungen, Steinwerkzeugen und anderen Spuren echter Menschen. Bis heute r\u00e4tseln Urmenschenforscher, wie es sein kann, dass es im Verlauf der angenommenen zwei Millionen Jahre Menschheitsgeschichte nur so wenig Menschen gegeben haben soll. Die schriftlich gut \u00fcberlieferten Fortpflanzungsraten der Menschen aus historischer Zeit sind viel zu hoch, als dass eine zwei Millionen Jahre lange Menschheitsgeschichte plausibel w\u00e4re. N\u00e4hme man selbst die allerniedrigsten historisch bekannten Bev\u00f6lkerungswachstumsraten der Menschheit auch f\u00fcr die pr\u00e4historische Zeit (Steinzeit) an, m\u00fcsste daraus schon nach ca. 10.000 Jahren eine sehr viel h\u00f6here Bev\u00f6lkerung als heute resultieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #008000;\"><strong>K\u00f6nnen Sie etwas \u00fcber die langen Zeiten, die Lichtjahre, die das Licht anderer Galaxien angeblich zu uns unterwegs ist, sagen?<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Beantwortung dieser Frage h\u00e4ngt davon ab, welches Weltbild man voraussetzt. Wenn eine Entstehung des Universums im Sinne der \u201eUrknalltheorie\u201c angenommen wird, m\u00fcsste das Licht anderer Galaxien tats\u00e4chlich die Strecke zur\u00fcckgelegt haben. Geht man aber davon aus, dass Gott das Universum ganzheitlich mit allen genau austarierten Naturkonstanten geschaffen hat, ergibt es Sinn, dass die Sterne mitsamt Licht erschaffen wurden, sodass die ersten Menschen in einen von Sternen erleuchteten Himmel blickten und nicht erst Millionen von Jahren warten mussten, bis sie den ersten Stern am Himmel erblickten. Ich selbst halte die biblisch begr\u00fcndete Sicht f\u00fcr plausibler, da die Naturkonstanten, die die Existenz des stabilen Universums erm\u00f6glichen, mit einer furchteinfl\u00f6\u00dfenden Pr\u00e4zision eingestellt sind \u2013 schon sehr geringe Abweichungen w\u00fcrden das Universum zur Implosion bringen. Au\u00dferdem sind vor allem zuletzt hochgradig geordnete Galaxien entdeckt worden, die nicht wie das Resultat einer Explosion aussehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #008000;\"><strong>Halten Sie die sog. theistische Evolution f\u00fcr einen hilfreichen Ansatz, um den biblischen Sch\u00f6pfungsbericht mit der Evolutionstheorie zu vers\u00f6hnen?<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die theistische Evolution ist die Auffassung, dass Gott sich der Evolution als Mittel bedient haben soll, um die Welt zu erschaffen, die wir heute sehen. Meine Antwort dazu ist: Nein, weil die Evolutionslehre mit den gro\u00dfen Zusammenh\u00e4ngen der biblischen Heilsgeschichte unvereinbar ist. Zentral ist die Rolle des Todes in der Bibel \u2013 er ist ein fremdes Element, ein Eindringling, der nicht von Anfang an in der Sch\u00f6pfung enthalten war, von der der Sch\u00f6pfer selbst sagte, sie sei \u201esehr gut\u201c (1. Mo 1,31). Der Tod ist die Folge der S\u00fcnde und muss daher erst nach dem S\u00fcndenfall von Adam und Eva in die Sch\u00f6pfung Eingang gefunden haben (R\u00f6m 5,12; 1. Kor 15,21). Gem\u00e4\u00df der Lehre der \u201etheistischen Evolution\u201c muss der Tod dagegen von Beginn der Sch\u00f6pfung vorhanden gewesen sein. Aus dieser Perspektive ergibt es keinen Sinn, dass Jesus uns vom Tod als Folge der S\u00fcnde erl\u00f6st, indem er selbst den physischen Tod stirbt und so die Strafe an unserer Statt tr\u00e4gt (Hebr 9,27-28). Auch die Aussicht darauf, dass der Tod einmal als letzter Feind besiegt wird (1. Kor 15,26), ist aus der Sicht der theistischen Evolution unsinnig.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Auffassung, dass die Sch\u00f6pfung durch rein nat\u00fcrliche Vorg\u00e4nge zustande gekommen sein soll, w\u00fcrde auch andere biblische Aussagen jeglichen Wirklichkeitsbezugs berauben. Wenn das Wort Gottes nicht die Sch\u00f6pfung ins Dasein gebracht hat, warum sollte es dann einen Menschen (geistlich) neu erschaffen (2.\u00a0Kor 5,17)? Und wie soll aus einer evolution\u00e4ren Welt mit \u201eFressen und Gefressen-Werden\u201c, Mord, Krieg, Diebstahl und Vergewaltigung eine neue Welt entstehen, in der \u201eGerechtigkeit wohnt\u201c (2.\u00a0Petr 3,13), in der Gott bei den Menschen zeltet, alle ihre Tr\u00e4nen abwischt und Leid, Geschrei, Schmerz und Tod abschafft (Offb 21,1-4)? Konsequent gedacht, kann man aus der Perspektive der \u201etheistischen Evolution\u201c die Bibel nicht mehr als ganzheitlich g\u00f6ttlich inspirierte Schrift sehen, die irrtumsfrei ist, was mehreren Stellen der Bibel widerspricht (u. a. 2.\u00a0Tim 3,16 und 2.\u00a0Petr 1,20-21).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #008000;\"><strong>Mit dem Miller-Urey-Experiment wollte man nachweisen, dass unter den Bedingungen einer Uratmosph\u00e4re die Entstehung primitiver Einzeller prinzipiell m\u00f6glich ist. Gibt es so etwas wie Selbstorganisation der Materie? Kann aus anorganischen Verbindungen Leben entstehen? Was sagen Sie als Chemiker dazu?<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das, was es gibt, kann man allerh\u00f6chstens als \u201eSelbstordnung\u201c bezeichnen, z. B. bestimmte Bewegungsmuster der W\u00e4rmekonvektion oder Anordnungen von Molek\u00fclen in Kristallgittern. Von \u201eSelbstorganisation\u201c w\u00fcrde man sinnvollerweise sprechen, wenn sich eine Funktionseinheit\u00a0 aus Molek\u00fclen von selbst bildet (z. B. ein Enzym). Solche Vorg\u00e4nge sind g\u00e4nzlich unbekannt und nach allem, was bis heute \u00fcber die Materie bekannt ist, wird das auch nicht geschehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Miller-Experiment wollten Wissenschaftler zeigen, dass kleine Bausteine des Lebens (Aminos\u00e4uren) unter plausiblen Bedingungen einer hypothetischen Uratmosph\u00e4re, von selbst entstehen k\u00f6nnen. Sie konnten lediglich zwei der zwanzig in der Natur vorkommenden Aminos\u00e4uren in signifikanter Menge nachweisen, einige weitere Aminos\u00e4uren waren in Spurenmengen vorhanden. Das Experiment hat damit eigentlich das genaue Gegenteil dessen gezeigt, was die Wissenschaftler zeigen wollten. Der Professor f\u00fcr Chemie Hans R. Kricheldorf, der sich mit dieser Frage gr\u00fcndlich besch\u00e4ftigt hat, kommt in seiner Ver\u00f6ffentlichung \u201eLeben durch chemische Evolution?\u201c zu dem Urteil, dass wir anhand der Miller-Experimente nur wissen, wie es nicht passiert sein kann, dass erste Bausteine des Lebens entstanden sind. Von der Frage nach der Entstehung einer ganzen Zelle ist man damit noch Lichtjahre entfernt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #008000;\"><strong>Bitte nennen Sie uns ein Beispiel aus der Biologie f\u00fcr nicht-reduzierbare Komplexit\u00e4t. Wie kann uns dieses Konzept in Gespr\u00e4chen mit Anh\u00e4ngern der Evolutionstheorie weiterhelfen?<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Immer dann, wenn eine Funktionseinheit zwingend aus mehreren Komponenten zusammengesetzt sein muss, weil keine der Komponenten f\u00fcr die Funktion verzichtbar ist, spricht man von \u201enichtreduzierbarer Komplexit\u00e4t\u201c. Eines der bekanntesten Beispiele ist das bakterielle Flagellum \u2013 eine Art korkenzieherf\u00f6rmiger Schwanz, der durch schnelle Rotation die Fortbewegung des Bakteriums in einer Fl\u00fcssigkeit erm\u00f6glicht. Genaue Analysen haben ergeben, dass zum Flagellum ein Motor geh\u00f6rt, der den korkenzieherf\u00f6rmigen Schwanz zur Rotation bringt. Dieser biochemische Motor besteht aus 40 Komponenten, ist stromgetrieben und wassergek\u00fchlt und \u00e4hnelt von seiner Beschaffenheit her sehr stark einem Au\u00dfenbordmotor. Niemand w\u00fcrde bezweifeln, dass ein Au\u00dfenbordmotor intelligent geschaffen ist (z. B. durch einen Ingenieur). Dagegen w\u00fcrde niemand ernsthaft erw\u00e4gen, dass ein rein nat\u00fcrlicher Prozess zur Entstehung des Au\u00dfenbordmotors gef\u00fchrt haben k\u00f6nnte \u2013 z. B. ein Wirbelsturm, der \u00fcber einen Schrottplatz fegt. Dass die analoge Denkweise nicht auch mit Blick auf das bakterielle Flagellum allgemeine Akzeptanz\u00a0 findet, zeugt von hochgradig irrationalen \u00dcberzeugungen bei der gro\u00dfen Mehrheit der Wissenschaftler. Au\u00dferdem ist unverkennbar, dass das bakterielle Flagellum genauso wie der Au\u00dfenbordmotor einem klar definierten Zweck dient. Die Evolution kann aber als nat\u00fcrlicher Vorgang nichts hervorbringen, das einem Ziel oder Zweck dient.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Konzept der \u201enichtreduzierbaren Komplexit\u00e4t\u201c ist eines der Kernargumente f\u00fcr den Nachweis von intelligenter Urheberschaft in der Natur \u2013 eine Art \u201eSch\u00f6pfungsbeweis\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #008000;\"><strong>Laut Artikel 5 GG sind \u201eWissenschaft, Forschung und Lehre frei\u201c. Gilt diese Freiheit auch f\u00fcr solche Forscher, die dem Motto der Studiengemeinschaft Wort und Wissen \u201eWissenschaft in einer geschaffenen Welt\u201c verpflichtet sind?<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ja, das gilt bisher auch f\u00fcr die Mitarbeiter der Studiengemeinschaft Wort und Wissen. Wir werden ja nicht per Gesetz an unserer Arbeit gehindert. Allerdings wurde uns wiederholt deutlich gemacht, dass nicht einmal die Diskussion \u00fcber \u201eSch\u00f6pfung und Evolution\u201c an Universit\u00e4ten willkommen ist, geschweige denn Projekte, die der Sch\u00f6pfungsforschung gewidmet w\u00e4ren. Dabei gibt es keine \u00fcberzeugende Begr\u00fcndung daf\u00fcr, warum der Ansatz der Sch\u00f6pfungslehre keine \u201eWissenschaft\u201c sein soll. Es ist heutzutage allgemein verbreiteter Konsens, dass Wissenschaft nur im Rahmen einer naturalistischen Weltsicht betrieben werden kann. Vor 150 Jahren war das nicht so und der Grund f\u00fcr den heutigen Zustand ist eine willk\u00fcrliche Setzung der naturalistischen Weltsicht als Norm nach Darwins Zeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #008000;\"><strong>In der sog. Corona-Pandemie wurden in k\u00fcrzester Zeit mRNA-Impfstoffe entwickelt und unter bedingter Zulassung zur Anwendung gebracht. F\u00fcr die einen waren sie der Heilsbringer in gro\u00dfer Not, f\u00fcr die anderen ein gef\u00e4hrliches Gen-Experiment. Was sagt der Chemiker?<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dass es sich bei der Verabreichung von mRNA-Impfstoffen um eine \u201eGentherapie\u201c handelt, ist schon mehrfach von Experten auf diesem Gebiet best\u00e4tigt worden. Ich schlie\u00dfe mich dieser Auffassung an, da es inzwischen erwiesen ist, dass die Information der mRNA-Impfstoffe mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit in unser Erbgut eingebaut wird (nach Umbau zu DNA). Und es trifft auch zu, dass es sich um ein Massenexperiment gehandelt hat, da die Wirkstoffe ohne die \u00fcblichen, jahrelangen, sorgf\u00e4ltigen Pr\u00fcfungen zur breiten Anwendung gebracht worden sind. Deutlich gestiegene Zahlen der \u00dcbersterblichkeit, Fehlgeburten und viele F\u00e4lle schwerer Impfsch\u00e4den haben gezeigt, dass diese Impfung alles andere als ein \u201eHeilsbringer\u201c ist. Begleitet wurde das ganze durch staatlich organisierte Impfn\u00f6tigung durch Drohungen, Erpressungen und einer ersch\u00fctternden Stimmungsmache gegen \u201eImpfverweigerer\u201c. Das w\u00e4re nicht n\u00f6tig gewesen, wenn es sich um nachweislich nebenwirkungsarme und n\u00fctzliche Wirkstoffe gehandelt h\u00e4tte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #008000;\"><strong>Zum Stichwort &#8222;genetische Entropie&#8220; (Abnahme genetischer Qualit\u00e4t \u00fcber die Generationenfolge): Bei Ihren diesj\u00e4hrigen Kongre\u00df-Vortr\u00e4gen f\u00fcr den Gemeindehilfsbund haben Sie herausgestellt, da\u00df aus genetischen Gr\u00fcnden keine Verbesserung durch gezielte Z\u00fcchtung erreicht werden kann. Wie sehen diesbzgl. die derzeitigen Debatten zwischen Genetikern und Evolutionsbiologen aus?<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die \u201egenetische Entropie\u201c wird von den meisten Genetikern und Evolutionsbiologen nicht diskutiert, weil sie der Evolutionslehre widerspricht. Nur einige wenige wagen es, die stetige Abnahme der Qualit\u00e4t des Erbguts aller Lebewesen (auch des Menschen) zu thematisieren. Manche machen sich Sorgen, dass die Menschen in k\u00fcnftigen Zeiten noch h\u00e4ufiger erkranken werden und weniger k\u00f6rperliches und kognitives Leistungsverm\u00f6gen besitzen werden. Manche schlagen vor, gezielt genetische Ver\u00e4nderungen an Menschen vorzunehmen, um der \u201egenetischen Entropie\u201c entgegenzuwirken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #008000;\"><strong>Sie sind f\u00fcnffacher Vater. Gibt es etwas, was Sie dadurch f\u00fcr Ihre Arbeit an der Sch\u00f6pfungslehre gelernt haben?<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich habe vor allem gelernt, dass Gottes Ordnungen gut sind \u2013 auch die Familie aus Vater, Mutter und Kindern als Teil der herrlichen Sch\u00f6pfungsordnung Gottes. So wie Gott das Universum und die Natur sch\u00f6n und gut geordnet hat, so hat er auch gute Ordnungen f\u00fcr das Zusammenleben der Menschen etabliert (Familie, Gemeinde, Volk). Wenn die Menschen diese Ordnungen gem\u00e4\u00df seinem Willen ausleben w\u00fcrden, anstatt dagegen zu rebellieren, w\u00fcrden wir in einer wesentlich besseren Welt leben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Die Fragen stellten Stefan Felber und Johann Hesse.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Mehr Informationen \u00fcber die Studiengemeinschaft Wort und Wissen<br \/>\nfinden Sie hier: www.wort-und-wissen.org<\/em><\/p>\n<p><em>Das Interview ist im Aufbruch &#8211; Informationen des Gemeindehilfsbundes 1\/2025 (Juni) erschienen. Wenn Sie den Aufbruch kostenlos abonnieren m\u00f6chten, schreiben Sie bitte an info@gemeindehilfsbund.de. <a href=\"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/aufbruch_1_2025.pdf\">Die aktuelle Ausgabe kann hier heruntergeladen werden<\/a>.\u00a0<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Chemiker Dr. Boris Schmidtgall (geb. 1983) ist seit 2018 vollzeitlicher Mitarbeiter bei der Studiengemeinschaft Wort und Wissen ist. 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