{"id":21840,"date":"2025-06-28T09:20:24","date_gmt":"2025-06-28T07:20:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=21840"},"modified":"2025-06-30T11:03:09","modified_gmt":"2025-06-30T09:03:09","slug":"helmpflicht-eph-617a","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=21840","title":{"rendered":"Helmpflicht! (Eph. 6,17a)"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Was f\u00fcr den Motorradfahrer Pflicht ist, wird f\u00fcr den Fahrradfahrer immer wieder diskutiert: mit oder ohne Helm fahren. Es geschehen zu viele schlimme Unf\u00e4lle mit gef\u00e4hrlichen Kopfverletzungen bei Fahrradfahrern, die keinen Helm aufgesetzt hatten.\u00a0In der Antike trug man einen Helm beim K\u00e4mpfen \u2013 vor allem in Kriegen, aber teilweise auch bei Sportwettk\u00e4mpfen. Paulus macht deutlich: F\u00fcr Christen besteht nicht nur Helmpflicht, sondern sogar \u201eSchutzanzugpflicht\u201c. Er sagt: \u201eZieht an die Waffenr\u00fcstung Gottes.\u201c Die \u201eWaffenr\u00fcstung\u201c in Eph 6,11 ff setzt eine Kampfsituation voraus. Der \u201eHelm des Heils\u201c ist ein Teil dieser \u201eWaffenr\u00fcstung.\u201c Damit wird das g\u00f6ttliche Heil angesprochen, das unserem Leben Schutz vor Satan und S\u00fcnde bietet. Wie wir dieses Heil und diesen Schutz erleben k\u00f6nnen, ist Thema der heutigen Predigt. In 5 Punkten wollen wir dar\u00fcber nachdenken:<!--more--><\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\">\n<li>Der verlorene Helm des Heils<\/li>\n<li>Der g\u00f6ttliche Helm des Heils<\/li>\n<li>Der gefundene Helm des Heils<\/li>\n<li>Der gegenw\u00e4rtige Helm des Heils<\/li>\n<li>Der zuk\u00fcnftige Helm des Heils<\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>1. Der verlorene Helm des Heils<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Adam und Eva, das erste Menschenpaar in der Bibel, lebten im Paradies, d. h. in der Unmittelbarkeit vor Gott. Er selbst hatte die Menschen geschaffen nach seinem Bilde. Ganz nahe waren sie ihm, so nahe, dass Gott h\u00e4tte sagen k\u00f6nnen: \u201eUnd siehe, es war sehr gut.\u201c Aber mit einem Mal \u00e4ndert sich das Bild. Es ist, als ob an einem strahlend hellen Fr\u00fchlingstag eine dunkle Regenwolke sich pl\u00f6tzlich vor die Sonne schiebt und schwarze Schatten \u00fcber die eben noch helle Landschaft wirft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eAber die Schlange war listiger als alle Tiere auf dem Felde, die Gott der Herr gemacht hatte.\u201c Die Schlange, die in unserer Geschichte das B\u00f6se verk\u00f6rpert, die widerg\u00f6ttliche Macht. Die Schlange, die unheimlich dunkle Alternative, die Gott zugelassen hat in seiner Sch\u00f6pfung, damit der Mensch in der Spannung zwischen Gut und B\u00f6se, zwischen Gehorsam und Ungehorsam, zwischen Liebe und Selbstverwirklichung seine Freiheit bew\u00e4hren soll. Dies ist der Adel des Menschen als K\u00f6nig der Sch\u00f6pfung, der nicht wie ein Tier von einem festliegenden Instinkt geleitet und getrieben wird, sondern zu freier Verantwortung vor Gott berufen ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist merkw\u00fcrdig: Die Schlange ist auf einmal da. Die M\u00f6glichkeit zur S\u00fcnde ist einfach da. Das zu wissen, gen\u00fcgt: Wo Adam ist, da ist die Schlange. Wo Menschen sind, lauert die S\u00fcnde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das B\u00f6se ist da. Es ist eine deutlich erkennbare Stufenleiter der Verf\u00fchrung, die wir hier beobachten. Man k\u00f6nnte denken, die Schlange habe Psychologie studiert, so geschickt und einf\u00fchlsam geht sie zu Werke. Sie marschiert nicht mit klingendem Spiel, weithin sichtbar und h\u00f6rbar, auf die Menschen los. Sie schleicht auf leisen Sohlen und mit vorsichtigen Schritten. Was sind ihre Mittel?<\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\">\n<li>Zweifel s\u00e4en: \u201eJa, sollte Gott gesagt haben?\u201c<\/li>\n<li>Mit L\u00fcge und Halbwahrheiten aufwarten: \u201eIhr werdet keineswegs des Todes sterben, . . . ihr werdet sein wie Gott.\u201c Sie will uns einfl\u00fcstern: Ihr habt Gott missverstanden. Man darf seine Gebote nicht so genau nehmen. Vor dem S\u00fcndenfall wussten sie, was gut ist und was b\u00f6se w\u00e4re, nach dem S\u00fcndenfall wissen sie, was b\u00f6se ist und was gut w\u00e4re.<\/li>\n<li>Die Sinne mit Verf\u00fchrung vernebeln: \u201eUnd das Weib sah, dass von dem Baum gut zu essen w\u00e4re und dass er eine Lust f\u00fcr die Augen w\u00e4re und verlockend.\u201c Es ist hier offenkundig: Sie verfallen ihm mit Haut und Haaren. Augen, Ohren, Fantasie und Sinnenwelt: Sie sah &#8211; sie nahm &#8211; sie a\u00df &#8211; sie gab.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Rosenius: \u201eSo pflegt es der Teufel zu machen. Er f\u00e4ngt damit an, den Glauben zu ersch\u00fcttern, verwirrt den Verstand \u00fcber Gottes Wort und macht den Menschen \u00fcber Gottes Meinung ungewiss. Gelingt ihm dies, so gewinnt er alles. Verbleibt der Mensch dagegen fest, hat er verspielt. Das wei\u00df der Teufel.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDeshalb,\u201c sagt Luther, \u201eging er damit um, dass er durch seine Rede Eva von dem wegf\u00fchren k\u00f6nnte, was Gott gesagt hatte, und hat so, wenn er das Wort aus dem Wege ger\u00e4umt hatte, den guten Willen verdorben, den der Mensch vorher hatte, so dass er sich gegen Gott auflehnte. Er hat auch den Verstand verwirrt und verdorben, so dass er an Gottes Willen zweifelte. Daraus folgt dann eine ungehorsame und gegen Gott streitende Hand, . . . Kurz: Auf Unglauben oder Zweifel an Gott und Seinem Wort folgt alles B\u00f6se; . . . \u2013 Solches beabsichtigt er nun mit dieser frechen, hinterlistigen Frage: \u201eJa, sollte Gott gesagt haben?\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In dieser Weise arbeitet die alte Schlange. Das Unheil ist vorprogrammiert. Das Heil geht verloren. Dieses Heil ist ausschlie\u00dflich in der Gemeinschaft mit Gott begr\u00fcndet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Paulus sagt in R\u00f6mer 3,10-12 dazu: Wir sind alle Nachkommen Adams und deswegen alle unter der S\u00fcnde: Da ist keiner, der gerecht ist, auch nicht einer. Jetzt hei\u00dft es immer: Ich, meiner, mir, mich. In Gottes Wort hei\u00dft es dazu: nicht einer, keiner, keiner, keiner, auch nicht einer, kein Fleisch. Alle leiden unter der Trennung von Gott und sind zum Unheil geboren, zur H\u00f6lle verdammt.<\/p>\n<p><strong>2. Der g\u00f6ttliche Helm des Heils<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Paulus lehnt sich bei der Formulierung \u201eHelm des Heils\u201c offensichtlich an Jes 59,17 an, wo wir lesen: \u201eEr zog Gerechtigkeit an wie einen Panzer und [setzte] den Helm des Heils auf sein Haupt.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Begriff \u201eHeil\u201c im Kontext von Jesaja wird nicht nur in Bezug auf die Rettung des Lebens vor dem ewigen Tod und der ewigen Trennung von Gott gebraucht, sondern auch in Bezug auf die Hilfe und das Eingreifen Gottes im Leben der Menschen und des Volkes Israel allgemein. Die Grundlage daf\u00fcr ist die heile Beziehung des Einzelnen und des Volkes Israel zu Gott. Diese Grundlage war zur Zeit von Jesaja (um 700 v. Chr.) in Israel aber nicht vorhanden. Deshalb verhei\u00dft Gott das Gericht, aber auch das Heil danach durch den kommenden Welterl\u00f6ser, den \u201eKnecht Gottes\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00dcber dieses Heil finden wir bei Jesaja u. a. folgende Verhei\u00dfungen: Jes 12,2 f.: \u201eSiehe, Gott ist mein Heil\/meine Rettung\/meine Hilfe.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jes 25,9: \u201eAn jenem Tag wird man sagen: Siehe da, unser Gott, auf den wir hofften, dass er uns rette! . . . Wir wollen jauchzen und uns freuen in seiner Rettung\/seines Heils!\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jes 49,6: \u201eEr spricht: . . . So habe ich dich zum Licht der Nationen gemacht, [dass] mein Heil reiche bis an die Enden der Erde.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gott verhei\u00dft Israel und der Welt sein umfassendes Heil. Und dieses Heil verwirklicht er durch den kommenden Messias. Wie das geschehen soll, wird u. a. in Jes 53 beschrieben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der kommende Welterl\u00f6ser wird die S\u00fcndenschuld der Menschheit tragen und somit Vergebung erm\u00f6glichen. Jesus l\u00f6st das Schuldproblem, die Trennung von Gott.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jesus (\u05b7\u201eJahwe ist Heil\/Rettung;\u201c vgl. Mt 1,21; Apg 4,12) hat dieses umfassende Heil durch sein Leiden und Sterben sowie durch seine Auferstehung und Himmelfahrt erm\u00f6glicht, und er wird es zu seinem Ziel f\u00fchren.<\/p>\n<p>K\u00fcnneth sagt: Der Sohn als die Heilspr\u00e4senz Gottes . . . Die Ganzheit der Heilszuwendung Gottes an die Menschen,. . . ist in dem Sohn gegenw\u00e4rtig und vollendet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In Jesus haben wir Rettung. \u201eDu sollst Seinen Namen Jesus hei\u00dfen; denn Er wird Sein Volk erretten von ihren S\u00fcnden\u201c (Matth. 1, 21). So lautete es schon bei der Geburtsank\u00fcndigung des Herrn.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In Jesus haben wir Vergebung. Jeder, der an den Sohn Gottes glaubt, empf\u00e4ngt Vergebung in Seinem Namen (Apg. 10,43). Der Name Jesus steht zwischen dem S\u00fcnder und Gott und deckt alle S\u00fcnden zu.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In Christus sind verborgen alle Sch\u00e4tze der Weisheit und der Erkenntnis. In Christus ist die ganze F\u00fclle der Gottheit leibhaftig vorhanden (Kol. 2,3.9).<\/p>\n<p>Albrecht Bengel sagt: Jesus Christus ist der Erste und der Letzte. Vor ihm sollen wir nichts wissen und nach ihm k\u00f6nnen wir nichts begehren, auf ihn soll unser Herz ganz und gar gerichtet sein. Er ist der einzige Heiland, vor dem kein anderer gewesen ist und nach dem keiner sein wird. Der einzige Seligmacher, an den wir uns zuerst und zuletzt halten sollen, an dem wir ganz genug haben. An Christus haben wir alles. Er, der Einzige, ist jedermann zug\u00e4nglich.<\/p>\n<p><strong>3. Der gefundene Helm des Heils<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das erinnert an eine Szene aus dem Leben des kleinen Fritz. Er war geistig und k\u00f6rperlich sehr eingeschr\u00e4nkt und wuchs in einem schw\u00e4bischen Dorf auf. Schulbesuch war unm\u00f6glich. Die Nachbarskinder konnten nichts mit ihm anfangen und wandten sich ab wenn er kam. Sein einziger Freund war sein kleiner Stoffhund. Den dr\u00fcckte Fritz bei Kummer an sich und suchte bei ihm Trost.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dann kam Fritz in eine Einrichtung f\u00fcr Behinderte. Biblische Geschichten, die er dort h\u00f6rte, weckten bei ihm ein tiefes Vertrauen zu Jesus, dem Freund der Schwachen. Am Hauseingang sah er immer eine Jesus-Figur, die sich einem Kranken zuwandte. Eines Tages umringten ihn einige gro\u00dfe Jungen beim Spielen. Sie verspotteten ihn, entrissen ihm das Stofftier, und am Ende lag es zerrissen am Boden. Fritz hob den Hund auf und dr\u00fcckte ihn an sich. Laut weinend humpelte er zum Hauseingang und klammerte sich an die Jesusfigur, hielt dem Heiland das zerrissene Stofftier entgegen und rief immer wieder: \u201eHeil machen! Heil machen!\u201c \u2013 Ein bewegendes Bild! So lief dieser Junge mit seinem Kummer zu Jesus und brachte ihm seinen verletzten \u201eFreund\u201c. Fritz hatte begriffen: Es gibt nur einen, der meine Not versteht und Zerrissenes heil machen kann! (ZmG 2024-4)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ob wir am Heil Gottes Anteil haben, h\u00e4ngt davon ab, ob wir uns Jesus Christus durch den Glauben an ihn zuwenden oder nicht. Wer durch Jesus Christus Vergebung aller S\u00fcnden und ewiges Leben empf\u00e4ngt, hat grunds\u00e4tzlich Anteil an diesem Heil. Und er darf immer mehr in dieses Heil hineinwachsen. Er erlebt die Hilfe Gottes im konkreten t\u00e4glichen Leben. Er wei\u00df: Jesus hat mich nicht nur f\u00fcr das Jenseits und den Himmel, errettet, sondern er rettet mich hier schon in Anfechtungen und N\u00f6ten, und er ist mein t\u00e4glicher Helfer im Leben. Wir leben trotzdem noch in einer gefallenen Welt, aber der Himmel ist durch Jesus Christus gegenw\u00e4rtig.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer diesen Namen anruft, darf wissen: Mir wird Heil durch den Glauben an Jesus, ja, selbst die Gerechtigkeit Gottes zuteil (R\u00f6m. 3,23-24; 1. Tim. 1,15).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das vollkommene Heil hat Gott uns am Kreuz durch Jesu Opfertod erworben: Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden h\u00e4tten, und durch seine Wunden sind wir geheilt (Jes. 53,6). Die Auferstehung Jesu best\u00e4tigt den Sieg \u00fcber H\u00f6lle, Tod und Teufel, die Auferstehung Jesu best\u00e4tigt unser Heil, das S\u00fchneopfer Jesu am Kreuz ist von Gott dem Vater angenommen. Sein Opfer hat ewige G\u00fcltigkeit und \u00f6ffnet den Weg zu Gott f\u00fcr alle bu\u00dffertigen S\u00fcnder.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Martin Luther hat das Geheimnis des Heils in seinem Katechismus so formuliert: Ich glaube, dass Jesus Christus, wahrhaftiger Gott vom Vater in Ewigkeit geboren und auch wahrhaftiger Mensch von der Jungfrau Maria geboren, sei mein Herr, der mich verlornen und verdammten Menschen erl\u00f6set hat, erworben, gewonnen von allen S\u00fcnden, vom Tode und von der Gewalt des Teufels; nicht mit Gold oder Silber, sondern mit seinem heiligen, teuren Blut und mit seinem unschuldigen Leiden und Sterben; damit ich sein eigen sei und in seinem Reich unter ihm lebe und ihm diene in ewiger Gerechtigkeit, Unschuld und Seligkeit, gleichwie er ist auferstanden vom Tode, lebet und regieret in Ewigkeit. Das ist gewisslich wahr. (Luthers kleiner Katechismus, 2. Hauptst\u00fcck: Der Glaube, 2. Artikel: Von der Erl\u00f6sung)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dieses Heil Gottes realisiert sich, indem ich Jesus Christus mein Leben anvertraue.<\/p>\n<p><strong>4. Der gegenw\u00e4rtige Helm des Heils<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Soldaten im 2. Weltkrieg trugen den schweren Stahlhelm. Der bot dem Soldaten Schutz. Wenn ein Geschoss den Stahlhelm rechtwinklig traf, dann ging es ja wohl durch. Aber wenn es von der Seite kam, dann prallte es ab. Kleine Granatsplitter f\u00fcgten dem Soldaten auch keinen Schaden zu. So bot der Helm dem Soldaten Deckung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Paulus spricht nicht nur vom \u201eHelm des Heils.\u201c In 1. Thess 5,8 spricht Paulus vom \u201eHelm der Hoffnung des Heils\/der Rettung.\u201c An dieser Stelle betont Paulus das Heil im Jenseits nach dem Tod. Hier in Eph 6,17 bezieht Paulus das Heil schon auf das Heute und Jetzt. Jesus hat das Heil gebracht und verwirklicht, aber dieses Heil ist in dieser Welt immer auch angefochtenes Heil. Darum brauchen die Gl\u00e4ubigen den Schutz des \u201eHelms\u201c des Heiles Gottes heute.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Helm bedeckte im Kampf u. a. Kopf und Nacken. Im \u00fcbertragenen Sinn bedeutet das wohl vor allem, dass wir als Gl\u00e4ubige unsere Gedanken sch\u00fctzen sollen. Die Gedanken spielen eine wichtige Rolle:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jes 55,7-9: \u201eDer Gottlose verlasse seinen Weg und der Mann der Bosheit seine Gedanken! Und er kehre um zu dem HERRN, &#8230;\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach 2. Kor. 10,5 sollen wir alle Gedanken unter den Gehorsam Christi nehmen. Die Gedanken sind also nicht zollfrei.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unsere Gedanken, die uns besch\u00e4ftigen, pr\u00e4gen stark unser Leben. Deshalb ist es keineswegs gleichg\u00fcltig, womit wir uns in unseren Gedanken besch\u00e4ftigen. Wenn Paulus nun sagt, dass die Gl\u00e4ubigen den \u201eHelm des Heils\u201c tragen sollen, so bezeichnet er damit offensichtlich das von Gott geschenkte Heil als \u201eHelm\u201c, das die Gl\u00e4ubigen besch\u00fctzt. Doch die Gl\u00e4ubigen haben dieses Heil ja mit der Zuwendung zu Jesus Christus bereits empfangen, warum sollen sie es nun noch ergreifen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie weit uns dieses von Gott geschenkte Heil vor S\u00fcnde und vor falschen Wegen sch\u00fctzt, h\u00e4ngt eng damit zusammen, wie wir dieses Heil leben. Dieses Heil soll nun immer mehr unsere neue Lebensweise als Christen bestimmen. Wir sollen uns in unserem Denken und Handeln immer mehr vom Wort Gottes pr\u00e4gen lassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Besch\u00e4ftigung mit dem Wort Gottes wird heilsam f\u00fcr unser Leben sein. Paulus spricht in dieser Hinsicht von der \u201egesunden Lehre\u201c und vom \u201egesunden Glauben.\u201c Die \u201egesunde Lehre\u201c f\u00fchrt demnach zu einem \u201egesunden Glauben\u201c, und beides zusammen wird das Leben gesund werden lassen. Die Grundlage daf\u00fcr ist das Wort Gottes. In Ps. 119,9-10 hei\u00dft es: Wie wird ein junger Mann seinen Weg unstr\u00e4flich gehen? Wenn er sich h\u00e4lt an deine Worte. Ich suche dich von ganzem Herzen; lass mich nicht abirren von deinen Geboten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ob wir jung sind oder alt, ob wir neu bekehrt sind oder alte Hasen, wir alle brauchen diese Grundlage des Wortes Gottes. Die Zeit, die wir mit dem Wort Gottes verbringen, ist deshalb immer Segenszeit, die heilsam f\u00fcr unser Leben sein wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Leben als Christ ist kein Spaziergang von H\u00f6henweg zu H\u00f6henweg, auf Rosen gebettet, sondern ein Gang durch dunkle T\u00e4ler. Gott pr\u00fcft unseren Glauben auf Echtheit und reinigt uns von den Schlacken der Selbstbestimmung. Der Helm des Heils ist hier ein Bild der Gewissheit des Heiles, die wir haben m\u00fcssen, um siegreich und mit Aussicht auf Erfolg zu uns durchzuk\u00e4mpfen und das dunkle Tal bewahrt zu durchlaufen..<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Heilsgewissheit! Gibt es so etwas? Viele habe ich sagen h\u00f6ren: \u201eHeilsgewissheit? So etwas gibt&#8217;s nicht! Wer das sagt, dass er Heilsgewissheit h\u00e4tte, der ist ein Schw\u00e4rmer oder ein hochm\u00fctiger Pharis\u00e4er. Es ist Selbst\u00fcberhebung, so zu sprechen!\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Luther hat die kostbare Lehre von dem allgemeinen Priestertum aller Gl\u00e4ubigen wieder ans Licht gebracht. Auch die kostbare Lehre von der Heilsgewissheit hat Luther wieder betont. Der Gl\u00e4ubige ist seines Heiles aus Gnaden gewiss.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer keine Heilsgewissheit hat, dem fehlt der Helm des Heils, dem fehlt ein n\u00f6tiges St\u00fcck der Waffenr\u00fcstung. Dir fehlt das Wesentliche.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Denn die Bibel ist voll Heilsgewissheit. Paulus sagt: \u201eIch bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, . . . mich scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christo Jesu ist.\u201c Und Johannes bezeugt: \u201eWir wissen, dass wir aus dem Tode in das Leben gekommen sind.\u201c Die Briefe der Apostel sind voll von Ausdr\u00fccken der Heilsgewissheit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Gesangbuch ist voll von Heilsgewissheit: \u201eMir ist Erbarmung widerfahren,\u201c das ist ein Lied voll Heilsgewissheit. \u201eIch habe nun den Grund gefunden\u201c ebenfalls, \u201eJesus nimmt die S\u00fcnder an, mich hat er auch angenommen\u201c desgleichen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn du noch keine Heilsgewissheit hast, dann musst du schauen, dass du sie auch bekommst. Und wie bekommt man sie? Durch die Erfahrung der Gnade Gottes, die unsre S\u00fcnden vergibt, und aus verlorenen S\u00fcndern gerettete Kinder Gottes macht.<\/p>\n<ul>\n<li style=\"text-align: justify;\">\u008cPaulus, als er noch der Pharis\u00e4er Saulus war, hatte eine eingebildete Heilsgewissheit. Er meinte, weil er ein Israelit, ein Pharis\u00e4er, ein Theologe und ein Mitglied des Hohen Rates sei, k\u00f6nne es ihm gar nicht fehlen. Er war seines Heiles ganz gewiss. Aber diese Gewissheit ruhte auf seiner Einbildung.<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Heute geht es vielen Leuten so. Sie bilden sich ein, dass sie in den Himmel kommen, weil sie getauft und konfirmiert sind und in die Kirche und zum Abendmahl gehen.<\/p>\n<ul>\n<li style=\"text-align: justify;\">\u008dDann kam 2. Paulus wurde seines Heils ungewiss. Das geschah bei der Steinigung des Stephanus. Das strahlende Gesicht des Sterbenden und seine F\u00fcrbitte machten einen tiefen Eindruck auf ihn und weckten die Frage in seinem Herzen: \u201eWenn diese Ketzer recht h\u00e4tten, dann h\u00e4tte ich unrecht, und das darf nicht wahr sein!\u201c Aber ein Stachel war doch in sein Herz gedrungen. Er war seines Heils ungewiss geworden. So geht es auch heute. Da sind erweckte Christen, die behaupten, Vergebung der S\u00fcnden und Frieden mit Gott zu haben. Man tut das einfach als Sektiererei ab. Aber man sieht, dass diese Leute wirklich etwas haben, was den andern fehlt. Und nun kommt das gro\u00dfe Fragezeichen: \u201eSollten sie doch recht haben?\u201c Die Selbstsicherheit wird ersch\u00fcttert.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li style=\"text-align: justify;\">Dann kommt 3.: Jesus wirft Paulus in den Dreck. Blind und gebeugt kommt er nach Damaskus. Er a\u00df nicht und trank nicht \u2013 drei Tage lang. Warum nicht? Er war seines Unheils gewiss. Sein ganzes Leben war verloren. O, dass sind gesegnete Stunden, wenn ein Mensch zu der Erkenntnis kommt: Ich verlorener und verdammter Mensch! Wenn man seines Unheils gewiss wird und einsieht, dass man sich auf dem Wege des Verderbens befindet.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li style=\"text-align: justify;\">\u008fAber dann die letzte Stufe: dass man seines Heils gewiss wird. An die T\u00fcr des Paulus klopft der J\u00fcnger Ananias. \u201eLieber Bruder Saul, der Herr, der dir erschienen ist auf dem Wege, der hat mich zu dir gesandt, dass du wieder sehend und mit dem Heiligen Geist erf\u00fcllt werdest.\u201c Und Paulus glaubte dem Wort und wird seines Heils gewiss.<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das ist der Weg auch heute, dass man als ein verlorener S\u00fcnder zu Jesus kommt und seine Gnade erf\u00e4hrt, \u201edie aus einem S\u00fcndenknechte einen neuen Menschen macht.\u201c Dann ruht die Heilsgewissheit nicht auf Einbildung, sondern auf erlebter und erfahrener Gnade.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Helm des Heils gibt uns Heilsgewissheit in Bezug auf unsere Vergangenheit und Gegenwart.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>5. Der zuk\u00fcnftige Helm des Heils<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im 1. Thess. 5,8 schreibt Paulus: Angetan mit dem Panzer des Glaubens und der Liebe und mit dem Helm der Hoffnung auf das Heil. Der Helm der Hoffnung des Heils gibt uns Siegesgewissheit in Bezug auf unsere Zukunft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Apostel Petrus spricht von einer lebendigen Hoffnung. Es gibt also auch eine tote Hoffnung, und von dieser toten Hoffnung leben die Kinder dieser Welt. Sie setzen ihre Hoffnung auf Reichtum, Gl\u00fcck, Ansehen, Macht und Ehre. All das aber tr\u00fcgt. Man l\u00e4uft dem Irrlicht entgegen und ger\u00e4t dabei in den Sumpf der S\u00fcnde. So sieht die ,Hoffnung der Kinder dieser Welt\u2019 aus. Christen haben eine lebendige Hoffnung, die nie zuschanden werden l\u00e4sst. Diese lebendige Hoffnung gr\u00fcndet sich auf die Auferstehung Jesu von den Toten. Gott hat einen Weg gefunden, um uns aus dem Tod und der S\u00fcnde in die Welt des ewigen Lebens zu f\u00fchren. In dem Augenblick, als Jesus auferstand, hat er das Fundament f\u00fcr die Hoffnung der Kinder Gottes gelegt. Weil er auferstanden ist, werden auch wir einmal auferstehen, und zwar mit ihm in Herrlichkeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zur lebendigen Hoffnung geh\u00f6rt auch das Warten auf die Erl\u00f6sung unseres Leibes. Petrus nennt uns im 1. Brief drei Eigenschaften des zuk\u00fcnftigen Erbes:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das zuk\u00fcnftige Erbe ist unverg\u00e4nglich. Alles auf Erden tr\u00e4gt den Stempel der Verg\u00e4nglichkeit, hier ist alles dem Wechsel unterworfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das zuk\u00fcnftige Erbe ist unbefleckt, im Gegensatz zum irdischen Erbe, das sehr oft irgendwie befleckt ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das zuk\u00fcnftige Erbe ist ein unverwelkliches Erbe. S\u00fcnde und Tod haben keine Macht mehr. Das himmlische Erbe wird von immerw\u00e4hrender Sch\u00f6nheit und Freude erf\u00fcllt sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das ist der Helm des Heils, die lebendige Hoffnung, die wir als Kinder Gottes haben. Im Blick auf dieses Reich d\u00fcrfen wir uns freuen. Da k\u00f6nnen wir siegesgewiss ausrufen: Jesus ist Sieger! Im Blick auf diese Hoffnung fordert uns der Apostel Paulus auf: \u201eNehmt den Helm des Heils.\u201c Er liegt f\u00fcr uns bereit, wir brauchen nur zu nehmen.<\/p>\n<p><em>Thomas Karker, Bremen, Predigt vom 22.6.2025<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was f\u00fcr den Motorradfahrer Pflicht ist, wird f\u00fcr den Fahrradfahrer immer wieder diskutiert: mit oder ohne Helm fahren. Es geschehen zu viele schlimme Unf\u00e4lle mit gef\u00e4hrlichen Kopfverletzungen bei Fahrradfahrern, die keinen Helm aufgesetzt hatten.\u00a0In der Antike trug man einen Helm beim K\u00e4mpfen \u2013 vor allem in Kriegen, aber teilweise auch bei Sportwettk\u00e4mpfen. 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