{"id":21765,"date":"2025-05-20T15:48:10","date_gmt":"2025-05-20T13:48:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=21765"},"modified":"2025-05-20T15:48:10","modified_gmt":"2025-05-20T13:48:10","slug":"wem-gehoert-das-heilige-land","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=21765","title":{"rendered":"Wem geh\u00f6rt das Heilige Land?"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Im Juli vergangenen Jahres war in einer Zeitung zu lesen, dass nach Auffassung des h\u00f6chsten UN Gerichts in\u00a0 Den Haag Israels Siedlungspolitik illegal sei. Es gibt einfach\u00a0 keine Ruhe, wie auch die j\u00fcngste Vergangenheit deutlich macht, nachdem am 7. Oktober 2023 Terroristen der Hamas Israel \u00fcberfallen haben und ein grausames Massaker ver\u00fcbten.\u00a0Bei der Berufung Abrahams in 1. Mose 12 verspricht ihm Gott, dass er Abraham segnen werde und dass durch ihn alle Geschlechter der Erde Gottes Segen empfangen werden und in diesem Zusammenhang verspricht Gott dem Abraham, dass seine Nachkommen das Land Kanaan geh\u00f6ren soll. In anderen Bibelstellen wird Gott noch konkreter, was das versprochene Land angeht.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sollte sich Israel jedoch nicht an den Bund halten, den Gott mit ihm gemacht hat, wird das schlimme Folgen haben. In 5.Mose 28 hei\u00dft es in den Versen 64 bis 66: \u201eDenn der Herr wird dich zerstreuen unter alle V\u00f6lker von einem Ende der Erde bis ans andere, und du wirst dort anderen G\u00f6ttern dienen, die du nicht kennst, noch deine V\u00e4ter: Holz und Steinen. Dazu wirst du unter jenen V\u00f6lkern keine Ruhe haben, und deine F\u00fc\u00dfe werden keine Ruhestatt finden. Denn der HERR wird dir dort ein bebendes Herz geben und erl\u00f6schende Augen\u00a0 und eine verzagende Seele und eine verzagende Seele. Und dein Leben wird immerdar in Gefahr schweben; Nacht und Tag wirst du dich f\u00fcrchten und deines Lebens nicht sicher sein.\u201c Diese Unheilsank\u00fcndigung verwirklichte sich zuerst, indem sich das Assyrische Reich \u00fcber Nordisrael, \u00fcber das Zehnst\u00e4mmereich hermachte und gro\u00dfe Teile der Bev\u00f6lkerung deportierte und Menschen anderer V\u00f6lker in diesen Gebieten ansiedelte (siehe 2. K\u00f6nige 17,6-7). Juda wurde dann vom Babylonischen K\u00f6nig weggef\u00fchrt (siehe 2. Chr. 36,20-21). Die Juden konnten zwar wieder zur\u00fcckkommen und Jerusalem wieder aufbauen, nach dem Wort des HERRN. Doch der entscheidene Einschnitt in der Geschichte Israels war der, dass der ihm von Gott gesandte und schon lange zuvor verhei\u00dfene Messias Jesus Christus nicht angenommen wurde, ja, sogar verworfen wurde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dies hatte ein schlimmes Gericht zur Folge. Wie Jesus in Matth. 24,1+2 voraussagte, wurde Jerusalem mit dem wunderbaren Tempel zerst\u00f6rt, was dann auch 70 nach Christus eingetroffen ist. In Luk. 21,20-24 k\u00fcndigte Jesus das schlimme Gericht \u00fcber Jerusalem an. In den Jahren 132 bis\u00a0 134 n. Chr. wurde dann in einem schrecklichen Krieg durch den r\u00f6mischen Kaiser Hadrian das Ende des j\u00fcdischen Staates herbeigef\u00fchrt. Allerdings leuchtet am Ende dieses Abschnitts ein Licht auf, das Licht der Verhei\u00dfung als Best\u00e4tigung der Verhei\u00dfung des Alten Testaments, so in Vers 24 \u201e \u2026 und sie werden fallen durch die Sch\u00e4rfe des Schwertes und gefangen weggef\u00fchrt unter die V\u00f6lker, und Jerusalem wird zertreten werden von den Heiden, <u>bis die Zeiten der Heiden erf\u00fcllt sind.\u201c<\/u><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jesus sagte in seinen Endzeitreden vieles, was heute besonders zu beachten ist, dass z.B. die Verf\u00fchrung gro\u00df und gef\u00e4hrlich sein wird vor seiner Wiederkunft. Aber er spricht auch davon, dass der Feigenbaum, ein Symbol f\u00fcr Israel, Bl\u00e4tter gewinnen wird (Matth. 24,32 f.), dass also der Staat Israel neu als politische Gr\u00f6\u00dfe entstehen wird. Und Paulus erl\u00e4utert im R\u00f6merbrief das Geheimnis um Israel in den Kapiteln 9-11. Da gab es Christen in Rom, die etwas von oben herab auf die Juden schauten. Paulus wehrt sich dagegen. Seid nicht stolz! Israels teilweise Verwerfung dient eurem Heil! \u201eNun sprichst du: Die Zweige sind ausgebrochen worden, damit ich eingepfropft w\u00fcrde. Ganz recht! Sie wurden ausgebrochen um ihres Unglaubens willen; du aber stehst fest durch den Glauben. Sei nicht stolz, sondern f\u00fcrchte dich!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hat Gott die nat\u00fcrlichen Zweige nicht verschont, wird er dich doch wohl auch nicht verschonen. Darum sieh die G\u00fcte Gottes aber dir gegen\u00fcber, sofern du bei seiner G\u00fcte bleibst; sonst wirst durch auch abgehauen werden.\u201c (R\u00f6m. 11,19-22)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Durch den Fall Israels ist den Heiden das Heil widerfahren, damit Israel ihnen nacheifern sollte. Jetzt ist die Zeit der Gemeinde, der weltweiten Mission. Solange ist Israel sozusagen mit seiner heilsgeschichtlichen Bestimmung auf dem Abstellgleis. Aber: \u201eVerstockung ist einem Teil Israels widerfahren, solange bis die F\u00fclle der Heiden zum Heil gelangt\u00a0 ist; so wird ganz Israel gerettet.\u201c (Vgl. Kap. 11,25b-26b).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun, wie wird Israel gerettet?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Prophet Sacharja schildert das in prophetischer Weitsicht (Sach. 12,10):<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eAber \u00fcber das Haus David und \u00fcber die B\u00fcrger Jerusalems will ich ausgie\u00dfen den Geist der Gnade und des Gebets. Und sie werden mich ansehen, den sie durchbohrt haben, und sie werden um ihn klagen, wie man klagt um ein einziges Kind, und werden sich um ihn betr\u00fcben, wie man sich betr\u00fcbt um den Erstgeborenen.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei Jesu Wiederkunft geschieht das! Da wird Israel als Ganzem die Einsicht geschenkt \u00fcber ihren Messias. Und es ist beispielhaft bei Paulus als Einzelnem geschehen, der pl\u00f6tzlich vor Damaskus erkannt hat, als ihm Jesus erschien, welche Bedeutung Jesus hat und wie er mit ihm umgegangen ist. So wird es kommen f\u00fcr ganz Israel. Und es gilt: \u201eGottes Gaben und Berufung k\u00f6nnen ihn nicht gereuen\u201c (R\u00f6m. 11.29). Er ist auch der Landverhei\u00dfung gegen\u00fcber der Treue und Wahrhaftige. Gott ist treu. Er h\u00e4lt sein Wort. Darauf d\u00fcrfen wir uns auch ganz pers\u00f6nlich verlassen!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Der Umgang mit Israel in der Kirchengeschichte, bis in die Gegenwart<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bis zum Kirchenvater Augustin (354-430) hat die Alte Kirche das so geglaubt und gelehrt, wie im Vorigen ausgef\u00fchrt. Augustin ist allerdings zu der Meinung gekommen, dass sich die Verhei\u00dfungen Israel betreffend nun auf die Kirche beziehen und nicht mehr auf das Volk Israel. Ein schlimmer Einschnitt weg von der biblischen Theologie. Man nennt diese Ver\u00e4nderung \u201eSubstitionstheorie\u201c (Ersatztheorie).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das hatte auch schwerwiegende rechtliche und politische Folgen f\u00fcr die Juden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Luther, als ehemaliger Augstinerm\u00f6nch, war in seiner Auslegung von Augustinus beeinflusst. Er deutete die Stelle: \u201e \u2026 und so wird ganz Israel gerettet\u201c (R\u00f6m. 11,26) folgenderma\u00dfen: Die Verhei\u00dfung sei schon durch diejenigen Juden, die seit der Apostelzeiten bis zu seiner Zeit sich bekehrten zur Gen\u00fcge erf\u00fcllt worden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Theologe Philipp Jacob Spener (1635-1705), der als Vater des Pietismus gilt, und der ein sehr treuer Lutheraner war, schrieb in seiner Reformschrift \u201ePia Desideria\u201c etwa so: (dem heutigen Deutsch angeglichen) Wir k\u00f6nnen uns doch \u201evon dem Buchstaben, mit dem die ganze Absicht des Paulinischen Kontextes lieblich \u00fcbereinstimmt, nicht abtreiben lassen &#8230;\u201c. Das meint, Spener kann sich von der Meinung nicht abbringen lassen, die urspr\u00fcngliche Deutung von R\u00f6mer 9-11 anzuerkennen und zu vertreten, auch wenn dies seinem sehr gesch\u00e4tzten Lehrer Martin Luther widerspricht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch in neuerer Zeit wird sogar im evangelikalen Lager die Sache um Israel zum Teil wieder anders gedeutet. Die sogenannte \u201eNeue Paulusperspektive\u201c kommt zu dem Schluss, die Erf\u00fcllung des Bundes durch den Messias Jesus schlie\u00dfe die Neudefinition Israels mit ein, indem Israel vom ethnischen Volk zu einer weltweiten Familie werde, einem Volk unter den anderen V\u00f6lkern, ohne das besondere Volk Gottes des alten Bundes zu sein, mit dem Gott weiterhin seine Verhei\u00dfungen verbindet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Grunde genommen wird hier wieder das gelehrt, was Augustinus schon vertreten hat. Nach dieser Deutung wird die Aussage in R\u00f6m. 11,26, dass ganz Israel gerettet werden wird, so verstanden, dass \u201eganz Israel\u201c nicht das leibliche Israel, nicht Israel als Volk, sondern das neue Israel, der an Jesus Glaubenden aus Juden und Heiden meint. Israels Weg als nat\u00fcrliches Volk mit Verhei\u00dfung, einschlie\u00dflich der Landverhei\u00dfung, ist nach dieser Lehre zu Ende.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Johann Michael Hahn, der von 1758 bis 1819 gelebt hat, der Vater der Hahn&#8217;schen Gemeinschaft, der seine Bibel kannte und sehr ernst nahm, schrieb zu seiner Zeit, in der viele Christen den Eindruck hatten, die Wiederkunft Christi stehe unmittelbar bevor, ein Gedicht, in dem es im Blick auf Jesu Wiederkunft hei\u00dft:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Du wirst mich fragen: was ich damit meine,<br \/>\nda mir die Sache so nahe nicht scheine.<br \/>\nIsrael muss sich vorher noch versammeln<br \/>\ndort in ihr Erbland gewiss nach der Schrift;<br \/>\nweil die Propheten nicht nur davon stammeln,<br \/>\nWeil sie ein deutliches Zeugnis gestift&#8217;t.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Also dies ist noch nicht wirklich geschehen,<br \/>\ndies hat kein Auge noch also gesehen.<br \/>\nAuch ist Jerusalem noch nicht gebauet,<br \/>\nsonst h\u00e4tt&#8216; man solches auch schon geh\u00f6rt.<br \/>\nAlso was muss nicht noch vorher geschehen,<br \/>\nehe des Herrn Tag mit Augen zu sehen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">(Zitiert nach G. Salomon, Die Gefahren der Endzeit f\u00fcr die Gl\u00e4ubigen, S. 26)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zum Schluss noch ein sehr interessantes und eindr\u00fcckliches Zeugnis:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Siegfried Lichtenstaedter, ein j\u00fcdischer Verwaltungsjurist aus Bayern, der in seiner freien Zeit gelehrte, scharfsinnige und oft auch satirische Texte schrieb, hatte die Ermordung der deutschen Juden vorausgeahnt. Er wurde am 8. Januar 1885 geboren.\u00a0Am 6. Dezember 1942 wurde er im Konzentrationslager Theresienstadt ermordet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In einem fiktiven Brief, \u201eBrief an einen antisemitischen Freund\u201c, 1926 geschrieben unter dem Pseudonym \u201eU.R. Deutsch\u201c, schrieb er unter anderem \u00fcberraschende Gedanken zum Thema \u201eWiederinbesitznahme des Landes ihrer Vorv\u00e4ter\u201c. In diesem Brief l\u00e4sst er den Christen (er bezeichnet den Briefschreiber als Christen), aber er dr\u00fcckt darin seine Meinung aus) schreiben: \u201eEines ist mir als Christen vollkommen klar, dass dies \u00fcberhaupt geschehen konnte, weil es Gottes ganz besonderer Wunsch und Wille ist. Er lenkt die Geschichte der V\u00f6lker (Er schreibt so, im Jahr 1926, als w\u00e4re Israel schon gegr\u00fcndet!). Seine wiederholten Zusicherungen, dass jenes Land Abraham und seinem Samen &#8218;ewiglich, zu einem ewigen Besitztum&#8216; gegeben werden solle, dass er sein Volk bis auf den letzten Mann aus der Fremde wieder in das verheissene Land f\u00fchren werde, k\u00f6nnen nicht\u00a0\u00a0gebrochen werden\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Alles sei in der Bibel \u201egenau bestimmt\u201c, \u201ebis ins Kleinste geweissagt\u201c, einschlie\u00dflich der \u201ek\u00fcnftigen Grenzen des Landes\u201c, so hei\u00dft es an seinen antisemitischen Freund. \u201eSieh, lieber Rudi\u201c, so wendet sich der Briefschreiber an den fiktiven Adressaten, \u201eda fordert Gottes Wort wieder einmal die Menschen in die Schranken.\u201c So gewiss erf\u00fcllen sich seine Vorhersagen \u201eund wir, die wir den Anfang der Erf\u00fcllung mit sehenden Augen erleben, sollten auch nicht zweifeln, dass der Rest in Erscheinung treten wird. Aber es geht auch heute schon wie fr\u00fcher: \u201eSie haben Ohren und h\u00f6ren nicht, sie haben Augen und sehen nicht.\u201c <em>(vgl. factum 2\/2022, die Seite 20. Artikel: Thomas Lachenmaier,Prophet der Vernichtung. www.factum-magazin.ch)<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Pfarrer i.R. Manfred Baral<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Juli vergangenen Jahres war in einer Zeitung zu lesen, dass nach Auffassung des h\u00f6chsten UN Gerichts in\u00a0 Den Haag Israels Siedlungspolitik illegal sei. Es gibt einfach\u00a0 keine Ruhe, wie auch die j\u00fcngste Vergangenheit deutlich macht, nachdem am 7. 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