{"id":21756,"date":"2025-05-13T08:29:26","date_gmt":"2025-05-13T06:29:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=21756"},"modified":"2025-05-13T08:29:26","modified_gmt":"2025-05-13T06:29:26","slug":"glaubenszeugnis-graf-von-der-pahlen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=21756","title":{"rendered":"Glaubenszeugnis: Graf von der Pahlen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Unser Herr Jesus Christus, der gute Hirte, hat mich und meine Familie schon in Zeiten des Dritten Reiches gef\u00fchrt und in meinem recht bewegtem Leben vielfach oft bewahrt \u2013 \u201eohn\u2018 mein Verdienst und W\u00fcrdigkeit\u201c. ER wollte mein Leben trotz meiner vielen Schw\u00e4chen, so manchem Versagen und mancher Schuld. Darum will ich mich meines Herrn r\u00fchmen; denn ER hat es sehr gut mit mir und meiner Familie gemeint. ER hat mir immer wieder neu Vertrauen, Glauben geschenkt, auch dann, wenn ich es nicht f\u00fcr m\u00f6glich hielt. Was in meinem Leben gut und segensreich war, hat ER mir geschenkt. Es ist deswegen nicht zuf\u00e4llig, dass ich nicht nur am Ende meines hauptamtlichen Dienstes bekannt habe: \u201eAus Gottes Gnade bin ich, was ich bin\u201c (1. Kor 15, 10) \u2013 nicht mehr und nichts anderes. Dieses Wort des heiligen Paulus ist mir im Leben oft eingefallen. Ich freue mich dar\u00fcber und lobe den Dreieinigen Gott und hoffe, es auch in der letzten Phase meines irdischen Lebens weiterhin zu tun, auch dann, wenn nicht nur meines Geistes Kr\u00e4fte abnehmen.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit kaum drei Monaten wurde ich am 6.1.1944 in Allenstein \/ Ostpreu\u00dfen von einem Pastor der Bekennenden Kirche getauft \u2013 kriegsbedingt in meinem Elternhaus. Angesichts des Krieges bekam ich vier Paten. Dank der Gnade unseres Herrn Jesus Christus \u00fcberlebten meine Eltern, meine Geschwister und auch meine Paten den Zweiten Weltkrieg.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von 1948 bis 1957 lebte meine Familie in Argentinien. In meiner Kinderzeit betete meine Mutter abends mit mir und erz\u00e4hlte mir biblische Geschichten. Meine fr\u00e4nkische Gro\u00dfmutter sandte mir 1950 das \u201eGottb\u00fcchlein\u201c (E. Veit, 4. Aufl. 1949 \u2013 221-260.000; das einzige Erinnerungsst\u00fcck, das ich von ihr besitze) nach Argentinien. Zum Gottesdienst konnten wir sonntags nicht \u201egehen\u201c; denn es gab weit und breit keine evangelische Gemeinde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1952\/3 nahm mich meine 17 Jahre \u00e4ltere Schwester f\u00fcr ein halbes Jahr zu sich nach Buenos Aires. Dort konnte ich in die Schule gehen und sonntags zum Gottesdienst in die Dt.-evang. Kirche in Martinez, wo ich gerne am Kindergottesdient teilnahm. Nach unserer R\u00fcckkehr aus Argentinien (April 1957), lebten meine Mutter und ich drei Monate in Hausen \/ Oberaula. Dort nahm ich gerne an Gottesdiensten teil und wurde auch immer wieder zum Glockenl\u00e4uten herangezogen. Geistlich auch mich st\u00e4rker pr\u00e4gend war in Wunstorf Pastor Walter Henze, die fr\u00f6hliche und ernsthafte Jugendarbeit des EC und der CP-Pfadfinder (1958\u20131963). Sie veranlassten mich, bewusst mein Leben Jesus Christus anzuvertrauen und mich ganz in seinen Dienst zu stellen. Ein Besuch im Missionsseminar Hermannsburg und eine Silvesterfreizeit festigten in mir die Entscheidung, in Hermannsburg zu studieren und danach in den Dienst nach S\u00fcdamerika zu gehen. In Hermannsburg angekommen, sagte mir Pastor Dr. Olav Hanssen kurz und b\u00fcndig, als ich ihm meine Pl\u00e4ne offenbarte: \u201eSie studieren Theologie\u201c. Das war f\u00fcr mich wie die Stimme unseres Herrn und Erl\u00f6sers Jesus Christus und so \u00fcberzeugend, dass ich sofort mit dem Studium des Hebr\u00e4ischen begann \u2013 Griechisch und Latein hatte ich ja schon auf den humanistischen Gymnasien in Hannover und in Hammelburg gelernt. Ferner stand auf dem Lehrplan das Studium der Geschichte Israels und der Bibelkunde Alten und Neuen Testamentes. Das erfolgreiche Studium dieser F\u00e4cher war Voraussetzung f\u00fcr den Beginn des Studiums in Hermannsburg, um Missionar zu werden bzw. Auslandspastor in S\u00fcdamerika.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich unterwarf mich den relativ strengen Regeln des Missionsseminars mit seinem ausgepr\u00e4gten geistlichen gemeinsamen Leben der damals etwa 100 Seminaristen, unserer Dozenten und j\u00e4hrlich 10-15 Mitarbeitersch\u00fclern. Unser Alltag begann mit freiwilligem Fr\u00fchsport, an dem um 6 Uhr morgens etwa 15-20 Studenten teilnahmen, ab 7 Uhr war f\u00fcr alle Stille Zeit, um 7.30 Uhr feierten wir im Speisesaal und sp\u00e4ter in der Hauskapelle das liturgische Morgengebet (Mette). Wenn jemand Geburtstag hatte, legte ihm unser Hausvater oder ein anderer Dozent einen Vers aus den Losungen aus. Nach dem Fr\u00fchst\u00fcck begann das Studium, das bis 12 Uhr dauerte. Es folgte das Mittagsgebet, das Mittagessen und dann die pers\u00f6nliche Studienzeit. Um 18 Uhr folgte das Abendgebet (Vesper) mit Auslegung eines Bibelverses \/ einer Perikope durch einen unserer theologischen Lehrer. Nach dem Abendbrot hielten die Kurse Gebetsgemeinschaft und besprachen Probleme. Zweimal in der Woche wurde abends die Sauna angeheizt, wo sich sch\u00e4tzungsweise die H\u00e4lfte aller Studenten und Dozenten, die auch an unseren Andachten teilnahmen, im Laufe des Abends trafen. Oft wurden dort die Gespr\u00e4che aus den Vorlesungen und Seminaren fortgesetzt und diskutiert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach dem ersten Theol. Examen hatte ich ab Sep. 1971 im exponierten Vikariat der Friedenskirche in Dachau sonnt\u00e4glich zwei Gottesdienste zu feiern. Zust\u00e4ndig war ich f\u00fcr etwa 60 qkm mit \u00fcber 2000 Gemeindegliedern und f\u00fcnf Predigtstellen. Religionsunterricht erteilte ich in der Hauptsache am Gymnasium in Dachau in den Klassen 7, 10 und 11. Bereits nach f\u00fcnf Monaten Dienst wurde ich am 30.1.1972 von Oberkirchenrat Georg Lanzenstiel ordiniert. Solch ein Dienst war nur mit Gottes Hilfe, der Gnade Christi und der Kraft des Heiligen Geistes sinnvoll anzugehen! Dass es gelang, verdanke ich dem Dreieinigen Gott!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach bestandenem Examen im Juni 1971 haben Freunde mit mir eine Freizeit in Finnland durchgef\u00fchrt. Auf dieser dreiw\u00f6chigen Freizeit nahm auch Gerris von Boetticher teil. Wir verstanden uns gut und besprachen viele geistliche Fragen. Am Ende der Freizeit fragte ich sie, ob sie sich vorstellen k\u00f6nnte, mich zu heiraten und mit mir zum Dienst nach Argentinien auszuwandern. Sie bejahte meine Doppelfrage. Wir verlobten uns nach dem Besuch bei unseren Eltern und heirateten am 20. Mai 1972. Da mein Vater immer pflegebed\u00fcrftiger wurde, bat ich kurzfristig um Versetzung nach Unterfranken. Wir kamen nach Michelrieth und meine Frau konnte immer wieder f\u00fcr l\u00e4ngere Zeit zu meinen Eltern, um dort meine Mutter bei der Pflege meines Vaters zu unterst\u00fctzen, wof\u00fcr ich ihr noch heute dankbar bin. Der Herr hat es m\u00f6glich gemacht. Er sei gelobt in Ewigkeit! Nach dem 2. Theol. Examen 1973 und dem Tod meines Vaters im Februar 1974, machten wir unser Versprechen wahr und stellten uns dem Kirchlichen Au\u00dfenamt zum Dienst in der Evangelischen Kirche am Rio de la Plata zur Verf\u00fcgung und reisten im Juli von Genua aus mit dem Schiff nach Argentinien, wo wir elf Jahre dem Herrn und seinen Gemeinden missionarisch dienten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am 27. Juli 1974 begann die Reise zum Dienst In der Evang. Kirche am Rio de la Plata in Argentinien: Zun\u00e4chst ging es mit dem Nachtzug von Frankfurt nach Genau, es folgten 21 Tage auf dem Schiff. An Bord hielten wir mehrmals \u00f6kumenisch und mehrsprachlich Gottesdienste, lobten Gott mit unseren Liedern, lasen sein Wort auf Deutsch, Spanisch, Portugiesisch, Italienisch und Englisch und freuten uns an unserem Herrn und an der herzlichen Gemeinschaft. Kurz vor dem Ziel, zwischen Montevideo und Buenos Aires lief unser Schiff nachts am 17. August auf Grund \u2013 der Kapit\u00e4n hatte wohl nicht aufgepasst und wohl zu viel gefeiert. Es dauerte etliche Stunden bis wir erfolgreich abgeschleppt wurden. Im Hafen von Buenos Aires hielten wir vom Schiff aus Ausschau nach dem Pastor, der uns abholen sollte, es dauerte Stunden bis der Pastor uns abholen kam. Eigentlich, so erfuhren wir, rechnete man noch nicht mit unserer Ankunft; denn der Spanisch-Kurs, an dem meine Frau auch teilnehmen sollte, begann anders als angek\u00fcndigt erst Anfang Oktober \u2013 viele Fehlinformationen. In Deutschland hatte es in den Wochen vor der Abreise noch ziemlich heftigen Stress gegeben; denn nachdem der argentinische Staatspr\u00e4sident Juan Domingo Per\u00f3n am 1. Juli 1974 verstorben war, blieb das Konsulat in M\u00fcnchen eine ganze Woche geschlossen. Erst im letzten Moment bekamen wir unsere Visa.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In Buenos Aires wurde uns f\u00fcr die n\u00e4chsten Monate eine \u00dcbergangswohnung zugewiesen. Dort angekommen, erwartete uns der Verwalter der Gesamt-gemeinde Buenos Aires: Rodolfo Joski. Er hatte f\u00fcr uns dankenswerterweise die n\u00f6tigsten Lebensmittel eingekauft. Nach unserer Ankunft kniete er sich im \u201eWohnzimmer\u201c vor einem Gasofen hin. Nach mehreren Versuchen gelang es ihm, dem Ofen eine kleine Flamme zu entlocken, die unsere Wohnung erw\u00e4rmen sollte. In den kalten Tagen heizen viele in der Millionenstadt, so dass das Gas im Leitungsnetz meist nicht ausreicht, um alle Wohnungen zu w\u00e4rmen. Das war im Winter immer so. Daran mussten wir uns gleich gew\u00f6hnen \u2013 dem Herrn vertrauend, dass es auch wieder w\u00e4rmer werden w\u00fcrde. Es waren gerade recht kalt-feuchte Tage im s\u00fcdamerikanischen Winter \u2013 wenige Grade \u00fcber Null. Wir froren und gingen bald zu Bett. Der n\u00e4chste Morgen war Sonntag. Die Sonne schien pr\u00e4chtig, es war aber recht frisch. An einen Gottesdienst war leider nicht zu denken. Stille Zeit war der einzige M\u00f6glichkeit, um uns unserem Herrn geistig entgegenzustrecken. Die n\u00e4chste evangelische Kirche war nur wenige Kilometer von uns entfernt, aber wir wussten nicht genau wo. Unsere Tochter Christiane (1 \u00bd j\u00e4hrig), wurde gut eingepackt und spielte im kleinen Hof unseres Hauses. Gegen Mittag trieb uns dann die Neugierde und der Hunger in den n\u00e4chsten Supermarkt, der trotz Sonntag offen war. Am Nachmittag unternahmen wir einen l\u00e4ngeren Spaziergang um die Residenz der argentinischen Pr\u00e4sidenten. Ihre unmittelbare N\u00e4he sorgte daf\u00fcr, dass wir uns um unsere Sicherheit keine Sorgen machen mussten; sie war milit\u00e4risch gut gesichert. Deswegen lie\u00dfen Nachbarn ihre Wohnungen unabgeschlossen, was sonst nicht gerade zu empfehlen war.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nicht weit entfernt von uns gab es fast t\u00e4glich Entf\u00fchrungen und Schie\u00dfereien; wir waren nach dem Tod Per\u00f3ns in ein Land gekommen, in dem quasirevolution\u00e4re Verh\u00e4ltnisse herrschten \u2013 doch wir waren f\u00fcr die verschiedenen rivalisierenden bewaffneten Gruppen als Christen nicht von Interesse, h\u00f6chstens als Deutsche, aber wir outeten uns nicht als solche, sondern eher als Argentinier. Dazu geh\u00f6rte, dass ich meist eine argentinische Tageszeitung bei mir trug und in den \u00f6ffentlichen Verkehrsmitteln las. Das tat ich aber auch, um m\u00f6glichst schnell Spanisch zu lernen. Als Kind hatte ich zwar Spanisch gelernt, aber nur ein Kinderspanisch, nun aber sollte ich sprachlich innerhalb von drei Monaten \u201epredigtf\u00e4hig\u201c gemacht werden. Meine Frau wurde bald in einen Sprachkurs f\u00fcr Anf\u00e4nger integriert \u2013 jeden Morgen vier Stunden. Ich bekam w\u00f6chentlich zwei Stunden Privatunterricht bei der methodistischen, sehr temperamentvollen Sprachlehrerin Adelina Cantarella. Einmal in der Woche fuhr ich per Zug und Untergrundbahn zu ihr ins Zentrum von Buenos Aires (knapp 90 Minuten), um am Abend zwischen 20 und 22 Uhr von ihr unterrichtet zu werden. Sie wusste als praktizierende Christin genau, was so ein Pastor alles k\u00f6nnen musste. Ich bekam jede Woche die Aufgabe, entweder eine Predigt oder eine Tauf- oder Beerdigungsansprache auf Spanisch zu verfassen. Meine \u201eWerke\u201c ging sie dann sprachlich kritisch mit mir durch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In Argentinien muss man auch im Gemeindeleben improvisieren k\u00f6nnen; denn Beerdigungen sind z.B. innerhalb von 24 Stunden nach dem Eintritt des Todes einer Person zu halten. Bis ich vom Tod eines Gemeindegliedes erfuhr, vergingen aber oft schon einige Stunden. Danach wurde der oder die Verstorbene in unserer Kirche aufgebahrt, dort fand auch der Trauergottesdienst statt. Die beiden Kirchengemeinden, in denen ich nacheinander in Mendoza und in C\u00f3rdoba eingesetzt war, haben zu meiner Zeit diese M\u00f6glichkeit geschaffen; auf den Friedh\u00f6fen konnte man meist nur zwischen anderen Friedhofsbesuchern eine kurze Andacht halten \u2013 oft unterbrochen und gest\u00f6rt. Zur Vorbereitung der Trauerfeiern und Bestattungen hatte ich meist nur ganz wenig Zeit. Die Toten wurden nach der Trauerfeier meist in einen Zinksarg eingeschwei\u00dft und in eine Nische geschoben, die am Fu\u00dfende mit einer Platte geschlossen wurde. Urnenbestattungen habe ich in den elf Jahren nie gehalten, Erdbestattungen ganz selten. Die Trauerfeiern in unseren verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig kleinen Kirchen boten oft die einzige Gelegenheit, um \u00fcber die frohe Botschaft von unserer Erl\u00f6sung durch Jesus Christus und von der Auferstehung in der \u00d6ffentlichkeit zu predigen \u2013 in freier Rede zu verk\u00fcndigen. Dabei habe ich so manches Mal Menschen f\u00fcr das Evangelium und f\u00fcr das Gemeindeleben gewinnen k\u00f6nnen. Mission geh\u00f6rt ja zu jedem christlichen Leben. Trauerfeiern habe ich nicht nur f\u00fcr Gemeindeglieder, sondern auch f\u00fcr deren Verwandte gehalten. Sie hatten erlebt, wie meine Frau und ich mich auch um Kranke und Arme k\u00fcmmerten, und wandten sich mit den verschiedensten Anliegen an uns. Die Feiern waren eine wunderbare Gelegenheit f\u00fcr unkonventionelle Kontaktaufnahmen, Mission und Seelsorge. \u2013 Alle Christen in Deutschland werden sich hoffentlich in Zukunft auch diese Gelegenheiten zur \u00f6ffentlichen Verk\u00fcndigung der Botschaft von Jesus Christus zu eigen machen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach Beendigung des Spanischkurses fuhren wir (meine Frau, unsere Tochter Christiane und ich und unser gesamtes Umzugsgep\u00e4ck wohl knapp f\u00fcnf m3 \u2013 es bestand im Wesentlichen aus unserer W\u00e4sche, K\u00fcchenutensilien und B\u00fccher) \u2013 wenige Tage vor Weihnachten 1974 mit dem Zug nach Mendoza (1100 km). Die Schienen waren in recht schlechtem Zustand, so dauerte die Fahrt etwa 20 Stunden. In Mendoza zogen wir ins gro\u00dfe Gastzimmer des Pastorates, wo sich unser Vorg\u00e4nger Pastor Dieter Thews mit seiner schwangeren Frau und zwei Kindern auf ihren Auszug vorbereiteten, der nach den Weihnachtstagen stattfand. Wir verstanden uns gut, so dass es keine gr\u00f6\u00dferen Probleme gab. Wir nahmen aufeinander R\u00fccksicht und halfen einander. Da Pastor Thews nicht gen\u00fcgend Umzugskisten besa\u00df, bef\u00fcllte er so manches Leergut, das meine Frau oder ich gerade ausgepackt hatten. Jahre sp\u00e4ter erhielten wir unsere Kisten zur\u00fcck. Aus Deutschland hatten wir keine M\u00f6bel mitgebracht \u2013 das war nicht vorgesehen \u2013, so machten wir uns in dem vorhandenen, schon recht abgewohnte Gemeindemobiliar, gem\u00fctlich. Unseren ersten Gottesdienst feierten wir am Jahresschluss in der kleinen Kirche in Mendoza, die f\u00fcr die etwa 300 Gemeindeglieder, die in der Provinzhauptstadt lebten, ausreichte. Insgesamt hatte die Gemeinde in drei Provinzen etwa 600 Mitglieder, die ich mit dem Gemeindeauto \u2013 ein 2 CV (Citroen) \u2013 m\u00f6glichst bald aufsuchte und mit denen ich monatlich an verschiedenen Orten Gottesdienste feierte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Pfr. Detlev Graf von der Pahlen, W\u00fcrzburg<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unser Herr Jesus Christus, der gute Hirte, hat mich und meine Familie schon in Zeiten des Dritten Reiches gef\u00fchrt und in meinem recht bewegtem Leben vielfach oft bewahrt \u2013 \u201eohn\u2018 mein Verdienst und W\u00fcrdigkeit\u201c. ER wollte mein Leben trotz meiner vielen Schw\u00e4chen, so manchem Versagen und mancher Schuld. 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