{"id":21477,"date":"2025-01-14T05:00:54","date_gmt":"2025-01-14T04:00:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=21477"},"modified":"2025-01-14T09:27:36","modified_gmt":"2025-01-14T08:27:36","slug":"gesellschaft-ohne-kinder","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=21477","title":{"rendered":"Gesellschaft ohne Kinder?"},"content":{"rendered":"<div class=\"entry-content clr\">\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>In den westlichen Wohlstandsgesellschaften werden immer weniger Kinder geboren. Dies hat auch mit einem tiefen Verlust des Glaubens und des Wertbewusstseins zu tun. Eine grundlegende Umkehr w\u00e4re n\u00f6tig.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kinder sind f\u00fcr uns ein Geschenk Gottes. Sie bringen viel Freude, sind nat\u00fcrlich aber auch eine grosse Aufgabe und Verantwortung \u2013 geistlich wie wirtschaftlich. Die auf der Ehe basierende Familie ist in unserem Verst\u00e4ndnis der Ort, wo ein gemeinsames Wertbewusstsein gepflegt und an die n\u00e4chste Generation weitergegeben wird. Sie ist der Ort, wo der christliche Glaube gelebt und wo gemeinsam gebetet wird. Und schliesslich ist die Familie ein Bereich der Geborgenheit, des Vertrauens und des Mittragens. Im t\u00e4glichen Umgang werden Kinder sozialisiert und wachsen zu verantwortungsvollen B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern heran. F\u00fcr uns ist deshalb die Familie der Baustein des Staates. In der Familie werden Werte wie Anstand und Ordnung, Zuverl\u00e4ssigkeit und Treue, P\u00fcnktlichkeit, Eigenververantwortung und Verbindlichkeit (ein \u00abJa sei ein Ja\u00bb) erlernt und gepflegt. Von dieser grundlegenden Aufbauarbeit und der daraus entstehenden Bindungsbereitschaft heranwachsender Menschen zehrt sp\u00e4ter die gesamte Gesellschaft.<!--more--><\/p>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr ideologiegetriebene Linke und Liberale gibt es demgegen\u00fcber nur das Individuum und den Staat. Wenn ein Mensch sich bindet, so hat dies aus unserer Sicht einen transzendentalen Bezug. F\u00fcr Liberale ist es ein blosses Rechtsgesch\u00e4ft. Linke und Liberale sehen deshalb in der Ehe auch keinen Bund vor Gott, sondern bestenfalls einen Vertrag auf Zeit. Zur Familie wird in diesem Weltbild, was sich vor\u00fcbergehend aus demselben K\u00fchlschrank ern\u00e4hrt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Kinder als Geschenk und Aufgabe<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hinzu kommt, dass \u2013 angesichts von Karriere-Priorisierung und zerr\u00fctteten Familienverh\u00e4ltnissen \u2013 immer mehr Erziehungsverantwortung an Schule und Staat ausgelagert wird. Der linke Staat umgekehrt ist nur allzu willig, immer tiefer in die elterliche Erziehungshoheit einzugreifen. 2023 stiegen die Eingriffe der schweizerischen Kindes- und Erwachsenenschutzbeh\u00f6rden (Kesb) gegen\u00fcber dem Vorjahr um 5\u2019516 auf 154\u2019981 F\u00e4lle, wovon ein Drittel (49\u2019132) Kinder betraf \u2013 ein Anstieg um 6,5%.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber nicht durch unmittelbare staatliche Interventionen wird der famili\u00e4re Freiraum zunehmend in Frage gestellt, sondern auch durch wachsende Belastungen (Steuern, Geb\u00fchren, Pr\u00e4mien). Ein grosser Teil der Freude, die Kinder ins Leben der Eltern und der ganzen Familie bringen, geht mit diesem negativen Druck verloren. Hinzu kommt, dass Kinder in der Konsumgesellschaft immer mehr als Teil individueller Selbstverwirklichung gelten \u2013 quasi ein Accessoire, das man eben hat oder nicht hat. Auch die zunehmende Akzeptanz der Abtreibung erleichtert es, Kinder lediglich als Teil des momentanen Lebensentwurfs wahrzunehmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Bev\u00f6lkerungsschwund<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Seit einiger Zeit machen zudem die <strong><span style=\"color: #ff0000;\">\u00abAntinatalisten\u00bb<\/span><\/strong> von sich reden. Dabei handelt es sich um junge Frauen, die vorab wegen des Klimawandels bewusst keine Kinder mehr wollen. Aus ihrer Sicht sind diese eine unertr\u00e4gliche Umweltbelastung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dies ist jedoch grundfalsch. Beispielsweise in der Schweiz sank die Geburtenrate von 2,7 Kindern pro Mutter im Jahr 1964 auf noch 1,33 in 2023. Dabei handelt es sich um ein globales Ph\u00e4nomen. Gem\u00e4ss UN-Weltbev\u00f6lkerungsstatistik liegt die Geburtenrate in der Mehrzahl der L\u00e4nder schon heute unter den 2,1 Kindern pro Mutter, die f\u00fcr eine Erneuerung der Generationen n\u00f6tig w\u00e4ren. Der Kipppunkt wird voraussichtlich 2030 erreicht. Danach dauert es noch bis 2060, bis die Weltbev\u00f6lkerung schrumpft, weil die geburtenschwachen Jahrg\u00e4nge wiederum weniger Kinder haben. Nicht \u00dcberbev\u00f6lkerung wird deshalb zum globalen Kollaps f\u00fchren \u2013 auch wenn wir zur Umwelt nat\u00fcrlich Sorge tragen m\u00fcssen. Im Gegenteil: Die Menschheit ist wahrscheinlich die einzige Spezies, die sich je bewusst selbst ausrottete.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Adoption statt Abtreibung!<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Andere Antinatalisten sind militante Feministinnen. Im Unterschied zu den Umweltsch\u00fctzern sind sie ideologisch gegen Kinder. F\u00fcr sie ist Mutterschaft generell Ausdruck einer patriarchalen Herrschaft und Unterdr\u00fcckung der Frau. Besonders markant ist dies bei Feministinnen, die mit einem Knaben schwanger sind. Der Begriff <strong><span style=\"color: #ff0000;\">\u00abGender Disappointment\u00bb<\/span><\/strong> umschreibt die damit verbundene Entwertung des m\u00e4nnlichen F\u00f6tus. So werden M\u00e4nnern zugeschriebene Eigenschaften (stark, kontrolliert, rational, aggressiv) bereits auf das ungeborene Kind projiziert und als Stigmata eines unerw\u00fcnschten, potenziell pathologischen Verhaltens angesehen. Sie gelten als Abweichung vom Normalen, die es zu beseitigen gilt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Viele Frauen k\u00f6nnen keine Kinder haben und leiden darunter sehr. Adoptionen k\u00f6nnten solchen Paaren helfen. Der Staat jedoch tut fast alles, um Adoptionen zu erschweren und Abtreibungen (als \u00abreproduktive Gesundheitsversorgung\u00bb) zu erleichtern. So werden jedes Jahr nur rund zwanzig in der Schweiz\u00a0geborene Kinder zur Adoption freigegeben \u2013 bei 11\u2019000 Abtreibungen!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Innerliche Vereinsamung<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die durch Abtreibungen und Verh\u00fctung schwindende Kinderzahl pr\u00e4gt die westlichen Wohlstandsgesellschaften. Anstelle von Kindern halten sich bewusst kinderlose Frauen oft Haustiere, wof\u00fcr in den USA der Begriff <strong><span style=\"color: #ff0000;\">\u00abChildless Cat Lady\u00bb<\/span><\/strong> verwendet wird. Meist geht Kinderlosigkeit jedoch Hand in Hand mit der traurigen Vereinsamung eines Menschen inmitten der Massengesellschaft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">W\u00e4hrend der linksliberale Individualismus seine Spassgesellschaft feiert, haben gewollte Kinderlosigkeit und Geburtenschwund schwerwiegende soziale Folgen. Wenn (aus Karriere\u00fcberlegungen) immer weniger Frauen Kinder haben, so gibt es immer mehr alleinstehende Menschen, die zudem immer \u00e4lter werden. Die Generationensolidarit\u00e4t wird strapaziert, weil Junge immer mehr Renten der \u00c4lteren schultern m\u00fcssen. Eine forcierte Masseneinwanderung hilft nicht, sondern versch\u00e4rft bloss die kulturellen Gegens\u00e4tze.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u00c4ussere \u00dcberreizung und innere Leere<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So stehen wir vor der absurden Tatsache, dass mit der hochtechnisierten Konsumgesellschaft und ihrer vielgepriesenen Individualit\u00e4t <strong><span style=\"color: #ff0000;\">immer mehr Einsamkeit<\/span><\/strong> entsteht. Nicht zuletzt der technische Fortschritt und k\u00fcnstliche Intelligenz werden manche erf\u00fcllende und kreative menschliche T\u00e4tigkeit ersetzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Elektronikindustrie \u00fcberflutet bereits heute die Jugendlichen, sodass an Schulen Handy- und Tabletverbote diskutiert werden. Mit \u00e4usseren Reizen \u2013 bis hin zur allgegenw\u00e4rtigen Pornografie \u2013 will die Unterhaltungsindustrie die entstandene Leere f\u00fcllen. Trotz enormer Zunahme des Angebots w\u00e4chst jedoch die innere Verlorenheit, denn sinnstiftend ist das Angebotene meist nicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>R\u00fcckbesinnung<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als Teil der nat\u00fcrlichen Sch\u00f6pfungsordnung ist der Mensch darauf angelegt, sein Dasein auf den Glauben und auf Gott auszurichten. Vor einigen Tagen haben wir Weihnachten gefeiert \u2013 das Fest der Geburt unseres Herrn und Erl\u00f6sers. Die Bibel sagt uns: <em>\u00abSo hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe.\u00bb<\/em> (Joh 3,16) Und dem Nikodemus sagte Jesus singem\u00e4\u00df: <em>\u00abWer durch Gottes Geist geboren wird, bekommt neues Leben. \u2026 Wer die Wahrheit Gottes liebt und das tut, was er will, der tritt ins Licht!\u00bb<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr jeden von uns und f\u00fcr unsere Familien bedeutet dies, unser Leben immer wieder ganz im Glauben auszurichten. Gerade der Jahresbeginn kann der richtige Moment f\u00fcr ein Innehalten und eine pers\u00f6nliche Standortbestimmung sein.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"entry-content clr\">\n<hr \/>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Quelle: Jugend &amp; Familie, Neujahrsausgabe 2025\/1, S. 1 bis 3.<\/p>\n<p>Auch ver\u00f6ffentlicht unter: https:\/\/jugendundfamilie.ch\/gesellschaft-ohne-kinder\/ (Download 10.1.2025).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Herausgeber: Arbeitsgruppe &#8222;Jugend und Familie&#8220;, Postfach,\u00a0 Z\u00fcrich 1, Schweiz.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den westlichen Wohlstandsgesellschaften werden immer weniger Kinder geboren. Dies hat auch mit einem tiefen Verlust des Glaubens und des Wertbewusstseins zu tun. Eine grundlegende Umkehr w\u00e4re n\u00f6tig. Kinder sind f\u00fcr uns ein Geschenk Gottes. 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