{"id":21472,"date":"2025-01-09T09:34:56","date_gmt":"2025-01-09T08:34:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=21472"},"modified":"2025-01-09T09:40:10","modified_gmt":"2025-01-09T08:40:10","slug":"evangelische-perspektive-ohne-gottesfurcht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=21472","title":{"rendered":"Evangelische Perspektive ohne Gottesfurcht?"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) hat in einer Stellungnahme am 18.12.2024 erkl\u00e4rt, dass der im Bundestag eingebrachte und bisher von \u00fcber 300 Abgeordneten unterst\u00fctzte Gesetzentwurf zur Neuregelung des Schwangerschaftsabbruchs <strong>\u201ein evangelischer Perspektive weitgehend zustimmungsf\u00e4hig\u201c sei<\/strong>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Grundlage der Stellungnahme ist <strong>eine erstaunliche Behauptung<\/strong>: \u201eAus Sicht der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) handelt es sich beim Schwangerschaftskonflikt um einen unaufl\u00f6sbaren Konflikt: Dem Anspruch des Ungeborenen, geboren zu werden, steht der Anspruch an das eigene Leben gegen\u00fcber, dem sich die Schwangere ebenso verpflichtet sieht. Beide Anspr\u00fcche gelten f\u00fcr sie unbedingt, und beide k\u00f6nnen aus einer christlichen Perspektive als Gottes Gebot verstanden werden.\u201c<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unaufl\u00f6sbar ist der Konflikt zwischen der vorgeburtlichen T\u00f6tung des Kindes und dem Tod der Mutter. Dieser Konflikt ist nach geltendem Recht mit der medizinischen Indikation erfasst. Aber der \u201eAnspruch an das eigene Leben, dem sich die Schwangere ebenso verpflichtet f\u00fchlt\u201c kann viele soziale Herausforderungen umfassen, <strong>die aber die vorgeburtliche T\u00f6tung des Kindes nicht rechtfertigen<\/strong>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und wieso k\u00f6nnen Anspr\u00fcche an das eigene Leben, denen eine Frau sich verpflichtet f\u00fchlt, \u201eaus christlicher Perspektive als Gottes Gebote verstanden werden\u201c? <strong>Mit keiner Silbe werden die Gebote Gottes, wie sie uns in der Bibel gegeben sind, erw\u00e4hnt. An ihnen werden alle Anspr\u00fcche, die Frauen und M\u00e4nner an ihr eigenes Leben haben m\u00f6gen, gemessen.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Selbstverst\u00e4ndlich werden wir alle dauernd \u201emit unterschiedlichen, konkurrierenden Anspr\u00fcchen konfrontiert\u201c. Der Rat der EKD behauptet, Gott entlasse \u201eden Menschen in die Freiheit, sich zwischen solchen Anspr\u00fcchen vor seinem Gewissen verantworten zu d\u00fcrfen \u2013 sich aber auch verantworten zu m\u00fcssen\u201c. Ist das Gewissen an die Stelle Gottes getreten? Nach biblischem und reformatorischem Verst\u00e4ndnis ist unserer Gewissen an Gott und sein Wort gebunden. Wir m\u00fcssen uns also vor Gott verantworten, nicht nur vor unserem Gewissen. Der s\u00e4kulare Staat kann das nicht einfordern. Der Rat der EKD aber will ja aus \u201echristlicher Perspektive\u201c sprechen. Er spricht aber, als ob es Gott nicht g\u00e4be.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In These 5 der Theologischen Erkl\u00e4rung von Barmen 1934 hei\u00dft es im Blick auf das Verh\u00e4ltnis von Kirche und Staat: \u201eSie [die Kirche] erinnert an Gottes Reich, an Gottes Gebot und Gerechtigkeit und damit an die Verantwortung der Regierenden und Regierten.\u201c Anders klingt es beim Rat der EKD, wenn er schreibt: \u201eDaher muss die Schwangere letztlich selbst entscheiden und selbst entscheiden k\u00f6nnen. Diese Entscheidung muss sie vor ihrem Gewissen treffen. Niemand kann ihr darum diese Entscheidung abnehmen und niemand darf sie ihr abnehmen.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn Gottes Gebot verschwiegen wird, ger\u00e4t leider die Erinnerung an Gottes Gnade in den Verdacht der \u201ebilligen Gnade\u201c, wenn der Rat der EKD erkl\u00e4rt: \u201eEine verantwortete Entscheidung ist dabei nach evangelischer \u00dcberzeugung m\u00f6glich, weil der Unausweichlichkeit der Schuld\u00fcbernahme die Gnade Gottes gegen\u00fcbersteht.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr die Bundestagsabgeordneten, die eine Neuordnung der vorgeburtlichen T\u00f6tung von Kindern beantragt haben, stellt schon \u201edie geltende Regelung des Schwangerschaftsabbruchs eine erhebliche Einschr\u00e4nkung der Selbstbestimmung, der pers\u00f6nlichen Integrit\u00e4t und der k\u00f6rperlichen Autonomie Schwangerer dar\u201c. Der Rat der EKD hat der einseitigen Betonung der Selbstbestimmung der Schwangeren nichts entgegenzusetzen und meint, der Gesetzentwurf zur Neuregelung des Schwangerschaftsabbruchs sei \u201ein evangelischer Perspektive weitgehend zustimmungsf\u00e4hig\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wenn das, was der Rat erkl\u00e4rt hat, eine evangelische Perspektive sein soll, dann fehlt ihr leider jede Gottesfurcht. Das ist traurig und nicht zustimmungsf\u00e4hig.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Ulrich Parzany<\/em><\/p>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/www.bibelundbekenntnis.de\/\"><em>Netzwerk Bibel und Bekenntnis<\/em><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die ganze Stellungnahme des Rates des EKD hier:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.ekd.de\/ekd_de\/ds_doc\/Stellungnahme_des_Rates_der_EKD_zum_Gesetzentwurf_Neuregelung_des_Schwangerschaftsabbruchs.pdf\">https:\/\/www.ekd.de\/ekd_de\/ds_doc\/Stellungnahme_des_Rates_der_EKD_zum_Gesetzentwurf_Neuregelung_des_Schwangerschaftsabbruchs.pdf<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) hat in einer Stellungnahme am 18.12.2024 erkl\u00e4rt, dass der im Bundestag eingebrachte und bisher von \u00fcber 300 Abgeordneten unterst\u00fctzte Gesetzentwurf zur Neuregelung des Schwangerschaftsabbruchs \u201ein evangelischer Perspektive weitgehend zustimmungsf\u00e4hig\u201c sei. 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