{"id":21427,"date":"2024-12-22T05:40:24","date_gmt":"2024-12-22T04:40:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=21427"},"modified":"2024-12-21T18:41:55","modified_gmt":"2024-12-21T17:41:55","slug":"was-fuer-ein-herrlicher-name-immanuel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=21427","title":{"rendered":"Was f\u00fcr ein herrlicher Name: Immanuel"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u201eSiehe, eine Jungfrau wird schwanger sein, und einen Sohn geb\u00e4ren, und sie werden seinen Namen Immanuel hei\u00dfen, das ist verdolmetscht, Gott mit uns.\u201c (Matth\u00e4us 1,23)<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Evangelist Matth\u00e4us zeichnet sich besonders dadurch aus, dass er seine Nachrichten vornehmlich durch Stellen aus dem Alten Testament belegt. Das tut er auch hier, indem er Jes. 7,14 anf\u00fchrt. Er meldet n\u00e4mlich, dass ein Engel des Herrn Joseph mitgeteilt habe, dass das, was in Maria gezeugt ist, vom Heiligen Geist w\u00e4re. Diesen Sohn solle er Jesus, Retter, nennen, denn er werde sein Volk von ihren S\u00fcnden retten.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Botschaft belegt er nun durch die Worte des Propheten: Siehe, eine Jungfrau ist schwanger, und wird einen Sohn geb\u00e4ren, den wird sie Immanuel hei\u00dfen. Immanuel! In diesem Worte wird der Segen des Geheimnisses der Menschwerdung Jesu Christi angedeutet; dies liegt in dem Namen Immanuel. El hei\u00dft Gott, besonders mit Bezug auf seine St\u00e4rke. Im hei\u00dft mit, und \u2013 nu uns \u2013 Gott mit uns. Es sind wenige Worte, aber von gro\u00dfem Gewicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1. Das Geheimnis der Menschwerdung Gottes<\/strong><em><br \/>\n<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Immanuel. Wir betrachten zuerst das Wort El. Es ist der hebr\u00e4ische Name Gottes und deutet seine St\u00e4rke an. Diese letzte Silbe des Namens beinhaltet die Kernaussage des Geheimnisses und die Wurzel des Segens. Freilich ist dies nur dem Gl\u00e4ubigen sichtbar. Mit unsern nat\u00fcrlichen Augen sehen wir nur ein hilfloses, neugeborenes, Kindlein, das sich von andern neugeborenen Kindlein durch nichts unterscheidet, als durch den Ort, wo wir&#8217;s finden \u2013 einem Stall \u2013 und eine Krippe. Die Hirten wussten wohl, wie sie daran waren, sie sahen n\u00e4mlich Christus, den Herrn, wie ihnen der Engel gesagt hatte. Sie hatten die Engel gesehen und die Lobges\u00e4nge geh\u00f6rt, darum konnte sie der Anblick des Kindes nicht verwirren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Folgen wir Jesus, dem Immanuel, so versteckt sich das El, starker Gott, je l\u00e4nger, je mehr. Einzelne Blitze seine Gottheit werden zwar deutlich, sodass sich viele verwunderten: Was ist das f\u00fcr Einer? Die v\u00e4terliche Werkstatt eines Zimmermannes verbirgt ihn 30 Jahre in dem verachteten Nazareth. Lukas, der alles sorgf\u00e4ltig zu erkunden suchte, meldet von diesem langen Zeitraum von 30 Jahren nichts als: Er war seinen Eltern untertan, und nahm zu an Alter, Weisheit und Gnade. War das der Inhalt der 30 Jahre Wanderung, wovon uns nichts gemeldet wird? Bewunderungsw\u00fcrdiges Stillschweigen! Hier ist heilig Land. \u2013 Dann tritt er \u00f6ffentlich auf. Aber wie, und in welcher Lage erblicken wir den Immanuel am Ende seines Lebens? Wir h\u00f6ren, wie man schrie: Wo ist nun sein Gott? Wir h\u00f6ren ihn selbst rufen: O mein Gott! Warum hast du mich verlassen! Sehen ihn sterben; darauf wird er begraben; und so scheint alles zu Ende. \u2013 Mag&#8217;s sein! Er ist und bleibt El, der starke Gott, mag ihn auch ein nat\u00fcrliches Auge kaum entdecken, dem Glauben ist es gewiss: Er ist El, Gott.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dieser Name El, Gott, ist uns der Inbegriff alles Guten, alles Lebens, aller Freude und alles Friedens. Denn der Name Gott fasst alles Selige, Sch\u00f6ne, Liebliche und Herrliche in sich. Dies Wort begegnet all unserm Mangel, ihn zu f\u00fcllen \u2013 denn ist&#8217;s nicht nach Eph. 1,23 dieser Immanuel, der alles in allen erf\u00fcllt. Dieser Name El begegnet unserer Torheit, sie in Weisheit umzuwandeln, unserer Ohnmacht, sie durch seine Kraft zu erwecken. Er, der erretten kann alle, die zu ihm schreien.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dieser El nun ist \u201eimmanu\u201c d. h. mit uns. Dies mit uns schauen wir uns im weiteren und engeren Sinn an.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>2. <\/em>Im weiteren Sinne: Gott mit uns.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im weiteren Sinne zeigt dies \u201eGott mit uns\u201c an, dass Gott mit aller seiner Kraft und F\u00fclle auf unsere Seite getreten ist, sich mit uns verbindet, sich mit uns eingelassen hat, sein Verm\u00f6gen und seine Kraft zu unserer Errettung, zu unserm Schutz und Heil anwendet. Wer sieht nicht, dass dies etwas unaussprechlich Gro\u00dfes ist, das wir nicht hoch genug sch\u00e4tzen k\u00f6nnen, wozu wir uns nicht genug freuen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ist Gott mit uns \u2013 wer, oder was mag wider uns sein? Wenn Gott zu jemand sagt: Ich bin mit dir, so fasst er darin alles Heil zusammen, und die Personen, zu welchen er dieses sagte, wussten sich in jeden Fall unter seinem Schutz und Schirm. So sprach der Herr nach 1. Mose 28,15 zu Jakob, der wegen der Drohung seines Bruders Esau die Flucht ergreifen musste, und einsam in einer W\u00fcste auf einem Stein statt des Bettes schlief: Ich bin mit dir, und will dich beh\u00fcten, wo du hinziehst; ich will dich nicht verlassen, bis ich dir alles tue, was ich dir durch den Mund deines Vaters geredet habe! Als Jakob 20 Jahr nachher wegen seines Bruders in gro\u00dfer Angst und Gefahr war, berief er sich auf diese Verhei\u00dfung: Ich bin mit dir; und er \u00fcbersetzte sie sehr wohl in die Worte: Ich will dir wohltun. 1. Mose 32,9.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn es im 39. Kapitel Vers 2 von seinem Sohne Joseph hei\u00dft: Der Herr war mit Joseph, so wird gleich hinzugesetzt: dass der Herr Gl\u00fcck zu allem gab, was er tat. Auch im Gef\u00e4ngnis hei\u00dft es von ihm Vers 21: und der Herr war mit ihm, und neigte sich zu ihm.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jes. 43 hei\u00dft&#8217;s: Und nun spricht der Herr, der dich geschaffen hat, Jakob, und dich gemacht hat, Israel: F\u00fcrchte dich nicht, denn ich habe dich erl\u00f6st, ich habe dich mit Namen gerufen, und du bist mein; so du durchs Wasser gehst, will ich mit dir sein. Der Engel des Herrn gr\u00fc\u00dfte die Jungfrau Maria mit den Worten: \u2013 Der Herr ist mit dir, du Gebenedeite unter den Weibern. Vom Gegenteil aber spricht der 124. Ps. also: Wo der Herr nicht bei uns w\u00e4re \u2013 so sage Israel, wo der Herr nicht bei uns w\u00e4re, wenn die Menschen gegen uns auftreten, wenn ihr Zorn \u00fcber uns ergrimmt, so ers\u00e4uft uns Wasser, Str\u00f6me gingen \u00fcber unsere Seele. Aber unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat. Dies Immanuel, oder: Gott mit uns, bezeichnet demnach die gnadenreiche Gegenwart Gottes bei seinem Volke, welches sich r\u00fchmt: Gott ist bei uns drinnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese gesegnete Gegenwart Gottes bei seinem Volke hat nat\u00fcrlicherweise die herrliche Wirkung, dass es in allen N\u00f6ten bewahrt, von allem B\u00f6sen erl\u00f6st, aller Segnungen teilhaftig wird.<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>M\u00fcssen wir in den Streit \u2013 ist der Herr mit uns \u2013 so werden wir in allem weit \u00fcberwinden, unsere Feinde m\u00f6gen sein, welche sie wollen;<\/li>\n<li>m\u00fcssen wir vors Gericht \u2013 ist der Herr mit uns \u2013 wer will uns verdammen; sollen wir gerecht,<\/li>\n<li>sollen wir stark werden \u2013 ist der Herr mit uns \u2013 wie leicht wird es uns werden!<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und wirklich, die Geburt Jesu Christi ist ein Beweis, dass der Herr mit uns ist, ein Beweis, den wir mit Augen sehen, und mit H\u00e4nden greifen k\u00f6nnen. Von da ab an hie\u00df es: Johannes \u2013 d. h. Gott ist gn\u00e4dig. Er hat die Welt, so geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben haben. Der Name \u2013 Immanuel \u2013 ist also etwas, das uns zu einer seligen Freude, zu einer v\u00f6lligen Beruhigung, zu einem ewigen Trost, werden kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Gesinnung Gottes gegen uns ist doch der Grund unserer Furcht oder unserer Hoffnung. Dieser Armen, dieser Elenden, dieser S\u00fcnderin wird diese Botschaft des Heils gepredigt, dass sie die Liebe Gottes erkennt, die alle Furcht austreibt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3. Im engeren Sinne: Gott f\u00fcr uns.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So erfreulich und ermutigend ist der Name und die Tat \u2013 Immanuel \u2013 d. i. Gott mit uns, schon in seiner weiten Bedeutung. Lasst es uns jetzt denn in seinem n\u00e4hern Sinne: Gott f\u00fcr uns erw\u00e4gen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dieser Tatname bezeichnet die n\u00e4here, ja aller innigste Vereinigung Gottes mit den Menschen, und zwar erstens im Fleisch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u008c\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Der ewige Sohn Gottes Jesus Christus hei\u00dft Immanuel, weil er sich mit unserm Fleisch vereinigt hat. Er ist das Wort, das im Anfang bei Gott war, durch welches alle Dinge gemacht sind, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist. Dies ewige Wort ward Fleisch, und schlug seine Wohnh\u00fctte, sein Zelt, unter uns, bei, in uns auf. Dies ist das gro\u00dfe Geheimnis der Gottseligkeit: Gott ist geoffenbart im Fleisch gerechtfertigt im Geist, erschienen den Engeln, gepredigt den Heiden, geglaubt von der Welt, aufgenommen in die Herrlichkeit. So wie wir Fleisch und Blut haben, ist er&#8217;s gleicherma\u00dfen teilhaftig und seinen Br\u00fcdern in allem gleich geworden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wodurch wurde Gott ein Mensch? Dadurch, dass er unsere menschliche Natur durch die Jungfrau Maria annahm. Das hat der Propheten Jesajas vorher verk\u00fcndigt: Siehe! Eine Jungfrau ist schwanger und wird einen Sohn geb\u00e4ren, den wird sie Immanuel nennen. Diese unsere menschliche Natur hat er auf Erden an sich. Sie war nur in zwei St\u00fccken verschieden:<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>Er hatte n\u00e4mlich keinen menschlichen Vater und keine S\u00fcnde wie wir.<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sonst wurde er, wie wir auch, m\u00fcde, hungrig, durstig, schl\u00e4frig, traurig, schlicht und man sah ihm nicht an, was ihn sonst von anderen Menschen unterschieden h\u00e4tte. Obwohl er Gott war! Und wir m\u00fcssen \u00fcber seine menschliche Gestalt hinaussehen, wie Johannes sagt: Wir sahen eine Herrlichkeit, als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber wozu war er Mensch geworden? Der Ewige f\u00e4ngt an seine Existenz nach Jahren zu rechnen. Der Unermessliche wird in ein Ma\u00df eingeschr\u00e4nkt. Der Gott der Geister wird mit H\u00e4nden betastet, mit Augen angesehen. Derjenige, welcher die Freude selbst ist, weint. Das ewige Leben stirbt. Und zu welchem Zweck? Der muss ja gro\u00df und herrlich sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das ist er auch. Wir erw\u00e4hnen nur ein vierfaches: Gott f\u00fcr uns. Wir haben<\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\">\n<li>ein neues Haupt,<\/li>\n<li>einen B\u00fcrgen,<\/li>\n<li>einen Vers\u00f6hner, und<\/li>\n<li>einen Schatz.<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u008cDadurch, dass Gott Mensch geworden ist, Immanuel! d. i. Gott mit uns, hat unser Geschlecht ein neues Haupt bekommen. Das Haupt ist am menschlichen K\u00f6rper das Vornehmste. Von demselben gehen die wichtigsten Lebensgeister aus. Ein Verein, Staat ohne Haupt besteht nicht; ein Leib ohne Haupt ist tot. Adam ist unser erstes, nat\u00fcrliches Haupt, gemacht von der Erde und irdisch, unter das Gesetz getan und unbest\u00e4ndig. In Adam sind wir alle gestorben, in ihm haben wir alle ges\u00fcndigt, in ihm sind wir alle unter den Fluch geraten. Durch unsere Abstammung von Adam ist die b\u00f6se Neigung zum \u00dcbertreten des Gesetzes auf uns alle \u00fcbergegangen. Es ist unter allen seinen Nachkommen keiner, der gerecht sein k\u00f6nnte, der Gutes tue, auch nicht einer. Wir sind gar bald verloren, das Paradies ist uns verschlossen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Lediglich das haben wir noch vom Paradiese her, dass das Gesetz in unserm Herzen eingegraben ist. Es hei\u00dft, tue das, lebe so! Wir besitzen dazu weder Lust noch Kraft, und wir k\u00f6nnen nicht einmal unserm Gewissen, geschweige dem Gesetz gen\u00fcgen. Das bedeutet: So wie wir sind, sind wir alle verloren. Gott ist auch nicht gesonnen, den Menschen in jenen paradiesischen Stand zur\u00fcckzuversetzen, d. h. uns mit hinreichender Kraft zu versehen, er will uns vielmehr in den herrlichen Stand des ewigen Lebens zur\u00fcckbringen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dieser herrliche Stand ist uns nun ohne unser Zutun, in dem Immanuel zubereitet und geschenkt worden. Ihn hat uns Gott zum zweiten Adam, und zum Haupt gegeben, den Herrn vom Himmel. Wie wir nun das Bild des irdischen Menschen getragen haben: so sollen wir auch das Bild des himmlischen bekommen. (1. Kor. 15,49). Darin liegt eben das Geheimnis des Segens. R\u00f6m. 5: hier stellt der Apostel diese zwei H\u00e4upter gegen\u00fcber. Von dem ersten Menschen kommt die S\u00fcnde, \u00dcbertretung, Ungehorsam, dadurch das Unheil, alles Verderben, der Tod, die Verdammnis, welches zu allen seinen Nachkommen durchgedrungen ist, sodass sie alle S\u00fcnder, Ungerechte, Verurteilte, Todgeweihte geworden sind. Durch den zweiten Menschen Christus, den Herrn vom Himmel, setzt der Apostel in dem gleichen Kapitel den Gehorsam, Gnade, Gerechtigkeit, Leben, Rechtfertigung des Lebens, jedoch so, dass die Rechnung des zweiten Menschen ein gro\u00dfes \u00dcbergewicht \u00fcber die des Ersten Adam hat. Durch diesen Immanuel werden deswegen alle vor Gott gerecht, durch den Glauben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Durch dieses Haupt nun werden wir Glieder, nicht durch die nat\u00fcrliche, sondern durch die geistliche, durch die Wiedergeburt, Christus in uns, der Hoffnung Herrlichkeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aus diesem Haupt flie\u00dft uns sodann alles zu, was in dem Haupt selbst ist, das sich in den beiden W\u00f6rtern: Gerechtigkeit und Leben zusammenfassen l\u00e4sst.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">An dies Haupt haben wir uns zu halten, auf dass Christus alles in uns sei.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In diesem Haupt liegt f\u00fcr alle Gl\u00e4ubige, die wesentliche F\u00fclle der Gottheit selbst, und also ein unausforschlicher Reichtum. In diesem Immanuel hat uns also Gott eine Gabe gegeben, zu ewiger Freude, wenn wir an seinen Namen glauben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u008dIn diesem Immanuel haben wir einen B\u00fcrgen bekommen. Ein B\u00fcrge \u00fcbernimmt und erf\u00fcllt die Verbindlichkeiten anderer. Das hat dieser Immanuel getan sowohl durch Gehorsam \u2013 als durch sein Leiden. Er hat unsere ganze Schuld so abgetragen, dass er selbst ausrief: Es ist vollbracht. Und wir werden ermahnt, uns nicht wieder fangen zu lassen unter das knechtische Joch der S\u00fcnde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u008eDenn in diesem Immanuel haben wir den Vers\u00f6hner; denn dieser Name bedeutet auch: Gott war in Christus. Und was hat er da anderes getan, als dass er die Welt mit ihm selber vers\u00f6hnte; indem er ihnen die S\u00fcnde nicht zurechnete, sondern den, der von keiner eignen S\u00fcnde wusste, f\u00fcr uns zur S\u00fcnde machte, auf dass wir w\u00fcrden in ihm die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt. Sein Leib war ein Opfer. Haben wir nicht durch ihn die Erl\u00f6sung durch sein Blut, n\u00e4mlich die Vergebung der S\u00fcnden, und das Gnadenrecht, mit Freim\u00fctigkeit zum Thron Gottes hinzuzutreten? Er ist erschienen, die Werke des Teufels zu zerst\u00f6ren, wegzunehmen die S\u00fcnde vieler und sie aufzuheben. Er, er ist der Gnadenstuhl in seinem Blut.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In diesem Immanuel ist ein unendlicher Schatz in den Acker der auserw\u00e4hlten Menschheit gelegt worden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Er ist ein kostbarer Sauerteig um die Menschheit ganz mit seiner Kraft, Herrlichkeit und Leben zu durchdringen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sein Reichtum ist unausforschlich. Also ist auch sein Volk unendlich reicher und m\u00e4chtiger, und mehr wert, als die ganze Welt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wahr ist: Ihr seid arm, schwach und elend. Aber gesteht euch dies ruhig ein, mit unserem Immanuel r\u00fchmen wir uns seiner \u00fcberschw\u00e4nglichen Kraft, und ewigen Herrlichkeit. Denn wie sollte uns derjenige, der seines eignen Sohnes nicht verschont hat, sondern ihn f\u00fcr uns alle dahingegeben; wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken? Lasst uns rufen: Hier ist Immanuel. Er ist unser Haupt, und in ihm haben wir alles, und die ganze F\u00fclle der Gottheit ist in ihm leibhaftig und \u00fcberflie\u00dfend.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>4. Im inneren Sinne: Gott in uns.<\/strong><em><br \/>\n<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Immanuel d. i. \u00fcbersetzt: Gott mit uns. Jetzt lasst uns noch \u00fcberlegen, was es bedeutet, dass sie ihn so nennen wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was f\u00fcr Personen sind hier gemeint? Beim Jesajas hei\u00dft es: sie \u2013 die Jungfrau, welche diesen Sohn geboren hat \u2013 wird ihn so hei\u00dfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Matth\u00e4us aber belehrt uns, dass sie das im Namen der gesamten Kreuzesgemeinde tun werde. Sie alle, die dazu geh\u00f6ren, werden ihn so hei\u00dfen. Es sind demnach die Armen am Geist, die Elenden, die nach Gerechtigkeit hungern und d\u00fcrsten, welche Barmherzigkeit begehren, die da glauben. \u2013 Dies Hei\u00dfen ist nichts Geringes. Man bedarf dazu weit mehr, als eine ge\u00fcbte Zunge. Ja, niemand bringt dies fertig als durch den Heiligen Geist. \u00dcberdies geht es so, wie Hosea 2 gesagt wird: Ich will sie locken, und in eine W\u00fcste f\u00fchren, und freundlich mit ihnen reden, dann werden sie singen, und mich hei\u00dfen: mein Mann; und will mich ihrer erbarmen, dann werden sie sagen: Du bist mein Gott.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nur auf dem Wege lernen wir ihn Immanuel hei\u00dfen. Wenn wir anerkennen, wie ferne, wie abtr\u00fcnnig wir geworden sind, wenn wir einsehen, dass es unser gr\u00f6\u00dftes Ungl\u00fcck sein w\u00fcrde, in diesem Zustande zu verharren; wenn wir erkennen, dass wir in uns selbst kein Mittel besitzen, aus diesem Elende heraus wieder zu Gott zu kommen, wenn wir begreifen, dass wir nicht einmal t\u00fcchtig sind, aus uns selbst etwas zu denken, geschweige zu tun!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dies macht den Menschen zu dem Kranken, der den Arzt braucht, zu dem S\u00fcnder, den Immanuel zur Bu\u00dfe ruft; zu dem Verlorenen, den er sucht und retten m\u00f6chte. Er ist gewisserma\u00dfen schon selig, wie unselig er sich f\u00fchlt. \u2013 Dann werden wir mit Freuden einsehen, dass wir in unsrer Not und Armut nicht so allein dastehen, sondern, dass Gott mit uns ist: Immanuel! Das bringt denn eine wunderbare Ver\u00e4nderung in unser Leben. Ist Gott mit uns \u2013 wer mag wider uns sein? Lernen wir dies aussprechen: Immanuel, so finden wir auch da gebahnte Wege, wo kein Weg sonst ist. Wer will uns da an unsrer Seligkeit hindern?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In Christus ist Gott mit uns, d. h. bei uns und f\u00fcr uns und in uns. Denn auch in uns will er Wohnung machen, auch in dir und in mir will er einen himmlischen Lebenskeim pflanzen, damit es von je der Seele hei\u00dfe \u00e4hnlich wie von Maria: \u201eDas in ihr geboren ist, das ist von dem Heiligen Geist.\u201c Ein Leben aus Gott, ein himmlisches Wesen soll in uns allen geboren werden durch Jesus Christus; unser Leib und unsere Seele soll ein Tempel des Heiligen Geistes werden, eine H\u00fctte Gottes bei den Menschen. O, dass durch Christi Wort und Geist Gott in uns einkehren w\u00fcrde, damit unser Heil in der Kraft und im Leben, zu Tat und Wahrheit in uns werde. Unser Christensein darf nicht nur im Herr-Herr-sagen bestehen, sondern wir als Kinder Gottes den Willen tun unseres Vaters im Himmel. Unser Leben soll etwas sein zur Herrlichkeit Gottes.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">O! so gebe sich denn keiner eher zufrieden, bis er in Kraft des heiligen Geistes den uns gegebenen Sohn, das uns geborene Kind, welches hei\u00dft Wunderbar, Rat, Kraft, Held, Ewig \u2013 Vater, Friede \u2013 F\u00fcrst, auch als seinen Immanuel begr\u00fc\u00dft, und mit vollem Herzen und ganzer Zuversicht, und freudiger Liebe rufen kann: Gott mit uns!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun denn, Geliebte, \u201eImmanuel, Gott mit uns,\u201c das soll unser aller Wahlspruch sein je mehr und mehr. Dass Gott bei uns, des wollen wir im Glauben immer froher werden beim Anblick dessen, in welchem uns Gottes Gnade und Wahrheit erschienen ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dass Gott f\u00fcr uns ist, das sei unser Trost unter den Anfechtungen unseres irdischen Pilgerlaufs.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Damit Gott in uns wohnen kann, sei das unsere stille Arbeit an unsern Herzen. Gott mit uns in Jesu Christus! Das sei unser Loblied in guten Tagen, unser Trostlied in tr\u00fcben Stunden, unser Pilgerlied, solange wir hier unterwegs sind, und unser Schlummerlied, mit dem wir das Haupt einst neigen zum letzten Schlaf.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Immanuel, blick auf uns Pilger alle,<\/p>\n<p>Und schaffe, dass Dir jeglicher gefalle;<\/p>\n<p>Wir stehen hier vor Deinem Angesicht,<\/p>\n<p>O guter Hirt, versto\u00df die Deinen nicht.<\/p>\n<p>Immanuel, erh\u00f6r uns arme S\u00fcnder,<\/p>\n<p>Immanuel, erquicke Deine Kinder;<\/p>\n<p>Immanuel, komm, mache Dir uns gleich,<\/p>\n<p>Immanuel, gib uns Dein Himmelreich!<\/p>\n<p><em>Pr\u00e4dikant und Rel.-p\u00e4d. Thomas Karker, Predigt im Advent 2024<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eSiehe, eine Jungfrau wird schwanger sein, und einen Sohn geb\u00e4ren, und sie werden seinen Namen Immanuel hei\u00dfen, das ist verdolmetscht, Gott mit uns.\u201c (Matth\u00e4us 1,23) Der Evangelist Matth\u00e4us zeichnet sich besonders dadurch aus, dass er seine Nachrichten vornehmlich durch Stellen aus dem Alten Testament belegt. Das tut er auch hier, indem er Jes. 7,14 anf\u00fchrt. 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