{"id":21409,"date":"2024-12-14T21:54:05","date_gmt":"2024-12-14T20:54:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=21409"},"modified":"2024-12-14T21:54:05","modified_gmt":"2024-12-14T20:54:05","slug":"das-urteil-der-welt-ist-ausser-kurs-gesetzt-predigt-zum-3-adventssonntag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=21409","title":{"rendered":"Das Urteil der Welt ist au\u00dfer Kurs gesetzt &#8211; Predigt zum 3. Adventssonntag"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u00bbDass der K\u00f6nig der Ehre einziehe.\u00ab (Psalm 24, 7)<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es geht im Leben eines Christen wunderlich zu. Bald ist sein Glaube so gro\u00df, dass er meint, er k\u00f6nne \u00bbmit seinem Gott \u00fcber die Mauern springen\u00ab (Ps.18,30), und bald wieder ist er so verzagt, dass er sich verloren gibt. Und wenn der Herr nicht so treu w\u00e4re, k\u00e4me keiner bis ans Ziel. Das erfuhr einst Petrus. Da fuhren die J\u00fcnger \u00fcber das galil\u00e4ische Meer. Auf einmal sahen sie den Herrn Jesus \u00fcber das Wasser zu ihnen kommen. Und dann geschah es, dass der Herr Petrus zu sich rief. Da war sein Glaube so gro\u00df, dass er es wagte, dem Herrn \u00fcber die Wellen entgegenzugehen. Denkt nur! Er spottete im Glauben aller Vernunft und aller Naturgesetze und traute seinem Heiland. Aber dann sah er eine riesengro\u00dfe Welle daherkommen. Da erschrak er. Es fiel ihm ein, wie tief das Wasser unter ihm war. Und er fing an zu sinken und rief: \u00bbHerr, hilf mir! Und Jesus reckte alsbald die Hand aus und ergriff ihn\u00ab (Matth\u00e4us 14, 30). Wir m\u00fcssen heute auch \u00fcber ein wildes Meer gehen. Schauerlich toben die wilden Wellen. Und da machen wir es wie die Welt: wir berechnen, wie tief es ist, wie gef\u00e4hrlich; wir sorgen: \u00bbWas soll das werden?\u00ab \u2014 Und schon sinken wir.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Glauben aber hei\u00dft: auf den Herrn sehen. Es ist doch Advent. Der Heiland ist doch gekommen! Und: \u00bbWelche auf ihn sehen, die werden erquickt, und ihr Angesicht wird nicht zu Schanden\u00ab (Psalm 34, 6). Wir wollen auch heute Morgen auf ihn sehen. Auf den K\u00f6nig der Ehre.<\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\">\n<li><strong> Soll Jesus wirklich der K\u00f6nig der Ehre sein?<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da erklingt nun dieser Adventsruf: \u00bbMachet die Tore weit und die T\u00fcren in der Welt hoch, dass der K\u00f6nig der Ehre einziehe.\u00ab Mit diesem Wort deutet der Heilige Geist auf den kommenden Herrn Jesus. Der wird also K\u00f6nig der Ehre genannt. Da emp\u00f6rt sich die Vernunft: Der soll K\u00f6nig der Ehre sein? Hat nicht sogar Jesaja von ihm gesagt: \u00bbEr war der Allerverachtetste und Unwerteste. Er war so verachtet, dass man das Angesicht vor ihm verbarg\u00ab, und: \u00bbWir haben ihn f\u00fcr nichts geachtet\u00ab (Jesaja 53, 3). Hat er nicht als Ausgesto\u00dfener am Galgen gehangen? Ja, so war es doch!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da hat man auf dem Palatin in Rom eine Kaserne ausgegraben. Und an der Wand der Wachstube fand man eine Spottkritzelei, mit der ein Legion\u00e4r seinen christlichen Kameraden Alexamenos verspottete. Da kniet ein Soldat vor einem Kreuz. Und daneben steht: \u00bbAlexamenos betet seinen Gott an.\u00ab Der Gekreuzigte aber hat einen Eselskopf. Ja, geht nicht seit 2000 Jahren eine Flut von Spott \u00fcber diesen Jesus? Hat man nicht sogar seinen Stammbaum beschimpft? Die edelsten seiner Vorfahren \u00bbZuh\u00e4lter\u00ab und \u00bbViehjuden\u00ab genannt? Ist es aber nicht wirklich so, dass in seinem Stammbaum der in Schanden geborene Perez und eine Ehebrecherin vorkommen? Ja, hat man ihn nicht in einer Schrift, die von Tausenden gelesen wurde, einen \u00bbFeigling\u00ab und \u00bbJudenl\u00fcmmel\u00ab geschimpft?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein seltsamer \u00bbK\u00f6nig der Ehre\u00ab! Wie wenig er das ist, wird aber wohl am meisten daran klar, dass sogar wir Christen uns zu oft sch\u00e4men, seinen Namen zu bekennen. Wie oft genieren wir uns, uns zu ihm zu bekennen, als ob es eine Schande w\u00e4re, es mit ihm zu halten! Und der soll \u00bbK\u00f6nig der Ehre\u00ab sein?<\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\" start=\"2\">\n<li><strong> Und er ist doch der K\u00f6nig der Ehre<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da m\u00fcssen wir eine kleine \u00dcberlegung anstellen. Wir meinen, es sei einer geehrt, wenn die Welt ihm Ehre gibt. Die Bibel hat auch hier wieder eine g\u00e4nzlich andre Betrachtungsweise. Da ist das Wort Jesu, das er seinen Gegnern sagt: \u00bbWie k\u00f6nnt ihr glauben, die ihr Ehre voneinander nehmt, und die Ehre, die von Gott allein ist, sucht ihr nicht\u00ab (Johannes 5, 44). Das ist \u00bbEhre\u00ab, wenn Gott mich anerkennt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In einem Roman sagt ein alter K\u00f6tter zu einem jungen Bauernsohn: \u00bbDas ist Ehre, wenn ich mich vor mir selbst nicht zu sch\u00e4men brauche.\u00ab Wie wunderlich befangen und verengt ist doch der Blick des nat\u00fcrlichen Menschen! Die Bibel w\u00fcrde sagen: \u00bbDas ist Ehre, wenn ich mich vor Gott nicht zu sch\u00e4men brauche.\u00ab<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber es ist verst\u00e4ndlich, dass der Mensch das nicht will. Denn wer muss sich vor Gott nicht verstecken wie unser Stammvater Adam?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nur einer brauchte sich vor Gott nicht zu sch\u00e4men. Nur einer ist es, den Gott r\u00fcckhaltlos ehren konnte: Jesus! Und darum, weil der himmlische Vater ihn ehrt, darum ist Jesus \u00bbder K\u00f6nig der Ehre\u00ab. Mag die Welt \u00fcber ihn denken, was sie will. Gott hat ihm den Titel \u00bbK\u00f6nig der Ehre\u00ab gegeben. Und das ist entscheidend \u2014 Gott ehrt seinen Sohn. Bei der Taufe Jesu fiel die Stimme vom Himmel, die sagte: \u00bbDies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.\u00ab Und in Johannes 8, 54 sagt Jesus: \u00bbEs ist aber mein Vater, der mich ehrt.\u00ab Und ausdr\u00fccklich erkl\u00e4rt er: \u00bbIch nehme nicht Ehre von Menschen\u00ab (Johannes 5, 41). Und als er um unseretwillen die Schmach des Kreuzes auf sich genommen hatte, hat ihn der Vater geehrt, indem er ihn von den Toten auferweckte. In Philipper 2 ist auch davon die Rede, dass Gott ihn ehrt: \u00bbEr ward gehorsam bis zum Tode am Kreuz. Darum hat ihn auch Gott erh\u00f6ht und hat ihm einen Namen gegeben, der \u00fcber alle Namen ist.\u00ab Und wer nun noch Zweifel hat, ob Jesus wirklich der K\u00f6nig der Ehre ist, der lese Offenbarung 5. Da steht das erw\u00fcrgte Lamm im Mittelpunkt der ewigen Welt. Die 24 \u00c4ltesten stimmen ihre Harfen, ihm zur Ehre. Und viele tausend Engel singen den brausenden Lobgesang: \u00bbDas Lamm, das erw\u00fcrgt ist, ist w\u00fcrdig zu nehmen Ehre&#8230;\u00ab Oh, wie ist das Urteil der Welt au\u00dfer Kurs gesetzt! Wie ist das als belanglos beiseitegesetzt, was Krethi und Plethi \u00fcber Jesus gedacht haben. Wie ist da mit g\u00f6ttlicher Ironie heiligen Schweigens \u00fcbergangen, was Professor Sowieso und Frau Anderswie sich zurechtgelegt hatten. Jesus! Er ist der K\u00f6nig der Ehren. Gott hat es gesagt. Der Heilige Geist l\u00e4sst es uns wissen. Und dabei bleibt&#8217;s.<\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\" start=\"3\">\n<li><strong> Nun gib du ihm die Ehre<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun geht wieder der Adventsruf durch die Welt: \u00bbMachet die Tore weit und die T\u00fcren in der Welt hoch, dass der K\u00f6nig der Ehre einziehe!\u00ab<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gib ihm die Ehre! Aber wie? Wir leben doch in einer armen Stadt. \u00bbWir haben kein Wasser\u00ab, seufzt man allerw\u00e4rts. \u00bbWenn doch das Wasser einziehen wollte in die stillgelegten R\u00f6hren!\u00ab \u2014 \u00bbWir haben kein Licht!\u00ab, ruft&#8217;s von dort. \u00bbWenn doch der Strom einziehen wollte in die stummen Dr\u00e4hte!\u00ab<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie oft seufze ich selbst so. Aber ist es nicht eine viel wichtigere Sorge in dieser Adventszeit, dass das \u00bbWasser des Lebens\u00ab und \u00bbdas Licht der Welt\u00ab bei uns einziehen? Dass wir doch danach seufzten!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ach, es kommt ja, es ist schon da. Nun lasst es euren Durst stillen, nun lasst es eure bek\u00fcmmerte Seele erleuchten. So gibt man ihm die Ehre. Man kann den Sohn Gottes gar nicht besser ehren, als dass man an ihn glaubt und ihn seinen Heiland sein l\u00e4sst.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich will das noch einmal von einer anderen Seite her aufzeigen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir sagten vorhin: Wir m\u00fcssen uns alle vor Gott sch\u00e4men. Wir sind alle vor ihm ehrlos. Ein hartes Wort! Aber so sagt Gottes Wort: \u00bbWir ermangeln des Ruhms, den wir vor Gott haben sollten\u00ab (R\u00f6mer 3, 23).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber seht, der Adventsk\u00f6nig, der Sohn Gottes, ist dazu in die Welt gekommen, um uns unsere verlorene Ehre vor Gott wiederzugeben. Sein Blut macht mich rein von aller S\u00fcnde. Und wenn ich mich im Glauben in die Gerechtigkeit h\u00fclle, die er mir erworben hat, dann bin ich Gott angenehm und lieb. Dann erkennt Gott mich an, als sei ich der reine und heilige Herr Jesus selber. Ehrt nur den S\u00fcnderheiland recht, indem ihr ihn euren S\u00fcnderheiland sein lasst. Dann habt ihr Anteil an seiner Ehre. Dann ehrt euch der Vater um seines Sohnes willen, wie er den Sohn selber ehrt. \u00bbMachet die Tore weit, dass der K\u00f6nig der Ehre einziehe!\u00ab<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbSch\u00f6nster Herr Jesu, Herrscher aller Enden,<br \/>\nGottes und Marien Sohn,<br \/>\nDich will ich lieben,<br \/>\nDich will ich ehren,<br \/>\nDu meiner Seele Freud&#8216; und Kron.\u00ab<\/p>\n<p><em>3. Sonntag im Advent 1944<br \/>\nQuelle: Wilhelm Busch, Es geht am Kreuz um unsre Not (1944)<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00bbDass der K\u00f6nig der Ehre einziehe.\u00ab (Psalm 24, 7) Es geht im Leben eines Christen wunderlich zu. Bald ist sein Glaube so gro\u00df, dass er meint, er k\u00f6nne \u00bbmit seinem Gott \u00fcber die Mauern springen\u00ab (Ps.18,30), und bald wieder ist er so verzagt, dass er sich verloren gibt. 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