{"id":21351,"date":"2024-11-24T08:55:26","date_gmt":"2024-11-24T07:55:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=21351"},"modified":"2024-11-24T09:00:17","modified_gmt":"2024-11-24T08:00:17","slug":"andacht-zum-ewigkeitssonntag-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=21351","title":{"rendered":"Andacht zum Ewigkeitssonntag"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wer will uns scheiden von der Liebe Christi? Tr\u00fcbsal oder Angst oder Verfolgung oder Hunger oder Bl\u00f6\u00dfe oder Gefahr oder Schwert? (R\u00f6mer 8,35)<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit der Zahl der Jahre nimmt auch die Zahl der Beerdigungen bzw. Trauerfeiern zu, an denen man teilnimmt. Und da erinnere ich mich nicht nur an nahe und ferne Familienangeh\u00f6rige und Verwandte, sondern auch an die vielen Menschen, die in meinem und in dem Leben meiner Familie, eine Rolle gespielt haben, als Freunde, Bekannte, Kollegen, Nachbarn, Vertragspartner und Gesch\u00e4ftsleute. Am Ewigkeitssonntag, als dem letzten Sonntag des Kirchenjahres, gedenkt man der im abgelaufenen Kirchenjahr verstorbenen Gemeindeglieder. Deshalb auch der Name \u201eTotensonntag\u201c. Wobei mir \u201eEwigkeitssonntag\u201c, wegen seines Ausblicks auf die Ewigkeit, besser gef\u00e4llt.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich habe aber beim Ableben, selbst eines nahestehenden Familienmitglieds, noch nie Trauer empfunden, weil ich immer das untr\u00fcgliche Gef\u00fchl hatte, dass hier das letzte Wort noch nicht gesprochen ist. Etwas, was auch im Wort Gottes, der Bibel, auf vielf\u00e4ltige Weise bezeugt wird. Und hier\u00fcber gibt es eine reichhaltige, christliche und biblisch fundierte Literatur, die sich mit dem Geschehen nach dem Ende unseres irdischen Lebens befasst, die aber nicht immer hilfreich ist, weil es tats\u00e4chlich niemand wirklich wissen kann und die Dinge im Wort Gottes bildhaft und damit indirekt angesprochen werden, aufgrund derer dann Schl\u00fcsse gezogen und unterschiedliche Lehren konzipiert werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr mich steht nur so viel fest: Wer glaubt, dass mit dem Tod alles zu Ende ist \u2013 und es sind derer viele, die das glauben, denkt man an die \u201eSterbehilfe\u201c- muss sich auf \u00dcberraschungen gefasst machen. Der Tod ist eben nicht das Ende von Allem. Der Tod ist auch kein Freund und auch kein Erl\u00f6ser, wie das manchmal hingestellt wird, sondern er ist der letzte Feind, der vernichtet wird, und den Christus bereits besiegt hat. Zumal der Tod ein Fremdk\u00f6rper in Gottes \u201esehr guter Sch\u00f6pfung\u201c ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Deshalb m\u00f6chte ich R\u00f6mer 8 Vers 35 anf\u00fcgen, dass uns auch der Tod nicht von der Liebe Christi scheiden kann. Deshalb denke ich auch nicht dar\u00fcber nach, was nach meinem Sterben geschieht. Hier lasse ich mich \u00fcberraschen. Mein Herr Jesus Christus wird es so machen, wie es gut f\u00fcr mich ist. Und das gen\u00fcgt. Ich werde in jedem Fall zufrieden sein. Ich sehe mir jeden Tag die Todesanzeigen in der Tageszeitung an. Es sterben viele Menschen, die viel j\u00fcnger sind als ich und da danke ich Gott, dass ich so alt werden durfte, wie ich es jetzt bin. Fr\u00fcher waren die Todesanzeigen oft mit Bibelversen \u00fcberschrieben, was ich als ermutigend und st\u00e4rkend empfand. Dem sind jetzt poetische Verse gewichen, wie der \u201evon der Seele, die weit ihre Fl\u00fcgel ausspannt, als fl\u00f6ge sie nach Haus\u201c. Danach ist noch eine Ahnung von der Ewigkeit vorhanden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Gedanke, dass mit dem Tod ein Mensch so ausgel\u00f6scht ist, als wenn es ihn nie gegeben h\u00e4tte, ist tats\u00e4chlich schrecklich. Erkennbar an total verzweifelten Angeh\u00f6rigen an offenen Gr\u00e4bern. Das \u201eWeiterleben in der Erinnerung\u201c oder \u201ein den Nachkommen\u201c und dass jemand \u201eunvergesslich bleibt\u201c, wie es in Traueransprachen zu h\u00f6ren ist, sind nur ein schwacher Trost.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich habe mal ein Gideon-Taschentestament verschenkt. Wie ich von unserem \u00f6rtlichen Pfarrer erfuhr, las der Empf\u00e4nger darin, wobei ihm 2. Korinther 5, Vers 1 besonders zusagte und zu einer Kraftquelle f\u00fcr ihn wurde: Denn wir wissen: wenn unser irdisches Haus, diese H\u00fctte, abgebrochen wird, so haben wir einen Bau, von Gott erbaut, ein Haus, nicht mit H\u00e4nden gemacht, das ewig ist im Himmel.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch wenn wir niemanden \u00fcberzeugen k\u00f6nnen, sollen wir trotzdem unseren Glauben und die gro\u00dfe Hoffnung, die wir haben, anderen Menschen gegen\u00fcber bekennen: Denn das Beste kommt ja erst noch!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unser fr\u00fcherer Pfarrer in der DDR, der, wenn es ums Bauen ging, sehr aktiv war, erneuerte auch unsere Friedhofskappelle, wobei er f\u00fcr die hintere Wand des Altarraumes ein gro\u00dfes Glasbildfenster konzipierte. Er fragte uns Konfirmanden, was auf dem Altarbildfenster dargestellt werden sollte. Die meisten dachten dabei an die Kreuzigung und \u00e4hnliche leidvolle Motive. Der Pfarrer sagte, auf dem Bild wird die Auferstehung Christi dargestellt, denn der Christliche Glaube ist kein Glaube an ein Leben nach dem Tode, sondern ein Auferstehungsglaube. Und so geschah es dann auch. Und seitdem hatten wir auf dem Friedhof eine Auferstehungskappelle.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Brich herein, s\u00fc\u00dfer Schein selger Ewigkeit! Leucht in unser armes Leben, unsern F\u00fc\u00dfen Kraft zu geben, unsrer Seele Freud. Hier ist M\u00fch morgens fr\u00fch und des Abend sp\u00e4t; Angst, davon die Augen sprechen, Not, davon die Herzen brechen; kalter Wind oft weht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jesus Christ, du nur bist unsrer Hoffnung Licht; stell uns vor und lass uns schauen jene immer gr\u00fcnen Auen, die dein Wort verspricht. Ewigkeit, in die Zeit leuchte hell hinein, dass uns werde klein das Kleine und das Gro\u00dfe gro\u00df erscheine, selge Ewigkeit. (Marie Schmalenbach)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer will uns scheiden von der Liebe Christi? Tr\u00fcbsal oder Angst oder Verfolgung oder Hunger oder Bl\u00f6\u00dfe oder Gefahr oder Schwert? (R\u00f6mer 8,35) Mit der Zahl der Jahre nimmt auch die Zahl der Beerdigungen bzw. Trauerfeiern zu, an denen man teilnimmt. 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