{"id":21244,"date":"2024-10-02T10:03:22","date_gmt":"2024-10-02T08:03:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=21244"},"modified":"2024-10-04T07:59:15","modified_gmt":"2024-10-04T05:59:15","slug":"beruehmteste-schweizer-transfrau-will-ursprungsidentitaet-zurueck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=21244","title":{"rendered":"Ber\u00fchmteste Schweizer Transfrau will Ursprungsidentit\u00e4t zur\u00fcck"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><em>Als Christian Br\u00f6nimann sich vor 26 Jahren zur Frau umwandeln liess, wurde er \u00fcber Nacht zur Ikone der Trans-Community. Unterdessen gilt Nadia Br\u00f6nimann in Trans-Kreisen jedoch als Verr\u00e4terin. Der Grund daf\u00fcr: Sie bekennt sich wieder zu ihrer Ursprungsidentit\u00e4t als Mann. <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit superkurzen Haaren pr\u00e4sentiert Nadia Br\u00f6nimann sich seit einer Woche in den sozialen Medien. Die neue Frisur ist eine Ansage, das Foto ist mit dem Hashtag \u201edetrans\u201c versehen, was \u201er\u00fcckg\u00e4ngig machen\u201c bedeutet. Die bekannteste Transfrau der Schweiz erkl\u00e4rte im Interview mit der <a href=\"https:\/\/x.com\/sonntagszeitung\/status\/1825091766233833505\">Sonntagszeitung<\/a> vom 18. August 2024, der Gedanke an eine Detransition sei schon lange am Brodeln. W\u00e4hrend viele Nutzer von Instagram zu diesem mutigen Schritt gratulieren, bestraft die Trans-Community Br\u00f6nimann mit Schweigen. Dass sie \u2013 oder vielmehr er! \u2013 \u00fcber die Transition und die Detransition spricht, macht ihn zur unerw\u00fcnschten Person. Im schlimmeren Fall wird er sogar als rechtspopulistisch und transphob gebrandmarkt.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Flucht vor dem Gef\u00fchl, nicht gut genug zu sein<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Br\u00f6nimann erkl\u00e4rt im R\u00fcckblick auf die Transition, es h\u00e4tte eigentlich \u201enicht offensichtlicher\u201c sein k\u00f6nnen, dass der K\u00f6rper nicht das eigentliche Problem gewesen sei. Die Geschlechtsanpassung bezeichnet er als Flucht, weil er sich als Christian nie gut genug gef\u00fchlt habe. Entgegen dem erkl\u00e4rten Ziel, Stereotypen abzuschaffen, bewegten viele Transitionierer sich in starren, bin\u00e4ren Rollen. Das Klischee davon, was weiblich und m\u00e4nnlich sein soll, erlebt Br\u00f6nimann bei Trans-Personen sogar oft sehr ausgepr\u00e4gt. \u201eAber das Streben nach Perfektion in Bezug auf das Geschlecht ist eine Falle. Bei uns Trans-Menschen, wie bei allen anderen Menschen auch, sollte das Ziel sein, dass man sich selbst akzeptiert und nicht einer Geschlechternorm entsprechen will.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Trans-Community mit \u201eSpiegel-Phobie\u201c<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Frage, weshalb die Leute aus seiner ehemaligen Community so negativ reagieren, erkl\u00e4rt sich Br\u00f6nimann damit, dass sich diese dem Thema nicht stellen wollten. F\u00fcr ihn hingegen ist der Mut, in den Spiegel zu schauen, elementar. Er kenne <a href=\"https:\/\/www.zukunft-ch.ch\/meli-s-die-geschlechtsumwandlung-bereut\/\">viele Menschen, die nach der k\u00f6rperlichen Ver\u00e4nderung mit sich haderten<\/a>, weil sie merkten, dass es ihnen seelisch nicht besser gehe. Viele verschwiegen diese schmerzliche Erkenntnis jedoch jahrelang, weil sie es nicht wahrhaben wollten und es zudem niemand h\u00f6ren wolle. Gerade in solchen Momenten w\u00e4re es jedoch wichtig, von der Gemeinschaft \u201eumarmt\u201c zu werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Hilfe f\u00fcr Detransitionierer fehlt weitgehend<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Feststellung, dass es viele Menschen in seinem Umfeld \u00e4hnliche Prozesse durchlaufen, hat Br\u00f6nimann dazu bewogen, die Instagram-Seite \u201edetrans_schweiz\u201c zu erstellen. \u201eEs gibt in der Schweiz bis jetzt kein Auffangnetz, kein Hilfsangebot, weder medizinisch noch psychologisch\u201c, erkl\u00e4rt er. \u201eMan ist komplett auf sich allein gestellt. Aber man kann diese Menschen doch nicht einfach so alleine lassen. Sie brauchen Hilfe und m\u00f6chten geh\u00f6rt werden.\u201c Ebenfalls kritisiert er, dass die Personen und Fachstellen, die bereits Teenagern zur Transition raten, \u201enicht mehr auffindbar\u201c seien, wenn die Anpassung sich als Fehler herausstellt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Tiefe Trauer statt Befreiung<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bereits seit mehreren Jahren warnt Br\u00f6nimann vor Fehldiagnosen und der Verharmlosung geschlechtsver\u00e4ndernder Eingriffe bei Jugendlichen. \u201eIch will, dass gerade junge Menschen ehrlich \u00fcber alle m\u00f6glichen Folgen einer Anpassung aufgekl\u00e4rt werden und dass sie sich bewusst sind, was im schlimmsten Fall passieren kann: dass sie eines Tages erkennen m\u00fcssen, dass ihre medizinische Geschlechtsangleichung nicht der richtige Weg war und ihnen nicht die erhoffte Befreiung brachte. Und dass diese Erkenntnis eine grosse Trauer in ihnen ausl\u00f6sen wird. Dass es dann ein noch gr\u00f6sserer Kraftakt ist, auf der Spur zu bleiben, wenn man erkennt, in welcher Sackgasse man sich befindet.\u201c<\/p>\n<p><em>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.zukunft-ch.ch\">www.zukunft-ch.ch<\/a><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Um Jugendliche vor Trans-Fehldiagnosen zu sch\u00fctzen, sensibilisiert Zukunft CH die Schweizer Bev\u00f6lkerung, \u00c4rzte und Politiker mit einem sechsseitigen <a href=\"https:\/\/www.zukunft-ch.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Titel-Zukunft-CH-im-Fokus-Transkinder.jpg\">Infobulletin<\/a>. Dieses kann unter 0041 52 268 65 00 oder via <a href=\"https:\/\/www.zukunft-ch.ch\/bestellformular\/\">Bestellformular<\/a> kostenfrei bestellt werden. (Bestellung aus dem Ausland nur gegen \u00dcbernahme des Portos.)<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als Christian Br\u00f6nimann sich vor 26 Jahren zur Frau umwandeln liess, wurde er \u00fcber Nacht zur Ikone der Trans-Community. 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