{"id":21239,"date":"2024-10-05T06:34:22","date_gmt":"2024-10-05T04:34:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=21239"},"modified":"2024-09-30T14:47:01","modified_gmt":"2024-09-30T12:47:01","slug":"21239","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=21239","title":{"rendered":"Aus Gottes Wort: Psalm 2 und das Toben der V\u00f6lker"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><em>Vorbemerkung: Im <a href=\"https:\/\/www.gemeindehilfsbund.de\/fileadmin\/Aufbruch\/aufbruch_3_2023.pdf\">\u201eAufbruch\u201c vom Dezember 2023<\/a> haben wir \u00fcber den Text der Nathanweissagung (2. Sam 7) nachgedacht. Genau darauf bezieht sich der <a href=\"https:\/\/www.die-bibel.de\/bibel\/LU84\/PSA.2\">zweite Psalm<\/a> im Mittelteil. Es ist der erste sog. K\u00f6nigspsalm.<\/em> <strong>Warum<\/strong> toben die V\u00f6lker? Der Psalm gibt keine Antwort. Wichtig ist die Richtung der Frage: Nicht: \u201eWarum, o Gott, l\u00e4\u00dft Du das zu?!?\u201c Hinterfragt wird nicht Gott, sondern die V\u00f6lker. Aber auch sie erscheinen nur in der 3. Person. Nicht: \u201eWarum tobt ihr?\u201c, sondern \u201eWarum toben sie?!?\u201c Von ihnen ist keine Antwort zu erwarten \u2013 jedenfalls keine, die die ganze Wahrheit bekennen w\u00fcrde. Die Bibel dreht es herum: Nicht der Mensch hat Gott mit seinem vorwitzigen Warum zu befragen, sondern Gott den Menschen.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als erstes mu\u00dfte sich <strong>Eva<\/strong> das g\u00f6ttliche Warum gefallen lassen0<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>Da sprach Gott der Herr zur Frau: Warum hast du das getan? Die Frau sprach: Die Schlange betrog mich, soda\u00df ich a\u00df. <\/em>(1.\u00a0Mose 3,13f.)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch <strong>Kain<\/strong> mu\u00dfte sich die Frage von Gott gefallen lassen:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>Da ergrimmte Kain sehr und senkte finster seinen Blick. Da sprach der Herr zu Kain: Warum ergrimmst du? Und warum senkst du deinen Blick? Ist\u2018s nicht also? Wenn du fromm bist, so kannst du frei den Blick erheben. Bist du aber nicht fromm, so lauert die S\u00fcnde vor der T\u00fcr, und nach dir hat sie Verlangen; du aber herrsche \u00fcber sie. <\/em>(1.\u00a0Mose 4,6\u20138)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als Abrahams Frau <strong>Sara<\/strong> \u00fcber die Verhei\u00dfung, da\u00df sie als alte Frau noch ein Kind geb\u00e4ren sollte, lachte,<\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 40px;\"><em>sprach der Herr zu Abraham: Warum lacht Sara und spricht: Meinst du, da\u00df es wahr sei, da\u00df ich noch geb\u00e4ren werde, die ich doch alt bin?<\/em> (1.\u00a0Mose 18,13)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der Bibel erschallt die Frage \u00fcber 300 Mal, teils von Gott, teils von Menschen, immer wieder auch von dem leidenden Hiob. Doch wenn Gott uns sein \u201eWarum?\u201c entgegenh\u00e4lt, was kann der Mensch antworten? Auch im Neuen Testament stellt Gott uns unser Unverm\u00f6gen vor Augen mit diesen Fragen, auf die wir einfach keine Antwort haben:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 40px;\"><em>Warum sorgt ihr euch um die Kleidung? Schaut die Lilien auf dem Feld an, wie sie wachsen: sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. <\/em>(Mt 6,28)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 40px;\"><em>Ihr Kleingl\u00e4ubigen, warum seid ihr so furchtsam? Und stand auf und bedrohte den Wind und das Meer. <\/em>(Mt 8,26)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 40px;\"><em>Als aber Jesus ihre Gedanken sah, sprach er: Warum denkt ihr so B\u00f6ses in euren Herzen? <\/em>(Mt 9,4)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 40px;\"><em>Warum versteht ihr denn meine Sprache nicht? Weil ihr mein Wort nicht h\u00f6ren k\u00f6nnt! \u2026 Wer von euch kann mich einer S\u00fcnde zeihen? Wenn ich aber die Wahrheit sage, warum glaubt ihr mir nicht?<\/em> (Joh 8,43.46)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie oft hat Gott den Menschen gefragt, damit uns das Licht aufgeht: F\u00fcr meine S\u00fcnde und meine Sorgen gibt es keinen guten Grund \u2013 nur einen b\u00f6sen. Und diesen Ur-Grund deckt Psalm 2 auf. Die Diagnose: Die geheime Triebkraft des Tobens und Murrens liegt dahin, da\u00df die K\u00f6nige und F\u00fchrer <strong>keinen Gott \u00fcber sich dulden<\/strong> wollen. Sie lehnen sich auf und halten Rat miteinander gegen den Herrn und seinen Gesalbten. <em>\u201eWir wollen nicht, da\u00df dieser \u00fcber uns herrsche\u201c<\/em> (Lk 19,14). Die Verantwortung vor Gott wird abgelehnt. Diese Verantwortung vor Gott aber steht laut Bibel (und dem deutschen Grundgesetz!) an der Spitze der Kette aller Verantwortlichkeiten: Stets ist eine untergeordnete Instanz rechenschaftspflichtig gegen\u00fcber einer h\u00f6heren. Die h\u00f6chste Instanz ist der dreieinige Gott selbst. F\u00e4llt diese weg, dann darf die irdische h\u00f6chste Instanz alles. Ist Gott tot, so ist alles erlaubt, sagte Dostojewski.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das ganze Toben richtet sich im letzten gegen den Herrn und seinen Gesalbten, gegen Gott den Vater und Gott den Sohn; in der Zeit des Alten Bundes allerdings noch: Gegen den dreieinigen Gott im Himmel und gegen den von ihm eingesetzten K\u00f6nig auf dem Zionsberg in Jerusalem. Keiner der Nachbarn Israels g\u00f6nnt es dem Volk Gottes, das Land zwischen Flu\u00df und Meer zu besitzen (vgl. Jes 29,7f.!).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist dem Menschen, der sich von Gott gel\u00f6st hat, nie genug. Es sind gerade die M\u00e4chtigen, die sich ausweiten wollen. Oder wie soll man erkl\u00e4ren, warum Bill Gates, Gr\u00fcnder der Software-Firma Microsoft (mit \u00fcber 3 Billionen Dollar derzeit das wertvollste Unternehmen der Welt), in den letzten Jahren durch massiven Ankauf von L\u00e4ndereien zum gr\u00f6\u00dften Landbesitzer der USA, vermutlich der ganzen Welt geworden ist? Ein <em>\u201eEs ist genug!\u00ab<\/em> (Spr 30,15f.) kennen solche Menschen nicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Damit zur\u00fcck zu Psalm 2. <strong>Vers 3<\/strong> zitiert die M\u00e4chtigen voller Trotz:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 40px;\"><em>\u00bbLasset uns zerrei\u00dfen ihre Bande und von uns werfen ihre Stricke!\u00ab<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Welche Begrenzung ihrer Macht wollen sie von sich werfen, und inwiefern beratschlagen sie gegen den Herrn und seinen Christus? <strong>Es geht im letzten um das g\u00f6ttliche Gesetz.<\/strong> Denn Gott erniedrigt, was hoch ist, und erh\u00f6ht, was niedrig ist<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> \u2013 das gef\u00e4llt ihnen nicht. Wer nicht will, da\u00df Gott Gott ist (und Gottes Gesetz gilt), will letztlich auch nicht, da\u00df der Mensch nur Mensch ist. Er will selbst Gott werden. Die teuflische Selbst\u00fcbersteig(er)ung kommt in der jetzigen Phase der Endzeit durch den sog. Transhumanismus immer offener ans Tageslicht. Damit aber der Mensch sich verg\u00f6ttlichen kann, mu\u00df das, was ihn daran hindert, beseitigt werden. Das kommt in Vers 3 zum Ausdruck. Im letzten mu\u00df die Bibel beseitigt werden. Gro\u00dfreiche haben dies in der Geschichte immer wieder versucht, etwa die alten Syrer und R\u00f6mer. Dann gab es solche Versuche durch die ganze Kirchengeschichte hindurch. In Staaten, die sich durch nichts Jenseitiges beschr\u00e4nken lassen wollen, gilt, was Georg Huntemann vor gut 40 Jahren schrieb:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 40px;\">\u201eAm Ende einer solchen das biblische Ethos zerst\u00f6renden Moralrevolution steht schlie\u00dflich das <strong>Verbot der Bibel<\/strong>; denn nach den Regeln einer \u201arepressiven Toleranz\u2018 mu\u00df, was sich selbst absolut setzt, von einer werterelativierenden Gesellschaft als friedest\u00f6rend verneint werden.\u201c<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In den Verboten, gewisse <em>Teile<\/em> der Bibel zu zitieren, die in manchen L\u00e4ndern bereits Druck aus\u00fcben, k\u00fcndigen sich solche Bibelverbote wieder an. Doch zu unserem gro\u00dfen Trost: Gott wacht in aller Treue \u00fcber sein Wort, um es seiner Gemeinde zu erhalten (Jes 40,8; Mt 24,35). W\u00e4re es dem Teufel m\u00f6glich, das Wort Gottes zum Verschwinden zu bringen, dann w\u00fcrde er die Menschen alsbald einander ausrotten lassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im j\u00fcdischen Talmud hei\u00dft es zu Recht: Die Ver\u00e4nderung eines einzigen Buchstabens der Tora w\u00fcrde den Untergang der ganzen Welt bedeuten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Vers 4: \u201eDer im Himmel wohnt, lachet ihrer\u201c<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da\u00df Gott lacht, wirkt nur auf den ersten Blick seltsam. Humor schwingt in biblischen Geschichten vielfach untergr\u00fcndig mit: Denken wir an das Lachen Abrahams und Saras (1.\u00a0Mose 17 und 18) dar\u00fcber, da\u00df mit einer sp\u00e4ten Geburt das Verfallen der Natur au\u00dfer Kraft gesetzt wird. Pharao wollte sich mit der Ermordung der j\u00fcdischen Kn\u00e4blein eine unliebsame Volkskonkurrenz vom Hals schaffen \u2013 und da rettet seine eigene Tochter den Befreier Israels, und die hebr\u00e4ischen Hebammen sind schlauer als die \u00e4gyptische Polizei. Durch die Geringen rettet Gott sein Volk, denken wir an Josef, aus dem Gef\u00e4ngnis zur Rechten des Pharaos erh\u00f6ht, an Esther, die ihr Volk gegen unendlich viel M\u00e4chtigere rettete, Daniel, dem gr\u00f6\u00dfere Weisheit als allen Gebildeten der Babylonier zukam usw. Bei all dem sollte Gott nicht gelacht haben?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und so gef\u00e4llt es Gott, durch das, was wir f\u00fcr Torheit halten, uns zu retten, denken wir nur ans Wort vom Kreuz!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Freude der Gottlosen dagegen ist kurz. Wird der G\u00f6tze Dagon wieder an seinen Ort gestellt? Gottes L\u00e4cheln schl\u00e4gt ihm H\u00e4nde und F\u00fc\u00dfe ab (1.\u00a0Sam 5). Gott l\u00e4\u00dft sich nicht spotten (Gal 6,7), sondern spottet allenfalls selbst.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dreimal in der Bibel wird das Lachen Gottes erw\u00e4hnt, jedesmal in den Psalmen (2,4; 37,13; 59,9, je mit der Wortwurzel von \u201eIsaak\u201c). Es ist immer ein Gerichtslachen Gottes, und die Gerechten werden ebenfalls, so Psalm 52,8f. \u2026<\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 40px;\"><em>\u2026 es sehen und sich f\u00fcrchten und werden seiner lachen <\/em>(\u201aIsaak\u2018)<em>: \u00bbSiehe, das ist der Mann, der nicht Gott f\u00fcr seinen Trost hielt, sondern verlie\u00df sich auf seinen gro\u00dfen Reichtum und nahm Zuflucht bei seinem verderblichen Tun.\u00ab<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gott l\u00e4\u00dft der S\u00fcnde zun\u00e4chst ihren Lauf, er gibt den Menschen dahin, ja in seinem Zorn verstockt er ihn, so da\u00df er die unnat\u00fcrlichen und entehrenden Leidenschaften nicht als solche erkennt, sondern sogar noch das umarmt, was ihn zuletzt in die H\u00f6lle herunterzieht (R\u00f6m 1).<\/p>\n<p><strong> Vers 5: Einst wird er mit ihnen reden in seinem Zorn \u2026<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das \u201eEinst\u201c ist im Hebr\u00e4ischen ein \u201edann, danach\u201c: Das Hingehen<em>lassen<\/em> nimmt ein Ende, es kommt ein aktives Dahin<em>geben<\/em> ins Verderben. Dieses \u201eDann\u201c ist der Wendepunkt! Nachdem die gottlosen K\u00f6nige ihr Zitat bekommen haben, ist der Allm\u00e4chtige an der Reihe: <em>\u201eEr wird zu ihnen reden\u201c. <\/em>Und sein Reden wird sie schrecken. Es ist nicht so, wie Karl Barth meinte, da\u00df Gottes Reden unter allen Umst\u00e4nden Gnade anzeigt. Sein Lachen und sein Reden kann durchaus auch sein Gericht ank\u00fcndigen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Vers 6: \u201eIch aber habe meinen K\u00f6nig eingesetzt auf meinem heiligen Berg Zion.\u201c<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein Schreckwort f\u00fcr alle, die den Gesalbten auf dem Zion nicht anerkennen wollen! Ein Heilswort f\u00fcr alle, die ihm vertrauen \u2013 genau wie bei der Immanuel-Verhei\u00dfung (Jes 7,14).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Einsetzung des Zionsk\u00f6nigs ist das wichtigste Ereignis der Weltgeschichte. Hier finden die Weltprobleme ihre Zuspitzung und L\u00f6sung: Der Zionsk\u00f6nig wird allem Toben ein Ende machen. Der Zionsberg ist der Mittelpunkt der Welt. Von dort aus regiert der Sohn Gottes, dorthin orientieren sich alle Gl\u00e4ubigen: Dort trennen sich Ost und West (Asien und Europa), dort trennen sich Nord und S\u00fcd (Afrika im S\u00fcden und die eurasische Landmasse im Norden), dorthin st\u00fcrmt das endzeitliche V\u00f6lkermeer, dort scheitert es auch (Hes 38f.; Sach 14; Offb 20). Denn auf diesem Land und speziell auf Jerusalem ruhen die Augen des Herrn wie auf keinem anderen Flecken der Erde (Sach 2,12). Dort wird das V\u00f6lkertoben ein Ende nehmen!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was nach Psalm 1 f\u00fcr den Einzelnen gilt, gilt nach Psalm 2 auch f\u00fcr V\u00f6lker und ihre Obrigkeiten als Ganzheiten:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 40px;\"><em>Denn der Herr kennt den Weg der Gerechten,<br \/>\naber der Gottlosen Weg vergeht. <\/em>(Ps 1,6)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Damit endete der erste Psalm. Der zweite Psalm zeigt nun, wie der Weg der V\u00f6lker und K\u00f6nige im Nichts endet, wenn sie sich nicht warnen lassen und keine Instanz \u00fcber sich mehr anerkennen wollen. Der erste Psalm zeigt den <em>einzelnen<\/em> Menschen am Scheideweg: entweder sinnst du nach \u00fcber Gottes Gesetz oder du findest das Verderben. Der zweite Psalm lehrt die <em>V\u00f6lker<\/em>: Entweder lehnt ihr euch gegen Gott und seinen Gesalbten auf (und findet das Verderben), oder ihr freut euch \u00fcber dieses \u201eK\u00fc\u00dft den Sohn\u201c (V. 12). Darin \u201eseid verst\u00e4ndig\u201c (V. <strong>10<\/strong>)!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit <strong>Vers 7<\/strong> kommt der Sohn selbst zu Wort. Wir h\u00f6ren eine dritte w\u00f6rtliche Rede: erst die feindlichen K\u00f6nige, dann Gott der Vater, dann der Zionsk\u00f6nig, der Sohn. Der Zionsk\u00f6nig bezeugt seine Amtsautorit\u00e4t nicht mit Verweis auf seine demokratische Wahl, nicht mit Verweis auf seine milit\u00e4rische oder wirtschaftliche Macht oder sein internationales Ansehen. Entscheidend ist allein, was sein himmlischer Vater \u00fcber und zu ihm gesagt hatte: <em>\u201eDu bist mein Sohn!\u201c<\/em> Die K\u00f6nige des Alten Testaments waren dadurch zu \u201eS\u00f6hnen Gottes\u201c adoptiert, da\u00df sie auf dem Zion als K\u00f6nig gesalbt wurden.<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> Mit anderen Worten: Mit ihrer jeweiligen Einsetzung auf dem Zion durften sich die K\u00f6nige des vorchristlichen Israel S\u00f6hne Gottes nennen. Durch diese Adoption bekamen sie Vollmacht und Grenze (2.\u00a0Sam 7,12\u201314).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie ist es nun mit Jesus Christus, auf den hin im Neuen Testament vielfach ebenfalls dieses Wort von Psalm 2 angef\u00fchrt wird?<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a> Paulus bezieht das \u201e<strong>Heute<\/strong>\u201c auf die Auferstehung Jesu. In Apostelgeschichte 13,32\u201333 lesen wir:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 40px;\"><em>Und wir verk\u00fcndigen euch die Verhei\u00dfung, die an die V\u00e4ter ergangen ist, da\u00df Gott sie uns, ihren Kindern, erf\u00fcllt hat, indem er Jesus auferweckte; wie denn im zweiten Psalm geschrieben steht <\/em>(Psalm 2,7):<em> \u00bbDu bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt.\u00ab<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Hebr\u00e4erbrief (1,5f.) wird das Psalmwort ebenfalls angef\u00fchrt: als Beleg f\u00fcr die G\u00f6ttlichkeit Jesu!<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a> Es ist der Zielpunkt, der auch im letzten Abschnitt von Psalm 2 verfolgt wird: Die Feinde werden einmal von Gott unterworfen, bildlich: unter die F\u00fc\u00dfe seines Christus getan.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vom Priestertum Christi handelt<strong> Vers 8: \u201eBitte mich \u2026\u201c.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Uns gegen\u00fcber handelt Christus als Hirte und K\u00f6nig, dem Vater gegen\u00fcber als Priester. Er spricht zu Gott in Gebet und F\u00fcrbitte, und wir, die wir ihm angeh\u00f6ren, d\u00fcrfen zu Herrschern werden \u00fcber die S\u00fcnde, einstmals Feinden das Urteil sprechen, aber zu Gott priesterlich F\u00fcrbitte tun.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Vers 11\u201312<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die letzten beiden Verse von Psalm 2 nehmen die pers\u00f6nliche Aneignung vorweg, f\u00fcr deren Grundlegung der Hebr\u00e4erbrief so viele Schriftzeugnisse f\u00fcr die Hoheit unseres Herrn aufgesammelt hat. <strong>Vers 11<\/strong>:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 40px;\"><em>\u201eDienet dem Herrn mit Furcht und freut euch mit Zittern.\u201c<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was f\u00fcr ein Spannungsbogen in unserem Glauben (vgl. Ps 100,2; Phil 2,12f.!)! Der Hebr\u00e4erbrief stimmt voll mit ein. Hebr\u00e4er 2:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 40px;\"><em><sup>1<\/sup><\/em><em>\u00a0Darum sollen wir desto mehr achten auf das Wort, das wir h\u00f6ren, damit wir nicht am Ziel vorbeitreiben. <sup>2<\/sup>\u00a0Denn wenn das Wort fest war, das durch die Engel gesagt ist, und jede \u00dcbertretung und jeder Ungehorsam gerechten Lohn empfing, <sup>3<\/sup>\u00a0wie wollen wir entrinnen, wenn wir eine so gro\u00dfe Seligkeit nicht achten, die zuerst gepredigt wurde durch den Herrn und bei uns bekr\u00e4ftigt wurde durch die, die es geh\u00f6rt haben? <sup>4<\/sup>\u00a0Und Gott hat dazu Zeugnis gegeben durch Zeichen, Wunder und mancherlei m\u00e4chtige Taten und durch Austeilen des Heiligen Geistes nach seinem Willen.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie Ps 1 einl\u00e4dt zum Weg des Gerechten, der an der Tora gepflanzt ist wie an Wasserb\u00e4chen, so l\u00e4dt Ps 2 die V\u00f6lker unter den guten Stab des K\u00f6nigs Jesus ein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Warum ist es ein guter Stab und Zepter f\u00fcr uns, wo doch der Psalm von einem eisernen Zepter spricht? Deshalb, weil dieser K\u00f6nig all unsere unbeantworteten Warum-Fragen an sein Kreuz getragen hat und dem Vater \u00fcbergab:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 40px;\"><em>c\u201eMein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?\u201c <\/em>\u00a0(Mt 27,46; Mk 15,34)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Finsternis und die Schuld der unbeantworteten Fragen und R\u00e4tsel dieser Welt hat er am Kreuz auf sich genommen und \u00fcberwunden. Darum wollen wir ihn lieben und ehren und auf sein Wort achten, damit wir nicht am Ziel vorbeitreiben!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Den Sohn k\u00fcssen<\/strong> ist das Gegenteil vom \u201eK\u00e4lber k\u00fcssen\u201c, also die G\u00f6tzen verehren, bei Hosea (13,2). Wie geschieht es? Durch Gottesdienst, Gehorsam, geheiligten Humor und Freude im Glauben, durch unsere Liebe zum Wort Gottes und zum N\u00e4chsten. Dazu gebe uns der Herr seine Gnade, wie laut das Toben und Murren der Welt, wie bedr\u00e4ngend alle Warum-Fragen auch immer sein m\u00f6gen!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Pastor Dr. Stefan Felber<\/em><\/p>\n<p><em>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/aufbruch_1_2024.pdf\">Aufbruch \u2013 Informationen des Gemeindehilfsbundes 1\/2024 (Juni)<\/a><\/em><\/p>\n<p><strong><em>F\u00fcr das kostenlose Abo schreiben Sie bitte an info@gemeindehilfsbund.de.<\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Ps 147; vgl. Jes 57,15; 1.\u00a0Kor 1; Eph 5,21; Phil 2,3; 1. Petr 5,5.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Huntemann, Georg: Die Zerst\u00f6rung der Person. Umsturz der Werte, Gottesha\u00df der Vaterlosen, Feminismus. Bad Liebenzell: Verlag der Liebenzeller Mission 1981, S. 17.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Der Gesalbte wurde schon V. 2 genannt. An das Salb\u00f6l mag auch das \u201eeingesetzt\u201c in V. 6 erinnern, wo im Hebr\u00e4ischen das Wort f\u00fcr \u201e(aus)gie\u00dfen\u201c steht: den Geist ausgie\u00dfen (den Geist des Schlafs, Jes 29,10), ein Trankopfer ausgie\u00dfen (Hos 9,4), oder ein hei\u00dfes, fl\u00fcssiges Metall in eine Form gie\u00dfen (Jes 40,19; 44,10).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Herzliche Einladung zum Bibel-Bl\u00e4ttern zum Thema \u201ePsalm 2 im Neuen Testament\u201c!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zitate:<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>Vers 1f.: Apg 4,25f.<\/li>\n<li>Vers 7: Apg 13,33; Hebr 1,5; 5,5.<\/li>\n<li>Vers 9: Offb 2,26f.; 19,15.<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Anspielungen:<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>Vers 2: Offb 11,15.18.<\/li>\n<li>Vers 6: Offb 14,1.<\/li>\n<li>Vers 7: Mt 3,17; 4,3; Lk 1,32; 3,22; Joh 1,49.<\/li>\n<li>Vers 8: Hebr 1,2.<\/li>\n<li>Vers 9: Offb 12,5.<\/li>\n<li>Vers 11: 2. Kor 7,15; Phil 2,12f.<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Der Hebr\u00e4erbrief f\u00fchrt noch mehr Stellen f\u00fcr die G\u00f6ttlichkeit und Ehre Jesu an. Die letzte Stelle in der Reihe ist Psalm 110 (Hebr 1,13).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vorbemerkung: Im \u201eAufbruch\u201c vom Dezember 2023 haben wir \u00fcber den Text der Nathanweissagung (2. Sam 7) nachgedacht. Genau darauf bezieht sich der zweite Psalm im Mittelteil. Es ist der erste sog. K\u00f6nigspsalm. Warum toben die V\u00f6lker? Der Psalm gibt keine Antwort. Wichtig ist die Richtung der Frage: Nicht: \u201eWarum, o Gott, l\u00e4\u00dft Du das zu?!?\u201c [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":207,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[10,12],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/21239"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/207"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=21239"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/21239\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":21243,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/21239\/revisions\/21243"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=21239"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=21239"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=21239"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}