{"id":21205,"date":"2024-09-21T15:59:30","date_gmt":"2024-09-21T13:59:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=21205"},"modified":"2024-09-21T15:59:30","modified_gmt":"2024-09-21T13:59:30","slug":"gemeinde-jesu-als-gnadenraum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=21205","title":{"rendered":"Gemeinde Jesu als Gnadenraum!?"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Viele Christen erinnern sich noch an den ersch\u00fctternden Auftakt der Olympischen Spiele 2024, bei dem christliche Symbole von der LGBTQIA+-Community in einem neuen Kontext verwendet wurden. Ein Blick auf die gegenw\u00e4rtige gesellschaftliche Landschaft offenbart, dass Werte und Normen einem tiefgreifenden Wandel unterliegen. F\u00fcr Christen stellt sich nun die Herausforderung, wie man auf diese Entwicklungen reagiert und im Licht des christlichen Glaubens mit Betroffenen agiert. In diesem Artikel wird er\u00f6rtert, wie die Gemeinde Jesu zu einem Ort der Gnade f\u00fcr die Menschen werden kann, die von den aktuellen Weltanschauungen betroffen sind.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zun\u00e4chst sollten wir uns erneut bewusst machen, dass eine der wesentlichen Berufungen der Gemeinde Jesu darin besteht, ein Ort der Barmherzigkeit, des Mitgef\u00fchls und des Miteinanders f\u00fcr S\u00fcnder zu sein, die durch den Glauben an Jesus Christus vereint sind und ihm nachfolgen m\u00f6chten.<a href=\"#_edn1\" name=\"_ednref1\">[i]<\/a> Deswegen betont Paul Bruderer, dass Kirchen R\u00e4ume der Gnade seien. Doch wie kann diese Gnade in der Gemeinde gelebt werden, wenn neue Herausforderungen die Fundamente des biblisch begr\u00fcndeten Glaubens ins Wanken bringen? Wie kann die Gemeinde Jesu ein Ort der Gnade sein, wenn Menschen mit unterschiedlichen Lebensweisen, wie Polygamie, ausgelebter Homosexualit\u00e4t oder unverheiratetes Zusammenleben, den Weg in die Kirche finden \u2013 m\u00f6glicherweise sogar mit Kindern?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Menschen in den beschriebenen Lebenssituationen zeigen oft ein Interesse am christlichen Glauben, aber m\u00f6glicherweise haben sie noch keinen Umdenkungsprozess gem\u00e4\u00df biblischer Normen durchlaufen. Es kann sein, dass Gottes Werte entweder bewusst abgelehnt werden oder ihnen einfach unbekannt sind. Daher ist es wichtig, solche Lebensentw\u00fcrfe nicht pauschal zu beurteilen. Vielmehr stellt sich die Frage, wie die Ortsgemeinde das Miteinander gestalten kann, um die Gemeinde Jesu tats\u00e4chlich zu einem Raum der Gnade zu machen. Ein hilfreicher Ansatz, der die Ortsgemeinden f\u00fcr die zuk\u00fcnftigen Fragestellungen zur\u00fcstet, ist der \u201e3AB Weg\u201c, den Paul Bruderer anhand von Gottes Wort und seiner missionarischen Erfahrung entworfen hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Korinth \u2013 ein Prototyp des Gnadenraumes<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein Blick in den 1. Korintherbrief zeigt uns, wie die Gemeinde in Korinth als ein Raum der Gnade gestaltet werden kann, insbesondere wenn es um sexualethische Fragen geht. In Kapitel 6, Verse 12-20, begegnen wir M\u00e4nnern, die Christen sind, aber dennoch sexuelle Beziehungen zu Prostituierten pflegen. Anstatt, wie im Inzestfall in 1. Korinther 5, sofort aus der Gemeinde ausgeschlossen zu werden, erfahren sie Annahme, obwohl Paulus betont: \u201e<em>Wisst ihr nicht, dass euer K\u00f6rper ein Teil des Leibes Christi ist? Soll ich also die Glieder Christi nehmen und sie mit einer Prostituierten vereinigen? Niemals!<\/em>\u201c (1. Kor. 6,15; NG\u00dc).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Gruppe von Menschen ist f\u00fcr unsere aktuelle Thematik besonders relevant, weil sie zwar zum Glauben an Jesus Christus gekommen, aber in ihrem Verst\u00e4ndnis von Sexualit\u00e4t noch unver\u00e4ndert geblieben sind. Eine n\u00e4here Betrachtung des Textes offenbart, dass sie sich sogar in einer Verteidigungshaltung befinden und ihre Lebensweise mit \u201efrommen Argumenten\u201c rechtfertigen.<a href=\"#_edn2\" name=\"_ednref2\">[ii]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In seiner Antwort stellt der Apostel Paulus Sexualit\u00e4t in den umfassenden Rahmen der gesamten Sch\u00f6pfung. \u201eDer Kosmos mit seinem Sch\u00f6pfer und Erl\u00f6ser \u2013 und nicht die Gesellschaft \u2013 ist nach Paulus der richtige Bezugsrahmen f\u00fcr das christliche Verst\u00e4ndnis von Sexualit\u00e4t.\u201c (Paul Bruderer). Diesen Grundsatz sollten sich Christen, die das Wort Gottes als Ma\u00dfstab f\u00fcr ihren Glauben ernst nehmen, immer wieder ins Bewusstsein rufen, auch wenn sich die Gesellschaft um sie herum st\u00e4ndig ver\u00e4ndert! Paulus macht den M\u00e4nnern klar, dass sie lernen m\u00fcssen, auf eine christliche Weise \u00fcber ihren K\u00f6rper nachzudenken: Ihr K\u00f6rper besitzt eine gro\u00dfe W\u00fcrde aufgrund seines Ewigkeitswertes (vgl. 1Kor 6,19). F\u00fcr Paulus als Theologen und Hirten w\u00e4re es schlichtweg unbarmherzig, ihnen dieses Wissen \u00fcber die W\u00fcrde ihres K\u00f6rpers vorzuenthalten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Anhand dieser biblischen Begebenheit zeigt sich, dass in Korinth Sexualit\u00e4t und K\u00f6rperlichkeit nicht abgewertet, sondern beides vielmehr aufgewertet wurde. Der K\u00f6rper hat gem\u00e4\u00df der orthodoxen Lehre Ewigkeitswert und ist heilig f\u00fcr Gott. So betont der Theologe N. T. Wright in <em>Surprised by Hope: Rethinking Heaven, the Resurrection, and the Mission of the Church<\/em>, dass das christliche Glaubensbekenntnis die &#8218;Auferstehung des Fleisches&#8216; bekennt und der K\u00f6rper also kein blo\u00dfes Gef\u00e4\u00df oder Instrument ist, sondern Ewigkeitswert hat und heilig ist, weil er in der Auferstehung erneuert und geheiligt wird.<a href=\"#_edn3\" name=\"_ednref3\">[iii]<\/a> Es zeigt sich, dass biblische Lehre dazu f\u00fchrt, das Leben im Hier und Jetzt gelingen kann. Der Theologe und Gr\u00fcnder der christlichen Gemeinschaft L\u2019Abri, Francis Schaeffer, erg\u00e4nzt die Lehre um den wichtigen Aspekt der Gemeinschaft, wenn er schreibt: \u201eIch bin \u00fcberzeugt, dass die Menschen im zwanzigsten Jahrhundert nicht zuh\u00f6ren werden, wenn wir zwar die richtige Lehre und richtige Kirchenordnung haben, aber keine Gemeinschaft zeigen.\u201c<a href=\"#_edn4\" name=\"_ednref4\">[iv]<\/a> Bruderer hebt hervor, dass eine solche doppelte Orthodoxie \u2013 sowohl in der Lehre als auch in der Gemeinschaft \u2013 entscheidend daf\u00fcr ist, dass die Gemeinde Jesu zu einem Raum der Gnade wird.<a href=\"#_edn5\" name=\"_ednref5\">[v]<\/a> Doch wie kann ein solcher Raum konkret gestaltet werden, und welche Rolle spielt dabei der 3AB-Weg?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Der 3AB-Weg in der \u00dcbersicht <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In unserer heutigen Kultur sehen wir uns als Christen und Kirchen zunehmend mit Beziehungsmodellen konfrontiert, die teilweise im Widerspruch zur in der Bibel offenbarten W\u00fcrde des Menschen stehen. Einige dieser Modelle k\u00f6nnen mittlerweile als legale Ehen formalisiert werden, w\u00e4hrend andere m\u00f6glicherweise noch in den rechtlichen Prozess eintreten werden. Immer st\u00e4rker kommen Gemeinde mit sexualethischen Praktiken in Kontakt, die f\u00fcr viele eine Herausforderung sind und sie insgesamt \u00fcberfordern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So war es m\u00f6glicherweise auch ein Schock f\u00fcr Paulus zu entdecken, dass einige M\u00e4nner in der Gemeinde sexuelle Beziehungen zu Prostituierten pflegten. Man kann sich gut vorstellen, wie solche Verhaltensweisen die Frauen in der Gemeinde beeinflusst haben k\u00f6nnten, insbesondere im Licht der Aufforderung aus dem Epheserbrief, \u201eliebt eure Frauen\u201c. Es w\u00e4re nachvollziehbar gewesen, wenn Paulus als Apostel klare Ma\u00dfnahmen und Gemeindezucht gefordert h\u00e4tte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dankenswerterweise bietet uns die Gemeinde in Korinth ein wertvolles Modell, wie der Raum der Gnade gestaltet werden kann. Anstatt sofortige Ausschl\u00fcsse auszusprechen, gew\u00e4hrte Paulus den betreffenden M\u00e4nnern eine \u201ekorinthische Zeit\u201c, in der sie sich mit der biblischen Lehre auseinandersetzen und ihr Leben neu ausrichten konnten. Der nachfolgend skizzierte 3AB-Weg zeigt systematisiert konkrete Handlungsschritte auf, wie bibelgebundene Christen ihre Ortsgemeinden zu R\u00e4umen der Gnade gestalten, damit Menschen, die in der Sexualit\u00e4t ganz andere Lebensentw\u00fcrfe w\u00e4hlen, als die Bibel f\u00fcr gut befindet, die Gnade Jesu kennenlernen k\u00f6nnen. Systematisierungen haben zwar ihre Grenzen, doch dieses Modell bietet einen vielversprechenden Ansatz, um gemeinsam mit Menschen, die den Herrn Jesus kennenlernen m\u00f6chten, einen Weg zu finden.<\/p>\n<table style=\"width: 90.5155%; height: 192px;\">\n<tbody>\n<tr style=\"height: 48px;\">\n<td style=\"width: 25.4658%; height: 48px;\" width=\"104\"><strong>Der 3AB Weg<\/strong><\/td>\n<td style=\"width: 41.7096%; height: 48px;\" width=\"250\"><strong>Was die Gemeinde<br \/>\nJesu beitr\u00e4gt<\/strong><\/td>\n<td style=\"width: 69.4394%; height: 48px;\" width=\"250\"><strong>Was die Menschen beitragen,<br \/>\n<\/strong><strong>wenn sie ankommen<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 48px;\">\n<td style=\"width: 25.4658%; height: 48px;\" width=\"104\">Schritt 1<\/td>\n<td style=\"width: 41.7096%; height: 48px;\" width=\"250\"><strong>A<\/strong>nnehmen<br \/>\n(lieben)<\/td>\n<td style=\"width: 69.4394%; height: 48px;\" width=\"250\"><strong>B<\/strong>esuchen<br \/>\n(Interesse zeigen)<\/td>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 48px;\">\n<td style=\"width: 25.4658%; height: 48px;\" width=\"104\">Schritt 2<\/td>\n<td style=\"width: 41.7096%; height: 48px;\" width=\"250\"><strong>A<\/strong>nsprechen<br \/>\n(lehren)<\/td>\n<td style=\"width: 69.4394%; height: 48px;\" width=\"250\"><strong>B<\/strong>esch\u00e4ftigen<br \/>\n(Geh\u00f6rtes bedenken)<\/td>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 48px;\">\n<td style=\"width: 25.4658%; height: 48px;\" width=\"104\">Schritt 3<\/td>\n<td style=\"width: 41.7096%; height: 48px;\" width=\"250\"><strong>A<\/strong>nleiten<br \/>\n(vorleben)<\/td>\n<td style=\"width: 69.4394%; height: 48px;\" width=\"250\"><strong>B<\/strong>ew\u00e4hren<br \/>\n(Jesus nachfolgen)<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die systematische Darstellung verdeutlicht drei wesentliche Aktivit\u00e4ten, die sowohl von der Gemeinde Jesu als auch von den Menschen selbst eingebracht werden m\u00fcssen, um die Ortsgemeinde zu einem Raum der Gnade zu entwickeln. Hier k\u00f6nnen M\u00fchselige und Beladene Heilung finden, aufbl\u00fchen, sich bew\u00e4hren und in ihren Dienst hineinwachsen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Gemeinde Jeus als Gnadenraum <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es wird deutlich, dass beide Seiten aufeinander zugehen m\u00fcssen. Die Ortsgemeinde ist gefordert, Menschen in der Liebe Jesu anzunehmen, sie auf angemessene Weise mit der biblischen Lehre vertraut zu machen und sie in der Nachfolge Jesu zu begleiten. Doch wenn die Menschen nicht aktiv ihren Beitrag leisten, kann die Gemeinde zwar alle notwendigen Schritte unternehmen, aber dennoch bleibt die erhoffte Frucht m\u00f6glicherweise aus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Interessierte m\u00fcssen durch ihren Besuch ihr Interesse an der Kirche zeigen, sich aktiv mit den vermittelten Lehrinhalten auseinandersetzen und Schritte zur Bew\u00e4hrung unternehmen, indem sie das Gelernte in ihrem Leben umsetzen. So kann ihr Leben mit Jesus beginnen aufzubl\u00fchen. Ebenso fruchtlos w\u00e4re es jedoch, wenn die Menschen ihren Teil beitragen, aber die Ortsgemeinde sie nicht annimmt, nicht angemessen belehrt oder ihnen die Nachfolge Jesu nicht vorlebt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kurz gesagt: <strong>Ein geschicktes und von der Gemeinde bewusst gestaltetes Zusammenspiel ist erforderlich \u2013 ein Zusammenspiel, das letztlich auf der Gnade Gottes beruht welche an den guten, biblischen Wahrheiten ausgerichtet ist<\/strong>.<a href=\"#_edn6\" name=\"_ednref6\">[vi]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dabei steht es au\u00dfer Frage, dass ein solcher \u201eWeg\u201c Zeit ben\u00f6tigt. Menschen, die Interesse am Glauben haben oder Fragen mitbringen, m\u00fcssen durch das Wirken des Heiligen Geistes Schritt f\u00fcr Schritt ver\u00e4ndert werden. In Kombination mit den Inhalten der Bibel werden Suchende, Bittende und Anklopfende allm\u00e4hlich auf den biblischen Weg gef\u00fchrt. Diese Ver\u00e4nderung geschieht von innen heraus, denn die g\u00f6ttliche Wahrheit wirkt im Herzen und bringt es dazu, sich zu wandeln.<a href=\"#_edn7\" name=\"_ednref7\">[vii]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>ABER: <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Einige Leserinnen und Leser k\u00f6nnten innerlich laut protestieren, weil der bisherige Ansatz ihnen zu progressiv erscheint. Aus verschiedenen Gr\u00fcnden sei es durch Traditionen oder pers\u00f6nliche Pr\u00e4gungen, mag es f\u00fcr manche schwer vorstellbar sein, ein homosexuelles oder transsexuelles Paar im Gottesdienst willkommen zu hei\u00dfen. Paul Bruderer erinnert uns jedoch daran, dass \u201eegal wie unbiblisch das Denken der Menschen sein mag, die zum Glauben an Jesus kommen, es eine der Schl\u00fcsselaufgaben der Gemeinde ist, ihnen behutsam und deutlich christlich-biblische Denkans\u00e4tze zu erkl\u00e4ren\u201c. Damit dies gelingt, muss jedoch der Geist Gottes am Herzen wirken, und die biblische Belehrung muss schrittweise verarbeitet und verstanden werden. Nichts anderes hatte Paulus bei den M\u00e4nnern getan, die Prostituierte aufsuchten. Sie wurden belehrt und erhielten eine \u201ekorinthische\u201c Zeit, damit die Lehre ins Leben \u00fcbergehen konnte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Gnade revolutioniert das Denken<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die aktuellen gesellschaftlichen Ver\u00e4nderungen erfordern es, dass biblische Grunds\u00e4tze neu gelehrt und verk\u00fcndigt werden m\u00fcssen. Das 3AB-Modell bietet einen Ansatz, um die gegenw\u00e4rtigen gesellschaftlichen Themen im Licht eines christlichen Ansatzes zu analysieren. Doch es ist wichtig, nicht nur bei den aktuellen \u201ehei\u00dfen Eisen\u201c stehen zu bleiben. Dieses Modell unterst\u00fctzt die Gemeinde Jesu auch dabei, zus\u00e4tzliche Gestaltungsr\u00e4ume der Gnade zu schaffen. Es stellt sich die Frage: Wie gestalten wir die Gemeinde als einen Raum der Gnade f\u00fcr all jene, die in unserer Zeit Orientierung und Hoffnung suchen? Wie gestalten wir die Gemeinde als Raum der Gnade f\u00fcr:<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>Menschen, die im Konkubinat oder Alterskonkubinat leben?<\/li>\n<li>M\u00e4nner und Frauen, die in polyamor\u00f6sen Beziehungsnetzwerken leben?<\/li>\n<li>Homosexuelle Paare mit Kindern?<\/li>\n<li>Menschen, die sich an unterschiedlichen Punkten einer Geschlechtsumwandlung (Transition) befinden?<\/li>\n<li>Menschen in kompliziert verflochtenen Patchworkfamilien, die durch eine juristische Kl\u00e4rung gem\u00e4\u00df biblischen Leitlinien finanzielle Nachteile erleiden w\u00fcrden?<\/li>\n<li>Menschen, die mit Suchtproblemen k\u00e4mpfen, die massiven Einfluss auf andere haben, wie z.B. Alkohol- oder Pornografiesucht?<\/li>\n<li>Menschen, die wegen P\u00e4dophilie oder anderem sexuellen Fehlverhalten juristisch verurteilt wurden?<\/li>\n<li>Betr\u00fcger im Finanzsystem?<\/li>\n<li>Menschen, die mit S\u00fcnden leben und sie tolerieren, die \u2013 wie z.B. Verleumdung, Mobbing, Verschuldung \u2013 Einfluss auf andere Menschen haben?<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie k\u00f6nnen wir eine Gemeinde gestalten, die nicht nur klar in der Lehre ist, sondern auch ein Ort der Gnade und Heilung f\u00fcr all diese Menschen wird? Mithilfe des 3AB-Modelles kann die Ortsgemeinde sich zur\u00fcsten, um s\u00e4mtliche Fragen, die auf die Gemeinde Jesu einwirken, unter Gebet und der Leitung des Heiligen Geistes zu bedenken. So k\u00f6nnen die Worte Jesu Realit\u00e4t werden und Gnade das Denken revolutionieren: \u201e<em>Kommt zu mir, ihr alle, die ihr euch plagt und von eurer Last fast erdr\u00fcckt werdet; ich werde sie euch abnehmen<\/em>.\u201c (Matth\u00e4us 11,28; NG\u00dc).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>Henrik Mohn<\/em><\/strong><em>\u00a0(Jg. 1983) arbeitet als Lehrer an einer Bekenntnisschule. Er steht aktiv im Gemeindedienst, ist Schriftleiter von\u00a0<a href=\"https:\/\/www.eleg.de\/glaube-und-erziehung.html\">Glaube+Erziehung<\/a>\u00a0und bloggt auf\u00a0<a href=\"https:\/\/www.lesendglauben.de\/\">lesendglauben.de<\/a>. Er ist verheiratet und hat drei T\u00f6chter.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Dieser Text basiert auf einer dreiteiligen Artikelserie von Paul Bruderer (<a href=\"https:\/\/danieloption.ch\/\">danieloption.ch<\/a>), in der er aufzeigt, wie Kirchen zu R\u00e4umen der Gnade werden k\u00f6nnen. Zur weiteren Vertiefung wird die Lekt\u00fcre dieser Artikel empfohlen. Zudem sei auf die Vortr\u00e4ge von Nancy Pearcey verwiesen, die auf der Culture Shift 2024 gehalten wurden und unter <a href=\"http:\/\/www.danieloption.ch\/cultureshift\">www.danieloption.ch\/cultureshift<\/a> nachgeh\u00f6rt werden k\u00f6nnen.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref1\" name=\"_edn1\"><\/a><strong>Anmerkungen:<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">[i] Siehe u.a. Matth\u00e4us 9,13; Lukas 15,1f; Johannes 13,34f.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref2\" name=\"_edn2\">[ii]<\/a> Zur Vertiefung: <a href=\"https:\/\/danieloption.ch\/featured\/kirche-als-raum-der-gnade-1-3\/\">Kirche als Raum der Gnade (1\/3) \u203a Daniel Option<\/a>, aufgerufen am 10.08.2024.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref3\" name=\"_edn3\">[iii]<\/a> Siehe 1. Korinther 15,42-44; 1. Korinther 6,19-20; R\u00f6mer 8,11; Philipper 3,20f.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref4\" name=\"_edn4\">[iv]<\/a> Zitat entnommen aus: <a href=\"https:\/\/danieloption.ch\/featured\/kirche-als-raum-der-gnade-1-3\/\">Kirche als Raum der Gnade (1\/3) \u203a Daniel Option<\/a>, aufgerufen am 12.8.2024.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref5\" name=\"_edn5\">[v]<\/a> Empfehlenswert ist hierzu: <a href=\"https:\/\/danieloption.ch\/featured\/kirche-als-raum-der-gnade-2-3-neun-thesen\/\">Kirche als Raum der Gnade (2\/3): Neun Thesen \u203a Daniel Option<\/a>, aufgerufen am 13.07.2024.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref6\" name=\"_edn6\">[vi]<\/a> Der ehemalige Aktivist f\u00fcr Schwulenrechte, David Bennett, berichtet in \u201eLiebe. Total.\u201c erschienen im fontis Verlag von seinem Weg zur Liebe von Jesus, bei dem die Gemeinde die Schritte des 3AB-Modells beging.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref7\" name=\"_edn7\">[vii]<\/a> Hebr\u00e4er 4,12.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Viele Christen erinnern sich noch an den ersch\u00fctternden Auftakt der Olympischen Spiele 2024, bei dem christliche Symbole von der LGBTQIA+-Community in einem neuen Kontext verwendet wurden. Ein Blick auf die gegenw\u00e4rtige gesellschaftliche Landschaft offenbart, dass Werte und Normen einem tiefgreifenden Wandel unterliegen. 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