{"id":21187,"date":"2024-09-06T10:10:22","date_gmt":"2024-09-06T08:10:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=21187"},"modified":"2024-09-06T10:10:22","modified_gmt":"2024-09-06T08:10:22","slug":"die-unglaublichste-geschichte-des-alten-testaments-1-mose-22","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=21187","title":{"rendered":"Die unglaublichste Geschichte des Alten Testaments (1. Mose 22)"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Ich wei\u00df, dass unter uns viele Bergfreunde sind. Ja manche haben von Ihnen schon die sch\u00f6nsten Berggipfel erklettert und dann haben sie sich gefreut an dem herrlichen Ausblick, den man da hat und manchmal gibt&#8217;s auch unterwegs zur Spitze noch Sch\u00f6nes zu bestaunen. Seltene Blumen, Matten, Almen, Bergquellen, reine B\u00e4che. Es ist etwas Wundersch\u00f6nes, wenn man in den Bergen ist und es f\u00e4llt uns schwer zu sagen, welcher Gipfel war denn der Sch\u00f6nere. Heute Morgen haben wir eine Bergwanderung vor uns, die wird einem sauer. Noch schwerer als die schwierigste Bergsteigerroute, der Weg zum Berg Morija. Und Abraham muss den Weg gehen, ob er will oder nicht, er wird gar nicht gefragt. Es ist nicht eine Frage nach der Lust und nach der Freude. Und er geht fr\u00fch am Morgen, bricht auf, drei Tage lang geht er. Jeder Schritt tut doch weh.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Spurgeon sagt dazu: Ich bitte euch, die Zeit zu beachten, da Gott Abraham mit dieser schwersten seiner vielen Proben versuchte. Es war \u201enach diesen Geschichten,\u201c das hei\u00dft, nach neun gro\u00dfen Pr\u00fcfungen. Nachdem er durch viele Leidensk\u00e4mpfe hindurch gegangen und dadurch gest\u00e4rkt und geheiligt war, war er berufen, eine noch h\u00e4rtere Probe zu bestehen. Es ist gut, aus dieser Tatsache zu lernen, dass Gott schwere B\u00fcrden nicht auf schwache Schultern legt. Er erzieht unsren Glauben, indem Er ihn durch Leiden pr\u00fcft, die allm\u00e4hlich wachsen in dem Verh\u00e4ltnis, wie unser Glaube w\u00e4chst. &#8230; Erwartet also, Geliebte, dass eure Leiden sich mehren werden, je n\u00e4her ihr dem Himmel kommt. . . . Lasst dies uns eine Warnung sein, dass wir niemals darauf rechnen d\u00fcrfen, diesseits des Grabes von Tr\u00fcbsal frei zu bleiben . . . dass vielleicht eure letzte Schlacht die schlimmste sein wird, und dass das heftigste Feuer des Feindes bis zum Ende des Tages aufbehalten sein mag.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach diesen Geschichten: Auszug, Irrweg, R\u00fcckweg, Verhei\u00dfungs-, F\u00fcrbitt-, Familien-, Lachgeschichten. Jetzt die Opferungs-Geschichte. Die Juden nennen sie bis zum heutigen Tag die Fesselungsgeschichte. Die unglaublichste aller Geschichten. Schlimmer, dunkler, gr\u00e4sslicher, unfasslicher redet die Bibel nicht mehr. Die Legende berichtet, Sara habe, nachdem sie von dem allem geh\u00f6rt, als sie zur\u00fcckgekehrt waren, sieben Schreie ausgesto\u00dfen und sei gestorben. Wer einmal die Geschichte nicht vom gn\u00e4digen Ende her liest, wer die Geschichte einmal durchdenkt, nicht vom Schluss her, dann, dann \u00fcberkommt ihn genauso wie Kierkegaard sagt: Furcht und Zittern. Wirklich Furcht und Zittern. So hat Kierkegaard dieser d\u00e4nische Religionsphilosoph sein Buch \u00fcber diese Geschichte geschrieben. Furcht und Zittern ist seine Fesselungsgeschichte, und er verquickt seine Auslegung hier mit seiner eigenen Opferung, n\u00e4mlich in Erinnerung an seine Entlobung am 11. Oktober 1841, die Entlobung mit Regine Olsen, die er als seine Opferung empfand.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir m\u00fcssen uns hier von Anfang an entscheiden. Entweder wir durchl\u00f6chern die Geschichte mit unseren Anfragen, dann hat sie uns nichts zu sagen, weil wir es doch viel besser wissen, als was hier steht. Wie weit Gott mit seinen Forderungen gehen kann und welche Opfer er \u00fcberhaupt verlangen darf oder aber wir h\u00f6ren in Demut zu, ob nicht doch irgendwo ein St\u00fcck Evangelium in diesem entsetzlichen Dunkel \u00fcber dem Berg Morija aufleuchtet. Deshalb ist es auch gut, und ich lade Sie dazu ein, diese Geschichte nicht mit der Brille eines Psychologen, also von der Seele eines Menschen aus zu lesen oder zu verstehen, sondern eben gleichsam mit der Brille Gottes sub specie aeternitatis, unter dem Angesicht der Ewigkeit, also von Gott her wollen wir diese Geschichte verstehen und dies in vier Schritten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1. Der Herr befiehlt.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da sprach Gott zu ihm: Nimm Isaak, deinen Sohn, gehe hin und opfere ihn. Subjekt ist eindeutig Gott. Nicht etwa Trunkenheit. In der Zeitung stand: Ein Mann greift nach einem Buben und schneidet ihn mit einem scharfen Messer die Kehle durch. Angef\u00fcgt: dass der M\u00f6rder vor der Tat ein paar Flaschen Bier und eine Flasche Schnaps getrunken habe. Aber hier? Es ist kein Alkohol im Spiel. Subjekt ist nicht die Trunkenheit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Subjekt ist auch nicht der Wahnsinn. Der M\u00f6rder von Euskirchen, der im Gerichtssaal herumgeschossen hat und f\u00fcnf Menschen get\u00f6tet, der habe, und so berichtete es sp\u00e4ter eine Zeitung, der habe schon vorher Anzeichen verwirrten Geistes gezeigt, unberechenbar, aufbrausend, manchmal wie wahnsinnig. Aber hier ist kein Wahnsinn im Spiel. Subjekt ist nicht Wahnsinn.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das unbegreifliche Subjekt dieser Geschichte ist Gott. Unglaublich! Gott befiehlt dem Mann seinem eigenen Sohn an die Kehle zu gehen. Und der Mann ist der Vater des Kindes und dann noch ein Kind, auf dass er jahrzehntelang gewartet und als es geboren, brachen diese Lachsalven aus. Gott verlangt eine Leiche. Das ist die Geschichte: Gott verlangt eine Leiche.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es kommt vor, dass Eltern ihre Kinder verlieren. Es ist schlimm, wenn Eltern ihre Kinder verlieren. Aber hier sollen Eltern nicht nur ihr Kind verlieren, hier sollen Eltern ihr Kind ermorden, abschlachten, so wie ein Tier.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das ist nicht nur verletzte Liebe, das ist der tiefste angefochtene Glaube, was aber Glaubensanfechtung hei\u00dft, zeigt Kierkegaard am Beispiel zwischen dem biblischen Abraham und dem griechischen Agamemnon. Aus der Schulzeit wei\u00df ich noch von dem Krieg gegen Troja. Und da waren 1200 Kriegsschiffe, die Lagen an der K\u00fcste von Aulis zur Ausfahrt bereit. Die See aber war glatt und kein Windchen bewegte die See. Diese Boote d\u00fcmpelten im Wasser. In \u00e4u\u00dferster Bedr\u00e4ngnis entschloss sich, K\u00f6nig Agamemnon zum allerletzten. Er opferte seine Tochter Iphigenie auf dem Zeus Altar. Ein Kind f\u00fcr den Wind. Was f\u00fcr eine Geschichte aus der griechischen Vergangenheit, ein Kind f\u00fcr den Wind, welche Rettung des Vaterlandes. Die Agamemnon-Sage, ist nicht zu fassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber die Abrahams Geschichte ist unfasslich. Jahre lang wartet eben der auf seinen Sohn und dann soll der Vater Stolz auf einem Steinhaufen verbluten. Das ist doch kein lieber Gott, das ist der Gott Abrahams, Isaak und Jakob, der diesen Mord auf Befehl veranstaltet. Hat sich denn Gott eines anderen besonnen, hat sich denn Gottes Herz gewendet? Widerruft er hier an dieser Stelle seine Versprechungen, so wie nach den Wahlen die gew\u00e4hlten M\u00e4nner ganz kleinlaut ihre gro\u00dfen Versprechungen bei den Wahlkampfveranstaltungen wieder zur\u00fccknehmen und streichen. Wenn Isaak stirbt, dann steht nicht nur ein Ehegl\u00fcck auf dem Spiel. Nicht nur das Kriegsgl\u00fcck einer Nation, dann steht aber alles, alles auf dem Spiel.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Calvin sagt es richtig, es sieht so aus, als wolle Gott alles, was er dem Abraham an Ordnung gab, mit F\u00fc\u00dfen treten. Der Herr befiehlt und trotzdem, trotzdem. Der Herr befiehlt Abraham nicht sinnloses.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn man heute im Fernsehen Diskussionen oder auch in Kirchenbl\u00e4ttern Betrachtungen \u00fcber diese Geschichte liest, dann f\u00e4llt auf, dass die meisten der Ausleger mit dieser Geschichte nur noch wenig anfangen k\u00f6nnen. Die sagen, das ist Geschichte aus grauer Vorzeit. Das schlie\u00dft eine dunkle Epoche ab. Das trifft nicht auf unseren Gott zu, unser Gott ist der Gott der Liebe. Das stimmt nicht, was diese Auslegungen sagen. Ich bin froh, dass jetzt viele unter uns sitzen, die Zeugen dessen sind, das Gott auch heute seine Leute sehr wohl auf den H\u00fcgel Morija f\u00fchrt.<\/p>\n<p><strong>2. Der Herr versucht.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sofort f\u00e4llt einem Jakobus 1,13 ein: Niemand sage, dass er, wenn er versucht werde, von Gott versucht werden. Wie passt das eigentlich zusammen. Jakobus 1 und 1. Mose 22. Wahr ist, dass Gott nicht zum B\u00f6sen versucht, diese Versuchung zum B\u00f6sen, die kommt vom alten Adam. Von Gott geht kein Anreiz zum B\u00f6sen aus, nie! Von Gott geht nie ein Anreiz zum B\u00f6sen aus. Wenn ich hier in Versuchung bin, dann immer im Sinne einer Erprobung, Belastung oder Zerrei\u00dfprobe. Hier ist Glaube auf dem Pr\u00fcfstand, um das geht es. Das ist der Hintergrund. Glaube auf dem Pr\u00fcfstand. Abraham wird direkt von Gott auf die Probe gestellt. Und Luther, der wohl die tiefste Auslegung geschrieben hat, sagt: \u201eWahrhaftig patriarchalische Pr\u00fcfung, die die Sp\u00e4teren nicht h\u00e4tten ertragen k\u00f6nnen, auch wir nicht. Ihm wird sie auferlegt. Er muss sie durchstehen.\u201c Die Pr\u00fcfung des Glaubens Abrahams.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gott schickt Proben, dass unser Glaube wachse und sich bew\u00e4hrt, dass er rechtschaffen und viel k\u00f6stlicher erfunden werde als das verg\u00e4ngliche Gold, das durchs Feuer gel\u00e4utert wird. 1. Petrus 1,7. Nat\u00fcrlich ist das eine Anfechtung, eine Riesenanfechtung, aber es gilt der andere Satz: Wenn Gott mit Anfechtungen verschont, dann ist das schlimmer als zehn Anfechtungen. Wissen sie das. Wenn Gott sie von Anfechtungen des Glaubens und des Lebens verschont, dann ist das schlimmer als zehn Anfechtungen. Keine Anfechtung zu haben, ist die gr\u00f6\u00dfte Anfechtung.<\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\">\n<li>Lamparter schreibt dazu: Er l\u00e4sst es auf eine Probe ankommen, ob wir bereit sind, ihm bedingungslos zu gehorchen, auch dann noch, wenn Er unsre W\u00fcnsche durchstreicht, unsre Hoffnungen vereitelt und genau das, woran unser Herz h\u00e4ngt, zum Opfer fordert. Nun muss es sich zeigen, ob wir bereit sind, an dem, was wir leiden, Gehorsam zu lernen und mit dem Dennoch des Glaubens an Gott festzuhalten. Ist unsre Fr\u00f6mmigkeit religi\u00f6s drapierte Eigensucht oder Gehorsam ohne Vorbehalt?<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\">Abraham hat schon manche Anfechtungen bestand, vom Auszug bis zum Warten auf den Sohn, aber jetzt Freunde, jetzt ist Generalprobe, oder Lamparter sagt, jetzt ist die Feuerprobe. Das hier ist Feuerprobe des Glaubens! In 5. Mose 8 steht: Der Herr, euer Gott stellt euch auf die Probe um zu erkennen, ob ihr den HErrn euren Gott von ganzem Herzen und von ganzer Seele liebt. In der Probe soll herauskommen, was im Herzen des Menschen ist, ob er ungeteilt dem Herrn anh\u00e4ngt. Worauf zielt diese Probe? Ob Abraham bereit ist, aus seinem Glauben Konsequenzen zu ziehen. Wer diesem Gott begegnet, bei dem h\u00f6rt die fromme Gottbummelei, wie Blumhardt gesagt hat, bei dem h\u00f6rte die fromme Gottbummelei auf. Abrahams soll seine eigene Zukunft zu Asche verbrennen. Bei einem Dankopfer ist es ja so gewesen, dass das ganze Opfer zur Asche verbrannte. Und hier kommt ja das Wort her: Holocaustum oder Holocaust. Das ganze Opfer wird verbrannt. Abraham soll auf Befehl einen holocaust veranstalten, nicht nur erleiden. Abraham und der Holocaust. Darum geht es in dieser Geschichte. Er soll&#8217;s machen. Abraham ist ja hin- und hergerissen. Zwischen Gottesliebe und Kindesliebe zwischen zwei Gottesbildern, der Gott, der ihn so gef\u00fchrt und ihm einen Sohn geschenkt. Auf der einen Seite und der Gott, der durch eine wahnsinnige Anordnung, das in drei Tagen wieder kaputtmachen soll. Das steht auf der anderen Seite. Zwei Gottesbilder, die auch oft in unserer Seele und in unserem Herzen sind. Auf der einen Seite der Gott, der uns so gn\u00e4dig gef\u00fchrt hat. Bis zu diesem Abend, dass sie es machen konnten, gesund oder wenigstens so, das sie&#8217;s hierher gebracht haben. Er hat sie so gef\u00fchrt und andererseits der Gott, der das in ihrem Leben, in dieser Welt so zul\u00e4sst, dass sie dies nicht verstehen k\u00f6nnen. Und diese beiden Bilder kommen nicht zusammen. Das ist die Anfechtung. Der Herr versucht mit dem Opfer, dem Opfer der Zukunft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Vergangenheit hat Abraham beim Auszug in Haran geopfert, die Gegenwart hat er in 25 Jahren Wartestand geopfert, jetzt will Gott das Opfer seiner Zukunft: Isaak, den Sohn seiner Verhei\u00dfung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es gibt schwere Wege, wo Gott uns unerbittlich Hartes auferlegt. Das passt uns nicht, das geht uns gegen den Strich unseres Denkens, das kann man nicht verstehen. Und dann kommt es zu diesem Konflikt. Unser Gott ist nicht in der Mode der Zeit so ein bisschen sanft, fr\u00fcher sagte man: ein Feld-Wald- und Wiesen-Gott. Ein s\u00fc\u00dfes Bild unserer Gef\u00fchle. Sondern wir reden ja gerne vom lebendigen Gott, wie Gott wirklich ist. Wie wir ihn erfahren im Leben, ein Gott, der fordern und befehlen kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da steht ein Abraham, dieser gro\u00dfe Mann des Glaubens vor dem ewigen Gott, der wei\u00df, ich bin nur Staub und Asche. Ich kann doch vor Gott den Mund nicht auftun. Er m\u00fcsste ja sagen: Ich verstehe dich nicht. Wo ist uns denn versprochen, dass wir den ewigen Gott verstehen k\u00f6nnen und unsere Gedanken k\u00f6nnen ihn nicht fassen. So leicht haben wir das am Anfang unseres Gottesdienstes ja gesprochen: Meine Gedanken sind nicht eure Wege und meine Wege sind nicht eure spricht der HErr! Der, der \u00fcber unser Leben gebietet, der uns in dieses Leben hineingestellt hat, der unsere Todesstunde kennt und der auch wei\u00df, wie lange unser Lebensweg gehen soll. Dieser Gott den k\u00f6nnen wir nichts fragen und nichts antworten und wir k\u00f6nnen ihn nicht vor unser Gericht ziehen! Es ist uns wie eine bittere Pille, die man nicht schlucken will. Ich begreife das nicht! Jetzt verstehen Sie: Abraham ist anders als wir. Er glaubte, er vertraute, er gehorchte. Und im R\u00f6mer 4 sagt Paulus dann: Er wankte nicht im Glauben, er wusste auf das Gewisseste, bei Gott gibt es noch eine L\u00f6sung, selbst wenn alles dunkel und verloren ist. Woher hatte er das? Er hat das Wort Gottes, was ihm Gott gesagt hat, so wie sich Gott ihm offenbart hat: Ich bin dein Schild und dein sehr gro\u00dfer Lohn. Wenn es bei ihnen oft auch so aussieht und sie sagen: Ich verstehe Gott nicht mehr in meinem Leben, ich wei\u00df nicht, was er will. Und dann ist es gut, wenn sie sich nicht orientieren an ihren Gef\u00fchlen, an ihren Empfindungen, an ihren Gedanken, an ihrem Verstehen, sondern wenn sie ganz einfach nur noch auf das Wort Gottes vertrauen. Er hat es gesagt und darauf wagt mein Herz es froh und unverzagt und l\u00e4sst sich gar nicht grauen.<\/p>\n<p><strong>3. Der Herr h\u00f6rt<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Abraham wusste eigentlich zu beten. Er wusste zu bitten. Abraham wusste eigentlich zu fechten, um Sodom hat er einige Runden gek\u00e4mpft, immer wieder hat er geschrien. Jetzt k\u00f6nnte er schreien: Unm\u00f6glich Gott! Das kann nicht wahr sein. Erbarme dich! Verschone mich damit! Und der Herr h\u00f6rt in dieser ganzen Geschichte. Er h\u00f6rt nur vier S\u00e4tze in den 3-4 Tagen dieses Geschehens. Zwei davon: Hier bin ich! Hier bin ich! Geh! Tu das! Hier bin ich. Schlachte deinen Sohn! Hier bin ich! So wie bei Samuel: Rede Herr, dein Knecht h\u00f6rt! Jesaja: Sende mich! Ja sende mich! Petrus: auf dein Wort will ich die Netze auswerfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein wortloser Gehorsam. Keine Warum-Frage, kein Aufbegehren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was h\u00e4tte er nicht alles vorbringen k\u00f6nnen: Valerius Herberger dazu:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eMein Herr, mein Heiland! Wie meinst du es? Isaak soll das gelobte Land ererben \u2013 nun soll ich ihn t\u00f6ten? Du hast verboten zu t\u00f6ten, und nun willst du es von mir haben?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es muss dich entweder gereuen, was du mir und meinem Sohne zugesagt hast, oder ich muss dich etwa mit einer S\u00fcnde erz\u00fcrnt haben. Oder hat es meine Sarah verschuldet?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Soll ich selber meines Sohnes M\u00f6rder sein? Mit was f\u00fcr Augen soll ich das sehen \u2013 mit was f\u00fcr Schmerzen, soll ich das verrichten! Wie will ich dieses \u00fcber mein Vaterherz bringen!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sarah, liebe Sarah, was wirst du dazu sagen? Sollte ich dirs offenbaren: Ich will dir es nicht sagen. Aber wie wirst du, wenn es nun geschehen wird, klagen? Du wirst dich zu Tode gr\u00e4men. Also werde ich zugleich ein M\u00f6rder werden am Sohne, an der Mutter, am Messias, ja, an meinem eigenen Herzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was werden meine Nachbarn zu dieser Tat sagen? Sie werden meiner Religion und meines Gottes spotten, und sprechen: Hat Abraham einen solchen Gott, der ihm die Kinder frisst, so m\u00f6gen wir seinen Glauben nicht haben und von einem solchen Gott nichts h\u00f6ren noch wissen.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Spurgeon sagt: Diese Worte sind ein Besteck voller Messer, die in Abrahams Seele schneiden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dort wo er seinen Gott nicht mehr versteht, geht er festen Schrittes im Gehorsam. (Hartenstein) Ich rede jetzt zu denen, denen dieses zweite Gottesbild zu \u00fcberm\u00e4chtig geworden ist. Dieser Gott, der so vieles zumutet in ihrem Leben. Wenn es bei Ihnen dunkler und immer dunkler wird, wenn er ihnen R\u00e4tsel aufgibt, die sie nicht mehr l\u00f6sen k\u00f6nnen. In der Rechnung ihres Lebens lauter Unbekannte eingef\u00fcgt werden, ja wenn er geradezu Unm\u00f6gliches von Ihnen verlangt, so vielleicht wie von Bodelschwingh, der innerhalb von 2 Wochen 4 seiner Kinder an einer Husteninfektion geben muss. Dann begehren sie nicht auf, dann tun sie die n\u00e4chstliegenden Schritte im Gehorsam. Denn eines gilt, was im 1. Korinther 10,13 steht: Gott ist getreu, der euch nicht l\u00e4sst versuchen \u00fcber euer Verm\u00f6gen, sondern macht, das die Versuchung so ein Ende gewinne, das ihrs k\u00f6nnt ertragen. Auch bei Ihnen gehts nicht \u00fcber ihr Verm\u00f6gen auch bei Ihnen gehts nicht \u00fcber ihre Kraft. Gottes Proben haben noch keinen Menschen, noch keine Menschen kaputtgemacht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Herr h\u00f6rt. Er h\u00f6rt auch das andere er h\u00f6rt die Aufbruchsvorbereitungen von Entschiedenheit und Kompromisslosigkeit gepr\u00e4gt. Holz wird gespalten, Feuer wird gemacht, ein Esel gesattelt, kein Abschied, kein Taschentuchwinken, kein auf Wiedersehen, gar nichts. Man h\u00f6rt nur das getrampelt, die Schritte des Abraham, seines Sohnes und drei Knechte und ein Esel. Drei Tage lang ist diese Karawane unterwegs. Die Frist von drei Tagen ist ja interessant in der Bibel. Sie tritt auch immer wieder sonst im Alten Testament auf. Der Herr h\u00f6rt kein einziges Wort. Es gibt Dinge, die immer noch besser im Schweigen aufgehoben sind als in den bestgemeintesten Worten. Nicht \u00fcber alles, sollte man sofort reden, nicht \u00fcber alles sollte man in ein Palaver hineingehen. Bei vielen Dingen ist Schweigen Gold, so wie Abraham mit seinem Schmerz alleine ging. Am dritten Tag kommt Morija in Sicht.<\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\" start=\"2\">\n<li>Chronik 3: Darauf begann Salomon den Tempel in Jerusalem zu bauen. F\u00fcr die j\u00fcdische \u00dcberlieferung gibt es keine Zweifel. Morija ist die Gegend um den sp\u00e4teren Tempelberg in Jerusalem. F\u00fcr die Christen geht der Blick ein kleines St\u00fcckchen weiter, drau\u00dfen vor der Stadt lag Golgatha. Der Theologe W. Wei\u00df sagt: nur wenige 100 m von der St\u00e4tte Morijas entfernt, hat das Kreuz gestanden. So ist die Geschichte.<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und jetzt h\u00f6rt der Herr, wie Abraham seinen Knechten befiehlt: Bleibt hier mit dem Esel. Was er mit seinem Gott abzumachen hat, braucht keine Zeugen. Er nimmt Feuer und Messer. Feuer, Gabel, Messer, Licht sind f\u00fcr kleine Kinder nicht. Das ist zu gef\u00e4hrlich f\u00fcr den Buben. Er bekommt das Holz auf den R\u00fccken und so gehen die beiden miteinander. Ein unglaubliches Bild, der Vater mit dem Feuer und dem Messer und daneben der Bub mit dem aufgebundenen Packen Holz. Dann fragt der Sohn: Vater, wo ist denn das Opfertier? Und Gott wird es ersehen, sagt der Vater. Gott wird versorgen, Abraham wei\u00df nicht, was er sagt, er wei\u00df auch nicht wie das gehen soll, aber er hat letztlich recht. Er ist nicht nur Vorbild im Glauben und Hoffen, als er anfangs aus Haran gezogen ist. Er ist auch Vorbild im Glauben und Hoffen als die ganze Heilsgeschichte auf dem Berg Morija zusammenzubrechen droht. Noch einmal Luther: \u201eDeshalb wird sein Glaube von Propheten und Aposteln so ber\u00fchmt, denn er hat also gedacht, der Abraham. Heute habe ich noch einen Sohn, morgen aber werde ich nichts als Asche haben. Wie lange aber dieselbe hin und her gestreut liegt, wei\u00df ich nicht, aber eins wei\u00df ich, dass sie wiederum lebendig werden wird, es geschehe gleich oder \u00fcber 1000 Jahre nach meinem Tod. Das Wort sagt, ich werde von diesem Isaak, der zur Asche werden soll, Samen haben. Das ist Ostern im Alten Testament.\u201c So k\u00f6nnen wir sagen, so wissen wirs zu sagen. Und wenn der Leichnam in die Erde gelegt wird, oder wenn die Asche ausgestreut wird. Nach einer Kremation, so wei\u00df dieser Abraham, so wei\u00df der Glaube: Ich wei\u00df, dass dies alles wieder lebendig werden wird.<\/p>\n<p><strong>4. Der Herr sieht.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie Abraham zum Opfer schreitet, das sieht dieser Herr, mit schrecklicher Genauigkeit wird hier alles erz\u00e4hlt. Kein Wort \u00fcber die Gef\u00fchle des Abraham, kein Wort \u00fcber das Entsetzen. Der Vater packt den Sohn, bindet ihn auf den Holzsto\u00df, dann das erhobene Messer. Ich wei\u00df nicht, ob sie das Bild von Chagall kennen: die Fesselung Isaaks, so hei\u00dft auch dieses Bild. Und da liegt dieser Bub auf dem Holzsto\u00df, seine Arme auf dem R\u00fccken gefesselt. Der Kopf h\u00e4ngt nach unten, sodass die Halsschlagader frei liegt, sein nackter K\u00f6rper leuchtet in diesem Kunstwerk schneewei\u00df. Abraham dagegen steht ganz im Dunkeln. Sein Blick geht nach oben, so als wollte er fragen: Sieht denn das Gott? Sieht denn das Gott? Aber der Herr sieht. Er f\u00e4hrt herunter. Ein Engel kommt! Ein doppelter Anruf: Abraham! Abraham! Gott mag lange schweigen, aber in der allerletzten Not wird er reden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Damit ist die Opferhandlung unterbrochen. Das Dunkel der Nacht ist zerrissen. Abraham entdeckt den Widder, Gott selbst sorgt f\u00fcr den Ersatz und Abraham nennt die St\u00e4dte: Der Herr sieht. Er bleibt im Gehorsam auch jetzt noch. Sie kennen ja Schillers Ballade: der Handschuh. W\u00e4hrend der Vorf\u00fchrung in der Arena, wo L\u00f6wen, B\u00e4ren oder was auch immer auftreten. Da l\u00e4sst eine Dame ihren Handschuh hinein in die gef\u00e4hrliche Arena fallen, um ihren Angebeteten auf die Probe zu stellen. Dieser Liebhaber der spring auch in diese Todes-Arena hinein, nimmt den Handschuh, aber er wirft diesen Handschuh der Dame ins Gesicht und nimmt Abschied. Und jenes ber\u00fchmte Wort: Den Dank Dame, den begehre ich nicht! Den Dank den begehr ich nicht. So h\u00e4tte doch Abraham auch bitter sagen k\u00f6nnen, den Dank Gott, den begehr ich nicht. Und dann wirft er den Widder seinem Gott vor die F\u00fc\u00dfe, das tut er nicht. Er opfert ihn. Der Herr sieht. Gott hat ein Einsehen. Er setzt dem Leiden ein Ende. Die Probe geht nicht unendlich. Jede Probe, auch in der sie jetzt stecken, hat ein Ende.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn die Stunden sich gefunden, bricht die Hilf mit Macht herein. Gott sieht den Glaubensgehorsam: Pr\u00fcfung bestanden! Dieser Abraham h\u00e4tte auch das Letzte aus der Hand gegeben. Wir behalten immer gerne noch einmal etwas in der Hinterhand. Das Beste, das Teuerste, das Liebste. Nun sind auch wir gefragt: K\u00f6nnten wir das, was uns am Teuersten ist, k\u00f6nnten wir es hergeben, wenn Gottes es von uns verlangt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Denken Sie an Abraham, das Teuerste war ihm sein Sohn. Ist es bei Ihnen ihr Kind, der Enkel, ist es ihre Gesundheit, ist ihr Liebstes ihr eigenes Leben. Sind sie heute so frei zu sagen: Herr und wenn du es forderst. Und wenn du mein Leben heute haben willst. Herr nimm es, Herr nimm es. Gib es Gott in die Hand, du hast mehr in H\u00e4nden als du jemals ahnen kannst. Und Gott sieht Abraham auf dem ganzen Weg und hatte ihn keinen Augenblick aus den Augen verloren. Er sah nichts mehr. Aber Gott sah, wenn wir nichts mehr sehen: Gott sieht! Und das letzte auch: Gott sieht voraus. Er sieht voraus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie kann Gott so grausam sein. Wir sind grausam! Und die ganze Sache mit den Opfern ist ja eine Frage: Wie kriegt mein s\u00fcndiges Leben mit Gott wieder Frieden. Ich kann doch mit Gott gar nicht Gemeinschaft haben, auch ein Abraham nicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und jetzt lesen Sie diese Geschichte noch einmal vom Karfreitagsgeschehen her. Die Szene ist dann noch furchtbarer. In der Ferne die Knechte, die dem Sohn die Kleider vom Leibe rei\u00dfen und seine Haut gerben. In der N\u00e4he der Geschundene, dem man das Schimpfholz geschultert hat und da geht Jesus so wie der Isaak mit seinem Holz auf dem R\u00fccken. Vor ihm die Gerichtsst\u00e4tte, hinten kein Gestr\u00fcpp, in dem sich ein Tier verf\u00e4ngt und hinten kein Ersatzopfer, das jetzt gepackt werden k\u00f6nnte und hinten keine Stimme, die im letzten Augenblick ruft: Halt! Und das Schlachten verbietet. Der Hammer h\u00e4mmert. Der Spie\u00df sticht. Die N\u00e4gel dringen ein, Jesus l\u00e4sst seinen Kopf fallen und stirbt. Dieser Gott verlangt nur das, was er sich selbst abgefordert hat. Genau das gleiche Wort, das hier in 1. Mose 22 vorkommen. Du hast deines Sohnes nicht verschont! Nun kommt es noch einmal vor: Gott hat seines Sohnes nicht verschont, sondern hat ihn f\u00fcr uns alle dahin gegeben. Er gab seinen einzigen Sohn, er hat ihn f\u00fcr uns alle dahin gegeben. Wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir k\u00f6nnen keine Opfer bringen. Wir k\u00f6nnen nur dankbar dieses gro\u00dfe Opfer annehmen, dass Jesus f\u00fcr uns gestorben ist und dass das da schon aufleuchtet im Leben Abrahams, wie eine Vorausschau von dem, was kommen soll. Er hat seines Sohnes nicht verschont, sondern er hat Gedanken des Friedens und der Liebe mit uns.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Einer der Ausleger schlie\u00dft mit dem Satz: Keine Nacht ist so dunkel, dass man sie mit dieser Geschichte nicht mehr durchschreiten k\u00f6nnte. Und jetzt denke ich an ihre und an meine Nacht, und es ist keiner hier, der sagen k\u00f6nnte: Mein Weg f\u00fchrt nur durch Licht. Es ist keiner hier. Aber keine Nacht ist so dunkel, dass man sie mit dieser Geschichte nicht durchschreiten k\u00f6nnte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Amen<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Pr\u00e4dikant und Religionsp\u00e4dagoge Thomas Karker, Rettungsarche M\u00f6ttlingen, 25.2.2024<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich wei\u00df, dass unter uns viele Bergfreunde sind. Ja manche haben von Ihnen schon die sch\u00f6nsten Berggipfel erklettert und dann haben sie sich gefreut an dem herrlichen Ausblick, den man da hat und manchmal gibt&#8217;s auch unterwegs zur Spitze noch Sch\u00f6nes zu bestaunen. Seltene Blumen, Matten, Almen, Bergquellen, reine B\u00e4che. 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