{"id":21095,"date":"2024-07-29T12:41:33","date_gmt":"2024-07-29T10:41:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=21095"},"modified":"2024-07-29T12:44:21","modified_gmt":"2024-07-29T10:44:21","slug":"wozu-bekenntnisschriften-eine-kleine-einfuehrung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=21095","title":{"rendered":"Wozu Bekenntnisschriften? Eine kleine Einf\u00fchrung"},"content":{"rendered":"<p><strong> 1. Ein Glaubensbekenntnis \u2013 was ist das?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vielleicht kennen Sie diese Erz\u00e4hlung des Evangelisten Wilhelm Busch? Sein Freund Hennes ist einfacher Arbeiter im Ruhrpott. Man schreibt das Jahr 1934. Hennes steht mit andern im Werkhof. Einer spottet \u00fcber Hennes, weil er immer noch zur Kirche ginge, damit sei\u2019s jetzt vorbei. Hennes entgegnet: \u201eJetzt sollte zuerst einmal jeder von uns beiden klar sagen, was er denn eigentlich glaubt, damit unsere Standpunkte klar werden. Ich will den Anfang machen. Und dann sagst du, was du glaubst.\u201c Hennes legt los: \u201eIch glaube an Gott, den Vater, den Allm\u00e4chtigen, den Sch\u00f6pfer des Himmels und der Erde.\u201c Es wird sehr still. Jeder hat das Glaubensbekenntnis schon in der Kirche geh\u00f6rt, aber hier im Werkhof klingt es nochmal ganz anders. Hennes l\u00e4sst nichts aus: \u201eVergebung der S\u00fcnden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben. \u2013 So, das ist mein Glaubensbekenntnis. Und nun bist du dran! Sag uns dein Bekenntnis.\u201c<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der andre f\u00e4ngt an zu stottern: \u201eH\u00f6r mal, pass mal auf, das mit dem Christentum, das geht doch einfach nicht mehr!\u201c Hennes bleibt unerbittlich: \u201eDu sollst uns jetzt sagen, was du glaubst.\u201c Atemlose Stille. Der Sp\u00f6tter bekommt einen roten Kopf: \u201eWas ich glaube? Ja, das ist noch nicht ganz raus. Da arbeiten sie noch dran in Berlin.\u201c Gro\u00dfes Gel\u00e4chter. Der \u00c4rmste schreit: \u201eAber wenn es raus ist, glaub ich dran, darauf k\u00f6nnt ihr euch verlassen.\u201c Eine am\u00fcsante Anekdote mit einem bitterernsten Hintergrund. Wilhelm Busch meint: Hennes m\u00fcsste Professor f\u00fcr praktische Theologie werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">An dieser Geschichte l\u00e4sst sich studieren, was ein Glaubensbekenntnis (= Credo) ist: Ein Credo bringt die eigene \u00dcberzeugung zum Ausdruck. \u201eIch glaube\u201c, sagt Hennes. Was jetzt folgt, ist das, was er als Wahrheit erkannt hat und festh\u00e4lt. Eine Wahrheit, gegen\u00fcber der alle anderen Einsichten, die er jemals gewinnen kann, zweitrangig sind. Ein Text wie das Credo macht sprachf\u00e4hig. Weil Hennes das Bekenntnis auswendig gelernt hat, kann er in der kritischen Situation mit einigen wenigen S\u00e4tzen treffend beschreiben, was er glaubt. Seinem Gespr\u00e4chspartner stehen solche S\u00e4tze nicht zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>Das Credo fasst das Wichtigste knapp zusammen: die Sch\u00f6pfung am Anfang, die Erl\u00f6sung in der Mitte der Zeit, die Vollendung in der Ewigkeit.<\/li>\n<li>Das Credo sorgt in der Auseinandersetzung f\u00fcr eine klare Abgrenzung. Gerade in unserer Zeit m\u00fcssen wir wissen, was auf dem Boden des christlichen Glaubens steht und wo unchristliche \u00dcberzeugungen, Religionen und Weltanschauungen beginnen. Wer Ja sagt zum Evangelium, muss logischerweise Nein sagen zu dem, was ihm widerspricht. Das vergisst man in der Zeit eines \u00fcberdehnten Toleranzbegriffs gerne.<\/li>\n<li>Das Glaubensbekenntnis verbindet mit der Kirche Jesu aller Zeiten. Hennes im Werkhof steht mit seinem Bekenntnis nicht allein, sondern er steht pl\u00f6tzlich in einer Reihe mit allen Glaubenden in Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft. Gerade das gibt seiner Aussage ungeheures Gewicht. Ins Bekenntnis einstimmen hei\u00dft sich zusammenschlie\u00dfen mit dem gesamten Gottesvolk von Abraham \u00fcber den Apostel Paulus bis zu Dietrich Bonhoeffer u.v.a.<\/li>\n<li>Das Glaubensbekenntnis ehrt Gott. Wo es gesprochen wird, was er ist und tut, wird er bekanntgemacht und gro\u00df gemacht. Das ist die Grundbestimmung von uns Gesch\u00f6pfen, dass wir Gottes Herrlichkeit widerspiegeln, die wir oft verdunkeln. Anders beim Bekennen: Da kommt Gott zu seiner Ehre.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong> 2. Die Bedeutung des Bekenntnisses in der Bibel<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es gibt zwei zentral wichtige Aussagen zum Thema Bekenntnis im Neuen Testament: R\u00f6mer 10,9 und Mt 10,32f (Lk 12,8f). R\u00f6mer 10,9 sagt uns, dass es keinen echten Glauben gibt, der nicht zum ausdr\u00fccklichen Bekenntnis f\u00fchrt: \u201eWenn du mit dem Munde bekennst, dass Jesus der Herr ist, und in deinem Herzen glaubst, dass ihn Gott von den Toten auferweckt hat, so wirst du gerettet.\u201c Unsere Rettung h\u00e4ngt davon ab, dass wir nicht nur still im Herzen glauben, sondern auch ins Bekenntnis der Christen einstimmen. Das Bekennen ist Kennzeichen des echten Glaubens. Ein stummer Christ ist undenkbar. &#8222;Wes das Herz voll ist, des geht der Mund \u00fcber.&#8220; (Lk 6,45) Der Erl\u00f6ste lobt seinen Gott und bekennt ihn innerhalb und au\u00dferhalb der Gemeinde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf dieses Bekennen legt Jesus gro\u00dfen Wert. Er sagt: \u201eWer mich nun bekennt vor den Menschen, den will ich auch bekennen vor meinem himmlischen Vater. Wer mich aber verleugnet vor den Menschen, den will ich auch verleugnen vor meinem himmlischen Vater.\u201c (Mt 10,32f) Nur wer sich \u00f6ffentlich, f\u00fcr andere erkennbar zu Jesus stellt, zu dem stellt sich Jesus am J\u00fcngsten Tag, wenn es um die Entscheidung zwischen ewigem Leben und ewigem Tod geht. Wer sich davor scheut, klar Stellung zu beziehen, wer sich in der Gemeinde und vor anderen Leuten sch\u00e4mt, den Namen Jesus zu nennen, der wird am J\u00fcngsten Tag erleben m\u00fcssen, wie Jesus verstummt und sich abwendet. Wer bekennt, ist bei Gott bekannt und anerkannt. Wer verleugnet, trennt sich von Gott. Das Bekenntnis zu Christus, damit aber zum dreieinigen Gott, ist nicht in unser Belieben gestellt, sondern heilsnotwendig.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Warum ist Jesus dieses Bekenntnis so wichtig? Es geht um eine vierfache Beziehung:<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>die Beziehung zu Jesus. Das Bekenntnis zu Jesus dr\u00fcckt Verbindlichkeit und Treue aus. Wie bei Mann und Frau das Eheversprechen und der Ehering. Epheser 5,32 vergleicht die Beziehung zwischen Mann und Frau mit dem Verh\u00e4ltnis zwischen Christus und seiner Gemeinde. Es geht um einen exklusiven Liebesbund. Liebe zielt auf Eindeutigkeit ab, auch auf Abgrenzung von anderen m\u00f6glichen Beziehungen. So ist es offensichtlich auch bei Jesus, der \u00e4u\u00dferst traurig dar\u00fcber ist, dass Petrus ihn verleugnet. Ein einzelnes Versagen kann immer vergeben werden. Aber die Grundhaltung soll sein: &#8222;Ich folge Jesus Christus, und das ist gut so! Jeder in meiner Umgebung soll dies wissen.&#8220; Das Bekenntnis dr\u00fcckt Verbindlichkeit und Treue aus.<\/li>\n<li>Das Bekenntnis betrifft damit auch die Beziehung zu Gott. Es ist Anerkennung und Ehrung seiner Majest\u00e4t und Freundlichkeit. Jesus erkl\u00e4rt: \u201eWer den Sohn nicht ehrt, ehrt den Vater nicht.\u201c (Joh 5,23) Wird er als Sohn Gottes anerkannt, dann wird auch der Erl\u00f6sungsplan Gottes anerkannt. Gott wird neu erkannt als Sch\u00f6pfer, Erl\u00f6ser und Vollender der Welt in einer tiefen Liebe zum S\u00fcnder. Das Johannesevangelium arbeitet heraus, dass es Jesus in allem um die Ehre des Vaters geht: \u201eIch ehre meinen Vater.\u201c (Joh 8,23) Die Jesus-Predigt bringt Gott neu zu Ehren. Jeder J\u00fcnger, der Jesus glaubt, bringt Gott neu zu Ehren. Bekennen h\u00e4ngt aufs engste mit dem Ehren Gottes zusammen. Das ist deswegen so wichtig, weil die gefallene Welt Gott seine Ehre raubt (R\u00f6m 1,21).<\/li>\n<li>Bei der Bekenntnisfrage geht es gleichzeitig um die Beziehung zu sich selbst: &#8222;Wei\u00df ich eigentlich, wo ich stehe? Bin ich mir im Klaren \u00fcber Gott? Habe ich nur religi\u00f6se Gedanken? Oder bin ich ein Mensch, der lebt, was er denkt?&#8220; In der Jesusbeziehung werden Pers\u00f6nlichkeiten geformt im Sinne von Klarheit, Aufrichtigkeit, Glaubw\u00fcrdigkeit und Eindeutigkeit. Es gibt kein anonymes Christentum, sondern nur bekennendes. R\u00f6mer 10 zeigt, dass Herz und Mund, Denken und Lebenshaltung in \u00dcbereinstimmung kommen sollen. Das Bekenntnis hilft zu Kl\u00e4rung und Pers\u00f6nlichkeitsbildung.<\/li>\n<li>Das Bekenntnis betrifft die Beziehung zu anderen Menschen im eigenen Umfeld, aber auch die \u00d6ffentlichkeit. Jesus legt Wert darauf, dass wir vor anderen Menschen bekennen. Das hat den Effekt, das andere auf Jesus aufmerksam werden. Sie werden zum Glauben eingeladen oder im Glauben gest\u00e4rkt. Ohne Freimut zum Bekenntnis zu Jesus ist keine Evangelisation oder Gemeindearbeit denkbar. Dabei wird immer deutlich, wer dem Evangelium nicht folgt und Christus ablehnt. Das Bekenntnis schafft Unterscheidung, manchmal auch Ablehnung, Druck und Verfolgung. Je mehr Druck aufs Christentum ausge\u00fcbt wird, desto klarer tritt hervor, welche Kraft es in sich tr\u00e4gt. In unserem Umfeld geht es um die Bekanntmachung des Evangeliums und die Unterscheidung zwischen Glaube und Unglaube.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong> 3. Kirchliche Bekenntnisschriften<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der w\u00fcrttembergischen Landeskirche legt jeder Pfarrer und jeder Kirchengemeinderat beim Antritt seines Dienstes ein Amtsgel\u00fcbde ab: \u201eIm Aufsehen auf Jesus Christus, den alleinigen Herrn der Kirche, bin ich bereit, mein Amt als Kirchengemeinderat zu f\u00fchren und dabei mitzuhelfen, dass das Evangelium von Jesus Christus, wie es in der Heiligen Schrift gegeben und in den Bekenntnissen der Reformation bezeugt ist, aller Welt verk\u00fcndigt wird. Ich will in meinem Teil daf\u00fcr Sorge tragen, dass die Kirche in Verk\u00fcndigung, Leben und Lehre auf den Grund des Evangeliums gebaut wird, und will darauf achthaben, dass falscher Lehre, der Unordnung und dem \u00c4rgernis in der Kirche gewehrt wird. Ich will meinen Dienst im Gehorsam gegen Jesus Christus nach der Ordnung unserer Landeskirche tun.\u201c In anderen Landeskirchen gibt es \u00e4hnliche Amtsgel\u00fcbde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was ist mit den &#8222;Bekenntnissen der Reformation&#8220; gemeint? Als Martin Luther im 16. Jhdt. das Evangelium in der Bibel neu entdeckte, musste er gemeinsam mit seinen Mitstreitern gegen\u00fcber der katholischen Kirche und dem Kaiser klarstellen, wo sich Irrt\u00fcmer eingeschlichen hatten. Diese Klarstellungen wurden in verschiedenen Dokumenten zusammengefasst. Um einen Eindruck zu vermitteln von solch einer Bekenntnisschrift, seien an dieser Stelle die sogenannten Schmalkaldischen Artikel von Luther vorgestellt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3.1 Die Schmalkaldischen Artikel<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1536 sprach Papst Paul III. eine Einladung zu einem Konzil, eine Zusammenkunft aller Kirchenleiter, nach Mantua aus. F\u00fcr die Beratungen dar\u00fcber in Schmalkalden verfasste Luther ein Gutachten, das abstecken sollte, wor\u00fcber man mit Rom diskutieren k\u00f6nne, wor\u00fcber nicht. Dieses Gutachten grenzt sich gegen\u00fcber der katholischen Lehre st\u00e4rker ab als das Augsburger Bekenntnis. Melanchthon verhinderte, dass es auf der Tagung in Schmalkalden 1537 als Bekenntnis der Protestanten angenommen wurde. Doch sp\u00e4ter fand es Eingang in das Konkordienbuch, eine Sammlung von Lehrdokumenten. So wurde es eine evangelische Bekenntnisschrift. Sie zeigt gut auf, wie wichtig Luther die Rechtfertigungsbotschaft ist, und warum sie sich nicht vereinbaren l\u00e4sst mit dem katholischen Gottesdienst- und Kirchen-Verst\u00e4ndnis. Luther spricht zu Beginn die Lehre vom dreieinigen Gott an und die Lehre von Jesus, der Gott und Mensch zugleich ist. Dar\u00fcber brauche man nicht zu diskutieren, man sei sich einig. Gotteslehre und Christologie verbinden bis heute alle drei gro\u00dfen christlichen Weltkirchen. \u00dcber die Person Jesu ist man sich einig, nicht aber \u00fcber sein Amt und Werk, \u00fcber die Lehre von der Erl\u00f6sung. \u201eVon diesem Artikel kann man nichts weichen oder nachgeben, es falle Himmel und Erden oder was nicht bleiben will; denn es ist kein anderer Name, dadurch wir k\u00f6nnen selig werden, spricht St. Petrus Act 4. Und durch seine Wunden sind wir geheilt.\u201c (BSLK 415f; zitiert nach der dritten Auflage 1956) Luther beschreibt seine Rechtfertigungslehre hier nicht mit theologischen Thesen, sondern mit aneinandergereihten Bibelworten. R\u00f6 4,25: &#8222;Jesus, um unserer S\u00fcnde willen gestorben, um unserer Rechtfertigung willen auferweckt.&#8220; Joh 1,29: &#8222;Siehe, das ist das Lamm Gottes, das der Welt S\u00fcnde tr\u00e4gt.&#8220; Jes 53,6: &#8222;Gott warf unser aller S\u00fcnde auf ihn.&#8220; Erl\u00f6sung muss geglaubt werden, man kann sie nicht durch Werke und Verdienste des Menschen erreichen. Aufgrund dieser Bibelworte soll man gewiss sein und nicht zweifeln; \u201esonst ist alles verloren, und beh\u00e4lt Bapst und Teufel und alles wider uns Sieg und Recht\u201c. (416)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Luther wendet diesen Hauptartikel von der Rechtfertigung als Kriterium auf die Gottesdienstpraxis an, sprich: die Messe, den Abendmahls-Gottesdienst der katholischen Kirche. \u201eDie Messe im Papsttum muss der gr\u00f6\u00dfte und schrecklichste Greuel sein, als die stracks und gewaltiglich gegen diesen Hauptartikel strebt.\u201c Warum? Weil die Messe als Opfer und Werk der Kirche verstanden wird, das dem Menschen gegen die S\u00fcnde hilft. Der Gottesdienstvollzug gilt als Gabe an Gott. Das Kreuzesopfer von Jesus wird gegenw\u00e4rtig gesetzt und gewisserma\u00dfen neu vollzogen; also ist die Kirche beteiligt am S\u00fchnen und Erwerben der Gnade.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von den Einsetzungsworten her aber m\u00fcssen Gottesdienst und Abendmahl ganz anders verstanden werden: Was Jesus am Kreuz an Gnade erworben hat, wird in Wort und Sakrament ausgeteilt. Es geht nicht um ein Geben oder Opfern, sondern um ein Empfangen im Glauben. Eucharistie als Werk der Kirche: das ist gerade so, wie wenn ein Gast ein Brot vom Tisch des Gastgebers nimmt und es ihm reicht \u2013 &#8222;schau, das schenke ich dir&#8220;. Das w\u00e4re freilich eine unangemessene Geste! Was auf dem Tisch bereitliegt, ist Geschenk des Gastgebers! Es geht ums Beschenktwerden von Gott, &#8222;ohn all Verdienst und W\u00fcrdigkeit&#8220;, nicht um ein Schenken und Einwirken auf Gott; mit diesem irrigen Gedanken macht man Jesus sein Heilswerk streitig. Als h\u00e4tte Jesus nicht ganze Arbeit geleistet und man m\u00fcsse ihm noch nachhelfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Luthers Kritik zielt haupts\u00e4chlich auf den Gottesdienst; durch ihn wird das geistliche Leben gepr\u00e4gt. Wenn es mit dem Gottesdienst nicht stimmt, dann stimmt es auch mit dem geistlichen Leben der Christen nicht, mit dem Bibel- und Glaubensverst\u00e4ndnis. Auch heute k\u00e4mpfen wir nicht um die rechte Lehre wie um eine lebensferne Theorie, sondern um den Gottesdienst und die Verk\u00fcndigung, die die Freude an Jesus und an der Gnade weckt, andernfalls auf Nebengleise f\u00fchrt, in Skepsis gegen\u00fcber der Bibel, Humanismus und Verdienstreligion. Mit der Messe weist Luther auch die Lehre vom Fegefeuer zur\u00fcck, weil die sogenannten Seelmessen dem Zweck dienen, verstorbene Personen aus dem Fegefeuer zu befreien. Die Lehre vom Fegefeuer kam bereits in der Zeit der Alten Kirche auf (1. bis 4. Jhdt.); ein Missverst\u00e4ndnis, das sich an 1.Kor 3,15 entz\u00fcndete: \u201eEr selbst wird gerettet werden, doch so wie durchs Feuer hindurch.\u201c Die Kritik Gottes am Christen, der insbesondere bei der Gemeindearbeit viel vers\u00e4umt oder verdorben hat, wird verglichen mit Feuer. Es geht um Gottes Urteil \u00fcber das Menschen-Werk, das im Gewissen brennt und besch\u00e4mt. Doch der Christ wird trotzdem gerettet um Jesu willen. Dieser Gnadenbotschaft hat nichts zu tun mit der Vorstellung, der Christ m\u00fcsse erst in einem Fegefeuer gel\u00e4utert werden. Das ist ein Missverst\u00e4ndnis. Die Fegefeuer-Lehre ist eine dunkle, unbiblische Drohung. Sie k\u00fcndigt dem erl\u00f6sten Christen eine h\u00f6llische Zeit im Jenseits an mit unklarer Zeitbegrenzung. Wo sie gilt, wird die Bibel verf\u00e4lscht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sozusagen im gleichen Atemzug verwirft Luther weitere kirchliche Praktiken, die mit der verdienstlichen Opfer-Messe zusammenh\u00e4ngen: Wallfahrten (Reisen zu Orten mit angeblich besonderer Heilswirkung), Bruderschaften und Kl\u00f6ster (Ordensbr\u00fcder und M\u00f6nche, die sich den Himmel verdienen wollen); Reliquiensammlungen (angebliche Hinterlassenschaften aus dem Urchristentum, die Erlass von Fegefeuerzeit bringen soll). Auch die Anrufung von heiligen Personen \u201estreitet wider den ersten Hauptartikel und tilget die Erkenntnis Christi\u201c, sagt Luther. Wenn Christus ganz erl\u00f6st, braucht es keine Unterst\u00fctzung oder gar Mit-Erl\u00f6sung durch Maria und andere vorbildliche Christen. \u201eSumma: Was die Messe ist, was draus kommen ist, was dran h\u00e4ngt, das k\u00f6nnen wir nicht leiden und m\u00fcssen\u2019s verdammen.\u201c (425) Das ist eine harte Formulierung. Aber man muss sehen, dass diese Praxis Menschen massenweise in die Irre gef\u00fchrt hat mit Folgen f\u00fcr Zeit und Ewigkeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Luther h\u00e4lt das Selbstverst\u00e4ndnis der katholischen Kirche f\u00fcr falsch: \u201eWir gestehen ihnen nicht zu, dass sie die Kirche sind, und sind\u2019s auch nicht, und wollen auch nicht h\u00f6ren, was sie im Namen der Kirche gebieten oder verbieten; denn es wei\u00df gottlob ein Kind von 7 Jahren, was die Kirche sei, n\u00e4mlich die heiligen Gl\u00e4ubigen und \u201adie Sch\u00e4flein, die ihres Hirten Stimme h\u00f6ren\u2019; denn also beten die Kinder: \u201aIch glaube an die heilige christliche Kirche.\u2019 Diese Heiligkeit steht nicht in Chorhemden, langen R\u00f6cken und andern Zeremonien, die sie \u00fcber die Heilige Schrift erdichtet haben, sondern im Wort Gottes und rechtem Glauben.\u201c (459f) Diese Bestimmung ist dem katholischen Kirchenverst\u00e4ndnis entgegengesetzt, zu dem unverzichtbar der Papst und die kirchliche Hierarchie geh\u00f6ren; der Messevollzug nur durch geweihte Priester; als Norm und Basis neben der Bibel auch die Tradition mit vielen Regeln f\u00fcr Gottesdienst und Kirchenjahr, inklusive Marienverehrung und Heiligenanrufung, Fronleichnamsprozession und Weihwasser. Luther will zur neutestamentlichen Gemeinde zur\u00fcck. Er entfernt den \u00dcberbau, die Wucherungen der Tradition.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das setzt einen Ma\u00dfstab voraus, n\u00e4mlich die Bibel. Luther spricht die Schriftfrage in den Schmalkaldischen Artikeln nicht an. Innerhalb der sp\u00e4teren Sammlung der Bekenntnisschriften findet sich in der Konkordienformel 1577 der wichtige Grundsatz des Schriftprinzips. Das bedeutet: Alles ist von der Bibel her zu begr\u00fcnden. Die Lutheraner bekennen sich \u201ezu den prophetischen und apostolischen Schriften AT und NTs als zu dem reinen, lautern Brunnen Israels, welche alleine die einige wahrhaftige Richtschnur ist, nach der alle Lehrer und Lehre zu richten und zu urteilen sein\u201c (834).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3.2 Ein \u00dcberblick<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die f\u00fcr lutherischen Kirchen ma\u00dfgeblichen Bekenntnisschriften wurden 1580 im bereits erw\u00e4hnten Konkordienbuch zusammengestellt. Es liegt bis heute als Buch vor: \u201eDie Bekenntnisschriften der evangelisch-lutherischen Kirche\u201c. Der Sinn der Sammlung war der, die verschiedenen theologischen Richtungen im protestantischen Lager unter einen Hut zu bringen. Die reformierte Kirche hat eine eigene Bekenntnistradition, angefangen mit dem Heidelberger Katechismus von 1563, der mit der ersten ber\u00fchmten Frage beginnt (G\u00fctersloh, 3. Aufl. 1986, 15): &#8222;Was ist dein einziger Trost im Leben und im Sterben? Dass ich mit Leib und Seele im Leben und im Sterben nicht mir, sondern meinem getreuen Heiland Jesus Christus geh\u00f6re. Er hat mit seinem teuren Blut f\u00fcr alle meine S\u00fcnden vollkommen bezahlt und mich aus aller Gewalt des Teufels erl\u00f6st; und er bewahrt mich so, dass ohne den Willen meines Vaters im Himmel kein Haar von meinem Haupt kann fallen, ja, dass mir alles zu meiner Seligkeit dienen muss. Darum macht er mich auch durch seinen Heiligen Geist des ewigen Lebens gewiss und von Herzen willig und bereit, ihm forthin zu leben.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das biblische Evangelium wird erkannt und pers\u00f6nlich angewendet. Die Bekenntnisschriften der reformierten Kirchen unterscheiden sich vom Luthertum bei der Lehre von der Erw\u00e4hlung und vom Abendmahl. Wir beschr\u00e4nken uns hier auf die lutherische Bekenntnistradition. Im Folgenden werden die Texte aus dem Konkordienbuch kurz vorgestellt, die bis heute kirchenamtlich anerkannt und lehrreich sind:<\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\">\n<li>Das Konkordienbuch beginnt mit den drei altkirchlichen Symbolen: &#8222;Symbol&#8220; bedeutet im theologischen Sinne: Erkennungszeichen des Christen; ein Tauf- und Glaubensbekenntnis. Das <strong>Apostolische Glaubensbekenntnis (Apostolicum)<\/strong>: Wir sprechen es gemeinsam im Gottesdienst. Es stammt aus den Anf\u00e4ngen des Christentums. Das <strong>Niz\u00e4nische Glaubensbekenntnis<\/strong>: Manchmal kommt es im Gottesdienst vor. Es ist dem Apostolischen Glaubensbekenntnis sehr \u00e4hnlich. Es wurde auf Synoden in Nic\u00e4a (bei Istanbul) 325 und Konstantinopel (= Istanbul) 380 von einem Konzil der Bisch\u00f6fe angenommen. Es richtet sich gegen die Irrlehre der Arianer, die die Gottessohnschaft von Jesus bestreiten. Deshalb wird das Gottes-Wesen von Jesus besonders stark betont: \u201eGott von Gott, Licht vom Licht, wahrhaftiger Gott vom wahrhaftigen Gott, geboren, nicht geschaffen, mit dem Vater einerlei Wesen\u201c. <strong>Athanasianum<\/strong>: Das Bekenntnis des Athanasius. Er war ein wichtiger Bischof in Alexandria (\u00c4gypten), der sich im 4. Jhdt. als K\u00e4mpfer gegen den Arianismus hervortat. Ob der Text wirklich von ihm stammt, ist umstritten. Dieses Bekenntnis ist viel l\u00e4nger als unser gewohntes Glaubensbekenntnis. Es besteht aus vielen Lehrs\u00e4tzen. Sie halten den Glauben an den dreieinigen Gott fest. Ein Leitsatz lautet: \u201eWer da will selig werden, der muss vor allen Dingen den rechten christlichen Glauben haben.\u201c<\/li>\n<li>Es folgt das Augsburgische Bekenntnis, das evangelische Hauptbekenntnis, 1530 auf dem Reichstag in Augsburg vor Kaiser und Papstgesandten vorgelegt. Luthers Freund Melanchthon hat es verfasst. Sein Ziel ist eine Einigung mit der katholischen Seite \u00fcber die Kernpunkte christlicher Lehre. In 21 Artikeln werden die Themen vorgestellt, \u00fcber die man sich aus der Sicht Melanchthons einigen k\u00f6nnen m\u00fcsste, weil sie mit Schrift und Tradition \u00fcbereinstimmen. Die Artikel 22-28 kommen auf die kontroversen Punkte zu sprechen: das Abendmahl ohne Kelchgenuss, das Z\u00f6libat (Eheverbot f\u00fcr Priester), das Verst\u00e4ndnis des Mess-Gottesdienstes als Opfer, M\u00f6nchsgel\u00fcbde, willk\u00fcrliche bisch\u00f6fliche Anordnungen gegen das Evangelium. Der Kaiser lie\u00df einige katholische Theologen eine Widerlegung (Confutatio) anfertigen. Melanchthon antwortete mit einer ausf\u00fchrlichen Apologie, einer Verteidigung. Darin h\u00e4lt Melanchthon z.B. fest, dass sich der R\u00f6merbrief und der Jakobusbrief nicht widersprechen. Das Neue Testament lehrt: \u201eder Glaube allein&#8220;! Das meint aber einen Glauben, der in der Liebe t\u00e4tigist, lebendig und aktiv, nicht eingebildet, tot und ohne praktische Auswirkung.<\/li>\n<li>Darauf folgen die oben vorgestellten Schmalkaldischen Artikel von 1537.<\/li>\n<li>Im Traktat \u201eVon der Gewalt und Obrigkeit des Papstes\u201c beschreibt Melanchthon die evangelische Sicht des Papstamtes. Der Papst will nach g\u00f6ttlichem Recht Oberhaupt aller Bisch\u00f6fe sein. Er beansprucht das Schwert, agiert also wie ein weltlicher F\u00fcrst mit weltlichem Recht und Gewalt. Er verlangt, dass jeder Christ das Papstamt als heilsnotwendig akzeptieren muss. Dieser Anspruch wird als \u201efalsch, ung\u00f6ttlich und tyrannisch\u201c zur\u00fcckgewiesen. Es wird aufgezeigt, was biblisch das Bischofsamt ist: der Dienst am Wort f\u00fcr die Gemeinde vor Ort; auch geistliche Aufsicht \u00fcber die Kirche einer Region oder eines Landes, aber keine weltliche Herrschaft mit zwingender Autorit\u00e4t.<\/li>\n<li>Sodann f\u00fchrt das Konkordienbuch den Kleinen und Gro\u00dfen Katechismus Luthers als verbindliche Lehre auf. Luther schrieb die Katechismen 1529, weil er bei Besuchen in Kirchengemeinden feststellte, dass die Leute wenig Ahnung hatten vom Glauben und dass auch bei den Pfarrern viel Chaos in den K\u00f6pfen herrschte. Der Kleine Katechismus war als Unterrichtshilfe f\u00fcr Pfarrer gedacht. Und als Lernb\u00fcchlein, das der Hausvater verwendet, um seinen Kindern den Glauben beizubringen. Urspr\u00fcnglich waren die Katechismus-S\u00e4tze auf Tafeln gedruckt, die man im Haus aufh\u00e4ngen und auswendig lernen konnte. Der Katechismus bringt die eiserne Ration unters Volk: 10 Gebote, Glaubensbekenntnis, Vaterunser; und was man \u00fcber Taufe, Beichte und Abendmahl wissen sollte. Auch der ber\u00fchmte Morgen- und Abendsegen steht im Katechismus. Der Gro\u00dfe Katechismus behandelt dieselben St\u00fccke, nur ausf\u00fchrlicher. Er stellt einen Unterricht f\u00fcr Pfarrer dar, damit sie wissen, was sie predigen sollen.<\/li>\n<li>Schlie\u00dflich findet sich in der Bekennntis-Sammlung die Konkordienformel von 1577: eine theologische Lehrschrift, die 12 strittige Punkte abhandelt. Sie betreffen u.a. die Erbs\u00fcnde, den unfreien Willen und das Abendmahl. Der w\u00fcrttembergische Theologe Jakob Andre\u00e4 brachte damit die Einigung zwischen verschiedenen theologischen Richtungen in Deutschland zustande, die nach dem Tod Luthers entstanden waren. Einige Akzentsetzungen Melanchthons wurden von etlichen favorisiert, von andern scharf abgelehnt. Das Bekenntnis grenzt sich ab gegen &#8222;die T\u00e4ufer&#8220; &#8211; wir w\u00fcrden heute sagen: Baptisten; und gegen den Calvinismus, die reformierte Theologie, die das Abendmahl eher als eine symbolische Zeichenhandlung versteht, ohne den in Brot und Wein gegenw\u00e4rtigen Christus.<\/li>\n<li>Das Konkordienbuch schlie\u00dft mit einem Verzeichnis der Zeugnisse (Catalogus testimoniorium): damit sind Lehrs\u00e4tze der alten Kirchenlehrer gemeint. Die Zitatensammlung zeigt, dass die Reformation nichts Neues lehrt, sondern dass man die Linie der orthodoxen, d.h. der rechtgl\u00e4ubigen Bisch\u00f6fe der Alten Kirche verfolgt. Die Faustregel lautet: &#8222;Das Neue im Christentum ist immer das Falsche.&#8220; Das kann man schon im Galaterbrief studieren: \u201eMich wundert, dass ihr euch so bald abwenden lasst zu einem andern Evangelium, obwohl es doch kein andres gibt.\u201c (Gal 1,6f) Es lohnt sich, den Glauben auch zu st\u00e4rken durch das Lesen von Glaubensv\u00e4tern \u00e4lterer oder neuerer Zeit.<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Konkordienbuch stellt f\u00fcr die lutherische Kirche die Bekenntnisschriften im engeren Sinne dar. Alle Landeskirchen anerkennen heute auch die Theologische Erkl\u00e4rung der Bekenntnissynode von Barmen 1934 als &#8222;theologisches Zeugnis&#8220;, damit als wichtigen Orientierungstext. Als im dritten Reich die NSDAP versuchte, die verfassten Kirchen dem Staat zu unterwerfen und durch die Bewegung der \u201eDeutschen Christen\u201c braunes Gedankengut in die Theologie und Gemeinde hineinzutragen, wehrte sich die Bekenntnissynode von Barmen mit einer 6-Punkte-Erkl\u00e4rung. Die These 1 lautet: \u201eJesus Christus, wie er in der Heiligen Schrift bezeugt wird, ist das eine Wort Gottes, das wir zu h\u00f6ren&#8230; haben. Wir verwerfen die falsche Lehre, als k\u00f6nne und m\u00fcsse die Kirche als Quelle ihrer Verk\u00fcndigung au\u00dfer und neben diesem einen Worte Gottes auch noch andere Ereignisse und M\u00e4chte, Gestalten und Wahrheiten als Gottes Offenbarung anerkennen.\u201c Dieser Satz weist die neuen Lehren der Deutschen Christen, eine von allem J\u00fcdischen gereinigte Blut-und-Boden-Theologie, zur\u00fcck. Man kann hier studieren: das Bekenntnis wirkt dann kraftvoll, wenn es den aktuellen Irrlehren seiner Zeit entgegengesetzt wird. Das Alte muss immer wieder neu gesagt werden, damit es wieder greift und trifft und alle den Unterschied und die Abgrenzung verstehen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3.3 Die Hilfestellung<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Inwiefern ist die Besch\u00e4ftigung mit den Bekenntnisschriften eine Hilfe?<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>Man bekommt eine Ahnung vom Wunder der jahrhundertealten, von Jesus bewahrten Kirche. Schon im 3. und 4. Jahrhundert haben Christen um die Gotteslehre und die Christologie (Lehre von Jesus Christus) gerungen und gegen die Irrlehre das Richtige festgehalten. Das ist eine gute Basis f\u00fcr nachfolgende Generationen.<\/li>\n<li>Man bekommt ein Verst\u00e4ndnis daf\u00fcr, was evangelisch ist. Die Reformatoren r\u00fccken die Hauptsache an der Bibel in den Mittelpunkt: dass Jesus, der Gekreuzigte und Auferstandene, S\u00fcnder von S\u00fcnde, Tod und Teufel erl\u00f6st, einfach aus Gnade. Sie gilt jedem, der bereut, umkehrt und glaubt. Man kommt ins Staunen \u00fcber das Gnadenevangelium.<\/li>\n<li>Man wird ermutigt, genau hinzuschauen und das biblische Evangelium als Kriterium anzuwenden f\u00fcr Verk\u00fcndigung, Gottesdienst, Seelsorgepraxis und Gemeindeleben. Wo das Gotteswort unterdr\u00fcckt wird und die Gemeinde unter dem Wort zur religi\u00f6sen, humanistischen oder politischen Vereinigung umfunktioniert wird, muss man aufstehen und widersprechen. Die Reformatoren machen Mut: Erneuerung durchs Wort, durch die Wahrheit, durch den Heiligen Geist ist m\u00f6glich.<\/li>\n<li>Die Bekenntnisschriften ermutigen zum Zeugnis gerade in der evangelischen Kirche, die sich verfassungsm\u00e4\u00dfig auf die Bekenntnisschriften als Lehrgrundlage festgelegt hat. Allerdings ist diese Lehrgrundlage der Bibel untergeordnet und kann von der Bibel her jederzeit kritisch hinterfragt werden. Doch wer anf\u00e4ngt, sich mit den Bekenntnisschriften zu besch\u00e4ftigen, erkennt ihre tiefe biblische Verwurzelung. Sie liefern eine gute Argumentationsgrundlage f\u00fcr eine evangelische, biblisch begr\u00fcndete Sichtweise. Sie f\u00fchren zu einem vom Evangelium bestimmten Gemeindeleben hin. Wir sollten mit Berufung auf die Bekenntnisschriften der originalen Jesusbotschaft und der Lehre der Apostel Raum verschaffen.<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Quelle: Die Regenbogenkirche bricht mit dem Bekenntnis. Handreichung des Arbeitskreises W\u00fcrttemberg des Netzwerks Bibel und Bekenntnis (Juli 2024)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. Ein Glaubensbekenntnis \u2013 was ist das? Vielleicht kennen Sie diese Erz\u00e4hlung des Evangelisten Wilhelm Busch? Sein Freund Hennes ist einfacher Arbeiter im Ruhrpott. Man schreibt das Jahr 1934. Hennes steht mit andern im Werkhof. 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Hennes entgegnet: \u201eJetzt sollte zuerst [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":24,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[11,13,29,4],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/21095"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/24"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=21095"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/21095\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":21101,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/21095\/revisions\/21101"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=21095"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=21095"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=21095"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}