{"id":21089,"date":"2024-07-26T04:00:33","date_gmt":"2024-07-26T02:00:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=21089"},"modified":"2024-07-22T15:52:52","modified_gmt":"2024-07-22T13:52:52","slug":"regentanz-und-schulzwang","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=21089","title":{"rendered":"Regentanz und Schulzwang"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Regent\u00e4nze sei eine bei wilden Volksst\u00e4mmen gepflegte Tradition zur Wetterbeeinflussung. Der Zweck sei, in Zeiten andauernder Trockenheit Niederschl\u00e4ge herbei zu tanzen, bzw. die mit Trockenheit verbundenen Gefahren abzuwenden, so der Glaube. Je l\u00e4nger die Trockenheit andaure, desto wilder werde getanzt. Trifft der Regen dann schlie\u00dflich ein, werde das als Beweis f\u00fcr die Wirksamkeit magischer T\u00e4nze angenommen. Wer nicht an diesen Ritualen teilnehme, werde als egoistisch angesehen und von der Stammesgemeinschaft ausgeschlossen.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Michael Esfeld, Prof. f\u00fcr Wissenschaftsphilosophie an der Universit\u00e4t Lausanne und Autor vieler B\u00fccher und Schriften, f\u00fchrt in seinem neuen Buch \u201eLand ohne Mut \u2013 Eine Anleitung f\u00fcr die R\u00fcckkehr zu Wissenschaft und Rechtsordnung\u201c (Achgut 2023, S. 35) obig beschriebenen Brauch als Illustration folgender Aussage auf. Wenn f\u00fcr eine Probleml\u00f6sung im Voraus nur eine L\u00f6sungsstrategie zugelassen werde, so sei es gar nicht m\u00f6glich zu pr\u00fcfen, ob die eingeschlagene Probleml\u00f6sungsstrategie wirksam und die beste sei. Solange alle freiwillig mitmachten und potentielle Abweichler mittels Zwangsma\u00dfnahmen zum Mitmachen gezwungen werden k\u00f6nnen, komme niemand auf den Gedanken, andere L\u00f6sungswege zu erw\u00e4gen. Die Abwesenheit von Alternativen verhindert, getroffene Ma\u00dfnahmen kritisch auf deren Wirksamkeit zu pr\u00fcfen. So fragt sich der Philosophieprofessor, ob wir hochentwickelten und fortschrittlichen L\u00e4nder den bei Urv\u00f6lkern noch praktizierten Aberglauben wirklich \u00fcberwunden haben. Lassen wir uns nicht t\u00e4uschen: Die Corona-Ma\u00dfnahmen waren gem\u00e4\u00df Esfeld ziemlich genau das, was Einheimische tun, um Regen herbei zu schw\u00f6ren. Die \u201aCorona-T\u00e4nze\u2018, die kollektivistischen Ma\u00dfnahmen, sollten das Virus eliminieren, die Gefahr bannen. W\u00e4hrend Urv\u00f6lker die Trockenheit weg-tanzen, haben Corona-Regimes die Virus-Gefahr \u201aweg\u2011tanzen\u2018 lassen. Alle mu\u00dften sich beteiligen, je l\u00e4nger es dauerte, desto intensiver wurde \u201agetanzt\u2018. Nie wurde zugelassen, mit verschiedenen und vielf\u00e4ltigen Ma\u00dfnahmen auf die Panik zu reagieren, um herauszufinden, ob mehrere Strategien m\u00f6glich und welches die besten w\u00e4ren. Die Strategie hie\u00df weltweit: \u201aone size fits all!\u2018 oder einheitliche Ma\u00dfnahmen weltweit. Insbesondere, so macht Esfeld in seiner sehr empfehlenswerten Schrift deutlich, wurden mit der Corona-Strategie haupts\u00e4chlich drei M\u00f6glichkeiten ausgeschaltet:<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>der Einsatz der individuellen Urteilskraft des Menschen (Verstand)<\/li>\n<li>die stets n\u00f6tige Skepsis gegen Machtkonzentrationen (Staats-Skepis)<\/li>\n<li>Mut zum freien \u00f6ffentlichen Gebrauch der Vernunft (Meinungsfreiheit)<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wichtiger Teil der Hauptstrategie war, zu verhindern, da\u00df sich jemand weigerte \u201amitzutanzen\u2018: Masken, Isolation, Ausgangsperren usw. bis hin zu biogenetischen Experimenten wurden mit Zwangsgewalt durchgesetzt. Die gesamte Bev\u00f6lkerung wurde daran gehindert, ihre normalen Alltagspflichten wahrzunehmen. Esfeld sieht darin Parallelen zu Narrativen, die im vergangenen Jahrhundert weite Teile Europas verheert hatten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was dies nun mit Schulzwang\/Unterrichtspflicht zu tun haben k\u00f6nnte? In L\u00e4ndern wie der Schweiz, Deutschland und \u00d6sterreich, auch Liechtenstein, gibt es kaum M\u00f6glichkeiten, Kinder ins Erwachsenenleben zu leiten, ohne da\u00df sie sich dem offiziellen Bildungs-Ritual anschlie\u00dfen. Selbst wo, wie in der Schweiz und \u00d6sterreich, Privatunterricht durch die Eltern teilweise zugelassen ist, kann das ohne staatliche \u00dcberwachung, Bewilligungen und aufgezwungene Lehrpl\u00e4ne nicht geschehen. D.h. Eltern und Kinder sind auch unter solchen Bedingungen gezwungen, mindestens am Rande \u201amitzutanzen\u2018. Die mit staatlichen Ma\u00dfnahmen neuerlich geschaffenen Zust\u00e4nde seien eine R\u00fcckkehr zu mittelalterlichem Aberglauben, meint Esfeld. Und genau das trifft f\u00fcr Schulzwang zu, nicht seit 2020, sondern seit Generationen! Es gibt keine Alternativen zum \u201aSchultanz\u2018. Alle machen gezwungenerma\u00dfen mit. So ist es gar nicht m\u00f6glich, schulische und au\u00dferschulische Erfolge miteinander zu vergleichen, geschweige denn welche zu pr\u00fcfen, um die beste aller Varianten herauszufinden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gef\u00f6rdert wird fraglos das lukrative und staatlich anerkannte Schulzwangsmodell. &#8211; Ihre Urteilskraft haben Eltern an den Nagel geh\u00e4ngt, weil sie dem Aberglauben aufgesessen sind, P\u00e4dagogen w\u00fc\u00dften alles besser, was ihre Kinder betrifft. Das staatliche Bildungsmonopol sei als Zwangsapparat gerechtfertigt und Skepsis gef\u00e4hrde das Kindes- und Volkswohl, glauben sie. Doch tats\u00e4chlich gef\u00e4hrdet sind durch Skepsis lediglich staatlich garantierte, stattliche Einkommen von Lehrerschaft und Beamtentum. \u00d6ffentlich ge\u00e4u\u00dferte Skepsis beschw\u00f6rt deshalb den Zorn des Volksgeistes, des Systems und seiner Betreiber herauf. Also \u201atanzen\u2018 alle mit. So wie Michael Esfeld es mit seinem Buch beabsichtigt, \u201eZivilcourage [&#8230;] zu fordern, um auf den Weg von Wissenschaft und Rechtsordnung zur\u00fcckzukehren\u201c, so sind Eltern aufgefordert, sich auf ihre urspr\u00fcnglichsten und lebenserf\u00fcllenden Erziehungspflichten, gem\u00e4\u00df deutschem Grundgesetz (GG Art. 6.2 a) der Eltern \u201ezuv\u00f6rderste Pflicht\u201c, zur\u00fcck zu besinnen. Die Schweizer Bundesverfassung (BV) erwartet von jedem B\u00fcrger, da\u00df er alles unternehme, andern nicht zur Last zu fallen (Art. 6). Damit wird lediglich festgehalten, was der Mensch nat\u00fcrlicherweise tut, wenn er nicht daran gehindert wird. \u2013 Welcher Vater oder welche Mutter erinnert sich nicht an Szenen, als ihr Zweij\u00e4hriger ihnen helfen wollte, die Einkaufstasche zu tragen oder beim Verrichten von Alltagsarbeiten zu helfen? Doch wir Erwachsenen (Experten!) wissen unsere Kleinen zu frustrieren: \u201eNein das kannst du nicht, nein das darfst du nicht!\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und so gibt es dann sogenannte Schulgesetze, die nicht nur verhindern, da\u00df Eltern ihre haupts\u00e4chlichsten Pflichten gegen\u00fcber ihren Kindern wahrnehmen. Mittels Schulzwangs-Paragraphen sehen sie sich gezwungen, die ihnen zur Erziehung anvertrauten Kinder zwecks staatlicher Zwangsbegl\u00fcckung an die Schule abzutreten, in g\u00fcnstigeren Fall mindestens ihre allt\u00e4gliche Eltern-T\u00e4tigkeit staatlichen Kontrollen zu unterstellen. Im Kapitel \u201eJenseits von Corona: der neue Totalitarismus\u201c erw\u00e4hnt Esfeld, wie es m\u00f6glich wurde, allt\u00e4gliche Aktivit\u00e4ten \u201eso darzustellen, als ob sie das Wohlergehen anderer Menschen gef\u00e4hrden w\u00fcrden\u201c, was zur \u201eUmkehr der Beweislast\u201c (S. 60) f\u00fchrt. Jede Erziehungsma\u00dfnahme von Eltern z.B. kann als Gef\u00e4hrdung des Kindes gelten, solange nicht bewiesen ist, da\u00df das Wohl des Kindes nicht gef\u00e4hrdet ist. Angewendet auf die staatliche Schulaufsicht hei\u00dft das: Eltern sind stets potentielle Gef\u00e4hrder ihrer Kinder. Weder Mitsch\u00fcler noch staatlich gepr\u00fcfte Lehrkr\u00e4fte und Sozialtherapeuten, Bildungsexperten, Beh\u00f6rden, Staatsanw\u00e4lte und Richter k\u00f6nnen ein Kind gef\u00e4hrden. Letztere beanspruchen, g\u00fcltig und in jedem Fall besser als Eltern beurteilen zu k\u00f6nnen und zu m\u00fcssen, da\u00df einem Kind Schaden entsteht, wenn es, vom Schulzwang verschont, der Sorge der Eltern anbefohlen bleibt. Wer sich weigert, am \u201aSchul-Tanz\u2018 teilzunehmen, wird mit Zwangsma\u00dfnahmen belegt und ausgeschlossen, bzw. mit Bu\u00dfen und Polizeima\u00dfnahmen eingedeckt, bis er sich \u2013 zum Schaden aller letztlich \u2013 dem Willen der Monopolisten beugen wird oder auswandert. Nicht nur psychisch-geistiger Schaden wird in Kauf genommen, kein materieller Aufwand zu Lasten der Allgemeinheit wird gescheut. Ob all diese Ma\u00dfnahmen sinnvoll und zielf\u00fchrend seien, kann wie beim \u201aCorona-Tanz\u2018, deshalb nicht \u00fcberpr\u00fcft werden, weil eben Regentanz Regen herbei beschw\u00f6rt. Angelehnt an den oben erw\u00e4hnten Buchtitel \u201eLand ohne Mut\u201c sind L\u00e4nder ohne Mut L\u00e4nder beh\u00f6rdlichen Mutwillens. Das Buch \u201eLand ohne Mut\u201c ist eine Aufforderung zu Zivilcourage. Eingeschlossen in dieser Forderung ist der Aufruf an Eltern, das eigene Urteilsverm\u00f6gen einzuschalten, kritisch zu erkunden, was Schule unsern Kindern antut, und durch mutige Selbstanhandnahme des Lebens ihren nat\u00fcrlichen Pflichten nachzukommen. Eltern, la\u00dft uns den \u201aSchultanz\u2018 beenden!<\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Selbstempfehlung: \u201eKinder geh\u00f6ren den Eltern, nicht dem Staat! \u2013 Nat\u00fcrliche Elternschaft vs. staatlicher Schulzwang\u201c (Rudolf Schmidheiny, BoD, 2023).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Rezension von Ulrike Felber in: Aufbruch 2\/2023, S. 26f.\u00a0(<a href=\"https:\/\/www.gemeindehilfsbund.de\/fileadmin\/Aufbruch\/Aufbruch_2_2023.pdf\">https:\/\/www.gemeindehilfsbund.de\/fileadmin\/Aufbruch\/Aufbruch_2_2023.pdf<\/a>)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Rudolf Schmidheiny, 13. Juli 2023<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"mailto:autor@schmidheiny.plus.com\">autor@schmidheiny.plus.com<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Regent\u00e4nze sei eine bei wilden Volksst\u00e4mmen gepflegte Tradition zur Wetterbeeinflussung. Der Zweck sei, in Zeiten andauernder Trockenheit Niederschl\u00e4ge herbei zu tanzen, bzw. die mit Trockenheit verbundenen Gefahren abzuwenden, so der Glaube. Je l\u00e4nger die Trockenheit andaure, desto wilder werde getanzt. 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