{"id":21067,"date":"2024-07-24T05:00:51","date_gmt":"2024-07-24T03:00:51","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=21067"},"modified":"2024-07-18T09:40:57","modified_gmt":"2024-07-18T07:40:57","slug":"falsche-abtreibungszahlen-in-deutschland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=21067","title":{"rendered":"Falsche Abtreibungszahlen in Deutschland"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Zun\u00e4chst eine Anmerkung vorweg: Ich habe viele Artikel und Pressemeldungen von Lebensrechtsgruppen nur deshalb nicht im CHRISTLICHEN FORUM \u00fcbernommen oder stark gek\u00fcrzt, weil dort die neuesten Zahlen des Statistischen Bundesamtes \u00fcber die j\u00e4hrlichen Abtreibungen kommentiert worden sind. Rein inhaltlich waren die Erkl\u00e4rungen nat\u00fcrlich in Ordnung, aber ich hielt es f\u00fcr falsch, wenn ausgerechnet Anti-Abtreibungs-Vereinigungen sich auf diese haltlosen Daten beziehen, zumal damit in der Bev\u00f6lkerung der Eindruck entsteht, jene Zahlen seien richtig, wenn sie sogar von Lebensrechtsgruppen f\u00fcr voll genommen und regelm\u00e4\u00dfig erl\u00e4utert werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Stattdessen sollte l\u00e4ngst gefordert werden, da\u00df Vater Staat endlich mit den tats\u00e4chlichen Abtreibungs-Daten herausr\u00fcckt, <!--more-->was ganz einfach w\u00e4re \u2013 n\u00e4mlich genau so, wie es vor der Wiedervereinigung Deutschlands gang und g\u00e4be war:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es gelten nicht die Zahlen des Statistischen Bundesamtes, sondern die abgerechneten Abtreibungen der Krankenkassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In den 80er Jahren gab es allein in Westdeutschland pro Jahr rund 300.000 Abtreibungen, die durch die Krankenkassen bezahlt wurden. Gleichzeitig meldete damals das \u201eStatistische Bundesamt\u201c (\u00e4hnlich wie heute!) meist zwischen 100.000 und 120.000 Abtreibungen. Der Widerspruch war offensichtlich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Selbst die Abtreibungsbef\u00fcrworter im Bundestag (SPD, FDP, Gr\u00fcne) gingen in ihren Reden meist sehr wohl von den Krankenkassen-Daten aus, weil sie sich andernfalls l\u00e4cherlich gemacht h\u00e4tten. Das kann man den damaligen Bundestagsprotokollen entnehmen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Daten: Kosten\u00fcbernahme durch Kassen \/ Staat<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kein Ernstzunehmender orientierte sich in den 80er Jahren am Statistischen Bundesamt, zumal klar war und ist, da\u00df es sich hier lediglich um die gesammelten Daten von Ambulanzen und Kliniken handelt, die in ihre Frageb\u00f6gen im Grunde hineinschreiben k\u00f6nnen, was sie wollen \u2013 und warum sollten sie sich ausgerechnet mit hohen Abtreibungszahlen irgendwie \u201eanr\u00fcchig\u201c machen?! Die Daten k\u00f6nnen ohnehin nicht r\u00fcckkontrolliert werden \u2013 und wer sollte dazu au\u00dferhalb jener Einrichtungen auch imstande sein?!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Problematik interessierte damals aber nicht weiter, weil man in der \u00f6ffentlichen Debatte ohnehin von den Daten der Krankenkasse ausging, die Hand und Fu\u00df hatten, weil sie auf den bezahlten Abtreibungen beruhten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenngleich heute die meisten Abtreibungen (abgesehen von den vergleichsweise wenigen Indikations-F\u00e4llen) \u00fcber eigens eingerichteten Fonds der Bundesl\u00e4nder finanziert werden, also urspr\u00fcnglich nicht von der Krankenkasse, so nehmen sie dennoch ihren b\u00fcrokratischen Weg \u00fcber die Kassen, so da\u00df ein Datenerfassen auf diesem Wege sehr wohl m\u00f6glich w\u00e4re \u2013 zudem aufgrund der Rechenschaftspflicht des Staates \u00fcber seine Geldausgaben auch direkt \u00fcber jene L\u00e4nder-Fonds.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Bisherige Falsch-Zahlen sind DUNKEL-Ziffer<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Statt nun st\u00e4ndig die von vornherein unsinnigen Zahlen des Statistischen Bundesamts zu kommentieren und damit indirekt zu \u201ebest\u00e4tigen\u201c (selbst wenn dann bisweilen dann noch von einer nebul\u00f6sen zus\u00e4tzlichen \u201eDunkelziffer\u201c die Rede ist), sollten die Lebensrechtsverb\u00e4nde in Deutschland diese tats\u00e4chliche DUNKELZIFFER \u2013 n\u00e4mlich die Daten des Statistischen Bundesamtes \u2013 endlich links liegen lassen, denn sie sind erstens von vornherein auf einer haltlosen Grundlage (freiwillige Frageb\u00f6gen) erstellt, zweitens dienen diese Zahlen nat\u00fcrlich der Gegenseite.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Warum?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ganz einfach: Je weniger Abtreibungszahlen in Deutschland \u201egemeldet\u201c werden, desto geringer erscheint das Problem, desto weniger notwendig ist eine \u00f6ffentliche Debatte \u00fcber diese Massenvernichtung ungeborener Kinder, umso weniger Aufmerksamkeit erfahren die Lebensrechtsgruppen f\u00fcr ihre Arbeit, so da\u00df sie sich mit jenen kuriosen Pressemeldungen auch noch ins eigene Fleisch schneiden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Staat darf sich nicht aus der Pflicht stehlen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dazu kommt als politisch entscheidender Faktor:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Bundesverfassungsgericht hat den Staat verpflichtet, darauf zu achten, ob das derzeitige liberale Abtreibungsgesetz (wonach die Abtreibung in den ersten 3 Monaten zwar rechtswidrig, aber zugleich straffrei ist), den \u201eSchutz des ungeborenen Lebens\u201c gew\u00e4hrleistet oder nicht. Das hei\u00dft: Wenn die Zahlen steigen, w\u00e4re der Gesetzgeber aufgefordert, den \u00a7 218 st\u00e4rker im Sinne des Lebensschutzes zu gestalten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diesem Auftrag geht man nat\u00fcrlich am leichtesten aus dem Wege, wenn man die Zahlen immer sch\u00f6n \u201eniedrig\u201c h\u00e4lt, sie sogar sinken l\u00e4\u00dft, wie dies in den letzten Jahrzehnten tendentiell der Fall ist. Wie gut (f\u00fcr diesen Zweck), da\u00df es das Statistische Bundesamt gibt!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nat\u00fcrlich ist diese Einrichtung keine \u201eF\u00e4lscherwerkstatt\u201c, darum geht es nicht, sondern \u2013 wie bereits erl\u00e4utert \u2013 alleine darum, da\u00df die dortigen Daten in bezug auf dieses Thema gar nicht fundiert sein <em>k\u00f6nnen<\/em>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Endlich kommt nun etwas Bewegung in die totgelaufene Debatte, denn wie die evangelische Nachrichtenagentur IDEA meldet, hat ausgerechnet der \u00f6sterreichische Abtreibungsmediziner Christian Fiala erkl\u00e4rt, die Abtreibungszahlen in Deutschland seien \u201ezwei bis dreimal so hoch\u201c wie die Daten des Statistischen Bundesamts. (In Wirklichkeit liegen sie noch h\u00f6her, denn es wurden schon vor der Wiedervereinigung in Westdeutschland j\u00e4hrlich rund 300.000 Abtreibungen gemeldet, man mu\u00df also heute von einer deutlich gestiegenen Zahl ausgehen.)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im <a href=\"http:\/\/www.idea.de\/menschenrechte\/detail\/abtreibungszahl-in-deutschland-zwei-bis-dreimal-hoeher-als-gemeldet-99788.html\">IDEA-Bericht<\/a> wird zur bisherigen \u201eStatistik\u201c ebenfalls klargestellt:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u201eDie Zahlen beruhen allein auf den Angaben der Kliniken und Arztpraxen. Sie werden anonym \u00fcbermittelt und sind nicht zur\u00fcckzuverfolgen. So kann laut Fiala niemand kontrollieren, ob die Angaben vollst\u00e4ndig sind. Abtreibungen korrekt zu melden, bedeute \u201ezus\u00e4tzliche B\u00fcrokratie\u201c und damit noch weniger Zeit f\u00fcr die Patientinnen. Au\u00dferdem hielten viele \u00c4rzte die Statistik f\u00fcr sinnlos. Da sch\u00f6ben selbst gewissenhafte Mediziner die Meldung hinaus oder verg\u00e4\u00dfen sie ganz.\u201c<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Daher ist es \u00fcberf\u00e4llig, da\u00df Lebensrechtsvereine vom Staat die ungesch\u00f6nten, die tats\u00e4chlichen Abtreibungszahlen fordern, wie es das gute Recht nicht nur dieser Gruppen ist, sondern aller B\u00fcrger, die einen Anspruch darauf haben, bei diesem buchst\u00e4blich lebenswichtigen Thema nicht hinters Daten-Licht gef\u00fchrt zu werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir brauchen keine Dunkelzahlen, sondern Faktenzahlen! Also Schlu\u00df mit diesen \u201eFake-News\u201c!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Felizitas K\u00fcble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in M\u00fcnster, das das CHRISTLICHE FORUM ehrenamtlich betreibt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: left;\">\n<p style=\"text-align: left;\">Quelle: <a href=\"https:\/\/christlichesforum.info\/warum-die-jaehrlichen-abtreibungszahlen-von-vornherein-voellig-falsch-sind\/\">https:\/\/christlichesforum.info\/warum-die-jaehrlichen-abtreibungszahlen-von-vornherein-voellig-falsch-sind\/<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Druckort: \u201eDer 13.\u201c, 13.6.2024, S. 27.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zun\u00e4chst eine Anmerkung vorweg: Ich habe viele Artikel und Pressemeldungen von Lebensrechtsgruppen nur deshalb nicht im CHRISTLICHEN FORUM \u00fcbernommen oder stark gek\u00fcrzt, weil dort die neuesten Zahlen des Statistischen Bundesamtes \u00fcber die j\u00e4hrlichen Abtreibungen kommentiert worden sind. 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