{"id":20988,"date":"2024-06-13T14:51:12","date_gmt":"2024-06-13T12:51:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=20988"},"modified":"2024-06-13T14:57:25","modified_gmt":"2024-06-13T12:57:25","slug":"toedliche-angriffe-auf-christen-in-nigeria","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=20988","title":{"rendered":"T\u00f6dliche Angriffe auf Christen in Nigeria"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Neue Welle der Gewalt in Nigeria: Seit Mitte April haben Terroranschl\u00e4ge im zentralnigerianischen Bundesstaat Plateau Dutzende Christen get\u00f6tet; zwischen Dezember 2023 und Februar 2024 wurden mehr als 1.300 Menschen allein in diesem Bundesstaat ermordet. Christliche D\u00f6rfer im Bundesstaat Plateau sind seit Weihnachten wiederholt angegriffen worden. Unter anderem, als mutma\u00dflich militante Fulani einen zweit\u00e4gigen Amoklauf ver\u00fcbten, der \u00fcber 200 Menschenleben forderte. Nach einer Ruhepause im M\u00e4rz und Anfang April flammte die Gewalt in der zweiten Aprilh\u00e4lfte wieder auf. Dutzende von Dorfbewohnern wurden get\u00f6tet. Zehntausende wurden vertrieben.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Berichten zufolgte t\u00f6teten bei einem aktuellen Vorfall bewaffnete M\u00e4nner mehr als 40 Bewohner des Dorfes Zurak. Dabei drang am Abend des 20. Mai eine Gruppe Angreifer auf Motorr\u00e4dern in die Gemeinde ein, schoss wahllos um sich und brannte H\u00e4user nieder. Einheimische sagten, sie h\u00e4tten 46 Leichen gefunden. Die Regierung des Bundesstaates Plateau wollte bislang nur neun Tote best\u00e4tigen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Bauern und Studenten im Visier<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zwei Wochen zuvor waren Angreifer in das Dorf Kayarda eingedrungen. Fulani t\u00f6teten vier christliche Bauern, wie ein Gemeindevertreter gegen\u00fcber Morning Star News erkl\u00e4rte. Am selben Tag, dem 7. Mai, \u00fcberfielen und t\u00f6teten Fulani einen Christen im Dorf Kwal, als er auf seinem Hof arbeitete, so ein Bericht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Einige Tage zuvor, am 1. Mai, griffen militante Fulani ein anderes Dorf, Ngoksar, an, t\u00f6teten zwei Menschen und verletzten sechs.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und am 18. und 19. April wurden bei Angriffen auf f\u00fcnf Gemeinden 18 Menschen get\u00f6tet, darunter ein Student der Plateau State University. Ein lokaler Regierungsbeamter sagte, Milizion\u00e4re h\u00e4tten den Universit\u00e4tscampus gest\u00fcrmt und \u201esporadisch in die Luft geschossen, um ihre Ankunft anzuk\u00fcndigen\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Gouverneur appelliert an Christen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Gouverneur des Bundesstaates Plateau, Caleb Mutfwang, brachte seine Trauer dar\u00fcber zum Ausdruck, dass die unprovozierten Angriffe fortgesetzt wurden. Er sagte, dies sei der Fall, trotz der Bem\u00fchungen seiner Regierung, solche \u00dcbergriffe einzud\u00e4mmen. Mutfwang appellierte an die Christen, standhaft zu bleiben, und sagte, seine Regierung werde weiterhin mit den Sicherheitsbeh\u00f6rden zusammenarbeiten, um f\u00fcr Sicherheit zu sorgen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eIch spreche all jenen, die von den Vorf\u00e4llen betroffen sind, mein herzliches Beileid aus und bete f\u00fcr die Genesung der Verletzten, die derzeit in verschiedenen Krankenh\u00e4usern behandelt werden\u201c, sagte Mutfwang.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0Gouverneur Mutfwang hat die anhaltenden Angriffe auf Christen in seinem Bundesstaat bereits als \u201eV\u00f6lkermord\u201c bezeichnet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1.336 Todesopfer in drei Monaten<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am 9. Mai gab Amnesty International Nigeria bekannt, dass zwischen Dezember 2023 und Februar 2024 in Plateau 1.336 Menschen durch sektiererische Gewalt get\u00f6tet wurden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Menschenrechtsorganisation erkl\u00e4rte, ihr Forschungsteam habe einige der betroffenen Gebiete besucht, Wochen nach den t\u00f6dlichen Angriffen an Heiligabend. Sie berichtete, dass die Gewalt zwischen Dezember und Februar 29.554 Menschen aus ihren H\u00e4usern vertrieben habe. Nach Angaben der International Organization for Migration (IOM) gab es im Dezember 2023 bereits fast 55.000 Vertriebene im Bundesstaat Plateau.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Angriffe in Plateau sind Teil einer seit langem andauernden Kampagne dschihadistischer Milizen der Volksgruppe der Fulani, die einheimische christliche Volksgruppen aus ihrer Heimat im Mittleren G\u00fcrtel Nigerias vertreiben. In den letzten Jahren haben diese Milizen mehr Nigerianer get\u00f6tet als Boko Haram oder der Islamische Staat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u00dcber 150 D\u00f6rfer annektiert<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Partnerorganisation von CSI im Bundesstaat Plateau, das Emancipation Centre for Crisis Victims in Nigeria, ver\u00f6ffentlichte k\u00fcrzlich eine Liste mit \u00fcber 150 christlichen D\u00f6rfern, die seit 2001 von militanten Fulani annektiert und deren Bewohner vertrieben wurden. Allein im Jahr 2023 haben die Extremisten 22 dieser D\u00f6rfer eingenommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Januar dieses Jahres richtete CSI einen Appell an die westlichen Staaten, sich f\u00fcr ein Ende des Mordens einzusetzen: \u201eWir fordern die USA und ihre Verb\u00fcndeten auf, diese T\u00f6tungen in ihren Verhandlungen mit der nigerianischen Regierung anzusprechen, anstatt weiterhin die Augen vor dem schleichenden V\u00f6lkermord zu verschlie\u00dfen, der sich in Afrikas bev\u00f6lkerungsreichstem Land abspielt\u201c, sagte der internationale Pr\u00e4sident von CSI, Dr. John Eibner.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>CSI-Pressemeldung vom 4.6.2024<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Neue Welle der Gewalt in Nigeria: Seit Mitte April haben Terroranschl\u00e4ge im zentralnigerianischen Bundesstaat Plateau Dutzende Christen get\u00f6tet; zwischen Dezember 2023 und Februar 2024 wurden mehr als 1.300 Menschen allein in diesem Bundesstaat ermordet. 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