{"id":2082,"date":"2007-12-22T14:19:01","date_gmt":"2007-12-22T12:19:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=2082"},"modified":"2009-09-05T21:52:41","modified_gmt":"2009-09-05T19:52:41","slug":"autopsieberichte-der-malatya-opfer-jetzt-einsehbar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=2082","title":{"rendered":"Autopsieberichte der Malatya-Opfer jetzt einsehbar"},"content":{"rendered":"<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>Autopsieberichte der Malatya-Opfer jetzt einsehbar. Ermittlungen der Staatsanwaltschaft bislang unbefriedigend<\/strong><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">(Bonn, 22.12.2007) Durch den vor wenigen Wochen begonnenen Proze\u00df gegen die M\u00f6rder der im April in Malatya umgebrachten drei Christen sind durch die den Anw\u00e4lten \u00fcbergebenen Akten auch die Autopsieberichte der Get\u00f6teten nicht zuletzt f\u00fcr die Hinterbliebenen einsehbar. Man kann diese wie folgt kurz zusammenfassen:<!--more--><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>Autopsieberichte<\/strong><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Tilmann Geske habe insgesamt 16 Stichwunden erlitten, haupts\u00e4chlich im Bereich des Oberk\u00f6rpers. Davon seien 5 t\u00f6dlich gewesen, insbesondere die durch das Aufschlitzen der Kehle verursachte Wunde. Necati Aydin habe insgesamt 6 Stichwunden erlitten, haupts\u00e4chlich an Vorder- und R\u00fcckseite seines Halses. Davon seien 2 t\u00f6dlich gewesen, auch hier insbesondere die durch das Aufschlitzen der Kehle verursachte Wunde. Zudem habe es klare Anzeichen daf\u00fcr gegeben, da\u00df man zuvor versucht habe, Aydin mit einem Seil zu strangulieren. Ugur Yuksel habe insgesamt 14 Stichwunden an seinem gesamten K\u00f6rper erlitten. Davon seien 5 t\u00f6dlich gewesen. Seine Kehle sei ebenfalls aufgeschlitzt worden.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Bei allen Opfern seien zudem Verletzungen im Gesicht festgestellt worden, die auf Schl\u00e4ge zur\u00fcckzuf\u00fchren seien. Alle drei seien ma\u00dfgeblich durch innere und \u00e4u\u00dfere Blutungen der zugef\u00fcgten Stichwunden gestorben. Bei Necati Aydin sei Erstickung eine zus\u00e4tzliche Todesursache gewesen. Gliedma\u00dfe oder K\u00f6rperteile im Gesicht oder Intimbereich seien nicht abgetrennt worden.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>Aktuelle Situation<\/strong><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Bei der Proze\u00dfer\u00f6ffnung am 23.11.2007 hat der Staatsanwalt f\u00fcr die f\u00fcnf Hauptt\u00e4ter jeweils dreimalig lebensl\u00e4ngliche Freiheitsstrafe gefordert. Zwei weitere sich nicht in Untersuchungshaft befindende Angeklagte sind der Beihilfe zur Tat einer terroristischen Organisation angeklagt worden. Da die Morde geplant waren, wird den T\u00e4tern vom Staatsanwalt die Gr\u00fcndung einer terroristischen Vereinigung zur Last gelegt.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Die Hinterbliebenen der Opfer werden von insgesamt zwanzig Top-Anw\u00e4lten f\u00fcr Menschenrecht und Strafrecht vertreten, geleitet von einem Rechtsanwalt, mit dem die Allianz der Protestantischen Kirchen der T\u00fcrkei seit Jahren vertrauensvoll zusammenarbeitet. Die Juristen sind keine Christen, aber sie k\u00e4mpfen freiwillig mit den Christen der T\u00fcrkei zusammen gegen das, was auch sie als enorme Ungerechtigkeit ansehen. Die Anw\u00e4lte stellen ihre Dienste kostenlos zur Verf\u00fcgung. Zugleich sind die dar\u00fcber hinaus anfallenden nicht geringen Zusatzkosten f\u00fcr die Kirche in der T\u00fcrkei eine finanzielle Herausforderung.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Der erste Verhandlungstag sowie die Proze\u00dfakte legen den Verdacht nahe, da\u00df die Beh\u00f6rden die Tat nach M\u00f6glichkeit als Einzelfall abhandeln wollten, der von einer Gruppe von M\u00e4nnern ausgef\u00fchrt worden sei, die ihrerseits von den Christen durch \u201ewiderw\u00e4rtige missionarische Aktivit\u00e4ten und Beleidigung des Islams sowie nationaler Werte\u201c provoziert worden sei. Dies kommt nicht zuletzt darin zum Ausdruck, da\u00df umfangreiches Material von den Festplatten der Computer der Ermordeten in die Proze\u00dfakte gelangte. Da\u00df man in der Akte z.B. auch die kompletten Seminarunterlagen eines Ehe-Kurses gefunden habe, sei noch das geringste Problem, so einer der Angeh\u00f6rigen. Viel schlimmer sei, da\u00df man neben den Namen und Adressen von Christen in der ganzen T\u00fcrkei auch viele Kontaktdaten von interessierten Muslimen den Proze\u00dfunterlagen beigef\u00fcgt habe.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Zudem gibt es eine Anzahl von Hinweisen darauf, da\u00df man Verbindungen zu Hinterm\u00e4nnern nicht ordnungsgem\u00e4\u00df untersucht hat und Dinge vertuscht (vgl. dazu die Aussagen von Rechtsanwalt Orhan Kemal Cengiz in BQ 48). So bitten die t\u00fcrkischen Christen um Gebet, da\u00df in dem Proze\u00df Gerechtigkeit geschieht und dabei auch die \u201eK\u00f6pfe und H\u00e4nde hinter den T\u00e4tern\u201c aufgesp\u00fcrt werden, und da\u00df die ermordeten Glaubensbr\u00fcder ebenso wie andere Christen in der T\u00fcrkei vor L\u00fcgen und Verleumdungen gesch\u00fctzt werden.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><em>(Bonner Querschnitte 49)<br \/>\n<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Autopsieberichte der Malatya-Opfer jetzt einsehbar. Ermittlungen der Staatsanwaltschaft bislang unbefriedigend (Bonn, 22.12.2007) Durch den vor wenigen Wochen begonnenen Proze\u00df gegen die M\u00f6rder der im April in Malatya umgebrachten drei Christen sind durch die den Anw\u00e4lten \u00fcbergebenen Akten auch die Autopsieberichte der Get\u00f6teten nicht zuletzt f\u00fcr die Hinterbliebenen einsehbar. 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