{"id":20607,"date":"2023-12-16T15:56:58","date_gmt":"2023-12-16T14:56:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=20607"},"modified":"2023-12-16T21:59:52","modified_gmt":"2023-12-16T20:59:52","slug":"ein-frauentreffen-in-goettlicher-regie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=20607","title":{"rendered":"Ein Frauentreffen in g\u00f6ttlicher Regie"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><em>&#8222;Maria kam in das Haus des Zacharias und begr\u00fc\u00dfte Elisabeth. Und es begab sich, als Elisabeth den Gru\u00df Marias h\u00f6rte, h\u00fcpfte das Kind in ihrem Leibe. Und Elisabeth wurde vom Heiligen Geist erf\u00fcllt.&#8220;<\/em> (Lukas 1,40\u201341)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Heute darf ich Sie mitnehmen in eine unglaubliche Geschichte. Es sind nur noch wenige Tage bis Weihnachten, aber die haben es in sich. Es geht um eine einmalige Frauengeschichte. Ein Teenager, genauer ein junges M\u00e4dchen um die 14 Jahre, ist auf einem m\u00fchsamen Weg durch das Bergland von Jud\u00e4a. Sie m\u00f6chte einen Weihnachtsbesuch bei ihrer Verwandten Elisabeth machen. Die ist zwar uralt und kinderlos, aber nun hat Maria die Nachricht erhalten, dass sie bereits im 6. Monat schwanger ist. Das elektrisiert die junge Maria, weil sie noch immer r\u00e4tselt \u00fcber die Bedeutung der Ank\u00fcndigung des Engels Gabriel, dass sie n\u00e4mlich die Mutter des Messias sein soll.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach der langen Wanderschaft kommt Maria dann an ihrem Ziel an. Die Strapazen des Weges sp\u00fcrt sie heftig, denn sie ist ebenfalls schwanger. Beherzt tritt sie ein. Elisabeth kommt freudestrahlend auf sie zu. Doch dann lauscht sie und h\u00f6rt in sich hinein. Das Kind in ihrem Leib hat begonnen, lebhaft zu strampeln. Was soll das bedeuten? Sie h\u00f6rt in ihrem Inneren die Stimme des Heiligen Geistes und vernimmt eine unbegreifliche Botschaft \u00fcber Maria und das Kind, das sie erwartet. Elisabeth kann Maria nur zurufen: \u201eGepriesen bist du unter den Frauen und gepriesen ist die Frucht deines Leibes!\u201c Der Heilige Geist hat ihr offenbart, dass Maria den ersehnten Messias Israels unter dem Herzen tr\u00e4gt. Ihr eigenes Kind, das kurz vor der Geburt steht, teilt die Freude \u00fcber das Wunder, das sich anbahnt. Es strampelt kr\u00e4ftig.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir, die wir dieses Wort h\u00f6ren, schauen auf das Geheimnis der Menschwerdung Gottes, das sich durch Jesus Christus ereignet. Maria hat in der fr\u00fchen Kirche den Ehrentitel \u201eGottesgeb\u00e4rerin\u201c erhalten. Aber die Gnade, die ihr zuteilwird, reicht noch weiter. Es geht \u00fcber das Bekenntnis \u201egeboren von der Jungfrau Maria\u201c hinaus. Eigentlich m\u00fcsste es hei\u00dfen: \u201eempfangen vom Heiligen Geist und ausgetragen in der Jungfrau Maria\u201c. Ja, Jesus ist der von Maria empfangene Sohn Gottes. Die Fortsetzung im Glaubensbekenntnis m\u00fcsste eigentlich lauten: Das Menschenkind ist Gottes Kind und wir beten es nicht nur mit den Hirten in Bethlehem an, sondern wir preisen es schon vom ersten Augenblick seiner Menschwerdung. Der Messias geh\u00f6rt in einmaliger Weise in die Heilsgeschichte Gottes. Gott wurde nicht nur ein kleiner S\u00e4ugling, sondern er macht sich unfassbar klein und wird in Maria zum Embryo.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als ich beim Lesen unseres Bibeltextes \u00fcber das Geheimnis der Inkarnation nachdachte, ist mir ein ganz neuer Aspekt der Weihnachtsgeschichte aufgegangen. Gott liegt als ein wehrloser S\u00e4ugling in einem Futtertrog. Welche Herablassung des Sch\u00f6pfers der Welt geschieht hier! Jesus wurde nicht nur durch den Heiligen Geist in Maria gezeugt, sondern er nimmt Woche f\u00fcr Woche mehr die Gestalt eines Babys an. Jesus hat also wirklich in jeder Hinsicht unser Menschsein geteilt. Von der Zeugung bis zum Kreuz ist er den Weg der Erniedrigung gegangen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich kann angesichts des Frauentreffens zwischen Elisabeth und Maria nicht umhin, die Frage nach dem Lebensrecht und der W\u00fcrde jedes Menschen zu stellen. Dass Embryonen nicht gewaltsam im Mutterleib get\u00f6tet werden d\u00fcrfen, f\u00e4llt unter das Gebot \u201eDu sollst nicht t\u00f6ten!\u201c. Damit steht jeder Mensch unter dem besonderem Schutz Gottes. Johannes der T\u00e4ufer erkennt durch ein Wunder, dass in ihm in der Person von Maria der Herr und Heiland der Welt begegnet. Das biblische Zeugnis von der Bewegung des noch ungeborenen T\u00e4ufers im Leib seiner Mutter Elisabeth ist somit ein wichtiger Teil der Weihnachtsgeschichte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn Gott in seiner Menschwerdung so tief hinabsteigt, dann sollten wir dieses Wunder preisen mit der Konsequenz, dass jeder in einer Frau heranreifende Mensch unter dem gn\u00e4digen Schutz und der F\u00fcrsorge des himmlischen Vaters steht. Weil Jesus von der Empf\u00e4ngnis in Maria an wahrer Gott ist, hat niemand das Recht, einen Menschen im Mutterleib zu t\u00f6ten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Prof. Dr. Rolf Hille, ERF, Wort zum Tag vom 22.12.2022<\/em><\/p>\n<p><em>Mit freundlicher Genehmigung des Verfassers.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Maria kam in das Haus des Zacharias und begr\u00fc\u00dfte Elisabeth. Und es begab sich, als Elisabeth den Gru\u00df Marias h\u00f6rte, h\u00fcpfte das Kind in ihrem Leibe. 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