{"id":20520,"date":"2023-11-11T23:36:28","date_gmt":"2023-11-11T22:36:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=20520"},"modified":"2023-11-11T23:40:00","modified_gmt":"2023-11-11T22:40:00","slug":"terror-gegen-tora-predigt-zu-psalm-19","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=20520","title":{"rendered":"Terror gegen Tora: Predigt zu Psalm 19"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Psalm <\/strong><strong>19 <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 80px;\"><em><sup>1<\/sup> Ein Psalm Davids, vorzusingen.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 80px;\"><em><sup>2 <\/sup><\/em><em>Die Himmel erz\u00e4hlen die Ehre Gottes, <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 80px;\"><em>und die Feste verk\u00fcndigt seiner H\u00e4nde Werk. <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 80px;\"><em><sup>3\u00a0<\/sup><\/em><em>Ein Tag sagt\u2019s dem andern, <\/em><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 80px;\"><em>und eine Nacht tut\u2019s kund der andern, <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 80px;\"><em><sup>4\u00a0<\/sup><\/em><em>ohne Sprache und ohne Worte; <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 80px;\"><em>unh\u00f6rbar ist ihre Stimme. <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 80px;\"><em><sup>5\u00a0<\/sup><\/em><em>Ihr Schall geht aus in alle Lande <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 80px;\"><em>und ihr Reden bis an die Enden der Welt. <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 80px;\"><em>Er hat der Sonne ein Zelt am Himmel gemacht; <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 80px;\"><em><sup>6\u00a0<\/sup><\/em><em>sie geht heraus wie ein Br\u00e4utigam aus seiner Kammer <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 80px;\"><em>und freut sich wie ein Held, zu laufen die Bahn. <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 80px;\"><em><sup>7\u00a0<\/sup><\/em><em>Sie geht auf an einem Ende des Himmels <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 80px;\"><em>und l\u00e4uft um bis wieder an sein Ende, <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 80px;\"><em>und nichts bleibt vor ihrer Glut verborgen. <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 80px;\"><em><sup>8\u00a0<\/sup><\/em><em>Das Gesetz des Herrn ist vollkommen <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 80px;\"><em>und erquickt die Seele. <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 80px;\"><em>Das Zeugnis des Herrn ist gewi\u00df<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 80px;\"><em>und macht die Unverst\u00e4ndigen weise. <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 80px;\"><em><sup>9\u00a0<\/sup><\/em><em>Die Befehle des Herrn sind richtig <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 80px;\"><em>und erfreuen das Herz. <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 80px;\"><em>Die Gebote des Herrn sind lauter <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 80px;\"><em>und erleuchten die Augen. <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 80px;\"><em><sup>10\u00a0<\/sup><\/em><em>Die Furcht des Herrn ist rein und bleibt ewiglich. <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 80px;\"><em>Die Rechte des Herrn sind wahrhaftig, allesamt gerecht. <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 80px;\"><em><sup>11\u00a0<\/sup><\/em><em>Sie sind k\u00f6stlicher als Gold und viel feines Gold, <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 80px;\"><em>sie sind s\u00fc\u00dfer als Honig und Honigseim. <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 80px;\"><em><sup>12\u00a0<\/sup><\/em><em>Auch l\u00e4sst dein Knecht sich durch sie warnen; <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 80px;\"><em>und wer sie h\u00e4lt, der hat gro\u00dfen Lohn. <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 80px;\"><em><sup>13\u00a0<\/sup><\/em><em>Wer kann merken, wie oft er fehlet? <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 80px;\"><em>Verzeihe mir die verborgenen S\u00fcnden! <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 80px;\"><em><sup>14\u00a0<\/sup><\/em><em>Bewahre auch deinen Knecht vor den Stolzen, <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 80px;\"><em>da\u00df sie nicht \u00fcber mich herrschen; <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 80px;\"><em>so werde ich ohne Tadel sein <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 80px;\"><em>und unschuldig bleiben von gro\u00dfer Missetat. <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 80px;\"><em><sup>15\u00a0<\/sup><\/em><em>Lass dir wohlgefallen die Rede meines Mundes <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 80px;\"><em>und das Gespr\u00e4ch meines Herzens vor dir, <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 80px;\"><em>Herr<\/em><em>, mein Fels und mein Erl\u00f6ser.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>Zeig uns dein k\u00f6nigliches Walten,<br \/>\n<\/em><em>bringt Angst und Zweifel selbst zur Ruh;<br \/>\n<\/em><em>du wirst allein ganz Recht behalten.<br \/>\n<\/em><em>Herr, mach uns still, und rede du.<br \/>\n<\/em><em>Amen.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gesch\u00e4tzte Geschwister!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Seit gut einem Monat herrscht ein blutiger Konflikt im Nahen Osten. Auf brutale und menschenverachtende Weise haben Terroristen aus dem Gazastreifen ihrem Vernichtungswillen freien Lauf gelassen. Die Bilder gehen um die Welt, und viele fragen sich, ob nun das Ende naht, ob der Ansturm der V\u00f6lkerheere seinen letzten Versuch unternimmt, Israel auszul\u00f6schen. Was uns hier aber zun\u00e4chst interessieren soll, ist der Zeitpunkt dieses Angriffs vor vier Wochen. Das war n\u00e4mlich ausgekl\u00fcgelt mit teuflischer Genauigkeit: genau 50 Jahre nach dem Jom Kippur-Krieg (6. bis 25. Okt. 1973), als Israel gerade seinen h\u00f6chsten Feiertag beging und die Soldaten zum gr\u00f6\u00dften Teil zu Hause bei ihren Familien waren. Auch diesmal haben die Terroristen ein j\u00fcdisches Fest gew\u00e4hlt, das genau am Abend des 6. Okt. beginnt, also am Freitagabend und dann noch den folgenden Sabbat einschlo\u00df \u2013 ausgerechnet war es dieses Jahr ein Sabbat. Es geht um <em>Simchat Tora<\/em>, das Fest der Torafreude, mit dem zugleich das fr\u00f6hliche Laubh\u00fcttenfest endet. Simchat Tora, die Torafreude, ist auch bei den nichtreligi\u00f6sen Juden ein beliebtes Fest, vor allem bei Familien mit Kindern. Schulen und Gesch\u00e4fte haben (noch) zu, die Kinder bekommen S\u00fc\u00dfigkeiten. In der Synagoge steht am Freitagabend der Tora-Schrein weit offen, man sieht hinein: Da stehen die geschm\u00fcckten Schriftrollen. Die Rollen werden feierlich herausgenommen, durch die Synagoge herum getragen, die Beter ber\u00fchren und k\u00fcssen sie. M\u00e4dchen und Jungen begleiten die Prozession mit selbstgebastelten bunten Fahnen und Wimpeln.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Anla\u00df dieses sch\u00f6nen Festes besteht darin, da\u00df man mit der fortlaufenden Lesung der f\u00fcnf B\u00fccher Mose (= \u201eTora\u201c) ans Ende kommt und am gleichen Tag direkt wieder vorne mit der Sch\u00f6pfungsgeschichte beginnt. Nur an diesem Tag liest man die Tora des <em>Nachts<\/em>. Mit all dem zeigt man, da\u00df die Tora kein Ende hat, und da\u00df sie stets weiter und immer weiter gelesen und studiert werden mu\u00df. Denn das Wort Gottes, die Tora, ist so reich und so ewig wie Gott selbst, der sie uns gegeben hat. Schade, da\u00df wir Christen nicht so ein Bibelfest haben!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Genau am Tag Simchat Tora also geschah das Unfa\u00dfbare. Militante Hasser des Judenstaates durchbrachen die Grenzanlagen an 29 Stellen, drangen in Siedlungen ein, schlachteten ab oder verschleppten alles, was ihnen begegnete, vom Greis bis zum Baby. Sie sorgten selbst stolz f\u00fcr die Verbreitung der Bilder. In den Jahrzehnten des jungen Staates Israel gab es das bisher nicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das alles zeigt: Dieser Konflikt begann nicht zuf\u00e4llig am Fest der Torafreude, sondern <strong>er ist letztlich ein Kampf um die Frage: Welches heilige Buch hat Recht? <\/strong>Schon der Ha\u00df Hitlers auf das Judentum hatte sich im Grunde gegen die Tora gerichtet, insbesondere gegen die Gebote, die seiner staatlichen Willk\u00fcr Einhalt gebieten, und gegen die Offenbarung, da\u00df Israel das erw\u00e4hlte Volk Gottes ist. Welches Buch ist das Buch der Wahrheit? Welcher Gott ist der wahre Gott? Wessen Offenbarung bezeugt die Wahrheit? Warum soll der Vater Jesu Christi nicht das Recht haben, sich ein Volk zu erw\u00e4hlen und ihm ein Land zu eigen zu geben?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Vom Terror gegen die Tora zur Liebe zur Tora<\/strong>: Wenden wir uns nun einem der Psalmen zu, die die Freude an der Tora so wunderbar ausgedr\u00fcckt haben, Psalm 19!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das <strong>Besondere<\/strong> an diesem Psalm besteht in seinen zwei Schwerpunkten: zun\u00e4chst wird von der Herrlichkeit Gottes gesprochen, die von seiner Sch\u00f6pfung gepriesen wird. Dann wird von der Tora gesprochen. Bei beiden geht es um <em>Erleuchtung<\/em> und um <em>Freude<\/em>, wobei die Freude an der Tora alle anderen Freuden weit, weit \u00fcberstrahlt! Man sp\u00fcrt es auch in den hebr\u00e4ischen Formen, in denen David hier dichtet: Die Tora begeistert ihn noch mehr als die Sonne, und doch geh\u00f6rt beides zusammen: Das Lob Gottes durch seine Sch\u00f6pfung und die Offenbarung seines Wortes. Die Wortoffenbarung gibt die Stimme und die geistig-geistliche Klarheit, die Sch\u00f6pfung gibt dieser Stimme die Kehle, die <em>physis<\/em>, die leiblich-liebliche Gestalt. Vom wortlosen zum worthaften Gotteslob!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es zeugt von einer gro\u00dfen Verarmung der Theologie, da\u00df man behauptet hat, diese Teile des Psalms k\u00f6nnten nicht vom gleichen Verfasser sein. Was f\u00fcr ein kleinkariertes Denken wird hier unterstellt! Ein Z\u00fcrcher Professor f\u00fcr Altes Testament schrieb 1980<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a>, die (!) Wissenschaft \u2013 da mu\u00df man immer vorsichtig sein, wenn die Einheitlichkeit der Wissenschaft behauptet wird (Klima, Krieg, Corona, Euthanasie\u00a0\u2026)!\u00a0\u2013 sei sich mehr oder weniger einig, da\u00df der Verfasser des Sch\u00f6pfungshymnus nicht zugleich die Torafreude beschrieben haben k\u00f6nne. Ein T\u00fcbinger Kollege von ihm antwortete<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a>, das stimme gar nicht, erstens sei sich die Wissenschaft hierin gar nicht einig, und zweitens gebe es sehr gute Gr\u00fcnde, warum das Lob der Sch\u00f6pfung und das Lob der Tora zusammengeh\u00f6ren. Von dieser Debatte wollen wir sp\u00e4ter ein wenig lernen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 40px;\"><em><sup>2<\/sup><\/em><em>\u00a0Die Himmel erz\u00e4hlen die Ehre Gottes,<br \/>\n<\/em><em>und die Feste verk\u00fcndigt seiner H\u00e4nde Werk.<br \/>\n<\/em><em><sup>3<\/sup><\/em><em>\u00a0Ein Tag sagt\u2019s dem andern,<br \/>\n<\/em><em>und eine Nacht tut\u2019s kund der andern, \u2026<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unaufh\u00f6rlich, von Tag zu Tag, von Nacht zu Nacht preist das Werk seinen Meister, unaufh\u00f6rlich und durch die gesamte Sch\u00f6pfung hindurch: Jedes Staubkorn, jeder Planet und noch jedes schwarze Loch ist ein Wunderwerk des allm\u00e4chtigen Gottes, jedes Lebewesen verdankt sich dem, der nicht nur lebendig ist, sondern Leben geben und nehmen kann, ja der das Leben selbst ist. Das Neue Testament nennt seinen Namen: Jesus Christus. Er ist und gibt als (Mit)Sch\u00f6pfer das Leben. So herrlich ist er. Mit g\u00f6ttlicher Autorit\u00e4t sagt er in Mt 21,15\u201316, das Lob des Sch\u00f6pfers in Psalm 8 auf ihn gerichtet sei! Das gilt somit auch f\u00fcr Psalm 19.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es gef\u00e4llt Gott, aus Nichts etwas zu machen, das Nichtige zu erheben, da\u00df es etwas sei zum Lob seiner Herrlichkeit, und jeden, der denkt, er sei in sich selbst herausragend, klein zu machen (1.\u00a0Kor 1). Hier, liebe Freunde, erschlie\u00dft sich der <strong>Sinn unseres Lebens<\/strong>: <strong>Dem, der uns gemacht hat, zu danken und uns seiner w\u00fcrdig zu erweisen<\/strong>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Keiner hat sich selbst ins Dasein gerufen, sondern ein anderer, viel h\u00f6herer! Sollte uns das gleichg\u00fcltig lassen? Sollten wir nicht auch tun, was alles Geschaffene nach diesem Psalm tut: dem Sch\u00f6pfer Ehre erweisen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Denn so ist es in jedem Bereich: Jedes Haus, das wir bewohnen, jede Uhr, die wir an uns tragen, jedes Auto, das wir fahren, jedes Buch, das wir lesen, jeder Apfel, der uns schmeckt \u2013 immer steckt ein kluger Geist dahinter und kein Zufall. Jedes wohlgeformte oder bunte Blatt, jeder sch\u00f6ne Regenbogen (ich meine den echten und den biblischen Regenbogen, nicht den verhunzten!), der uns staunen l\u00e4\u00dft \u2013 alles, alles Geschaffene preist seinen Meister, und l\u00e4\u00dft den Menschen, der es sieht, und der sein Leben dem Zusammenwirken mit anderen Gesch\u00f6pfen verdankt, diesen Lobpreis ins Wort fassen. Darum ist Erntedank so nat\u00fcrlich, ja so logisch, eigentlich unausweichlich \u2013 und um so gr\u00f6\u00dfer ist die S\u00fcnde des Menschen, der Gott nicht die Ehre gibt, die ihm zusteht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Psalm 19 gibt dem himmlischen Halleluja Ausdruck und bringt das wortlose Lobesbrausen in ein Wort, das wir nachsprechen d\u00fcrfen! Alle Gesch\u00f6pfe au\u00dfer dem Menschen, die starren Gesch\u00f6pfe und die lebendigen: Sie alle loben Gott ohne Sprache und ohne Worte. Das Halleluja, das \u201eLobet Jahwe!\u201c, das sie einander sagen, ist wortlos, aber nicht ohne Schall:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 40px;\"><em><sup>4<\/sup><\/em><em>\u00a0ohne Sprache und ohne Worte;<br \/>\n<\/em><em>unh\u00f6rbar ist ihre Stimme.<br \/>\n<\/em><em><sup>5<\/sup><\/em><em>\u00a0Ihr Schall geht aus in alle Lande<br \/>\n<\/em><em>und ihr Reden bis an die Enden der Welt.\u00a0 <\/em>[vgl. R\u00f6m 10]<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was f\u00fcr ein Schall, was f\u00fcr ein Reden soll das sein? Was hei\u00dft \u201eunh\u00f6rbar\u201c? F\u00fcr den nat\u00fcrlichen Menschen unverst\u00e4ndlich, f\u00fcr den geistlichen Menschen ein Gotteslob: Das Pfeifen des Windes, das Brausen des Meeres, das Br\u00fcllen der L\u00f6wen, das Miauen der Katzen, der Gesang der Nachtigall, das Gurren der Tauben und das Kichern der Affen \u2013 das ist ihr vielstimmiger Chor. Ihr Schall geht aus in alle Lande \u2013 aber ohne Worte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Beispielhaft richtet David den Blick auf die Sonne und verweilt dort einige Momente:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 40px;\"><em><sup>5<\/sup><\/em><em>\u00a0\u2026 Er hat der Sonne ein Zelt am Himmel gemacht;<br \/>\n<\/em><em><sup>6<\/sup><\/em><em>\u00a0sie geht heraus wie ein Br\u00e4utigam aus seiner Kammer<br \/>\n<\/em><em>und freut sich wie ein Held, zu laufen die Bahn.<\/em><\/p>\n<p><em><sup>7<\/sup><\/em><em>\u00a0Sie geht auf an einem Ende des Himmels<br \/>\n<\/em><em>und l\u00e4uft um bis wieder an sein Ende,<br \/>\n<\/em><em>und nichts bleibt vor ihrer Glut verborgen.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Freude! Heraustreten aus der Kammer: Das Bild vom Br\u00e4utigam malt uns einen Liebenden vor die Augen. Er freut sich auf eine liebevolle Begegnung! So schreitet die Sonne voran und beleuchtet und erw\u00e4rmt auf ihrem Weg die ganze Erde, von Tag zu Tag. Nichts bleibt vor ihrem Licht und ihrer Glut verborgen. Hier kommt auch noch ihre W\u00e4rme ins Spiel. Zur Vorfreude auf eine Hochzeit, auf Ehe, auf liebevolle Begegnung, kommt noch die W\u00e4rme, die sie spendet. Licht und W\u00e4rme durch die Sonne \u2026 irgendwie ist hier die Sch\u00f6pfung, die ja auch dunkel und kalt und gewaltt\u00e4tig sein kann, ganz lieblich und warm und fr\u00f6hlich! Unglaublich dicht hat David hier die Worte gesetzt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist einfach alles in sch\u00f6ner und froher Ordnung, es ist eine Sch\u00f6nheit, die erst durch diese bestimmte g\u00f6ttliche Ordnung entsteht, wie ja \u00fcberhaupt alle Sch\u00f6nheit auf eine gewisse wiedererkennbare Ordnung angewiesen ist.<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Terror vs Tora = vs Ordnung = vs Sch\u00f6nheit! <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sch\u00f6nheit in Ordnung \u2013 ein gro\u00dfartiger Gedanke Gottes. Er ist kein Gott der Unordnung, sondern des Friedens. Dieser Friede ist durch und durch Ordnung: biblisch gesprochen: Gerechtigkeit, Weisheit, Geradheit, Wahrheit. <em>\u201eGegen all dies ist das Gesetz nicht\u201c<\/em>, hei\u00dft es in Galater 5,23.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Psalm 19 behauptet und preist die Ordnung in Sch\u00f6pfung und Tora nicht nur, sondern ist auch selbst in bestimmter Ordnung geschrieben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach Gese ist Psalm 19 \u201eein gro\u00dfartiges Beispiel f\u00fcr eine in der Ordnung der Komposition sich widerspiegelnde weisheitliche Erfassung und Erfahrung des g\u00f6ttlichen Logos in der Natur und in der Offenbarung an den Menschen, als Gottes <em>kabod<\/em> und Tora, von der Sonne hinab zum Beter sich auswirkend, der angesichts dieses Zusammenhangs um so st\u00e4rker das Herausfallen des Menschen aus seiner vom Sch\u00f6pfer bestimmten Integrit\u00e4t empfindet.\u201c Wie genau das geschieht, kann ich Ihnen nur andeuten. Die Verse 8 bis 11 sind z.B. v\u00f6llig gleichf\u00f6rmig gebaut, immer 3+2 W\u00f6rter pro Zeile bzw. Gedanke, und zwar sechs mal. Vers 11 verweilt bei der K\u00f6stlichkeit und S\u00fc\u00dfe der Tora, die er sich sprichw\u00f6rtlich auf der Zunge zergehen l\u00e4\u00dft, bis zum Schmecken der S\u00fc\u00dfe mit Zunge und Gaumen, es ist s\u00fc\u00dfer als Honig und Honigseim, also sogar noch besser als das Austropfende, Ausflie\u00dfende von einer Honigwabe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 40px;\"><span style=\"font-size: 10pt;\">[Das R\u00e4tsel, das der Richter Simson den Philistern stellte, war ja auf einen L\u00f6wen gem\u00fcnzt, aber h\u00e4tte auf das Wort Gottes ebenso gepa\u00dft:<br \/>\n<\/span><span style=\"font-size: 10pt;\"><em>\u201eSpeise ging aus vom Fresser und<br \/>\nS\u00fc\u00dfigkeit vom Starken\u201c<\/em> (Richter 14,14).]<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Verse 8 bis 11 stellen uns eine <strong>existentielle Frage<\/strong>: Von welchen Besch\u00e4ftigungen erwartest Du die h\u00f6chste Befriedigung? Was gibt Dir den Kick? Was ist dir lieber als alles andere? Ist es dir wichtiger, das Wort Gottes zu lesen und darin Erf\u00fcllung zu suchen, oder suchst Du dein Gl\u00fcck in einem Partner, im Geld, in einer Sucht, oder gar im Alkohol?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Meine Frau und ich empfinden das kontinuierliche Lesen der Bibel in <em>jeder <\/em>Beziehung des Lebens ungeheuer heilsam. Es befreit einfach davon, in irdischen Dingen die letzte Befriedigung, die Heimat zu suchen, mich an Irdisches zu versklaven. Ob David diesen Psalm schon beten konnte, bevor er sich die Batseba ins Haus holte? Ich habe da meine Zweifel. Denn bis dahin, also bis zu Davids Zerbruch, als er bekennen mu\u00dfte, des Todes schuldig zu sein, war ihm noch das Geliebtwerden durch die(se) Frau wichtiger als die Tora. Ganz offensichtlich!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nachdem der Prophet Natan David verwarnte und ihm die Strafe nannte, nahm David keine weitere Frau mehr. Als man ihm noch Abischag von Schunem geben wollte, um ihn zu w\u00e4rmen, konnte er die Ehe schon nicht mehr vollziehen (1.\u00a0K\u00f6n 1,1\u20134).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Er lernte, sich gen\u00fcgen zu lassen. Es ist ein besonderes <strong>Geheimnis des Wortes Gottes<\/strong>, da\u00df es denen, die sich ihm aussetzen, das Begehren auf die wahren und sch\u00f6nen Dinge lenkt, auf die Dinge, die unser Leben ausrichten auf die g\u00f6ttlichen Tugenden und die ewige Heimat (B\u00fcrgerrecht im Himmel). So wird unser Herz, ja das ganze Leben und Streben geheimnisvoll und wirksam erneuert. Das Wort Gottes wirkt nahrhafter und besser, ja als immer besser schmeckendes Lebens-Mittel: Lebensmitte und Lebensmittel!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es n\u00e4hrt und erzieht, es erfreut und erfrischt. Das will David hier zum Ausdruck bringen. Das Wort Gottes ordnet und sortiert \u2013 alle Dinge des Lebens! Darum beginnt David ja auch ganz oben mit dem Sch\u00f6pfungslob der Sonne und kommt dann zur Wortoffenbarung der Tora.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Gedanke der Ordnung, schreibt Helmut Lamparter, ist die geheime Br\u00fccke vom ersten zum zweiten Teil. \u201eMit ehrf\u00fcrchtigem Staunen beobachtet der Psalmist, wie beides, Naturordnung und Sittengesetz, den Ruhm Gottes verk\u00fcndigt. Er, der allm\u00e4chtige Sch\u00f6pfer des Himmels und Regent seines Volkes auf Erden, hat sich nicht unbezeugt gelassen.\u201c<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Insgesamt hat Psalm 19<strong> drei Teile<\/strong>, zusammengehalten durch den Gedanken der <strong>Ordnung<\/strong>: Im ersten Teil ist die Ordnung ungebrochen in Kraft: Die ganze Sch\u00f6pfung \u2013 au\u00dfer dem Menschen \u2013 gibt Gott das geb\u00fchrende Lob. Im zweiten Teil wird der gro\u00dfe Bruch in der Sch\u00f6pfung vorausgesetzt: Die Tora wird gelobt, denn durch sie, wie im dritten Teil deutlich, wird der Mensch wieder in die Ordnung Gottes hineingerufen, hineingezogen, erzogen. Somit haben wir 1. Die Sch\u00f6pfung, die ihre Bestimmung erf\u00fcllt, 2. das Mittel, durch das der Mensch seine Bestimmung wiederfindet, und 3. ein Gebet darum, da\u00df das Wort Gottes an mir und jedem Beter des Psalms nicht vergeblich sei, sondern uns bessert und erzieht, \u201eda\u00df der Mensch Gottes vollkommen sei, zu jedem guten Werk geschickt\u201c (2.\u00a0Tim 3,16f.). Daher k\u00f6nnten wir die Botschaft des Psalm auch zusammenfassen mit den Begriffen<\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 80px;\"><em>Sch\u00f6pfung \u2013 Schrift \u2013 Schutz.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schauen wir uns nun diesen dritten Teil an, Verse 12 bis 15.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 40px;\"><em><sup>12\u00a0<\/sup><\/em><em>Auch l\u00e4sst dein Knecht sich durch sie warnen;<br \/>\n<\/em><em>und wer sie h\u00e4lt, der hat gro\u00dfen Lohn.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em><sup>13\u00a0<\/sup><\/em><em>Wer kann merken, wie oft er fehlet?<br \/>\n<\/em><em>Verzeihe mir die verborgenen S\u00fcnden!<br \/>\n<\/em><em><sup><br \/>\n14\u00a0<\/sup><\/em><em>Bewahre auch deinen Knecht vor den Stolzen,<br \/>\n<\/em><em>da\u00df sie nicht \u00fcber mich herrschen;<br \/>\n<\/em><em>so werde ich ohne Tadel sein<br \/>\n<\/em><em>und unschuldig bleiben von gro\u00dfer Missetat.<br \/>\n<\/em><em><sup><br \/>\n15\u00a0<\/sup><\/em><em>Lass dir wohlgefallen die Rede meines Mundes<br \/>\n<\/em><em>und das Gespr\u00e4ch meines Herzens vor dir,<br \/>\n<\/em><em>Herr<\/em><em>, mein Fels und mein Erl\u00f6ser.<\/em><\/p>\n<p><strong>Vers 13:<\/strong> Hier denkt David nicht an die offensichtlichen S\u00fcnden, sondern die verborgenen. Diese S\u00fcndenerkenntnis ist ganz wichtig, weil das biblische Verst\u00e4ndnis von S\u00fcnde sich nicht mit \u00e4u\u00dferlicher Moral zufrieden gibt. Es geht ums Herz: Um jeden Gedanken, jedes Gef\u00fchl, es sei hochm\u00fctig oder depressiv, begehrlich oder j\u00e4hzornig. Auch was verborgen ist, ja was selbst unserem eigenen Erkennen und Verstehen entzogen ist, das wei\u00df Gott. Darum soll man in der Beichte sich aller Gebote schuldig bekennen und nicht nur der Gebote, deren \u00dcbertretung wir mit unserer mangelhaften Selbsterkenntnis gemerkt haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">David betet uns vor, wie wir um Vergebung der verborgenen S\u00fcnden und dann um Heiligung beten k\u00f6nnen \u2013 und nat\u00fcrlich auch sollen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 40px;\"><strong><em><sup>15<\/sup><\/em><\/strong><em>\u00a0Lass dir wohlgefallen die Rede meines Mundes<br \/>\n<\/em><em>und das Gespr\u00e4ch meines Herzens vor dir,<br \/>\n<\/em><em>Herr, mein Fels und mein Erl\u00f6ser.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei dieser Bitte taucht \u201eRede\u201c auf und erinnert den Beginn des Psalms. Es ist eine Klammer: \u00a0M\u00f6ge die eigene Rede Gott so wohlgefallen wie ihm das Erz\u00e4hlen gef\u00e4llt, das die Himmel und die Feste vollziehen, die von Tag zu Tag das Werk der g\u00f6ttlichen H\u00e4nde rezitieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So stehen die <strong>drei Teile<\/strong> vor uns:<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>Die Himmel erz\u00e4hlen die Herrlichkeit Gottes.<\/li>\n<li>Der Beter preist die Herrlichkeit der Tora.<\/li>\n<li>Der Beter erkennt die eigene Unvollkommenheit, ja S\u00fcndhaftigkeit angesichts des vorangehenden Preises. [\u00c4hnlich geht es Jesaja, der angesichts des Lobgesangs der Serafim in Angst ausbricht:<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u201eWeh mir, ich vergehe, denn ich bin unreiner Lippen und wohne unter einem Volk unreiner Lippen; denn ich habe den K\u00f6nig, den Herrn Zebaoth, gesehen mit meinen Augen.\u201c<\/em> (Jes 6,5)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jesajas Lippen werden daraufhin ents\u00fchnt bzw. gereinigt von einem der Serafim. Die Lippen Davids auch unsere werden ges\u00fchnt und gereinigt, wenn wir David im Gebet folgen. Auch hierbei geht es nicht ohne das Blut Jesu, das er am Kreuz vergossen hat f\u00fcr uns.]<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das geh\u00f6rt alles zusammen. Wer Ps 19 nicht zusammenhalten kann, kann letztlich auch Altes und Neues Testament nicht zusammenhalten. Denn in Jesus Christus ist beides verbunden: Er ist der <strong>Mittler<\/strong> der Sch\u00f6pfung, er ist das <strong>Wort<\/strong>, durch das alles geschaffen ist, und er bezeugt sich selbst in der Tora, den Menschen zur Freude und zur Ordnung, mit anderen Worten: zur Rechtfertigung und zur Heiligung. Die Schrift ist \u201en\u00fctze\u201c, wie Paulus in der ber\u00fchmten Stelle zur Inspiration sagt (2.\u00a0Tim 3,16). Lebensmitte und Lebensmittel!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Angesichts des Terrors im Nahen Osten haben wir geh\u00f6rt: Letztlich geht es um die Vorherrschaft eines der heiligen B\u00fccher: Tora oder Koran. Mit Messern und Bomben wird keines von beiden wird die Herzen erreichen. Insofern ist das Sch\u00f6pfungslob mit dem Br\u00e4utigam, der seine Kammer verl\u00e4\u00dft und sich der Braut n\u00e4hert, und die Hinwendung zur Tora als dem heiligen Buch selbst schon ein <em>befriedendes<\/em> Mittel.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist traurig, wie wenig Menschen diesen Zugang finden, obwohl die Bibel in m\u00f6glichen und unm\u00f6glichen \u00dcbersetzungen zug\u00e4nglich ist, auf alle m\u00f6glichen papierenen und digitalen Weisen erreicht werden kann. Derzeit sieht es nicht nach einer Wende zum Guten aus. Aber die Wurzeln f\u00fcr eine solche Wende werden heute gelegt, wenn wir uns der Tora zuwenden und erfahren:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 40px;\"><em><sup>8\u00a0<\/sup><\/em><em>Das Gesetz des Herrn ist vollkommen<br \/>\n<\/em><em>und erquickt die Seele.<br \/>\n<\/em><em>Das Zeugnis des Herrn ist gewi\u00df<br \/>\n<\/em><em>und macht die Unverst\u00e4ndigen weise. <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 40px;\"><em><sup>9\u00a0<\/sup><\/em><em>Die Befehle des Herrn sind richtig<br \/>\n<\/em><em>und erfreuen das Herz.<br \/>\n<\/em><em>Die Gebote des Herrn sind lauter<br \/>\n<\/em><em>und erleuchten die Augen. <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 40px;\"><em><sup>10\u00a0<\/sup><\/em><em>Die Furcht des Herrn ist rein und bleibt ewiglich.<br \/>\n<\/em><em>Die Rechte des Herrn sind wahrhaftig, allesamt gerecht.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em><sup>11\u00a0<\/sup><\/em><em>Sie sind k\u00f6stlicher als Gold und viel feines Gold,<br \/>\n<\/em><em>sie sind s\u00fc\u00dfer als Honig und Honigseim. <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dies den Menschen liebmachen, ist S\u00e4en bei Nacht. Doch unausweichlich kommt der Tag des Erntens f\u00fcr die Einen und der Tag des Gerichts f\u00fcr die anderen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Apropos Nacht. Ich mu\u00dfte heute Nacht nochmals lange \u00fcber die Botschaft dieser Predigt nachdenken und \u00fcberlegen, in welche Lage es wohl die Menschen erreicht, wenn sie von der Torafreude der Christen h\u00f6ren. Die meisten von uns, vermute ich, leben in einem Meer des Liberalismus und der Gleichg\u00fcltigkeit. Was der Sinn des Lebens ist, mu\u00df da jeder selbst f\u00fcr sich suchen und finden \u2013 das Wort Gottes spielt jedenfalls nicht die f\u00fchrende Rolle, h\u00f6chstens als Stichwortgeber f\u00fcr ein paar spannende Geschichten. F\u00fcr sie sind diese sogenannten Gesetzespsalmen sehr heilsam. Denn sie halten uns vor Augen, was f\u00fcr eine Liebe zu Gottes Wort man im Glauben empfangen kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dann gibt es aber auch die anderen. Ich nenne sie mal die Gesetzesgesch\u00e4digten, obwohl sie in Wahrheit nicht durch Gottes Gesetz gesch\u00e4digt sind, sondern durch ein Gesetz, auch eine Bibel, die von Menschen instrumentalisiert ist, willk\u00fcrlich \u00fcber andere zu bestimmen. Zum Gesetz Gottes kommen manchmal auch willk\u00fcrliche Gesetze hinzu, die benutzt werden, um \u00fcber innen und au\u00dfen zu definieren. Das kann ich heute nicht mehr ausf\u00fchren. Aus der N\u00e4he ist uns hierzu der Katholizismus vertraut, bei dem Luther dagegen predigte, Menschengesetze auf die Ebene der Bibel zu setzen oder gar dar\u00fcber. Noch ein Beispiel aus der Ferne: Die Amishen in den USA sind ein sehr frommes Volk \u2013 bekannt dadurch, da\u00df sie ohne Elektrizit\u00e4t leben. Sie nehmen die Bibel sehr ernst, aber definieren die Grenze ihrer Gemeinschaft durch ein gro\u00dfe Menge an Regeln. Diese Regeln entstammen nicht der Bibel, haben aber den gleichen Stellenwert: nicht Fahrrad fahren, keine zus\u00e4tzliche Nadel an der Kleidung anbringen, das w\u00e4re Hochmut, keine Schaukel an der Veranda anbringen, keine Ponys halten, das w\u00e4re nur Vergn\u00fcgen usw. Hier gilt es, sorgf\u00e4ltig darauf zu sehen, was wirklich von Gottes Wort vorgegeben ist und was nicht, denn sonst kann einem die Freude am Wort des Herrn auch verg\u00e4llt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Amen.<\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Anmerkungen:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Steck, Odil Hannes: Bemerkungen zur thematischen Einheit von Psalm 19,2\u20137, in: Rainer Albertz u.a. (Hg.): Werden und Wirken des Alten Testaments. Festschrift f\u00fcr Claus Westermann zum 70. Geburtstag. Neukirchen-Vluyn 1980, S.\u00a0318\u2013324.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Gese, Hartmut: Die Einheit von Psalm 19, in: Eberhard J\u00fcngel (Hg.): Verifikationen. Festschrift f\u00fcr Gerhard Ebeling zum 70.\u00a0Geburtstag. T\u00fcbingen: Mohr 1982, S.\u00a01\u201310.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Siehe hierzu meine Predigt \u00fcber die Hochzeit des g\u00f6ttlichen K\u00f6nigs, Psalm 45.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Lamparter, Helmut: Das Buch der Psalmen, 1988, S. 103f.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Psalm 19 1 Ein Psalm Davids, vorzusingen. 2 Die Himmel erz\u00e4hlen die Ehre Gottes, und die Feste verk\u00fcndigt seiner H\u00e4nde Werk. 3\u00a0Ein Tag sagt\u2019s dem andern,<\/p>\n","protected":false},"author":207,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1,12],"tags":[46],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/20520"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/207"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=20520"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/20520\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":20527,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/20520\/revisions\/20527"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=20520"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=20520"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=20520"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}