{"id":20479,"date":"2023-10-30T15:14:13","date_gmt":"2023-10-30T14:14:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=20479"},"modified":"2023-11-01T09:05:55","modified_gmt":"2023-11-01T08:05:55","slug":"glaubensbekenntnisse-koennen-die-weg-oder-brauchen-wir-die-noch-warum-christen-bekenner-sind-und-bekenntnisse-brauchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=20479","title":{"rendered":"Glaubensbekenntnisse \u2013 K\u00f6nnen die weg oder brauchen wir die noch? Warum Christen Bekenner sind und Bekenntnisse brauchen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Vertreten wir als evangelische Christen nicht das reformatorische Prinzip der Gen\u00fcgsamkeit der Heiligen Schrift, das \u201eSola Scriptura\u201c? Wer die Bibel hat, der braucht doch keine Glaubensbekenntnisse! Auf den ersten Blick mag das eine nachvollziehbare Sichtweise sein. Sieht man allerdings genauer hin, stellt man fest, dass Glaubensbekenntnisse notwendig sind und tief im Wurzelboden der Bibel gr\u00fcnden. Glaubensbekenntnisse wachsen gewisserma\u00dfen aus der Bibel heraus, ohne dass sie selbst f\u00fcr sich beanspruchen k\u00f6nnten mit dieser gleichgestellt zu werden.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1. Unsere Glaubensbekenntnisse wurzeln im Alten Testament<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1.1\u00a0\u00a0\u00a0 Das Glaubensbekenntnis Israels<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Grundlage f\u00fcr das Bekennen des Glaubens und die Bildung eines Glaubensbekenntnisses aus dem Wort Gottes heraus finden wir bereits im Alten Testament. Mit dem <em>Schma Jisrael<\/em> bekennt sich das Volk Gottes zu dem einen Gott Israels:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u201eH\u00f6re Israel, der Herr ist unser Gott, der Herr allein. Und du sollst den Herrn, deinen Gott lieb haben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all deiner Kraft.\u201c (5 Mose 6,4-5) <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wichtig ist auch der gr\u00f6\u00dfere Zusammenhang dieses Urbekenntnis des Volkes Israels. Israel sollte sich Gottes Wort und seine Gebote \u201ezu Herzen nehmen\u201c und den Kindern einsch\u00e4rfen und davon reden, \u201ewenn du in deinem Hause sitzt oder unterwegs bist, wenn du dich niederlegst oder aufstehst.\u201c (5 Mose 6,7). Gottes Worte und Gebote sollte ausgesprochen und auf diese Weise gelehrt und an die n\u00e4chste Generation weitergegeben werden. Das <em>Schma Jisrael<\/em> fasst diese Lehre in einer Kurzformel zusammen und wird zum Glaubensbekenntnis des ganzen Volkes.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit diesem Glaubensbekenntnis bekennt Israel sich zu dem einen Gott, denn Gott ist \u201e<em>echad<\/em>\u201c, Gott ist Einer. Damit grenzt Israel sich vom Polytheismus ab. Darum hei\u00dft es: \u201eUnd du sollst nicht andern G\u00f6ttern nachfolgen, den G\u00f6ttern der V\u00f6lker, die um euch her sind.\u201c Das Glaubensbekenntnis Israels hat also eine lehrende Funktion und eine abgrenzende Funktion.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und das <em>Schma Jisrael<\/em> ist eng verbunden mit dem Heilshandeln Gottes. Der Gott Israels handelt in der Geschichte und erl\u00f6st sein Volk aus der Knechtschaft:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u201eWenn dich nun dein Sohn morgen fragen wird: Was sind das f\u00fcr Vermahnungen, Gebote und Rechte, die euch der Herr, unser Gott geboten hat, so sollst du sagen: Wir waren Knechte des Pharao in \u00c4gypten, und der Herr f\u00fchrte uns aus \u00c4gypten mit m\u00e4chtiger Hand; und der Herr tat gro\u00dfe und furchtbare Zeichen und Wunder an \u00c4gypten und am Pharao und an seinem ganzen Hause vor unsern Augen und f\u00fchrte uns von dort weg, um uns hineinzubringen und uns das Land zu geben, wie er unsern V\u00e4tern geschworen hat\u201c. (5Mose 6,20-23).<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1.2\u00a0\u00a0\u00a0 Das \u201ekleine geschichtliche Credo\u201c<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Israeliten sollten bei der Darbringung der Erstlingsfr\u00fcchte anheben und also bekennen:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u201eDann sollst du anheben und sagen vor dem HERRN, deinem Gott: Mein Vater war ein Aram\u00e4er, dem Umkommen nahe, und zog hinab nach \u00c4gypten und war dort ein Fremdling mit wenig Leuten und wurde dort ein gro\u00dfes, starkes und zahlreiches Volk. 6 Aber die \u00c4gypter behandelten uns schlecht und bedr\u00fcckten uns und legten uns einen harten Dienst auf. 7 Da schrien wir zu dem HERRN, dem Gott unserer V\u00e4ter. Und der HERR erh\u00f6rte unser Schreien und sah unser Elend, unsere Angst und Not 8 und f\u00fchrte uns aus \u00c4gypten mit m\u00e4chtiger Hand und ausgerecktem Arm und mit gro\u00dfem Schrecken, durch Zeichen und Wunder, 9 und brachte uns an diese St\u00e4tte und gab uns dies Land, darin Milch und Honig flie\u00dft\u201c (5 Mose 26,5-9).<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Bekenntnis Israels zum Stammvater Abraham und zur Befreiung Israels durch den Herrn aus der Knechtschaft \u00c4gyptens nannte der Alttestamentler Gerhard von Rad das \u201ekleine geschichtliche Credo\u201c Israels.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weitere Bekenntnisworte Israels finden sich z.B. in Josua 24,16-18:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u201eDas sei ferne von uns, dass wir den Herrn verlassen und andern G\u00f6ttern dienen! Denn der Herr, unser Gott, hat uns und unsere V\u00e4ter aus \u00c4gyptenland gef\u00fchrt, aus der Knechtschaft \u2026 Darum wollen wir auch dem Herrn dienen; denn er ist unser Gott.\u201c<\/em>\u00a0 (vgl. 1 K\u00f6n 18,21; vgl. Ps 105 und Ps 136; Dtn 11,13-21 und Num 15,37-41).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2. Unsere Glaubensbekenntnisse wurzeln im Neuen Testament<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2.1\u00a0\u00a0\u00a0 Das gute Bekenntnis unseres Herrn <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von Jesus hei\u00dft es, dass er im Gerichtsprozess vor Pilatus <strong>\u201edas gute Bekenntnis\u201c<\/strong> ablegte: \u201eChristus Jesus, der unter Pontius Pilatus bezeugt hat das <strong>gute Bekenntnis<\/strong>\u201c (1 Tim 6,13). Jesus bezeugte vor Pilatus, dass er der K\u00f6nig der Juden sei, der die Wahrheit Gottes bezeugt und dessen Reich nicht von dieser Welt ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Christen sind also zuallererst Bekenner, weil sie ihrem Herrn und Heiland nachfolgen, der sein gutes Bekenntnis vor der sichtbaren und unsichtbaren Welt bezeugte und auf dieses Bekenntnis hin den Kreuzestod auf sich nahm. So wie Christus sein Bekenntnis bekannt hat, sollen auch wir das gute Bekenntnis zu ihm und seinem Erl\u00f6sungswerk vor der sichtbaren und unsichtbaren Welt bekennen und daran festhalten:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u201eDarum, ihr heiligen Br\u00fcder und Schwestern, die ihr teilhabt an der himmlischen Berufung, schaut auf den Apostel und Hohenpriester, <strong>den wir bekennen<\/strong> (w\u00f6rtl: unseres Bekenntnisses), Jesus, der da treu ist dem, der ihn gemacht hat, wie auch Mose in Gottes ganzem Hause.\u201c (Hebr 3,1-2)<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u201eWeil wir denn einen gro\u00dfen Hohenpriester haben, Jesus, den Sohn Gottes, der die Himmel durchschritten hat, so lasst uns <strong>festhalten an dem Bekenntnis<\/strong>.\u201c (Hebr 4,14)<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Lasst uns das <strong>Bekenntnis der Hoffnung<\/strong> unbeweglich festhalten, denn treu ist er, der die Verhei\u00dfung gegeben hat. (Hebr 10,23)<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir bekennen uns zu Jesus und sollen an dem Bekenntnis zu ihm festhalten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2.2\u00a0\u00a0\u00a0 Das Bekenntnis als Zustimmung zu Gottes Wort und Zuspruch<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das hier verwendete griechische Wort ist <em>\u201ehomologia\u201c<\/em> (6 x im NT). Das dazugeh\u00f6rige Verb ist <em>\u201ehomologeo\u201c<\/em>. Wenn man das Wort ganz w\u00f6rtlich \u00fcbersetzt, dann bedeutet dieses Wort \u201ezusammen\u201c, \u201ebeisammen\u201c, \u201ezugleich\u201c sagen\u201c. Homologia ist die \u00dcbereinstimmung mit einer Aussage. Homologeo wird laut W\u00f6rterbuch \u00fcbersetzt mit:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1.) zusagen, zusichern, versprechen 2.) zugestehen, zugeben 3.) eingestehen, gestehen 4.) frei heraussagen, erkl\u00e4ren, bekennen.<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Anfang des Bekenntnisses steht Gottes Wort und Zuspruch. Das was Gottes Wort uns zuspricht, das sprechen wir mit und nach und stimmen dem zu. Wir bekennen uns zu den Aussagen des Wortes Gottes. Im rechten Bekenntnis stehen unsere Worte im Einklang mit dem Wort Gottes.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u201eBekenntnis ist die lebendige Antwort auf Gottes wirkendes Wort, die Gottes universales Bekenntnis zur gottfeindlichen Welt verantwortlich bezeugt. Damit ist nicht nur das \u201egute Bekenntnis\u201c Jesu (1 Tim 3,16) w\u00e4hrend seines Prozesses gemeint, sondern des gesamte Verhei\u00dfungsgeschehen, dessen Sinn sein Auftreten verwirklicht \u2026 In diesem Gotteshandeln hat das Bekenntnis der Kirche als Zustimmung zu ihm seinen Gegenstand. Das B. ist nicht durch \u00dcberlegung zustande gekommener Entschluss, sondern vom heiligen Geist gewirktes Einverst\u00e4ndnis, das Gottes Zuspruch in der Welt wirksam erweist.\u201c<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\"><strong>[3]<\/strong><\/a><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Bekenntnis ist demnach die Zustimmung des Christen bzw. der Gemeinde zu Gottes Zuspruch in Christus und im Wort der Heiligen Schrift.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3. Das Bekenntnis zu Jesus Christus als Grundlage unserer Errettung <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir wollen nun in einem n\u00e4chsten Schritt vor allem dem Verb <em>homologeo<\/em> nachgehen. Christen bekennen sich zu Jesus Christus und zu dem, was er getan hat, denn dieses Bekenntnis ist die Grundlage unserer Errettung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Bekenntnis zu Jesus Christus entscheidet dar\u00fcber, ob Jesus Christus uns vor seinem Vater bekennen wird:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u201e<strong>Wer nun mich bekennt<\/strong> vor den Menschen, zu dem will ich mich auch bekennen vor meinem Vater im Himmel. 33 Wer mich aber verleugnet vor den Menschen, den will ich auch verleugnen vor meinem Vater im Himmel.\u201c (Mt 10,32-33; Vgl. Lk 12,8-9) <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3.1\u00a0\u00a0\u00a0 Das Bekenntnis zu Jesus Christus <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit dem Bekenntnis bekennen wir uns zu Jesus Christus, so wie es Petrus in seinem Bekenntnis tat. Als Jesus die J\u00fcnger fragte, wer er sei, antwortete Petrus: <strong>\u201eDu bist der Christus!\u201c<\/strong> (Mk 8,29). Und im Matth\u00e4usevangelium: <strong>\u201eDu bist Christus, des lebendigen Gottes Sohn\u201c<\/strong> (Mt 16,16). Auf dieser von Gott offenbarten und von Petrus mit dem Munde bekannten Wahrheit (Mt 16,17) baut Gott seine Gemeinde (Mt 16,18), die von der Pforte der H\u00f6lle nicht \u00fcberwunden werden kann (Vgl. Joh 1,49; 4,42). Die Gemeinde Jesus bekennt sich zu Jesus als dem von Gott verhei\u00dfenen Messias und Gottessohn.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3.2\u00a0\u00a0\u00a0 Das Bekenntnis zur Menschwerdung Christi <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Christen bekennen mit Petrus, dass Jesus der Christus und Sohn Gottes ist. Andere Stellen pr\u00e4zisieren das und zeigen uns, dass wir als Christen bekennen, dass Jesus der fleischgewordene oder menschgewordene Sohn Gottes ist. So hei\u00dft es im ersten Johannesbrief:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u201eDaran sollt ihr den Geist Gottes erkennen: Ein jeder Geist, <strong>der bekennt<\/strong>, dass Jesus Christus in das Fleisch gekommen ist, der ist von Gott und ein jeder Geist, der Jesus nicht bekennt, der ist nicht von Gott.\u201c (1 Joh 4,2-3)<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Denn viele Verf\u00fchrer sind in die Welt hinausgegangen, <strong>die nicht bekennen<\/strong>, dass Jesus Christus im Fleisch gekommen ist. Das ist der Verf\u00fchrer und der Antichrist. (2 Joh 7).<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u201eUnd wir haben gesehen und bezeugen, dass der Vater den Sohn gesandt hat als Heiland der Welt. 15 <strong>Wer nun bekennt, dass Jesus Gottes Sohn ist<\/strong>, in dem bleibt Gott und er in Gott.\u201c (1 Joh 4,14-15)<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn wir bekennen, dass Jesus der Sohn Gottes ist, der aus dem Himmel auf die Erde gekommen ist, um als wahrer Mensch auf der Erde zu leben und uns zu erl\u00f6sen, dann erweist sich an diesem Bekenntnis, dass Gottes Geist in uns wohnt und Gott selbst in uns ist. Es ist also von entscheidender Wichtigkeit, dass wir uns dazu bekennen, dass Jesus Christus sowohl wahrer Gott als auch wahrer Mensch ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3.3\u00a0\u00a0\u00a0 Das Bekenntnis zu Kreuz und Auferstehung<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie wir bereits im <em>Schma Jisrael<\/em> gesehen haben, ist das Bekenntnis zu dem Gott Israels zugleich verbunden mit dem Erl\u00f6sungshandeln Gottes, das im Neuen Bund das Erl\u00f6sungshandeln in Jesus Christus beinhaltet. Das Bekenntnis des Glaubens bezieht sich also nicht nur darauf, wer Jesus ist, sondern auch auf sein Leiden und Sterben am Kreuz und seine Auferstehung von den Toten. Paulus schreibt an die Korinther:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u201eDenn als Erstes habe ich euch weitergegeben, was ich auch empfangen habe: Dass Christus gestorben ist f\u00fcr unsre S\u00fcnden nach der Schrift; 4 und dass er begraben worden ist; und dass er auferweckt worden ist am dritten Tage nach der Schrift; 5 und dass er gesehen worden ist von Kephas, danach von den Zw\u00f6lfen.\u201c (1 Kor 15,3-5)<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das ist das paulinische Apostolikum, das Urbekenntnis der Christen, das den S\u00fchnetod Jesu, seine Grablegung, seine Auferweckung von den Toten und die Begegnungen des Auferstandenen mit seinen J\u00fcngern beinhaltet. Auch der Christushymnus im Philipperbrief gilt als einer der ganz fr\u00fchen Bekenntnistexte, in denen der rettende Glaube ausformuliert ist (Phil 2,6-11).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Paulus erinnert die Korinther daran, dass sie durch dieses Bekenntnis gerettet werden, wenn sie daran in der Wortgestalt festhalten, in der es ihnen von Paulus \u00fcberliefert wurde. Es ist also wichtig, dass die rettende Wahrheit bis in die Wortgestalt hinein angenommen, geglaubt und bekannt wird. Nur dann ist sie rettende Wahrheit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3.4\u00a0\u00a0\u00a0 Das Bekenntnis und unsere ewige Errettung<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Heilige Schrift zeigt uns sehr deutlich, dass unser Bekenntnis entscheidend ist. Dein Bekenntnis entscheidet dar\u00fcber, ob du gerettet bist oder verloren gehst, ob du in die H\u00f6lle kommst oder in den Himmel, ob du ein Kind des Teufels oder ein Kind Gottes bist. Es h\u00e4ngt alles an dem, was du glaubst und bekennst:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u201e<strong>Denn wenn du mit deinem Munde bekennst<\/strong>, dass Jesus der Herr ist, und glaubst in deinem Herzen, dass ihn Gott von den Toten auferweckt hat, so wirst du gerettet. Denn wer mit dem Herzen glaubt, wird gerecht; und wer mit dem Munde bekennt, wird selig.\u201c (R\u00f6mer 10,9-10)<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn wir von Herzen glauben und mit dem Munde bekennen, dass Jesus der Herr ist und glauben und bekennen, dass Gott ihn nach der Kreuzigung von den Toten auferweckt hat, dann sind wir in Ewigkeit gerettet. Das richtige Glaubensbekenntnis ist Grundlage der ewigen Errettung. Das ist der Grund, warum Christen Bekenner sind und ein Bekenntnis formulieren: Weil ihre Errettung an ihrem Bekenntnis zu Jesus Christus h\u00e4ngt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>4. Das Bekenntnis zur rettenden und die Ablehnung der falschen Lehre<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>4.1\u00a0\u00a0\u00a0 Unser Bekenntnis markiert die Linie zwischen Himmel und H\u00f6lle<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unser Bekenntnis markiert die Linie zwischen richtiger und falscher Lehre, zwischen Glauben und Unglauben, Wahrheit und L\u00fcge, zwischen Himmel und H\u00f6lle, zwischen Gott und Teufel. Bereits das <em>Schma Jisrael<\/em> ist ein Bekenntnis zu dem einen Gott Israels und eine Ablehnung der G\u00f6tzen. Das <em>Schma Jisrael<\/em> markiert eine Scheidelinie, zwischen Gott und den Abg\u00f6ttern und zwischen Leben und Tod. So markiert auch das Bekenntnis zu Jesus Christus die Linie zwischen Gott und den Abg\u00f6ttern, dem ewigen Leben und dem ewigen Tod. Der Bekenner bekennt sich zu Jesus Christus und lehnt damit alles andere ab.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u201eWer den Sohn leugnet, der hat auch den Vater nicht; <strong>wer den Sohn bekennt<\/strong>, der hat auch den Vater.\u201c (1 Joh 2,23)<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u201eDenn viele Verf\u00fchrer sind in die Welt hinausgegangen, <strong>die nicht bekennen, dass Jesus Christus im Fleisch gekommen ist. <\/strong>Das ist der Verf\u00fchrer und der Antichrist.\u201c (1 Joh 2,7)<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>4.2\u00a0\u00a0\u00a0 Die Warnung vor den Irrlehrern und dem todbringenden Evangelium<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Paulus und alle Apostel mit ihm warnten vor den Irrlehrern, die die Lehre mit falscher Lehre zerst\u00f6ren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u201eDenn das wei\u00df ich, dass nach meinem Abschied rei\u00dfende W\u00f6lfe zu euch kommen, die die Herde nicht verschonen werden. Auch aus eurer Mitte werden M\u00e4nner aufstehen, die Verkehrtes reden, um die J\u00fcnger an sich zu ziehen.\u201c (Apg 20,29-30).<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Paulus spricht hier deutlich an, was durch die Kirchengeschichte hindurch passieren wird. Falschlehrer werden aus der Mitte der Gemeinde Jesu, aus der Mitte der Kirche, aufstehen und eine falsche Lehre verk\u00fcndigen und die J\u00fcnger verf\u00fchren und damit vom rettenden Evangelium und vom rettenden Bekenntnis wegziehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir kommen hier zu dem grundlegenden Problem, dass der Satan die Bibel kennt, aber ihre Botschaft verf\u00e4lscht. In der Versuchungsgeschichte sehen wir, dass der Teufel die Heilige Schrift verwendet, um den Sohn Gottes vom rechten Glauben abzubringen und zur Anbetung des Teufels zu bringen. Satan zitiert die Bibel aus Psalm 91,11-12, um Jesus dazu zubewegen von der Zinne des Tempels zu springen (Mt 4,6). Wenn der Teufel den Sohn Gottes mit Hilfe der Bibel versucht, so tut er es umso mehr auch bei uns. Die Gemeinde Jesu muss das wahre Evangelium vom falschen Evangelium, muss das rettende Bekenntnis vom Falschbekenntnis unterscheiden k\u00f6nnen. Paulus warnt die Galater:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u201eMich wundert, dass ihr euch so bald abwenden lasst von dem, der euch berufen hat in die Gnade Christi, <strong>zu einem andern Evangelium<\/strong>, 7 obwohl es doch kein andres gibt. Es gibt nur einige, die euch verwirren und wollen das Evangelium Christi verkehren. Aber selbst wenn wir oder ein Engel vom Himmel euch ein Evangelium predigen w\u00fcrden, das anders ist, als wir es euch gepredigt haben, der sei verflucht.\u201c (Gal 1,6-8)<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die falschen Lehrer lehren Verkehrtes, sie predigen ein anderes Evangelium und damit einen falschen Christus. Aus der Irrlehre und dem andern Evangelium entsteht auch ein falsches Bekenntnis, das zwar dem Schein nach christlich ist, dem Inhalt nach antichristlich, satanisch und damit todbringend ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>4.3\u00a0\u00a0\u00a0 Die Wahrung des apostolischen Glaubens und die Zur\u00fcckweisung der falschen Lehre <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Judasbrief fordert Judas seine Leser ebenfalls auf, am \u00fcberlieferten Glauben festzuhalten und den falschen Glauben abzulehnen:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u201eIhr Lieben, da es mich dr\u00e4ngt, euch zu schreiben von unser aller Heil, halte ich\u2019s f\u00fcr n\u00f6tig, euch in meinem Brief zu ermahnen, dass ihr f\u00fcr den Glauben k\u00e4mpft, der ein f\u00fcr alle Mal den Heiligen anvertraut ist. Denn es haben sich einige Menschen eingeschlichen, \u00fcber die schon l\u00e4ngst das Urteil geschrieben ist: Gottlose sind sie, verkehren die Gnade unseres Gottes ins Gegenteil, in Ausschweifung, und verleugnen unsern alleinigen Herrscher und Herrn Jesus Christus.\u201c (Judas 3-4)<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Judas geht davon aus, dass es einen Grundstock an rettenden Glaubenswahrheiten gibt, die von der Gemeinde bekannt und festgehalten werden sollen.<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a> Einen Grundstock an Wahrheiten biblischer Lehre, der unbedingt gegen die falschen Lehrer, die sich in die Gemeinden einschleichen und in den Gemeinden ihr Unwesen treiben, verteidigt werden muss. Fesko schreibt: \u201ePaulus und Judas glauben, dass es eine objektive Botschaft gibt, welche die Kirche glauben muss, ein Glaube, der sich von den Meinungen der falschen Lehrer unterscheidet.\u201c<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>5. Glaubensbekenntnisse \u2013 Hilfsmittel zur Unterscheidung der Geister<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>5.1\u00a0\u00a0\u00a0 Die Vorherrschaft der Heiligen Schrift<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist richtig, dass Glaubensbekenntnisse niemals den Rang einnehmen k\u00f6nnen, den die Heilige Schrift einnimmt. Nach 2 Tim 3,16 ist die ganze Heilige Schrift von Gottes Geist eingegeben, sie ist die K\u00f6nigin, der sich alles unterordnen muss. Sie vor allem m\u00fcssen wir kennen, um Christus zu erkennen und den rettenden Glauben zu bekennen. Doch wir sollten daraus nicht den falschen Schluss ziehen, den viele ziehen: \u201eIch brauche kein Glaubensbekenntnis, die Bibel gen\u00fcgt\u201c.<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit der der Konkordienformel (1577) bekennen sich evangelische Christen zur Heiligen Schrift als \u201eder einzigen Regel und Richtschnur, nach der in gleicher Weise alle Lehren und Lehrer gerichtet und beurteilt werden sollen.\u201c Andere Schriften k\u00f6nnen der Heiligen Schrift nicht gleichgestellt werden, sondern sind \u201eihr alle miteinander unterworfen\u201c.<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und dennoch brauchte es, so die Konkordienformel weiter, die Glaubensbekenntnisse der Kirche:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eUnd nachdem gleich nach der Zeit der Apostel, ja noch zu ihren Lebzeiten, falsche Lehrer und Irrlehrer auftraten und gegen sie in der ersten Kirche Symbole, d. h. kurze, b\u00fcndige Bekenntnisse aufgestellt wurden, die als der einhellige, allgemeine christliche Glaube und das Bekenntnis der rechtgl\u00e4ubigen und wahren Kirche angesehen wurden, n\u00e4mlich das Apostolische, das Niz\u00e4nische und das Athanasianische Symbol, bekennen wir uns zu ihnen und verwerfen hiermit alle Irrlehren und Lehren, die im Widerspruch zu ihnen in die Kirche Gottes eingef\u00fchrt wurden.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>5.2\u00a0\u00a0\u00a0 Glaubensbekenntnisse und der Lehrauftrag der Gemeinde<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Denn es ist die Heilige Schrift selbst, die uns immer wieder auffordert, den rettenden Glauben zu kennen, zu lehren und ihn vom falschen Glauben zu unterscheiden, den wir zur\u00fcckweisen m\u00fcssen. So schreibt Paulus an Timotheus:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u201eWenn jemand anders lehrt und bleibt nicht bei den heilsamen Worten unseres Herrn Jesus Christus und bei der <strong>Lehre, die dem Glauben gem\u00e4\u00df ist<\/strong>, 4 der ist aufgeblasen und wei\u00df nichts, sondern ist s\u00fcchtig nach Fragen und Wortgefechten.\u201c<\/em> (2 Tim 6,3-4)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u201eDenn ein Bischof soll untadelig sein als ein Haushalter Gottes, \u2026 er halte sich an das Wort, das verl\u00e4sslich ist und der Lehre entspricht, auf dass er die Kraft habe, zu ermahnen mit der heilsamen Lehre und zurechtzuweisen, die widersprechen.\u201c<\/em> (Titus 1,7-9)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die von den Aposteln eingesetzten Lehrer haben den Auftrag, den apostolisch-biblischen Glauben zu lehren, der dem Glauben (Fr\u00f6mmigkeit) gem\u00e4\u00df ist und die Lehrer und Lehren zur\u00fcckzuweisen, die die J\u00fcnger verf\u00fchren und die Gemeinde zerst\u00f6ren. Aus diesem Lehrauftrag heraus entstanden im Laufe der Kirchengeschichte die Bekenntnisse des Glaubens, die den rettenden Glauben einerseits systematisierten und als heilsame und rettende Glaubensnorm f\u00fcr die Kirche festhielten und andererseits gegen\u00fcber Irrlehren und Irrlehrern abgrenzten und verteidigten.<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Glaubensbekenntnisse haben demnach eine doppelte Funktion f\u00fcr die Gemeinde Jesus: Sie formulieren, was unbedingt zu glauben und zu bekennen ist und was unbedingt zu verwerfen und abzulehnen ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>5.3\u00a0\u00a0\u00a0 Glaubensbekenntnisse formulieren, was unbedingt zu glauben und zu bekennen ist<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Bibel sagt uns an verschiedenen Stellen des Neuen Testaments, was zum rettenden Glauben dazugeh\u00f6rt. Wir haben bereits unter Punkt 3 einige dieser Aussagen genauer betrachtet. Sie sind Kernbestand unseres christlichen Glaubens, sind unbedingt zu glauben und zu bekennen.<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a> Glaubensbekenntnisse wurden formuliert, um diese heilsentscheidenden Aussagen der Heiligen Schrift systematisch zu erfassen und pr\u00e4gnant zusammenzufassen<em>. <strong>Ein solches Glaubensbekenntnis soll die heilsame Lehre der Bibel so zusammenfassen und formulieren, dass es gemeinsam von allen wahren Christen als biblisch und damit als g\u00f6ttlich erkannt, geglaubt und gemeinsam vor der sichtbaren und unsichtbaren Welt bekannt werden kann.<\/strong><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Augustinus sprach vom <em>verbum abbreviatum<\/em>, also einem zusammenfassenden Wort, das die ganze Lehre der Bibel systematisch zu einem Glaubensbekenntnis zusammenfasst. Dieses Wort muss geglaubt und bekannt werden, um in Zeit und Ewigkeit gerettet zu werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein solches Glaubensbekenntnis kann dann Grundlage einer christlichen Gemeinde oder Kirche werden. Es dient dazu, den wahren und rettenden Glauben zu verinnerlichen, in der Gemeinde zu lehren, an die n\u00e4chste Generation weiterzugeben, den Glauben gegen Irrlehrer zu verteidigen und missionarisch nach au\u00dfen zu tragen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Apostolikum ist ein sehr gutes Beispiel daf\u00fcr und wird entsprechend auch von den meisten Kirchen und Gemeinschaften weltweit als Glaubensbekenntnis anerkannt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>5.4\u00a0\u00a0\u00a0 Glaubensbekenntnisse formulieren, was unbedingt abzulehnen und zu verwerfen ist<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die zweite wesentliche Funktion von Glaubensbekenntnissen ist die Abgrenzung der heilsamen Lehre des apostolischen Glaubens von den falschen Lehren. Darum sind viele Glaubensbekenntnisse auch so formuliert, dass sie die biblische Lehre bekennen, aber die falsche Lehre verwerfen. Kirchengeschichtlich entstanden viele Glaubensbekenntnisse auf dem Hintergrund von zerst\u00f6rerischen Irrlehren. Das Nic\u00e4nische Glaubensbekenntnis wandte sich u.a. gegen die Irrlehre des Arius<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a>, \u00a0die Bekenntnisse der Reformation verwarfen die Irrlehren der R\u00f6misch-Katholischen Kirche insbesondere in der Rechtfertigungslehre. Die Barmer Erkl\u00e4rung von 1934, die von einigen wenigen Gliedkirchen der EKD als Bekenntnis aufgefasst wird, verwarf die Theologie und Irrlehre der \u201eDeutschen Christen\u201c w\u00e4hrend der NS-Zeit:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hier als Beispiel die These 1 der Barmer Erkl\u00e4rung:<\/p>\n<p><em>Jesus Christus spricht: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich. (Joh. 14, 6)<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer nicht zur T\u00fcr hineingeht in den Schafstall, sondern steigt anderswo hinein, der ist ein Dieb und R\u00e4uber. Ich bin die T\u00fcr; wenn jemand durch mich hineingeht, wird er selig werden. (Joh 10,1.9)<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>Jesus Christus, wie er uns in der Heiligen Schrift bezeugt wird, ist das eine Wort Gottes, das wir zu h\u00f6ren, dem wir im Leben und im Sterben zu vertrauen und zu gehorchen haben.<\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Wir verwerfen die falsche Lehre, als k\u00f6nne und m\u00fcsse die Kirche als Quelle ihrer Verk\u00fcndigung au\u00dfer und neben diesem einen Worte Gottes auch noch andere Ereignisse und M\u00e4chte, Gestalten und Wahrheiten als Gottes Offenbarung anerkennen.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>5.5\u00a0\u00a0\u00a0 Wenn neue Bekenntnisse n\u00f6tig sind<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Christen sollten Bekenner sein und die Hirten der Kirchen und Gemeinden sind aufgerufen, neue Bekenntnisse zu formulieren, wenn die kirchlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen es verlangen. In Zeiten, in denen sich viele Gemeinden und Kirchen von den eindeutigen und klaren Aussagen der Heiligen Schrift l\u00f6sen, kann es hilfreich sein, dass Gemeinden, Kirchen und Verb\u00e4nde Glaubensbekenntnisse formulieren, um das Bekenntnis der Gemeinde nach au\u00dfen hin sichtbar zu machen und falsche Lehren eindeutig abzuwehren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das folgende Beispiel ist zwar plakativ, zeigt aber, mit welchen Zeitgeiststr\u00f6mungen die Christenheit sich heute auseinandersetzen muss:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Jahr 2021 formulierte Rev. Rachel Small Stokes der Immanuel United Church of Christ in Louisville, Kentucky (USA) das sog. <strong>Sparkle Creed<\/strong> (= das funkelnde Glaubensbekenntnis)<a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\">[11]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u201eIch glaube an den nicht-bin\u00e4ren Gott, dessen Pronomen im Plural stehen. Ich glaube an Jesus Christus, ihr Kind, das eine fabelhafte Tunika trug und zwei V\u00e4ter hatte und jeden als Geschwisterkind Gottes betrachtete. Ich glaube an den Regenbogengeist, der unser Bild von einem wei\u00dfen Licht zerst\u00f6rt und es in einen Regenbogen von herrlicher Vielfalt bricht\u201c, bekr\u00e4ftigte die Gemeinde, die \u2013 im Video \u2013 haupts\u00e4chlich aus alternden Babyboomern zu bestehen scheint. Ich glaube an die Kirche der allt\u00e4glichen Heiligen, die so zahlreich, kreativ und widerstandsf\u00e4hig sind wie Flecken auf der AIDS-Decke, deren F\u00fc\u00dfe im Schlamm stecken und deren Augen staunend zu den Sternen blicken. Ich glaube an den Aufruf an jeden von uns, dass Liebe Liebe ist, also Liebe, lasst uns lieben. Ich glaube, herrlicher Gott. Hilf meinem Unglauben.\u201c<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Rachel Stokes hat dieses h\u00e4retische und gottesl\u00e4sterliche Bekenntnis im Jahr 2021 zum sog. Pride-Month formuliert und es gibt tats\u00e4chlich Kirchengemeinden, die dieses Glaubensbekenntnis aus Solidarit\u00e4t zur LGBTQ-Bewegung im Pride-Month nachsprechen. Was bei diesem \u201eBekenntnis\u201c auff\u00e4llt: Es orientiert sich nicht mehr an der Bibel, sondern ist voll und ganz dem im Diesseits gefangenen Denken der Postmoderne verpflichtet. Selten kommt dieses neue Denken so plakativ und bekenntnishaft daher. Auf subtile Weise ver\u00e4ndert und deformiert es schleichend Theologie, Lehre und Verk\u00fcndigung sowie Gemeinde- und Kirchenordnungen im Sinne der h\u00e4retischen Gender-Ideologie.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein Mittel unsere Gemeinden gegen die feindliche \u00dcbernahme durch alte und neue H\u00e4resien zu sch\u00fctzen, ist die Kenntnis der alten und die Formulierung und Verabschiedung neuer und bibeltreuer Bekenntnisse, welche die h\u00e4retischen Bekenntnisse der Postmoderne mit gro\u00dfer Klarheit und Eindeutigkeit zur\u00fcckweisen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als positives Beispiel und Vorbild m\u00f6chte ich hier das <a href=\"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/Bekenntniswort.pdf\">\u201ePers\u00f6nliche Bekenntnis zur vollen Geltung der biblischen Glaubensaussagen\u201c<\/a> nennen und von Herzen empfehlen, das Pastor Dr. Joachim Cochlovius und der vor kurzem heimgegangene Pastor Uwe Holmer im Jahr 2015 gemeinsam entworfen haben. Dieses pers\u00f6nliche Bekenntnis fordert uns neu heraus, gem\u00e4\u00df der Heiligen Schrift als Nachfolger des Herrn Jesus in unseren Kirchen und Gemeinden und in unserem Volk zu leben und unseren Glauben zu bekennen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Johann Hesse, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Gemeindehilfsbundes<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Vortrag bei der GHB-Tagung des Gemeindehilfsbundes \u201eGlaubensbekenntnisse \u2013 K\u00f6nnen die weg oder brauchen wir die noch?\u201c, Verden\/Aller, 28. Oktober 2023.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em><a href=\"https:\/\/youtu.be\/mjYXskEJuog?si=r0ishlkMtSQ3SaOM\">Der oben abgedruckte Vortrag kann hier nachgeh\u00f6rt werden.<\/a> <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Der ebenfalls auf der Tagung von Pfr. Matthias K\u00f6hler, N\u00fcmbrecht, gehaltene Vortrag \u201eGlaubensbekenntnisse \u2013 Warum wir sie brauchten und heute noch brauchen\u201c <a href=\"https:\/\/youtu.be\/PjxY8lbin6s?si=zW5tGQ54fPR-t31D\">kann hier nachgeh\u00f6rt werden.<\/a><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Das \u201e<a href=\"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/Bekenntniswort.pdf\">Pers\u00f6nliche Bekenntnis zur vollen Geltung der biblischen Glaubensaussagen<\/a>\u201c kann hier heruntergeladen werden.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">_______________________________<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Vgl. auch J. V. Fesko, The need for Creeds today \u2013 Confessional faith in a faithless age, Baker Academic, 2020, S. 4-6.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> <em>Bauer-Aland, Theologisches W\u00f6rterbuch zum Neuen Testament, homologeo<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Die Religion in Geschichte und Gegenwart (RGG), 3. Auflage, I. Band A-C, Sp. RGG, Sp. 994.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> J. V. Fesko, The need for Creeds today \u2013 Confessional faith in a faithless age, Baker Academic, 2020, S. 11.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Ebenda.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> Owen Strachan, \u201eWir brauchen kein Glaubensbekenntnis, die Bibel gen\u00fcgt\u201c \u2013 Wie diese Aussage die Bibel untergr\u00e4bt, Evangelium21, 2019 (abgerufen am 13.10.2023).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> Unser Glaube, Die Bekenntnisschriften der evangelisch-lutherischen Kirche, GTB Siebenstern, 3. erw. Auflage, 1991.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> Vgl. Die Religion in Geschichte und Gegenwart (RGG), 3. Auflage, I. Band A-C, Sp. RGG, Sp. 987: Im Glaubensbekenntnis muss sich die Religion \u201esowohl \u00fcber ihr eigenes Selbstverst\u00e4ndnis als auch \u00fcber ihre Unterschiede gegen\u00fcber anderen Religionen klarwerden und ihr Spezifikum im Bekenntnis statuieren.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> J. V. Fesko nennt hier auch die \u201eTrustworthy Sayings\u201c: 1 Tim 1,15; 3,1; 4,7-9; 2 Tim 2,11-13; Titus 3,4.8.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> Arius leugnete die Gottheit Christi und seine Wesenseinheit mit Gott, dem Vater.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a> <a href=\"https:\/\/religionunplugged.com\/news\/2023\/7\/20\/a-new-interpretation-of-faith-the-story-behind-the-lgbtq-inclusive-sparkle-creed\">https:\/\/religionunplugged.com\/news\/2023\/7\/20\/a-new-interpretation-of-faith-the-story-behind-the-lgbtq-inclusive-sparkle-creed<\/a> (abegrufen am 16.10.2023)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vertreten wir als evangelische Christen nicht das reformatorische Prinzip der Gen\u00fcgsamkeit der Heiligen Schrift, das \u201eSola Scriptura\u201c? Wer die Bibel hat, der braucht doch keine Glaubensbekenntnisse! 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