{"id":2043,"date":"2005-02-19T10:00:31","date_gmt":"2005-02-19T08:00:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=2043"},"modified":"2009-09-07T17:08:56","modified_gmt":"2009-09-07T15:08:56","slug":"kindeswohl-und-%e2%80%9eeltern%e2%80%9cgluck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=2043","title":{"rendered":"Kindeswohl und \u201eEltern\u201cgl\u00fcck"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Kindeswohl und \u201eEltern\u201cgl\u00fcck *<br \/>\n<\/strong><strong>Die Gef\u00e4hrdung kultureller Kategorien in der Besch\u00e4ftigung mit der Homosexualit\u00e4t<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Familie K. (Name ge\u00e4ndert) lebte mit ihren vier Kindern in einer Kleinstadt. Der Vater hatte ein \u00f6ffentliches Amt. Darum war die Familie bekannt, eine geachtete und allseits gesch\u00e4tzte Familie. 25 Jahre lang. Bis dann eines Tages der Vater Ehefrau und Kinder verlie\u00df, in eine Stadt zog und sich dort als Homosexueller outete.<!--more-->\u00a0Sein outing war kein einmaliger Akt. \u00dcber Jahre hinweg suchte er jede Gelegenheit, um \u00f6ffentlich von der neuen Freiheit und der neuen Lebensqualit\u00e4t eines bekennden Schwulen zu reden und zu schreiben. So will es die Schwulenideologie. Frau und Kinder blieben zur\u00fcck \u2013 h\u00f6chst irritiert in einer h\u00f6chst irritierten Umgebung. Nach bisher gemachten Erfahrungen m\u00fcssen sie mit immer weiterer Propaganda f\u00fcr das schwul-lesbische Leben rechnen, die mit ihrem Namen als Meldungen und in Leserbriefen durch die Medien geht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Kein Einzelfall<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Geschichte ist keine singul\u00e4re Geschichte! Gerade hat mir ein Bekannter erz\u00e4hlt, dass seine Schw\u00e4gerin Mann und drei Kinder verlassen hat, weil sie pl\u00f6tzlich lesbische Gef\u00fchle in sich entdeckte und diese nunmehr ausleben will. Es gibt keine Sammelstelle f\u00fcr solche Schicksale. Selten werden sie \u00f6ffentlich. Davon betroffene Eheleute fragen nach ihren eigenen Anteilen an solchen Entwicklungen und bekommen Schuldgef\u00fchle. Sie m\u00fcssen sich Therapien unterziehen und meinen doch, der bisherige Partner bzw. die bisherige Partnerin sei therapiebed\u00fcrftig. D\u00fcrfen erotische Gef\u00fchle einen Menschen so weit treiben, dass dar\u00fcber die soziale Verantwortung preisgegeben wird? Man kann wohl unterstellen, dass dabei keine individuellen b\u00f6sen Antriebe wirksam sind. Dann stellt sich aber gleichwohl die Frage, wie tragf\u00e4hig unsere Kultur noch ist und welche geistige Verwirrung in ihr herumwildert, wenn sie dem Individuum keine Widerstandskr\u00e4fte zur Verf\u00fcgung stellt. Vor allem aber ist zu fragen, was mit den Kindern aus solchen Ehen geschieht. Homosexualit\u00e4t wird bisher weitgehend als ein Thema in der Perspektive Erwachsener diskutiert. Man muss aber \u2013 wie die Beispiele zeigen \u2013 die Kinderperspektive hinzu nehmen, wenn man das Problem kulturell umfassend betrachten und beurteilen will.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jede Lehrerin und jeder Lehrer kennt die Probleme der Scheidungswaisen in ihren Klassen. Sie bed\u00fcrfen besonderer p\u00e4dagogischer Zuwendung und besonderer fachlicher Unterst\u00fctzung. Man kann sich gut denken, was Kinder erleben m\u00fcssen, wenn ihre Eltern nicht mehr stark genug sind, beieinander zu bleiben. Als im Fr\u00fchjahr 2003 die j\u00fcngste Scheidungsstatistik ver\u00f6ffentlicht wurde, in der sich wiederum eine Zunahme gegen\u00fcber dem Vorjahr ergeben hatte, fragten auch liberale Gazetten, wie lange unsere Gesellschaft die Scheidungsfolgekosten noch tragen k\u00f6nne. Scheidungswaisen wissen immerhin, dass sie sich fr\u00fcherer liebender \u00dcbereinkunft zwischen ihrer Mutter und ihrem Vater verdanken. Homo-Waisen m\u00fcssen dagegen mit der bitteren Erkenntnis leben, dass sie aus einem tief gehenden Irrtum entstanden sind. Ihre Eltern haben nicht nur im Laufe der Jahre ihre Liebe zueinander verloren. Sie h\u00e4tten sich von Anfang an gar nicht lieben d\u00fcrfen. Ihre Kinder sind die Folgen eines Missverst\u00e4ndnisses.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Der Staat und die Moral<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Staat kann Liebe nicht befehlen und Ehebruch nicht verbieten, auch nicht den Ehebruch mit gleichgeschlechtlichen Menschen. Seine Moral muss sich zun\u00e4chst einmal auf die Aufgabe konzentrieren, den Staat zu erhalten und seine Zukunft, so weit das menschenm\u00f6glich ist, zu sichern. Also muss er am Wohl der Kinder interessiert sein. Er rechnet zwar n\u00fcchtern damit, dass Menschen ihre Lebensziele verfehlen und an ihren Lebenspl\u00e4nen scheitern. Wenn dieses aber geschieht, ist es seine Aufgabe, die Folgen davon einigerma\u00dfen ertr\u00e4glich zu gestalten \u2013 wiederum nicht um einer abstrakten Moral willen, sondern um seiner eigenen Zukunft willen. Deshalb regelt der Staat das Verfahren bei der Aufl\u00f6sung von Ehen, deshalb ist dabei die Zukunft der Kinder und deren Wohl ein vorrangiges Kriterium. Weil Kinder ihre Interessen nicht selbst vertreten k\u00f6nnen, muss der Staat ihre Interessen vertreten, wenn die Eltern dieses nicht verm\u00f6gen. Umso unverst\u00e4ndlicher ist es, wenn jetzt der Staat selbst Regelungen trifft, die das seelische Kindeswohl nachhaltig negativ beeinflussen werden. Das ist bei der Adoption in gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften hinein unzweideutig der Fall. Bei der jetzt beschlossenen \u201eStiefkindadoption\u201c geht es um Kinder von homosexuellen M\u00fcttern oder V\u00e4tern aus einer fr\u00fcheren Verbindung mit einem andersgeschlechtlichen Elternteil. Diese M\u00fctter bzw. V\u00e4ter haben das Sorgerecht f\u00fcr ihre Kinder und leben mit ihren Kindern zusammen inzwischen in einer gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Stiefkindadoption ist freilich nach den Erkl\u00e4rungen der rot-gr\u00fcnen Bundesregierung und der FDP, die schon vor der Regierung einen entsprechenden Gesetzesentwurf in den Deutschen Bundestag eingebracht hatte, nur ein erster Schritt. Ihm soll als weiterer Schritt die allgemeine \u00d6ffnung des Adoptionsrechts f\u00fcr gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften folgen. In dieser allgemeinen Regelung wird dann das zu adoptierende Kind nicht mehr leibliches Kind eines der beiden Lebenspartner sein. Die Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaften mit der Ehe soll auch in einem uneingeschr\u00e4nkten Adoptionsrecht ihren Ausdruck finden. Warum \u2013 so wird gefragt \u2013 soll Frauen oder M\u00e4nnern der Wunsch nach einem Kind verwehrt werden, nur weil sie nicht mit einem andersgeschlechtlichen Menschen verheiratet sind? Das Recht auf ein Kind kann doch nicht durch die sexuelle Orientierung derjenigen, die den Wunsch danach haben, beeintr\u00e4chtigt werden. So wird argumentiert. Es liegt auf dieser Linie, wenn schon jetzt \u00fcber diesen n\u00e4chsten Schritt hinaus auch gleich noch die Erm\u00f6glichung k\u00fcnstlicher Befruchtung f\u00fcr lesbische Partnerschaften und die Genehmigung der Leihmutterschaft f\u00fcr schwule Partnerschaften gefordert werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In Folge dieser Entwicklung entsteht ein ganz neuer Typ von \u201eEltern\u201c. \u201eEltern sind biologisch zun\u00e4chst als Mutter und Vater durch ihren Nachwuchs definiert\u201c (Evangelisches Soziallexikon 2001). K\u00fcnftig werden sich Frau-Frau oder Mann-Mann \u00fcber die Erf\u00fcllung ihrer emotionalen Bed\u00fcrfnisse durch Adoption eines Kindes als \u201eEltern\u201c definieren. Das eigentliche moralische Problem liegt in dieser Verf\u00e4lschung der Kategorien und in der staatlichen Mitwirkung dabei. Ist es denn die Aufgabe des Staates, seinen B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern bei der Erf\u00fcllung ihrer emotionalen Bed\u00fcrfnisse zu helfen? Das tut er doch bei heterosexuellen Menschen auch nicht. Darf er der Ideologie Vorschub leisten, dass es ein \u201eRecht auf ein Kind\u201c g\u00e4be? Kein Mensch hat ein Recht auf und \u00fcber andere Menschen. Kann der Staat denn davon absehen, welche k\u00fcnftigen Gef\u00e4hrdungen Adoptivkinder ausgesetzt sein werden, auch wenn aktuell eitle Harmonie herrscht? Zwar entscheidet im Einzelfall das Vormundschaftsgericht; aber der Gesetzgeber kann doch nicht diesem und den vorbereitend mitwirkenden Jugend\u00e4mtern die Grundsatzentscheidung zumuten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Kritik ohne Wirkung<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dass es hier in mehrfacher Hinsicht um eine Grundsatzentscheidung geht, haben die Reaktionen auf das rot-gr\u00fcn-gelbe Vorhaben gezeigt. Bemerkenswert war schon gleich der fr\u00fche Widerspruch von Antja Vollmer von den GR\u00dcNEN. Denn in ihrer Partei wurden alle Pl\u00e4ne zur Gleichstellung der Lebenspartnerschaften mit der Ehe ausgeheckt. Nicht weniger bemerkenswert war ein Kommentar von Susanne Gaschke in der Wochenzeitung DIE ZEIT; dieser Zeitung kann man doch nicht vorwerfen, sie sei nicht liberal. Die beiden gro\u00dfen Kirchen haben in offiziellen Stellungnahmen widersprochen, renomierte Humanwissenschaftler ebenso. Im Kern der Kritik geht es immer um die Frage nach dem Kindeswohl. Darf Kindern zugemutet werden, in einer Atmosph\u00e4re aufwachsen zu m\u00fcssen, in der sie Liebe nur als Liebe zwischen zwei M\u00e4nnern oder zwei Frauen erleben werden? Darf Kindern ausgerechnet in der Intimit\u00e4t des Elternhauses die wichtige Erfahrung der Zweigeschlechtlichkeit humanen Lebens vorenthalten werden? Was passiert in der Zeit geschlechtlicher Reifung, die jeder Mensch durchstehen muss, wenn im unmittelbaren Erfahrungsbereich des Kindes eines der beiden Geschlechter real konsequent ausgeschlossen und emotional ebenso konsequent abgelehnt wird? Wer gibt der Politik das Recht, wehrlose Kinder solchen Schwierigkeiten auszusetzen, nur um die Selbstbegl\u00fcckung von Erwachsenen durch Kinder zu erm\u00f6glichen, die sie auf normalem Wege nicht bekommen wollen oder k\u00f6nnen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Kritik hat nichts bewirkt. Gegen sie werden h\u00e4ufig US-amerikanische Erfahrungen ins Feld gef\u00fchrt. Es sind aber Erfahrungen auf einer schmalen Basis, die keiner wissenschaftlichen \u00dcberpr\u00fcfung standhalten. Die gegenteiligen Erfahrungen, die die Kritik st\u00fctzen, sind sehr viel deutlicher ausgepr\u00e4gt. Man kann dieses neueste Produkt einer angeblich fortschrittlichen Gesellschaftspolitik unschwer mit den Parteiideologien derer verbinden, die es hervorgebracht haben. Man muss \u2013 genauer noch \u2013 das Scheitern vieler dieser Parteiideologien in Betracht ziehen, um diese Entwicklung zu verstehen. Sie soll offenbar \u00fcber Mi\u00dferfolge auf anderen Politikfeldern hinweg helfen. Das alles rechtfertigt sie aber keineswegs. Die Ideologie der Gleichstellung von Lebenspartnerschaften Gleichgeschlechtlicher mit der Ehe hat von Anfang die \u00f6ffentliche Diskussion und die politischen Entscheidungen so bestimmt, dass sie auch jetzt alle Bedenken auffrisst. Dabei wird am Umgang mit dem Kindeswohl das ganze Dilemma dieser Ideologie offenbar.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Nivellierungen in der Sprache und in der Sache<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der theologischen und der juristischen Diskussion hat der Begriff \u201eAbstandsgebot\u201c eine wichtige Rolle gespielt. Wie nahe r\u00fcckt neues Recht die gleichgeschlechtliche Partnerschaft an die Ehe heran? Wie gro\u00df muss der Abstand bleiben, damit der im Grundgesetz garantierte besondere Schutz von Ehe und Familie nicht gef\u00e4hrdet wird? Der Begriff ist gut gemeint, aber er ist nicht brauchbar. Es geht n\u00e4mlich nicht um graduelle Unterschiede, es geht um fundamentale Unterschiede, um kategoriale. Das wird deutlich, wenn man die Kinderperspektive in die Betrachtung einbezieht. So lange nur Ehe und gleichgeschlechtliche Partnerschaft verglichen werden, mag man graduell denken. Wenn es aber um die Familie geht, dann ist es anders. Der Normalfall von Familie sind Vater, Mutter und gemeinsame Nachkommen. Es gibt Ausnahmef\u00e4lle, wenn Eltern ledig bleiben oder geschieden werden oder ein Elternteil stirbt. Das sind Ausnahmen vom Normalfall. Der Staat hat die negativen Auswirkungen auf das Kindeswohl so gut als m\u00f6glich zu regeln. Er darf aber das Kindeswohl nicht willentlich aufs Spiel setzen, indem er Adoptionen in gleichgeschlechtliche Partnerschaften hinein m\u00f6glich macht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Daran wird deutlich, wie gef\u00e4hrlich auch die nivellierende Rede von den verschiedenen \u201eLebensformen\u201c ist. Das Individuum mag sich so verstehen, dass es eine Wahlm\u00f6glichkeit zwischen verschiedenen Lebensformen hat. Der Staat aber kann die Familie aus Vater, Mutter und gemeinsamen Kindern nie und nimmer als eine Lebensform neben beliebigen anderen Lebensformen verstehen. F\u00fcr ihn ist sie Basis des Gemeinwesens, Grundlage der Kultur. Die Politik der sozialen Marktwirtschaft war in ihren wirkungsvollen Zeiten zugleich Familienpolitik. Es bed\u00fcrfte einer eigenen Untersuchung dar\u00fcber, welchen Anteil die Vernachl\u00e4ssigung der Familienpolitik an den aktuellen Problemen der Wirtschaftspolitik hat. Der Staat hat jedenfalls alles tun, die Menschen zur Wahl der Lebensgestalt Familie zu veranlassen, und alles zu unterlassen, was die Familie zu einer beliebigen Alternative neben sonstigen Lebensgestaltungen werden l\u00e4\u00dft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dem allem steht der \u00f6ffentliche Umgang mit dem Thema entgegen. Man muss nicht nur an das Spektakel der Umz\u00fcge am Christofer-Street-Day denken. In den Medien hat sich die Vorstellung festgesetzt, Homosexualit\u00e4t und Heterosexualit\u00e4t seien gleichwertige Lebensalternativen, den meisten Menschen zu eigener Auswahl frei gegeben. Was bedeutet diese von den internationalen Lesben- und Schwulenorganisationen erfolgreich verbreitete Meinung f\u00fcr Kinder und Jugendliche in der Zeit ihrer geschlechtlichen Reifung? Die allermeisten m\u00fcssen eine homoerotische Phase durchlaufen und sich \u2013 oft mit Anstrengungen \u2013 eine eigene sexuelle Identit\u00e4t aufbauen. Nach geltender Meinung k\u00f6nnen sie sich diese M\u00fche sparen! Schwul ist cool. Homosexualit\u00e4t breitet sich durch k\u00f6rperliche Verf\u00fchrung sicher nicht in dem Ma\u00dfe aus, in dem man sich das fr\u00fcher vorgestellt hat. Jetzt aber breitet sie sich in einem gr\u00f6\u00dferen Ausma\u00df als je zuvor durch die einschmeichelnde Ideologie der Gleichheit aus. Die ethischen Aspekte im Sexualkundeunterricht bekommen dadurch h\u00f6chste Bedeutung. Der Staat hat darauf zu achten, dass dieses Fach nicht zum Einfallstor dieser Ideologie wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Diskriminieren, differenzieren, diffamieren<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Diskriminierung homosexueller Menschen war unertr\u00e4glich. Das ist keine Frage. Das Ende der Diskriminierung darf aber nicht zum Verbot von Differenzierung mi\u00dfbraucht werden. Wie wichtig die Differenzierung ist, wird bei der Einbeziehung der Kinderpersektive in die Thematik deutlich. Alle Welt schreit \u2013 mit Recht! \u2013 auf, wenn in z\u00f6libat\u00e4ren Lebensverh\u00e4ltnisssen Heranwachsende sexuell mi\u00dfhandelt werden. \u00dcbersehen und verschwiegen wird aber, dass das Abrutschen auf der schiefen Ebene schon sehr fr\u00fch beginnt. Immer noch ist in der Forschung offen, ob Homosexualit\u00e4t genetisch bedingt oder umweltlich erworben ist. Es macht aber einen gro\u00dfen Unterschied, ob diese sexuelle Pr\u00e4gung unwillentlich ertragen werden muss oder zu angeblicher Steigerung der Lebenslust selbst gew\u00e4hlt wird. Darum darf es kein Verbot differenzierender Diskussion geben. Differenzierung ist angesagt, wenn man tumbe Diskriminierung vermeiden will. Die Differenzierung zwischen (sexuellen) Mehrheiten und (sexuellen) Minderheiten sichert \u00fcberhaupt erst den Minderheiten ihr Recht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Solche Differenzierung hat es schwer, weil die Kategorien systematisch verr\u00fcckt und wertlos gemacht wurden. Die Befragung des als EU-Kommissar vorgeschlagenen Prof. Rocco Buttiglione ist daf\u00fcr ein alarmierendes Beispiel. Er hatte vor dem zust\u00e4ndigen Ausschuss des EU-Parlaments unter Berufung auf Immanuel Kant zwischen S\u00fcnde und Verbrechen unterschieden, zwischen pers\u00f6nlicher Moral und allgemeinem Recht und dann in Anwendung dieser Unterscheidung auf die Homosexualit\u00e4t gesagt: \u201eWir k\u00f6nnen eine Gemeinschaft von B\u00fcrgern aufbauen, auch wenn wir verschiedene Meinungen \u00fcber manche moralischen Fragen haben. Der Auftrag ist vielmehr Nichtdiskriminierung. Der Staat hat kein Recht, in solche Fragen einzugreifen, und niemand darf aufgrund seiner sexuellen Orientierung oder seines Geschlechts diskriminiert werden.\u201c Diese Differenzierung wurde schlicht unterschlagen. Wahrheitswidrig wurde behauptet, er mache katholische S\u00fcndenlehre zu seinem politischen Programm. Wegen seiner pers\u00f6nlichen moralischen Einstellung wurde er diskriminiert und in \u00fcbelster Weise von den Liberalen und Sozialisten diffamiert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Unterscheidung von Moral und Recht ist ein elementarer Bestandteil abendl\u00e4ndischen Freiheitsverst\u00e4ndnisses. Auf welchem Weg befindet sich Europa, wenn diese Unterscheidung nicht mehr gelten soll und Diskussion verboten wird? Bei Luther war zu lernen, dass Differenzieren Freiheit begr\u00fcndet. Welche Freiheit des Denkens und Glaubens d\u00fcrfen wir im k\u00fcnftigen Europa erwarten? Die Begeisterung, mit der Antidiskriminierungsgesetze auf den Weg gebracht werden, l\u00e4\u00dft Schlimmes bef\u00fcrchten. Die Kategorien, aus denen unsere Kultur aufgebaut wurde, scheinen ihre Leistungskraft zu verlieren. Darin liegt das eigentliche Problem der politischen Diskussionen \u00fcber Homosexualit\u00e4t.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aus der Ethik von Dietrich Bonhoeffer (in den 40er Jahren geschrieben!):<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDie Kirche bekennt, kein wegweisendes und helfendes Wort gewu\u00dft zu haben zu der Aufl\u00f6sung aller Ordnungen im Verh\u00e4ltnis der Geschlechter zueinander. Sie hat der Verh\u00f6hnung der Keuschheit und der Proklamation der geschlechtlichen Z\u00fcgellosigkeit nichts G\u00fcltiges und Starkes entgegenzusetzen gewu\u00dft. Sie ist \u00fcber eine gelegentliche moralische Entr\u00fcstung nicht hinausgekommen. Sie ist damit schuldig geworden an der Reinheit und Gesundheit der Jugend. Sie hat die Zugeh\u00f6rigkeit unseres Leibes zum Leib Christi nicht stark zu verk\u00fcndigen gewu\u00dft.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>* Quelle: EVANGELISCHE VERANTWORTUNG, Februar Nr. 2\/2005, S. 6 &#8211; 9<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kindeswohl und \u201eEltern\u201cgl\u00fcck * Die Gef\u00e4hrdung kultureller Kategorien in der Besch\u00e4ftigung mit der Homosexualit\u00e4t Familie K. (Name ge\u00e4ndert) lebte mit ihren vier Kindern in einer Kleinstadt. Der Vater hatte ein \u00f6ffentliches Amt. Darum war die Familie bekannt, eine geachtete und allseits gesch\u00e4tzte Familie. 25 Jahre lang. 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