{"id":20368,"date":"2023-10-02T06:00:21","date_gmt":"2023-10-02T04:00:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=20368"},"modified":"2023-09-25T09:59:24","modified_gmt":"2023-09-25T07:59:24","slug":"sonja-dengler-maenner-nach-abtreibung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=20368","title":{"rendered":"Sonja Dengler: M\u00e4nner nach Abtreibung"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>M\u00e4nner nach Abtreibung<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Anfangs unserer Beratungsarbeit war ich sehr zornig auf alle (!) M\u00e4nner, weil sie zwar Lust hatten, zu schw\u00e4ngern, aber keine Lust, die Kinder gro\u00dfzuziehen \u2013 ihre Argumente: Eigenliebe und Selbstmitleid.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Also \u2013 dachte ich \u2013 haben DIE (!) M\u00e4nner nicht nur keine Ahnung, was Abtreibung mit Schwangeren macht, sondern sie bleiben selbst auch unber\u00fchrt von irgendwelchen Nachwirkungen. Entsprechend zickig ging ich mit ihnen in der Beratung um.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese falsche Haltung hat Gott ziemlich schnell und entschlossen korrigiert. Zeitlich unerwartet und sehr heftig zerbrach von einer Sekunde zur anderen mein in sich geschlossenes M\u00e4nnerbild. Was ist geschehen?<!--more--><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Der ganz normale Wahnsinn<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun, es begann damit, dass alles auf den \u201eganz normalen Wahnsinn\u201c hindeutete:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zum dritten Mal hatten wir ein Beratungsgespr\u00e4ch mit Mona \u2013 und nichts bei ihr erreicht. Ihre gro\u00dfe schwarze Sonnenbrille nahm sie niemals ab, dazu trug sie eine Schirmkappe, sodass man fast nichts von ihrem Gesicht erkennen konnte. Nun wollte sie von uns einen Beratungsschein, damit sie abtreiben konnte. So schrieben wir eine schriftliche Begr\u00fcndung, warum Mona aufgrund ihres psychisch labilen Zustandes (\u201eich leide unter Tunnelblick!\u201c) nicht abtreiben d\u00fcrfe. Sie k\u00fcndigte w\u00fctend an, ihren Rechtsanwalt beizuziehen, weil sie das Gef\u00fchl hatte, dass wir \u201egrunds\u00e4tzlich gegen Abtreibung sind und damit s\u00e4mtliche feministischen Errungenschaften zunichte machten!\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Verzweifelt bereiteten wir uns noch gr\u00fcndlicher als sonst vor: meine Mitarbeiterin sollte mit Mona reden, ihr unsere schriftliche Gegenargumentation \u00fcberreichen und dabei w\u00fcrde sich uns dann hoffentlich eine letzte gute Idee auftun \u2013 ich sollte mich mit dem Rechtsanwalt auseinandersetzen, ihn m\u00f6glichst aus dem Beratungsgespr\u00e4ch heraushalten. Wie? Keine Ahnung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Eine harmlose Frage<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um 15 Uhr des Folgetages klingelte es und tats\u00e4chlich erschien die sonnenbebrillte Mona zusammen mit einem gro\u00dfen starken Mann. Ende vierzig, Anzugtr\u00e4ger, Krawatte, fester H\u00e4ndedruck, selbstbewusste K\u00f6rperhaltung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein sehr hei\u00dfer Sommertag trieb uns alle ordentlich ins Schwitzen, zumal das Beratungszimmer nach S\u00fcden lag, die gro\u00dfe Glasscheibe versetzte uns sofort in glei\u00dfendes W\u00fcstenklima. Rolll\u00e4den gab es nicht, Vorh\u00e4nge auch nicht. Der Rechtsanwalt fing sofort seinen Vortrag dar\u00fcber an, warum wir verpflichtet seien, Mona einen Beratungsschein auszustellen \u2013 und die Diskussion zwischen ihm und mir nahm ihren Verlauf. Schlagabtausch folgte auf Schlagabtausch, er schaute mir unerschrocken in die Augen, wirkte \u00fcberlegen-belehrend.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber auch ich hatte gute rechtliche Gegenargumente, deren Erwiderung ihm offenbar keine M\u00fche machte. Langsam kroch Verzweiflung in mein Herz \u2013 und endlich hatte ich sie, die rettende Idee: Eine verzwickte, systemische Frage sollte ihn aus seiner herablassenden Arroganz zwingen \u2026<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zur exakten Formulierung brauchte ich blo\u00df noch ein kleines bisschen \u201eLuft\u201c und deshalb stellte ich ihm zu seiner Ablenkung eine harmlose Frage, auf deren Beantwortung es mir nicht wirklich ankam, die mir aber Zeit lie\u00df, in Gedanken scharf zu formulieren: \u201eSie wissen ja noch nicht, dass wir hier \u00fcber Kinder diskutieren, sind Sie eigentlich selbst Vater, wieviele Kinder haben Sie denn?\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u2026 und ihre Folgen <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da geschah es: w\u00e4hrend ich mich innerlich zur\u00fcckzog, um meine geschliffene Frage zu formulieren, passierte vor meinen Augen etwas Surreales.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf dem zwischen uns stehenden kleinen Couchtisch lagen pl\u00f6tzlich seine gro\u00dfen M\u00e4nnerh\u00e4nde, er st\u00fctzte sich darauf ab und im Zeitlupentempo erhob er sich mit vorgebeugtem Oberk\u00f6rper. Seine Gesichtsfarbe wechselte von zornig-rot zu k\u00e4se-bleich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit halbem Ohr vernahm ich, wie meine Mitarbeiterin ihm ein Glas Wasser eingoss: \u201eIst Ihnen schlecht? Trinken Sie einen Schluck, das ist bestimmt nur die scheu\u00dfliche Hitze, aber wenn ich das Fenster \u00f6ffne, kommt noch mehr Hitze rein.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit bebenden H\u00e4nden versuchte er, das Wasserglas zu ergreifen, stie\u00df es jedoch um, die N\u00e4sse breitete sich aus, tropfte auf den Teppich. Seine H\u00e4nde rutschten darauf aus und dabei immer mehr auf meine Tisch-H\u00e4lfte zu. Ob er handgreiflich wird? Er versuchte, mir etwas zu sagen, meine Frage zu beantworten. Doch kein Buchstabe kam \u00fcber seine Lippen, er rang vergeblich um Worte. Sein Anblick rief mein Mitgef\u00fchl hervor: \u201eHerr M, um Himmelswillen, habe ich was Falsches gesagt? Dann m\u00f6chte ich mich entschuldigen, was ist los mit Ihnen???\u201c Gleichzeitig in mir ein einziger Dauerschleife-Gedanke: \u201eWas hast du ihm angetan?!\u201c Ich ergriff seine H\u00e4nde, eiskalt waren sie.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eHerr M \u2026 das wollte ich nicht \u2026 was ist los?\u201c Er bebte am ganzen K\u00f6rper. Es war furchtbar hei\u00df und es wurde immer stickiger, als er endlich ausrief: \u201eEs war Ihre Frage! Es war Ihre Frage!\u201c \u201eEntschuldigen Sie bitte, ich ziehe sie nat\u00fcrlich zur\u00fcck, ich wollte nur nebenbei wissen, ob Sie selbst Kinder haben&#8230; es ist keine wirklich wichtige Frage!\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was hatte ich blo\u00df angerichtet?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>R\u00e4tselhafte Tr\u00e4nen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Er starrte mich an, rang erneut verzweifelt nach Worten und dieses Mal gelang es ihm: \u201eDas ist aber die Frage, die ich mein ganzes Leben lang vermeiden wollte, all die vielen Jahre ist mir das gelungen, ich bin gerade 51 Jahre alt geworden und immer ist es mir gelungen?!\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eWas ist Ihnen gelungen?\u201c, frage ich. \u201eImmer, wenn ich eine berufliche Besprechung hatte, bei Kollegen-Treffen oder bei privaten Besuchen zu Hause: Immer gelang es mir, diese Frage zu vermeiden, das kostete mich jedes Mal viel Kraft!\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eIch verstehe nicht &#8230; warum ist das so eine schreckliche Frage?\u201c \u201eWeil ich die Antwort nicht kenne, weil ich nicht wei\u00df, was ich darauf antworten soll!\u201c, rief er und brach in Tr\u00e4nen aus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Totenstille. Ich musste das Gespr\u00e4ch retten, irgendwie \u2013 aber: was passierte hier? Ich verstand nichts mehr und gab ihm demzufolge diesen Rat: \u201eSie k\u00f6nnen auf diese komplizierte Frage einfach mit einer Zahl antworten oder einfach sagen \u201aich habe keine Kinder\u2018 \u2013 was bringt Sie so in Verzweiflung?\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Hitze und das Schluchzen im geschlossenen Zimmer war kaum mehr auszuhalten, er weinte ununterbrochen, noch immer stand er halb vorn\u00fcbergebeugt vor mir, sich wieder auf dem Tisch abst\u00fctzend.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Das Gest\u00e4ndnis<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Endlich sch\u00fcttelte er den Kopf, immer noch am ganzen K\u00f6rper zitternd: \u201eIch wei\u00df die Antwort nicht! Weil ich im Studium meine damalige Freundin zur Abtreibung gezwungen habe, sie wollte das nicht machen, aber ich habe ihr damit gedroht, sie zu verlassen und da hat sie nachgegeben, war schon im voraus ungl\u00fccklich und ich habe drau\u00dfen vor der T\u00fcr gewartet, bis sie wiederkam. Danach sprach sie kein Wort mehr mit mir, hat ihr Jura- Studium abgebrochen und ist zu ihren Eltern zur\u00fcck. Nie wieder habe ich etwas von ihr geh\u00f6rt und ich war erst sehr erleichtert. Und dann lernte ich nach meiner Ausbildung meine jetzige Frau kennen \u2013 wir haben geheiratet und ich erz\u00e4hlte ihr nichts von den n\u00e4chtlichen Alptr\u00e4umen seit der Abtreibung, ich erz\u00e4hlte ihr nichts von meinem toten Kind, dessen Tod ich zu verantworten habe, ich erz\u00e4hlte ihr nichts von meinen inneren Qualen \u2013 ich wollte nichts mehr davon wissen, verdr\u00e4ngte, verdr\u00e4ngte, verdr\u00e4ngte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Meine Frau wunderte sich nur, dass ich so gerne Kinder haben wollte, von mir aus k\u00f6nnten wir noch mehr bekommen, wir haben jetzt 4 Kinder und ich erkl\u00e4rte ihr nat\u00fcrlich nicht, dass ich bei jeder Geburt hoffte, das neue Kind w\u00fcrde so aussehen wie das tote Kind, damit ich endlich zur Ruhe komme, weil es wiedergeboren w\u00e4re und ich nicht mehr als Kinderm\u00f6rder weiterleben m\u00fcsse!\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Gequ\u00e4lte Seelen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von Schluchzen und Weinen gesch\u00fcttelt, erfuhren wir noch viele andere Details. Unter anderem konnte er eben niemandem sagen, was passiert war, weil er solch einen Zusammenbruch immer bef\u00fcrchtet hatte, das galt es unter allen Umst\u00e4nden zu vermeiden. Deshalb konnte er niemandem sagen, wie viele Kinder er hat:<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>Sollte er das tote Kind mitz\u00e4hlen?<br \/>\nDann m\u00fcsste er aber erkl\u00e4ren, dass es tot ist.<\/li>\n<li>Sollte er es nicht mitz\u00e4hlen?<br \/>\nDann w\u00fcrde er es ein weiteres Mal t\u00f6ten.<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Seine schreckliche Erkenntnis: diese alles zerst\u00f6rende Frage durfte nie gestellt werden und er war der Einzige, der sie vermeiden konnte. Die Aufz\u00e4hlungen seiner Qualen nahmen kein Ende. Unfassbar, was sich vor meinen Augen abspielte \u2013 befriedigt einerseits, dass der Kinderm\u00f6rder solche Qualen litt (\u00fcber so viele Jahre schon), bedr\u00e4ngte mich die Frage, was ich mit ihm tun sollte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Meiner Mitarbeiterin war ich unendlich dankbar, dass sie trotz dieser Atmosph\u00e4re so geistesgegenw\u00e4rtig war, Mona und ihr Kind zu retten. Herr M. legte dann das Mandat nieder und Mona, die entsetzt dem Drama beigewohnt hatte, wollte nicht mehr abtreiben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Danach fing auch sie an zu weinen, nahm ihre Sonnenbrille ab und erkl\u00e4rte, dass sie die seit ihrer Abtreibung vor ca. einem Jahr tragen muss, danach sei der Tunnelblick bei ihr festgestellt worden. Dann nahm sie auch ihre M\u00fctze ab und endlich konnten wir ihr Gesicht sehen: Auch sie eine gequ\u00e4lte Seele.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Irgendwann dazwischen war es drau\u00dfen unbemerkt dunkel geworden, meine Mitarbeiterin fuhr Mona nach Hause.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als Herr M. zum Verabschieden vor mir stand, umarmte ich ihn gegen meinen inneren Willen und riet ihm dringend, heute Abend noch seiner Ehefrau alles zu sagen \u2013 und mich morgen fr\u00fch anzurufen, dann g\u00e4be ich ihm einen Rat, was er ihr gegen\u00fcber weiter tun k\u00f6nne.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und wieder gegen meinen inneren Willen (ich wollte, dass er leidet!) schlug ich ihm vor, dass ich dar\u00fcber nachdenke, wie ich ihm aus diesem schrecklichen Dilemma heraushelfen k\u00f6nne.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Drei Tage Fasten und Beten machten mir klar, dass wir eine PAS-Therapie auch f\u00fcr M\u00e4nner ausarbeiten werden \u2013 mein Wunsch, ihm und seiner Familie zu helfen, war gr\u00f6\u00dfer als meine Befriedigung dar\u00fcber, dass er litt. Noch heute, w\u00e4hrend ich mir das in Erinnerung rufe, klopft mir mein Herz \u2013 das war ganz knapp, dass ich beinahe Gottes Wegweisung verloren und mich verirrt h\u00e4tte &#8230;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>M\u00e4nner und Abtreibung: \u201eMillionen leiden\u201c<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine neue Studie zeigt langfristige negative Auswirkungen von Abtreibung auf M\u00e4nner. Die National Men&#8217;s Abortion Study wurde von Support After Abortion, einer gemeinn\u00fctzigen Organisation, die sich auf die Heilung nach Abtreibung spezialisiert hat, in Auftrag gegeben und vom US-Meinungsforschungsinstitut ShapardResearch in Oklahoma City durchgef\u00fchrt. F\u00fcr die repr\u00e4sentative Studie wurden 1000 M\u00e4nner \u00fcber 18 Jahren befragt, von denen 100 das Kriterium erf\u00fcllten, pers\u00f6nlich ein Kind durch Abtreibung verloren zu haben. Davon definierte sich etwa die H\u00e4lfte der M\u00e4nner als \u201ePro-Choice\u201c (= f\u00fcr Abtreibung) und die andere H\u00e4lfte als \u201ePro-Life\u201c (f\u00fcr das Leben).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Mehrheit der M\u00e4nner gab an, negative Auswirkungen von ihren Abtreibungserfahrungen zu erleben, einschlie\u00dflich Depressionen, Angstzust\u00e4nde, Reue, Trauer und Zorn.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Besonders interessant: Die tiefe Betroffenheit \u00fcber den Kindsverlust besteht unabh\u00e4ngig von den pers\u00f6nlichen Ansichten der jeweiligen M\u00e4nner \u00fcber Abtreibung und unabh\u00e4ngig von der Tatsache, ob sie ein Mitspracherecht bei der Entscheidung hatten oder nicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Mehrheit der M\u00e4nner (83 Prozent), die Abtreibung erlebten, suchten danach Hilfe (51 Prozent) oder gab an, sie h\u00e4tten von Unterst\u00fctzung profitiert (32 Prozent). Aber nur wenige (18 Prozent) wussten, wohin sie sich wenden konnten, um Hilfe zu bekommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">7 von 10 M\u00e4nnern (71 Prozent) stellten an sich selbst eine nachteilige, ung\u00fcnstige Ver\u00e4nderung nach ihrem Abtreibungsverlust fest, oft \u00fcber Jahre hinweg. Bei manchen M\u00e4nnern trat der emotionale Schmerz rund um ein Abtreibungserlebnis sofort auf, bei anderen Jahre sp\u00e4ter.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dieser Schmerz manifestierte sich auf viele Arten, wie bei jeder Trauer oder jedem Trauma. M\u00e4nner berichteten in der Studie \u00fcber Depressionen, Traurigkeit, Schuld, Reue, \u00c4ngste, Wut, Gedanken dar\u00fcber, was h\u00e4tte sein k\u00f6nnen, Leere, Drogenmissbrauch, ein Gef\u00fchl der verlorenen Vaterschaft und andere Emotionen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Laut der Studie National Survey on Family Growth macht einer von f\u00fcnf M\u00e4nnern bis zum Alter von 45 Jahren eine Abtreibung durch. Doch deren Co-Author Dr. Brian Nguyen geht dabei von einer \u201eUnterz\u00e4hlung\u201c aus: Denn \u201enicht alle M\u00e4nner sind sich der Schwangerschaften bewusst, die sie verursachen, und derjenigen, die mit einer Abtreibung enden.\u201c Stellen wir die mindestens 20 Prozent der M\u00e4nner, die im Laufe ihres Lebens eine Abtreibung erleben, in Bezug zu den 71 Prozent, die dauerhaft negative Auswirkungen durch Abtreibung erfahren, so bedeutet dies, dass jeder 7. Mann mit den Folgen eines Kindesverlustes zu k\u00e4mpfen hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weil es im gesellschaftlichen Bewusstsein rund um Abtreibung in erster Linie um Frauen geht, spricht Greg Mayo, Vorsitzender von Support After Abortion, von einer \u201eentrechteten Trauer der M\u00e4nner\u201c und betont die Notwendigkeit, ein \u201eLicht auf M\u00e4nner werfen, die zu oft \u00fcbersehen werden\u201c. Denn \u201eMillionen leiden\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/supportafterabortion.com\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Support-After-Abortion-Mens-Research-White-Paper-VF3.2-1.pdf\">https:\/\/supportafterabortion.com\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Support-After-Abortion-Mens-Research-White-Paper-VF3.2-1.pdf<\/a><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wiedergegeben mit freundlicher Genehmigung von Sonja Dengler, <a href=\"http:\/\/www.tiqua.org\">www.tiqua.org<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>M\u00e4nner nach Abtreibung Anfangs unserer Beratungsarbeit war ich sehr zornig auf alle (!) M\u00e4nner, weil sie zwar Lust hatten, zu schw\u00e4ngern, aber keine Lust, die Kinder gro\u00dfzuziehen \u2013 ihre Argumente: Eigenliebe und Selbstmitleid. Also \u2013 dachte ich \u2013 haben DIE (!) 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