{"id":20359,"date":"2023-09-21T16:40:06","date_gmt":"2023-09-21T14:40:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=20359"},"modified":"2023-09-21T16:47:48","modified_gmt":"2023-09-21T14:47:48","slug":"gott-mehr-gehorchen-als-menschen-ansprache-ueber-apg-45-22","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=20359","title":{"rendered":"Gott mehr gehorchen als Menschen. Ansprache \u00fcber Apg 4,5-22\u00a0\u00a0\u00a0"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Liebe Br\u00fcder und Schwestern, \u201eer sprang umher und lobte Gott\u201c, hei\u00dft es von dem Gel\u00e4hmten, den Petrus am Tempeltor auf die Beine stellte. So h\u00e4tte ich es wahrscheinlich auch gemacht nach 40 Jahren im Rollstuhl. Welch eine \u00dcberraschung! Der Mann rennt durch die heilige Zone, er h\u00fcpft wie ein Kind auf dem Trampolin, er jauchzt ununterbrochen: \u201eGott sei Dank\u201c, \u201eGelobt sei Jesus\u201c. Der Gel\u00e4hmte vom Sch\u00f6nen Tor feiert wie die 13.000 jungen Besucher beim Christival. Weil er kein Gel\u00e4hmter mehr ist.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zwei Tempelbesucher waren stehengeblieben. Sie warfen ihm keinen Euro in die M\u00fctze. Sondern sie warfen ihm einen Namen zu. \u201eIm Namen Jesu Christi von Nazareth, steh auf und geh umher.\u201c Er sp\u00fcrte Kraft in der Beinmuskulatur. Er stand auf, so wie jeder andere Mensch auch. Stehen, gehen, springen, h\u00fcpfen \u2013 auf einmal ging das alles! Himmel, was ist das f\u00fcr ein Name? Aber hallo, wie herrlich ist Jesus Christus von Nazareth!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das ist der Name, in dem wir versammelt sind beim Christustag. Wir halten ihn hoch. Wir ehren ihn \u00fcber alles. Gleichwohl ist es uns heute vielleicht nicht nach Jubilieren und Tirilieren zumute. Von einer Jauchzet-Frohlocket-Stimmung sind wir m\u00f6glicherweise weit entfernt. Obwohl wir gerade Urlaub von Corona haben. Wie haben Sie die letzten zwei Jahre erlebt? F\u00fcr mich waren sie ein Alptraum. Dann h\u00e4tte ich doch jetzt um so mehr Grund, herumzuh\u00fcpfen und meine Freude an den Himmel zu werfen, oder nicht? Richtig. Ich meine, dass wir gar nicht genug danken k\u00f6nnen f\u00fcr die Erleichterungen seit dem M\u00e4rz. Allerdings wei\u00df ich allzu gut, was neuerdings auf der Seele lastet. Krieg vor der Haust\u00fcr! Sorge um die \u00d6l- und Energieversorgung! Inflation in Rekordh\u00f6he! Neue Coronama\u00dfnahmenpl\u00e4ne f\u00fcr den Herbst!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Freudent\u00e4nzer im Tempel, der den Namen Jesus gl\u00e4nzen l\u00e4sst, soll mich daran erinnern, wer gr\u00f6\u00dfer ist als alle Wirren dieser Welt. Der Lobs\u00e4nger f\u00fcr Jesus motiviert mich, wieder mit Johann Franck zu singen: \u201eUnter deinem Schirmen bin ich vor den St\u00fcrmen aller Feinde frei. Lass den Satan wettern, lass die Welt erzittern, mir steht Jesus bei. Ob es jetzt gleich kracht und blitzt, ob gleich S\u00fcnd und H\u00f6lle schrecken, Jesus will mich decken.\u201c\u00a0 Der Name Jesus: unsere Zuflucht, unser Trost, unser Leben, unsere Liebe, unsere Leidenschaft. Der Halleluja-Bettler, Petrus und Johannes best\u00e4rken uns darin, von ganzem Herzen auf den Namen Jesus zu setzen. Warum eigentlich?<\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\">\n<li><strong>Grund: Jesus macht froh.<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dass der Geheilte mit dem schimmernden Gold des Tempels um die Wette strahlt, ist nicht weiter verwunderlich. Wenn ich 40 Jahre Staub lang Staub geschluckt h\u00e4tte auf tauben Beinen an der Tempeltreppe und von einem Moment auf den andern aufspringen k\u00f6nnte wie im Fitnesstraining, w\u00fcrde ich auch ins Jodeln verfallen. Aber sind diese leuchtenden Wunder der Bibel nicht furchtbar weit weg von unserem grauen Alltag? Bei uns springen nicht alle gesund daher, sondern da und dort sinkt wieder einer aufs Krankenbett. Unsere Welt macht nicht den Eindruck einer Altweiberm\u00fchle, die schmerzgebeugte Gro\u00dfm\u00fctter in junge Sch\u00f6nheiten verwandelt. Sie sieht eher nach einem Kriegslazarett aus, in das st\u00e4ndig neue Abgeschossene eingeliefert werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Nachricht von dem Jesusnamen trifft auf eine Welt voller Krankheit und Schmerzen. Jesus, der Barmherzige, schafft jetzt noch nicht die Kr\u00e4nklichkeit und die Sterblichkeit ab. Aber er setzt Zeichen gegen alles Lebenszerst\u00f6rende und Todtraurige. Der gel\u00e4hmte Mann, der fit wie ein Turnschuh daherkommt, ist solch ein Zeichen. Zwischen hundert anderen kranken Bettlern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Manchmal begegnen wir auf unserem Lebensweg einem au\u00dfergew\u00f6hnlichen Lebenszeichen des Auferstandenen. Eine Verwandte von mir hat seltsamerweise nur eine Niere. Von der Haus\u00e4rztin bekam sie eine b\u00f6se Diagnose mitgeteilt. Das lebenswichtige Organ war bedroht. Ich bin mir nicht mehr sicher: Sie war es wohl, die auf die Idee kam, ich solle zwei Stunden hinfahren und f\u00fcr sie beten. Ich sagte ihr, dass ich wahrscheinlich keine Hilfe sei. Trotzdem fuhr ich mit einem guten Freund hin. Es fand nicht mehr als eine schlichte Gebetszeit mit der Familie statt. Als die Verwandte ins Krankenhaus kam, stellten die \u00c4rzte eine gesunde Niere fest. Ein Fehlalarm? Die Haus\u00e4rztin versicherte nochmal, sie h\u00e4tte den Krebs genau gesehen. Im Krankenhaus aber war alles heil. Unser Fazit zur Ehre des Namens Jesus: Er hat geh\u00f6rt. Er hat alles wohlgemacht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">K\u00f6nnte es sein, liebe Mitchristen, dass wir Jakobus 5 zu wenig trauen? \u201eWenn jemand krank ist, der rufe zu sich die \u00c4ltesten der Gemeinde. Das Gebet des Glaubens wird dem Kranken helfen, und der Herr wird ihn aufrichten.\u201c Aufrichten: dasselbe Wort wie in Apg 3, als Petrus den Gel\u00e4hmten aufrichtet. Der Herr kann Leidgepr\u00fcfte aufrichten, auch wenn die Krankheit sie weiterhin beugt. Der Herr kann Mitchristen, die nach langer Leidenszeit von uns gehen, aufrichten im Scho\u00df Abrahams, im wunderbaren Warteraum der Erl\u00f6sten. In dem Wort \u201eaufrichten\u201c steckt altgriechisch auch: \u201eauferstehen\u201c. Es geht um mehr als um Gesundheit und Wohlbefinden, wo wir in den Spuren der Apostel den Namen Jesus gro\u00df machen. Es geht um alles, macht Petrus klar, als er beim Verh\u00f6r sagt: \u201eIn keinem andern ist das Heil, auch ist kein anderer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, durch den wir sollen selig werden.\u201c Rettung bringt der eine Name, Rettung aus Gottesferne und Gottverlorenheit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das hat ein Fl\u00fcchtling aus Afghanistan verstanden, der seit Jahren in einem schmuddeligen Wohncontainer an unserem Ort wohnt. Sieben Jahre war er als Soldat im Krieg. Von amerikanischen Soldaten h\u00f6rte er etwas von Jesus. In seinem Wohncontainer wurde er fast verr\u00fcckt vom langen Warten ohne Arbeitserlaubnis. Er war am Verzweifeln. Er suchte die Auferstehungskirche in Ruit auf. Er setzte sich in den leeren Kirchenraum. Da habe ich Gott erlebt, sagt er. Im leeren Kirchenraum! Ruhe, Frieden, Trost. Er kam zum Glaubenskurs. Er lie\u00df sich taufen. Wenn du den Namen Jesus erw\u00e4hnst, geht ein L\u00e4cheln \u00fcber sein Gesicht. Woher unsere Leidenschaft f\u00fcr den Namen Jesus? Jesus macht froh.<\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\" start=\"2\">\n<li><strong> Grund: Jesus macht frei.<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Sensation mit dem herumspringenden Gel\u00e4hmten f\u00fchrt zu einem Volksauflauf. \u201eWoher dieses Wunder?\u201c, fragt sich jedermann. Petrus und Johannes weisen mit dem langen Zeigefinger von sich weg zu Jesus hin. Nicht sie haben das zustande gebracht, nicht ihre Kraft, nicht ihre Fr\u00f6mmigkeit. Nein, der Name des Nazareners ist das Geheimnis. \u201eDurch den Glauben an seinen Namen hat sein Name diesen, den ihr seht und kennt, stark gemacht.\u201c Jesus war\u2019s, k\u00fcrzlich vom Volk Israel umgebracht, doch von Gott zur\u00fcck ins Leben gebracht. Das Zeugnis von der Auferstehung mitten im Tempel ist f\u00fcr die sadduz\u00e4ischen Priester, die nicht an Auferstehung glauben, der maximale Skandal. Sie lassen die beiden Schw\u00e4tzer von der neuen Jesus-Sekte erst einmal wegsperren. Am n\u00e4chsten Morgen tritt der Hohe Rat zusammen, so etwas wie Kabinett und Bundesverfassungsgericht f\u00fcr Israel. Die grauen B\u00e4rte versammeln sich. Die M\u00e4chtigsten sitzen bedrohlich im Halbkreis. Hannas, Kaiphas \u2013 genau dieselben Namen, die den Prediger aus Nazareth zur Strecke gebracht haben. Nur dass Petrus beim kurzen Prozess f\u00fcr Jesus drau\u00dfen im Hof stand, zitternd vor K\u00e4lte und Angst; zu feige, um zuzugeben, dass er etwas mit jenem Rabbi zu tun hatte. Jetzt steht Petrus im Sitzungssaal an der Westmauer, genau in der Schusslinie der Spitzentheologen. Weil er sich von jenem umstrittenen Namen eben nicht mehr distanziert. \u201eAus welcher Kraft oder in welchem Namen habt ihr das getan?\u201c \u2013 das Verh\u00f6r ist er\u00f6ffnet. Petrus antwortet. Und zwar erf\u00fcllt vom Heiligen Geist. Der Berichterstatter h\u00e4lt es f\u00fcr angebracht, genau an dieser Stelle die Kraft aus der H\u00f6he zu erw\u00e4hnen. Jesus hat sie seinen Nachfolgern angek\u00fcndigt, insbesondere f\u00fcr die Situation, in der die Kritiker und die Richter genau nachfragen: \u201eSorgt nicht, was ihr reden sollt. Denn nicht ihr seid es, die da reden, sondern eures Vaters Geist ist es, der durch euch redet.\u201c Petrus und Johannes haben einen unsichtbaren Beistand bei sich. Er gibt ihnen R\u00fcckgrat. Er macht Mut, offen zu sagen, was Sache ist. \u201eFreimut\u201c \u00fcbersetzt die Lutherbibel das Wort, das urspr\u00fcnglich das Rederecht des B\u00fcrgers in der Volksversammlung meint. Eine innere Freiheit um Reden befl\u00fcgelt Petrus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eIhr Oberen des Volkes und ihr \u00c4ltesten!\u201c Hochverehrte F\u00fchrungskr\u00e4fte! Dass sie ein Verh\u00f6r veranstalten wegen einer Wohltat und Wundertat an einem langj\u00e4hrigen Leidensmann, h\u00e4lt Petrus zun\u00e4chst einmal fest. Anstatt in den Jubel einzustimmen, werfen sie ins Gef\u00e4ngnis und ziehen eine juristische Verfolgung auf. Wie unlogisch! Wie hassgetrieben! Die Herrschaften wollen genau Bescheid wissen? Schon gestern haben die beiden Gesandten von Jesus genau Bescheid gegeben. Gerne k\u00f6nnen sie\u2019s nochmal wiederholen, zum Mitschreiben: \u201eIm Namen Jesu Christi von Nazareth, den ihr gekreuzigt habt, den Gott von den Toten auferweckt hat; durch ihn steht dieser hier gesund vor euch.\u201c Jesus \u2013 schon die blo\u00dfe Erw\u00e4hnung muss f\u00fcr die Beteiligten an der Verschw\u00f6rung gegen ihn ein Florettstich ins Gewissen sein. Nicht Pilatus war schuld am Todesurteil, sondern die Intrige des hochgeistlichen Hohen Rates. Sorry, aber falls noch nicht bekannt: Der verfemte Gekreuzigte lebt. Der b\u00f6se Verleumdete wirkt das wundervoll Gute an kaputten Menschen. In seinen letzten Jerusalemer Tagen hat Jesus selbst mit Psalm 118 argumentiert: Ein Felsenquader wird von Bauleuten begutachtet und als untauglich ausgemustert; sp\u00e4ter aber findet ausgerechnet er seinen Platz als zentraler Grundstein eines neuen Tempelbaus. Ihr habt Jesus aussortiert, hei\u00dft das, aber Gottes Plan hat ihn an zentraler Stelle eingebaut. \u201eIn keinem andern ist das Heil.\u201c Rettung aus der Gottverlorenheit schafft nur der eine Name. Zugang zum Allerh\u00f6chsten er\u00f6ffnet nur die eine Person. So wie das Passwort am Computer; so wie der Bankmitarbeiter, der mit seinem Fingerabdruck den Tresor \u00f6ffnet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eIn keinem andern ist das Heil\u201c: Dass Apg 4,12 in gro\u00dfen goldenen Lettern wieder an die Kuppel des Berliner Stadtschlosses geschrieben wurde wie beim Originalbau, ist vielen ein Dorn im Auge. Man hat eine Bronzetafel angebracht mit der Inschrift: \u201eAlle Institutionen im Humboldt-Forum distanzieren sich ausdr\u00fccklich von dem Alleing\u00fcltigkeits- und Herrschaftsanspruch des Christentums, den die Inschrift zum Ausdruck bringt.\u201c Ein Herrschaftsanspruch? Nein, ein Wahrheitsanspruch, ein Denkansto\u00df, eine Einladung. Es kann sein, dass wir in eine Diskussion \u00fcber die Weltreligionen geraten, in der unser Hinweis auf den rettenden Namen gefragt ist, neben dem es keinen echten Retternamen gibt. Jesus, unser Herr, fragt danach, ob wir so frei sind, zu ihm zu stehen: \u201eWer mich nun bekennt vor den Menschen, den will ich auch bekennen vor meinem himmlischen Vater.\u201c In seinem neuen Buch \u00fcber die evangelikale Bewegung unterscheidet Professor Dietz aus Marburg zwischen Bekenntnis-Evangelikalen, Allianz-Evangelikalen und sozialen Evangelikalen; die Beschreibung verschiedener Akzentsetzungen macht Sinn. Sie darf nur nicht verdr\u00e4ngen, dass das Bekennen zur Grundausstattung des Christseins geh\u00f6rt. Entweder wir sind bekennende Christen. Oder wir sind dabei, den Christennamen zu entleeren und zu verspielen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer ist so frei, beim Elternabend aufzustehen und nachzufragen, warum ein Sch\u00fcler im Biologieunterricht kein Geh\u00f6r fand, als er auf Naturwissenschaftler hinwies, die triftige Einw\u00e4nde gegen die Evolutionstheorie vortragen? Wer ist so frei, bei einem Gespr\u00e4ch \u00fcber einen Menschen, der ins Wachkoma gefallen ist, darauf hinzuweisen, dass seine W\u00fcrde in Gott verankert ist und deshalb Sterbehilfe Gott ins Handwerk pfuscht? Wer ist so frei, einen Kirchengemeinderat zu mehr Freimut aufzurufen, der zwar zur\u00fcckhaltend ist gegen\u00fcber der Segnung von gleichgeschlechtlichen Paaren, aber \u00f6ffentlich nichts dazu sagen will, weil das negative Reaktionen ausl\u00f6sen k\u00f6nnte?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Bekenntnis zu Jesus darf sich nicht beschr\u00e4nken auf das Aufsagen des apostolischen Glaubensbekenntnisses. Sondern es muss ein Bekenntnis sein zu seiner Lehre vom Sch\u00f6pfer, von Mann und Frau und von den guten Geboten. Der Apostel Paulus warnt davor, \u201edass jemand anders lehrt und bleibt nicht bei den heilsamen Worten unseres Herrn Jesus Christus\u201c. Die Lehre von Jesus, die den Ideologien unserer Zeit widerspricht, macht das aktuelle Bekennen relevant und brisant. Die aktuellen Auseinandersetzungen zu f\u00fchren, wird freilich niemand von Nichttheologen verlangen, die berufst\u00e4tig sind, Familie haben und in der Gemeinde mitanpacken. Aber jeder kann sich informieren und andere hinweisen z.B. auf die neue Mediathek des Netzwerks Bibel und Bekenntnis namens \u201eoffen.bar\u201c oder auf die neue Mediathek des Albrecht-Bengel-Hauses \u201eBengel-Theke\u201c. Dort finden sich Vortr\u00e4ge, die erkl\u00e4ren, warum die Bibel vertrauensw\u00fcrdig und Jesus einmalig ist. Unsere Hausaufgabe ist es, uns zu fragen, was wir dazu beitragen k\u00f6nnen, dass der Name Jesus genau dort herrlich gemacht wird, wo er l\u00e4ngst nicht mehr vorkommt oder auch bewusst abgelehnt wird. Daf\u00fcr k\u00f6nnen wir sorgen: f\u00fcr das Jesuswort auf der Gl\u00fcckwunschkarte, f\u00fcr die Whatsapp mit Bibelwort f\u00fcr den ver\u00e4ngstigten Teenager oder f\u00fcr das Bekenntnis zum allm\u00e4chtigen Sch\u00f6pfer in einer Klimadiskussion. Sind wir so frei? Oder fehlt uns der Heilige Geist, der Petrus und Johannes befeuert? Der Geist macht Mut. Jesus schenkt Freimut. Zum offenen Wort von ihm. Dadurch k\u00f6nnen andere die Liebe und Leidenschaft unseres Lebens verstehen und kennenlernen.<\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\" start=\"3\">\n<li><strong> Jesus macht fest. <\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Sitzungszimmer wackeln die grauen B\u00e4rte. Die hohen Herrschaften wundern sich \u00fcber das Stehverm\u00f6gen von Petrus und Johannes. Sie sind beeindruckt von der offenherzigen Auskunft, die ihnen die Kreuzigung als Vergehen an Gottes Sohn auftischt. Haben sie es nicht mit zwei ungebildeten Fischern aus Galil\u00e4a zu tun? Welcher Geist ist es, der aus ihnen spricht? In nicht\u00f6ffentlicher Sitzung beratschlagt der Hohe Rat, wie er die Begeisterung \u00fcber das Wunder durch den Namen Jesus stoppen kann. Gro\u00dfes Bedauern: \u201eWir k\u00f6nnen\u2019s nicht leugnen!\u201c Zu dumm, dass der geheilte Bettler im Saal neben Petrus und Johannes auftritt! Offenbar ganz bewusst als mutiger Zeuge f\u00fcr den Namen Jesus! Was sind das eigentlich f\u00fcr Theologen, die das Leugnen und L\u00fcgen ernsthaft als Strategie in Betracht ziehen? Als dieser Weg verbaut ist, verlegen sie sich aufs Drohen und Zensieren. Redeverbot f\u00fcr die beiden Jesussektierer! Kein \u00f6ffentliches Wort mehr von dem Gekreuzigten! Petrus und Johannes zeigen sich unbeeindruckt: \u201eUrteilt selbst, ob es vor Gott recht ist, dass wir euch mehr gehorchen als Gott.\u201c Jesus hat befohlen, ihn bekanntzumachen. Die Machthaber befehlen, ihn totzuschweigen. Welchem Befehl ist zu gehorchen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr Petrus und Johannes ist in diesem Fall klar: \u201eMan muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.\u201c So formulieren sie es beim n\u00e4chsten Verh\u00f6r. Sie k\u00f6nnen und wollen nicht damit aufh\u00f6ren, den Ruhm des Herrn Jesus Christus auszubreiten. Erhobenen Hauptes gehen die beiden Widerst\u00e4ndler davon. Wie klar ihr Nein! Wie fest ihr Herz!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wann m\u00fcssen wir Gott mehr gehorchen als den Menschen, liebe Mitchristen? Wenn die F\u00fchrungsebene in Staat und Kirche anf\u00e4ngt, den Missionsauftrag zu behindern und das Gemeindeleben zu erdrosseln. Einwand: Gibt uns der Apostel in R\u00f6mer 13 nicht die Anweisung, der staatlichen Anordnung auf jeden Fall Folge zu leisten? Nein. \u201eGebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist\u201c, sagt unser Herr und Meister. Das staatliche Gebot steuert unsern Lebensrahmen Staat; das g\u00f6ttliche Wort aber breitet das Reich Gottes aus und schafft geistliches Leben. Als in der Reformationszeit Landesf\u00fcrsten die Verbreitung der Bibel bek\u00e4mpften, fuhr ihnen Luther \u00f6ffentlich in die Parade. Der Reformator rief Christen zum Widerstand auf: \u201eIch sage dir, wo du dem F\u00fcrsten nicht widersprichst und ihm Raum gibst, dass er dir den Glauben oder die B\u00fccher nimmt, so hast du wahrlich Gott verleugnet.\u201c Allerdings genie\u00dfen wir das Vorrecht, in einem Staat zu leben, dessen Grundgesetz Religionsfreiheit und Meinungsfreiheit garantiert. Mitchristen in China, in Russland und im Iran sind es gewohnt, dass sie nicht frei evangelisieren und Gemeinde bauen k\u00f6nnen. Viele landen vor Gericht und im Gef\u00e4ngnis. Leider gibt es deutliche Anzeichen daf\u00fcr, dass auch das Christentum in Europa immer mehr ins Visier einer politischen Kaste ger\u00e4t, die nicht freiheitlich denkt, sondern ideologisch. Am 30. M\u00e4rz wurde die ehemalige Innenministerin von Finnland P\u00e4ivi R\u00e4s\u00e4nen vom<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vorwurf der Hassrede gegen Homosexuelle freigesprochen. Sie hatte einfach nur die biblische Position bezeugt. Wegen einer Meinungs\u00e4u\u00dferung, die nicht in den staatlich gef\u00f6rderten Mainstream passt, erhebt im heutigen Europa eine Staatsanwaltschaft Anklage. Wir haben Anlass, nicht nur R\u00f6mer 13 zu studieren, wo der Staat das B\u00f6se bestraft und das Gute belohnt, sondern auch Offenbarung 13, wo der Staat zum rei\u00dfenden Tier wird, das Anbetung verlangt und total kontrolliert. Wir werden herausgefordert, nach dem kirchengeschichtlich beispiellosen Gottesdienstverbot im Fr\u00fchjahr 2020 und nach monatelangem Singverbot miteinander zu \u00fcberlegen, wo die rote Linie verl\u00e4uft, an der der Staat \u00fcbergriffig wird und der Widerstand der Jesusbekenner beginnen muss. Petrus und Johannes stellen die Frage an unsere jungen Erwachsenen, ob sie ger\u00fcstet sind f\u00fcr die Situation, in der jemand aus einer tiefen Abneigung heraus ihren Glauben angreift. Petrus und Johannes stellen die Frage an uns, ob unser Glaube angesichts von heftigem Gegenwind im Laufe der Zeit reifer, fester und widerstandsf\u00e4higer wird wie ein wachsendes B\u00e4umchen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach Ostern hatte ich Gelegenheit, einen Hilfstransport aus Rum\u00e4nien in die Ukraine zu begleiten. Die jungen M\u00e4nner, die halfen, die Lebensmittelpakete auszuladen, erz\u00e4hlten: Seit Kriegsbeginn treffen sie sich jeden Morgen im Gemeindehaus zum Beten. Das h\u00e4lt sie aufrecht mitten im Krieg. Ich war beeindruckt von ihrer Hoffnung auf den lebendigen Herrn. Er ist unser Leben, unsere Liebe, unsere Leidenschaft. Warum? Weil er froh macht, frei und fest. Amen.<\/p>\n<p><em>Ansprache beim Christustag in Pforzheim, 16. Juni 2022<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe Br\u00fcder und Schwestern, \u201eer sprang umher und lobte Gott\u201c, hei\u00dft es von dem Gel\u00e4hmten, den Petrus am Tempeltor auf die Beine stellte. So h\u00e4tte ich es wahrscheinlich auch gemacht nach 40 Jahren im Rollstuhl. Welch eine \u00dcberraschung! 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