{"id":20167,"date":"2023-08-06T03:30:33","date_gmt":"2023-08-06T01:30:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=20167"},"modified":"2023-08-06T11:06:40","modified_gmt":"2023-08-06T09:06:40","slug":"jetzt-kommt-der-mann-fuers-grobe-jesus-micha-213-predigt-von-thomas-karker","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=20167","title":{"rendered":"Jetzt kommt der Mann f\u00fcrs Grobe \u2013 Jesus (Micha 2,13). Predigt von Thomas Karker"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><em>Pr\u00e4dikant Thomas Karker, Bibelgemeinde Bremen 23.7.2023<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">Jetzt kommt der Mann f\u00fcrs Grobe \u2013 Jesus (Micha 2,13)<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn wir mit dem Zug nach Stuttgart gefahren sind, haben wir immer wieder nach der Baugrube \u201aStuttgart 21\u2018 geschaut. Da musste man sich ja kilometerweit durch den Berg durcharbeiten. Was f\u00fcr ein Durchbruch. Das war schon gigantisch anzuschauen. Was f\u00fcr eine gewaltige Baugrube ist am Bahnhof da entstanden. Wie viel Tonnen an Erde, Gestein und Beton mussten da bewegt werden. So ein Durchbruch ist immer etwas Gewaltiges und Kostspieliges. Und hoffentlich kommt man dann auch auf der anderen Seite an der richtigen Stelle heraus.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von so einem anderen Durchbrecher wollen wir heute h\u00f6ren. Micha 2,13 <em>\u201eEs wird ein Durchbrecher vor ihnen herauf fahren, sie werden durchbrechen und zum Tor aus- und eingehen; und ihr K\u00f6nig wird vor ihnen her gehen, und der Herr vorne an.\u201c<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zuerst wollen wir uns einmal die Einleitungsfragen ein wenig anschauen:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer war Micha? Micha bedeutet: \u201eWer ist wie Jahwe.\u201c Er war ein Prophet aus Moreschet (35 km s\u00fcdwestlich von Jerusalem). Beruf vermutlich Hirte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Abfassung: Micha gibt die Zeit selbst an (1,1): Er empfing seine Prophezeiungen zur Zeit der K\u00f6nige von Juda: Jotam, Ahas und Hiskia. Diese K\u00f6nige herrschten zwischen 735 und 697 v. Chr. Aufgrund seiner Botschaft d\u00fcrfte seine Hauptwirkungszeit vor der Wegf\u00fchrung Israels in die assyrische Gefangenschaft (722 v. Chr.) fallen, also zwischen 730 und 720 v. Chr. Er war damit ein Zeitgenosse des Propheten Jesaja (Jes. 1,1).<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-20168 aligncenter\" src=\"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Bild1-300x212.jpg\" alt=\"\" width=\"549\" height=\"388\" srcset=\"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Bild1-300x212.jpg 300w, https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Bild1-768x543.jpg 768w, https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Bild1.jpg 843w\" sizes=\"(max-width: 549px) 100vw, 549px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Michas Dienst begann zur Zeit des K\u00f6nigs Jothams (750-731 v.Chr.), der zwar auf den HERRN vertraute, sich gegen die Assyrer wehrte, aber nicht die Abschaffung des G\u00f6tzendienstes durchsetzte (vgl. 2K\u00f6n 15,32-38). Sein Nachfolger Ahas (731-715 v. Chr.) betrieb eine pro-assyrische Politik, die hohe Zahlungen forderten. Anstatt auf den HERRN vertraute er lieber auf seine Verb\u00fcndeten. Trotz aller Warnungen des Propheten Jesaja. Ahas war ein gottloser K\u00f6nig, der das Volk noch tiefer in den G\u00f6tzendienst hineinf\u00fchrte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine Wende geschah durch den K\u00f6nig Hiskia (715-686 v. Chr.). Er lehnte sich gegen die assyrische Herrschaft auf und vertraute dem HERRN.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Situation:<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Die Machthaber (2,1-5)<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sie nehmen sich mit Gewalt den Grundbesitz anderer Volksgenossen und erweitern damit ihr Erbteil auf ungerechte Weise. Gott wird ein Joch auf sie legen, aus dem sie ihre verw\u00f6hnten H\u00e4lse nicht mehr ziehen k\u00f6nnen (2,3). Ihr zu Unrecht erworbenes Gut wird verw\u00fcstet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Die falschen Propheten (2,6-11)<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sie emp\u00f6ren sich \u00fcber die Botschaft Michas. Die Gute Nachricht bringt das sehr gut zum Ausdruck:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px; text-align: justify;\">Mi 2,6 \u201eH\u00f6r auf mit dem Gesabber!!\u201c so sabbern diese Leute. So darf ein Prophet nicht reden. Deine Beschimpfung trifft uns nicht!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sie rechneten fest damit, dass Gott nicht die Geduld mit ihnen verlieren w\u00fcrde. Das w\u00fcrde nicht seiner Art entsprechen, so dachten sie und wiegten damit das Volk in falscher Sicherheit. Micha lie\u00df sich nicht einsch\u00fcchtern, sondern stellte klar, dass er ihnen nicht nach dem Mund reden w\u00fcrde.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px; text-align: justify;\">Mi 2,11 Soll ich etwa den Mantel nach dem Wind h\u00e4ngen, soll ich l\u00fcgen, dass sich die Balken biegen, soll ich prophezeien, dass es Wein und Bier in Str\u00f6men regnet? Das w\u00e4re ein Prophet nach dem Geschmack dieses Volkes! (GN)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der erste Zyklus endet jedoch nicht mit dem Gerichtsurteil, sondern es folgt eine wunderbare Heilsbotschaft (2,12-13).<\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\">\n<li><em> Jesus, der Durchbrecher f\u00fcr sein Volk.<\/em><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Durchbrechen zeigt an, dass viele Schwierigkeiten vorhanden sind. Der Durchbrecher muss so stark sein, dass er alle Hindernisse und Befestigungen umst\u00fcrzen kann, um den Eingesperrten die Freiheit zu verschaffen. So sah es um die Juden aus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir denken jetzt zur\u00fcck, weit zur\u00fcck an die Gefangenschaft der Kinder Israel in \u00c4gypten. Rein menschlich war es unm\u00f6glich, dass sie dort jemals wieder herauskommen k\u00f6nnten. Dann ist der gro\u00dfe Durchbrecher f\u00fcr sie in den Riss getreten. Da stehen die Israeliten nun am Roten Meer, rechts und links Felsw\u00e4nde, hinter ihnen die \u00c4gypter, vor ihnen das Meer. V\u00f6llig kraftlos, aussichtslos, hoffnungslos. Und dann tritt Gott auf den Plan. Gott bricht durch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Kinder Israel hatten w\u00e4hrend ihrer vierzigj\u00e4hrigen Reise durch die W\u00fcste die Wolken- und Feuers\u00e4ule zu ihrem Wegweiser und Schutz. Die alten j\u00fcdischen Rabbiner sagen von ihr, sie habe vor den Kindern Israel her die Wege gebahnt, Berge geebnet, und die wilden und giftigen Tiere verscheucht und get\u00f6tet. Zwar meldet uns die heilige Schrift dieses nicht, doch sagt David Psalm 105,39: sie habe ihnen des Tages zur Decke gegen die Hitze, und des Nachts zur Leuchte gedient; so wie Moses uns berichtet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Wolken- und Feuers\u00e4ule war ein Vorbild von Christus. Er zieht vor seinem Volke her, oder tritt hinter sie, wie sie es brauchen. Er bedeckt sie gegen den Brand der g\u00f6ttlichen Herrlichkeit, und erleuchtet ihre Nacht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Er leitet die Elenden recht, und lehrt die Elenden seinen Weg. Er streitet f\u00fcr sie und bahnt ihren Weg vor ihnen her; als ein Durchbrecher f\u00e4hrt Er vor ihnen herauf, und sie werden auch durchbrechen, ihr K\u00f6nig geht vor ihnen her, und der Herr vorne an.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die vorgelesenen Worte enthalten zun\u00e4chst eine Verhei\u00dfung von der Erl\u00f6sung des Volkes Israel aus der babylonischen Gefangenschaft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von den Chald\u00e4ern weggef\u00fchrt, schien ihre Erl\u00f6sung unm\u00f6glich, sie waren gefangen in Babel \u2013 dieser unermesslichen Stadt \u2013 deren Mauern zu den sogenannten sieben Weltwundern gerechnet wurden, wegen ihrer H\u00f6he und unglaublichen Breite. \u2013 Der Herrscher des Reichs war der m\u00e4chtigste, den die Erde gesehen hatte, und so stolz, dass er allen K\u00f6nigen ein Joch zuschickte, als eine Aufforderung, sich ihm zu unterwerfen, und die nicht wollten, zwang er.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber diese Worte deuten auf eine herrliche Befreiung durch einen K\u00f6nig, der ihr K\u00f6nig und Gott ist. Nach dem vorigen Vers wird seine Erl\u00f6sung vorgestellt, wenn es eigentlich hei\u00dft: f\u00fcrwahr \u2013 ganz gewiss \u2013 f\u00fcrwahr, Ich will sie nach Hause bringen, wie Schafe von Bazra. Dies hat sich ja (Jeremia 25,12) erf\u00fcllt: Wenn aber die siebzig Jahre um sind, will ich heimsuchen den K\u00f6nig von Babel und jenes Volk, spricht der HERR, um ihrer Missetat willen: Der Durchbrecher zog vor ihnen her.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ebenso ist er durchgebrochen, wie Jesus es selbst prophezeit hat, dass in Jerusalem kein Stein auf dem andern bleiben wird. Da h\u00f6ren wir es noch in den Ohren klingeln: \u201eSein Blut komme \u00fcber uns und unsere Kinder!\u201c (Mt 27,25) Und was haben wir in der Geschichte erlebt, wie Jerusalem zermalmt wurde? Wer schon einmal die Geschichte dieser Eroberung bei Josephus Flavius gelesen hat, wird erschaudern, mit welcher Pr\u00e4zision hier der Durchbrecher Jesus Christus am Werke war, um sein Volk in die V\u00f6lkerwelt hineinzuf\u00fchren und ihr Blut \u00fcber sie und ihre Kinder zu bringen. \u00dcber 1 Million Tote Juden!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber was sehen wir ab ca. 1870, wie der Durchbrecher Jesus Christus sein Volk wieder begonnen hat es zu sammeln. Theo Hertzl als Vertreter des Zionismus. Niemand h\u00e4tte einen Pfifferling f\u00fcr die Juden nach dem Desaster des 3. Reiches gegeben. Und wie m\u00e4chtig ist der Herr Jesus Christus f\u00fcr sein Volk als Durchbrecher t\u00e4tig gewesen, als am 8. Mai 1948 der Staat Israel ausgerufen wurde. Das war bei Jesaja und Jeremia lange vorher angek\u00fcndigt gewesen. <strong>WEG <\/strong>hast du allerwegen, \/ an Mitteln fehlt dir\u2018s nicht; \/ dein Tun ist lauter Segen, \/ dein Gang ist lauter Licht. \/ Dein Werk kann niemand hindern, \/ dein Arbeit darf nicht ruhn, \/ wenn du, was deinen Kindern \/ ersprie\u00dflich ist, willst tun. (Paul Gerhardt)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und dann wird er als der gro\u00dfe Durchbrecher f\u00fcr sein Volk wiederkommen und das Wort <em>und zum Tor aus- und eingehen; und ihr K\u00f6nig wird vor ihnen her gehen, und der Herr vorne an, <\/em>wird sich buchst\u00e4blich erf\u00fcllen. Dann wird das ganze Volk Israel sich zu seinem Messias Jesus bekehren, und sie werden aufschauen auf den, den sie durchstochen haben und sich als erstes Volk komplett Jesus anvertrauen.<\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\" start=\"2\">\n<li><em> Jesus, der Durchbrecher der Folgen des S\u00fcndenfalls.<\/em><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese \u00e4u\u00dfere Erl\u00f6sung war nur ein Bild einer weit gr\u00f6\u00dferen und wichtigeren Erl\u00f6sung durch Christus, die vom Paradies an verhei\u00dfen war. Deshalb hei\u00dft er auch mit Recht ein Durchbrecher \u2013 Pheretz \u2013. So hei\u00dft auch einer der S\u00f6hne Judas. Was hat er f\u00fcr sie durchbrochen? Alles, was sie gefangen hielt, alles, was sich vor der Stadt ihrer Gl\u00fcckseligkeit gelagert hat, dass sie nicht hinein konnten. Der Cherub vor dem Paradies war ein Bild davon, um dem gefallenen Menschen den Zugang zum Baum des Lebens zu verwehren. Dann sagt Jesus: Heute wirst du mit mir im Paradiese sein. Der Zaun Moses um den Horeb, verhinderte bei Todesstrafe, dass ein Mensch oder Tier nahen durfte, bis es beim neuen Jerusalem hei\u00dft: Ihr seid gekommen nicht zu dem Berge, der mit Feuer brannte, sondern zu dem Berge Zion und zu der Stadt des lebendigen Gottes, zu dem himmlischen Jerusalem \u2026, und zu der Gemeine der Erstgebornen \u2026 (Hebr 12,22). Das ist das Werk des gro\u00dfen Durchbrechers Jesus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was f\u00fcr furchtbare Gestalten hatten sich da am Wege gelagert, dass man es nicht wagen durfte, auf die Stra\u00dfe des Heils zu gehen!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u008c\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Angefangen bei dem alten Drachen, dem Satan, der Jes. 49 den Namen Riesen, ja eines Gewaltigen, tr\u00e4gt, und wo gefragt wird: Kann man ihm den Raub nehmen und seine Gefangenen losmachen? \u2013 Nennt ihn nicht Christus einen Gewaltigen, der seinen Palast bewohnt? Hei\u00dft er nicht ein Gott dieser Welt? Wird nicht von einer Obrigkeit der Finsternis geredet, und die ganze Waffenr\u00fcstung Gottes ist notwendig, um das Feld zu behalten? Ist er nicht bald ein Lichtengel, eine schleichende Schlange, oder ein br\u00fcllender L\u00f6we, je nachdem es seinen Absichten entspricht? Hat er nicht eine Kraft, das Wort vom Herzen zu nehmen, zu versuchen, zu verblenden, zu verschlingen? Hat er nicht auch seine Engel, seine Apostel, seine Methoden und listigen Anl\u00e4ufe? Auch in seinem gefallenen Zustand ist er noch eine solche schreckliche Majest\u00e4t, und wir sollen uns nicht einbilden, wir k\u00f6nnten wider ihn bestehen? Er hat 6000 Jahre Erfahrung, er wei\u00df, wie er uns packen kann. Dies ist also allein schon Hindernis genug, welches durchbrochen werden muss, wenn wir gerettet werden sollen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u008d\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Das n\u00e4chste Hindernis ist die S\u00fcnde. Oft wird sie ja nur als eine kleine Unp\u00e4sslichkeit betrachtet, die sich von selbst kuriert. Ist dies aber schriftm\u00e4\u00dfig? O \u2013 da hei\u00dft es: Dein Schade ist verzweifelt b\u00f6se, deine Wunden sind unheilbar, \u2013 dich kann niemand heilen (Jer 30). Die S\u00fcnde, dieses scheu\u00dfliche, Gott erz\u00fcrnende, elend machende, und Gottes Feuereifer \u00fcber uns herabrufende \u00dcbel. Dieses \u00dcbel, das uns qu\u00e4lt, beunruhigt, beherrscht, und \u2013 das uns von Gott scheidet, aus dem Himmel verbannt, in die H\u00f6lle versenkt. Nur der Sohn Gottes kann diesen Tyrannen zerst\u00f6ren, der sich auf dem Wege gelagert hat, und dessen grimmigen Klauen niemand durch eigene Kraft und Klugheit entrinnt; er muss fortgeschafft werden, oder es ist mit uns verloren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u008e\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Das Gesetz ist das dritte Bollwerk, das uns den Eingang in das neue Jerusalem abwehrt. Es ist der g\u00f6ttliche Handlanger gegen den Menschen, seiner unerl\u00e4sslichen, heiligen Forderungen und strengen Drohungen beim \u00dcbertreten; es ist der aufmerksame W\u00e4chter \u00fcber die Ehre Gottes, der unbestechliche Zuchtmeister f\u00fcr unsere Schuldigkeit, der ernste Richter in jeder Vergehung, der Sp\u00e4her \u2013 selbst der geheimsten Gedanken. Es droht im Namen Gottes, es verflucht im Namen Gottes jeden, der nicht alles h\u00e4lt, was geschrieben steht. Wie sollte da f\u00fcr uns an Rettung zu denken sein, solange uns diese, Tod und Untergang speiende Mauer im Wege steht. Bei deren Anblick ist selbst Moses erschrocken. Wo ist der Durchbrecher, der f\u00fcr uns durchbricht. Er hei\u00dft Jesus Christ.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u008f\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Und, das gr\u00f6\u00dfte Hindernis: Gott selbst tritt uns als ein verheerendes Feuer in den Weg. Seine heiligen Eigenschaften treten uns in den Weg, dass wir vergehen. Der Heidelberger Katechismus sagt: denn ich bin von Natur aus geneigt, Gott und meinen N\u00e4chsten zu hassen. Sollte Gott uns mit dieser Gesinnung gl\u00fccklich machen? Stimmt das mit seiner Gerechtigkeit \u00fcberein, ein Gesch\u00f6pf auf ewig um sich zu haben, das nach dem Urteil des Richters den Untergang verdient hat? Ist es seiner Heiligkeit angemessen, Menschen zu lieben, und in seine Gemeinschaft zu nehmen, die er selbst f\u00fcr S\u00fcnder, f\u00fcr unrein, f\u00fcr abscheulich erkl\u00e4rt?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wo bleibt seine Wahrheit, wenn er Strafen nicht vollzieht, die er selbst gegeben hat? Sollte er wirklich etwas sagen und doch nicht tun? Wird er es zugeben k\u00f6nnen, dass S\u00fcnder begnadigt werden, wodurch er den Ungehorsam noch belohnt, nach dem Motto: Es ist nicht n\u00f6tig, ihm zu gehorchen, tu, was du willst, und es wird am Ende doch gut gehen? Unm\u00f6glich kann so etwas der Fall sein!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jetzt bedarf es einen, der durchbricht: Er hat den, der von keiner S\u00fcnde wusste, f\u00fcr uns zur S\u00fcnde gemacht, damit wir durch ihn die Gerechtigkeit werden, die vor Gott gilt (2.\u00a0Kor 5,21).<\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\" start=\"3\">\n<li><em> Jesus, der Durchbrecher zum Heil.<\/em><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unser Text f\u00e4ngt mit \u201eherauffahren,\u201c die Geschichte unsers K\u00f6nigs aber mit \u201eherunterfahren\u201c an. Das Wort Gottes redet stets mit h\u00f6chster Gewissheit, und stellt das Zuk\u00fcnftige als gegenw\u00e4rtig, als l\u00e4ngst geschehen dar.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dein K\u00f6nig kommt! Ein Kind ist uns geboren, ein Sohn ist uns gegeben, welches Herrschaft ist auf seiner Schulter, und er hei\u00dft: Wunderbar, Rat, Kraft, Held, Ewig \u2013 Vater, Friedef\u00fcrst. Nun sollen dem Riesen seine Gefangenen genommen werden. Zieht dieser K\u00f6nig vor ihnen her, so muss es ihnen gelingen, dass sie zum Tor einziehen; denn er hat das Joch ihrer Last zerbrochen. Endlich trat der herein, der mit Macht gebot: Lasst diese gehen; der erkl\u00e4rte: Es soll euch kein Haar gekr\u00fcmmt werden, ohne den Willen meines Vaters im Himmel. Dazu war Macht erforderlich. Wer den Starken binden will, muss der St\u00e4rkere sein, um zu bestehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sie haben meine H\u00e4nde und F\u00fc\u00dfe durchgraben, hie\u00df es 1000 Jahre vorher, ehe es wirklich auf Golgatha geschah.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein Kind ist uns geboren, ein Sohn ist uns gegeben, hie\u00df es 600 fr\u00fcher, ehe es hie\u00df: Im Stall und in der Krippe werdet ihr es finden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der K\u00f6nig ist zuerst heruntergefahren. Mit welcher Majest\u00e4t wird das geschehen sein? Unter Donner und Krachen, Blitz und Posaunenhall!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Viele meinten, es m\u00fcsse etwas Gro\u00dfes geschehen, aber ein Stall \u2013 eine Krippe, umschloss das h\u00f6chste Wunder. Gott, der K\u00f6nig, ward als kleines Kind geboren, von einem armen Weib. Nun galt es Glauben, wenn es zu den St\u00e4dten Judas hie\u00df: Seht, da ist euer Gott! Siehe, der Herr, Herr kommt gewaltig, und sein Arm wird herrschen. Worauf der Unglaube antwortete: Wie soll dieser es wissen, was gut ist? Torheit! Wer wollte das von dem Kind glauben? Aber trotzdem war der Durchbrecher da, und der F\u00fcrst der Finsternis fing an zu zittern; sein Palast bebte; denn, sprach das Kind: Ich will dir den Kopf zertreten. So machte sich die listige Schlange auf, ihn zu verderben. Sie wollte es durch Herodes t\u00f6ten, aber es entfloh, und diese Flucht machte den br\u00fcllenden L\u00f6wen k\u00fchner. Doch es misslang ihm alles; denn unser K\u00f6nig hei\u00dft: Wunderbar.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schon in der heiligen Nacht war unsere Sache gewonnen: Ehre sei Gott in der H\u00f6he, Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen! Aber nun fing der Krieg erst recht an. Schlau, wie eine Schlange \u2013 stark, wie ein L\u00f6we \u2013 verwegen, wie ein Wolf \u2013 selbst als Engel des Lichts sich zu verstellen, \u2013 Satan versuchte unsern K\u00f6nig, mit dem Garn seiner Versuchungen zu umspinnen, ihn durch seltsame Blendwerke, selbst durch die Schrift zu verstricken. Warum? Damit Jesus Mitleid haben und helfen k\u00f6nnte, allen, die versucht werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und dann fuhr der K\u00f6nig vor ihnen herauf in seinem Tode, wo sie alle mit ihm gestorben sind; wer aber gestorben ist, ist gerechtfertigt von der S\u00fcnde. \u2013 Hier war der Kampf am hei\u00dfesten. Der Finsternis war es erlaubt, all ihre Macht, all ihre List, all ihre Waffen wider den Einen im letzten Sturm aufzubieten; der Eine stand allein da, seine Freunde verlie\u00dfen ihn alle, und flohen, \u2013 jedoch mit doppelter Begleitung: Ich habe f\u00fcr euch gebetet, und: Lasset diese gehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sein Gott verlie\u00df ihn auch, und er erhob ein j\u00e4mmerliches Klagegeschrei, \u201eMein Gott, mein Gott \u2026 Er hat sonst seinen Mund nicht aufgetan, sondern alles schweigend erduldete.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was in der sichtbaren und unsichtbaren Welt vorgegangen war unter diesen unbegreiflichen Umst\u00e4nden, das k\u00fcndete das gro\u00dfe Wort an: Es ist vollbracht! Durchbrochen wurden die ehernen dreifachen Tore des zeitlichen, geistlichen und ewigen Todes; die Verhei\u00dfung wurde erf\u00fcllt: Tod, wo ist dein Stachel? H\u00f6lle, wo ist dein Sieg? Und abermals: Die Kinder des Todes sollen loswerden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hier starb die S\u00fcnde; denn zur S\u00fcnde war er f\u00fcr uns gemacht, und Gott verdammte die S\u00fcnde durch S\u00fcnde. Hier starb also auch der S\u00fcndensold \u2013 der Tod \u2013 und wurde umgewandelt in einen Diener der Gl\u00e4ubigen. Hier war dem geistlichen Tod, dem alten Menschen sein Todesurteil gesprochen. Nachdem der Leib der S\u00fcnde und des Todes v\u00f6llig zerst\u00f6rt ist, k\u00f6nnen auch wir von diesem Tiger loswerden, die Gewalt ist dem genommen, der des Todes Gewalt hatte \u2013 n\u00e4mlich: dem Teufel.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gott ist vers\u00f6hnt, seine Liebe offenbart, und da Christus hier ist, der gestorben, ja, vielmehr, der auch auferwecket ist, und sitzt zur Rechten Gottes und vertritt uns \u2013 so fragt nun seine Gemeine: Wer will verdammen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unser K\u00f6nig hilft uns \u00fcberschw\u00e4nglich. Wenn ihr k\u00f6nnt, so vertraut ihm ohne Ende, allein, und ganz. Er wird seine Hand zu den Kleinen wenden und sagt: Ich will dich nicht verlassen noch vers\u00e4umen. \u2013 Denn es wird ein Durchbrecher vor ihnen herauffahren, und sie werden durchbrechen. Ihm sei die Ehre, und Herrlichkeit, und Dank!<\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\" start=\"4\">\n<li><em> Jesus, der Durchbrecher unserer Not.<\/em><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ehe die Kinder Israel auf ihrer W\u00fcstenreise sich in Bewegung setzten, erhob sich der Engel des Herrn. Ehe Gott uns auffordert, irgendwelche Glaubensschritte zu tun, geht Er vorw\u00e4rts. Er verlangt von uns nur durchzubrechen, wo Er schon durchgebrochen hat. Es sind Bewegungen, Gottestaten, in der unsichtbaren Welt, die l\u00e4ngst vollbracht sind, auf denen unser Glaube ruht. Weil der Herr Jesus uns auf unserem Weg vorangegangen ist, so ist alles anders, als wenn Er diesen Weg nie betreten h\u00e4tte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In diesem Sinn ist es nichts weniger als Glauben. Glauben, was unser fleischliches Auge nichts sieht. Jesus geht immer voraus. F\u00fcrchtest du dich vor der S\u00fcnde? Schau, Er hat sie an sein Kreuz genagelt. F\u00fcrchtest du dich vor dem Tod? Er wurde des Todes Tod. F\u00fcrchtest du dich vor der H\u00f6lle? Er hat sie l\u00e4ngst verrammelt, du wirst die H\u00f6lle nie erblicken. Es ist l\u00e4ngst in der unsichtbaren Welt Bahn gebrochen f\u00fcr den Glaubensweg auch der Schw\u00e4chsten und Elendesten. Es sind in der Geisterwelt Siege davongetragen, gegen die kein Teufel und keine H\u00f6lle protestieren kann. Jesus, hat gesiegt, und Gott hat ihm alle Macht gegeben im Himmel und auf Erden, in der Naturwelt, in der Geister- und Geisteswelt, in der Leibes- und Sinnenwelt. Wo der Engel Gottes aufbricht und seine Stellung \u00e4ndert, da k\u00f6nnen auch wir aufbrechen oder eine andre Stelle einnehmen. Er bewahrt, st\u00fctzt und bricht Bahn.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Welche Feinde immer sich dir entgegenstellen m\u00f6gen, er hat sie alle \u00fcberwunden. Es lauern wohl L\u00f6wen, aber ihre Krallen sind zerbrochen; es zischen Schlangen, aber ihre Giftz\u00e4hne sind ausgerissen; es toben rei\u00dfende Str\u00f6me, aber sie sind \u00fcberbr\u00fcckt und einged\u00e4mmt; es zucken Flammen, aber wir tragen das Kleid, das uns unversehrt durchs Feuer bringt. Das Schwert, das zu unserer Vernichtung geschmiedet wurde, ist schon zerbrochen; die Kriegswaffen, die der Feind gegen uns r\u00fcstet, haben schon ihre Spitze verloren. Gott hat in der Person Christi alle Macht, die uns irgend Schaden bringen k\u00f6nnte, beseitigt und unsch\u00e4dlich gemacht. Nun d\u00fcrfen wir den Pilgerlauf getrost fortsetzen, denn alle Feinde vor dir her sind \u00fcberwunden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir bleiben fest, wenn wir den L\u00f6wen Judas anschauen, der \u00fcberwunden hat und Urheber eines ewigen Heils f\u00fcr alle geworden ist, die ihm gehorsam sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 40px;\"><em>O Durchbrecher aller Bande,<\/em><br \/>\n<em>Der du immer bei uns bist,<\/em><br \/>\n<em>Bei dem Schaden, Spott und Schande<\/em><br \/>\n<em>Lauter Lust und Himmel ist,<\/em><br \/>\n<em>\u00dcbe ferner dein Gerichte<\/em><br \/>\n<em>Wider unsern Adamssinn,<\/em><br \/>\n<em>Bis uns dein so treu Gesichte<\/em><br \/>\n<em>F\u00fchret zu dem Ziele hin!<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Amen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Quelle der obigen Grafik:<br \/>\nEwald Keck: Route 66. Quer durch die Bibel (AT), Norderstedt 2012, S. 479.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Pr\u00e4dikant Thomas Karker, Bibelgemeinde Bremen 23.7.2023 Jetzt kommt der Mann f\u00fcrs Grobe \u2013 Jesus (Micha 2,13) Wenn wir mit dem Zug nach Stuttgart gefahren sind, haben wir immer wieder nach der Baugrube \u201aStuttgart 21\u2018 geschaut. Da musste man sich ja kilometerweit durch den Berg durcharbeiten. Was f\u00fcr ein Durchbruch. Das war schon gigantisch anzuschauen. 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