{"id":20130,"date":"2023-07-08T18:42:58","date_gmt":"2023-07-08T16:42:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=20130"},"modified":"2023-07-07T09:47:07","modified_gmt":"2023-07-07T07:47:07","slug":"predigt-ueber-lukas-51-11-am-5-sonntag-nach-trinitatis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=20130","title":{"rendered":"Predigt \u00fcber Lukas 5,1-11 am 5. Sonntag nach Trinitatis"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><em>Es begab sich aber, da sich das Volk zu ihm drang, zu h\u00f6ren das Wort Gottes, und er stand am See Genezareth, und sah zwei Schiffe am See stehen; die Fischer aber waren ausgetreten und wuschen ihre Netze: trat er in der Schiffe eines, welche Simons war, und bat ihn, da\u00df er es ein wenig vom Lande f\u00fchrte. Und er setzte sich und lehrte das Volk aus dem Schiff. Und als er hatte aufgeh\u00f6rt zu reden, sprach er zu Simon: Fahre auf die H\u00f6he, und werfet eure Netze aus, da\u00df ihr einen Zug tut. <\/em><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Und Simon antwortete und sprach zu ihm: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen; aber auf dein Wort will ich das Netz auswerfen. Und da sie das taten, beschlossen sie eine gro\u00dfe Menge Fische, und ihr Netz zerri\u00df. Und sie winkten ihren Gesellen, die im anderen Schiff waren, da\u00df sie k\u00e4men und h\u00fclfen ihnen ziehen. Und sie kamen und f\u00fclleten beide Schiffe voll, also, da\u00df sie sanken. Da das Simon Petrus sah, fiel er Jesu zu den Knien und sprach: Herr, gehe von mir hinaus; ich bin ein s\u00fcndiger Mensch. Denn es war ihn ein Schrecken angekommen und alle, die mit ihm waren, \u00fcber diesem Fischzug, den sie mit einander getan hatten, desselbigen gleichen auch Jakobus und Johannes, die S\u00f6hne Zebad\u00e4i, Simons Gesellen. Und Jesus sprach zu Simon: F\u00fcrchte dich nicht; denn von nun an wirst du Menschen fangen. Und sie f\u00fchrten die Schiffe zu Lande und verlie\u00dfen alles und folgten ihm nach. (Lukas 5,1-11)<\/em><strong><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In dieser Geschichte zeigt Lukas an, wie Petrus und andere zum Apostelamt berufen und gekommen sind. Es ist eine sehr feine Geschichte. Denn mit einem solchen reichen Fischzug hat der Herr ihnen wollen anzeigen, wie das Evangelium mit Gewalt in der Welt gehen, und die Menschen aus des Teufels Reich abfangen und in Gottes Reich bringen werde. Denn der Herr sagt es selbst an, da\u00df Petrus, Andreas, Jakobus und Johannes k\u00fcnftig Menschen fangen sollen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dies ist ein sonderlicher Trost wider die Anfechtung, welche allen frommen Prediger haben, da\u00df sie sich besorgen, die Welt sei zu b\u00f6se, das predigen werde vergebens und umsonst sein, niemand werde sich bessern. Solches, will Christus sagen, mag man bei einer Predigt von Mose sorgen, aber wo mein Wort geht und ich hei\u00dfe predigen, da sollte es geraten, wie es hier mit dem Fischzug geraten ist, welchen Petrus auf meinen Befehl getan hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ehe nun der Evangelist die Geschichte anf\u00e4ngt, sagte er, wie viel frommer Leute und Haufen dem Herrn Christus nachgelaufen sind, da\u00df sie gern geh\u00f6rt haben wenn er predigt. Will also mit diesem Beispiel uns reizen, da\u00df wir auch gerne Gottes Worten h\u00f6ren und flei\u00dfig uns zum selben halten sollen. Denn wer Gottes Wort flei\u00dfig h\u00f6rt, die er hat zwei gro\u00dfe Vorteile, zu welchem man ohne da\u00df Wort nicht kommen kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das erste ist, da\u00df man lernt Gottes Willen erkennen wie er gegen uns gesinnt ist und was er mit uns nach diesem Leben machen will. Solches ist unm\u00f6glich, da\u00df Gott mit uns z\u00fcrne und uns strafen will, aber das Wort belehrt, wie wir nachher h\u00f6ren werden, da\u00df Gott mit uns, obwohl wir S\u00fcnder sind, nicht z\u00fcrnen, sondern uns gn\u00e4dig sein, und uns helfen will von S\u00fcnden und Tod zum ewigen Leben. Das ist eine Frucht, die wir haben durchs Wort, und sollen deswegen dieses gern und flei\u00dfig h\u00f6ren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der andere ist, da\u00df wir aus dem Wort lernen, wie unser \u00e4u\u00dferliches Leben, Stand und Wesen, ins Wort gefa\u00dft und durch das Wort geheiligt, ein rechter Gottesdienst sei, da Gott ein Wohlgefallen an habe; da\u00df es nicht vonn\u00f6ten ist, wer Gott dienen will, da\u00df er des \u00e4u\u00dferlichen Lebens bewegen etwas besonderes anfange, wie die M\u00f6nche getan haben. Er bleibe bei seinem Beruf, tue, was seine Obrigkeit, sein Amt und Stand erfordert und haben will. Dieses hei\u00dft Gott recht gedient, und geschieht ihm ein besonderes Wohlgefallen, wird auch Gl\u00fcck und Heil dazu geben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das ist eine n\u00f6tige Lehre, an der sehr viel gelegen ist, da\u00df wir unseren Beruf in Gottes Wort fassen, und ein jeder dessen gewi\u00df sein soll, da\u00df alles, was er tut und l\u00e4\u00dft, in Gottes Namen und aus Gottes Befehl getan und gelassen hat. So kann das Herz dem Teufel Trotz bieten, und guter Dinge sein, und sagen: Ich habe heute dies und das getan, da\u00df mich Gott gehei\u00dfen und mir befohlen hat in seinem Wort; wei\u00df deswegen, da\u00df es ein gut und Gott wohlgef\u00e4lliges Werk ist. Wer aber solches nicht sagen kann, der h\u00f6re nur beizeiten auf, er habe vor, was er wolle; denn es ist S\u00fcnde, und Gott hatte keine Lust und Willen daran; wie Paulus sagt: \u00abWas nicht aus dem Glauben ist, das ist S\u00fcnde.\u00bb<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hier aber m\u00fcssen wir wissen, wer nicht in die L\u00fcfte will, wie die Heiden, leben, sondern sein Tun und Lassen in das Wort fassen und im Glauben alles tun will, der mu\u00df vor allen Dingen Gottes Wort recht haben und wissen. Denn der Glaube kann nicht sein, wo kein Wort ist. Bedenke du selbst, was doch solches Wort ist, da\u00df alle St\u00e4nde und das ganze \u00e4u\u00dferliche Leben fa\u00dft. Aber man kann es dir sehr bald sagen. Denn erstlich steht das vierte Gebot da. Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren. Dieses Gebot fa\u00dft alle St\u00e4nde. Denn der Ehestand ist die Quelle, aus der alle St\u00e4nde wachsen. Und Gott hatte es sonderlich also in einander gebunden: gleich wie der Ehestand allen anderen St\u00e4nden dienen mu\u00df (denn wo nicht Eheleute, w\u00fcrde kein Regiment noch b\u00fcrgerlich Leben bestehen k\u00f6nnen); also sollen wiederum alle St\u00e4nde in dem einigen Ehestand dienen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zum anderen, neben solchen Wort, da\u00df alle St\u00e4nde fa\u00dft, haben wir ein anderes Wort, da\u00df fast alle Werke, n\u00e4mlich, da\u00df Wort, da\u00df da hei\u00dft und gebietet, wir sollen unseren N\u00e4chsten lieben als uns selbst. Diese zwei Befehle sollen uns immer vor unseren Augen leuchten, so geht unser Leben recht nach Gottes Wort und Befehl.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer es nun dem Werk nach will rechnen, ist es ein sehr geringes Ding, da\u00df eine Magd im Hause kocht, sp\u00fclt, kehrt, Kinder tr\u00e4gt, wischt, badet. Denn solches tun die Heiden und Unchristen auch; aber sie tun es ohne Gottes Wort, das ist, sie glauben nicht, da\u00df Gott ein Dienst und Gehorsam an solchen Werken geschieht, und kennen seinen Befehl nicht. Eine Magd aber, da\u00df eine Christin ist, wei\u00df aus dem vierten Gebote, da\u00df Gott f\u00fcr solche Werke gebietet und von uns haben will, und sieht, da\u00df es die Liebe gegen den N\u00e4chsten auch so fordert. Darum macht es ein heilig Werk daraus, und Bedarf keines Gehorsams dazu. Denn das Wort ist der rechte Gehorsam, da\u00df der Herr sagt durch den Heiligen Paulus: \u00abihr Knechte, seid Gehorsam euren leiblichen Herrn, mit Furcht und Zittern, in Einf\u00e4ltigkeit eures Herzens,\u00bb Epheser 6,5. 1. dieses Wort und der Glaube machen die schlechten Werke (welche die Heiden genauso tun) heilig und Gott angenehm; da sie dort, wo das Wort und der Glaube nicht ist, Gott nicht gefallen k\u00f6nnen. Denn auf Erden ist nichts heilig, denn Gottes Name und Wort. Was soll nun geheiligt werden, mu\u00df durch solchen Namen und Wort Gottes geheiligt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Befehl nun des vierten Gebots der geht durch und \u00fcber alle St\u00e4nde und Werke und segnete sie also, da\u00df es heilige und Gott wohlgef\u00e4llige St\u00e4nde und Werke sind, so du an Christus glaubst und in Gottes Namen den Gehorsam leistest. Stirb deswegen in solchen Stande, wann Gott will, so stirbst du selig und wohl; denn du stirbst in dem rechten Glauben und Gehorsam, und bist ein Kind des ewigen Lebens: nicht wegen der Werke, sondern wegen des Glaubens, aus welchem nachher solcher Gehorsam und Werk folgt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das ein M\u00f6nch eine Kappe anzieht, sich die Haare besonders schneidet, zur Messe des Nachts aufsteht, mit dem Essen besondere Regeln hat: diese Werke haben wohl einen gro\u00dfen Schein; denn es f\u00e4llt den Leuten schwer: aber der Mangel ist daran, da\u00df solche Werke geschehen nicht nach unseres Herrn Gottes Wort; darum sind es auch nicht heilige Werke. Das aber ist ein heiliges Werk und macht heilig, da\u00df du an Jesus Christus glaubst, und dir das vierte Gebot vornimmst und da deinen Gehorsam leistest; weil du h\u00f6rst, da\u00df dein Stand, darin du bist, mit Gottes Wort geschm\u00fcckt und darum ein heiliger Stand ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Also mu\u00df man vor allen Dingen auf das Wort sehen. Denn wenn nur auf die Werke sieht, sieht keinen Unterschied zwischen Christen und Unchristen. Denn beide tun, was Vater und Mutter, Knechte und M\u00e4gde, Herr und Frau im Hause tun. Aber da sieht man den Unterschied. Die Heiden und Unchristen tun es in S\u00fcnde und Unglauben; denn sie wissen von Gottes Wort nichts. Ein Christ aber tut es im Glauben, und h\u00e4lt seine Werke nach dem Wort Gottes f\u00fcr ein gehorsam und Gott wohlgef\u00e4lliges Werk. Darum ist dies ein heiliges, jenes aber ein unheiliges Werk.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Darum sollte man diesem Beispiel nach Gottes Wort hier gern und flei\u00dfig h\u00f6ren, so k\u00f6nnten wir mit Petrus noch heutigen Tages dazu kommen, da\u00df wir zu unserem tun einen gewissen Befehle h\u00e4tten, und w\u00fcrde danach vielmehr Gl\u00fcck bei allem unserem Tun sein; da sonst, wo Gottes Wort nicht ist, kein rechter Segen, sondern nur Fluch und Ungnade, und ein b\u00f6ses Gewissen sein mu\u00df. Dieses sei genug vom Beispiel, da\u00df der Evangelist im Anfang meldete, wie dies Volk sich flei\u00dfig zum Wort gehalten hat, und Petrus selbst da\u00df Wort so hoch achtet, und tut, was ihn Christus hei\u00dft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun wollen wir die Geschichte uns vornehmen. Worin zwei St\u00fccke sind: zum ersten ist ein leiblicher Trost und Lehre, da\u00df Gott uns nicht verhungern lassen will; danach eine geistliche, da\u00df er uns um der S\u00fcnde willen nicht will verdammen, sondern uns mit Gnaden annehmen. Dieses sind zwei Lehren, die sehr n\u00f6tig und n\u00fctze sind; deswegen sollen wir sie flei\u00dfig merken und uns danach halten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der leibliche Trost ist, da\u00df Christus Petrus hei\u00dft einen Zug tun, und Petrus folgt und f\u00e4ngt \u00fcber den Ma\u00dfen viele Fische. Das mag ein feiner Hausvater sein: wer ihn nur in seinem Beruf und bei seiner Arbeit haben k\u00f6nnte, der w\u00fcrde bestimmt alles genug haben und keinen Mangel leiden. Aber der Evangelist gibt soviel zu verstehen, da\u00df unser lieber Herr Christus nicht jedermann solches tun will; sondern allein denen, die eine ganze Nacht zuvor vergebens gearbeitet und danach Gottes Wort geh\u00f6rt haben. Das ist, er will den Frommen und Armen, die zuvor Not gelitten haben, mit seinem Segen helfen. Denn die Christen m\u00fcssen hier auf Erden leiden und versucht werden. Wenn sie aber versucht sind, und dennoch treu am Wort bei ihrem Beruf und an der Arbeit bleiben, dann will Christus da sein und durch reichen Segen helfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das ist der eine Trost, der uns hier vorgehalten wird, da\u00df wir glauben sollen; und obschon zuweilen wir Mangel haben, da\u00df wir doch nicht verzweifeln noch ungeduldig werden sollen, sondern hoffen, es werde der Segen noch kommen. Denn also geht es Petrus und seinen Gesellen auch: die arbeiten die ganze Nacht umsonst, und k\u00f6nnen nichts fangen; aber da kommt Christus, unser lieber Herr, und gibt ihnen zuerst sein Wort und macht Christen aus ihnen; danach hei\u00dft er sie auf das Meer fahren und versucht sie noch einmal. Da folgt Petrus, und es ger\u00e4t ihm sehr wohl. Also soll es mit uns auch gehen. Gott will uns nicht alle F\u00fclle schon im Anfang geben. Denn wenn er es sofort gebe, wenn wir getauft und Christen geworden sind, w\u00fcrden wir meinen, wir h\u00e4tten es von uns selber. Darum l\u00e4\u00dft er uns zuvor eine Zeitlang mangeln und da\u00df wir uns an das Ungl\u00fcck gew\u00f6hnen, da\u00df ein Mensch bei sich selbst verzagen und sagen mu\u00df: Wer wei\u00df, wie es mir noch gehen wird, wie ich versorgt werde? Wo wir dann in der Hoffnung und am Wort festhalten, so will der liebe Herr und gute Haushalter bei uns sein, und sprechen: Sei du zufrieden, tue einen Zug, la\u00df dich von der Arbeit nicht treiben und warte meines Segens.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Denn das soll bei den Christen nicht sein, ob sie schon Mangel leiden, da\u00df sie darum verzagen, Christus verleugnen, und ungeduldig dar\u00fcber werden wollten; sondern hoffen sollen sie, es werde der Herr mit der Zeit noch geben, was sie bed\u00fcrfen; sollen deswegen mit der Arbeit immer fortfahren und dabei bleiben. Denn Christus gibt dem Petrus hier die Fische nicht also, da\u00df sie von selbst in den Kahn hinein springen: er mu\u00df auf die H\u00f6he fahren, sein Netz ausbreiten, und sich, wie andere Fischer, zu dem Handel schicken, obwohl er jetzt zu einem Christen geworden ist; und mu\u00df den Herrn daf\u00fcr sorgen lassen, ob er etwas fangen werde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Also solle es mit uns auch sein, in was f\u00fcr einen Stand Gott einen jeden gesetzt hat. Bist du Knecht, Magd, Herr, Frau, B\u00fcrgermeister, F\u00fcrst: so tue, was dein Amt ist, denn es hindert dich an deinem Glauben nicht, und kannst Gott in solchem Stand recht und wohl dienen; lasse Gott danach f\u00fcr dich sorgen, wie er dich ern\u00e4hren und dir deine Notdurft schaffen werde; und erschrick nicht davor, ob du gleich eine Zeitlang Not leiden und mangeln mu\u00dft. Denn es kann eine Zeit kommen, die du nicht wei\u00dft, da Gl\u00fcck und Segen sich finden wird, wie es sich hier findet. Bleibe allein treu an Gottes Wort, und la\u00df dich nicht m\u00fcde noch ungeduldig machen. Wer aber solches nicht tut, sondern will bald, wenn es ihm einmal mi\u00dfr\u00e4t, das Netz wegwerfen, und in Ungeduld von seinem Beruf und Handel lassen und ein anderes anfangen, der m\u00fc\u00dfte sein Lebtag ein St\u00fcmper bleiben, und w\u00fcrde nicht nach vorne kommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das ist die erste Lehre, da\u00df wir sollen unverzagt sein, ob wir gleich Mangel sp\u00fcren und uns Gott den Segen nicht sofort gibt, wie wir es bed\u00fcrfen und gerne h\u00e4tten. Denn es w\u00e4re nicht recht, da\u00df Gott uns so bald geschehen l\u00e4\u00dft, wenn wir wollten. Arbeite eine Weile auch umsonst, wie Petrus, leide und sprich: ich mu\u00df meine Nacht auch haben und aufstehen, mit der Zeit wird es mein Vater im Himmel wohl anders machen. Wie man sagt: Man mu\u00df arbeiten, etwas leiden und wagen; alsdann will Gott mit seinem Segen auch kommen: doch sofern, da\u00df man des ersten St\u00fcckes nicht vergesse, und mit Petrus dem Herrn Christus das Schifflein leihe, da\u00df er sich darin setze und predige, und wir dem Wort flei\u00dfig zu h\u00f6ren und es wohl lernen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und hier sehen wir eine besonders gro\u00dfe Tugend an Petrus, der mu\u00df ja ein frommes Herz gewesen sein, da\u00df er sich so fein brechen lassen kann und an das Wort so steif halten. Denn hier geht es wie sonst, da\u00df unser Herr seine Gebote und Werke (wie es die Vernunft ansieht) sehr n\u00e4rrisch zu. Sonst hat es so eine Meinung mit dem Fischen, da\u00df man am Mittag nicht viel f\u00e4ngt, die Nacht ist viel besser dazu. Auch pflegen die Fischer nicht mitten auf die See oder auf das Meer zu fahren; sondern bleiben am Lande, da gibt es viel Fische. Dieses aber dreht der Herr hier um, hei\u00dft Petrus auf die H\u00f6he, das ist, wohl hinein auf die See fahren; und da sie zuvor die ganze Nacht nichts gefangen hatten, hei\u00dft er jetzt um den Mittag das Netz auswerfen. Solches fehlte Petrus wohl, da\u00df es nicht aus der Kunst und aus dem Beruf geredet ist, antwortet deswegen sehr h\u00f6flich: Ei, Herr, spricht er, wir haben die ganze Nacht gearbeitet, und nichts gefangen; und so es unserer Kunst nach gehen soll, ist wenig Hoffnung dabei, da\u00df wir jetzt etwas fangen sollen. Aber dennoch auf dein Wort will ich es wagen; wo dasselbe nicht etwas besonderes schafft, so ist es verloren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dies ist eine sehr feine, h\u00f6fliche Antwort; denn sonst sollte er anders geantwortet haben: Lieber, lehre mich nicht; ich wei\u00df gewi\u00df, wie man Fische fangen soll, was du mir nicht lehren kannst. Predigen und Fischen ist zweierlei. Jenes kannst du; so kann ich das. Ich will dich nicht lehren predigen; lehre du mich auch nicht Fische fangen. Also w\u00fcrden wir vielleicht unserem Herrn auch geantwortet haben. Denn das ist unsere Art und Natur, da\u00df wir immer kl\u00fcger sein wollen, denn unser Herr Gott. Aber Petrus ist fr\u00f6mmer, l\u00e4\u00dft solche Gedanken alle fallen, und denkt: Ich kann vom Fischfang wissen was ich will, so will ich doch dies Wort nicht verachten, sondern ihm folgen. H\u00e4ngt sich also mit ganzem Herzen an das Wort, und l\u00e4\u00dft Vernunft, Erfahrung und alles fallen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dies ist ein feines St\u00fccklein des Glaubens, wer es nur dem lieben Petrus nachtun, und alles, was uns einf\u00e4llt, lassen und sich allein an das Wort halten. Denn das erfahren wir: ein Mensch hat es gern vom andern, da\u00df man ihm glaube und folge; und wenn es gleich mi\u00dfraten sollte, so z\u00fcrnt man doch nicht darum. Wiederum ist es sehr verdrie\u00dflich, wenn der Herr im Haus etwas befiehlt, da\u00df der Knecht nicht folgen will, spricht: Ei, Herr, er tut es nicht, ich habe es auch versucht und es ist mir nicht gelungen, darum will ich es nicht tun. Einen solchen Knecht w\u00fcrde niemand gern im Hause haben. Aber f\u00fcrwahr, wir tun immer gegen Gott im Himmel, lassen uns die Vernunft irren, da\u00df wir dem Wort nicht folgen, wie wir sollen. Wie man an den Sakramentsschw\u00e4rmern sieht. Christus spricht: \u00abNehmet hin und esset, das ist mein Leib; trinket alle daraus, da\u00df es mein Blut.\u00bb Nein, nein, sprechen sie, es ist sein Leib und sein Blut nicht, sondern nur ein Zeichen seines Leibes und Blutes; denn Christus sitzt zur rechten Gottes. Wollen also das Wort nach ihrer Vernunft beurteilen. Pfui dich mal an! Das hei\u00dft die H\u00fchner lehren wie sie Ei legen und die K\u00fche lehren wie sie kalben sollen, wenn man unserem Herrn Gott will predigen lehren. Wie sollte uns so wohl gefallen, wenn unser Knecht und Magd sich also gegen uns hielten, das, was wir hei\u00dfen, sie alles anders machen wollten?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Darum achtet es Gott f\u00fcr eine gro\u00dfe Ehre, wenn wir gegen ihn und sein Wort tun, wie Petrus hier: obgleich die Vernunft uns anders wo hin f\u00fchren will, da\u00df wir doch an uns halten, und sprechen: Vernunft hin, Vernunft her; da steht Gottes Wort und Befehl, dabei will ich es lassen. Wer also sich an das Wort halten kann, da lacht unser Gott und das ganze himmlische Heer. Den Leuten gef\u00e4llt solcher Gehorsam auch wohl. Wenn ein F\u00fcrst seinen Diener etwas hei\u00dft, und er schnell hingeht und tut es, diskutiert nicht lange, wie es wohl werden soll, sondern denkt: Mein Herr hat es so gesagt, ich will es im Namen Gottes tun; ger\u00e4t es, so ger\u00e4t es ihm und mir; ger\u00e4t es nicht, so mi\u00dfr\u00e4t es ihm; es ist n\u00e4rrisch befohlen, so ist es n\u00e4rrisch ausgerichtet. Was geht es mich an? Ich bin darum da, da\u00df ich folgen soll. Wer gegen Gott und sein Wort solches auch tun k\u00f6nnte, wie wir denn zu tun schuldig sind, so w\u00fcrde gr\u00f6\u00dferer Friede auf Erden sein. Es w\u00fcrden weder Rotten noch Ketzer aufstehen, sondern alle Kirchen w\u00fcrden in der Lehre fein eintr\u00e4chtig und gesund bleiben. Aber weil man es nicht tut, und der meiste Teil kl\u00fcger und diskutiert, und dem Wort nicht folgen will, kommt aller Irrtum und Uneinigkeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wohl ist es wahr, ohne Anfechtung geht es nicht ab. Wenn es uns geht, wie Petrus, da\u00df wir auch eine Nacht vergebens gearbeitet: da fehlte es nicht, wir bek\u00fcmmern uns, und murren bald, werden ungeduldig, und Denken, wir wollen alles stehen und liegen lassen, und davon gehen. Aber dieser Anfechtung sollen man nicht Raum geben, sondern im Beruf bleiben, einen Weg wie den anderen, und Gott daf\u00fcr sorgen lassen. Denn da sehen wir oft, da\u00df feine, fromme, gehorsame Kinder sind, denen nichts gelingt, dagegen anderen B\u00f6sen und ungehorsamen Buben ger\u00e4t alles gut. Aber es dauert nicht lange, und es findet sich am Ende, da\u00df sich das Blatt wendet. Deswegen, wenn es sich auch bei dir so zutr\u00e4gt, da\u00df es nicht so geht wie du willst, so halte nur fest und la\u00df dich nicht m\u00fcde machen; denn das Mi\u00dfraten ist besser, wo du nur im Gehorsam bleibst, denn da\u00df es nach deinem Willen geht. Ursache, Gott st\u00f6\u00dft doch zuletzt den Ungehorsam mit dem Gl\u00fcck zu Boden, es sei so Es auch will. Dem Gehorsam aber hilft er endlich auf und gibt Gl\u00fcck dazu.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Darum sollen wir solches merken, und dem sch\u00f6nen Beispiel folgen, da\u00df Petrus allein auf das Wort sieht und demselben folgt, l\u00e4\u00dft die anderen Gedanken, die mir und dir eingefallen w\u00e4ren und ihm einige Zweifel auch eingefallen sind, jedoch an seinem Gehorsam nichts hindern. Denn da steht Gottes Wort und Befehl, auch \u00fcber uns, als \u00fcber Petrus, da\u00df Gott uns befiehlt, wir sollen arbeiten und tun, was unser Beruf erfordert. Wer nun auf solchen Beruf sieht, und flei\u00dfig anh\u00e4lt, obgleich das Gl\u00fcck sich sperrt und der Segen eine Zeitlang ausbleibt, so wird es doch endlich wohl und gut gehen. Denn Gott kann es nicht lassen, er hat Lust am Gehorsam und gibt auch Gl\u00fcck dazu, wenn er ers auch eine Zeitlang aufschiebt, und uns versucht, ob wir auch an seinem Befehl fest halten wollen. Darum soll niemand dar\u00fcber unlustig oder unwillig werden, wenn er gleich mit Petrus eine Nacht vergebens fischt. Denn sollte Petrus diesen reichen Fischzug bei Nacht getan haben, w\u00fcrde er gedacht haben, es w\u00e4re seine Kunst und Arbeit gewesen, er bed\u00fcrfte sonst niemand anderen dazu. Weil er aber die ganze Nacht fischt und nichts f\u00e4ngt, und der Herr ihn zuvor das Wort gibt und hei\u00dft ihn es noch einmal versuchen: da mu\u00df Petrus begreifen, da\u00df er es nicht getan hat; das Wort Gottes und der Segen Gottes haben es getan, seine Arbeit nicht. Das sei genug von dem ersten Trost und Lehre, die leiblich ist und auf die Nahrung geht: das Christus seine Christen nicht will vergebens arbeiten lassen, er will mit seinem Segen bei ihrer Arbeit sein und sie nicht des Hungers sterben lassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der andere Trost und Lehre ist geistlich. Denn da h\u00f6rt ihr Lieben, wie Petrus \u00fcber den Fischzug erschrickt, und lernt den Herrn Jesum daran kennen, da\u00df er mehr als ein gemeiner Mensch ist. Weil er aber sich als einen armen S\u00fcnder erkennt, f\u00e4llt er dem Herrn Jesu zu F\u00fc\u00dfen und spricht: \u00abHerr, gehe von wir hinaus, ich bin ein s\u00fcndiger Menschen.\u00bb Das ist ein geistliches St\u00fcck, welches wenig Leute verstehen. Denn es hat einen solchen Schein, als sei Petrus so and\u00e4chtig und dem\u00fctig, da\u00df er von dem Herrn Christus gern fliehen wollte. Aber es hat eine andere Meinung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Gewissen geht es so zu: Wenn Gott mit seiner Gnade kommt, Vergebung der S\u00fcnden und ewiges Leben umsonst durch Christus verhei\u00dft, da wird die Gnade so gro\u00df, da\u00df man denkt, es sei zuviel, und k\u00f6nnen es nicht annehmen. Das kann man wohl glauben, da\u00df Gott gn\u00e4dig und barmherzig sei; aber da\u00df er uns so \u00fcberaus wollen gn\u00e4dig sein, da\u00df will in das schlechte Herz nicht hinein. Jedermann denkt: Wenn ich so rein und fromm w\u00e4re wie die Jungfrau Maria, so wollte ich mich solcher Gnade auch tr\u00f6sten und annehmen; aber ich bin ein S\u00fcnder, bin der Gnade nicht wert, sondern der Ungnade und des Zorns. Da schl\u00e4gt dann der Teufel auch zu, der bl\u00e4st die S\u00fcnde im Herz derma\u00dfen hoch, da\u00df du nichts anderes sehen kannst als deine Unw\u00fcrdigkeit, und mu\u00df also vor der gro\u00dfen, \u00fcberschwenglichen Gnade erschrecken. Dies ist eine geistliche Anfechtung, von der rohe Leute nichts wissen und merken. Denn der meiste Teil der Menschen leben so dahin, da\u00df sie weder an ihre S\u00fcnde, noch an Gottes Gnade denken. Aber die richtigen Christen erschrecken davor, und denken immer, der sei zuviel, da\u00df Gott um ihretwillen das tun soll. Was bin ich? Denken sie; bin ich es doch nicht wert, da\u00df Gott mir soll so gn\u00e4dig sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der geht nun dieser Trost und Lehre mit Petrus hin, da\u00df der Herr hier sich so freundlich h\u00f6ren l\u00e4\u00dft: Ach, Petrus bin ich doch nicht darum da, da\u00df ich dich w\u00fcrgen, oder wegen deiner S\u00fcnden dich strafen will, f\u00fcrchte dich nicht. Bis du ein S\u00fcnder, sei zufrieden: ich kann und will dir davon helfen und einen gro\u00dfen Mann aus dir machen; darum stelle dich meinetwegen zufrieden, es soll nicht Not haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das also dieser Trost dazu dient, da\u00df wir lernen sollen, wo solche Gedanken unserer Herzen schrecken und kleinm\u00fctig machen wollen, da\u00df wir es forttun, und ihnen nicht Raum geben. Denn solch eine Meinung hat es mit Christus nicht, da\u00df er arme S\u00fcnder nicht leiden kann. Er ist um ihretwillen auf Erden gekommen. Darum tr\u00f6stet er Petrus hier gegen solche Gedanken, und Lukas 12,32 spricht er: \u00abF\u00fcrchte dich nicht, du kleine Herde; denn es ist eures Vaters Wohlgefallen, euch das Reich zu geben.\u00bb Da redet der Herr auch mit solchen furchtsamen Herzen, wie Petrus hier hat, die da denken: Wer? Solltest du in den Himmel kommen? Mit den lieben Engeln in ewige Freude und Wonne im Himmel droben leben? Ja, wenn du fromm und heilig w\u00e4rest! Wie du jetzt aber bist, so wird daraus nichts. Nein, spricht Christus, ihr f\u00fcrchtet euch; aber ihr sollt nichts tun. Mein Vater will euch das Reich geben; und will es euch aus gn\u00e4digem Wohlgefallen geben. Denn weil ihr als arme S\u00fcnder nicht w\u00fcrdig seid, ist es sein gn\u00e4diger Wille, da\u00df er es euch umsonst und aus Gnaden geben will. Darum erschreckt nicht davor; nehmt es mit Liebe und Dank an. Denn so Gott uns nicht sollte etwas geben, wir h\u00e4tten es denn verdient und w\u00e4ren es w\u00fcrdig, so sollte er uns kaum das liebe Brot und blo\u00df Wasser geben. Aber er will nicht auf unser Verdienst und W\u00fcrdigkeit, sondern auf unsere Not und seine Gnade und Barmherzigkeit sehen, und \u00fcber den leiblichen Segen auch das ewiges Leben schenken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In solcher Anfechtung steckt Petrus hier. Er merkt, da\u00df es des Herrn Christi Gaben und Segen ist, da\u00df er auf sein Wort samt seinen Gesellen so eine gro\u00dfe menge Fische auf einen Zug f\u00e4ngt, bedenkt doch, er sei solcher Wohltat unw\u00fcrdig, will deswegen verzweifeln. Was, spricht er, soll ich, Herr, bei dir machen? Geh du zu den frommen Leuten, ich bin leider ein b\u00f6ser, s\u00fcndiger Mensch. Aber Christus tr\u00f6stet ihn, und zeigt sich ganz anders gegen ihn, als er denkt; spricht: Er soll ohne Furcht und zufrieden sein. Als sollte er sagen: Es ist ein geringes Ding um die Fische; ich will dich noch zu einem Menschenfischer machen. Jetzt hast du das Amt, da\u00df du ein Fischer bist; aber ich will dir ein anderes Amt befehlen, da\u00df du in ein anderes Wasser gehen, und Leute fangen, den Himmel voll Fische machen, und meine Reich so f\u00fcllen sollst, wie jetzt diese Fische dein Schifflein f\u00fcllen. Zu solchen Fischzug will ich dir ein anderes Netz geben, n\u00e4mlich das Evangelium, dadurch sollst du die Auserw\u00e4hlten fangen, da\u00df sie sich taufen lassen, glauben und ewig leben sollen. Und nicht an einem Ort allein, sondern in der ganzen Welt, da\u00df du hier eine Stadt, dort ein ganzes Land fangen und bekehren sollst.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das ist der geistliche Trost, welchen der Herr seinen J\u00fcngern gibt, da\u00df er sie nicht allein des Hungers sterben lassen will, sondern sie setzen in das geistliche Regiment, und in die Welt schicken, unter den K\u00f6nigen und F\u00fcrsten das Evangelium rumoren lassen. Ob nun der Teufel dar\u00fcber zornig ist und sich mit aller Macht dagegen setzt, das schadet nicht: dennoch soll das Wort, es z\u00fcrne oder lache der Teufel, hindurch brechen und Frucht schaffen, da\u00df viele an Gottes Sohn glauben, und so Vergebung der S\u00fcnden empfangen, gerecht, selig und Erben des ewigen Lebens werden. Als Zeichen hat uns der liebe Gott sein Wort, Taufe, Abendmahl, Absolution gegeben, welche seine Netze sind, damit er die Seinen aus der Welt, da der Teufel F\u00fcrst und Gott ist, versammelt, sie dadurch vor des Teufels List und der Welt Tyrannei bewahrt, im Glauben erh\u00e4lt und st\u00e4rkt, da\u00df sie mit der Welt nicht verdammt werden. Und ob sich noch gleich die S\u00fcnde in ihnen regt und der Glaube schwach ist, da\u00df sie denken, sie sind des gro\u00dfen, herrlichen Schatzes nicht wert; so tr\u00f6stet sie doch Christus in Lukas 12, wie gesagt, und spricht: F\u00fcrchtet euch nicht, sehet nicht dahin, ob ihr es wert oder unwert seid; sondern h\u00f6ret, was ich euch sage: Eures Vaters Wohlgefallen ist, euch das Reich zu geben. Ist dem also, so wird euch euer Vater nicht lassen in die H\u00f6lle fahren, obwohl ihr es gleich verdient habt. Darum halte euch nur an mich, kriecht in die Taufe, gehet zum heiligen Sakrament, lasset euch durch mein Evangelium ziehen und fangen, so soll es nicht Not haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Also haben wir neben dem Exempel, da\u00df man Gottes Wort gern h\u00f6ren soll, diese zwei St\u00fccke: das erste, obgleich Gott uns eine Zeitlang Mangel leiden und vergeblich arbeiten l\u00e4\u00dft, da\u00df er dennoch zu rechter Zeit mit seinem Segen bei uns sein und uns helfen will; das andere, da\u00df er auch wieder die S\u00fcnde uns helfen, und nicht verdammen will. Darum gibt er uns auch sein Wort und tr\u00f6stet uns damit, da\u00df wir gewi\u00df sollen glauben, wir seien seine Kinder.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Solche Leute tun danach auch rechtschaffene gute Werke, wenn sie zuvor durch das Wort und den Glauben wissen, da\u00df sie durch Christus einen gn\u00e4digen Gott und Vater im Himmel haben, dessen Fische sie sind, welche in seinem Wort, als in seinem Netz, wohl verwahrt sind vor allem Ungl\u00fcck. Die k\u00f6nnen auch in Mangel, Hunger und Kummer fr\u00f6hlich und guter Dinge sein, und sagen: ob ich gleich hier Armut leide, schadet nicht; dennoch wei\u00df ich, da\u00df mich mein lieber Gott nicht wird immer Not leiden. Denn er hat mir Christus gegeben und alle Seligkeit in ihm: er wird mir also auch so viel zuwerfen, da\u00df der Leib die kurze Zeit meines Lebens seine Notdurft haben wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So ist es nun dem Herrn am meisten darum zu tun, da\u00df er unsere Herzen tr\u00f6ste und gewi\u00df mache, da\u00df wir fest glauben und ja nicht daran zweifeln sollen, wir haben einen gn\u00e4digen Gott in Himmel. Wer das also glaubt, der wird sich nicht wegen eines zeitlichen Mangels anfechten lassen, sondern auch nichts danach fragen, ob der Teufel und die Welt z\u00fcrne: wenn nur Gott uns gn\u00e4dig ist. Da\u00df wir nun solches auch fest glauben, und in aller Anfechtung, leiblich und geistlich, uns also tr\u00f6sten m\u00f6gen, da\u00df verleihe uns unser von lieber Vater im Himmel, durch Jesum Christum, seinen Sohn und unseren lieben Herrn, Amen.<\/p>\n<p class=\"mikio-hero-title\" style=\"text-align: justify;\"><em>Luther, Martin &#8211; Predigt am 5. Sonntag nach Trinitatis<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Quelle: www.glaubensstimme.de<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es begab sich aber, da sich das Volk zu ihm drang, zu h\u00f6ren das Wort Gottes, und er stand am See Genezareth, und sah zwei Schiffe am See stehen; die Fischer aber waren ausgetreten und wuschen ihre Netze: trat er in der Schiffe eines, welche Simons war, und bat ihn, da\u00df er es ein wenig [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":20,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[13,12,4],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/20130"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/20"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=20130"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/20130\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":20131,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/20130\/revisions\/20131"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=20130"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=20130"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=20130"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}