{"id":20127,"date":"2023-07-06T12:30:11","date_gmt":"2023-07-06T10:30:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=20127"},"modified":"2023-07-06T12:36:37","modified_gmt":"2023-07-06T10:36:37","slug":"machet-sie-euch-untertan-ein-satz-aus-der-bibel-als-mythologische-atombombe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=20127","title":{"rendered":"\u201eMachet sie euch untertan!\u201c \u2013 Ein Satz aus der Bibel als \u201emythologische Atombombe?\u201c"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">In der Heiligen Schrift lesen wir, dass Gott Adam und Eva segnete und beauftragte: \u201e<em>Seid fruchtbar und mehret euch und f\u00fcllet die Erde und machet sie euch untertan und herrschet \u00fcber die Fische im Meer und \u00fcber die V\u00f6gel unter dem Himmel und \u00fcber alles Getier, das auf Erden kriecht\u201c<\/em> (1. Mose 1,28). Bisher habe ich den Auftrag an das erste Menschenpaar und damit an die gesamte Menschheit, sich zu mehren, sich die Erde untertan zu machen und \u00fcber die Sch\u00f6pfung zu herrschen, als Segen Gottes verstanden.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Historiker Philipp Blom (<em>Die Unterwerfung \u2013 Anfang und Ende der menschlichen Herrschaft \u00fcber die Natur, Carl Hanser Verlag, 2022<\/em>) h\u00e4lt diesen Satz f\u00fcr eine <strong>\u201emythologische Atombombe\u201c<\/strong> und eine \u201eWahnidee\u201c, nicht Segen, sondern Fluch. Wir alle seien in \u201ediese absurde Idee hineingeboren, dass wir \u00fcber und au\u00dferhalb der Natur stehen.\u201c \u201eMachet sie euch untertan\u201c: Der Wirkm\u00e4chtigkeit dieses einen Satzes h\u00e4tten wir die Ausbeutung der Erde, die Zerst\u00f6rung der Umwelt, den Klimawandel und die drohende Klimaapokalypse zu verdanken. Kurzum: Die Erde geht kaputt, die Bibel ist schuld.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nein, die Bibel ist nicht schuld! Denn wenige Verse weiter hei\u00dft es: \u201eUnd Gott der Herr nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, dass er ihn bebaute und bewahrte\u201c (1. Mose 2,15). <strong>Der biblische Herrschaftsauftrag \u00fcber die Sch\u00f6pfung ist positiv bestimmt: vom Bebauen und vom Bewahren.<\/strong> Weil der Mensch im Bilde Gottes geschaffen ist, soll auch seine Herrschaft \u00fcber die Sch\u00f6pfung Gottes Wesensz\u00fcge abbilden. Weil \u201eGott ein liebender und f\u00fcrsorglicher Gott ist, der das Beste sucht und das Beste will f\u00fcr seine Sch\u00f6pfung\u201c, \u201ewerde ich sie nicht wie den letzten Kehricht behandeln, sondern werde mir liebevolle Gedanken machen, wie ich mit ihr umgehen und sie pflegen und bebauen kann\u201c (<em>Joachim Cochlovius, Das Evangelium und die \u00f6kologische Katastrophe, Brendow, 1990<\/em>).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Problem liegt nicht in der Wirkm\u00e4chtigkeit eines Bibelwortes, sondern in der <strong>Wirkm\u00e4chtigkeit der S\u00fcnde<\/strong>. Als der Mensch sich von Gott abwandte (1. Mose 3), geriet nicht nur er selbst unter die zerst\u00f6rerische Macht der S\u00fcnde und des Todes, sondern die ganze Sch\u00f6pfung mit ihm (R\u00f6m 8,20). Seither ist unser Planet zusammen mit Fauna und Flora der Verg\u00e4nglichkeit preisgegeben und der von Gott losgel\u00f6ste Mensch neigt tats\u00e4chlich dazu, die Erde auszubeuten und die Natur zu zerst\u00f6ren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eMachet sie euch untertan!\u201c <strong>Kein Fluchwort, sondern Segenswort<\/strong>, keine mythologische Atombombe, sondern Grundlage aller kulturellen Entwicklung: Weil wir dieses Wort haben, wissen wir, dass wir nicht nur Tiere sind, sondern Ebenbilder Gottes mit einem Kulturauftrag f\u00fcr diese Welt (Kultur-Begriff: von lateinisch <em>colere <\/em>= pflegen). Weil wir dieses Wort haben, haben Menschen W\u00e4lder gerodet, S\u00fcmpfe trockengelegt, Ackerbau und Viehzucht betrieben, Getreide angebaut, den Naturgewalten getrotzt, Deiche gebaut, W\u00fcsten bew\u00e4ssert, herrliche G\u00e4rten und Parks angelegt, Tiere gez\u00e4hmt, Haustiere gehalten, Mikro- und Makrokosmos wissenschaftlich erforscht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weil wir dieses Wort haben, weisen wir alle Versuche zur\u00fcck, die Natur zum G\u00f6tzen zu erheben und das allt\u00e4gliche Leben der Menschen der angeblichen Rettung des Planeten, dem Erreichen unerreichbarer Klimaziele unterzuordnen. Wir sollen die Erde f\u00fcrsorglich bebauen und bewahren, aber nicht retten.<strong> Es gibt nur einen Retter: Jesus Christus!<\/strong> Wir setzen unsere Hoffnung ganz auf ihn und \u201ewarten auf einen neuen Himmel und eine neue Erde nach seiner Verhei\u00dfung, in denen Gerechtigkeit wohnt\u201c (2. Petr 3,13).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Johann Hesse, 6.7.2023<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Quelle: Mitglieder- und Freundesbrief des Gemeindehilfsbund, Nr. 171 vom 4.7.2023<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Die Mitglieder und Freunde des Gemeindehilfsbundes erhalten in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden den Rundbrief des Gemeindehilfsbundes oder den Aufbruch entweder per Post oder auch im E-Mail-Versand. Wenn Sie Interesse am Gemeindehilfsbund haben oder Mitglied bzw. Freund werden m\u00f6chten, nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf (info@gemeindehilfsbund.de \/ +49 (0) 5161\/911330). <a href=\"https:\/\/www.gemeindehilfsbund.de\/index.php?id=30\">Einen Antrag zum Beitritt finden Sie hier<\/a>.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der Heiligen Schrift lesen wir, dass Gott Adam und Eva segnete und beauftragte: \u201eSeid fruchtbar und mehret euch und f\u00fcllet die Erde und machet sie euch untertan und herrschet \u00fcber die Fische im Meer und \u00fcber die V\u00f6gel unter dem Himmel und \u00fcber alles Getier, das auf Erden kriecht\u201c (1. Mose 1,28). 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