{"id":20111,"date":"2023-07-01T20:13:43","date_gmt":"2023-07-01T18:13:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=20111"},"modified":"2023-07-03T09:07:59","modified_gmt":"2023-07-03T07:07:59","slug":"predigt-ueber-1-mose-81-24-was-gibts-denn-da-zu-gucken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=20111","title":{"rendered":"Predigt \u00fcber 1. Mose 8,1\u201324: Was gibt\u2018s denn da zu gucken?"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Noah, der Landmann, Noah der Seefahrer, Noah, der Ahnherr des Menschengeschlechts. Wer kennt nicht Noah? Im Kindergarten haben wir seine Menagerie gemalt, im Religionsunterricht haben wir seine nautischen F\u00e4higkeiten diskutiert, im Kunstband, bei Chagall haben wir seine Taube mit dem Blatt im Schnabel entdeckten. Noah ist unvergessen. Er ist uns als gehorsamer Mann bekannt. Auf den Befehl des Herrn hin, legte er, fern ab von jedem Wasser, ein Schiff auf Kiel. Sein klarer Menschenverstand muss ihm gesagt haben, dass ein Weinbauer keine Schiffsbauer, und ein Weinberg keine Werft ist. Trotzdem baute er jenes seltsamste aller Wasserfahrzeuge. 150m lang, 25m breit und 15Meter hoch, ein riesiges Containerschiff, ein \u00fcberdimensionierter Viehstall mit Bug, Heck aber ohne Ruder. Er schleppte und fugte, er s\u00e4gte, h\u00e4mmerte und nagelte. Er tat alles, was Gott ihm befahl. Noah war ein gehorsamer Mann.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Er ist uns auch als ein gutm\u00fctiger Mann bekannt. Seine S\u00f6hne Sem, Ham und Japhet werden \u00fcber ihren Vater gel\u00e4chelt haben, der auf seine alten Tage hin den alternativen Aussteiger leben will. Seine Nachbarn werden \u00fcber diesen komischen Kauz gespottet haben, der sich vom Meister der Weinbauer zum Admiral der Landmarine mausert; seine Zeitgenossen werden b\u00f6se \u00fcber diesen Spinner geredet haben, der wohl in Drecklachen den Seer\u00e4uber spielen will. Er aber fuhr ihnen nicht \u00fcbers Maul. Er wurde nicht w\u00fctend. Er legte sich mit niemand an, Noah ertrug dies alles. Er war ein gutm\u00fctiger Mann. Und so ist er uns nicht zuletzt als untadelig bekannt. Im 6. Kapitel hei\u00dft es ausdr\u00fccklich von ihm: Noah war ein frommer Mann wandelte vor Gott ohne Tadel.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch auch f\u00fcr solche Mustersch\u00fcler gibt mancherlei Schulen in der Welt, hohe und niedere. Man kann recht viel in ihnen lernen. Da geht es klassenweise aufw\u00e4rts. Wenn doch in allen das Eine gelehrt w\u00fcrde, was Not tut! Das l\u00e4sst sich in zwei Worten zusammenfassen: Lerne dich und deine S\u00fcnde kennen, lerne Jesus und seine Gnade kennen. Wer in diesen beiden St\u00fccken klar geworden ist, hat viel gelernt. \u2013 Wer lernt dies heute noch in der Schule? Wem gehen in der Jugend \u00fcber diesen Dingen des Lebens schon die Augen auf? Wenn auch das Herz in der ersten Liebe f\u00fcr Jesus warm geworden ist, so muss doch alles noch ins Leben \u00fcbertragen werden. Darum hat Gott das Leben in zwei Schulen verordnet. Diese Lebensschule hat zwei Klassen, die der guten Tage und die des Kreuzes. In den guten Tagen lernen viele gar nichts. Damit die Heilswahrheiten so richtig verinnerlicht werden, f\u00fchrt uns der Herr in die Oberklasse seiner Lebensschule, in die hohe Kreuzschule. Was man sonst in Jahren nicht gelernt hat, lernt man da schnell in drei, in zwei Tagen, oder gar in einer Nacht. Du sagst von schweren Kreuzesstunden: \u201eDa habe ich meinen Herrn Jesus erst richtig kennen gelernt.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unser Reporter Harry Hurtig von der S\u00fcndflut-Abendpost hat recherchiert und durchs Fenster zu Noah in die Arche-Schule geschaut, laut Bauplan waren sie am Dach der Arche angebracht. Er ist ein volles Jahr in die Arche eingeschlossen gewesen. Alles war ihm genommen, nur sein Gott nicht. Hier haben wir die 3 Punkte aus seinem Bericht.<\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\">\n<li>Der Blick durchs verschlossene Fenster<\/li>\n<li>Der Blick durchs ge\u00f6ffnete Fenster<\/li>\n<li>Der Blick durchs abgerissene Fenster.<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u00a01. Der Blick durchs verschlossene Fenster<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Damals, als die bunte Crew aus L\u00f6wen, Rinozerossen und Kamelen, Hunden und Katzen an Bord gegangen und ein heftiger Regen eingesetzt hatte, da hat er die Luke dicht gemacht. Wohl wusste er, dass ein heftiger Guss diese Erde unter Wasser setzen werde, aber dass tagelang, wochenlang, monatelang die Schleusen des Himmels sich auftun und Wasserf\u00e4lle auf diesen Schwimmstall herunterprasseln, das machte ihn betroffen. Das Schiff hob sich, schwamm, trieb und tanzte in den Wellen und das 150 Tage lang. Viele Kubikmeter Holz inmitten des Nichts.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In dem ganzen 7. und 8. Kapitel wird mit keinem Worte gesagt, was Noah in der Arche gemacht hat. Diese Stille der Schrift ist ein Zeugnis von der Stille Noahs. Es ist keine Klage da, dass die Arche Sturm und Flut nicht aushalte. Der Bau mag manchmal gekracht haben; aber er sorgte sich nicht. Ihm bangt nicht um seine Gesundheit in dem engen Raume. Er sorgte nicht, ob die Nahrung auch ausreichen w\u00fcrde. Sein Losungswort bleibt auch da: \u201eIch tue alles, was mir Gott geboten hat. Alles \u00dcbrige lasse ich ihn tun.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was tat er die ganze Zeit in der Arche?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es waren 3 Dinge: Er sorgte f\u00fcr die Tiere, die ihm Gott anvertraut hatte; er stand als Vater seiner Familie vor, und er stand im Umgang mit seinem Gott. Beruf, Familie und Gott \u2013 Vorhof, Heiliges und Allerheiligstes. Kein Gedanke ging hinaus, drau\u00dfen war die Flut. \u2013 Solche Stille w\u00fcnsche ich allen von uns. Der Herr regiert und erh\u00e4lt sie und uns. Wir aber gehn am Sichersten, wenn wir alles Sorgen und Klagen lassen. Es wird uns auch nicht mit Gesch\u00e4ftigkeit geholfen, sondern damit, dass jeder einf\u00e4ltig an seinem Posten steht. \u2013 O dass du stille w\u00e4rest, und auf den Willen des Herrn merktest! Durch Stillesein und Hoffen w\u00fcrdet ihr stark sein! Lass das Klagen, lass das Sorgen. \u2013 Die Stille des Noah war keine Totenstille. Sie war ein gesegneter Umgang mit Gott. In ihm hat er das ganze Jahr geruht. In ihm ging er aus und ein. Da gab es Zeit, sich selbst zu erkennen und sich zu entw\u00f6hnen von allem, was der Welt angeh\u00f6rt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dieselbe Zeit der Stille hast du in deinen Tr\u00fcbsalsstunden auch. Du bist ja in aller Not in dich hineingewiesen, sozusagen, in die Arche eingeschlossen. Es sollen Umgangsstunden mit Gott sein. Ihn sollst du erkennen und dich dazu. Mit Gewalt zieht er dich von alten S\u00fcnden zur\u00fcck. Da ist so viel zu tun am inwendigen Menschen!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1.1\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Noah kommt in die Anfechtung<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">St\u00fcrme umtoben sein Boot und St\u00fcrme durchtoben auch so sein Herz. Noah musste sich fragen: Hat Gott mich denn vergessen? Mich winziger Punkt inmitten der Wasserw\u00fcste. Hat Gott mich aus dem Ged\u00e4chtnis gestrichen, mich winzige Schale inmitten des Chaos. Hat Gott meiner wirklich vergessen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Heute Morgen schwimmen viele im Meer von Leid und Schuld und Tr\u00e4nen, und deshalb fragen auch sie: Hat Gott mich aus den Augen verloren? Deshalb klagen auch sie: Hat Gott mich aus dem Ged\u00e4chtnis gestrichen. Deshalb sagen sie: Hat Gott mich denn v\u00f6llig vergessen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn er auch f\u00fcr kurze Zeit sein Angesicht vor dir verbirgt; wenn er Dir auch keine besonderen Erweisungen seiner Barmherzigkeit gibt: er denkt doch an dich. Wenn sich die Sonne auch hinter Wolken verborgen hat, sie scheint doch, sie scheint auch f\u00fcr dich, wenn dir auch ihre Strahlen nicht gerade in\u2019s Gesicht fallen. So denkt er an dich in allem Ungl\u00fcck. Er denkt an dich mit der vollsten Vaterliebe. Er arbeitet dann in aller Treue an dir, dass du ja fest stehst, und in diesen Sturmestagen fester in ihm wurzelt wirst.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1.2\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Noah ist nicht vergessen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gott gedachte an Noah. Seitdem Noah in die Arche gegangen und hinter ihm zugeschlossen wurde, hatte Gott ihm kein Wort der Offenbarung gegeben. Noah wusste nicht, wie lange die Flut dauern sollte. Er schwamm dahin auf Glauben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf diese Anfechtung von Noah antwortet der Text: Da gedachte Gott an Noah! Das hei\u00dft, er ist ihm nicht erst wieder in den Sinn gekommen, er dachte an ihn, als die Luke dichtgemacht wurde, er dachte an ihn als das Wasser unter den Kiel lief. Er dachte an ihn als dieses Boot auf den Wellen tanzte, keine Sekunde war er diesem Gott aus den Augen gekommen. In jedem Augenblick stand er unter der Aufsicht und F\u00fcrsorge dieses Herren! Noah ist nie vergessen, egal in welchen Meeren er schwimmt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dieser Gott, liebe Freunde ist kein eiskalter Konstrukteur einer Weltmaschine, kein profits\u00fcchtiger Produzent der Ware Mensch oder Welt, sondern der barmherzige Vater, der den Noah und den Abraham und den David und den Matth\u00e4us und den Paulus und dich und mich will! \u201e<em>Kann auch ein Weib ihres Kindleins vergessen, so will ich doch deiner nicht vergessen, siehe in meine H\u00e4nde habe ich dich gezeichnet\u201c <\/em>sagt Jesaja. Seit das Wort Fleisch geworden ist und Jesus Christus zu uns kam, kann es jeder wissen, er kennt mich auch wenn ich schwimme, auch wenn mir das Wasser bis zum Halse steht. Er h\u00e4lt mich, auch wenn ich ertrinke, er liebt mich, auch wenn ich leide. Gott gedacht an Noah, Gott gedachte seiner Sch\u00f6pfung, Gott denkt an mich, Gott denkt an dich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Rums machte es am Kiel und Bums machte es im Stall. Dieses Schiff lief auf Grund. Jeder Seemann w\u00e4re entsetzt gewesen, wenn sein Schiff auf Grund sitzt. Noah aber wusste, das Leben kann noch einmal beginnen. Trotzdem, er jubelte nicht, warum? Schauen wir wieder durchs Fenster.<\/p>\n<p><strong>2. Der Blick durchs ge\u00f6ffnete Fenster<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein ganzes volles Jahr treibt Noah mit den Seinen auf den Wassern der S\u00fcndflut umher.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Noah ist fr\u00f6hlich geblieben in Hoffnung. In dem ganzen Kapitel kommt kein Murren vor. Er fragt nicht: \u201eWie lange w\u00e4hrt es denn noch?\u201c Er klagt nicht: \u201eWann hat denn unser Gef\u00e4ngnis ein Ende?\u201c Aber dem stillen Hoffer gab Gott ein Zeichen nach dem andern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2.1\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Noah bekommt Zeichen<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li style=\"text-align: justify;\">Zuerst wurde der Himmel wieder hell. Die Natur redet mit. Sie ist auch eine Sprache Gottes. Es war ein Zeugnis, dass Gottes Angesicht ihm noch in Gnaden zugekehrt ist. Wohl ist ein Sonnenschein nach 150 d\u00fcstern Tagen sehr erquickend. Er stimmt Leib und Seele fr\u00f6hlich: Wenn du aber nach langer notvoller Seelenangst wieder merkst, dass Gott dein Gebet erh\u00f6ret, dann bist du wieder fr\u00f6hlich. Die Wolken zerrei\u00dfen, der Himmel wird hell.<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">Am ersten Tage des zehnten Monats senkt sich die Arche auf die Spitze des Berges Ararat. Am 17. Tag des siebten Monats, so genau arbeitet der Chronist, also am 17. Juli ist das Schiff auf Grund gelaufen. Keine Rede davon, dass die T\u00fcr aufsprang und die Falltreppe hinunter gelassen wurde. Weitere zehn Wochen passiert \u00fcberhaupt nichts. Ararat, das ist einer von den Riesen der alten Welt, h\u00f6her denn alle Berge Europas. Die Arche hatte Grund gefunden, die Flut spielte nicht mehr mit ihr. Durch Jesus hast Du auch immer Grund. Oft habt die Welle der Tr\u00fcbsal mit Dir gespielt. Doch stets senkte sie sich wieder auf festen Grund, es ist nicht der hohe Ararat, sondern der Gipfel Golgatha, der Fels der Ewigkeit, der nicht wankt. So gibt es auch im Leben des Einzelnen Stunden, wo er wieder singen lernt:<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Ich habe nun den Grund gefunden,<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Der meinen Anker ewig h\u00e4lt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Wo anders, als in Jesu Wunden?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Da lag er vor der Zeit der Welt,<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Der Grund, der unbeweglich steht,<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Wenn Erd&#8216; und Himmel untergeht.<\/p>\n<ul>\n<li style=\"text-align: justify;\">Am ersten Tage des zehnten Monats sahen der Berge Spitzen hervor. Das waren die ersten Gr\u00fc\u00dfe der Erde an die Geretteten. Das war das erste Willkommen der neuen Heimat, die sie wieder bauen sollten. Zweieinhalb Monate lang hing die Arche auf der Bergkuppe, das Leben in der Schw\u00fcle und Hitze und Enge ging weiter, als am 1. Oktober die ersten Bergspitzen aus dem Wasser heraustraten, da ging eine Bewegung durch die Mannschaft aber von Ausbooten war keine Spur. Weitere zehn Wochen flossen ins Land, und dann wollte Noah weitere Zeichen sehen, weitere Gewissheit. (vgl. Hab. 2,1)<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2.2\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Noah sucht Zeichen.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit einem einzigen Schlag riss er diese Luke auf, so wie die alten Seefahrer, die in Ermangelung von Navigationsinstrumenten und Seekarten V\u00f6gel als Kompass benutzten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So lie\u00df er einen schwarzen Raben starten, aber der brachte ihm nur rabenschwarze Nachricht, kein St\u00fcckchen trockenes Land auf der Erde, was nun? \u201eDas kann doch nicht wahr sein, das darf doch nicht wahr sein. Das muss doch ein Ende haben.\u201c Noah greift nach den wei\u00dfen Tauben und l\u00e4sst sie so wie lebendige Signale in die Ferne starten, aber das erste Tierchen muss er wieder mit liebevoller Hand zur\u00fcck durchs Fenster nehmen. Keine Aussicht auf \u00c4nderung. Das zweite Tierchen bringt ein \u00d6lblatt im Schnabel. Es hei\u00dft, ein kleiner Hoffnungsschimmer am Horizont. Das dritte Tierchen blieb ganz aus. Die Hochwasserkatastrophe ist gebannt. Aber das ist der 1. Januar, und Noah hockt immer noch in seinem h\u00f6lzernen Gef\u00e4hrt wie in einem Gef\u00e4ngnis. Man sp\u00fcrt es diesen Versen an, warten lernen ist schwer, sehr schwer sogar. Nicht nur f\u00fcr den Noah, auch ein Mose musste warten, 40 Jahre in der W\u00fcste, bis ihn Gott im Dornbusch rief, zum gro\u00dfen Auszug aus \u00c4gypten. Auch ein Jakob musste warten \u00fcber den Tod hinaus, bist das Heil in Jesus Christus kam. Auch ein Paulus musste warten in verschiedenen Gef\u00e4ngnissen, bis er seine Reise nach Rom antreten konnte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kennst du diese Boten? Deine b\u00f6sen und guten Gedanken, die als Murren oder Gebete aus der Tr\u00fcbsal aufstiegen, das sind die Raben und Tauben. Die Raben kommen nie wieder; sie bringen nichts in\u2019s Gef\u00e4ngnis zur\u00fcck. Auch die Tauben, auch die Gebete fliegen, und kommen zuerst leer zur\u00fcck. Gottes Stunde ist noch nicht gekommen. Der Schmelzer ist noch nicht fertig mit deiner Seele. Aber sende du nur eine Taube nach der andern, ein Gebet dem andern hinaus. Endlich die Taube kommt zur\u00fcck, und tr\u00e4gt den \u00d6lzweig im Schnabel. \u00d6lzweige sind Friedenszeichen; \u00d6l bedeutet in der ganzen Schrift den heiligen Geist, mit dem das Herz erf\u00fcllet wird. \u00d6lb\u00e4ume wachsen auch unter dem Wasser. Ja unter den Fluten der Tr\u00fcbsal bringt das \u00d6l des Glaubens den Trost zuerst in&#8217;s Herz hinein. Solche \u00d6lbl\u00e4tter sind die heiligen Schriftstellen. \u201eWas betr\u00fcbst du dich, meine Seele, und bist unruhig in mir! Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, dass er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist.\u201c \u201eF\u00fcrchte dich nicht; denn ich habe dich erl\u00f6set, ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine andere Deutungsm\u00f6glichkeit der V\u00f6gel w\u00e4re, dass mit dem Raben der alte Mensch in seiner fleischlichen Gesinnung gemeint ist. Er geht auch aus der Rettungsarche Jesus und kommt nicht mehr zur\u00fcck. Die Taube, Bild des neuen, wiedergeborenen Menschen, kommt immer wieder zur Rettungsarche Jesus zur\u00fcck und ist in ihr beheimatet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Indem er die V\u00f6gel einen nach dem andern aussendet, tut er damit eine Frage nach der andern an den Herrn seinen Gott. Er will den Willen Gottes erfahren. Diesem Willen hat er sich ganz und gar ergeben. Er will keinen Weg gehen, ja keinen Schritt tun, der nicht mit diesem Willen ganz und gar \u00fcbereinstimmt. Von ihm k\u00f6nnen wir lernen, was es hei\u00dft: \u201eDurch Stillesein und Hoffen werdet ihr stark sein\u201c (Jes. 30,15).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn die Stunden sich gefunden, bricht die Hilfe mitmacht herein um dein Gr\u00e4men zu besch\u00e4men wird es unversehens sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir wollen sehen, wie es weiter geht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3. Der Blick durchs abgerissene Fenster<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3.1\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Noah will Gewissheit<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die letzte Meldung durch die ausgebliebene Taube lautete: Wasserpegel auf null! Noah wills jetzt genau wissen. Und Noah stimmte keine Dankchoral an: Nun danket alle Gott mit Herzen, Mund und H\u00e4nden. Er befielt nicht: Hohl das Beste aus Kiste und Komb\u00fcse, er kommandiert nicht: Jedem Tier eine Extragabe Futter. Noah denkt: Ob\u2018s wahr ist? Ob\u2018s klar ist? Ob\u2018s stimmt? Und deshalb rei\u00dft er das Fenster mitsamt dem ganzen Dach ab.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Bibel kommt mit der Meldung: Die Katastrophe liegt hinter uns! Auch wenn wir keinen Weg sehen, der Weg ist geebnet. Auch wenn wir kein Land sehen, Land ist in Sicht. Neues Land, sch\u00f6nes Land, fruchtbares Land, ewiges Land!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und jetzt hat Noah freie Aussicht nach allen Seiten, er sieht, dass das Wasser \u00fcberall verschwunden ist. Aber der fromme, der geduldige Mann wartet noch immer. Er wartet noch acht volle Wochen. Auf Gottes Befehl ist er hineingegangen in die Arche. Er will auch nur auf Gottes Befehl wieder hinausgehen. Er will keinen Schritt tun ohne das Wort seines Gottes. Endlich redet der Herr mit ihm und spricht: \u201eGehe aus dem Kasten, du und dein Weib, deine S\u00f6hne, und deiner S\u00f6hne Weiber mit dir; allerlei Tier, das bei dir ist, . . .\u201c Nun geht Noah hinaus aus der Arche mit den Seinen und mit allen den Tieren, die er auf Gottes Befehl zu sich genommen hatte. Welch eine Geduld, welch ein stilles und gehorsames Warten zeigt hier der fromme Mann!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3.2\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Noah will danken.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die T\u00fcren der Arche sind ge\u00f6ffnet. Alle str\u00f6men fr\u00f6hlich hinaus. Und was tut Noah? Er denkt nicht daran, zuerst eine H\u00fctte f\u00fcr sich und die Seinen zu errichten. Er klagt auch nicht \u00fcber den Schaden und die Verw\u00fcstung, welche die Wasser der S\u00fcndflut rings umher angerichtet haben. Sein Herz, sein Glaube treibt ihn dazu, vor allen Dingen dem barmherzigen Gott f\u00fcr seine Hilfe und Gnade zu danken. Er baut dem Herrn einen Altar und opfert ein Brandopfer auf dem Altar.<\/p>\n<ul>\n<li style=\"text-align: justify;\">Das Opfer Noahs ist zuerst ein Schuldopfer. Er bekennt mit diesem Opfer, dass er auch ein armer S\u00fcnder ist, und dass nur die gro\u00dfe Gnade seines Gottes ihn verschont und gerettet hat.<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">Das Opfer Noahs ist dann ein Dankopfer. Er preist den Herrn, der seinen Bund mit ihm gemacht und seine gn\u00e4dige Verhei\u00dfung an ihm und den Seinen so herrlich erf\u00fcllt hat.<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">Das Opfer Noahs ist auch ein Gebetsopfer. Er bittet den Herrn, dass er ihren Ausgang aus der Arche segnen und die Erde wieder weihen und heiligen wolle.<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">Das Opfer Noahs ist schlie\u00dflich ein Opfer des Glaubens und der heiligen Gel\u00fcbde. Er bekennt seinem Gott, dass er ihm auch ferner vertrauen und seine Zuversicht in aller Not auf ihn setzen m\u00f6chte. Er bekennt, dass er auch f\u00fcr die Zukunft die gn\u00e4dige Vergebung seiner S\u00fcnden von ihm erhofft. Er gelobt ihm, dass er sich und sein Haus, was ihm Gott gegeben und erhalten hat, im Dienste seines Herrn und zu seiner Ehre gebrauchen wolle. Darum ist auch der Geruch seines Opfers lieblich vor dem Herrn, und er macht mit ihm den Bund seines Friedens und seiner Gnade.<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Altar, welchen der fromme Noah dort auf der H\u00f6he des Berges Ararat errichtet hat, ist das erste Menschenwerk der Erde, das in der biblischen Geschichte erw\u00e4hnt wird. Schon darum ist er f\u00fcr uns wichtig. Er wird uns aber noch wichtiger, wenn wir von dem frommen Manne lernen, wie wir nach der Tr\u00fcbsal uns verhalten sollen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Liebe Gemeinde, auch uns hat Gott aus gewaltiger S\u00fcndflut errettet. Jesus Christus, der gro\u00dfe Archenbauer, hat uns hineingenommen in seine Arche. Noch schwimmen wir zwar auf der Flut. Aber wenn wir nur an ihm bleiben, so sind wir Gerettete, so wehen uns die Land- und Heimatl\u00fcfte vom himmlischen Ararat schon entgegen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was ist das Evangelium, das wir heute mitnehmen wollen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Noah ist ein vorz\u00fcgliches Glaubensvorbild, wie man in Tr\u00fcbsalszeiten bewahrt hindurchkommen kann. So wie Noah im Glauben ausgeharrt hat, so werden wir auch hindurchbewahrt, bis zum ewigen Leben, weil Gott an uns gedenkt. Der Glaube machts m\u00f6glich. (Hebr. 11,7)<\/p>\n<p><em>Pr\u00e4dikant und Religionslehrer Thomas Karker, Bremen <\/em><\/p>\n<p><em>Predigt in der Bibelgemeinde Bremen, 26.7.2020<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Noah, der Landmann, Noah der Seefahrer, Noah, der Ahnherr des Menschengeschlechts. Wer kennt nicht Noah? Im Kindergarten haben wir seine Menagerie gemalt, im Religionsunterricht haben wir seine nautischen F\u00e4higkeiten diskutiert, im Kunstband, bei Chagall haben wir seine Taube mit dem Blatt im Schnabel entdeckten. Noah ist unvergessen. Er ist uns als gehorsamer Mann bekannt. 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