{"id":20082,"date":"2023-06-16T11:08:44","date_gmt":"2023-06-16T09:08:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=20082"},"modified":"2023-06-16T11:09:07","modified_gmt":"2023-06-16T09:09:07","slug":"predigt-ueber-offenbarung-28-11-himmlischer-trost-in-irdischer-truebsal","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=20082","title":{"rendered":"Predigt \u00fcber Offenbarung 2,8-11: Himmlischer Trost in irdischer Tr\u00fcbsal"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Wenn sie zu w\u00e4hlen k\u00f6nnten, in welcher Stadt wollten sie leben? In M\u00fcnchen, der Weltstadt mit Herz oder vielleicht in Hamburg, die Stadt mit dem Tor zur Welt, oder Rom, der ewigen Stadt, oder Prag, der goldenen Stadt, oder gar Athen, der Stadt der G\u00f6tter? Ich sags ihnen, ich w\u00fcrde gerne in Stuttgart wohnen: Es hei\u00dft zwar von den Schwaben: \u201eMir kennet \u00e4lles, au\u00dfer Hochdeutsch!\u201c, aber das ist die Stadt zwischen Wald und Reben. Da wo die Welt noch in Ordnung ist. Stuttgart sehen und sterben. Aber wenn man damals so gefragt h\u00e4tte, wo man leben m\u00f6chte, dann h\u00e4tte es damals sicher nur eine einzige Antwort gegeben, und diese Antwort h\u00e4tte gehei\u00dfen: Smyrna!<!--more--><\/p>\n<ul>\n<li style=\"text-align: justify;\">Ohne Zweifel! Einwohner von Smyrna, das war es. Diese Stadt war einmal die Stadt der Sonne. Der Redner Aristides schw\u00e4rmte: ein Liebreiz, der wie ein Regenbogen \u00fcber allem lag, von dem Glanz der Stadt, der wie ein Bronzeschimmer der homerischen Waffen sei. Dort hat also die Sonne geschienen. Der Zauber wurde noch erh\u00f6ht durch den Westwind, so sagen die Kenner. Der sanfte Zephyrus, so hat der gehei\u00dfen, der durch die Stadt strich. Eine Sch\u00f6nheit, die der Menschheit sonst nirgends beschert worden sei, sagten die Einwohner und Kenner dieser Stadt. Eine Stadt der Sonne, das war Smyrna.<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">\u008dUnd zweitens, es war eine Stadt des bl\u00fchenden Handels. Es war ja die Lage am Ende eines tief hineinragenden Meeresarm und dort war ein sehr gesch\u00fctzter Hafen. Die M\u00fcnzen von Smyrna, auf denen war bezeichnenderweise ein Handelsschiff, das zum Auslaufen bereit war, abgebildet. Und durch die Stadt f\u00fchrten wichtige Handelsstra\u00dfen, die durch Lydien und Phrygien in den fernen Osten f\u00fchrten. Also eine Stadt des Handels, in der man alles kaufen konnte.<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">\u008eDrittens war es au\u00dferdem eine Stadt der K\u00fcnste und der Wissenschaften. Es gab damals eine bekannte Musikhalle, eine \u00f6ffentliche Bibliothek, und muss man wissen Smyrna, das war der Geburtsort Homers, diesem gro\u00dfen Dichter. Und deshalb gab es auch ein Homerkion, eine Art Palast, in dem dieser Dichter verehrt worden ist.<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">\u008fUnd dazu viertens, war es noch eine Stadt der Tempel. Ein Tempel f\u00fcr Zeus, Apoll, Nemesis, Aphrodite und Asklepios, eine Bl\u00fctenwiese heidnischer Religionen. F\u00fcr den Historiker Mommsen war es dann eine Stadt, sogar ein Paradies st\u00e4dtischer Eitelkeiten. Jede Stadt damals und vor allem Smyrna, versuchte die Erste zu sein, n\u00e4mlich die man zuerst besuchte und auch die Letzte, n\u00e4mlich die Letzte, die man jemals vergessen konnte. Die Erste und die Letzte.<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese gl\u00e4nzende Stadt war bei den Christen die Stadt des Leidens, die Stadt des Leidens, das war Smyrna. Smyrna hei\u00dft Bitterkeit. In dieser Stadt hat Bischof Polikarp von Smyrna, gelebt. Um 155 nach Christus fanden wieder die allj\u00e4hrlichen Spiele statt. Smyrna hatte allj\u00e4hrlich gro\u00dfe Wettk\u00e4mpfe und dort war das Volk ohnehin schon erregt und pl\u00f6tzlich kam dieser Ruf dieser \u00fcberm\u00fctigen Meute. Lasst uns den Polikarp suchen!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber obwohl er h\u00e4tte entfliehen k\u00f6nnen, tat er es nicht. Er hatte n\u00e4mlich 3 Tage vorher getr\u00e4umt, dass er wahrscheinlich den M\u00e4rtyrertod sterben m\u00fcssen. Er sah in einem Traum, wie sein Kopfkissen anfing zu brennen. \u201eMan wird mich lebendig verbrennen,\u201c hat er noch seinen Sch\u00fclern gesagt. Er hat sich ganz dem Gebet gewidmet. Nach seiner Gefangennahme, am R\u00fcsttag vor Ostern, befahl er seinen Sch\u00fclern f\u00fcr die Soldaten noch ein Festmahl zu bereitet. Nach einer Stunde des Gebets wurde er dann abgef\u00fchrt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und auf dem Weg dann zur Stadtmitte, flehte der Polizeibeamte, er solle doch nur diesen einen Satz nach sprechen n\u00e4mlich: Herr ist Kaiser! Nicht Jesus ist Gott oder Jesus ist K\u00f6nig, sondern: Der Herr ist der Kaiser. Was ist schon dabei. Aber Polikarp blieb fest. Jesus ist der Herr!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Prozess: Der Statthalter: Schw\u00f6re und ich lasse dich frei, schm\u00e4he Christus! Polykarp: 86 Jahre diene ich ihm, und er hat mir nichts B\u00f6ses getan, soll ich meinen K\u00f6nig l\u00e4stern, der mich erl\u00f6st hat? Statthalter: Schw\u00f6re bei der Fortuna des Kaisers. Polykarp: So vernimm mein freim\u00fctiges Bekenntnis: Ich bin ein Christ. Statthalter: Ich habe wilde Tiere, diesen lasse ich dich vorwerfen, wenn du deinen Sinn nicht \u00e4nderst. Polykarp: Rufe sie, denn unvollziehbar ist f\u00fcr uns die Sinnes\u00e4nderung vom Besseren zum Schlechteren, gut dagegen ist es, sich vom Schlechten weg zum Rechten zu wenden. Statthalter: Durchs Feuer lasse ich dich verzehren, wenn du deinen Sinn nicht \u00e4nderst. Polykarp: Du drohst mit Feuer, welches eine Zeitlang brennt und bald verlischt, du kennst nicht das Feuer des Gerichts und der ewigen Strafe, welches den Gottlosen vorbehalten ist. Jedoch, was z\u00f6gerst du, lass kommen, was beliebt!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da schrie das ganze Volk: Dies ist der Lehrer Asiens, der Vater der Christen, der Vernichter der G\u00f6tter, der viele lehrt, ihnen nicht zu opfern und sie nicht anzubeten. Da schrien sie einm\u00fctig, er solle Polykarp lebendig verbrennen. Als nun der Scheiterhaufen errichtet war und sie ihn an dem Pfahl befestigen wollten, sprach er: Lasst mich so, wie ich bin! Der mir die Kraft verleiht, das Feuer zu erdulden, der wird mir auch Kraft verleihen, unbewegt auf dem Scheiterhaufen stehenzubleiben. Und als das Holz dann angez\u00fcndet wurde, betete er jenes ber\u00fchmt gewordene Gebet: Ich preise dich, dass du mir diesen Tag gew\u00e4hrst, in der ich einer deiner Zeugen sein und teilhaben darf an dem Becher des Christus um der Auferstehung des Leibes und der Seele zum ewigen Leben willen. Gelobt seist du und verherrlicht werde dein Name durch den ewigen himmlischen Hohepriester Jesus Christus, deinen geliebten Sohn, durch den dir und ihm und dem Heiligen Geist Ehre sei jetzt und immerdar. Amen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So starb er, und so beh\u00e4lt man ihn im Ged\u00e4chtnis. Wenn man nur ein kleines St\u00fccklein dieses Glaubens h\u00e4tte. Liebe Freunde, Smyrna war nicht bekannt durch seine Aktion so wie die Gemeinde in Ephesus, eine t\u00e4tige und strahlende Gemeinde, Smyrna war bekannt durch seine Passion. Durch sein Leiden. Auch Passion kann christliches Handeln sein. Wir haben das weithin vergessen. Heute meint man w\u00e4re nur dort christliche Gemeinde, wo auch christliche Aktivit\u00e4t, politisches Engagement und soziale Aktion zu finden ist. Smyrna hatte nichts vorzuweisen. Aber es hatte eines: das Zeugnis des Leidens.<\/p>\n<p><strong>1. Sein tr\u00f6stlicher Name<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir leiden ja alle darunter Theologenchinesisch zu sprechen, nur, wenn der Herr spricht, ist es verst\u00e4ndlich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei ihm hei\u00dft es ja, das Wort ward Fleisch. Er kleidet seine Worte in die Uniform unseres Menschseins. Er geht hinein in unsere Lebensbez\u00fcge. Und das sehen sie auch in diesem Vers. Die aus Smyrna waren ja die Ersten im Lande. Sie hatten ein ungebrochenes Selbstbewusstsein, und sie waren auch die Letzten in Rom. Wenn Rom in Kleinasien nachfragte, dann wurde als Letzter immer noch einmal Smyrna, genannt. Also sie f\u00fchlen sich auch so, als die Ersten, die Wichtigsten, die Achse der Weltgeschichte, der Mittelpunkt der Erde. Die Welt drehte sich um Smyrna und sonst um nichts. Und manchmal denken wir auch so. Die Welt dreht sich um uns, genauer, die Welt dreht sich um mich. Ich bin die Mitte. Ich bin die Achse der Weltgeschichte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und jetzt ist in Smyrna die Christusgemeinde an der Schwelle des Martyriums. Nicht war, verlieren ist nicht sch\u00f6n. Der Erste will man sein. Noch im hohen Alter der Erst. Liebe Freunde, das ist Befreiung. Jesus sagt. Ich bin der Erste, der Herr! Ich kann es und ich muss es auch gar nicht mehr sein. All unser versteckter Ehrgeiz, der wird hier auf die Seite geschoben. Ich kann noch so ein strahlender Primus sein. Zum Ersten in der Welt ist noch ein riesiger Abstand, der Herr ist der Erste. Dem kann ich dienen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie zwei hohe Pfeiler ragen die Worte auf: der Erste und der Letzte. Der ganze Weltlauf ist, wie eine riesige, k\u00fchn konstruierte H\u00e4ngebr\u00fccke, an diesen beiden Pfeilern aufgeh\u00e4ngt. Alles, was geschieht, ist von der Macht und Treue dieses Herrn umfasst. Der Erste ist Jesus Christus, so gewiss er der Sohn des lebendigen Gottes ist, vom Vater gezeugt vor Grundlegung der Welt. Niemand kann ihm diese W\u00fcrde, diesen absoluten Vorrang streitig machen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und genauso derselbe: Der Letzte ist Jesus Christus, der sich auch dann noch behauptet, wenn alle andern Herren dieser Erde abgetreten sind. Er hat das letzte Wort. Er spricht das Urteil aller Welt. Er ganz allein, entscheidet \u00fcber unser ewiges Geschick. Wie wichtig, dass wir uns an diese welt\u00fcberlegene Majest\u00e4t unsres Herrn erinnern lassen! Er ist kein Meteor, der pl\u00f6tzlich auftaucht und dann wieder am hohen Firmament erlischt. Der Erste ist er, durch den alle Dinge geschaffen sind und jeder Mensch sein Leben hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Er ist der Letzte, auch wenn wir heute \u00e4ngstlich fragen: Was wird denn eigentlich das Letzte sein? Der Hitzetod, die Radioaktivit\u00e4t oder gar die Eiszeit? Hier hei\u00dft es: Er ist der Letzte. Er und sonst \u00fcberhaupt nichts. Und wenn ich frage in meinem Leben, wenn man \u00e4lter wird: Was wird denn das Letzte in meinem Leben sein. Ein Krebsgeschw\u00fcr, das ich noch gar nicht kennen. Eine pl\u00f6tzliche Herzattacke, Wasser im Herzen und in der Lunge? Was wird es den sein? Und dann sagt er: Ich bin der Letzte. Ich bin das allerletzte in deinem Leben, wenn du mir geh\u00f6rst. Der Ehrgeiz ist weg, und die Angst ist weg. Er ist der Erste oder Letzte meines Lebens. Und um den kann dieses Leben frei schwingen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nicht war, Kaiser Julian, er k\u00e4mpfte, dass der neu platonische Geist das Christentum wieder verdr\u00e4nge und ist dann t\u00f6dlich getroffen worden. Da bekannte er: Mir war es nicht beschieden, Christus zu verdr\u00e4ngen. Ein ganz gro\u00dfer Kaiser Julian. Mir war es nicht beschieden, Christus zu verdr\u00e4ngen. Niemand war es beschieden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist sein Siegername: Er, das A und O, durch welchen die Welt geschaffen ist, durch den sie auch vollendet wird; der die Geschlechter kommen und gehen sieht. Er ist\u2019s, der auf dem Platze bleibt, wenn Himmel und Erde vergehen, er ist\u2019s, der Sieger bleibt. Aber er ist es nur, weil er zugleich der ist, der tot war und ist lebendig geworden. Beachte die Vergangenheitsform dieser Aussage! Ich war tot \u2013 Jesus Christus ist der Einzige, der dies von sich sagen kann. Wir werden eines Tages tot sein und dann sind wir tot, eingereiht in die riesige Armee der Gestorbenen. Er aber kann sagen: Ich war tot!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Gekreuzigte und Auferstandene. Diese beiden Namen geh\u00f6ren zusammen; denn keiner ohne den andern k\u00f6nnte uns tr\u00f6sten: nicht das Kreuz ohne Auferstehung, nicht seine Herrlichkeit ohne seinen Kreuzestod.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Warum nennt sich aber Christus in unserem Text mit diesem Namen? Weil er nur als dieser Herr, als der Sieger \u00fcber Leiden, Tod und Grab, als der Erste und Letzte der Trost seiner Kreuzgemeinde ist. Smyrna sollte wissen: Der J\u00fcnger ist nicht \u00fcber seinen Meister; aber der Meister ist ein Sieger auch \u00fcber Tod und H\u00f6lle. Und alle Gemeinden aller Zeiten und alle einzelnen Christen sollen es wissen: Jesus bleibt Sieger.<\/p>\n<p>Bezzel: \u201eDer Erste und der Letzte\u201c gr\u00fc\u00dft seine Gemeinde. Sie soll es wissen, dass mitten durch die einsame Erde, die so kalt und tot vor ihr liegt, ein Weg f\u00fchrt mit sicheren Zeichen, ein Pfad, klar und scharf sich abhebend von all dem, was ringsum liegt. An diesen Spuren aber soll die Gemeinde sich tr\u00f6sten.<\/p>\n<p><strong>2. Sein tr\u00f6stliches Auge<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In diesem Selbstzeugnis des erh\u00f6hten Herrn steckt bereits ein gewaltiger Trost. Wir sp\u00fcren die Absicht, die dieser Brief verfolgt: Jesus Christus will seiner Gemeinde alle Todesfurcht und Leidensscheu aus dem Herzen nehmen. Und so bekommt auch dieses \u201eIch wei\u00df\u201c im Sendbrief an Smyrna einen tr\u00f6stlichen Klang.<\/p>\n<ul>\n<li style=\"text-align: justify;\">\u201eIch wei\u00df!\u201c Auch hier, wie bei Ephesus, hei\u00dft es jetzt: \u201eJesus Christus wei\u00df.\u201c Er redet mit der Gemeinde in Smyrna von ihrem bedr\u00fcckten Zustand: Du bist in der Enge und Tr\u00fcbsal, du hast Auswege gesucht und nicht gefunden, du hast aus den Verlegenheiten heraus gewollt und sie wurden gr\u00f6\u00dfer.<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">Ich wei\u00df deine Enge. Ich wei\u00df! Schau doch! \u2013 O die ihr den Weg sucht, w\u00e4hrend vor euren Augen sich der Weg \u00f6ffnet, den er selbst gegangen ist! In dem \u201eich wei\u00df!\u201c liegt zugleich der Ausweg. Das ist ja seine Gnade, dass wir seinen Weg erkennen k\u00f6nnen. Ich wei\u00df deine Not. Sei unbek\u00fcmmert, auch wenn sie sagen: Wo ist nun dein Gott?<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">\u201eAber ich wei\u00df deine Armut, du bist reich.\u201c Es zeigt uns Christus damit, was vom Menschenurteil zu halten ist. \u201eWas alles gilt, gilt nichts in deinen Augen; was nichts ist, hast du, gro\u00dfer Herr, recht lieb.\u201c (H. Bezzel) Die Gemeinde klagt \u00fcber ihre Armut, aber er spricht: \u201edu bist reich\u201c und hebt dadurch mit souver\u00e4ner Gewalt alles Menschenurteil auf. Auch wenn alles sich gegen uns wendet, dann spricht er: \u201eDu bist reich.\u201c<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Erst dann, wenn ein Mensch in der vollkommensten Armut sich befindet, dass ihm nichts mehr Freude machen will, erst dann erf\u00e4hrt er das Wort: \u201eDu bist reich!\u201c Es ist etwas Gro\u00dfes um das Urteil Jesu Christi und jetzt schon werden wir einen Vorgeschmack von dem haben, was er einst zu uns sagen wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das wird selten geh\u00f6rt. Die Verbindung zu Jesus, bringen nicht nur Freude und Befreiung, Friede und Kraft zu neuem Leben. Die Beziehung zu Jesus bringt auch Leiden. Werden wir den Mut haben, einer Weltanschauung entgegenzutreten, die das Leben leicht macht, um das Sterben zu vergessen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Haben wir den Mut, auch die Beleidigungen und Schm\u00e4hungen von solchen zu tragen, welche glauben uns einen Dienst zu tun, wenn sie uns den Weg breit und die Pforte weit machen, wenn sie uns die Leichtigkeit ihrer eigenen Lebensanschauungen einimpfen wollen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der Apg-Geschichte wird immer wieder von der Oberschicht der Juden das Volk mit Verl\u00e4sterung aufgehetzt. Die Synagoge des Satans. Bitte ist hier kein Antisemitismus, sondern der Schmerz dar\u00fcber, dass das Bundesvolk Gottes zu einem Werkzeug wird in der Hand des Teufels. Es gibt f\u00fcnf Verleumdungen damals gegen die Christen.<\/p>\n<ul>\n<li style=\"text-align: justify;\">\u008cDas eine war: Beim Abendmahl sagen die Christen, dies ist mein Leib, dies ist mein Fleisch und Blut. Christen h\u00e4tten somit sehr enge Verbindungen zu Kannibalen. Das war die erste Verleumdung, die damals in Smyrna umging.<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">Die zweite war: das Liebesmal, das Christen feiern, wurde dargestellt als Orgien der Wollust und der Sinnlosigkeit. Anders k\u00f6nne man Liebesm\u00e4hler nicht verstehen.<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">\u008eDrittens: weil der Glaube auch Familien entzweite. Ich bin gekommen, das Schwert, so hat dieses Jesus gesagt um Vater und Kinder zu trennen. Da war f\u00fcr sie klar: Die Christen sind familienfeindlich.<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">\u008fWeiter wurde gesagt, die Christen h\u00e4tten gesagt: Ich bin gekommen, ein Feuer anzuz\u00fcnden. Christen sind Brandstifter. Und so hat es dann ja auch Nero ausgen\u00fctzt<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">Und f\u00fcnftens: Sie wollten eine neue Welt, also sind es Revolution\u00e4re, die beten, die nicht beten Herr ist Kaiser, sondern die sagen, der Herr ist Jesus.<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und diese L\u00e4sterungen, die wurden ihnen vorgehalten. Darum blickt auf zu deinem Herrn und lerne von ihm den himmlischen Blick in irdischer Tr\u00fcbsal: \u201eHerr, wenn ich nur dich habe, so frage ich nichts nach Himmel und Erde.\u201c<\/p>\n<p><strong><em>3. Sein tr\u00f6stlicher Mund.<\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eF\u00fcrchte nichts, was du auch leiden wirst!\u201c So ruft er seiner Gemeinde zu. Das ist freilich eine seltsame Art, zu tr\u00f6sten. Wir erwarten viel eher, dass er die Verzagten aufrichten w\u00fcrde, indem er ihnen ein baldiges Ende der Verfolgung in Aussicht stellt: Seid getrost! Eure Lage wird sich in K\u00fcrze \u00e4ndern. Ihr kommt heraus aus eurer Tr\u00fcbsal, und Armut. Heile, heile Segen, drei Tage Regen, tut nicht mehr weh. So denken wir. Stattdessen k\u00fcndigt der Herr neue Leiden und Verfolgungen. Du wirst leiden! So steht es da. Es steht nicht da, was wir in solcher Lage zu sagen pflegen: Du musst das nicht so schwer nehmen; es geht vor\u00fcber, es ist halb so schlimm. Jesus Christus h\u00e4lt nichts von solchen Redensarten. Sein Trost ist kein billiger Trost. Du wirst leiden \u2013 trotzdem: F\u00fcrchte nichts! Lasst uns auf die dreifache Begr\u00fcndung achten:<\/p>\n<ul>\n<li style=\"text-align: justify;\">\u008cAlles, was du leiden wirst, kommt nicht von ungef\u00e4hr, sondern geht an den Augen des Herrn vor\u00fcber. Schon die Tatsache, dass Er selbst das Leiden ank\u00fcndigt, zeigt an, dass keine Katastrophe \u00fcber die Gemeinde hereinbricht, wie eine Lawine, die auf ein Gebirgsdorf niedergeht. Durchschaut ist der Feind in Smyrna. Dadurch verliert das Leiden den Charakter des Unheimlichen, Unberechenbaren. Ein bitterer Stachel ist ausgebrochen.<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">\u008dZeit und Ma\u00df des Leidens ist von Jesus Christus bestimmt und genau befristet. \u201eSiehe, der Teufel wird etliche von euch ins Gef\u00e4ngnis werfen.\u201c Nicht alle, etliche! Genau so viele, als ihm der Herr erlaubt, und keine andern, als er will und des Martyriums f\u00fcr w\u00fcrdig erachtet. \u201eUnd ihr werdet Tr\u00fcbsal haben, zehn Tage.\u201c Die Zahl ist sicher nicht buchst\u00e4blich zu verstehen. Wie kurz oder lang diese Zeit der Tr\u00fcbsal w\u00e4hren mag, entscheidend ist, sie ist genau abgemessen, vom Herrn selbst befristet. Wer leiden muss, hat meist das Gef\u00fchl: Ich bin in einem dunklen Tunnel, der nicht enden will. Welch ein Trost, zu wissen: ehe uns die Hand des Herrn in diesen Tunnel hineinf\u00fchrt, hat er die L\u00e4nge des Tunnels schon bestimmt und den rettenden Ausgang freigelegt. Der Teufel kann nicht wie er will. Er ist seit der Auferstehung Christi wie ein Hund an die Kette gelegt. Und wenn einer sagt: Bei mir gehts schon 30 Jahre, so sagt er: zehn Tage. Und einer sagt, ich leide schon Monate darunter, er sagt: zehn Tage. Und einer meint, bei mir hat \u00fcberhaupt kein Ende. Er sagt: zehn Tage. Er setzt das Ma\u00df ihres Leidens. So tr\u00f6stet er.<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">\u008eDas Leiden ist nicht sinnlos. Es geschieht, \u201eauf dass ihr versucht werdet.\u201c Eine gn\u00e4dige Absicht Christi steht dahinter. Der Teufel will das Werk des Herrn zerst\u00f6ren, die Gemeinde vom Glauben rei\u00dfen. Aber in seinem Toben muss er das Werkzeug dessen sein, der st\u00e4rker ist. In \u00fcberlegener Weise ben\u00fctzt Jesus Christus den Angriff, um seine Kirche zu versuchen, das hei\u00dft: zu erproben. Er gibt ihr Gelegenheit, ihre Treue zu bew\u00e4hren. Wenn wir bedenken, wie viel unechtes, verwaschenes, kraft- und salzloses Christentum es heute gibt, begreifen wir, dass es zuweilen des Feuers der Verfolgung und der Glut der Tr\u00fcbsal bedarf, um das Gold von den Schlacken zu scheiden.<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und nun folgt jene tr\u00f6stliche Verhei\u00dfung von dem, der tot war und ist lebendig geworden: \u201eSei getreu bis an den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben.\u201c Ja, Treue begehrt der Herr: Treue im Glauben und Bekennen, Treue im Lieben und Dienen, Treue im Hoffen und Harren, auch unterm Leiden, Treue bis an den Tod, auch wenn es das Leben gelten sollte \u00fcber der Nachfolge Christi. Denn nur \u201ewer bis ans Ende beharrt, der wird selig.\u201c Dieser Treue verhei\u00dft er die Krone.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es gibt 4 Kronen f\u00fcr den Christen. Die erste ist die Gnadenkrone, davon sagt Psalm 103. . . . der dich kr\u00f6nt mit Gnade und Barmherzigkeit.\u201c Die zweite ist die Krone der Gerechtigkeit, die Paulus bekommt (2. Tim 4,8) Die dritte ist die Dornenkrone des Leidens Christi, welche der J\u00fcnger seinem Herrn nachzutragen hat. Die vierte ist die Krone des Lebens, die der Herr geben wird denen, die Treue gehalten haben. Aus der Gnadenkrone sprie\u00dft die Krone der Gerechtigkeit, daraus w\u00e4chst die Dornenkrone, aus der Dornenkrone erbl\u00fcht die Krone des Lebens.<\/p>\n<p>Bezzel sagt: \u201eHalte aus, halte das Gel\u00fcbde, das du mir gegeben hast bis zu dem Momente, wo ich dich auf die Probe stelle, indem ich dir alles nehme, alles von dir wenden muss und du gar aus sein sollst.\u201c Treue und Tod, das sind die beiden Gegens\u00e4tze und Pflichten, die dem Christen erwachsen. Des Christen Pflicht ist Sterben; aber seine Pflicht ist zugleich leben und Lebenstreue \u00fcben. \u201eIndem ich sterbe, bleibe ich treu und weil ich treu bin, darum sterbe ich.\u201c Er nimmt von uns alles, alles und spricht: \u201eIch will dir den Kranz des Lebens geben.\u201c<\/p>\n<p><strong><em>4. Die tr\u00f6stende Hand<\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Endlich aber: \u201eWer \u00fcberwindet, dem soll kein Leid geschehen von dem andern Tode.\u201c Jesus redet zu Christen als zu \u00dcberwindern; denn sie stehen im Kampf. Vom \u00dcberwinden h\u00e4ngt aber alles ab.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir haben nur die Wahl: Entweder \u00dcberwinder mit Palmen in den H\u00e4nden, oder \u00fcberwundene Sklaven mit Ketten an den H\u00e4nden. Jesus will in dir Sieger bleiben, wenn du nur Ihm die Treue h\u00e4ltst. Das aber ist die Treue, wenn man an den Kreuzweg der Entscheidung kommt, dass man sich f\u00fcr ihn und nicht gegen ihn entscheidet; dass man lieber alles verlieren will, um nur ihn zu behalten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vor einiger Zeit habe ich mit meinem Herrn Jesus geredet und er fragte mich: Thomas, w\u00e4rst du bereit, wenn ich dich einsam in ein anderes fernes Land schicken w\u00fcrde? Ich sagte: Ja Herr, auch wenn es mir schwerfallen w\u00fcrde. Wenn du mich woanders besser gebrauchen kannst, dann bin ich bereit. Dann fragte er weiter. Thomas, w\u00e4rst du bereit, wenn ich dir deine Frau oder Kinder nehmen w\u00fcrde. Ich sagte. Herr, auch wenn die Tr\u00e4nenstr\u00f6me dann flie\u00dfen w\u00fcrden, w\u00e4re ich bereit dir auch darin nachzufolgen. Dann kam die 3. Frage. Thomas, w\u00e4rst du auch bereit mir nachzufolgen, wenn ich dir deine Gesundheit, deine Sportlichkeit, deine Sexualit\u00e4t, deine Sehf\u00e4higkeit,\u2026 nehmen w\u00fcrde? Ich antwortete: Herr, das w\u00e4re alles sehr bitter, aber wenn du mich dann besser gebrauchen k\u00f6nntest, w\u00e4re ich auch dazu bereit. Dann kam die letzte Frage. Thomas, w\u00e4rst du auch bereit, auf mich ganz zu verzichten? Das sank ich zum Boden nieder und flehte: Herr nur das nicht, ohne dich kann und will ich nicht leben, nimm mir, was du willst, aber dich brauche ich zum Leben und zum Sterben! Dich kann ich nicht lassen!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diesen \u00dcberwindern verhei\u00dft er, dass ihnen kein Leid widerfahren soll von dem zweiten Tode. Meine Lieben, es ist stimmt nicht, was sich so viele einbilden, als ob jeder nach dem Sterben in den Himmel kommen w\u00fcrde. Es ist dies eine der gr\u00f6\u00dften L\u00fcgen. Jesus sagt es anders: Es gibt einen \u201ezweiten Tod,\u201c und das ist der ewige Tod, gleichwie es das ewige Leben gibt. Das ist eine der klarsten Wahrheiten, die durch alle Evangelien und durch alle Episteln geht. Jesus ist gekommen, die Seelen der Menschen zu retten. Nur wer Christus ergreift, wird vom zweiten Tode errettet und wird das ewige Leben haben. Ohne Jesus ist Sterben der gr\u00f6\u00dfte Verlust; denn es f\u00fchrt in den zweiten Tod, in die ewige Verdammnis. Deswegen predigen und rufen wir allen zu: Eile und errette deine Seele; wir bitten eile um Christi willen: \u201eLasset euch vers\u00f6hnen mit Gott.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer Ohren hat zu h\u00f6ren, der h\u00f6re, was der Geist der Gemeinde sagt. Darum, meine Lieben, Christus allein ist unser himmlischer Trost in teuflischer Tr\u00fcbsal. Sein tr\u00f6stlicher Name, sein Auge, sein Mund, seine Hand \u2013 sie geben uns allein die Gewissheit, dass, wenn wir nur ihn ergreifen, wir auch mit ihm und in ihm geborgen sein sollen im Leben und im Sterben, in Zeit und Ewigkeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Amen<\/p>\n<p><em>Pr\u00e4dikant und Religionsp\u00e4dagoge Thomas Karker, Evangelische Kirchengemeinde Apenburg, 14.5.2023<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn sie zu w\u00e4hlen k\u00f6nnten, in welcher Stadt wollten sie leben? In M\u00fcnchen, der Weltstadt mit Herz oder vielleicht in Hamburg, die Stadt mit dem Tor zur Welt, oder Rom, der ewigen Stadt, oder Prag, der goldenen Stadt, oder gar Athen, der Stadt der G\u00f6tter? 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