{"id":20011,"date":"2023-05-22T09:25:20","date_gmt":"2023-05-22T07:25:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=20011"},"modified":"2023-05-22T09:29:11","modified_gmt":"2023-05-22T07:29:11","slug":"unzulaenglichkeit-des-oeffentlich-rechtlichen-rundfunks","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=20011","title":{"rendered":"Unzul\u00e4nglichkeit des \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunks"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Die Unzufriedenheit mit den Leistungen der \u00f6ffentlichen Sender nimmt zu, gerade bei den Zahlungsverweigerern. Sie empfinden die zwangsweise Finanzierung der Anstalten als unangemessen. Zum einen sehen sie nicht ein, dass regelm\u00e4\u00dfige \u201eBeitr\u00e4ge\u201c erfolgen m\u00fcssen, obgleich man das Problem ja \u00fcber Steuern h\u00e4tte regeln k\u00f6nnen. Teilweise wird die Vereinseitigung des Gebotenen missbilligt. So wird die Programmgestaltung ger\u00fcgt, vor allem die Missachtung der eindeutig formulierten gesetzlichen Bestimmungen, etwa die Erfordernisse der Ausgewogenheit und Objektivit\u00e4t. Sie vertreten eintr\u00e4chtig ihre Erkenntnisse, derzeit geht es um die Feststellung, dass die Bewohner Deutschlands zu 60 % \u201eersch\u00f6pft\u201c seien. Ursachen seien etwa Russland, Pandemie oder Zukunfts\u00e4ngste (Morgenmagazin 24.02.2023). Zur Probleml\u00f6sung bietet der \u00f6ffentliche Rundfunk nichts, es wird allenfalls Yoga empfohlen.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der inzwischen verstorbene hoch angesehene Journalist Peter Scholl-Latour meinte z.B., das \u00f6ffentlich-rechtliche Fernsehen bringe sich verschiedentlich um seine Existenzberechtigung. So fehle es an Analysen \u2013 wie sie fr\u00fcher gesendet wurden \u2013, letztlich mangele es an Bildung und Qualit\u00e4t. Der Neuropsychiater Manfred Spitzer meint, fernsehen mache dumm, gewaltt\u00e4tig und (im k\u00f6rperlichen Sinne) dick. Die laufend realisierte Gewalt k\u00f6nnten Jugendliche kaum verarbeiten, es gebe grausamste Szenen und entw\u00fcrdigende Sexualdarstellungen. Nur selten w\u00fcrden Partner in ehelicher Treue gl\u00fccklich zusammenleben. Stattdessen wird gem\u00e4\u00df der Mode geboten: Tierwohl, Gender, Trans, Netzdurchsetzungsgesetz, Klima, Verachtung christlich agierender Politiker \u2013 etwa in Ungarn, bei der AfD oder bei Hans-Georg Maa\u00dfen (CDU). Ist es deshalb zu verantworten, dass der \u00f6ffentlich-rechtliche Rundfunk j\u00e4hrlich \u00fcber einen bald zweistelligen Milliarden-Betrag verf\u00fcgt \u2013 und das noch dazu durch Zwangsgeld? Sind die au\u00dferordentlich hohen Pensionszahlungen f\u00fcr die Mitarbeiter gerechtfertigt? Ex-Bundeskanzlerin Merkel spottete bereits dar\u00fcber, dass die Verantwortlichen im Rundfunk mehr verdienen w\u00fcrden als sie. Der Steuerzahlerbund kritisiert das Finanzierungssystem deutlich. Man fragt sich, ob die ARD wirklich ein neues Studio f\u00fcr Tagesschau und Tagesthemen in H\u00f6he von fast 24 Millionen Euro erhalten musste.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Den Bed\u00fcrfnissen der Zuschauer entgegenzukommen versucht man durch h\u00e4ufige Sportsendungen. So mag ein gelungenes deutsches Fu\u00dfballspiel erfreuen wie auch die Goldmedaille von Katharina Althaus bei den Skisprung-Weltmeisterschaften. Beim Sport wird leider oft die Neigung zum Fanatismus \u00fcbersehen, ja geradezu gef\u00f6rdert. Es werden bei einem Sieg gar Begriffe verwendet wie \u201eFu\u00dfballgott\u201c anstelle von einem ehrlichen \u201eGott sei Dank!\u201c. Zum Verkraften einer Niederlage wird so gut wie gar nicht geboten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00c4hnlich steht es mit der \u201eUnterhaltung\u201c. Zur Verf\u00fcgung gestellt werden Massen von Krimis und banalen \u201eSerien\u201c, auch Bem\u00fchungen, bei Kindern sexuelles Verhalten zu wecken. H\u00e4ufig fehlt es an konstruktiven Ideen. Auch die Hinweise in den Kultursendungen auf neue B\u00fccher wirken oft weniger als Bildungshilfe, eher als Verkaufshilfe f\u00fcr die Autoren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Artikel 4 Grundgesetz \u00fcber die Glaubens- und Gewissensfreiheit spielt in den Sendungen nur eine untergeordnete Rolle. In Bezug auf die Themenauswahl sollte der \u00f6ffentlich-rechtliche Rundfunk sich mehr an unserer Verfassung orientieren. Es gibt zwar regelm\u00e4\u00dfig Gottesdienste, welche von den Kirchen verantwortet werden, aber christentumsfreundliche Eigenleistungen der Journalisten entfallen so gut wie ganz. Und das, obgleich nach den Kommentierungen zu Paragraf 11 Rundfunkstaatsvertrag gerade die christliche Kultur besonders sch\u00fctzenswert ist! Gewiss gibt es Sendungen wie \u201eWort zum Sonntag\u201c (ARD) oder \u201e37\u00b0\u201c (ZDF); in diesen geht es ganz \u00fcberwiegend um soziale Themen, also nur um einen Teil der christlichen Lebensgestaltung \u2013 nicht um den Hinweis auf die Gottesbeziehung. Das Christentum beinhaltet ja neben der sozialen Komponente noch eine zweite, n\u00e4mlich die des \u201eHeils\u201c, welche im Rundfunk weitgehend vernachl\u00e4ssigt wird. Zu religi\u00f6sen Feiertagen wie dem Reformationstag st\u00fctzt sich das Programm auf Gedanken von Mitb\u00fcrgern wie dem christlich zur\u00fcckhaltenden Herbert Gr\u00f6nemeyer. Daf\u00fcr wird der Glaube, soweit er die Kernwahrheiten des Evangeliums betrifft, an den Rand gedr\u00e4ngt. In bildungsm\u00e4\u00dfiger Hinsicht werden die Vorz\u00fcge des christlichen Glaubens im Alltagsleben nicht dargestellt, etwa extrem niedrige Kriminalit\u00e4t der Christen, Lebensgl\u00fcck der Gl\u00e4ubigen oder die ermutigende Hoffnung auf das ewige Leben. Entsprechende Beispiele finden sich in der renommierten Zeitschrift \u201ePsychologie heute\u201c. Man kann sich von dem Gedanken nicht l\u00f6sen, dass auf Journalisten die Einordnung des gro\u00dfen biblischen Denkers Paulus zutrifft: \u201eSie sch\u00e4men sich des Evangeliums\u201c; sie wollen lieber von den Massen, die den Zeitgeist widerspiegeln, akzeptiert werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Ergebnis l\u00e4sst sich Folgendes konstatieren: Der \u00f6ffentlich-rechtliche Rundfunk stellt gewiss keinen Totalausfall dar, er bietet zweifellos eine Art Grundversorgung mit den wichtigsten Fakten. Seine Schw\u00e4che aber liegt sowohl in mangelnder Objektivit\u00e4t als auch in beschr\u00e4nkter geistiger Weite. Man ordnet sich dem Zeitgeist unter, bringt kaum Ideen, um bestehende Missst\u00e4nde abzu\u00e4ndern. In s\u00e4mtlichen Medien werden die Zukunftssorgen der Deutschen und weltweit immer mehr hervorgekehrt. \u00dcbel ist, dass die Errungenschaften des Christentums zwar im Kultur- und Wissenschaftsbereich fr\u00f6hlich genutzt werden, aber auf die (christliche) Urheberschaft des Gedankenreichtums allenfalls am Rande hingewiesen wird. Das ist einfach zu wenig und entspricht nicht den Grunds\u00e4tzen der gehobenen geistigen Auseinandersetzung. Wenn es um tiefgehende geistige Auseinandersetzungen geht, \u00fcberwiegt das Defizit\u00e4re bei Weitem. Man mag in Radio und Fernsehen bem\u00fcht sein, zumindest nach Mitternacht einmal gewisse Vertiefungen zu pr\u00e4sentieren, aber die Bereitschaft, sich konstruktiv gegen die herrschende Meinung in Politik und Gesellschaft zu wenden, fehlt. Man k\u00f6nnte zu Recht behaupten: In dieser Hinsicht ist eine Reformation \u00fcberf\u00e4llig!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Rechtsanwalt Christian Hausen, Neum\u00fcnster<\/em><\/p>\n<p><em>Quelle: Aufbruch \u2013 Informationen des Gemeindehilfsbundes 1\/2023 (M\u00e4rz)<\/em><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Aufbruch_1_2023.pdf\"><em><strong>Sie k\u00f6nnen die aktuelle Ausgabe des Aufbruchs hier herunterladen.<\/strong><\/em><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Unzufriedenheit mit den Leistungen der \u00f6ffentlichen Sender nimmt zu, gerade bei den Zahlungsverweigerern. Sie empfinden die zwangsweise Finanzierung der Anstalten als unangemessen. Zum einen sehen sie nicht ein, dass regelm\u00e4\u00dfige \u201eBeitr\u00e4ge\u201c erfolgen m\u00fcssen, obgleich man das Problem ja \u00fcber Steuern h\u00e4tte regeln k\u00f6nnen. Teilweise wird die Vereinseitigung des Gebotenen missbilligt. So wird die Programmgestaltung [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":200,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[10],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/20011"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/200"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=20011"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/20011\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":20012,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/20011\/revisions\/20012"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=20011"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=20011"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=20011"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}