{"id":20004,"date":"2023-05-20T09:07:56","date_gmt":"2023-05-20T07:07:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=20004"},"modified":"2023-05-20T09:07:56","modified_gmt":"2023-05-20T07:07:56","slug":"herr-sprich-nur-ein-wort-predigt-ueber-matthaeus-85-13","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=20004","title":{"rendered":"&#8222;Herr, sprich nur ein Wort!&#8220; Predigt \u00fcber Matth\u00e4us 8,5-13"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Liebe Gemeinde,<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">die Geschichte vom r\u00f6mischen Hauptmann in Kapernaum hatte schon begonnen, bevor Jesus nach Kapernaum kam. Der Hauptmann w\u00e4re niemals spontan auf Jesus zugegangen, h\u00e4tte er nicht vorher bereits von Jesus geh\u00f6rt. Da m\u00fcssen Menschen gewesen sein, die von Jesus wussten und ihr Wissen nicht f\u00fcr sich behielten, sondern es weitergaben. So kam die Nachricht \u00fcber Jesus auch ans Ohr des Hauptmannes der feindlichen Besatzungsmacht.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und die Nachricht von Jesus muss \u00fcberzeugend gewesen sein. Der Hauptmann sp\u00fcrte, hier geht es nicht um allgemein-religi\u00f6se, spirituelle Fragen, sondern hier ist einfach Hilfe f\u00fcr mich. So bekam er Mut, bei passender Gelegenheit selbst auf Jesus zuzugehen. Wir kennen die Menschen nicht, die mit dem Hauptmann gesprochen hatten, und wir wissen auch ihre Namen nicht. Aber das ist auch gar nicht wichtig. Entscheidend ist auch nicht, dass einmal unsere Namen in irgendwelchen Biografien und Geschichtsb\u00fcchern auftauchen, sondern entscheidend ist vielmehr, dass Eure Namen im Himmel geschrieben sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und ebenso ist entscheidend, dass auch wir \u00dcbermittler, Botschafter und Zeugen von Jesus sind, damit auch heute Menschen wie der Hauptmann zu Jesus finden. Die entscheidende Stunde kam bald. Jesus kam nach Kapernaum, dorthin, wo ein Mensch auf ihn wartete und seine Hilfe suchte. Deshalb kam Jesus \u00fcberhaupt in diese Welt, um f\u00fcr alle da zu sein, um f\u00fcr alle zum Retter zu werden. Der Hauptmann erkannte seine Chance. Er trat aus dem Hintergrund heraus, in dem er eben noch mit allen anderen Zuschauern stand. Er ging in den Vordergrund, direkt auf Jesus zu. Ein mutiger Schritt, ein alles entscheidender Schritt! -Denn so hoffnungsvoll diese Geschichte begonnen hatte, sie h\u00e4tte auch gleich wieder traurig enden k\u00f6nnen \u2013 etwa so: \u00bbAls Jesus nach Kapernaum kam, zog es den Hauptmann bis zu Jesus; er kam auch ganz dicht in Jesu N\u00e4he; aber er wagte nicht den Schritt in den Vordergrund, heraus aus der Menge, hin zu Jesus. So kam die ersehnte und notwendige Verbindung mit Jesus leider nicht zustande.\u00ab<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So h\u00e4tte es laufen k\u00f6nnen \u2013 und so l\u00e4uft es auch tats\u00e4chlich oft. Auch heute noch. Aber so sollte es nicht laufen. Es hilft uns eben wenig, dass wir die Botschaft von Jesus vernehmen, vielleicht sogar sehr eindr\u00fccklich und \u00fcberzeugend vernehmen \u2013 wenn wir danach bei irgendwelchen frommen Eindr\u00fccken ohne Entscheidung stehen bleiben. Eine Verbindung mit Jesus kommt so nicht zustande. Aber genau die brauchen wir. Verbindung bedeutet sich zu binden. Verbindung und Bund sind derselbe Wortstamm. Sich zu binden bedeutet, einen Bund einzugehen. Jesus bietet jedem Menschen einen solchen Bund an. Das Neue Testament ist die neue Bundeszusage Gottes f\u00fcr dein Leben. Nimmst Du diesen Bund an? Bekennst Du Dich zu Jesus? Verbindest Du Dich mit dem Retter und Heiland der Welt?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Hauptmann handelte vorbildlich, er lie\u00df sich nicht aufhalten, er ging vertrauensvoll direkt auf Jesus zu. \u201eKyrie!\u201c \u201eHerr!\u201c So redet der Hauptmann Jesus an. Denn er wei\u00df, wenn mir einer helfen kann, dann ist es Jesus. Er erkennt in seinem Innersten: In ihm ist der lebendige Gott f\u00fcr mich da. Und ich kann zu ihm kommen, wie ich bin. Ihm unterstelle ich mich, ihm traue ich alle Hilfe zu, auch in dieser Sache, in der kein Mensch helfen konnte. Die Anrede \u201eHerr\u201c w\u00e4re unaufrichtig, h\u00e4tte sie nicht diese praktische Konsequenz \u2013 auch bei uns! Wer Jesus als \u201eHerr\u201c anspricht, der bekennt sich zum HErrn \u00fcber Himmel und Erde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer sich zu dem Herrn Jesus Christus ehrlich bekennt, der rechnet im Alltag und in allen Dingen fest mit ihm. Genau so tritt der Hauptmann zu Jesus. Als Soldat, wie er es gelernt hat, nennt er ohne Umschweife seine Not. Voller Vertrauen sagt er, was ihm Sorge macht und ihn umtreibt. Eine so schlichte Sache ist es mit dem Beten: einfach Jesus alles hinlegen, was einem auf dem Herzen liegt. Genauso offen, direkt und vertrauensvoll, wie der Hauptmann Jesus seine Not vor die F\u00fc\u00dfe legt, d\u00fcrfen und sollen wir es tun.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dass es sich in diesem Fall um die Krankheit seines Knechtes handelt, die der Hauptmann zu seiner eigenen Not macht, ist besonders eindrucksvoll. Das ist mehr als die heute oft beschworene soziale Gesinnung, das hier ist wahre Solidarit\u00e4t. Es w\u00e4re f\u00fcr uns als \u201eChristliche Vereinigung S\u00fcdpfalz\u201c doch sch\u00f6n und hilfreich, wenn wir die F\u00fcrbitte verst\u00e4rkt praktizieren. Indem wir uns immer mehr kennenlernen, gegenseitig Anteil nehmen an unserem Leben und f\u00fcreinander beten. F\u00fcreinander im Gebet vor den \u201eHerrn\u201c treten. F\u00fcrbitte f\u00fcreinan der und dar\u00fcber hinaus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jesus h\u00f6rt den Hauptmann an und nimmt dessen Not auf sein Herz: Ich will kommen und ihn gesund machen. Jesus, der gekommen ist \u201ezu suchen und zu retten, was verloren ist\u201c, er ist auch bereit, in das Haus des Heiden zu kommen. Das ist f\u00fcr einen gl\u00e4ubigen Juden eigentlich unm\u00f6glich; denn er w\u00fcrde sich mit dem Schritt in das Haus eines Heiden selber verunreinigen. F\u00fcr Jesus aber gibt es kein Hindernis, wenn sich ein Mensch voller Vertrauen an ihn wendet. Diese Zusage von Jesus \u201eIch will kommen und ihn gesund machen\u201c \u00fcberwindet den Hauptmann v\u00f6llig: So sehr nimmt Jesus mein Anliegen auf sein Herz? Mit einer solchen Liebe nimmt er mich, den Heiden, an? Er ist sogar bereit, unter mein Dach zukommen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie reagiert nun der Hauptmann? Versucht er nun schnell alles vorzutragen und vorzubereiten, um sich als w\u00fcrdiger Gastgeber zu zeigen? Nein. Im Gegenteil! Der Hauptmann bezieht sich nicht auf seine Leistung, seine Verdienste, seine Stellung oder sonst irgend etwas. Er sp\u00fcrt genau, dass das alles in der Gegenwart Jesu nicht passt. Er vertraut allein darauf, dass Jesus der \u201eHerr\u201c ist und helfen kann und will. Jesus hat die Macht und die Vollmacht dazu. Und der Hauptmann antwortet: \u201eSprich nur ein Wort!\u201c So kennt es der Offizier aus seinem milit\u00e4rischen Bereich. Und er folgert daraus: Wenn ich als Befehlshaber schon Macht \u00fcber Menschen habe, wie viel mehr wird dann Jesu Wort bewirken, was es besagt, auch gegen\u00fcber der Krankheit! Der Hauptmann rechnet fest damit, dass allein schon das Wort Jesu Vollmacht hat, dass es wahr und wirksam ist. \u201eSprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund!\u201c &#8211; Welch ein Bekenntnis! Welch ein Vertrauen! Welch ein Glaube! Und Jesu sprach zu dem Hauptmann: \u201eGehe hin, dir geschehe, wie du geglaubt hast.\u201c Und sein Knecht wurde gesund zu derselben Stunde. Der Hauptmann erlebt ein Wunder. Das wunderbare Eingreifen Gottes in die Dinge dieser Welt. Jesus hat die Not gewendet. Der Hauptmann bildet sich das nicht ein, sondern er steht vor einer Tatsache. Er hatte daran auch keinen Zweifel, dass sein Knecht tats\u00e4chlich gesund wurde. Er musste sich nicht erst mit seinen eigenen Augen davon \u00fcberzeugen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Erfahrung der Hilfe Gottes ist die Antwort auf den Glauben. Wir h\u00e4tten es ja von Natur aus gerne anders herum: erst wollen wir \u00fcberzeugende Beweise sehen, dann w\u00fcrden wir auch glauben. Das w\u00e4re aber gar kein Glaube in dem Sinne, dass ein Mensch zu 100 Prozent Gott vertraut und ihm alles zutraut. Glaube hei\u00dft JA zu sagen zu dem Bund Gottes. Glaube hei\u00dft, sein Leben ganz an Jesus Christus zu binden. Glaube hei\u00dft, alles von Gott zu empfangen, im Wissen, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer so glaubt, vertraut Jesus und seinem Wort und daraufhin macht er dann viele Glaubenserfahrungen. Das k\u00f6nnen solche Heilungen sein, wie der Hauptmann sie erlebt hat. Das k\u00f6nnen auch ganz andere Erfahrungen sein, wie Gott Dich leitet und begleitet in deinem Alltag. Das kann auch die Glaubenserfahrung sein, dass Gott mit Dir leidet, bei Dir ist und Dich tr\u00e4gt, durchtr\u00e4gt, ja mit Dir geht in Deine Krankheit und auch in Dein Sterben. Das Ziel des Glaubens ist ja nicht ein m\u00f6glich gutes Leben f\u00fcr 80 Jahre auf dieser Erde. Das Ziel des Glaubens ist doch die Verbindung mit Jesus Christus. Das Vertrauen und Bekennen, dass er das Beste ist, was Dir hier auf Erden geschehen kann. Und wenn hier auf Erden Deine Verbindung mit ihm beginnt, dann wirst Du auch in Ewigkeit mit Jesus verbunden sein. Dann wirst auch Du aus Krankheit, Leid, S\u00fcnde und Tod auferstehen in das himmlische Reich Gottes hinein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn Du bereit bist, Dein ganzes Leben Jesus anzuvertrauen, alles mit ihm zu teilen, Freud und Leid, dann wirst Du wundervolle Glaubenserfahrungen erleben. Sage doch keiner, beim Christsein ginge es nur um blindes F\u00fcrwahrhalten von Glaubenss\u00e4tzen. O nein. Denn ein Leben mit Christus ist voller Glaubenserfahrungen! Vielleicht erfahren wir dies deswegen zu wenig, weil wir Gott zu wenig zutrauen und ihn auch zu wenig bitten, weil wir denken, die eigentliche Hilfe liege doch in der Hand des Menschen. Vielleicht nehmen wir von Gottes Hilfe in unserem Leben auch zu wenig wahr, weil wir mehr auf das schauen, was wir gerne h\u00e4tten, aber zu wenig auf das, wie, wohin und wozu uns Gott im Leben so oder so f\u00fchrt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Liebe Br\u00fcder und Schwestern!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Hauptmann machte eine wundervolle Glaubenserfahrung. Und er wusste genau, wem er die Hilfe zu verdanken hat, auch wenn andere Leute vielleicht von \u201eZufall\u201c oder von \u201eDurchhaltewillen des Patienten\u201c, vom \u201et\u00fcchtigen Arzt\u201c oder von \u201eerfolgreicher Pflege\u201c sprachen. Jesus hat alle Macht im Himmel und auf Erden \u2013 das gilt im heutigen naturwissenschaftlichen Zeitalter ebenso wie vor 2.000 Jahren. Und Jesus interessiert sich nicht nur f\u00fcr unsere Seele! Er ist der Heiland f\u00fcr Geist, Leib und Seele und der Herr \u00fcber jede Not.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Liebe Gemeinde,<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jesus hat die Haltung des heidnischen Hauptmanns als \u201eGlauben\u201c bezeichnet. So ist christlicher Glaube. Daran sollen wir uns orientieren. Wir brauchen uns von der Not nicht erdr\u00fccken zu lassen; denn der Helfer ist gr\u00f6\u00dfer als die Not. Wir d\u00fcrfen unserem Herrn all unsere Not vor die F\u00fc\u00dfe legen, und wir k\u00f6nnen seinem Wort v\u00f6llig vertrauen. Dass nun gerade ein Au\u00dfenseiter Jesus in so vorbildlicher Weise gegen\u00fcbertrat und diese hohe Anerkennung durch Jesus erfuhr, ist f\u00fcr uns Vorbild und Mahnung zugleich. Bitten wir um den Heiligen Geist wie um das t\u00e4gliche Brot; bitten wir, dass wir ja nicht unser Vertrauen wegwerfen und das Kostbarste verlieren w\u00fcrden und vor dem heidnischen Hauptmann besch\u00e4mt dastehen. Denn schon zu den erw\u00e4hlten Israeliten hat Jesus gesagt: Wahrlich, ich sage euch: Solchen Glauben habe ich in Israel bei keinem gefunden! Aber ich sage euch: Viele werden kommen von Osten und von Westen und mit Abraham und Isaak und Jakob im Himmelreich zu Tisch sitzen; aber die Kinder des Reichs werden hinausgesto\u00dfen in die \u00e4u\u00dferste Finsternis; da wird sein Heulen und Z\u00e4hneklappern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bitten wir also darum, dass wir dem Herrn vertrauen wie jener Hauptmann in Kapernaum. Und das insbesondere je l\u00e4nger und je mehr wir von Jesus Christus wissen. Und bleiben wir auch offen f\u00fcr die \u00dcberraschungen Gottes. F\u00fcr seine \u00dcberraschungen in unserem Leben. Aber ebenso offen f\u00fcr seine Seelsorge und Heil-sorge an den Vielen, die heute noch drau\u00dfen stehen. Und seien wir bereit, wenn er uns an seiner Seelsorge beteiligen m\u00f6chte und Menschen durch uns zu ihm f\u00fchren will. Damit noch viele einstimmen in das vertrauensvolle Bekenntnis des Hauptmanns von Kapernaum: \u201eHErr, sprich nur ein Wort.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Amen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe Gemeinde, die Geschichte vom r\u00f6mischen Hauptmann in Kapernaum hatte schon begonnen, bevor Jesus nach Kapernaum kam. Der Hauptmann w\u00e4re niemals spontan auf Jesus zugegangen, h\u00e4tte er nicht vorher bereits von Jesus geh\u00f6rt. Da m\u00fcssen Menschen gewesen sein, die von Jesus wussten und ihr Wissen nicht f\u00fcr sich behielten, sondern es weitergaben. 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