{"id":19927,"date":"2023-04-26T16:09:12","date_gmt":"2023-04-26T14:09:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=19927"},"modified":"2023-04-26T16:09:12","modified_gmt":"2023-04-26T14:09:12","slug":"gottesfurcht-fuer-christen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=19927","title":{"rendered":"Gottesfurcht f\u00fcr Christen?"},"content":{"rendered":"<p>S. Felber, Vortrag beim Bibeltag Bollewick\/Mecklenburg, 22.4.2023<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Folgende ist als Vor-Blick ein <span style=\"text-decoration: underline;\">Teil<\/span> des dortigen Vortrags.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 36pt; color: #ff0000;\">Gottesfurcht f\u00fcr Christen?<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14pt;\"><strong>1. Verbreitete Einseitigkeiten<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von Gottesfurcht wird, wenn \u00fcberhaupt, nur versch\u00e4mt geredet. Furcht ist ja gerade das, was dem Glauben und der Liebe widerspreche. Wie kann ich einen Gott lieben, wenn ihn f\u00fcrchte?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie aber kann ich einen Menschen lieben, wenn ich ihn f\u00fcrchte?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein Pastor aus Greifswald predigte einmal, eine sch\u00f6ne Umschreibung f\u00fcr Gottesfurcht sei \u201evorsichtige Achtsamkeit\u201c. Er sagte: \u201eDamit kann ich etwas anfangen.\u201c Mit \u201evorsichtiger Achtsamkeit\u201c auf den Hebr\u00e4erbrief h\u00f6ren hei\u00dfe wie bei Noah, der die Arche baute: in die Zukunft schauen. Was damals n\u00f6tig gewesen sei, war, die mattgewordene Glaubenshoffnung wieder lebendig werden zu lassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Also \u201evorsichtige Achtsamkeit\u201c. Das klingt auf den ersten Blick gut. Doch wird hier nicht Gott selbst ausgeschlossen, von Mut und Glaubenstapferkeit zur Wahrheit ganz zu schweigen? Und ich frage mich, ob man f\u00fcr die Erkenntnis, Achtsamkeit sei ein guter Wert, wirklich die Bibel gebraucht hat. Managerkurse und Psychologen raten uns zu vermehrter Achtsamkeit auf uns selbst und die Menschen um uns herum.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was denken Sie? Achtung, jetzt haben Sie gleich die <strong>Wahl<\/strong>:<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn Sie der Meinung sind, Glaube und Gottesfurcht passen nicht zusammen, und kommt nicht in der Bibel 365x vor, man solle sich nicht f\u00fcrchten? Nebenbei: Ich z\u00e4hle hier nur halb so viele Stellen \u2013 immer noch viele genug! Wer also dieser Meinung ist, den ich lade ein, gut aufzupassen, denn es k\u00f6nnte etwas Neues dabei sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn Sie aber sagen, doch, da Gott ja so gewaltig und un\u00fcbertrefflich ist, m\u00fc\u00dfte das schon gehen, da\u00df Glaube und Gottesfurcht zusammengehen, dann werden Ihnen moderne Theologen und Psychologen m\u00f6glicherweise eine Phobie attestieren. Wenn Sie Ihren Glauben als Gottesfurcht charakterisieren, werden Sie u.U. auf einer niedrigen Stufe der Pers\u00f6nlichkeitsentwicklung eingeordnet (Halten der Gebote aus Angst vor Strafe statt aus Einsicht). <em>phobos<\/em> ist das griechische Wort f\u00fcr Angst oder Furcht \u2013 und dient ausgerechnet als Bezeichnung der Gl\u00e4ubigen im Alten und im Neuen Testament. Sie sind es, die Gott f\u00fcrchten \u2013 ihn eben mehr f\u00fcrchten als alles andere auf der Welt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Damit bin ich bei \u2026<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><span style=\"font-size: 14pt;\">2. Gottesfurcht in der Bibel<\/span> <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Rund 1000 x kommen in der Bibel Begriffe wie F\u00fcrchten, Furcht, Angst, Erschrecken vor. Es mu\u00df so oft vorkommen, weil Furcht eine ganz h\u00e4ufige menschliche Befindlichkeit oder Reaktion ist. Die Bibel \u201ezeichnet ja keine \u00bb\u00dcbermenschen\u00ab, sondern schwache, angefochtene Menschen (vgl. Ps 34,5; Mt 14,26; 28,4; Joh 7,13; Apg 2,43; 1.Kor 2,3). N\u00fcchtern und realistisch spricht die Bibel davon, da\u00df jeder Mensch Grund hat, sich zu f\u00fcrchten vor den unheimlichen dunklen M\u00e4chten, die mit ihm und um ihn sind (Eph 6,12), vor S\u00fcnde, Tod und Teufel.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Seit fr\u00fchester Zeit war Gottesfurcht ein Begriff daf\u00fcr, da\u00df man sich aufeinander verlassen konnte \u2013 wo keine Gottesfurcht ist, da ist, wie sp\u00e4ter Dostojewski zu Recht meinte und Nietzsche als Philosoph entfaltete, alles m\u00f6glich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 40px;\"><em>Abraham sprach: Ich dachte, gewi\u00df ist keine Gottesfurcht an diesem Orte, und sie werden mich um meiner Frau willen umbringen.<\/em> (1.Mose 20,11)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist unschwer auszumachen, was das f\u00fcr heute bedeutet. Ist keine Gottesfurcht da, ist also, wie gesagt, alles erlaubt. In R\u00f6m 3,18 zitiert Paulus aus Psalm 36 (und belegt so die allgemeine S\u00fcndhaftigkeit nicht mit seiner pers\u00f6nlichen Erfahrung, sondern aus der Bibel!):<\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 40px;\"><em>\u201eEs ist keine Gottesfurcht bei ihnen.\u201c<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Andersherum: Ist Gehorsam gegen Gott da, so ist auch Gottesfurcht vorhanden. In \u00c4gypten sagte Josef zu seinen Br\u00fcdern, bevor er sich ihnen zu erkennen gab:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 40px;\"><em>Am dritten Tage aber sprach er zu ihnen: Wollt ihr leben, so tut nun dies, <strong>denn ich f\u00fcrchte Gott <\/strong>[d.h. ihr k\u00f6nnt euch auf mich verlassen]: Seid ihr redlich, so la\u00dft einen eurer Br\u00fcder gebunden liegen in eurem Gef\u00e4ngnis \u2026 <\/em>(1.Mose 42,19f.)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Gehorsam wird die Gottesfurcht erkannt, 1.Mose 22,12:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 40px;\"><em>Er sprach: Lege deine Hand nicht an den Knaben und tu ihm nichts; denn nun wei\u00df ich, da\u00df du Gott f\u00fcrchtest und hast deines einzigen Sohnes nicht verschont um meinetwillen. <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dies hat sp\u00e4ter der Jakobusbrief aufgenommen und die Werke als Indiz f\u00fcr den rechten Glauben genommen (vgl. Gal 5,6).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Furcht in zwei Richtungen:<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 40px;\">5.Mose 7,21: <em>La\u00df dir nicht grauen vor ihnen [d.h. vor den Ureinwohnern in Kanaan]; denn der Herr, dein Gott, ist in deiner Mitte, der gro\u00dfe und schreckliche Gott.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dieser Vers macht sehr sch\u00f6n deutlich, da\u00df wer Gott f\u00fcrchtet, keine Menschen mehr f\u00fcrchten mu\u00df! Denn Gott hat seinem Volk geboten, nur ihn zu f\u00fcrchten. Vor dem Einzug ins gelobte Land predigt Mose (aus 5.Mose 6):<\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 40px;\"><em>Dies sind die Gesetze und Gebote und Rechte, die der Herr, euer Gott, geboten hat, euch zu lehren, da\u00df ihr sie tun sollt in dem Lande, in das ihr zieht, es einzunehmen, <sup>2\u00a0<\/sup><strong>damit du dein Leben lang <span style=\"color: #ff0000;\">den Herrn, deinen Gott, f\u00fcrchtest<\/span> und alle seine Rechte und Gebote h\u00e4ltst<\/strong>, die ich dir gebiete, du und deine Kinder und deine Kindeskinder, auf da\u00df du lange lebest. <sup>3\u00a0<\/sup>Israel, du sollst es h\u00f6ren und festhalten, da\u00df du es tust, auf da\u00df dir\u2019s wohlgehe und du gro\u00df an Zahl werdest, wie der Herr, der Gott deiner V\u00e4ter, dir zugesagt hat, in dem Lande, darin Milch und Honig flie\u00dft.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 40px;\"><em><sup>4\u00a0<\/sup><strong>H\u00f6re, Israel, der Herr ist unser Gott, der Herr ist einer.<\/strong> <sup>5\u00a0<\/sup><strong>Und du sollst <span style=\"color: #ff0000;\">den Herrn, deinen Gott, lieb haben<\/span> von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all deiner Kraft.<\/strong> <sup>6\u00a0<\/sup>Und diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollst du zu Herzen nehmen \u2026 \u2026 <sup>13\u00a0<\/sup>sondern du sollst <span style=\"color: #ff0000;\"><strong>den Herrn, deinen Gott, f\u00fcrchten<\/strong><\/span> und ihm dienen und bei seinem Namen schw\u00f6ren.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 40px;\"><em>\u2026 \u2026 <sup>24\u00a0<\/sup>Und der Herr hat uns geboten, nach all diesen Rechten zu tun, da\u00df wir <strong>den Herrn, unsern Gott, f\u00fcrchten<\/strong>, auf da\u00df es uns wohlgehe allezeit und er uns am Leben erhalte, sowie es heute ist.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die \u201e<strong>Gottesf\u00fcrchtigen<\/strong>\u201c: Das ist der <u>Ausdruck f\u00fcr die Gl\u00e4ubigen<\/u> \u00fcberhaupt<\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 40px;\">Beispiel: Ps 22,24: <em>R\u00fchmet den HERRN, die ihr ihn f\u00fcrchtet; ehrt ihn, all ihr Nachkommen Jakobs, und scheut euch vor ihm, all ihr Nachkommen Israels!<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Denjenigen r\u00fchmen, den ich zugleich f\u00fcrchte \u2013 f\u00fcr Au\u00dfenstehende ein Paradox, aber f\u00fcr die im Glauben die einzig angemessene M\u00f6glichkeit, gleichzeitig die N\u00e4he und den bleibenden Abstand zum Herrn auszudr\u00fccken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bedenken wir noch ein paar weitere lehrreiche Psalm-Worte!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 40px;\"><strong>27,1:<\/strong> <em>Von David. Der HERR ist mein Licht und mein Heil, vor wem sollte ich mich f\u00fcrchten? Der HERR ist meines Lebens Kraft; vor wem sollte mir grauen?<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 40px;\">33,18: <em>Siehe, das Auge des HERRN ruht auf denen, die ihn f\u00fcrchten, die auf seine Gnade harren.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 40px;\">34,10: <em>F\u00fcrchtet den HERRN, ihr seine Heiligen! Denn keinen Mangel haben die, die ihn f\u00fcrchten.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 40px;\">86,11: <em>Weise mir, HERR, deinen Weg, da\u00df ich wandle in deiner Wahrheit; erhalte mein Herz bei dem einen, da\u00df ich <strong>deinen Namen f\u00fcrchte<\/strong>.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 40px;\">103,11: <em>Denn so hoch die Himmel \u00fcber der Erde sind, so \u00fcberm\u00e4chtig ist seine Gnade \u00fcber denen, die ihn f\u00fcrchten.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 40px;\">103,13: <em>Wie sich ein Vater \u00fcber Kinder erbarmt, so erbarmt sich der HERR \u00fcber die, die ihn f\u00fcrchten.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 40px;\">103,17: <em>Die Gnade des HERRN aber w\u00e4hrt von Ewigkeit zu Ewigkeit \u00fcber denen, die ihn f\u00fcrchten, seine Gerechtigkeit bis zu den Kindeskindern,<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 40px;\">115,11+13: <em>Die ihr den Herrn f\u00fcrchtet, hoffet auf den Herrn! Er ist ihre Hilfe und Schild. \u2026 Er segnet, die den HERRN f\u00fcrchten, die Kleinen und die Gro\u00dfen.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 40px;\"><strong>119,120<\/strong>: <em>Ich f\u00fcrchte mich vor dir, da\u00df mir die Haut schaudert, und ich entsetze mich vor deinen Urteilen.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 80px;\">Buber-Rosenzweig: <em>Von deinem Schrecken grieselts durchs Fleisch mir, ich f\u00fcrchte mich vor deinen Gerichten.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 40px;\">145,19: <em>Er tut, was die <strong>Gottesf\u00fcrchtigen<\/strong> begehren, und h\u00f6rt ihr Schreien und hilft ihnen.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 40px;\">147,11: <em>Der HERR hat Gefallen an denen, die ihn f\u00fcrchten, die auf seine G\u00fcte hoffen.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Zusammenfassung zu den Psalmen:<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 40px;\"><em>Wer oder was wird gef\u00fcrchtet bzw. soll gef\u00fcrchtet werden?<\/em><\/p>\n<ul>\n<li style=\"list-style-type: none;\">\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>Jahwe<\/li>\n<li>Gott<\/li>\n<li>der Name Gottes (86,11).<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 40px;\"><em>Wer oder was soll nicht gef\u00fcrchtet werden? <\/em><\/p>\n<ul>\n<li style=\"list-style-type: none;\">\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>Menschen (V\u00f6lker, F\u00fcrsten; 56,5.12; 118,6).<\/li>\n<li>andere G\u00f6tter (96,4)<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 40px;\"><em>Wer f\u00fcrchtet Gott?<\/em><\/p>\n<ul>\n<li style=\"list-style-type: none;\">\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>seine Heiligen (89,8)<\/li>\n<li>viele (40,4)<\/li>\n<li>alle Enden der Erde (67,8)<\/li>\n<li>die ganze Erde (47,3)<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 40px;\"><em>Wer f\u00fcrchtet Gott nicht?<\/em><\/p>\n<ul>\n<li style=\"list-style-type: none;\">\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>die Ungerechten (55,20)<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><strong>3. Wie kommen wir nun von Furcht oder Angst und von der Scham, die vor Gott flieht, zur rechten Gottesfurcht, die, wie Luther sagt, <span style=\"color: #ff0000;\">Gott \u00fcber alle Dinge f\u00fcrchtet, liebt und vertraut<\/span> (1.Gebot)?<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Der Schl\u00fcssel, o<\/em> <em>meine lieben Freunde!, liegt beim Kreuz bzw. beim Wort vom Kreuz!<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Gottessohn hat die \u00e4u\u00dferste H\u00f6llenangst am Kreuz durchlitten. Wenn wir glauben, da\u00df er sie um unseretwillen und an unserer Stelle durchlitten hat, dann ist uns die Angst und Scham vor Gott genommen und die rechte Ehrfurcht geschenkt, die jeder haben sollte, der einem barmherzigen K\u00f6nig, dem K\u00f6nig der Gerechtigkeit und dem Guten Hirten begegnet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aufgrund der Heiligkeit und Sch\u00f6pferkraft des allm\u00e4chtigen Gottes ist Gottesfurcht auch noch neutestamentlich ein geistliches Grund-Datum.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00abSchrecklich ist\u2019s, in die H\u00e4nde des lebendigen Gottes zu fallen\u00bb (Hebr 10,31). Das gilt auch f\u00fcr Jesus selbst. Er hat seine Angst am Kreuz bewu\u00dft mit den Worten ausgesprochen, die auch in unser Gebetbuch, n\u00e4mlich in den Psalmen niedergelegt sind. Psalm 22: \u00a0\u00abMein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Ich schreie, aber meine Hilfe ist ferne \u2026 Sei nicht ferne von mir, denn Angst ist nahe; denn es ist hier kein Helfer\u00bb (Ps 22,2+12).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Damit unsere Gottesbeziehung geheilt wird, hat Christus unsere Gottverlassenheit erlitten. Als er starb, zerri\u00df der Vorhang im Tempel \u2013 Gott selbst kommt heraus und geht den Weg zu uns. Die Todes- und H\u00f6llenangst Christi nimmt der Gekreuzigte auf sich und \u00fcberwindet sie in seiner Auferstehung Christi \u2013 wie k\u00f6nnte unsere Angst kr\u00e4ftiger besiegt werden?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Also: Nicht eine allgemeine Gottesfurcht unsererseits befreit also vor Menschenangst oder Gefahrenangst oder gar H\u00f6llenangst, sondern Christus, der Gekreuzigte und Auferstandene, schenkt uns die rechte Gottesbeziehung und die rechte Gottesfurcht, die uns freisetzt:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 40px;\"><em>\u00abWeil wir wissen, da\u00df der Herr zu f\u00fcrchten ist, suchen wir Menschen zu gewinnen \u2026\u00bb<\/em> (2.Kor 5,11).<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">La\u00dft uns <em>\u00abdie Heiligung vollenden in der Furcht Gottes\u00bb<\/em> (2.Kor 7,1)!<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>S. 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