{"id":19884,"date":"2023-04-10T03:08:29","date_gmt":"2023-04-10T01:08:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=19884"},"modified":"2023-04-10T19:04:20","modified_gmt":"2023-04-10T17:04:20","slug":"was-feiern-wir-zu-ostern-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=19884","title":{"rendered":"Was feiern wir zu Ostern?"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Eigentlich sollten wir besser \u201eAuferstehungsfest\u201c sagen, denn das ist die zentrale Botschaft, die die Christenheit zu Ostern glaubt und verk\u00fcndigt. Und was w\u00fcrde n\u00e4her liegen zur Betrachtung dieses wunderbaren Geheimnisses der Auferstehung der Toten, der Auferstehung Christi, als dass wir uns das gr\u00f6\u00dfte, das gewaltigste Auferstehungskapitel des Neuen Testamentes ansehen, 1 Kor 15. Daraus vergegenw\u00e4rtigen wir uns entscheidende, wichtige Abschnitte. Was glauben wir eigentlich, wenn wir im Glaubensbekenntnis sprechen: Ich glaube an die Auferstehung der Toten und das ewige Leben?<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die M\u00fche der Korinther mit der Auferstehungsbotschaft<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Gemeinde in Korinth war mit vielen Segnungen ausgestattet. Paulus freut sich dar\u00fcber von Herzen, dass diese Gemeinde durch das Evangelium gesegnet war, viele Erkenntnisse gewonnen und viele Gaben empfangen hatte. Aber einige in dieser Gemeinde taten sich schwer mit der zentralen Botschaft des Evangeliums, dass es eine Auferstehung der Toten gibt. Vielleicht lag das daran, dass die meisten von ihnen Griechen waren, von den eingeschleppten oder eingewanderten Sklaven oder H\u00e4ndlern einmal abgesehen. Und wenn ich sage \u201eGriechen\u201c, dann meine ich Menschen, die in der Denk- und Glaubenstradition der griechischen Mysterienkulte und der griechischen Philosophen aufgewachsen und beheimatet waren. Das hei\u00dft nat\u00fcrlich, dass sie das verinnerlicht hatten, was ihre Starphilosophen ihnen \u00fcberliefert hatten. Die h\u00f6chste Gottheit, die der Philosoph Aristoteles verk\u00fcndet hat in seinem philosophischen Geb\u00e4ude, hie\u00df \u201enous\u201c, das hei\u00dft \u201eGeist\u201c. Ein gar nicht vorstellbarer k\u00f6rperloser Geist stand in diesem Denkgeb\u00e4ude an der Spitze des Universums und lenkte das ganze Leben und den ganzen Kosmos. Wenn der Geist eine so hohe Rolle spielt, dann ist es nat\u00fcrlich erkl\u00e4rlich, wenn man das Leibliche unter ferner liefen betrachtet. Wir wissen aus dem 1. Korintherbrief, dass Paulus erhebliche M\u00fche hatte und viel \u00dcberzeugungskraft aufwenden musste, um den Korinthern an einem ganz praktischen Beispiel und Lebensbereich klar zu machen, dass Leib, Seele und Geist eine Einheit sind. Dass sie nicht das Abendmahl feiern k\u00f6nnen und dann in sexueller Freiz\u00fcgigkeit wom\u00f6glich noch im Bordell ihre L\u00fcste suchen k\u00f6nnen. \u201eIhr geh\u00f6rt als gro\u00dfe einheitliche Wesenheit, als Person mit Leib, Seele und Geist zusammen. Ihr k\u00f6nnt nicht euren Geist als einen abgesonderten Extrateil betrachten. Am Geist h\u00e4ngt der Leib, und am Leib h\u00e4ngt der Geist und die Seele.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Einige taten sich also offensichtlich schwer damit, dass ihnen die Botschaft zugerufen wurde, dass es eine Auferstehung der Toten gibt, und zwar eine leibhafte Auferstehung der Toten. Eine geistige Umwandlung oder Regeneration oder ein geistiges \u00dcberschreiten aus der einen Leiblichkeit in eine vielleicht ganz anders gedachte oder in eine geistige Sph\u00e4re, das konnten sie sich vielleicht noch vorstellen. Aber Paulus sagte ihnen, dass die Toten leibhaft auferstehen werden, genauso wie Christus leibhaft auferstanden ist. Das ging offensichtlich einigen entschieden zu weit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wer glaubt heute noch der Auferstehungsbotschaft?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir sollten nicht geringsch\u00e4tzig auf diese Christen aus dem ersten Jahrhundert herabblicken. Wie sieht es denn bei uns aus, in unserem ehemals christlichen Abendland? Wer ist noch mit Freude durchdrungen von dieser Botschaft, dass Christus der K\u00f6nig, der Heiland ist, der Retter auch unserer Leiber? Als ich Pfarrer in Oberfranken war, habe ich mir einmal das Krematorium in Hof von innen angesehen. Es ist eines der \u00e4ltesten Krematorien in Deutschland. Dort steht ein Spruch \u00fcber der Saalmitte, den alle betrachten k\u00f6nnen, die dort an Trauerfeiern teilnehmen. Der Spruch lautet: \u201eDurch die reine Flamme zum All\u201c. Das ist genau das Gegenteil der christlichen Auferstehungshoffnung! Da verfl\u00fcchtigt sich alles und l\u00f6st sich alles wesenlos auf in einem Universum.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die leibhafte Auferstehung ist bis heute ein Stachel im Denken und Empfinden vieler Menschen geblieben. Elisabeth K\u00fcbler-Ross, die bekannte Sterbeforscherin, konnte sich eine leibhafte Auferstehung \u00fcberhaupt nicht vorstellen. Sie sprach einfach vom Wechsel der M\u00e4ntel. Du hast hier einen Wintermantel an, w\u00e4hrend du durch diese Welt schreitest. Und dann, nachdem du gestorben bist, bekommst du einen Fr\u00fchlingsmantel oder ein Fr\u00fchlingskleid angezogen. Das ist ja vielleicht eine nette Vorstellung, die aber mit leibhafter Auferstehung \u00fcberhaupt nichts zu tun hat. Auch Goethe tat sich diesbez\u00fcglich sehr schwer mit dem christlichen Glauben. In einem Gespr\u00e4ch mit Eckermann sagte er, was er sich vorstellt im Blick auf ein Leben nach dem Tod. Er meinte: \u201eWenn unser alter Leib nicht mehr in der Lage ist, unsere Pers\u00f6nlichkeit zu tragen, dann muss die Natur uns eben eine andere M\u00f6glichkeit anweisen, eine andere Daseinsform geben.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">All das sind Versuche, sich mit eigenen Gedanken vorzustellen, was eigentlich unvorstellbar ist und wo wir immer ins Phantastische oder ins Nichtige abrutschen, wenn wir die biblische Botschaft vergessen. Wir als Christenmenschen d\u00fcrfen am Osterfest und in der \u00f6sterlichen Zeit bekennen: Christus ist leibhaft auferstanden! Es gibt eine allgemeine leibhafte Auferstehung der Toten, denn es ist unm\u00f6glich, dass sich die Seele von Leib und Geist l\u00f6st und der Geist sich von der Seele und dem Leib l\u00f6st. Gott hat eine Einheit gewollt und geschaffen und er h\u00e4lt diese Einheit zusammen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Leugner der allgemeinen Totenauferstehung in der korinthischen Gemeinde<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Paulus sagt in 1 Kor 15,12-14: \u201eWenn aber Christus gepredigt wird, dass er von den Toten auferstanden ist, wie sagen dann einige unter euch: Es gibt keine Auferstehung der Toten? Gibt es keine Auferstehung der Toten, so ist auch Christus nicht auferstanden. Ist aber Christus nicht auferstanden, so ist unsere Predigt vergeblich, so ist auch euer Glaube vergeblich.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Man merkt hier, wie Paulus innerlich in Fahrt kommt, wie ihn das besch\u00e4ftigt. Was ist denn euer Glaube \u00fcberhaupt noch wert, wenn ihr die Auferstehung der Toten aus dem Blick verloren habt? Wenn ihr vielleicht noch die Auferstehung Christi als des Sohnes Gottes annehmt, aber eure eigene leibliche Auferstehung nicht glauben k\u00f6nnt? Was ist euer Glauben dann noch wert? Gott hat euch als eine Personeinheit von Leib, Seele und Geist erschaffen, und er will euch als solch einen Menschen in seine Herrlichkeit hineinholen. Ihr bekommt einen neuen Leib. Seid doch nicht mit diesem philosophischen Gedankengeb\u00e4ude zufrieden, als ob nur der Geist in irgendeiner Weise weiter existieren w\u00fcrde. Lasst euch nicht philosophisch verf\u00fchren! Dann habe ich im Grunde vergeblich gepredigt. Dann ist euer Glaube gar nichts wert. Wir merken, hier ist ganz offensichtlich ein Hauptnerv des christlichen Glaubens ber\u00fchrt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Verschiedene Deutungen der Auferstehung<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es gab und gibt ja in der Theologie mancherlei Versuche, die Auferstehung Jesu zu deuten. Manche Deutungen k\u00f6nnen \u00fcberhaupt nicht \u00fcberzeugen. Als ich in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts Theologie studierte, h\u00f6rte ich \u00f6fters die Formulierung, Christus sei auferstanden in das Wort der Predigt. Schon damals war ich damit nicht zufrieden, obwohl ich noch gar nicht im Glauben an Christus stand. Alle diese Versuche, die Auferstehung Christi anders zu beschreiben, dem modernen Denken anzupassen, dem heutigen Menschen verst\u00e4ndlicher darzustellen, sind mit Vorsicht zu genie\u00dfen. Warum bleiben wir nicht bei der klaren biblisch-apostolischen Aussage \u201eChristus ist leibhaft auferstanden\u201c? Das ist doch die Botschaft des Auferstehungsfestes!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bleiben wir noch bei den Versen 1 Kor 15,12-19. Der Schwerpunkt liegt ganz offensichtlich beim Zusammenhang der Auferstehung Jesu mit der allgemeinen Auferstehung der Toten. Warum ist Paulus so interessiert an diesem Zusammenhang? Weil es den Korinthern so schwerfiel, die allgemeine Auferstehung der Toten im Glauben festzuhalten. Ich muss einschr\u00e4nkend sagen, einigen von ihnen, denn Paulus betont es ja, dass nicht die ganze Gemeinde diese Schwierigkeiten hatte. Um also diese Christen, die sich mit der leibhaften Auferstehung der Toten schwertaten, zu gewinnen, wendet er so viel Energie darauf, noch einmal diesen Zusammenhang herzustellen und zu erkl\u00e4ren. Aber: ist er damit eigentlich der einzige im Neuen Testament?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer das Johannesevangelium kennt, wei\u00df, dass Jesus eindeutige Worte \u00fcber die allgemeine leibliche Auferstehung der Toten gesagt hat. In Joh 5,28-29 sagt der Herr: \u201eWundert euch dar\u00fcber nicht. Denn es kommt die Stunde, in der alle, die in den Gr\u00e4bern sind, seine Stimme h\u00f6ren werden. Und es werden hervorgehen, die Gutes getan haben, zur Auferstehung des Lebens, die aber B\u00f6ses getan haben, zur Auferstehung des Gerichts.\u201c So die Aussage unseres Herrn. Es wird also eine allgemeine Auferstehung der Toten geben. So bekennen es die Christen seit den Tagen der Apostel, seit dem apostolischen Glaubensbekenntnis: \u201eIch glaube an die Vergebung der S\u00fcnden, an die Auferstehung der Toten und an das ewige Leben.\u201c Deswegen w\u00fcnsche ich mir in jedem Fall, dass jeder von uns in diesem Glauben immer wieder neu gest\u00e4rkt wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir kennen wahrscheinlich den ber\u00fchmten englischen Naturwissenschaftler Isaac Newton, ein gl\u00e4ubiger, \u00fcberzeugter Christ, der \u00fcbrigens nicht nur naturwissenschaftliche B\u00fccher geschrieben hat, sondern auch viele theologische und bibelkundliche. Ihm war der christliche Glaube ein Herzensanliegen, und auch der Glaube an die Auferstehung Jesu Christi und die Auferstehung der Toten. Isaac Newton wollte einmal einem Freund, der sich schwertat mit dem Glauben an die Auferstehung, eine praktische Glaubenshilfe geben. Er sagte zu ihm: Komm doch mal runter in meinen Keller, in meinen Experimentierraum. Dort hatte Newton einen Tisch aufgestellt, und auf dem lagen ein kleines H\u00e4ufchen Erde und daneben Eisensp\u00e4ne. Und er sagte zu seinem Freund: Bitte pass auf, was ich dir jetzt zeigen will. Er nahm die beiden Haufen, vermischte sie und streute sie \u00fcber den Tisch aus. Die Eisensp\u00e4ne waren gar nicht mehr zu sehen. Dann zog er aus seiner Tasche einen Magneten und fuhr damit kurz \u00fcber diesen ausgebreiteten gemischten Haufen von Eisensp\u00e4nen und Erde. Alle Eisensp\u00e4ne sa\u00dfen sofort am Magneten. Newton sagte dann zu seinem Freund: So wird es sein, wenn die letzte Posaune erschallt, wenn Christus kommt, und wenn die Toten auferstehen werden. Ich finde, das ist ein sehr treffendes Beispiel, ein einleuchtendes Experiment. Genauso wird es sein. Die Menschen werden aus den Gr\u00e4bern mit magnetischer Kraft herausgezogen, und ob da noch Knochen liegen oder nicht, das spielt gar keine Rolle. Der Gott, das wusste selbst der Skeptiker Voltaire, der uns einmal erschaffen hat, der kann uns auch ein zweites Mal mit Leib, Seele und Geist umkleiden und ausstatten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Alle werden auferstehen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Verfolgen wir das Auferstehungskapitel 1 Kor 15 weiter. Paulus will nicht beim Zweifel der Korinther stehen bleiben, obwohl er ihn sehr ernst nimmt. Ab Vers 20 verl\u00e4sst er die argumentative Linie und geht \u00fcber zum Bezeugen. Hier wird er ganz energisch, ja geradezu euphorisch. Vers 20: \u201eNun aber ist Christus auferstanden von den Toten als Erstling unter denen, die entschlafen sind!\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das ist die Osterbotschaft pur. Wenn wir den Zusammenhang weiter verfolgen, merken wir, dass sich der Blick jetzt weitet. Jetzt geht es gar nicht mehr nur um die Korinther. Jetzt geht es um die weltgeschichtliche Dimension der Auferstehung Christi, um die Auferstehung der Menschheit von den Toten. Jetzt geht es um Heilsgeschichte. Jetzt geht es um Weltgeschichte. Und wir merken, was das f\u00fcr eine gewaltige Botschaft ist, die uns das Osterfest zuruft und die wir glauben und verk\u00fcndigen d\u00fcrfen. Was sie f\u00fcr eine gro\u00dfe, menschheitsumfassende Bedeutung hat. Dieser Abschnitt ab Vers 20 ist in seiner weltumspannenden Bedeutung eigentlich nur vergleichbar mit der zweiten H\u00e4lfte des 5. Kapitels im R\u00f6merbrief, wo ja ebenfalls eine solche welt- und heilsgeschichtliche Perspektive vor unseren Augen entfaltet wird, wo Adam und Christus gegen\u00fcbergestellt werden. Adam bringt f\u00fcr alle den Tod. Christus holt sie alle aus dem Tod heraus. R\u00f6m 5,22: \u201eDenn wie sie in Adam alle sterben, so werden sie in Christus alle lebendig gemacht werden.\u201c Alle, du und ich. Der Gottesleugner und der Christ, der Buddhist. Alle, die an esoterische Welten glauben. Alle Muslime, wirklich alle Menschen. Alle werden durch Christus lebendig gemacht. Die ganze Menschheit. Die ganzen Milliarden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Zweierlei Auferstehung<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir kennen ja die beliebte Rede vom \u201eRuhe sanft\u201c. Bei wie vielen Beerdigungen ert\u00f6nt sie, entweder deutlich ausgedr\u00fcckt oder in den Gedanken der Menschen. Sollten wir uns nicht diese Redensart abgew\u00f6hnen angesichts dieser Botschaft, dass da noch etwas ganz Entscheidendes auf uns, auf alle Toten zukommt? Wie kann man da noch von \u201eRuhe sanft\u201c reden? Entscheidendes kommt ja noch. Das irdische Leben ist zwar zu Ende, aber dann kommt der Moment, an dem sich unser weiterer Weg entscheidet. Wenn die Stimme Christi ert\u00f6nt, die Gr\u00e4ber sich \u00f6ffnen und die Auferstehung der Toten f\u00fcr die ganze Menschheit kommt, dann entscheidet sich, ob wir zur Auferstehung des Lebens oder zur Auferstehung des Gerichts gerufen werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie geht es weiter? Wo werde ich dann sein? Wo werde ich hinkommen? In 1 Kor 15,23 hei\u00dft es, es wird so sein, dass ein jeder in seiner Ordnung, in seiner Klasse die Auferstehung der Toten erleben wird. Als Erstling Christus. Danach, wenn er kommen wird, die, die Christus angeh\u00f6ren. Jetzt sind wir beim entscheidenden Punkt. Die, die Christus angeh\u00f6ren, werden die Auferstehung zum Leben erleben. Das ist die gro\u00dfe Aussage. Zum Leben gelangen die, die Christus angeh\u00f6ren. Und mit &#8222;Leben&#8220; ist hier das ewige Leben bei Gott im Herrlichkeitsleib gemeint. Zum Gericht gelangen die, die Christus nicht angeh\u00f6ren. So steht es in Offenbarung 20 ab Vers 11.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Entr\u00fcckung der Gemeinde in den Himmel<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer die Bibel ein wenig kennt, der kennt den Ausdruck \u201eEntr\u00fcckung\u201c. Paulus gibt in 1 Thess 4 diese besondere Botschaft weiter, und zwar als eine Trostbotschaft. Alle die, die zu Christus geh\u00f6ren, werden, wenn Christus wiederkommt, im Bruchteil einer Sekunde verwandelt werden. Sie werden einen neuen Leib empfangen, den Leib der Herrlichkeit, und dann zu Christus hin in den Wolken und dann in die himmlische Herrlichkeit versetzt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer geh\u00f6rt denn Christus an? Das w\u00e4re eine eigene biblische Besinnung wert. Aber es gibt eine zentrale Aussage in R\u00f6mer 8,23, mit der wir uns hier begn\u00fcgen k\u00f6nnen. Diejenigen gelangen zur Auferstehung des Lebens, diejenigen sind bei der Umwandlung ihres Leibes in den Herrlichkeitsleib dabei, die den Heiligen Geist haben. Das sagt der Apostel Paulus in R\u00f6mer 8, dem gro\u00dfartigen Geist-Kapitel im Neuen Testament. Hast du den Heiligen Geist? Das ist die entscheidende Frage. Wenn ja, dann bist du dabei, wenn bei der Wiederkunft Jesu diese Verhei\u00dfungen Realit\u00e4t werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir k\u00f6nnten noch sehr vieles sagen \u00fcber den Abschnitt Vers 20-28. Da ist noch davon die Rede, dass Christus nach seiner Wiederkunft in Ewigkeit herrschen wird. Er wird als der triumphierende K\u00f6nig und Richter wiederkommen. Alle Feinde werden unter seine F\u00fc\u00dfe gelegt werden, auch der Tod. Das ist eigentlich die Spitzenaussage des Kapitels 15. Dann wird sich die Prophezeiung aus Psalm 110 erf\u00fcllen, dass Gott seinem Christus, unserem Heiland, alle Feinde unter die F\u00fc\u00dfe legen wird. Der Tod ist der letzte Feind, und den gibt es dann f\u00fcr die verwandelte und entr\u00fcckte Gemeinde Jesu nicht mehr. Auch das ist Ostern. Als Christen gehen wir auf eine Zeit, besser gesagt auf die Ewigkeit ohne Tod zu. Die Gemeinde Jesu, alle die, die den Heiligen Geist als Angeld empfangen haben, werden in die himmlische Herrlichkeit versetzt, und dort hat der Tod nichts mehr zu suchen. Sie sind dem Tod ein f\u00fcr alle mal entnommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die neue Erde<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber es wird dann auch noch die neue Erde geben. Auch das geh\u00f6rt zur Osterbotschaft des Neuen Testaments, insbesondere des letzten Buchs der Bibel. Und auf der neuen Erde werden wieder Menschen sein. Dort wird das neue Volk Israel das Priester- und K\u00f6nigsvolk Gottes f\u00fcr die dann lebenden Menschen sein, und auch dort wird der Tod seine Schreckensherrschaft verlieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer das Kapitel 22 in der Offenbarung liest, der sieht, dass dort im Neuen Jerusalem Lebensb\u00e4ume stehen werden. Ja, das ist der Lebensbaum, zu dem Gott, als Adam und Eva aus dem Paradies vertrieben worden waren, den Zugang versperrt hatte. Dieser Lebensbaum wird auf der neuen Erde der dann lebenden Menschheit wieder zug\u00e4nglich sein. Der Tod hat dann nicht mehr das letzte Wort. Der Zugang zum Leben ist wieder ge\u00f6ffnet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als junger Pfarrer in Oberfranken hatte ich einmal die Beerdigung eines neugeborenen Babys zu halten. Die Eltern hatten sich sehnlichst dieses Kind gew\u00fcnscht. Sie hatten jahrelang darauf gewartet, und dann starb es nach ein paar Tagen. Es war nicht \u00fcblich in der Gemeinde, und deshalb war ich gar nicht darauf vorbereitet, dass der kleine wei\u00dfe Sarg noch offen war. Mich durchzuckte ein unendlicher Schmerz, als ich dieses kleine leblose Kind im ge\u00f6ffneten Sarg sah. Es war eine der schwersten Beerdigungen, die ich je durchzuf\u00fchren hatte. Ich konnte ein ganz klein wenig verstehen, wie es Jesus ergangen ist vor dem Grab des Lazarus. Aber diese Tr\u00e4nen, dieser Schmerz, dieses gebeugt werden durch die \u00dcbermacht des Todes, das wird aufh\u00f6ren. Auch das ist Ostern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Der neue Leib<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weil es ebenfalls zur zentralen Botschaft des Auferstehungskapitels 1 Kor 15 geh\u00f6rt, werfen wir noch einen Blick auf den neuen Leib, auf den wir uns als Christen freuen d\u00fcrfen. Wir sehen uns die Verse 42-44 ausschnittsweise an: \u201eEs wird ges\u00e4t verweslich und wird auferstehen unverweslich. Es wird ges\u00e4t in Niedrigkeit und wird auferstehen in Herrlichkeit. Es wird ges\u00e4t in Armseligkeit und wird auferstehen in Kraft. Es wird ges\u00e4t ein nat\u00fcrlicher Leib und wird auferstehen ein geistlicher Leib.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So wird also unsere neue Leiblichkeit aussehen. Das sind nat\u00fcrlich Andeutungen, die wir mit unserem begrenzten Vorstellungsverm\u00f6gen nicht voll realisieren k\u00f6nnen. Aber wir wollen sie doch als Osterbotschaft im Glauben wahrnehmen. Dieser neue Leib wird nicht mehr verwesen. Er wird herrlich sein, ganz ohne S\u00fcnde. In diesem neuen Leib werden keinerlei Egoismen mehr leben. Dieser neue Leib wird kr\u00e4ftig sein. Ihm wird gelingen, was er sich vornimmt. Er wird keine Erm\u00fcdungserscheinungen und keine Alterungsprozesse mehr kennen. Und es wird ein geistlicher Leib sein, vom Heiligen Geist gewirkt und erschaffen und mit seinem Siegel versehen. Was sind das f\u00fcr Aussichten! Es steht zwar nicht dort, aber dieser neue Leib wird auch unbeschreiblich sch\u00f6n sein, denn wir glauben an einen Gott, der die Welt unendlich sch\u00f6n und unendlich zweckm\u00e4\u00dfig geschaffen hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich schlie\u00dfe mit einer kurzen Auslegung eines Psalmwortes, die ich einmal bei Spurgeon gelesen habe. Wenn ich einmal sterbe, m\u00f6chte ich an diese Auslegung von Spurgeon denken. Es handelt sich um eine Betrachtung des 23. Psalms. Dort sagt der Altmeister der Predigt folgendes: \u201eHast du schon einmal bedacht, was da w\u00f6rtlich steht: \u201aund ob ich schon wanderte durch das Tal der Todesschatten\u2018. Und nun will ich dich fragen, bist du schon einmal gebissen worden vom Schatten eines Hundes?\u201c Spurgeon macht hier eine hochwichtige und ungemein tr\u00f6stliche Aussage. Ein Schatten kann uns nichts mehr anhaben. Wenn wir diese Welt verlassen, wird sich zwar der Schatten des Todes \u00fcber uns legen, aber er kann uns nichts anhaben. Christus wird uns in Empfang nehmen. Das ist eine Botschaft zum Leben und zum Sterben! Als Billy Graham, der bekannte Evangelist, sich zum Sterben fertig machte, sagte er: \u201eWenn dann jemand sagen sollte, dass Billy Graham gestorben ist, glaubt ihm kein Wort! Ich habe nur die Adresse gewechselt.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Nach einer Ansprache aus der Reihe \u201eFestzeiten des Glaubens\u201c f\u00fcr Bibel TV. <a href=\"https:\/\/youtu.be\/d57aP0VPycE\">Die Ansprache kann hier angesehen werden<\/a>.<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Pastor Dr. Joachim <\/em><em>Cochlovius<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eigentlich sollten wir besser \u201eAuferstehungsfest\u201c sagen, denn das ist die zentrale Botschaft, die die Christenheit zu Ostern glaubt und verk\u00fcndigt. 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