{"id":1968,"date":"2007-06-06T14:46:31","date_gmt":"2007-06-06T12:46:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=1968"},"modified":"2009-09-06T10:44:51","modified_gmt":"2009-09-06T08:44:51","slug":"stiftung-ja-zum-leben-verleiht-stiftungspreis-2007-an-christa-meves","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=1968","title":{"rendered":"Stiftung &#8222;Ja zum Leben&#8220; Stiftungspreis 2007"},"content":{"rendered":"<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>Stiftung &#8222;Ja zum Leben&#8220; verleiht Stiftungspreis 2007 an Christa Meves<br \/>\n<\/strong><strong><br \/>\nLaudatio<\/strong><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Verehrte, liebe Gr\u00e4fin Westphalen,<br \/>\nverehrte, liebe Christa Meves!<br \/>\nMeine sehr verehrten Damen und Herren!<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Im vergangenen Herbst fragte Gr\u00e4fin Westphalen an, ob ich bereit w\u00e4re, anl\u00e4sslich der Verleihung des Stiftungspreises 2007 der Stiftung \u201eJa zum Leben\u201c an Christa Meves die Laudatio zu halten. \u00dcber diese Bitte freute ich mich und vor allem dar\u00fcber, dass Christa Meves, die seit vielen Jahren Tausenden und Abertausenden wie ein guter Engel mit Rat und Tat zur Seite steht und unz\u00e4hlige Frauen und M\u00e4nner ermutigt hat f\u00fcr das \u201eJa zum Leben\u201c, dass diese Frau nun diese besondere Auszeichnung bekommen soll.<!--more--><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Aber zugleich durchfuhr mich eine Beklemmung: Was soll man denn bei einer solchen Ehrung sagen, was nicht schon alle wissen? Und was w\u00e4re da alles aus einem so reichen Leben und Werk zu nennen? Wo anfangen \u2013 wo aufh\u00f6ren? Andere Preistr\u00e4ger m\u00fcssen in aller Regel erst einmal einer breiteren \u00d6ffentlichkeit bekanntgemacht werden. Man hat vielleicht schon einmal ihren Namen geh\u00f6rt, aber da kann man als Laudator Informationsl\u00fccken schlie\u00dfen. Christa Meves dagegen muss nicht bekannt gemacht werden, muss zumindest in diesem Kreis nicht vorgestellt werden. Jeder von uns kennt sie. Jeder von uns liebt sie. Jeder von uns hat sich irgendwann mit ihr auseinandergesetzt.\u00a0 Jeder von uns verdankt ihr ganz wesentliche Einsichten.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Aber auch das, was wir schon kennen, braucht gelegentlich eine Stimme, die gar nicht viel Neues sagt, sondern das schon Bekannte noch einmal bewusst macht.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Jeder von uns hat B\u00fccher von Christa Meves gelesen, hat ihre spannenden, informativen und aufr\u00fcttelnden Vortr\u00e4ge miterlebt, hat vielleicht auch die Wochenzeitung \u201eRheinischer Merkur &#8211; Christ und Welt\u201c nicht zuletzt deshalb abonniert, weil Christa Meves von 1978 bis 2006 Mitherausgeberin und Kolumnistin dieser renommierten Zeitung war.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">\u201eManipulierte Ma\u00dflosigkeit\u201c war eines ihrer ersten B\u00fccher. \u00dcber hundert B\u00fccher sollten es werden mit einer Gesamtauflage in deutscher Sprache von 6 Millionen, nicht mitgerechnet die \u00dcbersetzungen ihrer Werke in andere Sprachen, sogar ins Japanische und Chinesische. Und der sch\u00f6pferische Strom flie\u00dft und flie\u00dft immer noch ununterbrochen zu unserer Freude.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">\u201eManipulierte Ma\u00dflosigkeit\u201c, um auf diese Sammlung von Vortr\u00e4gen zur\u00fcckzukommen, war meine erste Begegnung mit Christa Meves. Ich habe als junger Pastor dieses Buch geradezu verschlungen! Es erschien 1971, wurde zum Bestseller und hat inzwischen 42 Auflagen erreicht! Unglaublich, aber wahr! Es ist ein prophetisches Buch. Die damaligen Prognosen, die das Buch enth\u00e4lt, haben sich erf\u00fcllt. Christa Meves hat darin die Lebensphilosophie der Achtundsechziger, ihre antiautorit\u00e4re P\u00e4dagogik und die Folgen dieses Denkens ersch\u00fctternd klarsichtig und warnend beschrieben.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Heute sehen wir: es ist eingetroffen, was da steht \u201e\u00fcber die Schwierigkeit im Wohlstand gl\u00fccklich zu sein\u201c, \u00fcber die \u201eNeurotische Verwahrlosung &#8211; ein Teilaspekt des Jugendproblems\u201c, \u00fcber die \u201eVerunsicherte Weiblichkeit\u201c, \u00fcber die \u201eAbgeschaffte Schuld\u201c, um nur einige der Beitr\u00e4ge aus diesem Buch zu nennen.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Es muss f\u00fcr Dich ein sonderbares Gef\u00fchl sein &#8211; dieses Schwanken zwischen der Genugtuung, dass man recht behalten hat mit seinen Analysen und Prognosen und der Trauer dar\u00fcber, dass es tats\u00e4chlich so gekommen ist und nun so unendlich viele Menschen mit ihrem Leben nicht oder nur schwer zurechtkommen.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Ich habe mir zur Vorbereitung auf diesen Tag noch einmal die Biographie von Christa Meves vorgenommen: \u201eMein Leben.\u201c Es ist spannend, diesen Lebensbericht zu lesen. Es ist spannend, dabei zu erleben, wie ein einzelner Mensch mit der Leidenschaft seines Denkens, mit der F\u00e4higkeit seines K\u00f6nnens, mit der Liebe seines Herzens und mit dem Vertrauen in die F\u00fchrung Gottes zum Leuchtturm so vieler Menschen werden konnte. \u201eHerausgefordert vom Zeitgeist\u201c lautet der Untertitel dieses Lebensberichtes.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Kleine Zwischenfrage: Wer oder was ist eigentlich der Zeitgeist?<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Goethe hat ihn folgenderma\u00dfen definiert:<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">\u201eWenn eine Seite nun besonders hervortritt, sich der Menge bem\u00e4chtigt und in dem Grade triumphiert, dass die entgegengesetzte sich in die Ecke zur\u00fcckziehen und f\u00fcr den Augenblick im stillen verbergen muss, so nennt man jenes \u00dcbergewicht den Zeitgeist, der dann auch eine Zeitlang sein Wesen treibt.\u201c<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">In die Ecke hast Du Dich allerdings nie zur\u00fcckgezogen. Das k\u00f6nnte dem Zeitgeist so passen:<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Christa Meves still in einer Ecke ihres Hauses in Uelzen.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">F\u00fcr Dich war es immer v\u00f6llig klar:<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Man muss diese Spannung aushalten zwischen der Stille, in der wir unsere Gedanken sammeln und zu Papier bringen und dem Kampf, dem wir uns dann beherzt stellen, dem Geisteskampf im Sinne von Epheser 6, angetan mit der Waffenr\u00fcstung Gottes und dadurch unverletzbar. Es ist in der Tat ein erhebendes Gef\u00fchl, wenn auf einen geschossen, aber man nicht getroffen wird, jedenfalls nicht so, dass man aus dem Kampf ausscheiden m\u00fcsste.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Wenn wir uns diesem Kampf nicht stellen w\u00fcrden, d\u00fcrften wir uns auch nicht wundern, wenn der Zeitgeist immer dreister wird und noch l\u00e4nger sein Wesen oder besser sein Unwesen treibt. Du hast Deinen Widerstand gegen den Zeitgeist selbst so beschrieben:<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">\u201eIch ging also in die \u00d6ffentlichkeit und sagte den \u00c4rzten, dass sie die M\u00fctter anders beraten m\u00fcssten, und zwar bereits im Wochenbett, dass Mutter und S\u00e4ugling auch dort schon zusammengeh\u00f6ren.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Sie sch\u00fcttelten die K\u00f6pfe; sie, die Klugen, hatten dergleichen auf den Universit\u00e4ten nicht gelernt. Und warum sollte man die W\u00f6chnerinnenstationen, die sich durch die Einf\u00fchrung der Flaschennahrung so viel einfacher gestalteten, nun einer unsicheren Theorie wegen um\u00e4ndern?<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Ich ging zu den Lehrern, denen ich prophezeite, dass sich aufgrund dieser Gegebenheiten ein enormes Absinken der Leistungsf\u00e4higkeit der Kinder zeigen w\u00fcrde. Ganze S\u00e4le voller P\u00e4dagogen haben mich wegen dieser Prognose schallend ausgelacht. Heute lacht keiner mehr.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Die Schul-Schw\u00e4chlinge sind Legion.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Ich bin zu den Politikern gegangen, damals noch nach Bonn zu einem sogenannten \u201aHearing\u2019, und habe gesagt, dass unser liberales Staatswesen, das uns so wert, so teuer ist, in Frage gestellt werden w\u00fcrde, wenn wir eine Generation von labilen, kriminellen, s\u00fcchtigen Verwahrlosten herangezogen haben w\u00fcrden.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Ich stellte die Prognose, dass besonders die Diebstahlskriminalit\u00e4t durch diese kollektive Erkrankung der jungen Generation (frustrierte und verw\u00f6hnte Kinder werden n\u00e4mlich habgierig) unbeherrschbar werden w\u00fcrde. Sie wollten es bedenken &#8211; und dabei blieb es.\u201c (1)<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Man kann es erst recht kaum fassen, wenn man h\u00f6rt, dass diese kritische Distanz nicht nur aus dem politischen, linksideologisch eingef\u00e4rbten Milieu kam, sondern teilweise aus der eigenen Kirche, die ja f\u00fcr Dich bis in die achtziger Jahre hinein die evangelische Kirche war.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Einerseits war es der Wunsch des Rates der EKD eine solche prominente Pers\u00f6nlichkeit wie Christa Meves in ihren Reihen zu haben. Also wurde sie in die Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland berufen. Von 1973 bis 1984 geh\u00f6rte sie als berufenes Mitglied der EKD-Synode an, zu ihrer Freude auch Prof. Dr. Joachim Illies, Zoologe, Leiter eines Max-Planck-Institutes und bekennender Christ, Freund der Familie Meves und geistiger Mitstreiter von Christa Meves. In dem von beiden herausgegebenen Briefwechsel \u201eUnterwegs\u201d kann man eine ersch\u00fctternde Passage lesen. Sie betrifft die Diskussion, die Mitte der siebziger Jahre in der EKD-Synode \u00fcber die Neufassung des Paragraphen 218 gef\u00fchrt wurde.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">\u201eWir beide haben damals zwar unsere Stimmen in der Synode erhoben. Aber doch lange nicht laut genug, leise in gepflegter Rede, mit sachlicher Argumentation, schweigend, nachdem die Rednerliste geschlossen war, brav den Spielregeln des Parlaments gehorchend, obgleich der Ungeheuerlichkeit der Sache doch nur eines angemessen gewesen w\u00e4re: dass man geschrieen, geschrieen, geschrieen h\u00e4tte gegen alles L\u00e4uten der Glocke des Herrn Pr\u00e4ses, dass man schreiend um sich geschlagen h\u00e4tte aus dem Saal getragen werden m\u00fcssen. Aber zu so viel Tapferkeit reicht es bei mir eben nicht. Es ist gut, dass ich ins zweite Glied habe zur\u00fccktreten d\u00fcrfen.\u201d (2)<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Diese Passage ist sehr eindrucksvoll, wie alles, was Du schreibst. Doch sie gef\u00e4llt mir nicht so ganz. Vor allem nicht dieser Satz: \u201eAber zu so viel Tapferkeit reicht es bei mir eben nicht.\u201d<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Darf ich so tapfer sein, an dieser Stelle vor lauter Meves-Anh\u00e4ngern eine etwas andere Meinung zu diesem Punkt zu \u00e4u\u00dfern?<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Du bist eine so wunderbar tapfere Frau! H\u00e4ttest Du so geschrieen, dass man Dich h\u00e4tte hinaustragen m\u00fcssen, w\u00e4re das vermutlich kein zus\u00e4tzlicher Dienst f\u00fcr Dein Zeugnis gewesen.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Im Gegenteil. Ich f\u00fcrchte, Du h\u00e4ttest es damit Deinen Kritikern zu leicht gemacht, so dass sie h\u00e4tten sagen k\u00f6nnen: \u201eSeht her: diese Frau ist doch nicht ernst zu nehmen, sie ist, was wir schon immer gesagt haben, eine Fanatikerin.\u201c<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Nein, so leicht d\u00fcrfen wir es unseren Gegnern nicht machen!<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Sie haben Dich bek\u00e4mpft, auch in der eigenen Kirche. Das war bitter: Sie haben Dich als \u201eFlurschaden\u201d hingestellt. In den \u201eNEK-Mitteilungen\u201d der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche wurde vor dem angeblich \u201ereaktion\u00e4ren, antiemanzipatorischem Erziehungs- undGesellschaftsideal\u201d der Christa Meves gewarnt.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Damals bahnte sich die Hinwendung zur katholischen Kirche an, die 1987 vollzogen wurde.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Das schmerzte &#8211; bei allem Verst\u00e4ndnis f\u00fcr diesen Schritt &#8211; manche evangelischen Freunde, aber die tiefe innere Verbundenheit mit Dir blieb bestehen.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Ein besonders eindrucksvolles Beispiel f\u00fcr diese Verbundenheit sind die Tagungen des \u201eFreundeskreises Christa Meves\u201d auf der Burg Rothenfels, gelegentlich auch an anderen Orten, die Christen beider Konfessionen zu einem intensiven Gedankenaustausch zusammenf\u00fchren und Stellungnahmen zu aktuellen ethischen Fragen herausgeben.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Evangelische und katholische Christen danken Gott gemeinsam f\u00fcr das Wirken von Christa Meves.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Ehe, Familie, Kindererziehung &#8211; das sind Deine Arbeitsfelder. Das sind Bereiche unseres Lebens, von denen viel f\u00fcr unser aller Leben abh\u00e4ngt. Das sind Bereiche, in denen manches oder sogar vieles besser werden m\u00fcsste.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Wir k\u00f6nnen es doch nicht einfach hinnehmen, dass wir ein sterbendes Volk sind, dass auf den Schulh\u00f6fen immer wieder Gewalt aufbricht, dass so viele Menschen psychisch krank sind inmitten einer Wohlstandsgesellschaft, dass jungen Eltern, die ein Kind bekommen und sich mit unb\u00e4ndiger Freude auf ihre Elternschaft einstellen, von der Politik vermittelt wird: es ist besser, wenn Euer Kind in einer Krippe aufwachsen kann. Wir k\u00f6nnen das alles nicht einfach hinnehmen.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">\u201eWo aber Gefahr ist, w\u00e4chst das Rettende auch.\u201c So hat es Friedrich H\u00f6lderlin gedichtet. (\u201ePatmos\u201c)<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Man darf dann allerdings auch nicht die Augen verschlie\u00dfen vor der Gefahr und vor allem: man muss Alternativen aufzeigen.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Christa Meves hat diese Alternativen aufgezeigt. Sie hat auf wissenschaftlicher Grundlage und gepr\u00e4gt aus christlichem Geist eine Anthropologie entwickelt, die auf der \u00c4tiologie von Konrad Lorenz und der Neo-Analyse der zwanziger Jahre des vorigen Jahrhunderts aufbaut.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Sie hat ein Konzept vom Menschen entwickelt, gepr\u00fcft an Forschungen der P\u00e4dagogik, der Verhaltensforschung, der Genetik, der Entwicklungspsychologie, der Tiefenpsychologie von Freud bis Jung.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Dieses weit gef\u00e4cherte Wissen hat in der Anthropologie von Christa Meves in dem Ma\u00dfe Eingang gefunden, wie es sich als hilfreich-praktikabel und heilend erwiesen hat.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Dieses Konzept wurde nicht ausschlie\u00dflich am gr\u00fcnen Tisch rein theoretisch entwickelt, sondern immer auch umgehend in der eigenen Praxis erprobt. Damit wurden Voraussetzungen geschaffen, die es Millionen Menschen erm\u00f6glichen, ein gl\u00fcckliches Leben zu f\u00fchren.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Die Grund\u00fcberlegungen dazu sind relativ einfach zu erfassen und nachzuvollziehen; Jeder Mensch wird bestimmt vom Nahrungstrieb und vom Bindungstrieb. Beide Triebe sind notwendig, um zu leben und zu \u00fcberleben. Aber &#8211; so Christa Meves: &#8222;Die Erfindungen des technischen Zeitalters machten es erstmals in der Menschheitsgeschichte m\u00f6glich vom Urkonzept abzuweichen und Kinder ohne die absolute Vollhingabe der Mutter gro\u00df zu bekommen. Mit Ersatzpr\u00e4paraten der Muttermilch lie\u00df sich das erm\u00f6glichen &#8211; und so lie\u00dfen sich auch die Neugeborenen zunehmend mehr aus der Leibn\u00e4he der Mutter abtrennen und an vielerlei andere, verschiedene, auch professionelle Bezugspersonen delegieren.\u201c<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Damit kommen beide Triebe &#8211; der Nahrungs- und der Bindungstrieb \u2013 zu kurz. Das wiederum erh\u00f6ht die Anf\u00e4lligkeit f\u00fcr neurotische Depressionen, vermindert die Liebes- und Arbeitsf\u00e4higkeit und steigert einen unzufriedenen, gierigen, aggressiven Charakter. Sowohl die Tierverhaltensforschung als auch die neuere Hirnforschung kommt zu analogen Schl\u00fcssen. Letztere best\u00e4tigt, dass Wachstum und Entwicklung des Gehirns nicht nur durch genetische Veranlagung und Eiwei\u00dfzufuhr ma\u00dfgeblich beeinflusst wird, sondern durch Zuneigung, ja Liebe durch eine gleichbleibende Bezugsperson.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Die Konsequenzen aus diesen Forschungsergebnissen hat Christa Meves in unz\u00e4hligen Publikationen dargestellt. Um diese Ergebnisse recht vielen Menschen in leicht fasslicher Form zug\u00e4nglich zu machen, entstand dieses Faltblatt \u201eDie Familie ist unaufgebbar! Die Familie braucht Hilfe, damit wir Zukunft haben!\u201c, das vom Verein \u201eVerantwortung f\u00fcr die Familie\u201c verteilt wird.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Wie vielen Menschen ist mit diesen Ratschl\u00e4gen bereits geholfen worden? Wie vielen muss noch geholfen werden! Wie vielen Menschen in unserem Lande m\u00fcssen noch die Augen ge\u00f6ffnet werden f\u00fcr diese Zusammenh\u00e4nge!<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Man kann sagen: es ist erfreulich, dass diese Thematik inzwischen auch in der Politik gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche Beachtung findet. Es ist sicherlich gut und richtig, dass jetzt intensivere Vorkehrungen getroffen werden, um Kinder, die von akuter Verwahrlosung bedroht sind, durch staatliche Einrichtungen aufzufangen. Aber vielen Politikern m\u00fcssen noch die Augen daf\u00fcr ge\u00f6ffnet werden, dass sie die eigentlichen Ursachen f\u00fcr derartige Verwahrlosungen erkennen.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Das \u201eJa zum Leben\u201c, f\u00fcr das sich die Stiftung gleichen Namens seit Anfang der neunziger Jahre einsetzt, dieses \u201eJa zum Leben\u201c braucht ein doppeltes Ja:<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">das Ja der Eltern zum Kind, damit es \u00fcberhaupt geboren und nicht abgetrieben wird, aber auch<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">das Ja der Eltern zu einem Leben mit dem Kind.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Dieses gemeinsame Leben mit dem Kind zu f\u00f6rdern sollte die vordringlichste Aufgabe aller Bem\u00fchungen um die Familie und auch aller Familienpolitik sein!<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Denn viele Menschen sind jahrelang durch die \u00dcberbetonung der Selbstverwirklichung bindungsschwach, wenn nicht gar bindungsunf\u00e4hig geworden und verunsichert im Blick auf alles, was mit Ehe, Familie und Kindern zusammenh\u00e4ngt.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Wir m\u00fcssen ihnen helfen, dass sie die Erkenntnisse von Christa Meves aufnehmen. Dazu bedarf es von unserer Seite einer gro\u00dfen Geduld, um den vom Zeitgeist verf\u00fchrten Menschen den guten Weg zu zeigen.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Manche von uns benutzen zu ihrer pers\u00f6nlichen Andacht das Losungsb\u00fcchlein der Herrnhuter Br\u00fcdergemeine. In diesem B\u00fcchlein stehen f\u00fcr jeden Tag des Jahres ein alttestamentliches und ein neutestamentliches Wort. F\u00fcr den heutigen Tag steht dort aus dem Neuen Testament der Satz aus dem Jakobusbrief: \u201eWisst, dass euer Glaube, wenn er bew\u00e4hrt ist, Geduld wirkt.\u201c (3)<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Diese Geduld w\u00fcnsche ich uns allen, dass wir in unserem Geisteskampf nicht resignieren und bitter werden. Wir wollen vielmehr weiterhin M\u00e4nner und Frauen ermutigen, das Miteinander in der Familie gegen alle sonstigen Zw\u00e4nge, die es ja gibt, m\u00f6glichst intensiv zu leben.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Es gibt ja bereits eine F\u00fclle von positiven R\u00fcckmeldungen. Nur ein Beispiel, das ich selbst vor ein paar Tagen erlebt habe: Als ich in die Praxis eines Arztes kam, den ich bis dahin noch gar nicht kannte, sah er ein Buch in meiner Hand: \u201eMein Leben\u201c von Christa Meves. Ich hatte die Zeit im Wartzimmer mit dieser Lekt\u00fcre verbracht. Nun sah er das Buch und etwas neugierig fragte er: \u201eDarf ich wissen, was das f\u00fcr ein Buch ist?\u201c \u201eDas ist ein Buch von Christa Meves! Kennen Sie Christa Meves?\u201c<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Darauf der Arzt: \u201eUnd ob ich Sie kenne! Sie m\u00fcssen wissen, dass ich nach Meves erzogen worden bin. Meine Mutter hat bestimmt zwanzig B\u00fccher von ihr zu Hause!\u201c Ich sagte ihm, dann w\u00fcrden ihr noch ca. 80 B\u00fccher fehlen! Er lachte fr\u00f6hlich und wollte dieses Buch unbedingt seiner Mutter zu Pfingsten schenken.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Diese erfreulichen R\u00fcckmeldungen \u00fcberwiegen bei weitem, wenn der Name Christa Meves f\u00e4llt. \u00dcberall dort, wo Menschen Dich aufgesucht, Deinen Rat gesucht und bekommen haben, \u00fcberall dort, wo Du zu Vortr\u00e4gen eingeladen wurdest, hast Du dankbare, oft geradezu \u00fcberw\u00e4ltigend positive Resonanz gefunden. Das gilt auch von Deiner \u00fcberw\u00e4ltigend gro\u00dfen Lesergemeinde! Deine B\u00fccher und Aufs\u00e4tze haben unz\u00e4hlig vielen Menschen geholfen. Sie sind wissenschaftliche fundiert geschrieben, aber auch f\u00fcr den sog. Laien verst\u00e4ndlich und aus dem prallen Leben Deiner Praxis als Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin wirklichkeitsbezogen. Du hast doch f\u00fcr das Ja zum Leben vieles bewirkt, dass Eltern Deinen Erziehungsratschl\u00e4gen folgen, dass M\u00fctter wieder mehr stillen, dass es ein Karenzjahr f\u00fcr sie gibt, dass das Rooming-in auf den W\u00f6chnerinnenstationen eingef\u00fchrt worden ist.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Das alles geht nicht zuletzt auch auf Deinen unerm\u00fcdlichen Einsatz zur\u00fcck. Welche eine Lebensarbeit, welch eine Lebensleistung!<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Wenn ich daran denke, wie viele Gespr\u00e4che Du in den vergangenen f\u00fcnfzig Jahren in Deiner Praxis gef\u00fchrt hast, wie viele Gutachten Du verfasst hast, wie viele Aufs\u00e4tze (weit \u00fcber 2000!), wie viele Briefe von Dir in all den Jahren beantwortet wurden. Irgendwo las ich: allein im Zeitraum von 1971-1981 hast Du mehr als 60.000 Briefe pers\u00f6nlich beantwortet. Und dann die vielen B\u00fccher und Vortr\u00e4ge! Und seit zwei Jahren auch noch die Einrichtung eines Eltern-Collegs, einer Elternschule.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Man fragt sich unwillk\u00fcrlich, woher nimmst Du diese Kraft her, dass wir Dich heute mit Deinen \u00fcber 80 Jahren so strahlend vor uns sehen?<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Das ist Gnade, ein Geschenk Gottes. Aber dazu geh\u00f6rt auch, dass man gut organisiert ist durch ein hohes Ma\u00df an Selbstdisziplin und durch ein hohes Ma\u00df an Geborgenheit.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Ich denke dabei an Deine Familie, die Dich umgibt: Ich denke an Deinen unvergessenen wunderbaren Mann Dr. Harald Meves, dem Du so vieles verdankst. Ich denke an Deine Kinder und Enkel. Ich denke an Deine Mitarbeiterinnen im Hause, an Deine Freunde, den immer weiter anwachsenden Freundeskreis von inzwischen mehr als 7.000 Mitgliedern und Gleichgesinnten in allen Kontinenten der Welt.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Ich denke auch an manche Anerkennung, die Du in der \u00d6ffentlichkeit erfahren hast, Auszeichnungen, wie z.B. das Bundesverdienstkreuz, das Gro\u00dfe Verdienstkreuz des Nieders\u00e4chsischen Verdienstordens und 2005 das Komturkreuz des Gregoriusordens durch Papst Benedikt XVI. Der heutige Preis der Stiftung Ja zum Leben ist nun die 16. Ehrung. Auch das ist eine Best\u00e4tigung, eine St\u00e4rkung auf Deinem Weg!<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Vor allem aber war es Dein Glaube, der Dich gerade in Zeiten der Anfechtung getragen und gest\u00e4rkt hat. Die Geborgenheit an der Seite des Guten Hirten, die Dankbarkeit gegen\u00fcber Gott hat Dich so sp\u00fcrbar geleitet, begleitet und in allem getragen.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Auch wenn es anders gemeint war, hat die gr\u00fcn-alternative \u201etageszeitung\u201c (taz) etwas Richtiges geschrieben, als sie Dich im April dieses Jahres so bezeichnet hat \u201edie alttestamentarisch-bibelfromme Autorin Christa Meves\u201d. (4)<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Ja, diese Frau ist eine w\u00fcrdige Preistr\u00e4gerin der Stiftung \u201eJa zum Leben\u201c. Ich danke Ihnen, verehrte Gr\u00e4fin Westphalen, dass Sie diese Entscheidung mit Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern so getroffen haben. Und wir alle danken Christa Meves, dass sie f\u00fcr uns alle einen so gro\u00dfen Dienst f\u00fcr das Ja zum Leben getan hat und tut.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Gott segne und beh\u00fcte Dich auch weiterhin auf Deinem Weg!<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>Literatur<\/strong>:<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">1 Meves, Ch.: Mein Leben &#8211; Herausgefordert vom Zeitgeist. 1999, S. 119<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">2 Meves,Ch.; Illies, J.: Unterwegs. Ein Briefwechsel in der Not unserer Zeit.1980, S. 169<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">3 Jakobus 1,3<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">4 taz, 27. April 2007<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Weiterf\u00fchrende Literatur:<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Meves, Ch.: Mein Leben \u2013 Herausgefordert vom Zeitgeist. 2.Aufl. Resch Verlag.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Meves, Ch.: Manipulierte Ma\u00dflosigkeit. 42.Auflage, Christiana Verlag.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Meves, Ch.: Verf\u00fchrt. Manipuliert. Pervertiert. 3.Auflage, Resch Verlag.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Meves, Ch.: Trotzdem: Mut zur Zukunft. 2.Auflage, Resch Verlag.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">V e r a n t w o r t u n g\u00a0 f \u00fc r\u00a0 d i e\u00a0 F a m i l i e\u00a0 e . V.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Web: www.vfa-ev.de | Kontakt: info@vfa-ev.de | Newsletter: www.vfa-ev.de\/newsl.htm<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Spendenkonto: Verantwortung f\u00fcr die Familie e.V. \u25cf Nr. 555-33 Sparkasse Uelzen \u25cf (BLZ 25850110)<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">IBAN: DE98 25850110 0000055533 \u25cf BIC: NOLADE 21 UEL<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Stiftung &#8222;Ja zum Leben&#8220; verleiht Stiftungspreis 2007 an Christa Meves Laudatio Verehrte, liebe Gr\u00e4fin Westphalen, verehrte, liebe Christa Meves! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Im vergangenen Herbst fragte Gr\u00e4fin Westphalen an, ob ich bereit w\u00e4re, anl\u00e4sslich der Verleihung des Stiftungspreises 2007 der Stiftung \u201eJa zum Leben\u201c an Christa Meves die Laudatio zu halten. \u00dcber [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":234,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[14],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1968"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/234"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1968"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1968\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3096,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1968\/revisions\/3096"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1968"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1968"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1968"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}