{"id":1964,"date":"2008-04-19T11:32:25","date_gmt":"2008-04-19T09:32:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=1964"},"modified":"2009-09-02T15:18:23","modified_gmt":"2009-09-02T13:18:23","slug":"der-theologische-feminismus-und-die-folgen-fur-kirche-und-gesellschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=1964","title":{"rendered":"Der theologische Feminismus und die Folgen f\u00fcr Kirche und Gesellschaft"},"content":{"rendered":"<p><strong>Der theologische Feminismus<br \/>\nund die Folgen f\u00fcr Kirche und Gesellschaft<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Feministische Theologie ist zu einem Sammelbegriff geworden f\u00fcr eine Vielzahl von Theorien und Aktionen, die nicht in einem einheitlichen in sich geschlossenen System aufgehen wollen. Susanne Kahl, eine feministische Theologin, formuliert dementsprechend: \u201eSie ist etwas Lebendiges, in ihrem Mittelpunkt stehen die Erfahrungen, die Menschen &#8211; nicht nur Frauen \u2013 mit Gott, mit dem Leben in dieser Welt gemacht haben, welche W\u00fcnsche sie haben, welche Tr\u00e4ume.\u201c<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da steht Widerspr\u00fcchliches nebeneinander, da gibt es die unterschiedlichsten Positionen und Negationen \u2013 von dem Bem\u00fchen das \u201eweibliche Element\u201c in der Bibel f\u00fcr die Verk\u00fcndigung zu aktualisieren, bis hin zur Propagierung heidnischer G\u00f6ttinnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diejenigen, die sich in diesem Bereich engagieren, verstehen sich selbst bei gegens\u00e4tzlichen Auffassungen im einzelnen als eine Einheit, die sich verbunden wei\u00df in dem von ihnen allen bejahten Kampf gegen ein \u201epatriarchal deformiertes Christentum\u201c (Susanne Kahl).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich werde drei Str\u00e4nge der feministischen Theologie besonders darstellen:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Erstens: \u00dcberwindung des \u201epatriarchal deformierten Christentums\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zweitens: \u00dcberwindung des Kreuzes Christi<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Drittens: \u00dcberwindung herk\u00f6mmlicher Werte und Normen<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Viertens: Die biblische Antwort auf die feministische Theologie<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich lade Sie ein, diesem \u201eroten Faden\u201c zu folgen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Erstens: \u00dcberwindung des \u201epatriarchal deformierten Christentums\u201c<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine der besonders bekannten feministischen Theologinnen, Elisabeth Moltmann-Wendel, schreibt: \u201eFrauen wollen sich mit dieser patriarchalischen Welt nicht mehr identifizieren. Wir sehen im Feminismus eine notwendige Ver\u00e4nderung unseres privaten und \u00f6ffentlichen Lebens\u201c (Feministische Theologie-Praxis. Ein Werkstattbuch, S.23).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hier melden sich Frauen zu Worte, \u201edie sich zutiefst verletzt f\u00fchlen durch all das, was M\u00e4nner \u2013 auch in Glaubensfragen \u2013 unterlassen, gedacht und festgelegt haben.\u201c An dieser Stelle haben die Feministinnen durchaus einen wunden Punkt getroffen. Wie viele Frauen mu\u00dften es in der Vergangenheit einfach hinnehmen, da\u00df sie zwar gebraucht und geliebt, aber oftmals doch als Personen zweiter Klasse behandelt wurden? Bei aller Kritik am v\u00f6llig \u00fcberzogenen Gegenschlag der Feministinnen in Kirche und Gesellschaft, sollte ein solches Eingest\u00e4ndnis am Anfang der Auseinandersetzung mit feministischem Denken stehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Weltrat der Kirchen in Genf erkl\u00e4rte bereits 1974:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDie ganze Kirche leidet an einer durch den Mann beherrschten Theologie.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Kampf richtet sich aber nicht nur gegen ein \u201epatriarchal deformiertes Christentum\u201c, sondern auch gegen alles, was uns in der Bibel als Ausdruck einer patriarchalischen Kultur begegnet. Die Bibel sei \u2013 so Catharina J. M. Halkes &#8211; &#8222;ein patriarchalisches Buch, in dem sich Frauen, die es heute lesen, wie in einem fremden Land f\u00fchlen.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Denn in ihr werden Gott und Jesus mit Begriffen bezeichnet, die Frauen Angst machen k\u00f6nnen: Herr, Herrscher, K\u00f6nig, Messias, Christus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Allein die Tatsache, da\u00df Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist sprachlich m\u00e4nnlich sind, ist ein \u00c4rgernis. Die &#8222;Abschaffung&#8220; dieses m\u00e4nnlich betonten biblischen Gottes geschieht in der feministischen Theologie auf zwei Wegen:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der eine Weg besteht in der Verweiblichung Gottes, der andere in der Propagierung der G\u00f6ttinnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jede sich nur bietende Gelegenheit wird genutzt, um die weiblichen &#8222;Anteile&#8220; Gottes herauszustreichen. Das beginnt bei der unerm\u00fcdlichen Zitierung des Satzes aus dem Propheten Jesaja:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0&#8222;Ich will euch tr\u00f6sten, wie einen seine Mutter tr\u00f6stet.&#8220; (Jes. 66,13)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch Jesus Christus wird &#8222;verweiblicht&#8220;. Angeblich habe er ein androgynes Wesen besessen. Das Werk der Erl\u00f6sung bestehe darin, da\u00df Jesus das Urbild des neuen, androgynen Menschen sei.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nachdem er v\u00f6llig einseitig durch fast zwei Jahrtausende hindurch als Mann bezeichnet worden ist, sei es nun an der Zeit, den weiblichen Ausdruck seiner Pers\u00f6nlichkeit herauszustellen. Dem soll die Bezeichnung Jesa Christa dienen (Ernst Eggimann und Kurt L\u00fcthi).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Svende Merian, feministische Schriftstellerin, die sich u.a. f\u00fcr kirchliche Scheidungsrituale einsetzt und ein Buch mit dem Titel \u201eScheidungspredigten\u201d (1986) herausgegeben hat, wurde den Lesern des Deutschen Allgemeinen Sonntagsblattes in einem Fragebogen (\u201eWas glauben Sie eigentlich?\u201d) vorgestellt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf die Frage \u201eWenn Jesus heute wiederk\u00e4me, in welcher Gestalt wohl?\u201d antwortete sie feministisch korrekt: \u201eals weise Frau, die t\u00e4glich von Kindern lernt\u201d.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es versteht sich fast von selbst, da\u00df auch der Heilige Geist unbedingt weiblich zu sein hat:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Der Heilige Geist hat eine deutlich weibliche Vergangenheit, und wir sollten daf\u00fcr sorgen, da\u00df er auch eine weibliche Zukunft hat&#8230;&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0Bei dieser Sichtweise ist es nur konsequent, sich vom Gott der Bibel abzuwenden und den G\u00f6ttinen zuzuwenden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Heide G\u00f6ttner-Abendroth schreibt in ihrem Buch &#8222;Die G\u00f6ttin und ihr Heros&#8220;:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Wie wir wissen, haben die patriarchalen Gro\u00dfreligionen und die Denksysteme in ihrem Gefolge, Philosophie und neuzeitliche Wissenschaft, die kosmische Ordnung nicht ins Lot ger\u00fcckt, wie sie vorgeben. Im Gegenteil haben sie diese &#8211; wenn wir uns den Planeten Erde betrachten und die Ausbeutung seiner nat\u00fcrlichen Kr\u00e4fte, der au\u00dfermenschlichen wie der innermenschlichen &#8211; erst recht aus dem Gleichgewicht gebracht. Was die matriarchalen Religionen verstanden und respektierten: die nat\u00fcrlichen Kreisl\u00e4ufe, wurde von ihnen missachtet und zerst\u00f6rt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was wird uns dagegen helfen? Vielleicht der Aufstand der Hera, die R\u00fcckkehr der J\u00f6rd, um die irdische Ordnung wieder zu einer des \u00dcberlebens im Kosmos zu machen. Vielleicht &#8211; wenn uns die Zeit dazu bleibt!&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ursa Krattiger aus Basel, eine Pfarrerstochter, beschreibt einen H\u00f6hepunkt ihres Lebens so:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich &#8222;nehme eines Tages wortlos das Kruzifix aus dem Sterbezimmer meiner Mutter von der Wand&#8220;&#8230; und &#8222;Einzug hat bei mir die Gro\u00dfe G\u00f6ttin gehalten, die Gro\u00dfe Mutter, der Scho\u00df aller Dinge&#8220; \u2013 die G\u00f6ttin Demeter.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Hinwendung zu den G\u00f6ttinnen spielt in der feministischen Theologie eine beachtliche Rolle. Eine andere feministische Theologin, B\u00e4rbel Wartenberg-Potter, schrieb in ihrem Buch \u201eWir werden unsere Harfen nicht an die Weiden h\u00e4ngen\u201d:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eAn meiner Haust\u00fcre innen hing lange Zeit das Poster der kleinen goldenen Frauenstatue Selket, die man in einem Pharaonengrab gefunden hat. Jeden Morgen gr\u00fc\u00dfte mich Selket auf dem Weg zur Arbeit mit ihrem Spruch:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u2018Ich habe das Gestern gesehen, ich kenne das Morgen.\u2019 Und ich antwortete ihr: \u2018Noch immer mit unbeirrt offenen Armen, sch\u00f6ne Stolze vom Nil, trittst du aus den H\u00f6hlen hervor. Dein Auge voll K\u00fchnheit, dein goldener Leib ohne Scham. Du wei\u00dft um die Gr\u00e4ber. So hast du Kraft zu verschenken an mich f\u00fcr den Auszug ins Morgen. Sie hat mir viel Kraft geschenkt, diese klar Entschiedene, f\u00fcr die t\u00e4glichen K\u00e4mpfe um die W\u00fcrde der Frauen. Sie weigerte sich aber, in Konkurrenz zu treten zu den anderen Sinn-Bildern in meinem Haus und in meinem Innern. Sie hatte das nicht n\u00f6tig, noch h\u00e4tte ich es zugelassen.\u201d<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Theologin, die diese Worte schrieb, wurde am 24. September 2000 von der Synode der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche zur Bisch\u00f6fin f\u00fcr den Sprengel Holstein-L\u00fcbeck gew\u00e4hlt. Diese Wahl wurde vollzogen, obwohl vorher bibeltreue Christen auf die hier zitierten S\u00e4tze von Frau Wartenberg-Potter hingewiesen hatten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Zweitens: \u00dcberwindung des Kreuzes Christi<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Kreuz ist im Umfeld der feministischen Theologie ein \u00c4rgernis. Die Hamburger Bisch\u00f6fin Maria Jepsen stellte in einem Weihnachtsjournal der Tageszeitung \u201eKieler Nachrichten\u201d die Frage, was wohl geworden w\u00e4re, wenn die Christen nicht das Kreuz zu ihrem Wahrzeichen erhoben h\u00e4tten, sondern stattdessen die Krippe. Diese sei \u201eein so freundliches Zeichen\u201d. Maria Jepsen weiter: \u201eF\u00fcr die n\u00e4chsten zwei Jahrtausende nun einmal eine Christenheit, die \u00fcberall auf der Welt mit der Krippe wirbt statt mit dem Kreuz &#8211; ist das eine gute Idee?\u201d<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nein, Frau Jepsen, das ist nicht nur keine gute Idee, das ist die Verleugnung des Herzst\u00fccks des Evangeliums. Und es ist obendrein der Ausverkauf reformatorischer Theologie.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kennen Sie das ber\u00fchmte Altarbild von Lucas Cranach in der Stadtkirche von Wittenberg? Da steht Martin Luther predigend auf der Kanzel, ihm gegen\u00fcber die and\u00e4chtig dem Wort Gottes zuh\u00f6rende Gemeinde und in der Mitte des Bildes Christus am Kreuz. Diese Mitte des Bildes zeigt die Mitte aller biblischen Verk\u00fcndigung, so wie es der Kolosserbrief bezeugt:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eEr \u2013 Christus &#8211; machte Frieden durch sein Blut am Kreuz\u201c (Kolosser 1,20). \u201eEr hat den Schuldbrief getilgt, der mit seinen Forderungen gegen uns war, und hat ihn weggetan und an das Kreuz geheftet\u201c (Kolosser 2,14).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist schon erstaunlich, da\u00df eine Kirchenleiterin in einer evangelisch-lutherischen Kirche die Kernaussage der biblischen Botschaft verdr\u00e4ngt, da\u00df am Kreuz von Golgatha das Entscheidende geschah, die Vers\u00f6hnung zwischen dem gerechten Gott und den ungerechten Menschen durch den S\u00fchnetod Jesu Christi.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da\u00df Jesus am Kreuz sein Blut f\u00fcr die S\u00fcnden der Menschen vergossen hat, wird in der feministischen Theologie geradezu blasphemisch hinterfragt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich m\u00f6chte es gleich vorweg sagen: ich sch\u00e4me mich, die folgenden Aussagen zu zitieren. Aber um der Sache willen mu\u00df ich es sagen. In einem von Susanne Kahl, Heidemarie Langer, Helga Leistner und Elisabeth Moltmann-Wendel herausgegeben \u201eWerkstattbuch\u201c zur feministischen Theologie hei\u00dft es zum Abendmahl:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eWieso brauchen die M\u00e4nner eigentlich das Blut aus einer Wunde, auch das Blut aus der Kreuzeswunde, und nicht das Blut, das die Frauen st\u00e4ndig vergie\u00dfen? Im Blut der Frau liegt etwas ganz Besonderes und Geheimnisvolles in Richtung Verbundenheit mit der Erde.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So wie das Blut Christi abgewertet wird, so auch die Heilsbedeutung des Kreuzestodes von unserm Herrn und Heiland Jesus Christus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Bedeutung seines Todes ist angeblich nicht so \u00fcberragend, wie es in der Verk\u00fcndigung der Kirche bisher dargestellt wurde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">B\u00e4rbel Wartenberg-Potter schlie\u00dft sich der Position des franz\u00f6sischen Theologen Georges Casalis an, der davon \u00fcberzeugt war, da\u00df in Lateinamerika \u201eein anderes Lebenssymbol\u201c verehrt wird in der Gestalt des marxistischen Revolution\u00e4rs und Guerilleros Ernesto Che Guevara. W\u00f6rtlich:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eBeide sind tot: Jesus und Che. Dennoch ist der eine ein Symbol f\u00fcr Tod, der andere ein Symbol f\u00fcr Leben.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Professor Casalis verherrlicht Che Guevara geradezu als Heilsbringer:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201e\u2026 dieser Tote lebt, und eine Revolution, die einen solchen Menschen hervorgebracht hat, kann nicht sterben! \u2026 Er weist in die Zukunft: zuversichtlich blicken Millionen auf diesen Tod, der ihnen Leben verspricht und jetzt schon schenkt. Denn sein Leben f\u00fcr die anderen geben zu d\u00fcrfen, das hei\u00dft wirklich leben.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Solche Texte, in denen die Einzigartigkeit und Unvergleichlichkeit des Leidens und Sterbens und Auferstehens unseres Heilandes Jesus Christus geleugnet wird, kommen aus der evangelischen Kirche und werden in ihr durch die feministische Theologie verbreitet!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Drittens: \u00dcberwindung herk\u00f6mmlicher Werte und Normen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">An der feministischen Theologie wird uns deutlich, wie weit die Erosion biblisch-christlicher Werte in der Kirche vorangeschritten ist \u2013 und auf dem Weg \u00fcber die Kirche auch in der sie umgebenden Gesellschaft. Wir stehen in einer sehr ernsten Phase des Umbruchs der Werte und Normen. Und daran hat auch der Feminismus seinen Anteil.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In diesem Zusammenhang f\u00e4llt zweierlei besonders auf:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Erstens, da\u00df die \u201eBefreiung\u201c der Frau aus dem Griff \u201epatriarchaler Unterdr\u00fccker\u201c zu einer Zeit und in einem Kulturkreis propagiert wird, in dem es solche Patriarchen kaum noch gibt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Man darf darum mit Recht vermuten, da\u00df diese \u201eBefreiungsaktion\u201c nur ein Vorwand ist, um viel weiter reichende soziale Umwandlungen in Gang zu setzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zweitens: es f\u00e4llt auf, da\u00df Ehe, Familie und Schule besonders deutlich als Hebel f\u00fcr diese soziale Umwandlung angesetzt werden. Warum gerade Ehe, Familie und Schule?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Antwort: Weil dort die Weichen f\u00fcr das Leben, f\u00fcr die Kultur, f\u00fcr das Wertgef\u00fcge einer Gemeinschaft gestellt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">An dieser Stelle ber\u00fchren sich Str\u00f6mungen innerhalb der feministischen Theologie mit Str\u00f6mungen der Sozialkritik, wie sie vor allem von Neomarxisten vorgetragen wurden und werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um Missverst\u00e4ndnissen vorzubeugen: die meisten Feministinnen und Feministen verstehen sich wahrscheinlich nicht als Neomarxisten. Aber sie haben unter der Hand die Denkmuster dieser Ideologie teilweise oder ganz \u00fcbernommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Neomarxismus entstand als Reaktion auf die Unf\u00e4higkeit des klassischen Marxismus, die Gesellschaft zu reformieren und menschlicher zu gestalten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach marxistischer Lehre ist es die historische Aufgabe der Arbeiterklasse, des Proletariats, die alte Klassengesellschaft zu st\u00fcrzen, um eine klassenlose Gesellschaft aufzubauen. Nirgendwo in der Welt konnte dieser angeblich historische Auftrag erfolgreich in die Wirklichkeit umgesetzt worden. Aber der Traum blieb bestehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es bildete sich ein Lager der Neomarxisten, die den marxistischen Fundamentalsatz \u201eDas Sein bestimmt das Bewusstsein\u201c auf den Kopf stellten und nun behaupteten \u201eDas Bewusstsein mu\u00df das Sein bestimmen.\u201c Es mu\u00df also ein neues, revolution\u00e4res Bewusstsein geschaffen werden, das nicht zuallererst von der Arbeiterklasse ausgehen kann, sondern von den Intellektuellen, von Studenten, von Sch\u00fclern, von Kirchenleuten und eben auch von emanzipierten Frauen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0Dieser Kampf brach Ende der sechziger Jahre offen aus. Vorbereitet wurde er allerdings schon viel fr\u00fcher in den drei\u00dfiger Jahren in der sog. Frankfurter Schule, so benannt nach einem Institut f\u00fcr Sozialforschung in Frankfurt am Main, deren f\u00fchrende K\u00f6pfe aber zu Beginn des Dritten Reiches in die USA emigrierten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit der Frankfurter Schule verbinden sich vor allem die Namen Max Horkheimer, Theodor W. Adorno, Erich Fromm, Herbert Marcuse und J\u00fcrgen Habermas.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie wichtig der Frankfurter Schule gerade dieser Ankn\u00fcpfungspunkt Familie, Elternhaus und Schule ist, geht z.B. daraus hervor, da\u00df der Kreis um Max Horkheimer bereits 1936 eine umfangreiche Aufsatzsammlung unter dem Titel &#8222;Studien \u00fcber Autorit\u00e4t und Familie&#8220; herausgab. In diesen Studien wird behauptet, die Familie erzeuge in den Kindern einen &#8222;autorit\u00e4ren Charakter&#8220;, eine &#8222;autorit\u00e4re Gesinnung&#8220;, der sich dann in der Schule fortsetze.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vor allem Horkheimer und Adorno versuchten herauszustellen, da\u00df die vom Geist des Christentums gepr\u00e4gte b\u00fcrgerliche Ehe und Familie die kulturelle Voraussetzung f\u00fcr die Verbrechen des Nationalsozialismus und ein Hindernis auf dem Weg zur revolution\u00e4ren Umgestaltung der Gesellschaft seien.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0Die Geistesverwandtschaft dieser emanzipatorischen Theorie der Frankfurter Schule mit gewissen Aussagen \u00fcber Familie und Erziehung aus dem Bereich der feministischen Theologie ist offensichtlich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich will das an einem Beispiel deutlich machen: Das Evangelische Frauenwerk der Nordelbischen Kirche verbreitete folgende Darstellung einer ihrer Mitarbeiterinnen:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Die Biographie jedes einzelnen Menschen beginnt damit, dass er\/sie Eltern hatte, die ihn\/sie erzogen haben.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8218;Am Anfang war Erziehung&#8216;, ist denn auch der Titel eines Buches von Alice Miller, in dem sie die Zusammenh\u00e4nge zwischen Erziehung zu den traditionellen Wertvorstellungen unserer christlich-abendl\u00e4ndischen Zivilisation (Gehorsam, Ordnung, Sauberkeit, Flei\u00df, N\u00e4chstenliebe usw.) und den zerst\u00f6rerischen Konsequenzen in den so Erzogen (Depression, Drogenabh\u00e4ngigkeit, Selbstmord, Sadismus, Mord, Faschismus usw.) aufzeigt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sie f\u00fchrt aus, da\u00df Erziehung, egal mit welcher Methode, sofern sie so grunds\u00e4tzliche Wertvorstellungen wie die oben genannten anerziehen will, immer zu den genannten Sch\u00e4digungen f\u00fchren wird.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Darstellung aus dem Evangelischen Frauenwerk schlie\u00dft folgerichtig mit dem Fazit:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0&#8222;Ganze, heile Menschen k\u00f6nnen nur dann aufwachsen, wenn sie Begleitung und Unterst\u00fctzung erfahren statt Erziehung.&#8220; (69)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Schrifttum der feministischen Theologie fehlt es nicht an deutlichen Hinweisen auf die w\u00fcnschenswerte Verbindung zwischen Christentum und Marxismus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Catharina Halkes meint:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Die \u00dcberzeugung w\u00e4chst, da\u00df der Feminismus den Sozialismus braucht, weil die Frau im kapitalistischen System unsichtbar gemacht, privatisiert und&#8230; ausgebeutet wird&#8230; Ebenso besteht die \u00dcberzeugung, da\u00df der Sozialismus den Feminismus braucht, um den Mann von seiner Macht und die Gesellschaft von der Zweiteilung in Mann und Frau zu befreien.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Hintergrund dieser Position von Catharina Halkes steht doch ganz eindeutig die neomarxistische Philosophie der sogenannten Frankfurter Schule. Sie selber hat diesen Bezug so ausgedr\u00fcckt:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Marcuse legt eine Art Glaubensbekenntnis an die radikalen M\u00f6glichkeiten der Frauenbefreiungsbewegung als einer vitalen Kraft f\u00fcr die Verwandlung unserer Gesellschaft ab. &#8230; Die Befreiung kann nur durch eine Ver\u00e4nderung im ganzen sozialen System erreicht werden.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Marcuse, einer der geistigen Wegbereiter der &#8222;Kulturrevolution&#8220; Ende der sechziger Jahre, sah bereits damals im Feminismus die &#8222;potentiell radikalste politische Bewegung&#8220; der Gegenwart.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unter dem Stichwort &#8222;Androgynismus&#8220; entwickelte Marcuse das Konzept einer &#8222;herrschaftsfreien&#8220; Zukunftsgesellschaft in einem feministischen Sozialismus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die &#8222;guten&#8220; m\u00e4nnlichen und weiblichen Eigenschaften sollen in einem intensiven Prozess der Bewusstseinsbildung zu einem harmonischen Ganzen &#8211; eben zum androgynen Menschen &#8211; entwickelt werden. Dem steht nat\u00fcrlich die herk\u00f6mmliche Familienstruktur im Wege, weil sie vom Patriarchat gepr\u00e4gt sei und dieses stabilisiere.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aus diesem Grunde m\u00fcsse die Erziehung der Kinder m\u00f6glichst schon im fr\u00fchkindlichen Alter von \u00f6ffentlichen Einrichtungen \u00fcbernommen werden und m\u00f6glichst geschlechtsneutral erfolgen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vor diesem Hintergrund wurde unter ma\u00dfgeblicher Mitwirkung aus der evangelischen Kirche nach und nach das biblische Menschenbild abgel\u00f6st durch ein humanistisches Menschenbild.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die sch\u00f6pfungsbedingte Unterschiedlichkeit zwischen Mann und Frau wird eingeebnet. Die Erf\u00fcllung des Strebens nach dem Sinn des Lebens kann danach nur noch in einer stark ich-bezogenen Selbstverwirklichung gesehen werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Folgen dieses Strebens sind bekannt:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">die Liberalisierung des \u00a7 218,<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">die Liberalisierung der Sexualit\u00e4t,<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">die zunehmende Abwertung der Ehe,<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">die Aufwertung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften,<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">die Tendenz, die Betreuung der Kleinkinder in Krippen und Kinderg\u00e4rten zum Regelfall zu machen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unsere Kultur, die einmal auf den biblischen Grundwerten basierte, hat sich dramatisch ver\u00e4ndert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Viertens: Die biblische Antwort auf die feministische Theologie<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was setzen wir der feministischen Theologie entgegen? Ich nenne f\u00fcnf Punkte:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1. Als Christen bejahen wir die ganze Heilige Schrift Alten und Neuen Testaments.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Darum entscheidet sich auch die Beurteilung der feministischen Theologie an der Frage nach der Verbindlichkeit des biblischen Wortes. Das Wort Gottes wird in der feministischen Theologie nicht als feststehende und unver\u00e4nderliche Aussage Gottes verstanden, sondern als zeitbedingte menschliche Rede \u00fcber Gott. Von diesem Ansatz her sei Gottes Wort nicht nur auf die ver\u00e4nderte Lebenssituation hin neu auszulegen, sondern auch neu zu formulieren, gegebenenfalls sogar gegen seinen urspr\u00fcnglichen Wortlaut. So die feministische Theologie.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dagegen stehen die Aussagen der Bibel, die ihre Unantastbarkeit betonen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Paulus schreibt an die Galater:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eWenn jemand euch ein Evangelium predigt, anders als ihr es empfangen habt, der sei verflucht.\u201d (Galater 1,8)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und im letzten Buch der Bibel hei\u00dft es am Schluss ausdr\u00fccklich:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eWenn jemand etwas hinzuf\u00fcgt, so wird Gott ihm die Plagen hinzuf\u00fcgen, die in diesem Buch geschrieben stehen. Und wenn jemand etwas wegnimmt von den Worten des Buchs dieser Weissagung, so wird Gott ihm seinen Anteil wegnehmen am Baum des Lebens und an der heiligen Stadt, von denen in diesem Buch geschrieben steht.\u201d (Offb. Joh. 22, 18-19)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach den Aussagen der feministischen Theologie korrigieren und erg\u00e4nzen Frauen das Wort Gottes aufgrund ihrer Einsichten, Bed\u00fcrfnisse und W\u00fcnsche.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">An die Stelle der objektiven Heilstatsachen tritt ein schrankenloser Subjektivismus, der nur das gelten l\u00e4sst, was weiblicher Spiritualit\u00e4t einsichtig ist. Nach dem Urteil der Bibel korrigiert aber das Wort Gottes den Menschen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2. Als Christen bekennen wir, da\u00df der Mensch Jesus von Nazareth der Sohn Gottes, unser Herr und Heiland ist.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Erl\u00f6sung aus S\u00fcnde und Tod durch Jesus Christus, sein Opfer am Kreuz von Golgatha, sein Sterben und Auferstehen &#8211; alles das ist f\u00fcr die feministische Theologie nicht mehr das Zentrum der Theologie.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die feministische Theologie bekennt sich ausdr\u00fccklich zu Jesus als dem guten Mann von Nazareth, aber nicht mit gleicher Entschiedenheit zu Christus als dem alleinigen Herrn und Heiland der Welt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In Bremen gab es 1995 eine innerkirchliche Auseinandersetzung, als die Evangelische Frauenhilfe, eine Satzungs\u00e4nderung vornahm und Christus aus der Satzung strich. Hatte es vorher in der Satzung des evangelischen Frauenverbandes gehei\u00dfen, er gr\u00fcnde seine Aufgaben \u201eim biblischen Zeugnis von der Liebe Gottes in Jesus Christus\u201c, so blieb nun nur noch der Hinweis \u201eauf die befreiende Liebe Gottes, wie die Bibel sie bezeugt\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Bremer Kirchenfrauen st\u00f6rte die Bezeichnung \u201eChristus\u201c. Denn \u2013 so die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin Cornelia Kl\u00f6ss \u2013 \u201eDer Christus-Begriff der Theologie habe eine f\u00fcr Frauen problematische Bedeutung.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei den kirchlichen Feministen und Feministinnen ist Jesus nicht mehr der alleinige Bringer des g\u00f6ttlichen Heils. Darum k\u00f6nnen in der feministischen Theologie neben Jesus auch andere Gottheiten bzw. Sinn-Bilder und Sinn-Vermittler verehrt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dagegen steht die klare Aussage Jesu:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eIch bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich.\u201d (Johannes 14, 6)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und Petrus bezeugt im Blick auf diesen einzigartigen Christus:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eUnd in keinem andern ist das Heil, auch ist kein andrer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, durch den wir sollen selig werden.\u201d (Apostelgeschichte 4,12)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3. Als Christen widerstehen wir der Irrlehre &#8212; in welcher Gestalt sie auch immer auftritt.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Bibel berichtet, wie sehr das Volk Gottes immer dann gef\u00e4hrdet war, wenn es vorgab, auf Seiten Gottes zu stehen, aber das Vertrauen auch gleichzeitig auf andere G\u00f6tter setzte. So geschah es unter Mose, als in seiner Abwesenheit das G\u00f6tzenbild des Goldenen Kalbes geschaffen wurde. Mose trat vor das Volk und sprach:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eIhr habt eine gro\u00dfe S\u00fcnde getan.\u201d (2. Mose 32,30)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So geschah es zur Zeit des Elia, als die Israeliten Gott dienten, aber auch auf den H\u00f6hen dem Baal opferten. Elia stellte sie vor die Entscheidung:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eWie lange hinket ihr auf beiden Seiten? Ist der HERR Gott, so wandelt ihm nach, ist\u2019s aber Baal, so wandelt ihm nach.\u201d (1. K\u00f6nige 18,21)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So sch\u00e4rfte es Jesus seinen J\u00fcngern ein:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eNiemand kann zwei Herren dienen: entweder er wird den einen hassen und den andern lieben, oder er wird an dem einen h\u00e4ngen und den andern verachten. Ihr k\u00f6nnt nicht Gott dienen und dem Mammon.\u201d (Matth\u00e4us 6,24)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So mu\u00dfte es der Gemeinde Jesu auf ihrem Weg durch die Geschichte immer wieder gesagt werden: Allein im Vertrauen auf das biblische Wort und auf Jesus Christus liegt das Heil.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was die Bekennende Kirche 1934 gegen\u00fcber der Irrlehre der Deutschen Christen formulierte, trifft heute auch mit aller Sch\u00e4rfe die feministische Theologie.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Bekennende Kirche hatte auf ihrer Bekenntnissynode im Mai 1934 in Barmen diese in der Kirche immer wieder aufstehende Irrlehre scharf verurteilt, die das alleinige Heil in Christus leugnet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die These 1 der Theologischen Erkl\u00e4rung von Barmen lautet:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eJesus Christus, wie er in der Heiligen Schrift bezeugt wird, ist das eine Wort Gottes, das wir zu h\u00f6ren, dem wir im Leben und im Sterben zu vertrauen und zu gehorchen haben.<br \/>\nWir verwerfen die falsche Lehre, als k\u00f6nne und m\u00fcsse die Kirche als Quelle ihrer Verk\u00fcndigung au\u00dfer und neben diesem einen Worte Gottes auch noch andere Ereignisse und M\u00e4chte, Gestalten und Wahrheiten als Gottes Offenbarung anerkennen.\u201d<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>4. Als Christen bejahen wir die biblische Sch\u00f6pfungsordnung.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich denke, da\u00df darauf Joachim Cochlovius morgen in seinem Referat \u00fcber \u201eDas biblische Bild von Mann und Frau\u2026\u201c genauer eingehen wird. Nur so viel an dieser Stelle:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eGott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Frau.\u201c (Genesis 1,27)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gott ist hier, darauf hat Christa Meves in einem Beitrag sehr treffend hingewiesen, M\u00e4nnliches und Weibliches in einem. In der Sch\u00f6pfung aber fand eine gro\u00dfe, fundamentale Polarisierung statt \u2013 in Himmel und Erde, Sonne und Mond, Mann und Frau. Aus dem polaren Prinzip erw\u00e4chst Bewegung, erw\u00e4chst Drang, Suche nach der Wiedervereinigung der Getrennten.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">(Christa Meves: Verschieden \u2013 doch gleichwertig. Vom Sinn der m\u00e4nnlichen-weiblichen Polarit\u00e4t.)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach dem Sch\u00f6pfungsbericht der Bibel schuf Gott den Menschen als Mann und Frau &#8211; nicht gleichartig, aber gleichwertig. Gott wies beiden unterschiedliche, aber einander erg\u00e4nzende Aufgaben zu.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese sich gegenseitig erg\u00e4nzende Abh\u00e4ngigkeit ist kein Hemmnis, sondern eine Hilfe f\u00fcr ein gelingendes gemeinsames Leben. Es ist dar\u00fcber hinaus die ideale Voraussetzung f\u00fcr das Heranwachsen der Kinder &#8211; in einer verl\u00e4sslichen und liebevollen Geborgenheit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Indem aber die Verbindlichkeit des biblischen Menschenbildes vom Feminismus radikal infrage gestellt und dies unter der Hand von weiten Kreisen in Politik und Gesellschaft akzeptiert und sogar gef\u00f6rdert wird, bekommt unsere Gesellschaft ein neues Gesicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>5. Als Christen stehen wir zu den christlichen Grundwerten, die unsere Kultur tragen.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn wir als bibelorientierte Christen Nein sagen zum Feminismus und zur feministischen Theologie, dann nicht nur deshalb, weil uns manche gesellschaftspolitischen Entwicklungen im Blick auf Ehe und Familie, im Blick auf Kindererziehung und Schule nicht passen, sondern weil sie \u2013 wie dargestellt \u2013 die Grundlagen unserer Zivilisation verlassen, die immer noch auf den christlichen Grundwerten basieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese pr\u00e4gende Kraft der christlichen Grundwerte soll zur\u00fcckgedr\u00e4ngt werden. Diese Einstellung begegnet uns nicht nur im eigenen Land, sondern \u00fcberhaupt in Europa.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Besonders deutlich wurde das bei der Diskussion um den Gottesbezug in der Europ\u00e4ischen Verfassung. Wer h\u00e4tte das noch vor Jahren f\u00fcr m\u00f6glich gehalten, da\u00df um diese Frage ein solcher Eiertanz stattfinden w\u00fcrde?!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von Theodor Heuss, dem ersten Bundespr\u00e4sidenten der Bundesrepublik Deutschland, stammt ein einpr\u00e4gsames Bild:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eEuropa ist auf drei H\u00fcgeln gebaut:<br \/>\nauf der Akropolis (griechische Kunst und Philosophie)<br \/>\nauf dem Kapitol (r\u00f6mische Staatskunst und r\u00f6mischen Recht)<br \/>\nund auf Golgatha (christlicher Glaube und christliche Ethik).\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und August Winnig, Gewerkschaftsf\u00fchrer und Christ, schlie\u00dft sein 1938 ver\u00f6ffentlichtes Buch \u201eEuropa. Gedanken eines Deutschen\u201d mit den Worten:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eMan denke sich aus der Geschichte Europas alles fort, was allein dem Bekenntnis zum Kreuz und der in diesem Bekenntnis begr\u00fcndeten Verbundenheit zu danken ist: Was bleibt \u00fcbrig? Was Europa geworden ist, ist es unterm Kreuz geworden. Das Kreuz steht \u00fcber Europa als das Zeichen, in dem es allein leben kann. Entweicht Europa dem Kreuz, so h\u00f6rt es auf, Europa zu sein.\u201d<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn man bedenkt, wie viele Herausforderungen die Gemeinde Jesus Christi schon bestanden und \u00fcberwunden hat, dann d\u00fcrfen wir guter Hoffnung sein, da\u00df sie auch die Irrlehre der feministischen Theologie hinter sich lassen wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der theologische Feminismus und die Folgen f\u00fcr Kirche und Gesellschaft Feministische Theologie ist zu einem Sammelbegriff geworden f\u00fcr eine Vielzahl von Theorien und Aktionen, die nicht in einem einheitlichen in sich geschlossenen System aufgehen wollen. 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