{"id":1962,"date":"2006-07-20T11:21:18","date_gmt":"2006-07-20T09:21:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=1962"},"modified":"2009-09-07T12:50:03","modified_gmt":"2009-09-07T10:50:03","slug":"%e2%80%9echancen-fur-kinder-%e2%80%93-hoffnung-auf-zukunft-%e2%80%93-impulse-fur-die-politik%e2%80%9c","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=1962","title":{"rendered":"Predigt: \u201eChancen f\u00fcr Kinder \u2013 Hoffnung auf Zukunft \u2013 Impulse f\u00fcr die Politik\u201c"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\"><strong>Predigt : \u201eChancen f\u00fcr Kinder \u2013 Hoffnung auf Zukunft \u2013 Impulse f\u00fcr die Politik\u201c\u00a0<br \/>\nHosea 4,1-3; 9,10-14; 14,2-5<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Liebe Gemeinde!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDas Leben erh\u00e4lt seine W\u00fcrde dadurch, dass Gott es will.\u201c Diesen Satz haben wir heute Nachmittag von Steffen Heitmann geh\u00f6rt. In einem seltsamen Kontrast dazu scheinen die Worte zu stehen, die wir soeben aus dem Buch des Propheten Jesaja geh\u00f6rt haben. Unsere liebe Christa Meves hatte mir die Worte aus Hosea 9 als Predigttext vorgeschlagen. Um des besseren Verst\u00e4ndnisses willen, habe ich je einen Abschnitt aus dem Anfang und aus dem Ende des Hosea-Buches dazu genommen.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diesen Predigttext kann man unter die folgenden drei Gedanken stellen:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gott ruft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gott richtet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gott rettet.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Lassen Sie uns diesen drei Gedankenschritten folgen:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Erstens: Gott ruft.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist einfach herrlich, wenn Menschen den Ruf Gottes h\u00f6ren und ihm folgen, weil sie wissen, sein Wort, seine Weisungen und auch seine Zurechtweisungen sind gut und notwendig.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eH\u00f6ret, ihr Israeliten, des HERRN Wort!\u201c (4,1)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Prophet Hosea leidet darunter, dass Gott sein Volk ruft, aber dieses Volk seinen Gott nicht h\u00f6ren und ihm nicht folgen will. Es wird immer ein Geheimnis bleiben, warum Gott seine Geschichte mit der Menschheit, seine Geschichte auch mit uns, angefangen hat mit diesem kleinen unscheinbaren und widerspenstigen Volk Israel, mit einem Nomadenvolk. Nicht mit einem kulturell hochstehenden Volk, nicht mit den \u00c4gyptern, nicht mit den Sumerern, nicht mit den Griechen, nicht mit den R\u00f6mern. Er hat Israel erw\u00e4hlt zum Tr\u00e4ger einer gro\u00dfen Verhei\u00dfung. Vorausgegangen war ein Ruf, eine Berufung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich denke dabei an die Berufung Abrahams, des Stammvaters Israels und an die Zusage, die er bekam:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201e\u2026 in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf Erden.\u201c (1. Mose 12,3)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich denke an den Ruf, den Mose bekam, sein Volk aus der Sklaverei in \u00c4gypten herauszuf\u00fchren in das Land am Jordan. Hosea weist ausdr\u00fccklich auf dieses Ereignis hin.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich denke an den Ruf, den seitdem unz\u00e4hlige M\u00e4nner und Frauen bekamen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich denke vor allem an den Ruf, mit dem dann Jesus in seine Nachfolge rief und bis zum heutigen Tag ruft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Hebr\u00e4erbrief spricht von der \u201eWolke der Zeugen\u201c. Einer aus dieser Wolke der Zeugen war der Prophet Hosea.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Er stellt das Volk Gottes \u00f6ffentlich zur Rede:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDenn der HERR hat Ursache, zu schelten, die im Lande wohnen; denn es ist keine Treue, keine Liebe und keine Erkenntnis Gottes im Lande, sondern Verfluchen, L\u00fcgen, Morden, Stehlen und Ehebrechen haben \u00fcberhandgenommen\u2026\u201c (4,2)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sind diese Worte nicht brandaktuell?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und dabei hatte das Volk Gottes zun\u00e4chst dankbar die Gebote Gottes im Bundesschlu\u00df am Sinai dankbar als Ausdruck seiner Verbundenheit mit seinem Gott und als Lebenshilfe angenommen. Diese Zehn S\u00e4tze umspannen das ganze Leben. Sie sch\u00fctzen Autorit\u00e4t und Ehre, Ehe und Familie, Eigentum, das Leben \u00fcberhaupt. Aber sie sch\u00fctzen nur, wenn ihre Voraussetzung g\u00fcltig bleibt: die Hoheit dessen, der sie gegeben hat. Kein Volk kann auf Dauer bestehen, das die Gottesfurcht verliert. Jeder von uns wei\u00df, da\u00df eine Gemeinschaft, ob zwischen Menschen oder zwischen Gott und Mensch zerst\u00f6rt wird, wenn bestimmte Verabredungen, auf die man sich geeinigt hatte, nicht gehalten werden. Die Folge davon ist, da\u00df es zu Entt\u00e4uschungen kommen mu\u00df. Wie oft fragen wir: Warum dieses Leid, warum dieser Konflikt, warum diese Trennung? Wenn wir genauer hinsehen, werden wir in sehr vielen F\u00e4llen wie Hosea sagen m\u00fcssen:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201e\u2026 es ist keine Treue, keine Liebe und keine Erkenntnis Gottes.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gott nimmt das nicht einfach so hin.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hier ber\u00fchren wir einen Punkt, von dem manche nichts wissen wollen. N\u00e4mlich die Tatsache, da\u00df der sog. liebe Gott nicht alles durchgehen l\u00e4sst, dass Gott auch ein richtender Gott ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Zweitens: Gott richtet.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Er l\u00e4\u00dft f\u00fcr eine Weile den Dingen ihren Lauf. Wenn aber die Menschen sein Wort in den Wind schlagen, werden sie irgendwann Sturm ernten. Die Folgen der Abwendung von Gott sind katastrophal. Das lesen wir hier. Dabei fing alles so herrlich an:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eIch fand Israel wie Trauben in der W\u00fcste und sah eure V\u00e4ter wie die ersten Feigen am Feigenbaum&#8230;\u201d (9,10)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der W\u00fcste Trauben &#8211; gibt es denn so etwas \u00fcberhaupt? Auf jeden Fall gibt es kaum einen st\u00e4rkeren Gegensatz! Trauben und Feigen &#8211; ein Bild f\u00fcr Leben, f\u00fcr Saft und Kraft, ein Bild f\u00fcr Gesundheit. Das ist das Programm Gottes f\u00fcr uns. Und Jesus sagt:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eIch bin gekommen, dass sie das Leben und volle Gen\u00fcge haben sollen.\u201c (Johannes 10,10)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dagegen die W\u00fcste &#8211; ein Bild f\u00fcr den Tod, f\u00fcr Trockenheit, f\u00fcr Unfruchtbarkeit. Trauben und Feigen &#8211; ein Bild f\u00fcr Israel in seiner ersten Liebe zu seinem Gott Jahwe. Aber das Bild hatte sich im Laufe der Zeit gr\u00fcndlich ge\u00e4ndert. Denn &#8211; so lesen wir hier:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201e&#8230; hernach gingen sie zum Baal-Peor und gelobten sich dem sch\u00e4ndlichen Abgott&#8230;\u201d (9,10)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dazu mu\u00df man den geschichtlichen Hintergrund kennen:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Israel hatte unter der F\u00fchrung des Mose die W\u00fcstenzeit hinter sich gelassen und unter Josua das ihnen verhei\u00dfene Land betreten. Nun kam das Verh\u00e4ngnisvolle: es folgte der Ein-ladung der Moabiter nach Beth-Peor und lie\u00df sich in den heidnischen Kult des Baal Peor hineinziehen (4. Mose 25,1ff. und 31,1ff.). So verlie\u00df Israel die erste Liebe und lie\u00df sich ein in ein Verh\u00e4ltnis mit einem heidnischen G\u00f6tzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eJa, weh ihnen, wenn ich von ihnen gewichen bin!\u201d (9,12)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Israel kam sich in seiner B\u00fcndnispolitik ganz klug vor, indem er sich mit dem heidnischen K\u00f6nig von Assyrien verb\u00fcndete. Wer den lebendigen Gott verl\u00e4\u00dft und sich mit den M\u00e4chten der Gottlosigkeit, des Atheismus einl\u00e4\u00dft, weil er meint, das sei zeitgem\u00e4\u00df, der wird irgendwann darunter zu leiden haben und kann daran zugrundegehen. Eines Tages wird sich dann an ihm das Wort bewahrheiten: \u201eWer mit der Zeit geht, geht mit der Zeit\u201c &#8211; und zwar in dem Sinne: er vergeht mit der Zeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von dem d\u00e4nischen Theologen S\u00f6ren Kierkegaard, der in der ersten H\u00e4lfte des 19. Jahrhunderts in Kopenhagen lebte und wirkte, wird das Bonmot \u00fcberliefert: \u201eWer sich mit dem Zeitgeist verm\u00e4hlt, wird bald Witwer sein.\u201c Denken Sie nur einmal an die vielen, die im Dritten Reich mit der Zeit gingen. Wie j\u00e4mmerlich war ihr Ende! Denken Sie an die vielen hunderf\u00fcnfzigprozentigen Kommunisten, die in der DDR mit der Zeit gingen. Wie j\u00e4mmerlich war ihr Ende und wie j\u00e4mmerlich und widerw\u00e4rtig ihr Versuch, das System der DDR zu rechtfertigen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und so wird es allen Zeitgeist-H\u00f6rigen ergehen, auch denen, die nicht durch eine politische Diktatur deformiert worden sind, sondern durch eine immer mehr vom Materiellen her bestimmte Gesellschaft. Wir leben in einem freiheitlichen Land. Daf\u00fcr d\u00fcrfen wir sehr dankbar sein. Aber wir sehen auch, wohin diese Freiheit f\u00fcr, wenn die Bindung an die Grundlagen unseres Gemeinwesens immer st\u00e4rker schwinden. Der Journalisten Claus Jacobi hat in seiner Kolumne: \u201eMein Tagebuch\u201c etwas zugespitzt geschrieben:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eZur Lage der Nation: Die Deutschen sind eine weithin materialistische Gesellschaft geworden. Das Goldene Kalb wurde G\u00f6tze. Gier und Geiz sind dessen Gesellen. Geld wird oft mit Gl\u00fcck verwechselt. Nichts d\u00fcnkt den meisten Menschen heute wichtiger als das eigene Wohlergehen. \u2026 Der Gemeinsinn welkt. Tabus zerbrechen. Porno gibt\u2019s gratis im Fernsehen. Rauschgift schenkt einigen ihre k\u00fcnstlichen Visionen. Heiraten und Geburten nehmen ab, Scheidungen und Abtreibungen zu. Lust statt Liebe und Laster statt Tugend sind in der Spa\u00dfgesellschaft angesagt. Selten hat es eine so Scham-arme Zeit gegeben. \u2026\u201c (BILD v. 29. Juni 2002, S. 2)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Soll das denn alles so weitergehen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Blenden wir noch einmal zur\u00fcck zu Hosea!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Greifen wir nur einmal dieses Eine heraus, was Hosea mit ersch\u00fctternden Worten als Botschaft Gottes wiedergibt. Durch die Hinwendung zum G\u00f6tzendienst, verliert Israel \u2013 hier auch Ephraim genannt &#8211; seine Kraft:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDarum mu\u00df die Herrlichkeit Ephraims wie ein Vogel wegfliegen\u2026\u201c (9,11)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es kommt noch schlimmer:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eAls ich Ephraim sah, war es herrlich gepflanzt wie Tyrus; aber nun mu\u00df es seine Kinder herausgeben dem Totschl\u00e4ger.\u201c (9,13)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das ist eine Anspielung auf die fatale B\u00fcndnispolitik Israels, das mit der benachbarten heidnischen Gro\u00dfmacht Assyrien einen Pakt geschlossen hatte. Die jungen S\u00f6hne Israels mussten daraufhin in einen sinnlosen Krieg, der dem Nordreich Israel im Jahr 722 den politischen und staatlichen Untergang brachte. Das S\u00fcdreich Juda mit der Hauptstadt Jerusalem blieb noch 135 Jahre bestehen, bis es dann ebenfalls unterging. Die heidnische Gro\u00dfmacht Assyrien wird hier der \u201eTotschl\u00e4ger\u201c genannt. M\u00fcssen f\u00fcr einen Totschl\u00e4ger die Kinder geboren werden?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch wenn die Eltern ihrem Instinkt folgen und die Kinder, die geboren werden, gro\u00dfziehen, so ist und bleibt die Frage: wof\u00fcr und wozu?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eUnd wenn sie ihre Kinder auch gro\u00dfz\u00f6gen, will ich sie doch kinderlos machen\u2026\u201c (9,12)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ist das nicht furchtbar? Ich finde es so ersch\u00fctternd, dass sich dieser Vorgang unter \u00e4u\u00dferlich ganz anderen Umst\u00e4nden und Bedingungen wiederholt. Werden nicht viele unsere Kinder in den ersten Lebensmonaten auch einem Totschl\u00e4ger ausgeliefert, mit dem viele in unserem Volk ihren Bund geschlossen haben? Dieser \u201eTotschl\u00e4ger\u201c tr\u00e4gt Tarnkappen, die uns heute Nachmittag gezeigt wurden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das ist der liberalisierte Paragraph 218.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ca. alle vier Minuten f\u00e4llt in unserem Land ein ungeborenes Kind diesem Totschl\u00e4ger zum Opfer. Professor Manfred Spieker, Sozialwissenschaftler an der Universit\u00e4t Osnabr\u00fcck, geht nach seinen Recherchen davon aus, dass \u201eseit der faktischen Freigabe der Abtreibung im Jahr 1974 rund 8 Millionen Kinder get\u00f6tet wurden\u201c. Dies entspricht ca. der H\u00e4lfte der Bev\u00f6lkerung der ehemaligen DDR. (idea-Spektrum. Wetzlar. Nr. 51\/52)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eKinder sind eine Gabe des HERRN, und Leibesfrucht ist ein Geschenk.\u201c (Psalm 127,3)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir wissen, dass es in diesem Bereich auch tragische Konfliktsituationen gibt, bei denen uns kein Urteil \u00fcber eine erfolgte Abtreibung zusteht. Aber wie viele \u2013 genauer gesagt &#8211; wie wenige F\u00e4lle sind das angesichts der millionenfachen Kindest\u00f6tung im Mutterleib? Unheimlich, wie ein so altes biblisches Wort ganz aktuell in unsere Situation hineinspricht, ja geradezu hineinschreit:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eHerr, gib ihnen\u201c &#8211; Gedankenstrich. Ja, \u201ewas willst du ihnen geben?\u201c (9,14) Und wir erwarten, dass es nun so weitergeht: HERR, gib ihnen einen neuen Mut zum Leben, gib ihnen eine tiefe Sehnsucht nach Mutterschaft, nach einem Kind\u2026<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nein. Hier steht etwas ganz anderes.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich h\u00e4tte nicht den Mut, diese Worte als meine eigenen wiederzugeben, aber es sind die Worte der Bibel:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eGib ihnen unfruchtbare Leiber und versiegende Br\u00fcste!\u201c (9,14)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eIn Europa w\u00fcnscht sich nach einer Studie des Bundesinstituts f\u00fcr Bev\u00f6lkerungsforschung niemand so wenig Kinder wie die Deutschen.\u201c (Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 26.6.2006) Vor die falsche Alternative gestellt: Erwerb bzw. Beruf oder Familie wird der Wunsch nach einem Kind, wenn er \u00fcberhaupt da ist, immer wieder aufs neue zur\u00fcckgestellt wird, bis er dann auch nicht mehr erf\u00fcllt werden kann:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eunfruchtbare Leiber und versiegende Br\u00fcste\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Paulus schreibt \u00fcber Gottes Wirken im Brief an die R\u00f6mer: \u201eWie unbegreiflich sind seine Gerichte und unerforschlich seine Wege!\u201c (R\u00f6mer 11,33)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gott l\u00e4\u00dft sich nicht spotten. Aber ist denn nun alles aus? Gibt es denn keine Rettung aus dem Verh\u00e4ngnis, das \u00fcber uns gekommen ist? Doch:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Drittens: Gott rettet.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Er will nicht das Dahinsiechen seines Volkes, sondern das Leben und Wachsen seiner Kinder. Mitunter mu\u00df wohl erst viel Leid, viel Elend auf diesem Weg sp\u00fcrbar werden, bis sie erkennen, da\u00df dieser Weg ins Verderben f\u00fchrt. Und dann fragen die Menschen:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Soll denn unser Volk untergehen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was kann man denn tun?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein christlicher Offizier hat es einmal so ausgedr\u00fcckt: \u201eHalt! Kehrt! Marsch! Das ist Bu\u00dfe!\u201c \u2013 Umkehr zum lebendigen Gott! Und genau das ist hier gemeint: \u201eBekehre dich, Israel, zu dem HERRN, deinem Gott; denn du bist gefallen um deiner Schuld willen.\u201d (14,2) Wenn Gott seine Hand von uns l\u00e4\u00dft, ist es klar, da\u00df auf unserer H\u00e4nde Werk kein Segen ruhen kann. Darum:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201e\u2026 wir wollen\u2026 nicht mehr sagen zu den Werken unserer H\u00e4nde: \u201aIhr seid unser Gott.\u2019\u201c (14,4)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mag uns in unserem Leben auch noch so viel genommen werden:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201e\u2026bei dir finden die Verwaisten Gnade.\u201c (14,4)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und es ist Gnade, wenn wir in unserem Leben t\u00e4glich empfangen d\u00fcrfen, was unserm Leben Festigkeit und Halt gibt: verl\u00e4ssliche Orientierung, Korrektur, das rechte Ma\u00df. In dem Buch \u201eDer Teil und das Ganze\u201c schreibt Werner Heisenberg, Kernphysiker und Nobelpreistr\u00e4ger: \u201eWenn man in dieser westlichen Welt fragt, was gut und was schlecht ist, was erstrebenswert und was zu verdammen ist, so findet man doch immer wieder den Wertma\u00dfstab des Christentums auch dort, wo man mit den Bildern und Gleichnissen dieser Religion l\u00e4ngst nichts mehr anfangen kann. Wenn einmal die magnetische Kraft ganz erloschen ist, die diesen Kompa\u00df gelenkt hat \u2013 und die Kraft kann doch nur von der zentralen Ordnung (sprich Gott, J.M.) her kommen -, so f\u00fcrchte, dass sehr schreckliche Dinge passieren k\u00f6nnen, die \u00fcber die Konzentrationslager und die Atombomben noch hinausgehen.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Darum<\/strong>:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eBekehre dich \u2026 zu dem HERRN, deinem Gott; denn du bist gefallen um deiner Schuld willen.\u201d<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Einsicht mu\u00dfte damals in Israel wieder neu geweckt werden &#8211; und sie mu\u00df heute in unserem Volk wieder neu geweckt werden! Christa Meves hat vorhin eine Frage gestellt, die wir immer wieder h\u00f6ren und aufgreifen und auf uns beziehen m\u00fcssen \u2013 nicht nur auf die anderen. Es ist die Frage Gottes an jeden von uns: \u201eWas hast du getan oder unterlassen, um das Leben zu sch\u00fctzen und zu f\u00f6rdern?\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und wie steht es um dein Gebet?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Betet, betet und betet, dass Gott die Herzen der Menschen so anr\u00fchrt, dass es in unserm Volk zu einer Umkehr, zu einer Hinwendung zu ihm kommen m\u00f6ge!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eBekehre dich \u2026 zu dem HERRN, deinem Gott; denn du bist gefallen um deiner Schuld willen.\u201d Bekehre dich zu dem, der sein Volk liebt &#8211; trotz allem, was geschehen ist, der uns aus dem Gericht und durch das Gewicht hindurch retten will. Dazu hat er seinen Sohn als unseren Heiland in die Welt gesandt. Durch Jesus erf\u00fcllt sich das Wort, das hier am Ende bei Hosea steht:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eGerne will ich sie lieben&#8230;\u201c (14,5)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So hat Jesus gesprochen, so hat Jesus gehandelt, so will er uns retten. Man k\u00f6nnte meinen Hosea h\u00e4tte hier mit diesem Gotteswort die Sendung Jesu mit einem einzigen Satz vorausgesagt:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eSo will ich ihre Abtr\u00fcnnigkeit heilen; gerne will ich sie lieben.\u201d (14,5)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was bedeutet das ganz praktisch f\u00fcr unser Leben?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer zum Herrn kommt, sich vor ihm beugt um seiner S\u00fcnde willen und seine Liebe empf\u00e4ngt und auf ihn sieht und h\u00f6rt, dessen Leben kann nicht mehr danebengehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das ist ein gro\u00dfes Wort, aber bitte:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nehmen Sie doch einmal Gott beim Wort!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nimm doch einmal diese Worte so, als w\u00e4ren sie Dir gesagt, Dir und Ihnen ganz pers\u00f6nlich!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dann werden wir hineingenommen in dieses Kraftfeld, das von Christus ausgeht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir bekommen dann Kraft zu tragen:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kraft zu ertragen, Kraft zu leiden, Kraft zu vergeben, Kraft zu \u00fcberwinden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da\u00df z.B. jemand den Mut bekommt, einem anderen diesen Jesus als Heiland zu bezeugen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da\u00df eine Ehe wieder heil werden kann, weil durch Jesus die Kraft geschenkt wird, Durststrecken und Entt\u00e4uschungen auszuhalten und aus dem Geist der Vergebung neu anzufangen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da\u00df Entt\u00e4uschte und Verbitterte einen Blickwechsel bekommen und erkennen, da\u00df Gott ihr Leid in Segen wandeln will.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da\u00df ein Kranker die Hoffnung auf Heilung beh\u00e4lt oderin einem andern Fall die Kraft bekommt, seine Krankheit anzunehmen und nun erf\u00e4hrt, da\u00df auch ein krankes Leben nicht minderwertig ist, sondern zu einer Quelle der Kraft und sogar der Ermuti-gung f\u00fcr andere werden kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDenn meine Kraft\u201c \u2013 sagt Jesus \u2013 \u201eist in den Schwachen m\u00e4chtig.\u201c (2. Korinther 12,9)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da\u00df ein Mensch lernt, sein Geld und seine Zeit mit anderen zu teilen, weil Jesus ihn von seiner Ichsucht befreit hat und von seiner Angst, er k\u00f6nne zu kurz kommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was aus der Wahrheit und Liebe Gottes kommt, ist gut &#8211; selbst wenn diese Liebe gelegentlich einmal Nein sagen mu\u00df. Lieber ein Nein aus Liebe, als ein kaltes Ja aus lauter Gleichg\u00fcltigkeit. Sollte Gott an einer bestimmten Stelle Ihres Lebens ein Nein gesprochen haben, so versuchen Sie einmal &#8211; wie Israel damals &#8211; dieses Nein im Lichte seiner Liebe zu sehen. Es k\u00f6nnte sein, da\u00df Sie dann manches in Ihrem Leben ganz neu verstehen und vielleicht zum ersten Mal Gott daf\u00fcr danken k\u00f6nnen, da\u00df er sie so und nicht anders gef\u00fchrt hat. Und dann bedenken Sie: wann und wo war es, dass ich diesen Dreischritt Gottes in meinem Leben gesp\u00fcrt habe:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Erstens: Gott ruft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zweitens: Gott richtet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Drittens: Gott rettet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und halten Sie, was auch kommen mag, daran fest, was Paulus im Brief an die R\u00f6mer schreibt:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eWir aber wissen, da\u00df denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach seinem Ratschlu\u00df berufen sind!\u201c (R\u00f6mer 8,28)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und der Friede Gottes, der h\u00f6her ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Predigt\u00a0am 15. Juli 2006 auf der Burg Rothenfels anl\u00e4\u00dflich der Tagung des Vereins \u201eVerantwortung f\u00fcr die Familie e.V.\u201c Freundeskreis Christa Meves<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Predigt : \u201eChancen f\u00fcr Kinder \u2013 Hoffnung auf Zukunft \u2013 Impulse f\u00fcr die Politik\u201c\u00a0 Hosea 4,1-3; 9,10-14; 14,2-5 Liebe Gemeinde! \u201eDas Leben erh\u00e4lt seine W\u00fcrde dadurch, dass Gott es will.\u201c Diesen Satz haben wir heute Nachmittag von Steffen Heitmann geh\u00f6rt. 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