{"id":19594,"date":"2023-01-20T09:57:52","date_gmt":"2023-01-20T08:57:52","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=19594"},"modified":"2023-01-20T09:59:10","modified_gmt":"2023-01-20T08:59:10","slug":"predigt-ueber-mt-412-17-der-kampf-um-die-wahrheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=19594","title":{"rendered":"Predigt \u00fcber Mt 4,12-17: Der Kampf um die Wahrheit"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><em>&#8222;Da nun Jesus h\u00f6rte, dass Johannes gefangen gesetzt worden war, zog er sich nach Galil\u00e4a zur\u00fcck. 13 Und er verlie\u00df Nazareth, kam und wohnte in Kapernaum, das am Galil\u00e4ischen Meer liegt im Gebiet von Sebulon und Naftali, 14 auf dass erf\u00fcllt w\u00fcrde, was gesagt ist durch den Propheten Jesaja, der da spricht: 15 \u00bbDas Land Sebulon und das Land Naftali, das Land am Meer, das Land jenseits des Jordans, das Galil\u00e4a der Heiden, 16 das Volk, das in Finsternis sa\u00df, hat ein gro\u00dfes Licht gesehen; und denen, die sa\u00dfen im Land und Schatten des Todes, ist ein Licht aufgegangen.\u00ab 17 Seit der Zeit fing Jesus an zu predigen und zu sagen: Tut Bu\u00dfe, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen!&#8220; (Mt 4,12-17)<\/em><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Johannes der T\u00e4ufer, der das Licht ank\u00fcndigte, sitzt nun im Dunkeln. Er sitzt aber nicht im Gef\u00e4ngnis, weil er jemanden ausgeraubt oder gar umgebracht h\u00e4tte; nein, einfach nur deshalb, weil er f\u00fcr die Wahrheit eingetreten ist. Konkret, er hat dem Landesf\u00fcrsten Herodes ins Gewissen geredet und die Wahrheit gesagt; n\u00e4mlich, dass es vor Gott nicht in Ordnung ist, dass er sich die Frau seines Bruders genommen hatte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber es war damals wie heute: die Wahrheit will man nicht h\u00f6ren. Sonst m\u00fcsste man ja sein Leben \u00e4ndern. Und als Landesf\u00fcrst hat man das ja erst recht nicht n\u00f6tig. Da gibt es doch Mittel und Wege, solche Wahrheitsprediger mundtot zu machen. Man braucht sich schlie\u00dflich nicht alles gefallen zu lassen \u2013 nicht einmal die Wahrheit! In der Unwahrheit l\u00e4sst es sich doch ganz angenehm leben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und heute ist manches noch ganz \u00e4hnlich. Da haben nicht nur Regierende viel Macht, sondern auch die Medien. Und so geschieht es immer wieder, dass auch solche, die die Wahrheit sagen, von Youtube, Facebook, Spotify oder anderen Kan\u00e4len gesperrt oder gel\u00f6scht werden. Aber nicht nur im Internet, eine Ausgrenzung geschieht auf in ARD und ZDF und selbst an unseren Universit\u00e4ten wird Dozenten und Professoren Redeverbot erteilt. Das geschieht beispielsweise, wenn es um die Themen Abtreibung, Homosexuali\u00e4t und Gender geht. Da soll die Wahrheit, auch die biologische Wahrheit, nicht mehr verbreitet werden, weil sie der Ideologie der Herrschenden oder ihrem Lebensentwurf widerspricht. Das hat also durchaus etwas herodianisches.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Prominentes Bespiel f\u00fcr eine solche Internet-Sperrung ist die christliche Autorin Birgit Kelle, wir hatten sie bereits 2014 zu Gast auf unserer NbC-Profilkonferenz. Ein Beitrag von ihr wurde 2020 gesperrt. Dann gibt es dar\u00fcber Beschwerden und Prozesse. Es geht dabei nicht nur um das Recht auf Meinungsfreiheit, es tobt auch ein Kampf f\u00fcr bzw. gegen die Wahrheit. F\u00fcr die Wahrheit k\u00e4mpft auch Peter Hahne seit vielen Jahren. Eines seiner B\u00fccher tr\u00e4gt den Titel: \u201e<em>Nicht auf unsere Kosten! Aufstand gegen Lug und Trug der Eliten.<\/em>\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Kampf um die Wahrheit ist wahrlich nicht neu.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der <u>Statthalter Pilatus<\/u> <em>fragte<\/em> im Prozess Jesus: \u201eWas ist Wahrheit?\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><u>Johannes der T\u00e4ufer<\/u> hingegen <em>bezeugte<\/em> die Wahrheit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und diesen Johannes warf man daf\u00fcr ins Gef\u00e4ngnis, dort, wo es am Dunkelsten ist. Und das, obwohl doch der gekommen ist, den er angek\u00fcndigt hatte: Jesus, der Messias, das Licht der Welt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir wissen nicht, was Johannes im Gef\u00e4ngnis alles gedacht hat. Vielleicht so: <em>\u201eJetzt ist der Messias da, der Gr\u00f6\u00dfere, der, dem ich nicht wert bin, die Schuhriemen zu l\u00f6sen und ich sitze hier im kalten, dunklen Gef\u00e4ngnisloch.\u201c <\/em>Ich vermute jedoch vielmehr, dass der lebendige Gott seinen treuen Zeugen auch im Gef\u00e4ngnis gest\u00e4rkt und getr\u00f6stet hat. Und es liegt in der h\u00f6heren Weisheit Gottes beschlossen, warum er nicht eingreift und Johannes der T\u00e4ufer so entw\u00fcrdigend enden muss, gek\u00f6pft und serviert auf einem Silbertablett. Die Wahrheit hat ihn das Leben gekostet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Liebe Br\u00fcder und Schwestern!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie wir in der Predigt am letzten Sonntag geh\u00f6rt haben, ist Wahrheit viel mehr als eine wahre Aussage. Die Wahrheit ist in der Heiligen Nacht zu Bethlehem in Person erschienen. Jesus Christus spricht (Joh 14,6): <strong>\u201eIch bin der Weg, die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater denn durch mich.\u201c<\/strong> Die Wahrheit wollte man nicht, man hat ihn ans Kreuz geschlagen, das hat ihn das Leben gekostet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was ist Dir die Wahrheit wert?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Wahrheit hat ihren Preis. Das ist bis heute so: In der Nachfolge von Jesus leben kann bedeuten: benachteiligt zu werden, ins Gef\u00e4ngnis geworfen zu werden oder gar sein Leben zu lassen, um des Glaubens und der Wahrheit willen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gott selbst wurde Mensch in seinem Sohn Jesus, er kam in sein Eigentum, er lebte und predigte f\u00fcr die Menschen, aber sie nahmen ihn nicht auf, sondern schrien: Kreuzige ihn! &#8211; Warum sollte es seinen Nachfolgern besser ergehen auf dieser Welt? Ein Christ hei\u00dft Christ, weil er zu Christus geh\u00f6rt und ihm nachfolgt. Wir d\u00fcrfen von Herzen dankbar sein, dass wir hier bei uns in einer relativen Freiheit leben. Das ist aber keineswegs selbstverst\u00e4ndlich, in vielen L\u00e4ndern dieser Erde werden Christen benachteiligt, verfolgt und ermordert. Das Christentum ist die meistverfolgte Religion der Welt. Und wie die Entwicklung in Europa weitergeht, wissen wir nicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jesus aber wusste genau, was in dieser Welt abl\u00e4uft, deshalb sagte er zu seinen J\u00fcngern (Joh 15,18ff): <strong>Wenn euch die Welt hasst, so wisst, dass sie mich vor euch gehasst hat. W\u00e4ret ihr von der Welt, so h\u00e4tte die Welt das ihre lieb. Weil ihr aber nicht von der Welt seid, sondern ich euch aus der Welt erw\u00e4hlt habe, darum hasst euch die Welt. Denkt an das Wort, das ich euch gesagt habe: Der Knecht ist nicht gr\u00f6\u00dfer als sein Herr. Haben sie mich verfolgt, so werden sie auch euch verfolgen; haben sie mein Wort gehalten, so werden sie eures auch halten. Aber das alles werden sie euch tun um meines Namens willen; denn sie kennen den nicht, der mich gesandt hat. Wenn ich nicht gekommen w\u00e4re und h\u00e4tte es ihnen nicht gesagt, so h\u00e4tten sie keine S\u00fcnde; nun aber k\u00f6nnen sie nichts vorbringen, um ihre S\u00fcnde zu entschuldigen. Wer mich hasst, der hasst auch meinen Vater.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Liebe Glaubensgeschwister!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zum Heil der Menschen aber ist Jesus in diese Welt des Hasses, der S\u00fcnde und des Todes gekommen. Sein Vater hatte ihm den Auftrag gegeben, in die Finsternis und Verlorenheit dieser Welt zu kommen, um Menschen zu retten und zu erl\u00f6sen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diesen Auftrag seines Vaters, diese Mission begann Jesus erst im Alter von etwa 30 Jahren und nachdem Johannes der T\u00e4ufer ihn in der N\u00e4he von Jerusalem im Jordan getauft hatte. Dabei geschah \u00f6ffentlich aus dem Himmel die Proklamation: <strong>\u201eDu bist mein geliebter Sohn!\u201c<\/strong> \u2013 Das rief sofort den Widersacher Gottes auf den Plan. Da f\u00fchrte der Geist Jesus in die W\u00fcste, dort ganz in der N\u00e4he, auf dass der dort versucht w\u00fcrde. Macht, Reichtum und Herrlichkeit versprach er ihm, wenn er sich von seinem himmlischen Vater l\u00f6st und Satan anbetet. Jesus widersteht in der Kraft des Heiligen Geistes und mit Gottes Wort den drei Versuchungen Satans.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und dann schreibt der Evangelist Matth\u00e4us weiter: <strong>Als nun Jesus h\u00f6rte, dass Johannes gefangen gesetzt worden war, zog er sich nach Galil\u00e4a zur\u00fcck.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Warum zog sich Jesus als Sohn Gottes und Messias nach Galil\u00e4a zur\u00fcck? H\u00e4tte er nicht ins Zentrum geh\u00f6rt, in die Metropole, nach Jerusalem? Dort im Tempel m\u00fcsste er doch anfangen zu verk\u00fcndigen, so dass es alle mitbekommen, welche Stunde geschlagen hat. Oder hatte er Angst, es w\u00fcrde ihm wie Johannes ergehen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Solche Spekulationen f\u00fchren nur in die Sackgasse. Die Antwort steht doch da, wir m\u00fcssen nur genau hinh\u00f6ren, wie es weitergeht:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Als nun Jesus h\u00f6rte, dass Johannes gefangen gesetzt worden war, zog er sich nach Galil\u00e4a zur\u00fcck. Und er verlie\u00df Nazareth, kam und wohnte in Kapernaum, das am See liegt im Gebiet von Sebulon und Naftali, damit erf\u00fcllt w\u00fcrde, was gesagt ist durch den Propheten Jesaja, der da spricht <\/strong>(Jes 8,23; 9,1)<strong>: \u00bbDas Land Sebulon und das Land Naftali, das Land am Meer, das Land jenseits des Jordans, das heidnische Galil\u00e4a, das Volk, das in Finsternis sa\u00df, hat ein gro\u00dfes Licht gesehen; und denen, die sa\u00dfen am Ort und im Schatten des Todes, ist ein Licht aufgegangen.\u00ab<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es war also Gottes heilsgeschichtlicher Plan, von Jesaja bereits im 8. Jahrhundert vor Christus prophezeit. Nicht in Jerusalem sollte Jesus anfangen, sondern im Gebiet der St\u00e4mme Sebulon und Naftali. Und Jesaja beschreibt dies als \u201eheidnisches Galil\u00e4a\u201c. Und das war es auch seit der Assyrerk\u00f6nig Tiglat-Pileser III. im Jahr 733\/32 v. Chr. das Nordreich erobert hatte, die Israeliten vertrieben und dann dort Nichtjuden angesiedelt hatte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und Matth\u00e4us berichtet, dass Jesus die Zimmerei seines Vaters in Nazareth, wo er all die Jahre mitgearbeitet hatte, verlie\u00df, nach Kapernaum ging und von dort aus seine \u00f6ffentliche Wirksamkeit begann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00dcber den Sachverhalt, dass Jesus nach seiner Taufe auf dem Weg nach Galil\u00e4a war, schreibt auch Johannes in seinem Evangelium (1, 45f). Dort lesen wir, wie Philippus Jesus begegnet und dann den Nathanel trifft und zu ihm sagt: <strong>\u201eWir haben den gefunden, von dem Mose im Gesetz und die Propheten geschrieben haben, Jesus, Josefs Sohn, aus Nazareth. Und Nathanael sprach zu ihm: <em>Was kann aus Nazareth Gutes kommen<\/em>!\u201c<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Manche Theologen meinen nun, und ich selbst hatte es auch so gelernt, weil ja Nazareth in Galil\u00e4a liegt, dass aus Nazareth nichts Gutes kommen kann, weil es ja heidnisches Gebiet ist. Das ist aber ein falscher Kurzschluss.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Meine neue Erkenntnis fand ich in der Lekt\u00fcre des Buches \u201eMessias Jesus\u201c von Rainer Riesner.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was war Nazareth also wirklich?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Ort Nazareth wurde erst im 1. Jahrhundert vor Christus gegr\u00fcndet. An dieser Stelle gab es zwar in fr\u00fcherer Zeit eine kleine Siedlung, aber sp\u00e4testens seit dem Babylonischen Exil war dort nichts mehr. Die Neu-Besiedlung geschah dann durch einen Zweig von Nachfahren des K\u00f6nigs David, die ihrem Ort ganz bewusst den Namen \u201eNazareth\u201c gaben. Nazareth bedeutet \u201eSpross\u201cdorf. Das bezieht sich auf die Weissagung aus Jesaja 11,1: <strong>Und es wird ein Reis hervorgehen aus dem Stamm Isais und ein Zweig aus seiner Wurzel Frucht bringen.<\/strong> Isai war der Vater Davids und dessen Nachfahren hielten an der Verhei\u00dfung fest. Das hebr\u00e4ische Wort f\u00fcr Reis \/ Spross hei\u00dft \u201enesaer\u201c. Daraus abgeleitet wurde \u201enatsrath\u201c, also Nazareth. Mit dieser Namensgebung brachten sie also ihren festen Glauben an die g\u00f6ttliche Verhei\u00dfung des kommenden Messias zum Ausdruck. Sie erwarteten den hervorgehenden Reis bzw. Spross aus der Wurzel Isais.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Ansiedlung war also alles andere als heidnisch. Obwohl Nazareth ja im Gebiet des \u201eheidnischen Galil\u00e4a\u201c lag. Aber zur Zeit Jesu gab es dort sowohl j\u00fcdische D\u00f6rfer als auch bl\u00fchende heidnische St\u00e4dte wie Tiberias und Sepphoris. Dass Nazareth aber j\u00fcdisch war, das best\u00e4tigt auch die Arch\u00e4ologie. Man konnte nachweisen, dass trotz der geringen Gr\u00f6\u00dfe von nur etwa 200 bis 500 Einwohnern es dort eine Synagoge gab. Ebenso konnte man j\u00fcdische Ritualb\u00e4der und Steingef\u00e4\u00dfe nachweisen. Was man aber nicht fand, waren heidnische Kultgegenst\u00e4nde und auch keine Schweineknochen. Man kam zum Ergebnis, dass die im Neuen Testament erw\u00e4hnten galil\u00e4ischen D\u00f6rfer allesamt von Juden bewohnt waren. In Nazareth hat man vermutlich sogar das Wohnhaus gefunden, in dem Josef mit seiner Familie wohnte, wo also Jesus aufwuchs.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So, jetzt muss aber noch eines gekl\u00e4rt werden. Welchen Hintergrund hat dann die Frage von Nathanael: <strong>\u201e<em>Was kann aus Nazareth Gutes kommen?<\/em>\u201c<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ausgangspunkt war Philippus, der Nathanael traf und zu ihm sprach: <strong>\u201eWir haben den gefunden, von welchem Mose im Gesetz und die Propheten geschrieben haben, Jesus, den Sohn Josephs, aus Nazareth.\u201c <\/strong>Philippus bezeichnet hier Jesus implizit als den Messias.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nathanael war ein frommer Jude, der sich in der Schrift, unserem heutigen Alten Testament, gut auskannte. Aber im ganzen Alten Testament kommt Nazareth nicht vor. Wie auch, es wurde ja erst im 1. Jahrhundert vor Christus gegr\u00fcndet. Deshalb gibt es auch keine direkte Verhei\u00dfung, dass ein Prophet bzw. der Messias aus Nazareth kommen w\u00fcrde. Deshalb war f\u00fcr den Schriftkundigen Nathanael das zun\u00e4chst eine berechtigte Frage: <strong>\u201e<em>Was kann aus Nazareth Gutes kommen?<\/em>\u201c<\/strong> &#8211; Philippus nahm Nathanael mit, \u201ekomm und sieh!\u201c Und als Nathanael Jesus begegnete, erkannte er in ihm den Messias und sprach: <strong>\u201eRabbi, du bist Gottes Sohn, du bist der K\u00f6nig von Israel!\u201c<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Genau diese Frage \u00fcber die geografische Herkunft von Jesus f\u00fchrte auch sp\u00e4ter noch einmal zu einer Auseinandersetzung, lest nach in Johannes 7, 40-52.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Liebe Gemeinde!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir sehen wieder einmal, wie genau sich Gottes Verhei\u00dfungen erf\u00fcllen. Die Verhei\u00dfung durch den Propheten Micha, dass Jesus in Bethlehem geboren wird. Ebenso die Verhei\u00dfungen durch den Propheten Jesaja \u00fcber das \u201eheidnische Galil\u00e4a\u201c: <strong>Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein gro\u00dfes Licht, und \u00fcber denen, die da wohnen im finstern Lande, scheint es hell.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jesus beginnt sein Werk aber eben nicht etwa unter Heiden, sondern unter den Juden in Galil\u00e4a. Nicht bei den Gro\u00dfkopferten in Jerusalem, sondern beim ganz normalen Volk. Jesus nimmt sie, die in Finsternis wandeln, hinein in die Botschaft von Bethlehem: <strong>Euch ist der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr!<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jesus berief seinen J\u00fcngerkreis, er heilte und lehrte. Menschen wurden aus ihrer Finsternis befreit und fanden zu Jesus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Insgesamt aber war f\u00fcr Jesus sein Auftreten in Galil\u00e4a nicht gerade angenehm. Ihm wird gedroht und er wird davongejagt. Aber Jesus bleibt, verk\u00fcndigt das Reich Gottes und findet die Menschen, die ihn suchen und brauchen. Und wo Jesus hinkommt, da wird es hell, da kann das Dunkel nicht dunkel bleiben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie ist das bei dir? Ist dein Leben dunkel beziehungsweise gibt es in deinem Leben noch dunkle Flecken? Vielleicht bist du dir selbst genug und denkst, du h\u00e4ttest Gott nicht n\u00f6tig? Oder steckt tief in dir der Gedanke, vielleicht auch die Sehnsucht: \u201eDoch, ich habe Gott n\u00f6tig, mit all meinen Fragen und Zweifeln, mit meinem Versagen und mit meiner Schuld werde ich allein nicht fertig.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn Du dunkle Flecken in deinem Leben hast oder wenn Du Sehnsucht nach Frieden mit Gott hast, dann komm ins Licht. Gott spricht: <strong>\u201eWenn ihr mich von ganzem Herzen suchet, werde ich mich von euch finden lassen.\u201c<\/strong> Und Jesus ruft auch dir zu: <strong>\u201e<\/strong><strong>Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen.\u201c<\/strong> Jesus ist auch f\u00fcr dich gekommen, f\u00fcr dich gestorben und auferstanden, er will auch dein Retter und Heiland sein. Christus ist das Licht der Welt und will auch in deine Dunkelheit und in dein Leben hinein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Liebe Gemeinde!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schauen wir noch kurz auf die erste und grundlegende Botschaft, die Jesus verk\u00fcndigte. Eigentlich predigte Jesus nichts anderes als Johannes der T\u00e4ufer, und was vor Johannes schon viele andere Propheten gepredigt haben, n\u00e4mlich: <strong>Tut Bu\u00dfe, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen!<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und dennoch gibt es einen gro\u00dfen Unterschied.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Johannes war lediglich der Herold, der etwas ausruft und bekannt macht, der \u00dcberbringer einer Botschaft. Das macht Johannes nicht unbedeutend, im Gegenteil. Jesus sagte \u00fcber ihn, dass es keinen gr\u00f6\u00dferen Propheten gab als Johannes den T\u00e4ufer. Denn dieser verwies direkt auf Jesus mit den Worten: \u201e<strong>Siehe, das ist Gottes Lamm, das der Welt S\u00fcnde tr\u00e4gt! \u2026 Dieser ist Gottes Sohn!\u201c<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So reden Menschen. &#8211; Wenn aber Jesus, der Sohn Gottes spricht, so ist sein Wort nicht nur eine Botschaft, sondern indem der Christus spricht, geschiehts. Das Reich Gottes als die neue Wirklichkeit ist bereits angebrochen. Jesus selbst ist das Licht der Welt! Christus spricht: <strong>Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Liebe Gemeinde!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Indem Jesus das Reich Gottes ausruft, verwirklicht es sich. Wenn Gott spicht, so geschiehts unmittelbar. Das ist das Neue. Weil Jesus das Licht selber ist, kann es dort nicht dunkel bleiben, wo er hinkommt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gott erobert sich nicht diese gefallene, verlorene Welt zur\u00fcck, etwa durch Umorganisation, durch Umgestaltung der Verh\u00e4ltnisse mit Hilfe von Gesetzen oder durch Aus\u00fcbung von \u00e4u\u00dferer Macht und Krieg. Nein, Gott gewinnt Menschen zur\u00fcck, indem er durch das Wirken von Jesus Christus unsere Herzen erobert, unser Vertrauen gewinnt, Glauben in uns weckt und unser Leben von der Wahrheit gepr\u00e4gt wird. Wenn Christus in das Dunkel unseres Lebens kommt, kann kehrt Friede, Freude, Hingabe und Gehorsam in uns ein. Gott kommt zu uns.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gott kommt aber so ganz anders. K\u00e4me er mit Macht, er ist ja allm\u00e4chtig, dann w\u00e4re das unser Ende. Indem er aber durch Jesus Christus den Weg zu unseren Herzen sucht, geht er den schwereren Weg. Ein Weg, der die Ablehnung und Entt\u00e4uschung in Galil\u00e4a und sp\u00e4ter in Jerusalem miteinschlie\u00dft. Ein Weg, der ihn ans Kreuz f\u00fchrt. So rettet Gott, indem er sich uns ausliefert, indem er f\u00fcr unsere S\u00fcnde und Schuld stirbt, sie uns vergibt und ein neues, ewiges Leben schenkt, all denen, die sich ihm \u00f6ffnen und Christus als ihren Herrn und Heiland annehmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und wenn Christus, das Licht der Welt, in einen Menschen kommt, dann vertreibt es alle Dunkelheit. Dieses Licht scheint gerade denen, die im Dunkeln sitzen. Dieses Licht macht hell, im Gef\u00e4ngnis als auch mitten in unseren Gefangenschaften des Lebens. Deshalb konnten Johannes der T\u00e4ufer, die Apostel und viele andere bis heute ertragen, f\u00fcr die Wahrheit und ihren Glauben ins Gef\u00e4ngnis zu gehen oder zu sterben. Alles im Namen Jesu und in seiner Nachfolge. Denn sie und alle Gl\u00e4ubigen haben ihr Lebensziel nicht in dieser Welt, m\u00fcssen weder sich selbst noch irgend etwas selbst verwirklichen, sondern leben als Nachfolger Jesu in seinem Auftrag und nach seinem Gebot. Und ihnen allen gilt die wunderbare Verhei\u00dfung aus Offenbarung 22, die im ewigen Reich Gottes vollkommen erf\u00fcllt sein wird: <strong>Und es wird keine Nacht mehr sein, und sie bed\u00fcrfen nicht des Lichts einer Lampe und nicht des Lichts der Sonne; denn Gott der Herr wird \u00fcber ihnen leuchten, und sie werden regieren von Ewigkeit zu Ewigkeit.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Amen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Pfarrer Ulrich J. Hauck, Predigt 1. Sonntag nach Epiphanias, Niederhorbach \u2013 08.01.2023<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Da nun Jesus h\u00f6rte, dass Johannes gefangen gesetzt worden war, zog er sich nach Galil\u00e4a zur\u00fcck. 13 Und er verlie\u00df Nazareth, kam und wohnte in Kapernaum, das am Galil\u00e4ischen Meer liegt im Gebiet von Sebulon und Naftali, 14 auf dass erf\u00fcllt w\u00fcrde, was gesagt ist durch den Propheten Jesaja, der da spricht: 15 \u00bbDas Land [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":480,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[12],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/19594"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/480"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=19594"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/19594\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":19597,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/19594\/revisions\/19597"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=19594"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=19594"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=19594"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}