{"id":19569,"date":"2023-01-08T19:42:39","date_gmt":"2023-01-08T18:42:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=19569"},"modified":"2023-01-08T19:42:39","modified_gmt":"2023-01-08T18:42:39","slug":"wie-koennen-wir-juden-mit-dem-evangelium-erreichen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=19569","title":{"rendered":"Wie k\u00f6nnen wir Juden mit dem Evangelium erreichen?\u00a0"},"content":{"rendered":"<p><strong>Von Moti Vaknin<\/strong><\/p>\n<p><strong>&#8222;Denn ich sch\u00e4me mich des Evangeliums nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die selig macht alle, die glauben, die Juden zuerst und ebenso die Griechen.&#8220; (R\u00f6m 1,16)<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vers 16 im R\u00f6merbrief Kapitel 1 kann in zwei Abschnitte unterteilt werden. Im ersten Abschnitt hei\u00dft es, dass wir als Gl\u00e4ubige uns des Evangeliums von Christus nicht sch\u00e4men sollen, wir sollen uns vielmehr der Worte der Errettung r\u00fchmen, die uns zuteil geworden ist. Im zweiten Teil erfahren wir dann, weshalb wir uns r\u00fchmen sollen, n\u00e4mlich weil die gute Nachricht vom Messias jedem Menschen die Errettung bringt, der an sie glaubt, nachdem er oder sie davon erfahren hat. Das gilt zuerst f\u00fcr die Juden, doch dann auch f\u00fcr Nicht-Juden. Daneben zeigt sich f\u00fcr mich in diesem Vers etwas sehr Interessantes \u00fcber den Apostel Paulus als Verfasser des R\u00f6merbriefes und Zeitgenossen der Gemeinde in Rom. Wir finden es im ersten Teil des Verses, wo es hei\u00dft: \u201eIch sch\u00e4me mich des Evangeliums von Christus nicht\u201c.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als Jude unter Juden kann ich bei meinem Volk in Israel oft beobachten, wie sie die Feiertage begehen, von Schabbat zu Schabbat leben und immer versuchen, Gott aus eigener Kraft heraus zu gefallen. All das geschieht, weil wir Menschen dazu geschaffen wurden, etwas, ja Werke zu tun. Am Ende des Tages werden wir an unseren Werken gemessen und auch daf\u00fcr belohnt werden. Ehrlich gesagt ist dies ein sehr menschliches Denken, das wir \u00fcberall in der Bibel auch bei den Glaubensv\u00e4tern finden. Daher erscheint mir der Vergleich zwischen dem ersten und dem zweiten Teil des Verses sehr interessant. Denn im ersten Teil hei\u00dft es: \u201eIch sch\u00e4me mich des Evangeliums nicht.\u201c Das bedeutet f\u00fcr diejenigen, die gerettet werden sollen, dass es von uns abh\u00e4ngt, ob wir das Evangelium an sie weitergeben, also eine bestimmte Tat oder Werk tun. Doch dieses Werk, das Evangelium an andere weiterzugeben, bringt mir keinen Nutzen &#8230;, den Nutzen hat derjenige, der das Evangelium h\u00f6rt, wenn er oder sie dadurch zum Leben kommt und gerettet wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Den Juden, die in Israel leben, erscheint die Botschaft vom Messias oft ziemlich simpel und in der Tat ein bisschen einf\u00e4ltig. Mir ist durchaus bewusst, dass das Evangelium simpel ist, weil es sehr einfach zu verstehen ist. Du bist ein s\u00fcndiger Mensch, du brauchst den Messias, der Messias ist Jesus, glaube an ihn und du wirst gerettet. Das ist sehr leicht verst\u00e4ndlich. Aber in unserer israelischen Kultur ist es oft ein wenig m\u00fchsam, und es gibt viele H\u00fcrden zu \u00fcberwinden, bevor man \u00fcber Errettung auch nur sprechen kann. So kann es manchmal ziemlich herausfordernd sein, Juden zu evangelisieren, besonders f\u00fcr Leute, die mit dem Charakter oder der Kultur meines j\u00fcdischen Volkes nicht so vertraut sind. So gibt es beispielsweise im orthodoxen Judentum f\u00fcr alles was passiert, einen Grund, der sowohl ein geistlicher als auch ein menschlicher sein kann. Tats\u00e4chlich bin ich schon vielen Christen aus den Nationen begegnet, die sich deshalb davor scheuten, den Juden das Evangelium weiterzugeben, weil sie sicher waren, dass diese Juden Gott besser kannten als sie selbst. Vielleicht dachten sie das aufgrund der besonderen Kleidung, der Br\u00e4uche oder einfach nur, weil sie Juden sind und dadurch ein \u201ebesseres\u201c Verst\u00e4ndnis als jene Menschen haben, die nicht als Juden geboren wurden. Doch in der Praxis hat es sich schon oft erwiesen, dass ich mich in der Bibel besser auskenne als mein j\u00fcdischer Freund, wenn ich einem orthodoxen Juden das Evangelium weitersage.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich wei\u00df noch, wie ich vor einigen Jahren in den Niederlanden f\u00fcr ein paar Stunden eine gl\u00e4ubige Familie besuchte, die T\u00fcr an T\u00fcr mit einem israelischen jungen Mann wohnte. Er lebte bereits seit sechs Jahren bei ihnen und sie hatten noch nie \u00fcber ihren Glauben oder den Messias gesprochen, aus Angst, keine ad\u00e4quaten Antworten auf seine Fragen parat zu haben. In den zwei Stunden, in denen ich bei ihnen war, hatten wir ein sehr tiefes Gespr\u00e4ch und wir erkl\u00e4rten ihm ganz klar das Evangelium vom Messias. Zweifellos schenkt Gott auch besondere Gelegenheiten, doch dieser Israeli wurde ganze sechs Jahre lang der Gelegenheit beraubt von den Menschen, mit denen er unmittelbar zusammenlebte, etwas \u00fcber den Messias zu erfahren, einfach weil sie nicht den Mut hatten, ihm das Evangelium zu verk\u00fcndigen. Ich verurteile diese Familie keineswegs, ich habe sogar gro\u00dfes Verst\u00e4ndnis daf\u00fcr, wenn Leute sich scheuen oder daf\u00fcr sch\u00e4men, das Evangelium an Israelis oder Juden weiterzugeben. Jedoch ist der zweite Teil des Verses eine Steigerung des ersten: Alle, die das Evangelium h\u00f6ren, sollen ewiges Leben und somit Errettung empfangen!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich denke, die effektivste Art und Weise das Evangelium weiterzugeben, egal ob an Juden oder Nicht-Juden, funktioniert sowieso nur \u00fcber unseren Lebensstil, unseren Lebenswandel und unser t\u00e4gliches Verhalten. Das ist letztendlich ein Spiegel f\u00fcr unsere Umwelt. Wenn jemand unser Leben beobachtet, kann er oder sie den Messias durch uns erkennen. Nichtsdestotrotz sollten wir uns nicht scheuen oder sch\u00e4men, das Evangelium auch weiterzugeben, die n\u00f6tige Kraft dazu bekommen wir direkt von unserem Messias Jesus. Bei alledem denke ich nicht, dass wir perfekt sein m\u00fcssen, einfach deshalb, weil wir es sowieso nicht sind. Ja, wir sind rein von der S\u00fcnde, in Gottes Augen heilig, aber perfekt \u2026 noch nicht. Der Prozess der Vervollkommnung ist ein lebenslanger. Gibt es eine perfekte Gemeinde? Wahrscheinlich nicht. Gab es in der Bibel einen perfekten K\u00f6nig? Auch nicht \u2026 Gibt es einen perfekten Politiker? Schon zweimal nicht. Der Einzige, der immer schon perfekt war und ist, ist Jesus, der Messias. Nach seinen Ma\u00dfst\u00e4ben sollen wir uns ausrichten und leben und wenn wir fallen, \u00e4rgerlich werden oder uns aufregen, k\u00f6nnen wir immer wieder um Vergebung bitten. Das existentiell Wichtigste, das wir an andere weitergeben k\u00f6nnen, n\u00e4mlich Menschlichkeit, Freundlichkeit und Erbarmen, wird ihre Herzen empf\u00e4nglich machen. Auch wenn wir keine Dozenten oder Pastoren sind und nicht auf alles eine Antwort wissen, k\u00f6nnen wir doch die L\u00f6sung weitergeben. Wir sollten uns der Herausforderung stellen mit dem Gegen\u00fcber nach Antworten zu suchen und uns nicht abschrecken lassen, wenn wir mit Leuten zu tun bekommen, die mit ihrem Auftreten und ihrer Argumentation nicht ganz in unser Schema passen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zusammenfassend denke ich, dass Juden ein Recht darauf haben, das Evangelium zu erfahren. Wir, die wir an Jesus Christus glauben, sollten das durch unser Leben bezeugen, nicht nur mit Worten, sondern auch mit Taten. Wenn Fragen auftauchen, gibt es daf\u00fcr immer auch Antworten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Quelle: Philippus Dienst, Philippus News Ausgabe 2\/2022<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>www.philippus-dienst.de<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Moti Vaknin &#8222;Denn ich sch\u00e4me mich des Evangeliums nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die selig macht alle, die glauben, die Juden zuerst und ebenso die Griechen.&#8220; (R\u00f6m 1,16) Vers 16 im R\u00f6merbrief Kapitel 1 kann in zwei Abschnitte unterteilt werden. 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