{"id":19355,"date":"2022-11-12T12:28:05","date_gmt":"2022-11-12T11:28:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=19355"},"modified":"2022-11-12T12:28:05","modified_gmt":"2022-11-12T11:28:05","slug":"die-moderne-jesusforschung-und-die-folgen-fuer-die-kirche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=19355","title":{"rendered":"Die moderne Jesusforschung und die Folgen f\u00fcr die Kirche"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Schon 1957 hat der Neutestamentler G\u00fcnther Bornkamm auf dem Kirchentag in Essen einen Vortrag zum Thema \u201eGotteswort und Menschenwort im Neuen Testament\u201c gehalten, in dem er die Fragen aufnahm, die Bibelleser und Theologen besch\u00e4ftigen: \u201eWas ist in der Bibel Gotteswort und was ist nur Menschenwort? Was ist ewig, verbindlich und g\u00fcltig, und was geht uns als vergangenes Menschenwort nichts mehr an? Wo f\u00e4ngt das eine an und h\u00f6rt das andere auf? Was muss man glauben, und was darf man getrost als \u00fcberholt und vergangen preisgeben?\u201c In der neueren theologischen Forschung haben diese Fragen zu dramatischen Auseinandersetzungen um die historische Bibelkritik gef\u00fchrt. Um die gegenw\u00e4rtige Diskussion, die ja auf allen kirchlichen Ebenen gef\u00fchrt wird, zu verstehen, m\u00fcssen wir uns ein wenig mit der modernen Jesusforschung besch\u00e4ftigen.<!--more--><\/p>\n<p><strong>I. Ergebnisse der modernen Jesusforschung<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der theologischen Forschung spricht man inzwischen von der dritten Suche nach dem historischen Jesus. Da sich die Forschung in den letzten Jahren von Europa nach Nordamerika verlagert hat, hei\u00dft der Fachausdruck &#8218;the third quest&#8216;. Die erste Suche begann im 18. Jahrhundert, als Theologen anfingen, hinter dem &#8218;biblischen Christus&#8216; den &#8218;historischen Jesus&#8216; zu suchen. Die zweite Suche ist durch Namen wie Rudolf Bultmann und Ernst K\u00e4semann gekennzeichnet. F\u00fcr uns wichtig und aufschlussreich ist die dritte Suche, die gegenw\u00e4rtig, wie schon gesagt, vor allem von Nordamerika ausgeht, aber inzwischen auch in unsere Hochschulen Eingang gefunden hat. Was sich da zusammenbraut, ist be\u00e4ngsti\u00adgend. Einer der deutschen Vertreter der neuen Bibelkritik ist Klaus-Peter J\u00f6rns. In seinem Buch &#8218;Notwendige Abschiede&#8216; schreibt er: \u201eInzwischen kommen wir nicht mehr an der Einsicht vorbei, dass viele Glaubensvorstellungen unglaubw\u00fcrdig geworden sind, obwohl sie sich aus der Bibel herleiten lassen (S.13). \u2026Vor allem aber verlangt die Situation, dass das Christentum sich selbst als Religion wie jede andere sehen lernt\u201c (S.15). Das hat Konsequenzen. U. a. seien im Verst\u00e4ndnis des Jesus von Nazareth eingreifende Revisionen \u00fcberf\u00e4llig, meint Matthias Kroeger in seinem Buch &#8218;Der f\u00e4llige Ruck in den K\u00f6pfen der Kirche&#8216;. \u201eDas &#8218;Christus alleine&#8216;, das &#8217;solus Christus&#8216; ist nicht nur sozial unakzeptabel geworden, es ist vielmehr vor allem religi\u00f6s und theologisch unwahr geworden und muss daher aufgegeben werden. Dies hat die Theologie m. E. zu begreifen und durchzuf\u00fchren\u201c (S. 134\/135).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Damit sind wir mitten in der &#8218;third quest&#8216;. Ein typischer Vertreter der dritten Suche ist das sog. Jesus-Seminar. Im Folgenden beziehe ich mich auf die Darstellung von Wolfgang Stegemann in seinem Buch &#8218;Jesus und seine Zeit&#8216; (2010). Das Jesus\u00ad-Seminar wurde 1979 in Nordamerika gegr\u00fcndet und besteht aus etwa 50 Neutestamentlern. Die Gruppe traf sich zwei Mal j\u00e4hrlich, tauschte dazwischen schriftlich ihre Forschungsergebnisse aus, um am Ende \u00fcber die Frage der historischen Authentizit\u00e4t der Worte und Taten Jesu, wie sie uns in den Evangelien berichtet werden, abzustimmen. U.a. hat das Jesus-Seminar sich daf\u00fcr entschieden, alle Worte Jesu am Kreuz f\u00fcr nachtr\u00e4gliche Deutungen zu halten, da sie sich meistens auf alttestamentliche Texte zur\u00fcckf\u00fchren lassen. Die Gruppe h\u00e4lt in den von ihr so genannten f\u00fcnf Evangelien (Mt, Mk, Lk, Joh und zus\u00e4tzlich das Thomasevangelium) nur 18% aller Jesus zugeschriebenen Ausspr\u00fcche f\u00fcr authentisch (S. 119). Dabei hat sie das Johannesevangelium v\u00f6llig ausgeschieden. Im Markusevangelium findet das Jesus-Seminar nur einen Satz, der f\u00fcr jesuanisch gehalten wird, n\u00e4mlich Mk 12,17: \u201eGebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist.\u201c Von den 39 Gleichnissen, die in den Evangelien Jesus zugeschrieben werden, halten die Mitglieder des Jesus-Seminars nur 5 f\u00fcr authentisch. Wie nicht anders zu erwarten, sind, nach Meinung der Gruppe, auch alle Geburtsgeschichten Jesu erfunden \u2013 mit Ausnahme des Namens der Mutter Jesu: Maria! Folgerichtig wird dann auch keine der Wundergeschichten als authentisch angesehen. Ebenso werden der Einzug Jesu in Jerusalem und alle Beschreibungen des Prozesses Jesu als nicht authentisch verstanden. So wundert es nicht, dass auch die Auferstehungsgeschichten unter diese Beurteilung eingeordnet werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die so auf die Spitze getriebene historische Bibelkritik sorgte in der amerikanischen \u00d6ffentlichkeit verst\u00e4ndlicherweise f\u00fcr gro\u00dfe Aufregung, fand aber in der Folgezeit auch in Europa Eingang in die theologische Forschung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Man sucht jetzt nach dem \u201eMann aus Nazareth, der auf den H\u00fcgeln Galil\u00e4as wanderte, weil man den Gottessohn der Evangelien, der \u00fcber den galil\u00e4ischen See wandelte, verloren hat und beide nicht mehr zusammenbringt\u201c (S. 397). Es geht um die sog. &#8218;Zweinaturenlehre&#8216;, wie sie im Konzil von Chalcedon 451 festgelegt wurde, wonach Christus zugleich wahrer Mensch und wahrer Gott ist. Ein Gedanke, der mit den heutigen Standards von Wissenschaftlichkeit und Rationalit\u00e4t unvereinbar erscheint. Die radikalste Konsequenz daraus zieht der amerikanische Neutestamentler und Mitbegr\u00fcnder des oben genannten Jesus\u00ad-Seminars Robert W. Funk, wenn er in seinen 21 programmatischen Thesen schreibt: \u201eWir sollten Jesus degradieren. Es ist nicht l\u00e4nger glaubw\u00fcrdig, Jesus als g\u00f6ttlich zu denken. &#8230;Ein Jesus, der aus dem Himmel herabkommt, einige magische Handlungen vollzieht, um die Menschen von der Macht der S\u00fcnde zu befreien, der von den Toten aufersteht und in den Himmel zur\u00fcckkehrt, ist nicht l\u00e4nger glaubw\u00fcrdig. Ebenso unglaubw\u00fcrdig ist die Vorstellung, dass er am Ende der Zeit zur\u00fcckkehren und \u00fcber die Welt zu Gericht sitzen wird\u201c (S.400). Ein weiterer Vertreter dieser theologischen Richtung ist der Frankfurter Neutestamentler Werner Zager. F\u00fcr ihn sind \u201es\u00e4mtliche christologische Aussagen des Credos \u2013 angefangen bei der Pr\u00e4existenz und Jungfrauengeburt \u00fcber S\u00fchnetod am Kreuz und leibliche Auferstehung, bis hin zum Kommen Jesu zum Weltgericht \u2013 nicht mehr vertretbar\u201c (S.402).<\/p>\n<p><strong>II. Was bleibt f\u00fcr die Predigt?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nicht mehr vertretbar, nicht l\u00e4nger glaubw\u00fcrdig, unauthentisch, nicht mehr zu halten \u2013 die so \u00fcber viele biblische Erz\u00e4hlungen und dogmatische Glaubens\u00adwahrheiten urteilen, sind nicht Atheisten und Kirchengegner, sondern Theologen, die Lehrst\u00fchle an Universit\u00e4ten und theologischen Hochschulen innehaben. Die Frage dr\u00e4ngt sich auf, wie sie \u00fcberhaupt noch mit biblischen Texten arbeiten, sie zum Inhalt und zur Grundlage ihres Berufes machen k\u00f6nnen. Wie z. B. Prof. Dr. theol. Klaus-Peter J\u00f6rns, der nach zehnj\u00e4hriger T\u00e4tigkeit als Gemeindepfarrer und anschlie\u00dfender T\u00e4tigkeit als Professor am Predigerseminar in Herborn von 1981 \u2013 1999 Professor f\u00fcr Praktische Theologie in Berlin lehrte. Er schreibt in seinem Buch \u201aNotwendige Abschiede\u2018: \u201eDas \u201aleere Grab\u2018 ist also die erz\u00e4hlerische und literarische Konsequenz aus der Vorstellung von der Himmelfahrt Jesu Christi, aber keine physikalische Realit\u00e4t gewesen\u201c (S. 134). Oder Professor Dr. Matthias Kroeger, der Kirchen- und Theologiegeschichte an der Universit\u00e4t Hamburg lehrte. Er schreibt in seinem Buch \u201aDer f\u00e4llige Ruck in den K\u00f6pfen der Kirche\u2018: \u201eNicht alle G\u00f6tter, die unter dem \u201aEinen\u2018 Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs sind, m\u00fcssen G\u00f6tzen sein; sie k\u00f6nnen auch andere Namen und Gestalten desselben Einen G\u00f6ttlichen darstellen: Allah, Lord Shiva, das Dao\u201c (S. 137). Wer die Bibel durch die Brille der Aufkl\u00e4rung und nach heutigen Standards von Wissenschaftlichkeit und Rationalit\u00e4t liest, der findet in ihr ein Sammelsurium unterschiedlichster Schriften mit teils historischem, teils mythischem Hintergrund und kann daran gehen, unter Zuhilfenahme einschl\u00e4giger Methoden und Modelle aus anderen Fachgebieten \u201eein glaubw\u00fcrdiges\u201c Jesusbild zu entwerfen. Das Ergebnis ist in der Regel ein von allen wunderhaften und daher \u201eunauthen\u00adtischen\u201c Attributen gereinigter\u2018 historischer Jesus, der weder auferstanden noch gegenw\u00e4rtig ist und deswegen auch niemandem etwas n\u00fctzt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn die Studenten dieser Professoren sp\u00e4ter eine Pfarrstelle \u00fcbernehmen \u2013 was sollen sie predigen? Dass die Auferstehung ein Mythos ist und das Grab gar nicht leer war? Dass die meisten Herrenworte \u2013 auch die Gleichnisse \u2013 Gemeinde\u00adbildung sind und nicht von Jesus stammen? Viele weichen dann aus, engagieren sich f\u00fcr Klimagerechtigkeit und Umweltbewusstsein, f\u00fcr sparsamen Umgang mit den Rohstoffen der Erde und Artenschutz. Die Folgen sind katastrophal. Z. Zt. erleben wir die gr\u00f6\u00dfte Austrittswelle aus den christlichen Kirchen. Die Ursachen f\u00fcr diese Entwicklung sind unterschiedlich. Ein wichtiger Grund ist sicher, dass in vielen Predigten nicht das Evangelium verk\u00fcndigt wird, sondern Gedanken dar\u00fcber, wie man die Welt verbessern k\u00f6nnte und sollte. Wie es z. B. Margot K\u00e4\u00dfmann in ihrem Buch \u201amehr als ja und amen doch, wir k\u00f6nnen die Welt verbessern\u2018 ausf\u00fchrt.<\/p>\n<p><strong>III. Das Wagnis des Glaubens<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr uns bleibt die Frage: Wie soll man nun die Bibel lesen? Wie finden wir das heraus, was noch g\u00fcltig ist? Gilt \u00fcberhaupt noch etwas so, wie es dasteht? Im Jesusseminar hat man dann abgestimmt. Die Mehrheit entschied, was wahr ist und was nicht. Das kann aber doch wohl nicht die L\u00f6sung sein, dass die Wahrheit eine Frage der Mehrheit ist. Wenn Jesus sagt: <em>\u201eIch bin der Weg und die Wahrheit und das Leben\u201c<\/em> (Joh 14,6), sollen wir dann dar\u00fcber abstimmen, ob er die Wahrheit sagt? Und ob er das \u00fcberhaupt gesagt hat?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es gibt \u2013 Gott sei Dank \u2013 noch eine andere M\u00f6glichkeit, das herauszufinden: Das Wagnis des Glaubens. Mit die Ersten die dieses Wagnis eingingen, waren die J\u00fcnger Jesu. Die Zweifel gibt es ja nicht erst seit der Aufkl\u00e4rung, wie uns das die moderne Theologie vermitteln m\u00f6chte. Die J\u00fcnger sind einem mittellosen Wanderprediger nachgefolgt und haben ihm geglaubt, dass er der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes ist (Mt 16,16; Joh 6,69). Sie lie\u00dfen sich durch die Pharis\u00e4er und Schriftgelehrten, die sich und ihnen beweisen wollten, dass dieser Mann aus Nazareth gar nicht der Messias sein kann, nicht von ihrem Glauben abbringen. F\u00fcr die J\u00fcnger blieb er der Christus, der von Gott Gesandte, wie f\u00fcr die vielen anderen, die an ihn glaubten und denen er geholfen hat: Der Hauptmann von Kapernaum (Mt 8,10), der Gel\u00e4hmte und seine Freunde (Mk 2,5) und die blutfl\u00fcssige Frau (Mt 9,22), die beiden Blinden (Mt 9,29), die kanaan\u00e4ische Frau (Mt 15,28) und viele andere. Sie trauten Jesus zu, dass er ihnen helfen konnte. Sie hatten von Jesus geh\u00f6rt und machten sich auf den Weg zu ihm oder sprachen ihn an, als er vorbeikam.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Situation hat sich im Grunde nicht ver\u00e4ndert: Auch wir haben von Jesus geh\u00f6rt und die Berichte der Evangelisten gelesen, wir wissen, was er gesagt und getan hat, wie er die M\u00fchseligen und Beladenen zu sich ruft (Mt 11,28), wir kennen seinen Auftrag: <em>\u201eIch bin gekommen, die S\u00fcnder zu rufen und nicht die Gerechten\u201c<\/em> (Mt 9,13) und seine Verhei\u00dfung <em>\u201eWo zwei oder drei<\/em> versammelt <em>sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen\u201c<\/em> (Mt 18,20). Und da gibt es auch bei uns wieder die &#8218;Schriftgelehrten&#8216;, die sich auskennen in den heiligen Schriften. Damals wie heute erwecken sie den Eindruck, mit ihrem theologischen Wissen auf der H\u00f6he der Zeit zu sein. Damals sprachen sie im Blick auf Jesus von Gottesl\u00e4sterung (Mt 26,65) und Volksverf\u00fchrung (Mt 27,63), heute vom \u201ef\u00e4lligen Ruck in den K\u00f6pfen der Kirche\u201c (M. Kroeger), von \u201enotwendigen Abschieden\u201c (K-P. J\u00f6rns) und von der \u201eDegradierung Jesu\u201c. Sie wollen den \u201ehistorischen Jesus\u201c vorf\u00fchren, so wie Pilatus damals den gefolterten Jesus vorf\u00fchrte: <em>\u201eSeht, welch ein Mensch!\u201c<\/em> (Joh 19,5). Dem gegen\u00fcber stand und steht das Zeugnis des Glaubens: Das Bekenntnis des r\u00f6mischen Hauptmanns unter dem Kreuz Jesu <em>\u201eWahrlich, dieser ist Gottes Sohn gewesen\u201c<\/em> (Mt 27,55) und des J\u00fcngers Thomas vor dem Auferstandenen <em>\u201eMein Herr und mein Gott\u201c<\/em> (Joh 20,28). Der Jesus, den wir aus dem neuen Testament kennen, hat den Menschen geholfen, die etwas von ihm erwartet haben. Damals sind sie ihm auf der Stra\u00dfe begegnet. Heute brauchen wir dazu die Heilige Schrift. Sie \u00f6ffnet sich denen, die sich aus ihrem Wort Trost und Hilfe erhoffen. Wer in dieser Absicht die Bibel aufschl\u00e4gt, der sucht nicht nach dem &#8218;historischen Jesus&#8216; hinter dem &#8218;biblischen Christus&#8216;, sondern er sucht Hilfe und Trost bei dem, der die Verfolgten seligpreist (Mt 5,10) und die M\u00fchseligen und Beladenen zu sich ruft (Mt 11,28). Er will den kennenlernen, der gekommen ist zu suchen und selig zu machen, was verloren ist (Lk 19,10) und der allein als von Gott Gesandter Worte des ewigen Lebens f\u00fcr uns hat (Joh 6,68). Wer so an die Heilige Schrift herangeht, der st\u00f6\u00dft sich nicht an \u00fcberholten Speisegeboten, denn er liest die Bibel mit der Hilfe des Heiligen Geistes, von dem Jesus sagt, dass er uns alles lehren und uns an alles erinnern wird, was er uns gesagt hat (Joh 14,26).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der Vorrede zum 1. Band der Wittenberger Ausgabe seiner Schriften gibt Martin Luther den Rat, wie wir die Heilige Schrift lesen sollen: \u201eKnie nieder in deinem K\u00e4mmerlein und bitte mit rechter Demut und Ernst zu Gott, dass er dir durch seinen lieben Sohn wolle seinen Heiligen Geist geben, der dich erleuchte, leite und Verstand gebe.\u201c Wer die Bibel liest, um die wirkliche, lebendige Begegnung mit Gott in seinem Wort zu finden, f\u00fcr den wird die Bibel \u2013 wie Martin Luther einmal sagt \u2013 \u201ezu einem Buch, das aller anderen B\u00fccher Weisheit zur Narrheit macht, weil keines vom ewigen Leben lehrt au\u00dfer diesem.\u201c Im Wort der Heiligen Schrift begegnet uns der Auferstandene nach seiner Verhei\u00dfung: <em>\u201eSiehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende\u201c<\/em> (Mt 28,20).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Quelle: Arbeitsgemeinschaft Lebendige Gemeinde M\u00fcnchen, Informationsbrief 2022-3<\/em><br \/>\n<em>www.lgm-info.de<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schon 1957 hat der Neutestamentler G\u00fcnther Bornkamm auf dem Kirchentag in Essen einen Vortrag zum Thema \u201eGotteswort und Menschenwort im Neuen Testament\u201c gehalten, in dem er die Fragen aufnahm, die Bibelleser und Theologen besch\u00e4ftigen: \u201eWas ist in der Bibel Gotteswort und was ist nur Menschenwort? 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