{"id":19348,"date":"2022-11-10T10:39:44","date_gmt":"2022-11-10T09:39:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=19348"},"modified":"2022-11-10T10:40:15","modified_gmt":"2022-11-10T09:40:15","slug":"pressemitteilung-zeit-fuer-eine-mehrkind-agenda-mehrkindfamilien-sind-leistungstraeger-der-gesellschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=19348","title":{"rendered":"Pressemitteilung: Zeit f\u00fcr eine Mehrkind-Agenda &#8211; Mehrkindfamilien sind Leistungstr\u00e4ger der Gesellschaft"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><em>M\u00f6nchengladbach, den 10.11.2022.<\/em> Die Forschungslage \u00fcber kinderreiche Familien ist \u00fcberschaubar. In Berechnungen und Statistiken werden sie zu wenig ber\u00fccksichtigt, auch wenn sich in den letzten zehn Jahren manches verbessert hat. Zu oft mangelt es an verwertbaren Daten. 2019 erschien die letzte wissenschaftliche Studie \u00fcber dieses Familienmodell. \u201eVor diesem Hintergrund freuen wir uns sehr dar\u00fcber, dass die Bertelsmann-Stiftung diese Daten erhoben und ausgewertet hat. Sie best\u00e4tigt unsere Erkenntnisse und L\u00f6sungsans\u00e4tze ohne Ausnahme,\u201c freut sich die Vorsitzende des Verbands kinderreicher Familien Deutschland, Dr. Elisabeth M\u00fcller. \u201eDie Berichte, Haltungen und Lebensleistungen dieser Familien wirken inspirierend und bereichern pers\u00f6nliche Lebensperspektiven.\u201c Gerade ein gutes Netzwerk und die M\u00f6glichkeit zu niederschwelligen Austausch \u00fcber famili\u00e4re Bedarfe ist eine wichtige Zugangsressource zu Information f\u00fcr Eltern. So wird der Verband immer wieder als wichtige Plattform f\u00fcr die Kommunikation von Information und die Vertretung von Interessen kinderreicher Familien vor allem gegen\u00fcber der Politik genannt.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die von Prof. Dr. Sabine Andresen (Goethe-Universit\u00e4t Frankfurt am Main) begleitete qualitative Studie gibt einen \u201elive-Einblick\u201c (S. 22) in den Alltag von Mehrkindfamilien \u2013 mit leisen und lauten T\u00f6nen, Gl\u00fccksmomenten und Freuden. Der Umgang mit Ressourcen sowie Herausforderungen und Belastungssituationen wird dabei nicht besch\u00f6nigt, sondern in Relation gesetzt. \u201eEntstanden sind Beobachtungen und Fakten, die unsere Wahrnehmung und Erfahrungen sowohl auf Verbands- als auch auf pers\u00f6nlicher Ebene abbilden. Dass unser Familienmodell bereichernd ist, wurde nun verschriftlicht\u201c, so M\u00fcller. \u201eDie ausf\u00fchrlichen Erz\u00e4hlungen und Einblicke in das Leben der Mehrkindfamilien sind f\u00fcr uns nicht \u00fcberraschend. Sie zeugen von einer gro\u00dfen Authentizit\u00e4t, hohem Verantwortungsbewusstsein und von ausgepr\u00e4gtem Reflektionsverm\u00f6gen kinderreicher Eltern.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eltern von drei und mehr Kindern bew\u00e4ltigen einen anspruchsvollen Alltag. Sie verzichten zugunsten ihrer Kinder auf Einkommen, eigene Karrieren und h\u00e4ufig auf eine ausreichende Altersvorsorge. Das verdient Anerkennung und Wertsch\u00e4tzung. Denn sie sind Leistungstr\u00e4ger:innen unserer Gesellschaft, auch indem sie einen gro\u00dfen Beitrag zum sozialstaatlichen Generationenvertrag beisteuern, hei\u00dft es in der Studie. Vor diesem Hintergrund darf das Lebensmodell \u201efamilie3plus\u201c nicht mehr argw\u00f6hnisch und stiefm\u00fctterlich betrachtet werden. M\u00fcller fordert deshalb: \u201eEs ist an der Zeit, Vorurteile und Stigmatisierungen gegen\u00fcber abzulegen. Was es braucht, ist eine passgenaue Familienpolitik, die Mehrkindfamilien in den Mittelpunkt der Gesellschaft r\u00fcckt und den hohen Wert der Care-Arbeit samt des reichen Schatzes an Erfahrungen und vielf\u00e4ltigen Ressourcen, die in kinderreichen Familien stecken, anerkennt. Hierf\u00fcr braucht es neben der notwendigen Wertsch\u00e4tzung auch finanzielle Unterst\u00fctzung, damit die Entscheidung f\u00fcr ein drittes oder weiteres Kind nicht zum Armutsrisiko wird, denn die Studie zeigt, dass dieses bei Mehrkindfamilien fast viermal so hoch ist wie bei Zweielternfamilien mit einem Kind. Vor diesem Hintergrund ist es besonders unverst\u00e4ndlich, dass die geplante Kindergelderh\u00f6hung zum 1.1.2023 nur das erste bis dritte Kind ber\u00fccksichtigt. Aus unserer Sicht ist eine deutliche Erh\u00f6hung des Kindergelds ab dem dritten Kind dringend notwendig.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mehrkindfamilien sind vielf\u00e4ltig. Ihre spezifischen Bedarfe sollten bei politischen Ma\u00dfnahmen ebenso wie in der Forschung und bei Datenerhebungen konsequent mitgedacht werden. Dies geschieht viel zu wenig. Musterberechnungen f\u00fcr Transferleistungen beispielsweise werden in der Regel nur f\u00fcr Eltern mit ein oder zwei Kindern erstellt. Mehrkindfamilien erfassen so nur schwer, was politische Entscheidungen f\u00fcr ihre zuk\u00fcnftige finanzielle Situation bedeuten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Verband dankt allen beteiligten Familien f\u00fcr ihre Bereitschaft und Offenheit, Einblicke in ihren Alltag zu gew\u00e4hren. Unser besonderer Dank gilt der Bertelsmann Stiftung und dem Forschungsteam um Frau Prof. Sabine Andresen. Sie verleihen mit ihrer Arbeit ca. 1,3 Millionen Familien mit drei und mehr Kindern, das entspricht fast sieben Millionen Menschen, in Deutschland eine Stimme.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Studie verleiht der Erziehungs- und Lebensleistung von Mehrkindm\u00fcttern- und -v\u00e4tern gro\u00dfen Respekt und Anerkennung; sie gibt ihnen eine Stimme. \u201eMit diesem R\u00fcckenwind und der Best\u00e4tigung unserer Arbeit w\u00fcnschen wir uns eine gr\u00f6\u00dfere politische R\u00fcckendeckung und Ressourcen, die den Verband als Anlaufstelle f\u00fcr Mehrkindfamilien sichtbarer machen. Wir werden auch in Zukunft unsere Zielgruppe bestm\u00f6glich beraten, unterst\u00fctzen und miteinander vernetzen\u201c, so die Vorsitzende. Diese Ver\u00f6ffentlichung tr\u00e4gt zur Sichtbarkeit dieses Familienmodells \u201eMehrkindfamilie\u201c erheblich bei.<\/p>\n<p>_________________<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u00dcber den Verband kinderreicher Familien Deutschland e.V.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Verband kinderreicher Familien Deutschland e.V. (KRFD) ist im Jahr 2011 aus der Initiative engagierter kinderreicher Familien entstanden; vertritt 1,3 Millionen Mehrkindfamilien in Deutschland und setzt sich in Politik, Wirtschaft und Medien f\u00fcr ihre Interessen ein. Der Verband versteht sich als Netzwerk von Familien mit drei und mehr Kindern, die sich untereinander unterst\u00fctzen und die \u00d6ffentlichkeit f\u00fcr ihre Anliegen erreichen wollen. Der Verband ist konfessionell ungebunden und \u00fcberparteilich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Kontakt<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dr. Laura Schlichting<br \/>\nReferentin des Bundesvorstandes<br \/>\nKorschenbroicher Str. 83<br \/>\n41065 M\u00f6nchengladbach<br \/>\n<a href=\"mailto:presse@kinderreiche-familien.de\">presse@kinderreiche-familien.de<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.kinderreichefamilien.de\/willkommen.html\">https:\/\/www.kinderreichefamilien.de\/willkommen.html<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>M\u00f6nchengladbach, den 10.11.2022. Die Forschungslage \u00fcber kinderreiche Familien ist \u00fcberschaubar. In Berechnungen und Statistiken werden sie zu wenig ber\u00fccksichtigt, auch wenn sich in den letzten zehn Jahren manches verbessert hat. 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