{"id":19315,"date":"2022-10-28T17:28:20","date_gmt":"2022-10-28T15:28:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=19315"},"modified":"2022-10-27T17:35:08","modified_gmt":"2022-10-27T15:35:08","slug":"predigt-ueber-2-samuel-91-13-mephiboseth-eine-alttestamentliche-reformationsgeschichte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=19315","title":{"rendered":"Predigt \u00fcber 2 Samuel 9,1-13: Mephiboseth: eine alttestamentliche Reformationsgeschichte"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Am Montag haben wir ja wieder den Reformationstag und werden uns dazu dann den Lutherfilm anschauen k\u00f6nnen. Was war denn bei Luther so besonders? Heute sagt man ja: Juden, Christen, Hottentott, glauben all an einen Gott. Was hat Luther denn wieder ganz neu herausgefunden? (Glauben allein, Christus allein, die Heilige Schrift allein, die Gnade allein) Heute soll es um einen dieser vier reformatorischen Gesichtspunkte gehen, die Luther wieder neu entdeckt hat.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>1 Und David sprach: Ist noch jemand \u00fcbrig geblieben von dem Hause Sauls, dass ich Barmherzigkeit an ihm tue um Jonatans willen? 2 Es war aber ein Knecht vom Hause Sauls, der hie\u00df Ziba; den riefen sie zu David. Und der K\u00f6nig sprach zu ihm: Bist du Ziba? Er sprach: Ja, dein Knecht. 3 Der K\u00f6nig sprach: Ist da noch jemand vom Hause Sauls, dass ich Gottes Barmherzigkeit an ihm tue? Ziba sprach zum K\u00f6nig: Es ist noch ein Sohn Jonatans da, lahm an den F\u00fc\u00dfen. 4 Der K\u00f6nig sprach zu ihm: Wo ist er? Ziba sprach zum K\u00f6nig: Siehe, er ist in Lo-Dabar im Hause Machirs, des Sohnes Ammi\u00ebls. 5 Da sandte der K\u00f6nig David hin und lie\u00df ihn holen von Lo-Dabar aus dem Hause Machirs, des Sohnes Ammi\u00ebls. 6 Als nun Mefi-Boschet, der Sohn Jonatans, des Sohnes Sauls, zu David kam, fiel er auf sein Angesicht und huldigte ihm. David aber sprach: Mefi-Boschet! Er sprach: Hier bin ich, dein Knecht. 7 David sprach zu ihm: F\u00fcrchte dich nicht, denn ich will Barmherzigkeit an dir tun um deines Vaters Jonatan willen und will dir das ganze Ackerland deines Vaters Saul zur\u00fcckgeben; du aber sollst t\u00e4glich an meinem Tisch essen. 8 Er aber fiel nieder und sprach: Wer bin ich, dein Knecht, dass du dich wendest zu einem toten Hund, wie ich es bin? 9 Da rief der K\u00f6nig den Ziba, den Knecht Sauls, und sprach zu ihm: Alles, was Saul geh\u00f6rt hat und seinem ganzen Hause, hab ich dem Sohn deines Herrn gegeben. 10 So bearbeite ihm nun seinen Acker, du und deine S\u00f6hne und deine Knechte, und bring die Ernte ein, damit es das Brot sei des Sohnes deines Herrn und er sich davon n\u00e4hre; aber Mefi-Boschet, der Sohn deines Herrn, soll t\u00e4glich an meinem Tisch essen. Ziba aber hatte f\u00fcnfzehn S\u00f6hne und zwanzig Knechte. 11 Und Ziba sprach zum K\u00f6nig: Ganz so, wie mein Herr, der K\u00f6nig, seinem Knechte gebietet, wird dein Knecht tun. Und Mefi-Boschet, sprach David, esse an meinem Tisch wie einer der K\u00f6nigss\u00f6hne. 12 Und Mefi-Boschet hatte einen kleinen Sohn, der hie\u00df Micha. Und alle, die im Hause Zibas wohnten, dienten Mefi-Boschet. 13 Mefi-Boschet aber wohnte in Jerusalem, denn er a\u00df t\u00e4glich an des K\u00f6nigs Tisch. Und er war lahm an seinen beiden F\u00fc\u00dfen. (<\/em>2. Samuel 9,1-13)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">David war auf dem H\u00f6henpunkt seines Lebens, keine Verfolgung mehr durch Saul, keine Ablehnung, unwidersprochen K\u00f6nig \u00fcber das ganze Volk. Da wollte er Gott auf diese Weise seinen Dank bezeugen und es \u00fcberkam ihn ein Gedanke: \u201eIch m\u00f6chte wissen, ob irgendeiner aus dem Hause Sauls noch lebt. Ich m\u00f6chte ihm Barmherzigkeit erweisen.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Seinem Freund Jonathan hatte David versprochen, seinen Nachkommen gn\u00e4dig zu sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">An dieser Geschichte aus dem AT soll uns die Gnade Gottes an seinem Volk dargestellt werden. An Davids Barmherzigkeit gegen\u00fcber Mephiboseth, sollen wir Gottes gn\u00e4diges Verhalten uns gegen\u00fcber besser verstehen lernen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zur Vorgeschichte: Mephiboseth wird in 2. Sam. 4,4 als f\u00fcnfj\u00e4hriges Kind erw\u00e4hnt. Als die Nachricht, von Sauls und Jonathans Tod bekannt wurde, war die Amme des Kindes entsetzt. Sie nahm Mephiboseth auf die Arme und rannte um ihr Leben, dabei lie\u00df sie das Kind fallen. Mephiboseth war sein Leben lang an den F\u00fc\u00dfen gel\u00e4hmt. Aber, man fragt sich, warum dieses Entsetzen und diese Eile? Ganz einfach:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u008cNach dem Tode Sauls und Jonathans, war Mephiboseth als Sohn Erbe des Throns. Jeder wusste, dass Gott David zum K\u00f6nig erw\u00e4hlt hatte. Sicherlich w\u00fcrde David, wenn er den Thron besteigen w\u00fcrde, zuerst jeden m\u00f6glichen Rivalen vernichten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u008dDie Amme erinnerte sich, wie gemein Saul David behandelt hatte. So war sie sicher, dass David sich, an jedem Glied der Familie Sauls, r\u00e4chen w\u00fcrde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mephiboseth ist hier nun erwachsen. Er setzt alles dran, David aus dem Wege zu gehen. Obwohl erwachsen, erf\u00fcllte ihn eine tief Angst und Ablehnung gegen\u00fcber dem K\u00f6nig David. Dies alles stand seinem eigenen Anspruch auf den Thron im Wege.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1. Die verpasste Gnade.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In 3 einfachen Worten m\u00f6chte ich den Zustand Mephiboseths beschreiben:<\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\">\n<li>Er war fern vom K\u00f6nig. Seine Heimat war Lode-Bar. Lode-bar bedeutet \u201eVerlassenes, trostloses Land, einsam, w\u00fcst und leer.\u201c Das Rienicker-Lexikon \u00fcbersetzt den Namen mit \u201eohne Worte.\u201c Der Enkel Sauls wurde dort einfach vergessen.<\/li>\n<li>Auf der Flucht fiel der F\u00fcnfj\u00e4hrige hin, verletzte sich schwer und blieb gel\u00e4hmt. Mephiboseth war also k\u00f6rperlich behindert. Seine Behinderung disqualifizierte ihn f\u00fcr den Tempeldienst, den Umgang mit Gott.<\/li>\n<li>Sein Name Mephiboseth hie\u00df: aus dem Mund kommt Schande. Eine nicht gerade r\u00fchmlicher Name.<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein lahmer Mann, vergessen und unw\u00fcrdig, in einem hoffnungslosen Land. So lebte Mephiboseth.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das ist auch der Zustand eines Herzens, das ohne Gott lebt. Man lebt, fern von Gott, weit weg, in der Fremde. Wir empfinden, es doch am sichersten, an Gott vorbeizusteuern und ihm nicht zu nahe zu kommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wodurch kommt das? Die Bibel sagt, dass \u201edurch eines Menschen Ungehorsam viele zu S\u00fcndern geworden sind\u201c (R\u00f6m. 5,19). Seit unserer Kindheit kennen wir das Gef\u00fchl, der Ewigkeit fremd zu sein, das Empfinden des Abstandes, der Trennung von Gott. Da ist eine Kluft zwischen Gott und uns. Wir sind weit ab von Gott, wir haben Angst vor Gott.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie Mephiboseth lahm war an seinen beiden F\u00fc\u00dfen, so ist auch der Mensch kraftlos, hilflos in seinem gel\u00e4hmten, verlorenen Zustand. Durch die Schuld eines anderen ist dies Verderben auf uns gekommen, wir haben es ererbt. Wir entstammen einem s\u00fcndigen Geschlecht. Wir sind geboren unter dem Gesetz der S\u00fcnde und des Todes (R\u00f6m. 8,2) und wir sind unf\u00e4hig, uns selbst zu befreien aus diesem Elend. Ach wie klang das damals verlockend an Evas Ohren: Ihr k\u00f6nnt sein wie Gott! Das ICH auf dem Thron! Und beide: Adam und Eva, sind ungehorsam geworden, ihrem Wesen und Willen nach Gott-los. Die H\u00f6lle wird einmal nichts anderes sein, als dass wir Gott los sind. Jetzt k\u00f6nnen wir Gott los sein, dann m\u00fcssen wir es in der H\u00f6lle, das ist entsetzlich! Wir haben damit das Ebenbild Gottes zum Zerrbild gemacht. Die Rebellion des Menschen gegen Gott bedeutet ewige Trennung von Gott!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gott ist absolut vollkommen, gerecht und heilig. Darum k\u00f6nnen wir ihm so wie wir sind, nicht begegnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und doch machen wir uns auf, diesen Gott zu suchen, das zerst\u00f6rte Verh\u00e4ltnis irgend wie zu reparieren. Einige Beispiele:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Jahre 1486 wurde in Mexiko ein gro\u00dfer G\u00f6tzentempel eingeweiht. Zu diesem Fest wurden 70.000 Menschen geopfert. Das ist historisch belegt. Das Herz wurde ihnen bei lebendigem Leib herausgerissen. So wollte man den Graben zwischen Gott und den Menschen \u00fcberbr\u00fccken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Luther hat versucht im Kloster ganz besonders sein Leben in den Griff zu bekommen um damit Gott zu gefallen. 8 x t\u00e4glich Gebet und Lobgesang, ganz strenges Leben. Sein Beichtvater v. Staupitz sagte Luther einmal, dass es blo\u00df eingebildete S\u00fcnden seien und er solle \u201enicht mit solchem Humpelwerk und Puppens\u00fcnden\u201c umgehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jetzt kommt F\u00fcrchtenix, der sagt: \u201eIch habe mir doch nichts vorzuwerfen! Da will ich doch vor Gott stramm stehen. Was ich nicht alles vorzuweisen habe: Kirchensteuerbescheid, Spendenquittungen, Taufbescheinigung, Konfirmationsurkunde! Ein anst\u00e4ndiges Leben. Das muss doch reichen oder?\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was ist das f\u00fcr eine ma\u00dflose Selbst\u00fcbersch\u00e4tzung, wenn man nur auf die eigene Kraft vertraut. Das sind alles Sackgassen. Als wenn wir Gott zum Schuldner machen k\u00f6nnten. Es muss hei\u00dfen: \u201eIch habe ges\u00fcndigt und darum f\u00fcrchte ich mich vor Gott.\u201c Ich habe ges\u00fcndigt, wir alle haben ges\u00fcndigt. Es ist auch nicht die Frage, ob du tief gefallen bist, ob du lahm bist, oder ob du in einem verlassenen Land dich befindest. Du bist ein armer, verlorener S\u00fcnder und kannst dich vor Gott nicht verbergen. Du k\u00f6nntest es keine Minute in der Gegenwart Gottes aushalten, weil alles in dir verdorben und Gott-los ist. Luther sagt \u00fcber sich selber: \u201eIch bin in alter dreckiger Madensack.\u201c Da ist nichts Gutes an uns. Dieser Wahrheit \u00fcber uns m\u00fcssen wir uns stellen! In Ps. 14,3 hei\u00dft es: \u201eAber sie sind alle abgewichen und allesamt verdorben; da ist keiner, der Gutes tut, auch nicht einer.\u201c Den Himmel kann man sich nicht verdienen!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eHerr wenn du wolltest mit mir ins Gericht gehen, ich k\u00f6nnte dir auf Tausend nicht Eins antworten!\u201c (Seiltrick https:\/\/www.dailymotion.com\/video\/x2ta12v)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2. Die rettende Gnade.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gott macht immer den Anfang, um den Segen in unser Leben zu bringen. Nicht wir machen den ersten Schritt, dazu sind wir nicht f\u00e4hig. Es ist Gott, der das Gespr\u00e4ch mit uns er\u00f6ffnet. Es ist Gott, der in seiner Gnade zu uns herabsteigt, der kommt, um unsere Not zu beseitigen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vom italienischen K\u00f6nig Umberto I. (1844 bis 1900) wird eine interessante Begebenheit erz\u00e4hlt. Sein Justizminister legte dem K\u00f6nig eines Tages das Gnadengesuch eines Mannes vor, der zu einer mehrj\u00e4hrigen Gef\u00e4ngnisstrafe verurteilt war. Dieser Mann bat, ihm den Rest seiner Strafe zu erlassen. Der Justizminister allerdings sah den Antrag als unbegr\u00fcndet und schrieb unter das Gesuch: \u201eGnade unm\u00f6glich, im Gef\u00e4ngnis zu belassen!\u201d<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dann brachte er das Gnadengesuch zu K\u00f6nig Umberto zur Unterschrift. Der K\u00f6nig studierte das Bittgesuch. Dann griff er zur Feder und verschob in der Anmerkung seines Ministers das Komma um ein Wort nach vorne. Damit lautete der Satz: Gnade, unm\u00f6glich im Gef\u00e4ngnis zu belassen!\u201d<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unter diesen leicht ver\u00e4nderten Vermerk setzte der K\u00f6nig dann sein \u201eGenehmigt.\u201c Damit war der Verurteilte begnadigt und frei.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gott ist im Kommaverr\u00fcckungsgesch\u00e4ft. Ein barmherziger und gn\u00e4diger Gott, der uns v\u00f6llig unverdient \u00fcberreich beschenkt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber wir wollen der Reihe nach vorgehen:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Beachten wir, wie das Kapitel beginnt. Was tat David im Augenblick seines Triumphs? Er fragte: \u201eIst auch jemand \u00fcbriggeblieben von dem Hause Sauls?\u201c Wozu? \u201eDamit ich mich an ihm r\u00e4che?\u201c Nein! \u201eDamit ich meine Verfolgung durch Saul vergelte und jeden m\u00f6glichen Rivalen ausrotte?\u201c Nein! Sondern \u201edamit ich Barmherzigkeit an ihm tue um Jonathans willen!\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Warum sucht David Mephiboseth? Weil David es Jonathan versprochen hatte seinem Haus auch nach seinem Tod Barmherzigkeit zu erweisen. Der Bund mit Jonathan war der einzige Grund f\u00fcr die Barmherzigkeit an Mephiboseth. David h\u00e4lt sich an sein Versprechen.\u00a0 \u201eIst einer aus dem Hause Sauls \u00fcbrig, damit ich Barmherzigkeit an ihm tue?\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">David fand einen Knecht Sauls namens Ziba, der ihm von Mephiboseth berichtete. Sofort sandte David dorthin, in das Land Lo-Dabar, \u201edas unfruchtbare Land,\u201c der Ort der Verlassenheit und des Elends. Dort lebte Mephiboseth. Er wusste, dass er menschlich gesehen nur den Tod erwarten kann. Deshalb f\u00fcrchtete er sich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dann trat er vor den K\u00f6nig. Er nannte sich einen \u201eKnecht\u201c und einen \u201etoten Hund\u201d: In der Bibel ist der Hund ein Bild f\u00fcr Unreinheit. Das war sein wahrer Zustand.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und dann sprach David mit Mephiboseth: \u201eF\u00fcrchte dich nicht, denn ich will Barmherzigkeit an dir tun um deines Vaters Jonathan willen und will dir den ganzen Besitz deines Vaters Saul zur\u00fcckgeben; du aber sollst t\u00e4glich an meinem Tisch essen\u201c (9,7).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sind wir uns eigentlich bewusst, aus welchem Elend heraus Gott uns zu sich berufen hat? Aus dem Machtbereich des Teufels, beherrscht von unseren L\u00fcsten und mit einem Lebenswandel, der nur Gottes gerechten Zorn nach sich ziehen kann! (Eph. 2,1-6)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber da ist ein Gott, der uns trotzdem sucht, der uns findet, der das Komma verr\u00fcckt:\u00a0 von \u201eGnade unm\u00f6glich, im Gef\u00e4ngnis lassen\u201c zu \u201eGnade, unm\u00f6glich im Gef\u00e4ngnis lassen.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nur die Gnade kann einen solchen Zustand beheben. Gott ist nicht gegen uns. Er hat uns \u00fcber alle Zweifel hinaus seine Liebe erwiesen, da \u201eChristus f\u00fcr uns gestorben ist, als wir noch S\u00fcnder waren\u201c (R\u00f6m. 5,8). \u201eIst Gott f\u00fcr uns, wer mag wider uns sein? Welcher auch seines eigenen Sohnes nicht hat verschont, sondern hat ihn f\u00fcr uns alle dahingegeben; wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken?\u201c (R\u00f6m. 8,31.32).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gott muss nicht mit uns vers\u00f6hnt werden, wir m\u00fcssen mit Gott vers\u00f6hnt werden. Die Erl\u00f6sung ist um unserer S\u00fcnde willen geschehen, und der Abstand zwischen uns und Gott wurde am Kreuz aufgehoben. Es stimmt, dass wir fern von Gott und ohne Ber\u00fchrung mit ihm sind, wenn wir in diese Welt kommen. Aber der Abgrund wurde auf Golgatha \u00fcberbr\u00fcckt, \u201edenn Gott vers\u00f6hnte in Christus die Welt mit ihm selber und rechnete ihnen ihre S\u00fcnden nicht zu . . . Er hat den, der von keiner S\u00fcnde wusste f\u00fcr uns zur S\u00fcnde gemacht, damit wir durch ihn gerettet werden\u201c (2. Kor. 5,19.21).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wo nehmen wir es denn das neue Kleid her, mit welchem wir vor den lebendigen Gott ohne Zittern hintreten d\u00fcrfen? Es ist ein fremdes Kleid; denn von Natur tragen wir Adams Kleid, und das taugt nicht f\u00fcr den Himmel. Das fremde Kleid der vollg\u00fcltigen Gerechtigkeit, mit der wir allein vor Gott treten k\u00f6nnen, das hat der andere Adam uns bereitet. Fragst du: Wo? Schau dort zum \u00d6lberg und dann zum Kreuz nach Golgatha. Dort liegt Jesus auf seinen Knien, die Seele betr\u00fcbt ist bis in den Tod, dort ringt er mit dem Tode und schwitzt Blut. Jesus musst du ins Auge fassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jesus, der am Kreuze hing zwischen zwei \u00dcbelt\u00e4tern, nackt und blo\u00df. Den Mann mit der Dornenkrone, mit den f\u00fcnf Wunden an H\u00e4nden und F\u00fc\u00dfen und in der Seite, den Mann, der da schreit: \u201eMein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?\u201c \u2013 Jesus musst du ins Auge fassen. Dort am Kreuz hat er uns armen, elenden, verlorenen und verfluchten S\u00fcndern das Kleid erworben, in seiner blutigen Arbeit, in welchem wir allein vor dem Vater erscheinen k\u00f6nnen. Denn, \u201ewie durch eines Menschen Ungehorsam viele S\u00fcnder geworden sind, so werden auch durch eines Gehorsam viele gerecht.\u201c Der Herr Jesus Christus hat sich \u00fcber uns erbarmt, der Herr Jesus Christus ist an unserer statt dem Vater gehorsam geworden bist zum Tode am Kreuz. \u2013 O Wunder der Gnade! Der Vater selbst schenkt jedem, wenn wir an den Herrn Jesus glauben, das ewige Leben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das erste ist die Annahme. \u201eGott fragt dich heute: \u201eGibt es solche Leute, denen ich meine Barmherzigkeit erweisen kann um Jesu willen? Ich habe mit meinem Sohn einen Bund gemacht, dieser Bund ist mit Jesu Blut besiegelt und reicht f\u00fcr alle Menschen. Gibt es jemanden, dem ich meine Barmherzigkeit erweisen kann um Jesu willen?\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ja, \u201edenn wenn wir mit Gott vers\u00f6hnt sind durch den Tod seines Sohnes, als wir noch Feinde waren, um wie viel mehr werden wir gerettet werden durch sein Leben\u201c (R\u00f6m. 5,10). \u201eGibt es irgendeinen, dem ich meine Barmherzigkeit erweisen kann, obwohl er mich so behandelt hat?\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie vermag er das? Er vermag es um Jesu willen! Jeder, der sich Jesus anvertraut darf das wissen, die Schuld ist bezahlt, weil Jesus mit seinem Blut diese Schuldpreis bezahlt hat. Deswegen ruft er uns heute auch noch zu: \u201eGibt es irgendeinen, dem ich meine Barmherzigkeit erweisen kann um Jesu willen?\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mein zweites Wort hei\u00dft Beugung. David, der Mephiboseth rief, ist nur ein Bild f\u00fcr Gott, der den Menschen ruft, der weit weg ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In dem Augenblick, in dem er dem wir Jesus gegen\u00fcberstehen und die Gnade Gottes annehmen, f\u00e4llt er wie Mephiboseth seinem Meister zu F\u00fc\u00dfen. Er schaut ihm ins Angesicht und sagt: \u201eMein Herr und mein Gott!\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Gnade, die David \u00fcber diesen Mann aussch\u00fcttete, brachte ihn dahin, seine Niedrigkeit und seinen Mangel anzuerkennen. Immer bewirkt die Gnade das. Das Kreuz bringt uns ganz herab zu den F\u00fc\u00dfen unseres Herrn, und wir erkennen, dass wir unfruchtbar und ewig verloren sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie es der Apostel Paulus auf dem Wege nach Damaskus tat, und fragen ihn: \u201eWer bist du, Herr?\u201c Und wenn wir erkannt haben, wer er ist, fragen wir: \u201eHerr, was willst du, das ich tun soll?\u201c Es gibt keine Offenbarung der Gnade in einem Herzen, die nicht solche Beugung bewirkt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mein drittes Wort hei\u00dft \u00dcberfluss. \u201eIch will dir den ganzen Besitz deines Vaters Saul zur\u00fcckgeben,\u201c sagte David zu Mephiboseth, \u201edu aber sollst t\u00e4glich an meinem Tisch essen\u201c (2. Sam. 9,7).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00dcberfluss! \u201eGelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns gesegnet hat mit allerlei geistlichem Segen in himmlischen G\u00fctern durch Christus\u201c (Eph. 1,3).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDu aber sollst t\u00e4glich an meinem Tisch essen,\u201c sagte David.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gewiss setzte sich Mephiboseth oft an des K\u00f6nigs Tafel und sagte sich: \u201eIch bin es nicht wert, so nahe bei dem K\u00f6nig zu sein. Wenn ich daran denke, wie fern und wie ablehnend ich war, warum werde ich jetzt so behandelt?\u201c Dann aber kam ihm gewiss der Gedanke: \u201eIch bin ja hier um meines Vaters Jonathan willen!\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jeden Tag darf er gemeinsam mit David essen. Ein k\u00f6nigliches 5-G\u00e4nge-Men\u00fc, aber \u2013 noch viel wichtiger \u2013 jeden Tag Zugang zum K\u00f6nig. 4 x spricht unser Text davon, dass Mephiboseth an Davids Tisch essen soll!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was hat uns unser Gott nicht alles geschenkt? Wir haben einen Hirten, der uns mit allem versorgt, was wir brauchen, nichts wird uns mangeln! (Ps 23). Wir sind mit allem beschenkt, was wir \u201ezu einem Leben in Ehrfurcht vor Gott brauchen\u201c (2. Petr 1,3). Wir sind Erbe: Dieses Erbe ist das ewige Leben (1Petr 1,4) Wir d\u00fcrfen an den Tisch des Herrn kommen. Immer wenn wir das Abendmahl miteinander teilen. Wie viele von uns schlagen dieses Geschenk aus?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3. Die weitergebende Gnade<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jetzt begegnet uns zu dieser Geschichte ein Zusatz, der sehr kostbar ist. Er steht in Kapitel 19 und zeigt uns die Antwort, die die Gnade verdient.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Viele Jahre sind vergangen, und in Davids Leben hat ein Niedergang stattgefunden. David fiel in S\u00fcnde und musste die Folgen seiner S\u00fcnde tragen. Sein Sohn Absalom emp\u00f6rte sich gegen ihn, und er musste in die Verbannung gehen. Mit dem Tode Absaloms fand die Emp\u00f6rung ihr Ende. Als David nach Jerusalem zur\u00fcckkehrte, trat er Mephiboseth gegen\u00fcber. Was hatte dieser in der Zeit w\u00e4hrend der Verbannung getan? Es wird uns in 2. Sam. 19,25 gesagt: \u201eMephiboseth, der Enkel Sauls, kam auch herab, dem K\u00f6nig entgegen. Und er hatte seine F\u00fc\u00dfe und seinen Bart nicht gereinigt und seine Kleider nicht gewaschen von dem Tag an, da der K\u00f6nig weggegangen war, bis zu dem Tag, da er wohlbehalten zur\u00fcckk\u00e4me.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dieser Mann, der Davids Gnade empfangen hatte, f\u00fchrte w\u00e4hrend der Zeit, als dieser versto\u00dfen und verbannt war, ein ihm v\u00f6llig ergebenes Leben. Die Art, wie er lebte, machte deutlich, wie er an den Leiden seines versto\u00dfenen K\u00f6nigs teilnahm.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das war um so h\u00e4rter f\u00fcr ihn, weil sein Knecht Ziba ihn verleumdet hatte. Als David den Ziba nach Mephiboseth fragte, antwortete dieser: \u201eSiehe, er blieb in Jerusalem; denn er denkt: Heute wird mir das Haus Israel meines Vaters K\u00f6nigtum zur\u00fcckgeben\u201c (2. Sam. 16,3). Dieses Gespr\u00e4ch fand auf der Flucht vor Absalom statt, an der Mephiboseth nicht teilnehmen konnte. Diese L\u00fcge \u00fcberzeugte David, dass Mephiboseth ein Verr\u00e4ter sei. Der K\u00f6nig sagte zu Ziba: \u201eSiehe, es soll alles dein sein, was Mephiboseth hat.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch als David zur\u00fcckkam und erkannte, wie Mephiboseth gelitten und sich um sein Wohlergehen gesorgt hatte, fragte er: \u201eWarum bist du nicht mit mir gezogen, Mephiboseth?\u201c Und dieser sagte dem K\u00f6nig, dass Ziba ihn verleumdet habe. David erkannte seinen Fehler und sagte: \u201eDu und Ziba, teilt den Besitz miteinander.\u201c \u2013 \u201eMephiboseth sprach zum K\u00f6nig: Er nehme ihn auch ganz, nachdem mein Herr und K\u00f6nig wohlbehalten heimgekommen ist\u201c (2. Sam. 19,31).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mephiboseth sagt nichts anderes als: \u201eIch brauche das alles nicht! Ich will nur dich!!\u201c Es ging ihm nicht um Reichtum, Ehre, Landbesitz, H\u00e4user, Autos, Handys oder Genuss. Er wollte nur die Gemeinschaft mit seinem K\u00f6nig!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mephiboseth suchte nicht das Geschenk, sondern den Schenker. Er gibt das weiter, was er selber geschenkt bekommen hat! Es ist ihm egal, dass Ziba ihm die H\u00e4lfte seines Landes abgegaunert hat. David ist ihm wichtiger als das Land.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Psalm 73,25: Wenn ich nur dich habe, so frage ich nichts nach Himmel und Erde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn du verstanden hast wie unverdient Jesus dich beschenkt hat und Jesus dir wichtiger ist als seine Gaben, dann kannst du auch getrost weiterschenken!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das ist der Segen der reformatorischen Gnade!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Pr\u00e4dikant Thomas Karker, Predigt vom 30.10.2022<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Montag haben wir ja wieder den Reformationstag und werden uns dazu dann den Lutherfilm anschauen k\u00f6nnen. Was war denn bei Luther so besonders? Heute sagt man ja: Juden, Christen, Hottentott, glauben all an einen Gott. Was hat Luther denn wieder ganz neu herausgefunden? (Glauben allein, Christus allein, die Heilige Schrift allein, die Gnade allein) [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":499,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[12],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/19315"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/499"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=19315"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/19315\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":19318,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/19315\/revisions\/19318"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=19315"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=19315"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=19315"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}