{"id":19291,"date":"2022-10-19T12:01:46","date_gmt":"2022-10-19T10:01:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=19291"},"modified":"2022-10-21T00:49:33","modified_gmt":"2022-10-20T22:49:33","slug":"zwei-oder-zweieinhalb-neue-attacken-auf-die-dreieinigkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=19291","title":{"rendered":"Zwei oder zweieinhalb? &#8211; Neue Attacken auf die Dreieinigkeit"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">\u201eEs gibt nichts Neues in der Theologie au\u00dfer dem, was falsch ist\u201c. So fasste es der Englische Prediger Charles Haddon Spurgeon vor 150 Jahre zusammen. Innerhalb einer Woche bekam ich zwei Nachrichten, dass aktive Mitarbeiter in Gemeinden die Dreieinigkeit ablehnen. \u201eWarum tun sie das?\u201c fragte ich mich. Nun gut: Das gibt es schon lange. Bereits seit dem dritten Jahrhundert ritt der Kirchenleiter Arius aus Alexandria und weitere Antitrinitarier diese Attacke. Heute denken manche, dass sie etwas ganz Neues entdeckt haben, wenn sie sich gegen die Trinit\u00e4t aussprechen. Weil es ja hier um nicht weniger als um die Offenbarung des lebendigen Gottes geht, halte ich es f\u00fcr wichtig, dar\u00fcber nachzudenken. Deshalb folgen hier ein paar \u00dcberlegungen dazu.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Attacke auf den 1. Artikel<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eIch glaube an Gott, den Vater, den Allm\u00e4chtigen, den Sch\u00f6pfer Himmels und der Erden\u2026\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dieser Anfangssatz des apostolischen Glaubensbekenntnisses wird in fast jedem Gottesdienst gesprochen. Aber nur ein geringer Teil der Christen glaubt ihn und beherzigt ihn wirklich. F\u00fcr viele sind Zufall und Selektion die eigentlichen G\u00f6tter, die die sichtbare Welt zustande gebracht haben. Von daher spricht man im Blick auf alles, was uns umgibt, auch viel lieber von \u201eNatur\u201c als von \u201eSch\u00f6pfung\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber die Bibel macht deutlich, dass Gott alles geschaffen hat und alles sehr gut war. Und sie macht auch klar, dass die Sch\u00f6pfung durch die erste Gro\u00dfkatastrophe \u2013 den S\u00fcndenfall \u2013 schwer gezeichnet ist und damit der Tod Einzug gehalten hat. Wird aber die Tatsache, dass Gott der Sch\u00f6pfer ist, nicht festgehalten, wird meist auch der S\u00fcndenfall in den Papierkorb gepackt. Aus \u201eGott, dem Allm\u00e4chtigen, dem Sch\u00f6pfer Himmels und der Erde\u201c wird ein unpers\u00f6nliches ES, eine zuf\u00e4llig wirkende, ungelenkte Kraft, die uns irgendwie zustande gebracht hat. Eine Folge davon ist, dass wir \u00a0Menschen kein Woher mehr haben und uns auch das Wohin fehlt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Reduzierung des Sohnes<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber auch die Gottheit Jesus wird oft beiseite geschoben oder auch geleugnet. Jesus wird h\u00e4ufig zu einer Art mitmenschlichem Begleiter, einem Sozial-Couch,\u00a0 degradiert, der als Multi-Ratgeber f\u00fcr Umwelt und Klima, f\u00fcr alternative Lebensweisen und soziale Akzeptanz herangezogen wird. Wenn sein Votum ins aktuell g\u00e4ngige Denkschema passt, ist es gut. Wenn es quer zur Mehrheitsmeinung liegt, wird es abgelehnt und f\u00fcr \u00fcberholt erkl\u00e4rt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber das Kurzbekenntnis der ersten Christen lautete nicht: \u201eJesus &#8211; der alternative Mensch\u201c, sondern: \u201eHERR ist Jesus.\u201c Die Bezeichnung \u201eHERR\u201c im Neuen Testament weist darauf hin, dass Jesus \u00fcber alles und alle erh\u00f6ht ist. Gott hat ihm nach seinem Tod am Kreuz, der f\u00fcr unsere S\u00fcnde geschehen ist, auferweckt. Er hat ihn wieder zu sich empor gehoben und \u201ehat ihm den Namen gegeben, der \u00fcber alle Namen ist \u2026 und alle Zungen bekennen sollen, dass Jesus Christus der Herr ist zur Ehre Gottes des Vaters.\u201c (Phil 2,9.11)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So schrieb es auch Paulus an die Gemeinde in Korinth: \u201eWir verk\u00fcndigen nicht uns selbst, sondern Jesus als HERRN.\u201c (2. Kor 4,5) . Thomas, der Zweifler, sagte, als er Jesus mit seinen Wundmalen leibhaftig vor sich sieht: \u201eMein Herr und mein Gott!\u201c (Johannes 20,28) Und Stephanus, der erste christliche M\u00e4rtyrer, \u201erief den Herrn an und sprach: Herr Jesus, nimm meinen Geist auf!\u201c (Apg 7,59). Er betet also zu Jesus, ebenso wie die Christen in Korinth, die Paulus nennt: \u201e \u2026die den Namen des Herrn Jesus anrufen an jedem Ort\u201c (1. Kor 1,2).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nirgendwo im Neuen Testament wird die Gottheit von Jesus angezweifelt. Im Gegenteil: Sie wird betont. Zur Offenbarung Gottes als des Vaters und Sch\u00f6pfers kommt die Offenbarung Gottes in seinem Sohn, dem HERRN Jesus Christus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Aber der Heilige Geist?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ist der denn wirklich\u00a0 Gott? Da kommen die Feministinnen und reduzieren den Heiligen Geist (der) zu einer \u201eGeistkraft\u201c (die), ganz zu schweigen von den Zeugen Jehovas, die Jesus nur eine niedere Kategorie des Gottseins zugestehen \u2013 eine Art Gott zweiten oder dritten Grades. Deshalb k\u00f6nne und d\u00fcrfe man nat\u00fcrlich auch nicht zu Jesus beten, sagen sie.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und da sind nicht wenige Charismatiker, die \u2013 vielleicht unbewusst &#8211; den Heiligen Geist als Person in den Hintergrund r\u00fccken und ihn zu einer Art Fl\u00fcssigkeit machen, mit der man immer wieder mal aufgef\u00fcllt werden muss oder zu einer blo\u00dfen Kraftwirkung, einem ES.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch Muslime lehnen die Dreieinigkeit vehement ab, weil sie behaupten, dass damit der Eingottglaube torpediert w\u00fcrde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aktuell gibt es wieder andere, die meinen, die Dreieinigkeit werde nicht in der Bibel erw\u00e4hnt und w\u00e4re nur auf einem fr\u00fchchristlichen Konzil (Nic\u00e4a 325 n. Chr.) so festgelegt worden. Deshalb sei sie falsch und abzulehnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das alles f\u00fchrt bis heute zu Spaltungen. Menschen verstehen die Dreieinheit Gottes mittels ihrer Vernunft als eine Art Rechenaufgabe: 1+1+1, das muss doch 3 sein. Oder sind dann der Vater, der Sohn und der Heilige Geist nur jeweils ein Drittel Gott?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Was sagt die Bibel? \u2013 ein paar Linien<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Es ist\u00a0 <em>e i n<\/em>\u00a0 Gott<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In 5. Mose 4,39 hei\u00dft es: <em>&#8222;So erkenne denn heute und nimm dir zu Herzen, dass der HERR der alleinige Gott ist im Himmel oben und auf der Erde unten, keiner sonst!&#8220;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sowohl im Alten Testament (z.B. 5. Mose 6,4) wie im Neuen Testament (z.B. 1. Kor 8,4ff) wird in aller Klarheit gesagt, dass nur <em>ein<\/em> Gott ist und nur er anzubeten ist. Gleichzeitig wird von ihm in dreifacher Weise geredet, n\u00e4mlich vom Vater vom Sohn und vom Heiligen Geist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Auch der Heilige Geist ist Person<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In dem EINEN Wesen, das Gott ist, offenbaren sich drei Personen, die gleichwertig und gleich ewig sind. Gott ist von Seinem Wesen her einer und doch gleichzeitig mehr als einer.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am deutlichsten und gleichzeitig am schwersten zu verstehen ist es an der Person des Heiligen Geistes. In Johannes 16,13-15 sagt Jesus:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;<em>Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, gekommen ist, wird er euch in die ganze Wahrheit leiten; denn er wird nicht aus sich selbst reden, sondern was er h\u00f6ren wird, wird er reden, und das Kommende wird er euch verk\u00fcndigen. Er wird mich [d.h. Jesus] verherrlichen, denn von dem Meinen wird er nehmen und euch verk\u00fcndigen. Alles, was der Vater hat, ist mein; darum sagte ich, dass er von dem Meinen nimmt und euch verk\u00fcndigen wird.&#8220;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hier erkennen wir typische Kennzeichen einer Person: Er kommt, wird euch leiten, er redet, er h\u00f6rt, er nimmt, er verk\u00fcndigt, er verherrlicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Er ist nicht nur ein Einfluss, obwohl er Einfluss aus\u00fcbt. Er ist auch kein Ausfluss von Gott, obwohl er vom Vater und vom Sohn gesandt wurde. Und obgleich er nicht sichtbar ist, ist er aber eine in der sichtbaren Welt wirkende Person, die spricht, tr\u00f6stet, sendet, leitet, warnt, ermahnt, usw., alles Dinge, die best\u00e4tigen, dass der Heilige Geist wirklich eine Person ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Auch der Heilige Geist ist Gott<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und dieser Heilige Geist, den Paulus in R\u00f6mer 8 im selben Vers auch Geist Christi und Geist Gottes nennt (R\u00f6m 8,8), ist Gott, so wie der Vater und der Sohn Gott ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zwei Beispiele daf\u00fcr:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der Apostelgeschichte sagt der Apostel Petrus zu Ananias: <em>&#8222;Warum hat der Satan dein Herz erf\u00fcllt, dass du <strong>den Heiligen Geist<\/strong> belogen hast?\u201c <\/em>Und dann gleich im n\u00e4chsten Vers: <em>\u201eNicht Menschen hast du belogen, sondern <strong>Gott<\/strong>&#8222;<\/em> (Apg 5,3.4). Hier wird eindeutig der Heilige Geist als Gott verstanden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch in Apostelgeschichte 16 entdecken wir dieselbe \u00dcbereinstimmung. Dort wird beschrieben, dass Paulus auf seiner zweiten Missionsreise nach Bithynien reisen wollte. Dann lesen wir: <em>\u201e\u2026 doch <strong>der Geist Jesu<\/strong> lie\u00df es ihnen nicht zu.\u201c<\/em> (16,7).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Drei Verse weiter wird berichtet, dass Paulus stattdessen einen Ruf nach Europa erh\u00e4lt und f\u00e4hrt fort: <em>\u201e\u2026 da suchten wir sogleich nach Mazedonien zu reisen, gewiss, dass uns <strong>Gott<\/strong> dahin berufen hatte \u2026\u201c <\/em>(16,10).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und warum offenbart sich der ewige Gott in dieser Weise? Meine schlichte Antwort lautet: Damit wir Gott erkennen, den Weg des Heils finden und Gott dar\u00fcber ehren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Hartmut Zopf, CFB Karchow, Rundbrief im Oktober 2022<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/cfb-karchow.de\/\">Christliche Freizeit- und Bildungsst\u00e4tte Karchow e.V. (CFB)<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eEs gibt nichts Neues in der Theologie au\u00dfer dem, was falsch ist\u201c. So fasste es der Englische Prediger Charles Haddon Spurgeon vor 150 Jahre zusammen. Innerhalb einer Woche bekam ich zwei Nachrichten, dass aktive Mitarbeiter in Gemeinden die Dreieinigkeit ablehnen. \u201eWarum tun sie das?\u201c fragte ich mich. Nun gut: Das gibt es schon lange. 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