{"id":192,"date":"2009-06-16T13:09:14","date_gmt":"2009-06-16T11:09:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=192"},"modified":"2009-09-01T15:18:14","modified_gmt":"2009-09-01T13:18:14","slug":"j-cochlovius-das-schopfungszeugnis-des-neuen-testament","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=192","title":{"rendered":"Das Sch\u00f6pfungszeugnis des Neuen Testaments"},"content":{"rendered":"<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>Das Sch\u00f6pfungszeugnis des Neuen Testaments<\/strong><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>Einf\u00fchrung: Der Glaube schenkt Erkenntniserweiterung<\/strong><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Von dem bekannten Theologen Anselm von Canterbury stammt die Aussage \u201eDer Glaube sucht die Erkenntnis\u201c. Hier im Hebr\u00e4erbrief 11,3 finden wir eine andere Aussage, n\u00e4mlich da\u00df der Glaube Erkenntnis schenkt. \u201eDurch den Glauben erkennen wir \u2026\u201c Das bedeutet, der Glaube erweitert den Radius unserer Erkenntnis. In welcher Beziehung? Wir lesen in Hebr\u00e4er 11,1: \u201eDer Glaube ist eine sichere Grundlage f\u00fcr das Erhoffte und eine B\u00fcrgschaft f\u00fcr das Unsichtbare\u201c. Der Glaube schenkt uns also eine sichere Erkenntnis in bezug auf das, was die Christen erhoffen und in bezug auf die unsichtbare Welt.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><!--more-->Genau das finden wir dann im weiteren Verlauf des 11. Kapitel ausgef\u00fchrt. Die Glaubenszeugen, die hier aufgef\u00fchrt werden, hatten Erkenntnisse von dem, was sie erhofften, und sie wu\u00dften, da\u00df das, was sie hofften, gewi\u00df aus der unsichtbaren Welt in die sichtbare Welt in Erscheinung treten wird. In diesem Sinn wartete Abraham auf das neue Jerusalem (Hebr. 11,10). Er hoffte gewi\u00df, da\u00df es ein neues Jerusalem in der neuen Welt Gottes geben wird, und er wu\u00dfte, da\u00df es einst in Erscheinung treten wird. Der Glaube durchbricht also die Grenzen von Raum und Zeit. Er durchbricht die Grenzen unserer beobachtbaren Welt, und er durchbricht die Grenzen, die unser zeitliches und r\u00e4umliches Wahrnehmungsverm\u00f6gen uns setzt. Er vermag uns Erkenntnisse zu schenken \u00fcber Tatsachen, die jenseits von Raum und Zeit liegen.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">W\u00f6rtlich \u00fcbersetzt hei\u00dft Hebr. 11,3 \u201eDurch den Glauben erkennen wir, da\u00df die Welt gefertigt worden ist durch das gesprochene Wort Gottes (<em>rhema<\/em>), damit das Sichtbare nicht aus dem sinnlichen Wahrnehmbaren entstehen sollte\u201c. Gott wollte es also ausdr\u00fccklich, da\u00df die Sch\u00f6pfung nicht aus schon vorhandener Materie geformt w\u00fcrde, sondern unmittelbar aus seinem Wort. Franz Delitzsch f\u00fchrt dazu aus, da\u00df mit dem \u201enicht sinnlich Wahrnehmbaren\u201c wahrscheinlich die Gedanken und Pl\u00e4ne Gottes gemeint sind. Die sichtbare Welt, und nur von dieser ist hier die Rede, ist also aus den Gedanken und Pl\u00e4nen Gottes hervorgegangen. Im Sch\u00f6pfungsbericht in 1. Mose 1-2,4a finden wir zehnmal den Ausspruch \u201eUnd Gott sprach\u2026\u201c Zehnmal spricht Gott seine Gedanken und Pl\u00e4ne aus. Zehnmal werden sie dadurch in die sichtbare Wirklichkeit umgesetzt. Das Wort Gottes ist also die alleinige Ursache f\u00fcr das Entstehen von Materie. Kein Mensch ist in der Lage, Materie entstehen zu lassen. Und eben dies erkennt der Glaube.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Wer sich durch den Glauben mit dem Hergang der Sch\u00f6pfung besch\u00e4ftigt, tritt in eine heilige unsichtbare Wirklichkeit ein, die seinem Denken sonst nicht zug\u00e4nglich w\u00e4re. Er befa\u00dft sich mit den Gedanken und Pl\u00e4nen Gottes und mit der allm\u00e4chtigen Wirkkraft der g\u00f6ttlichen Rede. Ohne Glauben ist es nicht m\u00f6glich, die Gedanken und Pl\u00e4ne Gottes zu verstehen.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Es ist eine tiefe Tragik, da\u00df Charles Darwin nach dem Tod seiner Lieblingstochter Annie den christlichen Glauben an den Gott der Liebe, so wie er sich in Christus offenbart hat, immer mehr verlor, bis er schlie\u00dflich am Ende seines Lebens sagte: \u201eDer Unglaube beschlich mich ganz allm\u00e4hlich, war aber zuletzt vollst\u00e4ndig\u201c.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Nun m\u00fcssen wir eine kritische Gegenfrage stellen. Ist denn Glaube wirklich n\u00f6tig, um die Pl\u00e4ne und Gedanken Gottes zu verstehen? Sagt nicht Paulus in R\u00f6mer 1,20, da\u00df jeder Mensch schon aus den Sch\u00f6pfungswerken die ewige Kraft und die G\u00f6ttlichkeit Gottes erkennen kann, also auch ohne Glauben? Liegt hier nicht ein Widerspruch zu Hebr\u00e4er 11,3 vor? Doch wenn man genau liest, kann man sofort feststellen, da\u00df sich beide Aussagen nicht widersprechen. Paulus meint in R\u00f6m. 1 die jedem Menschen zug\u00e4ngliche Erkenntnis, da\u00df hinter den Sch\u00f6pfungswerken ein allm\u00e4chtiges g\u00f6ttliches Wesen stehen mu\u00df, eine Erkenntnis, die den Menschen zu Dankbarkeit und Anbetung f\u00fchren soll. Hier in Hebr.11 ist eine viel tiefergehende Erkenntnis gemeint, da\u00df n\u00e4mlich die ganzen Sch\u00f6pfungswerke aus dem wirkkr\u00e4ftigen Reden Gottes hervorgegangen sind, und das ist eine Erkenntnis, die nur dem Glauben zug\u00e4nglich ist.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">So bleibt es also dabei: ein Verst\u00e4ndnis des Sch\u00f6pfungs<em>aktes<\/em> kann nur der Glaube gewinnen. Nur der Glaube an Christus vermag die g\u00f6ttliche Kraft der gesprochenen Worte Gottes zu erkennen, denn er selber verdankt sich ja solch einer Rede. So habe ich es selbst bei mir erlebt. Bei einem Vortrag von Prof. Wilder-Smith in Erlangen Anfang der 70er Jahre wurde mir schlagartig bewu\u00dft, da\u00df Gott durch Christus die sichtbare und die unsichtbare Welt erschaffen hat, und da\u00df Christus an keiner Stelle des Neuen Testaments die Sch\u00f6pfungsaussagen des Alten Testament korrigiert hat.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>1. Gottes sch\u00f6pferisches Handeln nach dem neutestamentlichen Zeugnis<\/strong><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Das Neue Testament enth\u00e4lt sowohl in den Evangelien und der Apostelgeschichte als auch in der Briefliteratur und der Johannesoffenbarung wichtige Aussagen zum sch\u00f6pferischen Handeln des dreieinigen Gottes. Dabei k\u00f6nnen wir schnell feststellen, da\u00df alle diese Aussagen nur dem Glauben zug\u00e4nglich sind.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>1.1 Gottes sch\u00f6pferisches Handeln \u2013 ein Einbruch der Ewigkeit in die Zeit<\/strong><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Noch einmal m\u00f6chte ich bei Hebr. 11,3 einsetzen. Die Sch\u00f6pfung ist ein Vorgang, in der sichtbare Dinge aus dem Unsichtbaren entstehen; die unsichtbaren Gedanken und Pl\u00e4ne Gottes werden durch das Wort Gottes zeitlich und r\u00e4umlich fa\u00dfbare Dinge. Die klassische neutestamentliche Aussage f\u00fcr diesen geheimnisvollen Vorgang steht in R\u00f6mer 4,17: \u201eGott ruft dem, was nicht ist, da\u00df es sei\u201c. Dies steht im ber\u00fchmten Glaubenskapitel 4 des R\u00f6merbriefes, wo der Glaube Abrahams beschrieben wird als ein Glaube, der bereit war, Isaak zu opfern. Weil Abraham durch den Glauben wu\u00dfte, da\u00df Gott Tote wieder lebendig machen kann, konnte er sich zur Bereitschaft f\u00fcr ein solches Opfer durchringen. Schon f\u00fcr Abraham galt also das, was Hebr. 11,1 betont, da\u00df der Glaube eine 100-prozentig gewisse B\u00fcrgschaft f\u00fcr das Unsichtbare und eine absolut sichere Grundlage f\u00fcr das Erhoffte ist.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Sch\u00f6pfung geschieht grunds\u00e4tzlich nicht \u201e in der Zeit\u201c, sie ist kein raumzeitlicher Vorgang, sondern sie ist Einbruch der unsichtbaren Wirklichkeit Gottes in das Sichtbare und damit eine analogielose Neusetzung von Raum und Zeit. Raum und Zeit sind Sch\u00f6pfungsgr\u00f6\u00dfen, w\u00e4hrend Gott selbst sowohl au\u00dferhalb als auch innerhalb von Raum und Zeit existiert. Das erste was Gott erschafft, ist Raum und Zeit, und deswegen werden bereits am 1. Sch\u00f6pfungstag Himmel und Erde, Wasser und Tag, Nacht, Abend und Morgen genannt. Da\u00df die Zeit eine geschaffene Gr\u00f6\u00dfe ist, hat u.a. auch schon der Kirchenvater Augustin gesagt: \u201eOhne Zweifel ist die Welt nicht in der Zeit, sondern mit der Zeit geschaffen\u201c (de civitate dei XI,6).<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>1.2 Christus \u2013 der Mittler und Erhalter der Sch\u00f6pfung <\/strong><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">In einem der Grundbekenntnisse der christlichen Kirche, im Niz\u00e4no- Constantinopolitanum steht: \u201eWir glauben an den einen Herrn Jesus Christus, den Sohn Gottes, den einzigartig geborenen, der aus dem Vater vor allen \u00c4onen gezeugt wurde, Licht aus Licht, wirklicher Gott aus wirklichem Gott, gezeugt, nicht geschaffen, wesensgleich mit dem Vater, <em>durch den alles geworden ist<\/em>\u201c. Diese letzte Aussage hat ihren neutestamentlichen Bezug in den folgenden Aussagen: 1. Kor. 8,6: Durch ihn sind alle Dinge und wir durch ihn\u201c; Kol. 1,16: \u201eIn ihm ist alles geschaffen\u201c; Hebr. 1,2:\u201c Durch ihn hat Gott auch die Welten gemacht\u201c. Wir k\u00f6nnen auch noch an den Johannesprolog Joh. 1,3 denken: \u201eAlle Dinge sind durch das Wort (also durch Christus) gemacht\u201c.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Wir brauchen eine trinitarische Sch\u00f6pfungstheologie, wenn wir die Sch\u00f6pfung verstehen wollen. Der Vater \u00fcbertr\u00e4gt den Sch\u00f6pfungsakt der Welt an Christus, genau so wie er auch das Erl\u00f6sungsgeschehen Christus in die H\u00e4nde gibt. Ohne ein Ernstnehmen dieser \u00dcbertragungsakte bleiben wichtige Aussagen des Neuen Testaments unverst\u00e4ndlich. Wenn es z. B. in Joh. 1,11 hei\u00dft: \u201eEr kam in sein Eigentum, und die Seinen nahmen ihn nicht auf\u201c, dann wird die ganze Wucht dieser Aussage nur dann deutlich, wenn man voraussetzt, da\u00df Christus die Welt erschaffen hat und da\u00df sie eben dadurch sein Eigentum wurde.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>1.3 Die Teleologie der Sch\u00f6pfung<\/strong><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Unter Teleologie versteht man die Ziel- und Zweckgerichtetheit. Die Sch\u00f6pfung ist nicht um ihrer selbst willen erschaffen, sondern zu einem bestimmten Zweck und Ziel. In 1. Kor. 8,6 hei\u00dft es: \u201eWir haben einen Gott, den Vater, vom dem alles ist und <em>auf den hin wir leben<\/em>\u201c. In R\u00f6mer 11,36 hei\u00dft es: \u201eVon ihm und durch ihn und <em>zu ihm sind alle Dinge<\/em>\u201c. Und in Kol. 1,16: \u201eAlles ist durch ihn und <em>auf ihn hin geschaffen<\/em>\u201c. Der Sinn und Zweck der Sch\u00f6pfung, der ganzen sichtbaren und unsichtbaren Sch\u00f6pfung ist es also, Gott zu verherrlichen und ihn zu loben. Das ist auch unser tiefster Daseinszweck als Menschen hier auf dieser Erde, da\u00df wir mit unserem Leben Gott ehren und ihn loben. Dabei ist es nicht etwa so, da\u00df Gott unsere Ehre n\u00f6tig h\u00e4tte, sondern umgedreht, indem wir ihn ehren und ihn loben, finden wir zur wahren Sinnerf\u00fcllung unseres Lebens.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Die Psalmen wissen, da\u00df die ganze Sch\u00f6pfung das tut. \u201eDie Himmel erz\u00e4hlen die Ehre Gottes, und Feste verk\u00fcndigt seiner H\u00e4nde Werk; Tag und Nacht k\u00fcnden die Ehre Gottes, ohne Sprache und ohne Worte, bis an die Enden der Erde\u201c (Ps. 19,2-5). Mit Ps. 148 haben wir sogar ein Lied vor uns, das die gesamte Kreatur zum Gotteslob auffordert. Der erste gro\u00dfe Lobgesang vor dem Thron Gottes, den die Johannesoffenbarung schildert, gilt dem Sch\u00f6pfergott: \u201eHerr unser Gott, du bist w\u00fcrdig, zu nehmen Preis und Ehre und Kraft, denn du hast alle Dinge erschaffen und durch deinen Willen waren sie und wurden geschaffen\u201c (Offenb. 4,11).<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>1.4 Die creatio continua \u2013 das best\u00e4ndige Sch\u00f6pferwirken Gottes<\/strong><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Nach dem neutestamentlichen Zeugnis existiert die ganze Sch\u00f6pfung nur deswegen, weil Christus jedes Atom, jedes Molek\u00fcl, jedes Teil der sichtbaren Welt \u201edurch sein machtvolles Wort\u201c in der Existenz erh\u00e4lt (Hebr. 1,3). Was Prof. Gitt mit dem Stichwort Information bezeichnet, das ist neutestamentlich gesprochen das wirkm\u00e4chtige Wort Christi. Alles Sichtbare verdankt seine Existenz der Gegenwart Christi. 1. Kor. 8,6: \u201eWir sind durch ihn\u201c. Kol. 1,17: \u201eAlles hat in ihm Bestand\u201c. Auch das haben die Psalmbeter schon gewu\u00dft. In Ps. 104,29ff hei\u00dft es: \u201eNimmst du ihren Odem weg, so vergehen sie\u201c. Der ganze Psalm 104 bezeugt die creatio continua. \u201eDu l\u00e4ssest Wasser in den T\u00e4lern quellen\u201c (Vers 10); \u201eDu feuchtest die Bergen von oben her\u201c (Vers 13); \u201eDu machst das Land voll Fr\u00fcchte, die du schaffst\u201c (Vers 13); Du l\u00e4ssest Gras wachsen f\u00fcr das Vieh\u201c (Vers 14); \u201eDu machst Finsternis, da\u00df es Nacht wird\u201c (Vers 20).<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Selbstverst\u00e4ndlich bezeugt auch das Neue Testament die creatio continua. So hei\u00dft es z.B.\u00a01. Tim 4,3 und 4: \u201eDie Speisen, die wir zu uns nehmen, hat Gott geschaffen.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">\u00a0<strong>1.5 Die Wunder Christi \u2013 spontane Neusch\u00f6pfungen<\/strong><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Von dem innerhalb der Naturgesetze sich vollziehenden sch\u00f6pferischen Handeln bei der creatio continua mu\u00df das au\u00dferhalb der Naturgesetze stehende spontane Sch\u00f6pfungshandeln Christi unterschieden werden, so wie wir es in seinen Wundern vor Augen gestellt bekommen. Ich w\u00e4hle zur Veranschaulichung die sieben Wunder aus, die das Johannesevangelium \u00fcberliefert.<\/p>\n<ul>\n<li>\n<div style=\"TEXT-ALIGN: justify\">\u00a0Johannes 2,1-11: Bei der Hochzeit zu Kana werden spontan organische Molek\u00fcle geschaffen (Wein).<\/div>\n<\/li>\n<li>Johannes 4,46-54: Hier wird die Spontanheilung eines todkranken Kindes berichtet, und zwar als Fernheilung.<\/li>\n<li>Johannes 5,1ff: Die Heilung des 38 Jahre bettl\u00e4gerigen Lahmen am Teich Bethesda ist ein spontan-sch\u00f6pferisches Handeln Christi, denn ohne unmittelbar neu erschaffenes Muskel- und Hautgewebe h\u00e4tte dieser Mann nicht sofort laufen k\u00f6nnen.<\/li>\n<li>Johannes 6,1-13: Die Speisung der 5000. Die sog. Brotvermehrung war im Grunde eine Brot<em>erschaffung<\/em> und ebenso auch eine Erschaffung von Fischen.<\/li>\n<li>Johannes 6,16-21: Wenn Jesus auf dem Wasser geht und wenn es danach zu einem spontanen Ortswechsel des Schiffes kommt, dann hat er hier einen Raum erschaffen, auf dem er lief, und er hat innerhalb der bestehenden Zeit spontan eine andere Zeit erschaffen, in welcher das Schiff augenblicklich an Land versetzt wurde.<\/li>\n<li>Johannes 9: Bei der Heilung des Blindgeborenen werden spontan neue und sehf\u00e4hige Augen erschaffen.<\/li>\n<li>Johannes 11: Bei der Auferweckung des Lazarus wird ein kompletter lebensf\u00e4higer menschlicher Organismus neu erschaffen.<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Bei all diesen Wundern vollzieht Jesus eine spontane und komplette Neusch\u00f6pfung. Wenn wir fragen, welche Bedeutung diese Wunder letztlich hatten und haben, d\u00fcrfen wir nicht bei ihrer Wirkung auf die damaligen Menschen stehenbleiben. Hier geschah viel mehr. Hier werden die 6 Sch\u00f6pfungstage wiederholt und hier werden die neue Erde und der neue Himmel vorweggenommen, die Freude des neuen Menschen auf der neuen Erde, die neue Leiblichkeit auf der neuen Erde und \u00fcberhaupt die neuen Lebensbedingungen auf der neuen Erde.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">\u00a0<strong>1.6 Die Neusch\u00f6pfung des Menschen durch den Glauben an Jesus Christus<\/strong><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">\u00a0Auch die Neuwerdung des Menschen durch seine Glaubenshinwendung zu Christus ist ein sch\u00f6pferischer Akt Gottes, durch den der betreffende Mensch in ein neues Sein und in eine neue Wirklichkeit versetzt wird. Gott versetzt ihn \u201ein das Reich seines lieben Sohnes\u201c (Kol. 1,13). Gott erweckt ihn auf und versetzt ihn in \u201edie himmlische Wirklichkeit in Christus Jesus\u201c (Eph. 2,4-6). Nun lebt \u201eChristus in ihm\u201c und ist zu seinem wahren Leben geworden (Gal. 2,20). Was ihn bisher ausgef\u00fcllt, bestimmt und gebunden hat, ist vergangen (2. Kor. 5,17). Der Mensch wird ein zweites Mal geboren und empf\u00e4ngt eine lebendige Hoffnung (1. Petr. 1,3). Der Mensch wird gerecht gesprochen, d. h. er wird vor Gott richtig gemacht (Phil. 3,9). In 2. Kor. 4,6 wird diese Neusch\u00f6pfung des Menschen direkt mit dem Sch\u00f6pfungsakt Gottes bei der Erschaffung des Lichtes am Anfang der Welt verglichen: \u201eDenn Gott, der sprach: Licht soll aus der Finsternis hervorleuchten, der hat einen hellen Schein in unsere Herzen gegeben\u201c. Die Neusch\u00f6pfung des Menschen kommt zu ihrem endg\u00fcltigen Ziel, wenn die Gemeinde Jesu bei der Wiederkunft Jesu zu ihm hin entr\u00fcckt wird und ihr himmlisches Erbe, den Herrlichkeitsleib empf\u00e4ngt (1. Joh. 3,2; Kol. 3,4).<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">\u00a0<strong>1.7 Die Neusch\u00f6pfung von Himmel und Erde<\/strong><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">\u00a0Schlie\u00dflich geh\u00f6rt zum neutestamentlichen Sch\u00f6pfungszeugnis auch die Verhei\u00dfung, da\u00df Christus nach seiner Wiederkunft und nach den Gerichtsgeschehnissen Himmel und Erde neu erschaffen wird. Petrus erwartet einen neuen Himmel und eine neue Erde, in denen Gerechtigkeit wohnt (2. Petr. 3,13). Vorher werden der alte Himmel und die alte Erde im Feuer zergehen bzw. gereinigt. Alles Widerg\u00f6ttliche mu\u00df gerichtet werden, bevor es zur Neusch\u00f6pfung von Himmel und Erde kommen kann. Aber schlie\u00dflich hei\u00dft es: \u201eSiehe ich mache alles neu\u201c (Offenb. 21,5). Das <em>neue<\/em> Jerusalem senkt sich auf die <em>neue<\/em> Erde, das <em>neue<\/em> Israel wird Priester- und K\u00f6nigsvolk f\u00fcr eine <em>neue<\/em> Menschheit sein.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">\u00a0<strong>Zusammenfassung: <\/strong><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">\u00a01. Jegliches Sch\u00f6pfungsgeschehen ist analogielos, wir k\u00f6nnen Sch\u00f6pfungsvorg\u00e4nge weder denken noch untersuchen. Hier tritt Ewigkeit in die Zeit.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">2. In allen Sch\u00f6pfungsakten ist Christus der Akteur. Deswegen geh\u00f6rt die ganze sichtbare und unsichtbare Sch\u00f6pfung ihm.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">3. Die gesamte Sch\u00f6pfung ist auf das Ziel hin erschaffen, Gott zu loben und zu verherrlichen. Es gibt ein unh\u00f6rbares Gotteslob der unbelebten Sch\u00f6pfung und ein wie auch immer geartetes wahrnehmbares Gotteslob der belebten Kreatur. Nur der unerl\u00f6ste Mensch stimmt in dieses Lob nicht ein.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">4. Neben den Sch\u00f6pfungsakten, die das was nicht war, ins Dasein stellen, gibt es das immerw\u00e4hrende Sch\u00f6pfungshandeln Gottes, das die Sch\u00f6pfung im Dasein erh\u00e4lt und das innerhalb der Naturgesetze und durch sie unabl\u00e4ssig stattfindet.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">5. Die Wunder Jesu sind als punktuelle Vorwegnahme der Neusch\u00f6pfung von Himmel und Erde zu verstehen.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">6. Seit Pfingsten gibt es das Wunder der Neusch\u00f6pfung des Menschen durch den Glauben an Jesus Christus. Diese Neusch\u00f6pfung kommt zum Ziel bei Jesu Wiederkunft im Empfang einer neuen Leiblichkeit.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">7. Der gro\u00dfe abschlie\u00dfende Sch\u00f6pfungsakt bei Jesu Wiederkunft wird die Neusch\u00f6pfung von Himmel und Erde, die Neusch\u00f6pfung Israels und die Neusch\u00f6pfung der Menschheit sein.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">\u00a0<strong>2. Der Sch\u00f6pfungsbericht im Licht des neutestamentlichen Sch\u00f6pfungszeugnisses<\/strong><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Nehmen wir Hebr. 11,3 ernst, da\u00df es eine wirkliche Erkenntnis der Sch\u00f6pfung nur durch den Glauben gibt, dann gilt es, im Licht des neutestamentlichen Sch\u00f6pfungszeugnisses noch einmal auf den biblischen Sch\u00f6pfungsbericht zu h\u00f6ren. Welche neuen Erkenntnisse vermittelt er uns, wenn wir ihn im Licht der sieben aufgef\u00fchrten Aspekte des neutestamentlichen Sch\u00f6pfungszeugnisses h\u00f6ren?<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>2.1<\/strong> Die erste und die wichtigste Erkenntnis besteht darin, da\u00df wir von einer immateriellen geistigen Vorlage der Sch\u00f6pfung ausgehen m\u00fcssen. Alles Sichtbare ist aus Nicht-Sichtbarem gemacht worden (Hebr. 11,3b). Der Sch\u00f6pfungsvorgang war also eine Materialisation g\u00f6ttlicher Gedanken. Die Formulierung in R\u00f6m. 4,17, da\u00df Gott dem, was nicht ist, ruft, da\u00df es sei, wie auch der Hergang der Wunder Jesu f\u00fchren weiter zu der Erkenntnis, da\u00df die g\u00f6ttlichen Sch\u00f6pfungsprozesse in k\u00fcrzester Zeit stattfinden. Dem w\u00f6rtlichen Verst\u00e4ndnis des Sch\u00f6pfungsberichts im Sinn einer Sechs-Tage-Sch\u00f6pfung steht also nichts entgegen.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>2.2<\/strong> Die im ganzen N.T. bezeugte Mittlerschaft Christi bei der Sch\u00f6pfung f\u00fchrt zweitens zur Erkenntnis, da\u00df die Sechs-Tage-Sch\u00f6pfung durch Christus ausgef\u00fchrt wurde. Die Mitwirkung des Geistes ist in 1. Mose 1,2 erw\u00e4hnt, die Mitwirkung Christi ist wahrscheinlich in der Pluralform \u201eLasset uns Menschen machen\u2026\u201c (1. Mose 1,26) ausgesprochen. Damit steht die gesamte sichtbare und unsichtbare Welt in einem direkten Eigentumsverh\u00e4ltnis zu Christus.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>2.3<\/strong> Das N.T. kennt keine ziellose Sch\u00f6pfung, sondern nennt als Ziel und Zweck alles Geschaffenen das Lob und die Ehre Gottes. Der Glaube erkennt also drittens, da\u00df alle Dinge zu Gott hin erschaffen sind (R\u00f6m. 11,36).<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>2.4<\/strong> Eine vierte Glaubenserkenntnis ist die creatio continua, das unabl\u00e4ssige Sch\u00f6pfungshandeln des Dreieinigen Gottes. Christus tr\u00e4gt alles \u201edurch sein machtvolles Wort\u201c (Hebr. 1,3). Die ganze Sch\u00f6pfung ist auf Dauer angelegt, die Gestirne, Tag, Nacht, die Fruchtbarkeit der belebten Kreatur und die Konstanz der Arten, all diese Sch\u00f6pfungsakte dienen der Dauerhaftigkeit der Sch\u00f6pfung, die schlie\u00dflich in die Neusch\u00f6pfung von Himmel und Erde einm\u00fcndet.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>2.5<\/strong> Gleichzeitig lassen die Wunder Jesu f\u00fcnftens erkennen, da\u00df die Hinf\u00e4lligkeit der ersten Sch\u00f6pfung kein Dauerzustand bleibt, sondern da\u00df sie auf einen neuen Himmel und eine neue Erde hin angelegt ist, wo Gerechtigkeit wohnen wird (2. Petr. 3,13).<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>2.6<\/strong> Der Glaube erkennt sechstens aus dem neutestamentlichen Sch\u00f6pfungszeugnis, da\u00df die Ebenbildlichkeit des Menschen (1. Mose 1,26), die im S\u00fcndenfall verloren ging, seit Pfingsten wieder eine reale M\u00f6glichkeit geworden ist. Im Glauben an Christus wird der Mensch zum Ebenbild Gottes umerschaffen und erneuert.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>2.7<\/strong> Die neutestamentliche Hoffnung auf einen neuen Himmel und eine neue Erde schenkt siebentens eine richtige Einsch\u00e4tzung der ersten Sch\u00f6pfung. Unsere Welt ist weder die beste noch die schlechteste aller m\u00f6glichen Welten. Sie ist nicht die beste, weil sie unter der g\u00f6ttlichen Strafe der Verg\u00e4nglichkeit leidet. Sie ist aber auch nicht die schlechteste, denn sie ist trotz ihrer Verg\u00e4nglichkeit f\u00fcr den Menschen eine Dokumentation der ewigen Kraft und G\u00f6ttlichkeit Gottes ist. Die Spuren des \u201esehr gut\u201c (1. Mose 1,31) sind trotz ihrer Verg\u00e4nglichkeit noch zu erkennen, d.h. die Spuren ihrer urspr\u00fcnglichen Sch\u00f6nheit und Zweckm\u00e4\u00dfigkeit. Wenn Christus wiederkommt und in einem grandiosen Sch\u00f6pfungsakt die Verg\u00e4nglichkeit von ihr nimmt, dann wird die urspr\u00fcngliche Sch\u00f6nheit und Zweckm\u00e4\u00dfigkeit wieder hergestellt und \u00fcbertroffen werden, denn dann wird der Sinn und Zweck der ersten Sch\u00f6pfung erreicht sein und die neue Menschheit auf der neuen Erde wird Gott dankbar die Ehre geben.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>3. Die Unvereinbarkeit evolutionistischer Basiss\u00e4tze mit dem biblischen Sch\u00f6pfungszeugnis<\/strong><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>3.1<\/strong>\u00a0Die Hypothese, da\u00df der <strong>Tod unab\u00e4nderlich zur Natur geh\u00f6rt und unverzichtbar ist f\u00fcr eine H\u00f6herentwicklung der Arten<\/strong>, ist unvereinbar mit der biblischen Bewertung des Todes als eines erst nachtr\u00e4glich zur Sch\u00f6pfung hinzugekommenen historischen Strafgeschehens.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">\u201eSterblichkeit ist ein Jungbrunnen der Evolution durch Mutation und Selektion\u201c. \u201eSo schmerzhaft auch der Verlust des Gewohnten, so ermunternd die Aussicht auf Neues, wo es sich ereignet\u201c. (Hubert Markl, Vom Nutzen der Verg\u00e4ngnis, der Knappheit und des Zufalls\u201c, FAZ 11.2.2009)<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Der evolutionistischen Deutung des Todes steht die biblische Feststellung gegen\u00fcber, da\u00df die S\u00fcnde und mit ihr der Tod durch Adam in die Welt gekommen sind (R\u00f6m. 5,12-19). Die S\u00fcnde Adams machte alle zu S\u00fcndern und brachte allen den Tod. Der Tod ist in der biblischen Sicht ein Strafgeschehen und kein Naturgeschehen. Das Leben existiert nicht wegen des Todes, sondern trotz des Todes. R\u00f6m. 5,12 und 18: \u201eDeshalb, wie durch einen Menschen die S\u00fcnde in die Welt gekommen ist und der Tod durch die S\u00fcnde, so ist der Tod zu allen Menschen durchgedrungen, weil sie \u2013 n\u00e4mlich in dem einen Menschen \u2013 alle ges\u00fcndigt haben,\u2026, wie also durch die S\u00fcnde des Einen die Verdammnis \u00fcber alle Menschen gekommen ist, so ist auch durch die Gerechtigkeit des Einen die Gerechtmachung, die das Leben schenkt, f\u00fcr alle Menschen gekommen\u201c.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>3.2<\/strong>\u00a0\u00a0Die Hypothese von der <strong>Selbstorganisation der Materie und der selbstt\u00e4tigen Anpassung der Individuen an die Umwelt<\/strong> ist unvereinbar mit dem biblischen Sch\u00f6pfungszeugnis, das eine selbstt\u00e4tige Organisation der belebten und unbelebten Natur ausschlie\u00dft, sondern ihre Existenz und Funktionalit\u00e4t ausschlie\u00dflich auf die Wirkkraft des Wortes Gottes und auf die F\u00fcrsorge Gottes zur\u00fcckf\u00fchrt.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">\u201eDarwins Antwort hei\u00dft: schrittweise, st\u00fcckweise Ver\u00e4nderungen aus einfachen Anf\u00e4ngen, aus Urgebilden, die einfach genug waren, um durch Zufall entstehen zu k\u00f6nnen. Jede der aufeinanderfolgenden Ver\u00e4nderungen in dem schrittweisen Evolutionsproze\u00df war gegen\u00fcber ihrem Vorg\u00e4nger so einfach, da\u00df sie zuf\u00e4llig erfolgen konnte. Betrachtet man die Komplexit\u00e4t des letztg\u00fcltigen Endprodukts im Vergleich zu dem urspr\u00fcnglichen Ausgangsprodukt, so ist die gesamte Folge kumulativer Schritte jedoch alles andere als zuf\u00e4llig. Gelenkt wird der kumulative Proze\u00df durch nichtzuf\u00e4lliges \u00dcberleben.\u201c (Richard Dawkins. Der blinde Uhrmacher, M\u00fcnchen 1987, S. 61)<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Demgegen\u00fcber stellt die biblische Sch\u00f6pfungslehre fest, da\u00df weder die unbelebte Natur noch die Kreatur zu eigener Selbstorganisation und Anpassung an die Umwelt f\u00e4hig sind, sondern dazu eine geistige Steuerung und personale F\u00fcrsorge ben\u00f6tigen, n\u00e4mlich die creatio continua Gottes. \u201eAlles hat <em>in ihm<\/em> Bestand\u201c (Kol. 1,17). \u201eIch will das Schwache st\u00e4rken\u201c (Hes. 34,16). \u201eHerr, du hilfst Menschen und Tieren\u201c (Ps. 36,7).<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>3.3<\/strong>\u00a0\u00a0\u00a0Die Annahme einer <strong>Evolution geistiger F\u00e4higkeiten<\/strong> im Zuge einer allm\u00e4hlichen Menschwerdung ist unvereinbar mit der direkten Geistverleihung an das erste Menschenpaar durch Gott.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Die Denkans\u00e4tze der \u201eevolution\u00e4ren Erkenntnis\u201c und der \u201eevolution\u00e4ren Ethik\u201c nehmen eine ungesteuerte Entwicklung und Vervollkommnung der geistigen Eigenschaften des Menschen an, was zu hochgespannten Hoffnungen f\u00fchrt. \u201eAufgabe ist vielmehr, den Menschen als das zu erfassen, was er wirklich ist. Ein Wesen, das phylogenetisch entstanden ist, das aber aufgrund seiner kulturellen Entwicklung potentiell die M\u00f6glichkeiten besitzen k\u00f6nnte, nach den Wertma\u00dfst\u00e4ben der Moral inhumanes Verhalten zu \u00fcberwinden\u201c. (Jochen Oehler, Zur Evolution der Evolutionstheorie, in: Gott oder Darwin? Vern\u00fcnftiges Reden \u00fcber Sch\u00f6pfung und Evolution. Berlin und Heidelberg 2008, S. 139). \u201eWir w\u00e4ren eine dritte Schimpansenart geblieben, h\u00e4tte der Mensch nicht entwickelt, was ihn weit mehr als unser \u00c4u\u00dferes und unser den Schimpansen gegen\u00fcber physisch fast gleichartiges Inneres aus der Tierwelt heraushebt, n\u00e4mlich Sprache und Kultur\u201c (Josef H. Reichholf, Hominisation \u2013 Die Evolution des Menschen\u201c, in: Gott oder Darwin? Vern\u00fcnftiges Reden \u00fcber Sch\u00f6pfung und Evolution, Berlin und Heidelberg 2008, S.166). In dieser Sichtweise sind Gewissen, Geist, Sprache, Glaubensf\u00e4higkeit, Liebesf\u00e4higkeit Produkte evolution\u00e4rer Prozesse, die aus niedrigeren Vorformen kommen und das Potential zu weiterer Vervollkommnung in sich tragen.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Demgegen\u00fcber steht die Aussage im biblischen Sch\u00f6pfungszeugnis, da\u00df Gott den Menschen als einziges Lebewesen zur Gottesebenbildlichkeit berufen hat (1. Mose 1,16). Die Geistverleihung war ein Akt pers\u00f6nlicher Zuwendung Gottes zum Menschen, durch den er aus der ganzen sonstigen Kreatur herausgehoben wurde (1. Mose 2,7), keineswegs ein ungesteuerter rein materieller evolution\u00e4rer Proze\u00df. Der menschliche Geist und damit die Sprache, das Gewissen, Glaube und Liebe verdanken sich einer fortw\u00e4hrenden sch\u00f6pferischen Tat Gottes an jedem Menschen. Beendet Gott diese creatio continua, mu\u00df der Mensch sterben. \u201eNimmst du weg ihren Odem, so vergehen sie und werden wieder zu Staub\u201c (Ps. 104,29).<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>3.4<\/strong>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0Die evolutionistische Bestreitung der <strong>Teleologie<\/strong>, also der Zielgerichtetheit der Natur ist unvereinbar mit der gesamtbiblischen Aussage, da\u00df alles auf Gott hin erschaffen wurde.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">\u201eAlles, was wir feststellen ist, da\u00df biologische Merkmale bestimmte Funktionen erf\u00fcllen, die ihrem Besitzer in gewisser Hinsicht einen Selektionsvorteil bescheren. Funktionen und Selektionsvorteile lassen sich demnach nur per definitionem zu Zwecken und Zielen erkl\u00e4ren\u201c (Martin Neukamm, Wissenschaft und ontologischer Naturalismus. Eine Kritik antievolutionistischer Argumentation. In: Ulrich Kutschera, Kreationismus in Deutschland, Fakten und Analysen, Berlin 2007, S.203). \u201eDie nat\u00fcrliche Zuchtwahl\u2026zielt auf keinen Zweck\u201c (Richard Dawkins, Der blinde Uhrmacher. Ein neues Pl\u00e4doyer f\u00fcr den Darwinismus, M\u00fcnchen 1987, S. 18). Die Annahme von Zwecken bzw. Zielen oder einer Planm\u00e4\u00dfigkeit wird in der Evolutionsbiologie f\u00fcr eine unstatthafte und unwissenschaftliche Hineinprojektion subjektiver Spekulationen erkl\u00e4rt.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Demgegen\u00fcber stellt das biblische Zeugnis fest, da\u00df Gott die Sch\u00f6pfung zu sich hin erschaffen hat. Die ganze Kreatur hat ihren eigentlichen und letzten Daseinszweck darin, Gott zu loben, und insbesondere der Mensch ist berufen, Gott die Ehre zu geben. \u201eHerr, wie sind deine Werke so gro\u00df und viel! Du hast sie alle weise geordnet, und die Erde ist voll deiner G\u00fcter\u201c (Ps. 104,24). \u201eWenn ich sehe die Himmel, deiner Finger Werk, den Mond und die Sterne, die du bereitet hast: was ist der Mensch, da\u00df du seiner gedenkst, und des Menschen Kind, da\u00df du dich seiner annimmst?\u201c (Ps. 8,4f.). \u201eVon ihm und durch ihn und <em>zu ihm<\/em> sind alle Dinge. Ihm sei Ehre in Ewigkeit! Amen\u201c (R\u00f6m. 11,36).<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>4. Die sog. Theistische Evolution ist unvereinbar mit den Prinzipien des Sch\u00f6pfungshandelns Gottes<\/strong><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">\u201eWenn wir Gott als Sch\u00f6pfer bekennen und zugleich die moderne Biologie als menschliche Naturerkenntnis in den Grenzen menschlichen Wissens akzeptieren, bedeutet das, die Evolution als Ausdruck von Gottes Sch\u00f6pferwillen zu verstehen\u201c (Hansj\u00f6rg Hemminger in: Evangelische Zeitung 41\/2008).<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Diese Auffassung, da\u00df Gott durch die Evolution und in der Evolution gewirkt hat und wirkt, ist unvereinbar mit dem biblischen Sch\u00f6pfungszeugnis. Die Basiss\u00e4tze der Evolutionslehre sind nicht kompatibel mit den Prinzipien, nach denen Gott sch\u00f6pferisch wirkt.<\/p>\n<ul style=\"TEXT-ALIGN: justify\">\n<li>Gott erschafft Leben nicht auf der Grundlage des Todes, sondern er beendet die Macht des Todes durch die Auferweckung Christi.<\/li>\n<li>Gott erschafft die Materie nicht f\u00fcr eine ziellose Selbstorganisation, sondern formt sie zur unbelebten oder belebten Kreatur und gew\u00e4hrleistet ihre Existenzform durch sein sch\u00f6pferisches Wort unter den Bedingungen der von ihm verf\u00fcgten Verg\u00e4nglichkeit.<\/li>\n<li>Gott erschafft den Menschen und den menschlichen Geist nicht auf dem Wege allm\u00e4hlicher H\u00f6herentwicklung aus tierischen Vorformen, sondern durch einen ganzheitlichen Sch\u00f6pfungsakt unter der Verhei\u00dfung der Ebenbildlichkeit.<\/li>\n<li>Gott erschafft nicht ziellos, sondern alles \u201ezu ihm hin\u201c, zur Verherrlichung seines Namens.<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>5.\u00a0Schlu\u00dfbemerkung<\/strong><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">1687 hat Isaak Newton sein epochemachendes Werk \u201eDie mathematischen Prinzipien der Physik\u201c ver\u00f6ffentlicht. Den biblischen Sch\u00f6pfergott aus seinen Untersuchungen auszuklammern w\u00e4re ihm nie in den Sinn gekommen. Ausdr\u00fccklich bekennt er sich zu ihm als dem allm\u00e4chtigen Sch\u00f6pfer und alleinigen Herrn des Universums. \u201eEine solche \u00fcberaus geschickte Anordnung der Sonne, der Planeten und Kometen konnte nur dem Plan und der Herrschaft eines einsichtigen und m\u00e4chtigen Wesens entspringen\u2026 Er lenkt alles\u2026 als der Herr \u00fcber das Universum\u2026 und als ganz und gar vollkommenes Wesen\u201c. Naturwissenschaftliche Arbeit auf der Grundlage von Hebr. 11,3, also auf der Grundlage des Glaubens an den biblischen Gott, der durch sein Wort alles erschafft und erh\u00e4lt, ist immer wieder bis heute geleistet worden, und ihr Vorteil war immer der gr\u00f6\u00dfere Erkenntnisradius, den der Glaube schenkt.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Naturwissenschaftliche Arbeit ohne diese Grundlage bleibt dort, wo sie zu den Grundfragen der Entstehung der Welt und des Lebens Stellung bezieht, notwendigerweise im Nebel materialistischer und naturalistischer Hypothesen gefangen. Weder \u00fcber die Herkunft noch \u00fcber das Ziel der Sch\u00f6pfung noch \u00fcber das Wesen von Tod und Verg\u00e4nglichkeit kann sie befriedigende Antworten geben. Entgegen aller menschlichen Erfahrung mu\u00df sie eine intelligente Materie behaupten, die sich selbst organisiert und \u00fcber unerme\u00dflich riesige Zeitr\u00e4ume zum Menschen aufsteigt. Angesichts dieser Defizite und logischen Zumutungen wirkt es ziemlich anma\u00dfend, wie sich ein f\u00fchrender Evolutionsbiologe \u00fcber den christlichen Glauben und den biblischen Sch\u00f6pfergott \u00e4u\u00dfert: \u201eDie Vorstellung, da\u00df geistf\u00f6rmige Wesen im Himmel schweben, die hier unten irgend etwas regeln, halte ich f\u00fcr absurd\u201c. Und im Blick auf die ausgestorbenen Tierarten: \u201eWenn es ein \u00fcbernat\u00fcrliches Geistwesen als Sch\u00f6pfer g\u00e4be, dann war diese biblische Gr\u00f6\u00dfe ziemlich b\u00f6sartig eingestellt\u201c (Ulrich Kutschera, Darwin hat die Biologie befreit\u201c, Rhein. Merkur 8.1.2009).<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Hebr. 11,3: \u201eDurch den Glauben erkennen wir, da\u00df die Welt durch Gottes Wort gemacht ist\u201c. Gerade angesichts der genannten unbefriedigenden evolutionistischen Antworten im Darwin-Jahr ist es an der Zeit, Gott erneut zu danken f\u00fcr die Erkenntnisse, die er dem Glauben erm\u00f6glicht.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><em>28.02.09, Bad Gandersheim<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Sch\u00f6pfungszeugnis des Neuen Testaments Einf\u00fchrung: Der Glaube schenkt Erkenntniserweiterung Von dem bekannten Theologen Anselm von Canterbury stammt die Aussage \u201eDer Glaube sucht die Erkenntnis\u201c. Hier im Hebr\u00e4erbrief 11,3 finden wir eine andere Aussage, n\u00e4mlich da\u00df der Glaube Erkenntnis schenkt. \u201eDurch den Glauben erkennen wir \u2026\u201c Das bedeutet, der Glaube erweitert den Radius unserer Erkenntnis. 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