{"id":19140,"date":"2022-08-25T12:42:36","date_gmt":"2022-08-25T10:42:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=19140"},"modified":"2022-08-25T12:42:36","modified_gmt":"2022-08-25T10:42:36","slug":"zurueck-zur-quelle-unserer-werte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=19140","title":{"rendered":"Zur\u00fcck zur Quelle unserer Werte"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><em>Werte sind ein heisses Thema, und unsere Werte zu verteidigen, hat heute eine Wichtigkeit bekommen, die sie in den letzten Jahrzehnten nicht immer hatte. W\u00e4hrend Werte instinktiv als \u201ewas z\u00e4hlt\u201c verstanden werden, bleibt es schwierig, genau zu definieren, was \u201eunsere Werte\u201c sind. Die folgenden \u00dcberlegungen sollen dabei helfen:<\/em><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Werte steigen nicht umsonst auf der Skala unserer Sorgen. Die westliche Gesellschaft lebte das letzte Drittel des 20. Jahrhunderts im Vertrauen darauf, dass sich ihre Werte auf den Rest der Menschheit ausbreiten w\u00fcrden. Der technische Fortschritt, der allen einen zuvor undenkbaren Komfort und Lebensqualit\u00e4t er\u00f6ffnete, vermittelte die Illusion eines moralischen Fortschritts, der durch das blosse Voranschreiten der Zeit garantiert w\u00fcrde. Der Westen sah sich dem Rest der Welt voraus und konnte sich freuen, dass dieser endlich aufholt. 1989 schliesslich lebten die westlichen Staaten in der Gewissheit, dass die Demokratie zur ultimativen Regierungsform geworden war, an der sich fortan alle anderen L\u00e4nder beteiligen wollten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie wir heute wissen, lief es nicht wie geplant. Noch mehr als die Anschl\u00e4ge vom 11. September 2001 waren die pal\u00e4stinensischen Wahlen von 2006 ein Schock, da sie wider Erwarten zeigten, dass eine Bev\u00f6lkerung bei einer demokratischen Wahl die Hamas den pro-westlichen Parteien vorzieht. Solche Ereignisse ersch\u00fctterten das Vertrauen, das der Westen in die Zukunft hatte, und leiteten eine Zeit des Zweifels und der Desorientierung ein, in der wir uns bis heute befinden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Pandemie, Krieg und gespaltene Gesellschaft<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit Blick auf die nichtwestliche Welt sind wir erstaunt dar\u00fcber, dass autorit\u00e4re Regime, welche nicht bereit sind, die Rechte des Einzelnen zu achten, dennoch eine grosse Unterst\u00fctzung in der Bev\u00f6lkerung geniessen. In den westlichen L\u00e4ndern werden politische Debatten immer gewaltvoller, postmoderne Verirrungen sind zum Gesetz geworden, der Kommunitarismus, d.h. das Leben in Parallelgesellschaften (insbesondere auf der Grundlage von Herkunft oder Geschlecht), spaltet die Gesellschaft, w\u00e4hrend die \u201epolitische Korrektheit\u201c die Meinungsfreiheit zu zerfressen droht. In dieser angespannten Situation ist das westliche Individuum verloren, es findet in keiner Gruppe die blinde Solidarit\u00e4t, die durch die kommunitaristischen Str\u00f6mungen kultiviert wird, deren st\u00e4ndige Feindseligkeit es erleidet. Auch die westliche Gesellschaft als Ganzes ist best\u00fcrzt: Vor nur zwei Jahren von einer Pandemie \u00fcberrascht, stellt sie heute ungl\u00e4ubig fest, dass der konventionelle Krieg auf den europ\u00e4ischen Kontinent zur\u00fcckgekehrt ist. Wer h\u00e4tte das vor etwas mehr als 20 Jahren gedacht? Was ist mit der angeblichen moralischen und intellektuellen \u00dcberlegenheit einer Gesellschaft, die sich scheinbar so geirrt hat?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ungeachtet der Herausforderungen, die vor uns liegen, wird das Leben weitergehen, und jeder wird als Individuum in der Gesellschaft die Werte innerlich und nach aussen tragen m\u00fcssen, die ihm am Herzen liegen. Das war schon immer so. Aber in Krisenzeiten verlagert sich dies von der individuellen auf die kollektive Ebene und angesichts des Krieges stellt sich pl\u00f6tzlich ganz konkret die Frage, f\u00fcr welche kollektiven Werte wir bereit w\u00e4ren, unser Leben und das unserer Kinder aufs Spiel zu setzen. In diesem Sinne ist es wichtig, sich daran zu erinnern, dass unsere westlichen Werte aus dem biblischen Menschenbild stammen. Wenn wir also in einer Welt leben wollen, in der f\u00fcr die Schw\u00e4chsten gesorgt wird, d\u00fcrfen wir das Wort nicht ignorieren: \u201eWas ihr f\u00fcr einen meiner geringsten Br\u00fcder getan habt, das habt ihr mir getan\u201c (Mt 25,40). Wenn wir in einer Welt leben wollen, in der der Staat seine eigenen Regeln respektiert (und sie nicht willk\u00fcrlich \u00e4ndert, um den Menschen zu erdr\u00fccken und Gott zu ersetzen), sollten wir darauf achten: \u201eGebt dem Kaiser, was dem Kaiser geh\u00f6rt, und Gott, was Gott geh\u00f6rt\u201c (Lk 20,25). Wenn wir in einer Welt leben wollen, die unschuldige Menschen nicht opfert und Schuldige nicht der Rachsucht der Menge ausliefert, sollten wir beachten: \u201eWer von euch ohne S\u00fcnde ist, werfe als Erster einen Stein\u201c (Joh 8,7).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ohne diese Worte, die von Jesus stammen und gelebt wurden, h\u00e4tte es niemals Menschenrechte, einen S\u00e4kularismus des Staates bzw. der Rechtsstaatlichkeit und Verfahrensgarantien in Strafverfahren gegeben. Der englische Schriftsteller G.K. Chesterton schrieb vor langer Zeit: \u201eDie moderne Welt ist voll von alten christlichen Tugenden, die verr\u00fcckt geworden sind\u201c. Aber der Wahnsinn ist heute so gross, dass gute Spr\u00fcche ihn nicht in Zaum werden halten k\u00f6nnen. Die Welt braucht mehr denn je \u2013 jenseits jedes Diskurses oder jeder Lektion \u2013 das Zeugnis der Christen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Von Raphael Baeriswyl, Zukunft CH, 19.7.2022<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/Quelle: https:\/\/www.zukunft-ch.ch\/zurueck-zur-quelle-unserer-werte\/\">Quelle: https:\/\/www.zukunft-ch.ch\/zurueck-zur-quelle-unserer-werte\/<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Werte sind ein heisses Thema, und unsere Werte zu verteidigen, hat heute eine Wichtigkeit bekommen, die sie in den letzten Jahrzehnten nicht immer hatte. W\u00e4hrend Werte instinktiv als \u201ewas z\u00e4hlt\u201c verstanden werden, bleibt es schwierig, genau zu definieren, was \u201eunsere Werte\u201c sind. 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